Mittelmann. Im übrigen wurde der Bericht des Schweizers| Usteri, der sich durchweg auf dem Standpunkt der deutschen 1 Minderheiten stellte, ebenso wie sein Schlußwort vom Interparlamentarischen Kongreß allgemein gebilligt.
Es ergibt sich also folgendes Bild: in einem Faschistenblatt lügt ein faschistischer Baron das Blaue vom Himmel herunter; der Hugenberg- Korrespondent übernimmt seine Lügen fritiflos und fnüpft an ihre telegraphische Wiedergabe ge= meine Verdächtigungen der deutschen Linksparteien! Und wer ist dieser Hugenberg- Korrespondent? Derselbe Herr Eberlein, der erst vor wenigen Tagen an dieser Stelle ange prangert wurde, weil er in einem Leitartikel des Lokal- Anzeigers" das faschistische Regime in friecherischer Weise angehimmelt hatte! Nach ihm wäre es den Bewohnern Italiens noch nicht so gut ge gangen wie unter Mussolini . Von den Deutschen Südtirols hatte Herr Eberlein dabei nachweislich vergessen zu sprechen.
Der Hugenberg- Tag" versieht aber diesen telegraphischen Er. guß seines Faschisten- Eberlein mit der Ueberschrift: Kein Ber ständnis für Südtirol"!!
Schluß der Beweisaufnahme.
Der Coßmannprozeß vor dem Abschluß.
mung der Armee wieder zu heben, die Weltlage Deutsch : lands sei nicht mehr herzustellen, man müsse auf den Frieden hinarbeiten. In dem Dokument befindet sich zu diesen Auslassungen eine Randbemerkung des Kriegsministers: Was ist damit gewonnen?"
R.-A. Graf Pestalozza gab dann im Namen Professor Coßmanns die Erklärung ab, daß diefer entsprechend der Aufmaterial schriftlich mitgeteilt habe. Er habe den Gerichtsbeschluß forderung des Gerichtes diefem das noch weiter anzubietende Beweise erhalten, daß nur noch die beiden gestrigen Zeugen vernominen werden sollten.
R.-A. Dr. Hirschberg sprach ebenfalls das Bedauern darüber aus, daß weitere Bernehmungen nicht mehr stattfinden tönnten. Er hätte noch sieben Frontfoldaten als Zeugen angegeben; er ertenne aber an, daß auch diese Gerichtsverhandlung einmal auf
In der Donnerstag- Sigung übergab zunächst Rechtsanwalt Graf Pestalozza dem Gericht und der Gegenpartei eine Darlegung der Entstehung der Dolch stoßhefte. Danach ist die Ein leitung des ersten Heftes, und sind die zusammen. fassenden Schlußworte der beiden hefte von Professor Comann verfaßt. Außerdem ist Coßmann Berfasser derjenigen behandeln. Bei anderen Artikeln ist er teilweise Mitarbeiter. Artikel, welche bisher unveröffentlichtes Afenmaterial Zu der gestern aufgeworfenen Frage, wieviele Verurteilungen wegen Landesverrats während des Krieges erfolgten, legte Graf Pestalozza eine amtliche Zusammenstellung vor. Hiernach wurden vom 1. August 1914 bis 31. Juli 1917 131 Personen wegen einfachen Landesverrats verurteilt; vom 1. August 1917 bis 31. Dez. 1917 erfolgten 66 Berurteilungen; in den letzten fünf Monaten des Jahres 1917 ist die Zahl der Verurteilungen außerordentlich gehören müsse. stiegen. Weiter übergab er dem Gericht einen großen Band mit Flugblättern und Agitationsmaterial, wozu er be merkte, daß in dieser umfangreichen Sammlung nur eine fbeine Rom , 12. November. ( EP.) Sämtliche Ausgaben der römi- Menge jenes Materials zusammengestellt sei. Es handelt sich um schen Oppositionsblätter wurden gestern beschlagnahmt. Propagandamaterial, das aus dem In- und Auslande stammt. R.-A. Dr. Hirschberg verlas dann eine Reihe von Stellen aus verschiedenen während des Krieges erschienenen Druckschriften, worin in der Hauptsache Kriegsziele behandelt und annexio. nistische Forderungen aufgestellt werden.
