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nis zu Sowjetrußland befand sich die deutsche Sozialdemokratie| ffaaten, ta auch nicht auf die Mongolei , desgleichen auch stets in der Defensive. Mo stau hat die deutsche nicht auf die mandshurische Sphäre. Des weiteren ift Rußland ein Arbeiterbemegung gespalten in einer Zeit, in Einfuhrtontingent von 40 000 füdrussischen Schweinen der Einigkeit nötiger war, denn je. Es hat den Bruderfrieg unter den üblichen Quarantänebedingungen zugesichert worden. Im zwischen deutschen Arbeitern entfesselt, es hat seine Gläubigen übrigen gilt bis zum Abschluß eines Spezialvertrages der aufo­zum Sturm gegen die deutsche Sozialdemocratie aufgeboten, nome 3olltarif und Königsberg wäre auf diese Weise in die | weil diese nach bestem Wissen und Gewissen die Anwendung Lage versetzt, dem deutsch - russischen Handel seinen Hafen zu öffnen. ruffischer Methoden auf Deutschland verwarf. Daß von Daß von Die Verhandlungen zum Abschluß eines Spezialvertrages betreffend diesem Kampf manche Bitterfeit zurückbleiben mußte, versteht den neuen Joltarif sollen unmittelbar nach der Unterzeichnung des sich von selbst. Aber die Bitterkeit wird gemildert durch Handelsvertrages beginnen und dem Prinzip der gegenseitigen Zoll­den Umstand, daß die deutsche Sozialdemokratie in diefem ermäßigung folgen. Rampf Siegerin geblieben ist.

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Heute, wo sich die Sonne der russischen Somjetmacht in dem fläglichen Scherbenhaufen der KPD. melancholisch wider. [ piegelt was wäre er ohne diese Vergoldung! fann man über manches, was der Vergangenheit angehört, ruhiger sprechen. Heute weiß jeder verständige Mensch in Rußland , und Tschitscherin weiß es am besten, daß die Spekulation auf den deutschen Kommunismus verfehlt war. Die Ver achtung, mit der die deutschen Kommunisten von der Mos fauer Zentrale behandelt werden, nicht nur in Worten, sondern auch durch die Lat , läßt sich faum noch überbieten. Eine Führergarnitur nach der andern wird abgefägt, und jede neue wirft sich brünstig den russischen Machthabern zu Füßen: Mostau zermalmt alles!"

Kommunist.

3wischen diesem deutsch - kommunistischen Boffenspiel und dem großen Drama Rußlands weiß die deutsche Sozialdemo= fratie wohl, einen Unterschied zu machen. Sie ist genug marristisch geschult, um das russische Geschehen aus den speziell ruffifchen Borbedingungen zu begreifen. Und daß die russi schen Methoden für Deutschland schlechthin unanwendbar sind, weiß heute im Grunde seines Herzens auch jeder deutsche Rein deutscher Kommunist glaubt zum mindesten an ihre Anwendbarkeit unter den gegenwärtigen Zeitumständen. Man befindet sich, nach fommunistischer Ausdrucksweise, " zwischen zwei Wellen der Revolution". Dieses Wellental follte man vernünftigerweise dazu benügen, die russischen Ber­hältnisse objektiv zu würdigen und die besonderen Bor­bedingungen zu ſtudieren, unter denen sich bie foaiale Neugestaltung in wirtschaftlich hochtapitalistischen, demokratisch regierten Ländern vollziehen fann.

Ein solches Studium würde freilich zur Liquidation der fommunistischen Bewegung außerhalb Rußlands führen, und darum wird es nicht beliebt.

Mostau sollte aber aufhören, den schweren Befreiungs­fampf der Arbeiterklasse in Europa zu stören. Es sollte auf den Wahn verzichten, das Mekka des internationalen Sozialismus zu sein. Er sollte aufhören, alles zu zer­malmen". Damit würde es nicht nur der internationalen Arbeiterbewegung nügen, sondern ganz besonders auch fich

felbft.

Einzelheiten des Rußlandabkommens..

Vorläufig feine Zollherabsetzung.