Zaniboni- Wirkungen.
Neue Polizeieingriffe.
London , 12. November. ( WTB.) Unter der Ueberschrift„ Die Spannung in Italien veröffentlichen die Times" auf der Hauptsette eine Mitteilung, in der es heißt: Nach in London eingetroffenen zuverlässigen privaten Informationen hat die augenblickliche strenge Anwendung der 3 ensur in Italien im Lande einen Zustand nervöser Spannung erzeugt. Eine gewisse Gärung ist sogar in faschistischen Kreisen bemerkbar, und man befürchtet, daß eine lange Fortdauer des augenblicklichen Suftands der akuten Spannung unerwünschte Ergebnisse haben kann. Scialoja lehnt die Offizialverteidigung Zanibonis ab.
Rom , 12. November. ( EP.) Wie die„ Tribuna" berichtet, hat ber Untersuchungsrichter, der die Untersuchung wegen des Attentats auf Mussolini leitet, den Senator Scialoja, der Vorsitzender der Advokatenkammer ist, für die Offizialver teidigung von 3aniboni ernannt, doch soll Scialoja mit Rüdsicht auf seine häufigen Auslandsreifen als Regierungsvertreter
abgelehnt haben.
Matteottis Mörder nicht freigelaffen.
Rom , 12. November. ( WTB.) Die Blättermeldungen von einer Haftentlassung der der Ermordung Matteottis Angeklagten Rossi, Filipelli und Marinelli treffen, wie die„ Agenzia Stefani" melden, nicht zu. Bis jetzt fei teine Haftentlassung erfolgt.
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Abbau des Kommunismus. Wiedereinführung des Erbrechts in Sowjet Rußland. mostan, 12. November. ( WIB.) Das Präsidium des Allraffischen 3entral- Egeftutiotomitees verfügte die Abänderung verschiedener Bestimmungen des 3ivil. gefehbuches, durch die ein Teil der bisherigen Beschränfungen des Erbschaftsrechts aufgehoben werden Unter diese Abänderung fällt insbesondere die Aufhebung des Artikels, der die Höhe des zulässigen Erbschaftsbetrages auf 10 000 Rubel beschränkt. Nach der neuen Faffung des Gefeßes fällt eine Erbschaft nur dann an den Staat, wenn ein Teftament nicht vorliegt oder gefehliche Erben nicht vorhanden find.
Der schöne Straßenbahnwagen.
Es gab eine Zeit, in der die Straßenbahnwagen Berlins von oben bis unten mit Reklamen bedeckt waren. Große Schilder auf dem Dach verkündeten, daß eine bestimmte Hautcreme die beste sei oder daß man die Fußpflege nicht vernachlässigen dürfe. Ein Straßenbahnwagen fah damals aus wie der Inseratenteil einer Zeitung. Gleichgültig wie der Wagen wirkte, Hauptfache blieb, daß die Reklamen Geld einbrachten. Schließlich befann man fich aber darauf, daß ein Straßenbahnwagen auch ohne Reflame gut aussehen müsse, man entfernte die Reflame, ging aber in seinem Schönheitsdurst sofort zu weit. Man fand nämlich auch, daß die Seitenschilder, auf denen die wichtigsten Punkte, die der Bagen berührt, verzeichnet waren, das harmonische Aus. Jeben der neuen schönen Bagen stören fönnten. Schönheit, Schönheit über alles! Als Ersatz brachte man hinter einem der Fenster ein großes Pappschild an, auf dem die genaue Fahrtrichtung verzeichnet wurde. Die Schrift der Pappschilder ist schwer zu lesen, besonders vom Bürgersteig aus. Die Orientierung ist erschwert. Schließlich kann niemand verlangen, daß man alle Straßenbahnlinien auswendig weiß, und für einen Fremden bleibt es besonders schwer, sich zurechtzufinden, da er überhaupt nicht weiß, wo das Schild hängt, und wenn er es endlich gefunden hat, ist die Straßenbahn bestimmt im Abfahren begriffen. Berlin , das augenblicklich die größten Anstrengungen unternimmt, Fremde an sich zu ziehen, sollte nicht unnötigerweise dieser nützlichen Menschengattung das Fahren mit der Straßenbahn erschweren. Das Ganze ist ein überflüssiges Experi ment, wie das frühere, die lateinische Schrift durch sogenannte deutsche zu ersetzen. Schönheit ist sehr nett, sie darf sich aber nicht als Berkehrserschwerung erweisen. Im übrigen hat zum Beispiel die Stadt Dresden den Nachweis erbracht, doß ein Straßen bahnwagen ganz von Reflame eingehüllt sein und doch einen ästhetisch vollkommen befriedigenden Eindrud machen kann.
Boten des Winters.
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Der Frühwinter hat über Nacht eingesetzt. Nach dem regne rifchen Wetter der vergangenen Tage machen sich die ersten Nacht. fröste bemerkbar, die auch das sonnige Wetter des Tages faum erheblich zurücktreibt. Die schweren Nöte des Winters find damit in greifbare Nähe gerüdt. Wärmehallen und ftuben müffen geöffnet werden, damit die vielen Arbeitslosen, die sich in ihrer hoffnungslosen wirtschaftlichen Situation den Lurus des Heizens nicht leisten fönnen, wenigstens tagsüber halbwegs erträglich existieren tönnen. Nicht minder wichtig ist die Versorgung der unbe mittelten Bevölkerung mit Heizmaterial. Diese Bersor. gung auf breitester Basis und mit aller Energie durchzuführen, ist eine der vornehmsten und dringlichsten Aufgaben. Dabei gilt es, die Entwicklung auf dem Kohlenpreismartt sehr aufmerksam zu verfolgen. Der Straßenbahngesellschaft wird soviel Einficht gewünscht, daß sie ihre sämtlichen modernen und unmodernen Aussichtswagen schnell und gründlich heizen läßt, wie es der Deffentlichkeit schon vor Wochen versprochen worden ist. Aussichts. wagen sind es nämlich deshalb, weil man zurzeit in ihnen die schönste Aussicht auf Erkältung, Heiserfeit, Schnupfen, Grippe und Lungen entzündung hat. Jedenfalls jei schon jetzt mit aller Deutlichkeit ge= fagt: Jene, die die soziale Krise grundlos verschärfen, versündigen ich aufs schwerste am deutschen Bolte. Im übrigen eine fleine Frage: Das Bärmeproblem ist vielleicht in diesem Jahre befonders
Es sind das u. a. Werbeschreiben der Baterlandsparkei, dann die fogenannte Profefforeneingabe vom 20. Juni 1915, worin n. a. die Verbesserung der deutschen Westgrenze von Belfort bis zur flandrijchen Küfte verlangt, ein Teil der franzöfifchen Küste gefordert wird, Borschläge über die Höhe der Kriegsentschädigung gemacht werden, dann die Forderung aufgestellt wird, daß Belgien politisch, militärisch und wirtschaftlich fest in deutscher Hand bleiben müffe. Weitere Forderungen beziehen sich auf die Wegnahme von Siedlungsland in Rußland , auf die Erweiterung des deutschen Kolonialreichs in Afrika usw.
Der Berteidiger wies ferner darauf hin, daß auch die Süd deutschen Monatshefte" in einer Reihe ihrer Ausgaben für Annegionen eingetreten find, insbesondere in dem Hefte Kriegsziele" vom Dezember 1915 und in dem Heft Flandrische des bayerischen Militärbevollmächtigten im Großen Hauptquartier , Küfte". Weiter verlas Dr. Hirschberg Stellen aus einem Dokument einem Schriftstück, das an den bayerischen Kriegs minister gerichtet war. Es heißt in dem Schriftstück, es müsse etwas geschehen, um von der Heimat aus den Geist und die Stim
bringlich. Bekanntlich ist ein Körper, dem die notwendige Menge Fett zugeführt wird, weitaus widerstandsfähiger gegen die Kälte als ein unterernährter. Für die radikale Entziehung der notwendigen Fette aus dem Millionenkörper des deutschen Volkes haben unsere großagrarischen Zollräuber mehr als gewissenhaft Sorge getragen. Sie haben uns allerdings eingeheizt. Aber so gründlich in einem anderen üblen Sinne, daß wir aus dem Frieren nicht mehr heraus.
tommen.