Ja Ergänzung der mit Zustimmung des Reichskabinetts bevor­ftehenden Unterzeichnung des Deutsch - tussischen Handelsvertrages und der amtlichen Bekanntgabe erfährt der Ufien- Osteuropa- Dienst von unterrichteter Seite u. a. folgende nähere Angaben:

Den von Herrn Tschitscherin gestellten Egterritoriali tätsforderungen ist nicht stattgegeben worden, fomeit es fich um Hamburg handelt. Für Hamburg tonnte nur neun höheren Sowjetbeamten die lediglich persönliche Unantastbarkeit zugestanden merden. Die Erterritorialität der russischen Handelsvertretung in Berlin dagegen ist erweitert worden.

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Pariser Beurteilung der Besuche Tschitscherins.

auf der Konferenz in Locarno ift die des Garanten für den vor­geschlagenen Rheinlandpati

Das diplomatische Korps auf dem Bahnhof. Gestern abend um 9 Uhr 20 Minuten hat die deutsche Delegation com Anhalter Bahnhof aus Berlin im Sonderzug verlassen. Die Abfahrt der Delegation war von den amtlichen Stellen qus mancherlei Gründen bis zum letzten Augenblid geheimgehalten worden. Der Anhalter Bahnhof selbst war abgesperrt worden und nur Personen, die sich im Besiz einer Ausweisfarte des Auswärtigen Amtes befanden, durften den Bahnsteig betreten. Kurz vor 9 Uhr murde der Sonderzug, der aus zwei Güterwagen als Schuhwagen, zwei Salonwagen, einem Speisewagen und drei Schlafwagen be­Paris, 2. Ottober.( Eigener Drahtbericht.) Bon den Besuchen frend, in die Halle hineingeschoben. Hinter den beiden Güterwagen Tschitscherins in Warschau und Berlin erwartet man hier nicht nur befanden sich die Salonmagen, die für die leitenden Herren der eine Besserung der russisch- polnischen Beziehungen, sondern auch eine Delegation reserviert sind. Merkwürdigerweile hatte man einen Klärung des Berhältnisses zwischen Deutschland und Sowjetrußland. älteren Salonwagen gewählt, der noch mit Gasbeleuchtung ver­mit Befriedigung wird hier festgestellt, daß die Spannung zwischen sehen war und der infolge dessen an der Schweizer Grenze. ab­Sowjetrußland und Bolen erheblich abgenommen hat und in der gehängt werden muß, da nach dem furchtbaren Unglück bei Bellin­legten Zeit auf verschiedenen Gebieten eine 2nnäherung zwischen 3ona Wagen mit Gasbeleuchtung Schweizer Gebiet nicht mehr über. den beiben Ländern erzielt werden konnte. Im Zusammenhang mit schreiten dürfen. Die Salonwagen hatten ebenso mie die Speise der Baltpolitik fordert die hiesige Bresse, daß die deutsche aus wagen einen besonderen Schmuck durch gelbe Rosen erhalten. Kurz nach 9 Uhr trafen fast gleichzeitig Reichstanzler wärtige Politif sich entweder nach Westen oder nach Osten orien tiere. Die russenfreundliche Richtung der deutschen Bolitit, wie sie im Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemann mit Vertrag von Rapallo niedergelegt sei, so sagt man, werde mit dem ihren Familienangehörigen auf dem Anhalter Bahnhof ein und wurden dort von Staatsjefretär Dr. Meißner begrüßt, der im Abschluß des Sicherheitspattes und dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ein Ende nehmen. Diese Aussicht beunruhige stark besten Wünsche des Reichspräsidenten für ihre schwierige Aufgabe Auftrage des Reichspräsidenten Hindenburg den beiden Herren die Sowjetrußland, das den Bölkerbund als im Dienste des eng zum erstenmal tischen Imperialismus stehend betrachte. Der Besuch überbrachte. Wenig später erschienen Tschitscherins in Berlin wird hier mit diesen Befürchtungen in Zugation. Mit dem Nuntius Pacelli kamen die Botschafter Englands, treter des diplomatischen Corps zur Abfahrt der Deie­sammenhang gebracht und man glaubt, daß Tschitscherin versuchen gation. Mit dem Nuntius Pacelli kamen die Botschafter Englands, werde, auf Stresemann einzuwirken, glaubt aber nicht, daß der Frankreichs und Italiens . Nuntius Pacelli als Doyen des Diplo= Drud Rußlands Deutschland dazu bringen könne, die einmal ein- matischen Corps plauderte längere Zeit mit dem Reichskanzler, geschlagene Richtung zu verlassen und auf den Sicherheitspatt und während Lord d'Abernon mit Minister Dr. Stresemann in längerem Die Aufnahme in den Bölkerbund zu verzichten. Deutschland Gespräch vermeilte. Dann kamen die übrigen Herren der Delegation, werde das um so weniger tun, führt der Temps " aus, als die die Staatssekretäre Kempner, D. Schubert, Ministerial­Besserung der russisch- polnischen Beziehungen bie Möglichkeit eines direktor Gaus, Ministerialdireitor Dr. Riep, der Leiter der Konfliktes zwischen Sowjetrußland und Bolen als wenig wahr Presseabteilung des Auswärtigen Amies und der Generalsekretär der. scheinlich erscheinen lasse und Deutschland daher die Hoffnung Delegation, Legationsrat edelhammer. aufgeben müsse, daß ein Krieg zwischen den beiden Ländern ihm Sekretäre, Stenotypistinnen usw. nahmen am Ende des Zuges in Gelegenheit geben werbe, eine Henderung der deutsch - polnischen zwei Wagen zweiter Klasse Blas. Das Aftenmaterial war in einem Güterwagen untergebracht worden, der von zwei Kriminalbeamten bewacht wird. Pünktlich um 9 Uhr 20 Minuten fatte sich der Sonderzug in Bewegung.