In der letzten Nacht fant das Thermometer in Berlin stellen. Seen und Leiche mit einer Eisdece überzogen, und auf den Straßen meise auf fünf Grad unter Rull. An vielen Stellen waren und Chausseen hatte sich Glatteis gebildet. Bie aus München gemeldet wird, hat der mertliche Temperaturrüdgang der legten Tage über das banerische Oberland und die Hauptstadt Bayerns , München , eine leichte Schneedede gelegt.
Die Stralsunder Raubmörder. Merkwürdige Erfahrungen der Hutreisenden.
Die Mörder des Fräulein Kaiser in Stralfund, der frühere Landwirtschaftseleve Raschte und der Kaufmann Böttger, wurden gestern von Kriminaloberinfpeftor Gennat noch einmal ein. gehend verhört. Es find junge Männer, die die höhere Schule besucht haben. Trotz aller Bemühungen der Eltern waren sie zu einer regelmäßigen ständigen Beschäftigung nicht zu bewegen. für ein Berliner Hutgeschäft. Dieses Hutgeschäft scheint Eigenartige Erfahrungen machten fie als Landreisende fich in der Tat höchst mert würdiger Geschäftsprattiten bedient zu haben und es wäre doch recht notwendig, auch diesen Dingen einmal nachzugehen. Es wäre immerhin möglich gewesen, daß die jungen Leute, wenn die Gepflogenheiten des Hutgeschäfts reell gewesen wären, durch ihre Reisenden tätigteit soviel verdient hätten, daß sie sich damit leidlich über Wasser gehalten. Sie mußten nämlich bei den Bauern alte Hüte auftaufen, für die neue geliefert wurden. Der Verkäufer gab seinen alten Hut und mußte auf den neuen 3 Mart anzahlen. Den Hüte waren so schlecht, daß die Reisenden in Orten, neuen erhielt er dann gegen Nachnahme von 6 Mart. Die neuen in denen vorher schon Bertreter der Firma diese Geschäfte gemacht hatten, von den Bauern wiederholt Prügelbetamen. Nachdem Raschte und Böttger diese Vertretung von Pyrit aus auf gekündigt hatten, wanderten sie zu Fuß durch Pommern und Medienburg. Wenn sie gar fein Geld hatten, so schliefen fie in Heuschobern oder auch auf Gütern, auf denen sie meistens auch zu essen befamen. Hatten sie etwas Geld, so fehrten sie in Gastwirtschaften ein, be zahlten Zeche und Logis, stahlen aber, wenn sich die Gelegenheit bot, dem Wirt wieder das Geld aus der Kasse und verschwanden damit. Ueber den weiteren Verlauf ihres unsteten Wanderlebens, das dann in dem entseglichen Verbrechen endete, ist bereits be richtet worden.