Grenze zu erreichen.

Abreise nach Locarno .

Nach Abschluß der Besprechungen mit Tschitscherin.

Gestern, Freitag, abends 9.20 Uhr, hat die deutsche Delegation vom Bahnhof Friedrichstraße die Reise nach Cocarno angetreten. Vorher beendete Dr. Stresemann die in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag abgebrochene Unterredung mit dem ruffischen Außen­tommiffar. Sie bezog sich in erster Linie auf den Abschluß des deutsch - russischen Handelsvertrags, dessen Unterzeichnung in den näch­ften Wochen bevorsteht, und auf den Abschluß eines Rheinlandpatis, in dem England die Rolle eines Garanten übernähme.

So meldet der Sozialdemokratische Pressedienst. Die WIB.­Meldung lautet: Der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Streje­mann empfing heute nachmittag den russischen Volkskommiffar für auswärtige Angelegenheiten Tichliferin zugleich mit dem ruffischen Botschafter in Berlin . Die mehr als einstündige. Unterhaltung bil­dete den Abschluß des geffera begonnenen Gedankenaustaulds, der fich auf alle zwischen Rußland und Deutschland schwebenden polifi­schen und wirtschaftlichen Fragen eritredte,

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Ber.

Die zahlreichen

Sonntag Vorbesprechung Briand- Chamberlain. Paris , 2. Ottober.( Eigener Drahtbericht.) Außenminister Briand und fein Generalsekretär Berthelot sind Freitag früh im Auto abgereist. Sie beabsichtigen am Sonntag in Locarno anzu­fommen, gleichzeitig mit dem englischen Außenminister Chamber. Iain, Für Sonntag nachmittag ist eine Unterredung zwischen den beiden Außenministern geplant.

Der Achtstundentag.

Internationale Arbeiterkonferenz zu seiner Wiedereroberung.

Amfterdam, 2. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) 2m 8. Oftober werden in Amsterdam der Jnfernationale Gewerkschaftsbund und die Sozialistische Arbeiter- Internationale in Ausführung eines Be­schluffes der Marieiller Tagung die Frage des chiflundentages beraien. Bon der Arbeiter- Internationale nehmen Friedrich Adier und Cramp( England), vom Jnternationalen Gewerkschaftsbund Der amtliche britische Funfdienst meldet: Die Arbeiten der Jouhour und Oudegeeft an den Beratungen teil. Außerdem follen deutschen, franzöfifchen, belgischen, italienischen und britischen Ju- Tom Sham( England) und de Brouckère( Belgien ), die auf dem riften auf ihrer im vergangenen Monat abgehaltenen Konferenz Marseiller Kongreß die Arbeitszeit- Entschließung maßgebend be­ftellen zweifellos das Gerippe dar, aus weichem der Bau des vorge- einfinzt haben, zu den Beratungen hinzugezogen werden. schlagenen Sicherheitspattes hervorgehen wird. Die Krone dieses Baues werden die Sicherheitsverträge bilden, welche zwischen den Das Prinzip der meist begünstigung hat man fich gegen einzelnen intereffierten Staaten und zwar zwischen Deutschland feifig zugesagt, jedoch erstreckt sich die Zeiffbegünstigung in bezug und Polen und zwischen Deutschland und der Tichecho. cuf Deutschland nicht auf die zur Sowjetunion zählenden Oilowatei abgeschloffen werden sollen. Englands Rolle

Die mit Kenntnis des Reichsfabinetts den russischen Wirtschafts­organisationen zugestandenen deutschen Wirtschaftskredite umfassen 100 millionen Mart

Don Juan und Faust.

Christian Dietrich Grabbe , fchon als Säugling von feiner Mutter mit Schnaps genährt, damit er ruhig schlafen könnte, träumte während seiner ganzen Studentenzeit davon, die wildesten Typen der Weltliteratur zu sammeln, zu schmelzen und eine einzige ungeheure Gestalt durch diese Bermischung zu erzeugen. Und er vergiftete sich weiter durch Schnaps, und seine Sehnsucht, in der er fich als Sieger über Goethe und Shakespeare sah, murde immer tobfüchtiger. Eine einzige Erdentreatur erschaffen, in der Faust und Don Juan ineinandergefügt sind, oder eine Tragödie bauen, in der Faust und Don Juan so aufeinander geworfen werden, daß die Faust- Idee, d. h. die Idee des Gedankenmenschen ebenso flar werde, wie die Don- Juan- Idee, d. h. die Idee des Menschen, der nur seiner finnlichen Lust dient. Das war schließlich sein riesiger Plan. Was dann Form wurde, soll nach der Ansicht fleißiger und gläubiger Philologen die erste Formulierung jenes Uebermenschen geworden fein, der sich nicht behaupten fann im Baradies des bloßen Genusses und darum in die Hölle hinunterfintt. Man hat aus der Don Juan und Fauft- Tragödie Grabbes ganze Seelen- und Moraltheorien abgeleitet.

Sagen wir es aufrichtig: Die Schulmeister haben ein ganz närrisches und überflüffiges Geschäft geleistet. Sie haben ein furchtbar entartetes Wert der Dichtung, ein aufgeplustertes Nichts, ein gewaltsam in die sogenannte Klassit hineingezerrtes Wert des Größenwahns und des phantastischen Deliriums mit Ehrungen beschenkt, die ihm gar nicht gebühren. Die unselige, niemals ausge­reifete Seele Grabbes hat getastet und getobt, fie hat nach dem Unbegreiflichen gegriffen, sie hat den Kleist- Traum vollenden wollen, den Phelion auf den Offa zu ftülpen. Doch es merben nur winzige Etstafen aufgewühlt. Es bleibt zurück, was auch die Schulmeister behaupten und sich raufen mögen, nichts als diese unerfüllte Buber tätsdramatit, diese ganz äußerlich verknüpfte und zusammengebundene Gegenspielerei Faustens und des Don Juans , die verbrüdert mit dem Spizbuben Leporello und Mephistopheles , dem Fürsten der Hölle, um die spanische Donna Anna sich bewerben. Octavio, der Bräuti­gam, wird ermordet, Don Gußmann, der Gouverneur wird umge bracht, der steinerne Gast erscheint an der Tafel Don Juans. In Rom und auf den Mont Blanc , Szenen der Hochzeit, der Teufelsbeschwö rung und der stürmischen Liebe. Noch einmal seht Fauft ausein ander, wie er fich mit allen Rätseln der Welt und des Wissens herumschlug und zu feiner Wahrheit gelangte und Don Juan ver tündete die Ruchlosigkeit, in der er fich gefällt. Was ist ihn Morgen, was ist ihm Erstechen? Nur er, nur er soll gelten, er, Don Juan . Er hat, so behaupten die Geschichtsforscher, mirtlich gelebt. Und als er in Sevilla begraben wurde, fegte man auf seinen Brab stein die Inschrift: Hier ruht der schlechteste Mann, der jemals auf Der Welt gewesen ist."