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Das Wort Neutralität flingt so harmlos, jo aufrichtig. Man will feine Politi? betreiben; natürlich hat man seine politischen Ueberzeugungen, aber man will sie feinem aufdrängen, besonders wenn man in einer Organisation ist, die außerpolitische 3wede verfolgt. Auch der Deutsche Gastwirtsverband gefällt sich in dieser Bose. Er vertritt nur die Interessen der Gastwirte, Politif geht ihn nichts an. Anders allerdings verhält sich die Sache, wenn man seine Beitung liest, oder einen Blick in das Gasthaus" wirft, der illustrierten Wochenbeilage des Amtsblattes des Deutschen Gastwirtsverbandes. Das Titelbild in Nr. 45 ist für die ganze Gesinnungsrichtung dieser Herren bezeichnend. Unterfchrieben ist es:„ Der 7. November 1918". Schreckliche Zustände sieht man dort. Ein wüster Matrosenhaufen mit leidenschaftlich erregten Gesichtern und gezückten Rachefäusten nebst Revolvern und roten fahne ihm einen Revolver und dem männermordenden Ernst eines Detektivdarstellers im Film entgegenhält. Hier echtes, deutsches Heldentum mit Theatergeste, dort entfesselte Massengelüfte. Daß ein anderer Offizier außerdem noch als toter Mann vor der Kriegsfahne liegt, erhöht nur die Stimmung. Und die Unterschrift dazu ist von einer geradezu klassischen, politischen Neutralität“.„ Die deutsche Flotte war im Oftober 1918 zu einem großen, aussichtsvollen Schlage gegen die englische Flotte versammelt. Durch die Berhehung der Befagung wurde das Auslaufen der Flotte kurz vor dem folgenschweren Waffenstillstand verhindert." Die Herausgeber dieser teils illustrierten, teils terlichen Angelegenheit, die Herren Frig von Lindenau und Ulrich von Uechiriz, aus dem Berlag der Otto Eisner A.-G., Berlin S. 42, entwickeln dabei die politischen Kennt niffe eines Schulbabys und zeigen sich als recht talentierte Hafen treuzfnaben. Der Gastwirtsverband sollte sich doch aber, wenn er
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Der Borsigende bat, die Debatte zu schließen.
Der Beklagte Gruber erflärte noch, in der Beweise aufnahme seien Lüden, die noch ausgefüllt werden müßten, es scheine ihm, daß die Arbeiterfrage in diesen Verhandlungen nicht in der Weise erörtert worden ist, die vielleicht jetzt noch von einiger Bedeutung wäre.
Der Vorsitzende verlas hierauf die Ergebnisse des vierten Unterausschusses des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses vom 26. Mai 1925 über die Untersuchung betr. die Ursachen des Zusammenbruchs von 1918. Mit besonderer Betonung hob der Vorsitzende die Schlußnote diefes Berichts hervor, wonach der Untersuchungsausschuß in bezug auf die von ihm behandelten Fragen feine Feftftellung getroffen habe, welche es rechtfertige, nach irgend einer Seite zu einem Schuldurteil zu gelangen.
Professor Coßmann machte darauf aufmerksam, daß die Arbeiten des Untersuchungsausschusses über die Dolcstoßfrage noch fortgesetzt würden.
R.-A. Hirschberg bestätigte, daß bereits in der nächsten Zeit der Untersuchungsausschuß diese Frage in Angriff nehmen werde. Das in diesem Prozeß zutage geförderte Material werde für die Untersuchungen des Barlamentarischen Untersuchungsausschusses einen wichtigen Beitrag liefern.
Die Beweis aufnahme wird geschlossen. Fortsetzung der Der Borsitzende teilte hierauf folgenden Berichtsbeschluß mit: Verhandlung am Montag, den 16. November 1925, vormittags 9 Uhr.
Am Montag vormittag beginnen demnach die Plaidoyers.
tatsächlich politische Neutralität wahren will, die Herausgeber seiner illustrierten Wochenbeilage besser ansehen. Was aber sagen die Hunderttausende Konsumenten, von denen doch die Gastwirte leben, zu diesem hegerischen Unfug?
Johannes Franke verstorben.
Einen herben Berlust erlitt die Neuköllner Parteiorganisation burch den Tod des am 10. November verstorbenen Genossen Johannes Frante von der 93. Abteilung. Frante war einer der älteren Genoffen, die stets für die Dienste der Partei zu haben waren. 1892, trat er dem Metallarbeiterverband bei. Sein unermüdlicher Bereits 1898 tam Frante zur Partei. Borher, schon Fleiß, seine Treue zum Proletariat brachte ihn in die wichtigsten Funktionen. Von Beruf Schraubendreher, war er zuletzt bis zum Eintritt feiner Krankheit im Landarbeitsamt Berlin tätig. Sein Wunsch, feinen 60. Geburtstag im Kreise seiner Genoffen fröhlich zu feiern, ging leider nicht mehr in Erfüllung. Schwere Krantheit 3mang ihn, das Krantenhaus aufzusuchen, wo ihn nun der Lod ereilte. Sein treuer Fleiß mahnt zur Nacheiferung. Die Ein äscherung findet statt am 14. November, 12% Uhr mittags, im Krematorium Baumschulenweg , Kiefholzstraße.