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Staatssekretär Meifter bleibt in Berlin . Die Meldung, wonach der Staatsjefretär im Preußischen Ministerium des Junern, Dr. Meister, demnächst einen hohen Verwaltungsposten in der Broving übernehmen solle, trifft nicht zu.

feuchte Genie, wußte nicht der Frau zu nüßen, die fich zu ihm per. irrte. Die Frau, die er erdichtete, ist nur ein Schatten, und auch Fritta Brod verstand es nicht, diesem schallenden Schatten irgend welche gewinnende Empfindsamkeit einzuhauchen.

Mar Hochdorf.

Roh ist alles gezimmert. Merkwürdig ist nur in dieser| sein Genie nicht und er, das höllisch heimgesuchte, durch Alkohol ver. unverbesserlichen und taum zu beffernden Bubertätstragödie eines nie ganz ausgemodelten Genies die Selbstverräterei. die Selbstverräterei. Grabbe , der Revolutionär, verrät fich. Der raftlose Säufer, der in den Stunden der Nüchternheit den Frieben ergründen mill und die Gesundheit erfleht. Auch das verrät sich. Der getretene Mensch bekundet sich, der hinaus will aus einer proletarischen Eri stenz. In manchen Sentenzen und in schmetternden Schreien. Der Psychologe kann vieles aus dieser Tragödie herauslesen. Der Kunst richter, der nicht betrügen will, stellt immer wieder fest, daß er troß allem falt bleibt.

Sm Theater der Königgräger Straße, wo Direfior Barnowiti als sein eigener Regisseur das verwahrlofte Genie chren will, wird überlegte Retter und Dramaturgenarbeit getan. Um teden Preis soll das Gedankensfelett herausgeschält werden. Barnowski dachte sich das Spiel sehr plastisch. Die großmäulige Redensart fou durchaus zusammenflingen mit dem bunten Bühnen­bild. Der Einbildungskraft soll eigentlich gar nichts zugemutet werden. Wian mill das Auge ebenso start betäuben wie das Dhr. Der Plan gelang nicht immer, und vieles war im Worte und auch in der Farbe und in der Bewegung viel zu grell. Wenn z. B. in dem Hochzeitsbilde die menuettanzenden Baare gezeigt werden, die sich vor dem Bartett wiegen und verneigen, so ist solch Auftritt eine ganz äußerliche Belebung, die keineswegs dazu beiträgt, das Sid dem Huschauer, seinem Gefühl und seinem leczenden Ohr naher zu Stingen.

Don Juan : Herr erster. In der prachtigen Erscheinung und in der blendenden Pfauentleidung ein famoser Berjührer, der alle Wittel glanzen laht. Doch das Wort, das heilige Bort! Da wurde viel von dem Schauspieler gesündigt. Don Juan verfügte nicht über die rollende Suada, nur einige Brunstfrete, nur einige Laute bes Entzückens oder der Gemeinheit gelangen ihm. Minutenweise verfant er in eme Gewöhnlichkeit, die weder vom Dichter nod; vom Regiffeur beabsichtigt war. Dann jah es so aus, dann hörte es sich) so an, als menn nur ein ganz ordinärer Shürzenjäger und Baga bund auf Weiberraub und Messerstecheret ausginge. Und der Faust wiederum, Herr Kay Bler, tonnte wohl gefallen in dem wühlen den Grübeln. Die Leidenschaft der Liebe schmolz nicht von seiner senst hallenden Stehle. Der Kampf zwischen Don Juan und Faust war so von Anfang an ein totes Rennen, deffen Ausgang nicht mehr zweifelhaft war. Der Sinn der Tragödie verflachte, Munterer, höllischer, mehr geboren, um ihren Charakter gerecht zu werden, waren schon Kortner als Teufel und Etlinger als fpig bübischer Lakai Leporello . Ueberraschend schön und klar sprach Dieterle feinen Gouverneur. Fritta Brod spielte die Donna Anna, die nur Tugend, die nur Ehre, Gradheit, Kindesliebe und Aufopferung fein foll. Grabbe wollte die Frauen kennen, der arme, er hat sie wohl nie gefannt im Leben und auch in der Dich tung. Die Frau, die er im Leben an sich reißen wollte, verdiente

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Deufiche Schulbücher im Auslandsurfeil. In der niederländischen Bresse wird eine Meldung des Daily Chronicle" viel besprochen, nach der an deutschen Schulen noch im Jahre 1925 Schulbücher ge braucht werden, in denen von Wilhelm II . als regierendem Kaiser gesprochen und eine Darstellung der Vorgeschichte des Krieges ge geben wird, die mit den Tatsachen nicht in Einflang zu bringen ist. In Amsterdamer Blättern wird dazu bemerkt, daß gewisse deutsche republikanische" Erzieher bestimmte Tatsachen im allgemeinen als ebenjowenig bemerkenswert zu betrachten scheinen, wie das Bestehen der Republik überhaupt. Damit dürften die Blätter leider nicht ganz Unrecht haben!

Was find alte Bücher wert? Im Graupesden Antiquariat in Berlin fand fürzlich eine Bersteigerung von Büchern aus der Goethe Beit statt. Dabei wurden u. a. für die Goeschensche Quartausgabe der Werte von Wieland( 36 Kalblederbände) 2300 Mart, für den einzigen Jahrgang der von Kleist in Dresden herausgegebenen Zeit schrift Phoebus 1700 Mart, für einen Brivatorud von Goethes Iphigenie" mit einem handschriftlichen Widmungsgedicht an die Sängerin Milder 3000 Mart, für das Faust"-Fragment von 1790 1050 Mark bezahlt.

Der ehemalige Kronprinz gegen die Trodenlegung. Der ver floffene deutsche Kronpring hat sich fürzlich vermutlich in der Er innerung an die felige Champagne Beigegen ein Alkoholverbot ausgesprochen mit dem Hinweis auf die verhängnisvollen" Folgen in Amerifa. Die Folgen sind allerdings auch fürchterlich. So hat 3. B. Massachusetts 7 von seinen 21 Landgefängnissen geschlossen und zwei davon seit Beginn des Altoholverbotes per? auft! Ist es nicht troftlos, wenn man bedenkt, wieviel Gefängniswärter dadurch ar beitslos geworden sind?

Unkauf der Ebert- Büfte von Prof. Kolbe durch die sozialdemo fratische Fraffion. Die sozialdemokratische Fraktion des preußischen Landtags hat am Freitag beschlossen, die viel umfehdete Ebert- Büste von Profeffor Kolbe zur Ausschmückung ihres Fraktionszimmers, des Coales 12 bes Landtagsgebäudes, anzulaufen. Der Präsident des Landtags hat bereits die Genehmigung zu der Aufstellung gegeben.

In der Städtischen Oper geht am Sonnabend, den 3. Dktober 1925, 7, 115r. Die Bohème in Szene mit Maria Svoglin als Mimi. In stein und Ripnis beschäftigt. Die fzenische Zeitung hat Dr. Pauly, die onderen Cauptrollen find Fräulein Wald und die Herren Belina, eher, musikalische Stapellmeister Dessau . Die Vorstellung findet außer Abonne­

ment statt.

Auf der Offoberausstellung des Sturm werden zum ersten Male Gemälde des tschechischen Malers Jan Brzany gezeigt. Die Ausstellung wird vor ge eröffnet. Gleichzeitig sind Blakate der Internationalen Bereinigung der labenem Bublifum durch den tschechoslowakischen Gesandten Dr. Krofta Expressionisten( E. B.) von zwanzig Künstlern ausgestellt.