Preisrückgang und Preissteigerung.
Nach einer Zusammenstellung der Kolonialwarenmoche" ist im Großhandel der Preis von zehn Lebensmitteln im Oftober um 1,7 Broz. zurückgegangen, während im Kleinhandel eine Ergebnis: Steigerung der Spannen im Kleinhandel trotz Tätigkeit Preissenkung nicht eingetreten ist. Dort find Butter und Eier im Breise gestiegen, Schmalz und Zucker find billiger. Also der Regierung und feine Berbilligung der Haushaltungskosten. Die Preisrückgänge des Großhandels find sicherlich eine Folge des Geld inangels, der ihn zwingt, Waren um jeden Preis abzustoßen und eine Folge des Mobilmachens der öffentlichen Meinung, die im wesentlichen auf seiten der Konsumenten steht, dieser Druck muß weiter anhalten, um auch beim Kleinhandel Preismilderungen zu erreichen. mehr zu erzielen wird jedoch erst bei Veränderung des Kurses unserer Steuer- und Wirtschaftspolitit möglich sein.
Polizei und Landbevölkerung.
In der soeben beendeten Breußischen Polizeiwoche fand Beachtung ein Vortrag des Landjägermeisters Eigenbrodt ( Baffum, Bez. Bremen) über Landjägerei und ihre friminalpolizeilichen Aufgaben". Die 3usammenarbeit der Polizei mit der Landbevölkerung gestalte fich wesentlich ich mieriger als man allgemein annehme. Schwerfälligkeit, Scheu, vor dem Gericht und Angst vor Rache seien die hauptsäch lichsten Widerstände, mit denen der Landjäger im Ermittlungsver fahren ständig zu kämpfen habe, und nur durch erprobte Unparteilichkeit, Unbestechlichkeit und große Berschwiegenheit fönne es ihm allmählich gelingen, das Vertrauen der ländlichen Bevölkerung n geminnen. Dieses Bertrauen sei die Generalvoraussetzung für ein erfolgreiches Wirken und nüze häufig mehr als die besten Fachfenntnisse. Die Agentenfrage fomme auf dem Lande nicht in dem Maße in Betracht wie in der Stadt. Der Referent forderte zum Schluß einen größeren Ausbau der Kriminalpolizei innerhalb der Landjägerei fowie beffere Ausrüstung der Landjägerei mit modernen technischen Hilfsmitteln.
Der Kindergarten in Treptow , Wildenbruchstr. 53/54, wird jett morgens bereits um 7 Uhr geöffnet. Vielen arbeitenden Müttern ist damit Gelegenheit gegeben, ihre Kinder vor Beginn der Arbeit in Dbhut zu bringen.
Konsumgenoffenfchaif, 84, 88. und 89. Berkaufsstelle. Donnerstag, 12. b. Mis., finden im Stadttheater, großer Saal, zwei Filmborführungen des Films Unser Konsum" statt. Nachmittags 4 Uhr für Kinder, Eintritt 15 Bl., abends 8 Uhr für Erwatsene, Eintritt 30 Pf.
Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern vormittag auf dem Bahnhof Jadidendorf der Strede Stettin- Rüstrin. Beim Abladen stürzte ein Beichendreied herab und begrub vier Arbeiter unter sich. Der 43 Jahre alte Bahnunterhaltungsarbeiter Albert Kante war jo fort tot, ein Arbeiter Schulz wurde schwer ver legt in das Krankenhaus Königsberg ( Neumart) gebracht. Die beiden anderen Arbeiter tamen mit leichteren Verlegungen davon.
Wegen Ermordung feiner Ehefrau wurde der 33 Jahre alte Mufiter Karl Pohl aus Freckleben zum Tode verurteilt. Der Angeklagte war beschuldigt, in der Nacht vom 23. zum 24. Ot teber seine Ehefrau im Bett durch einen Schuß aus einer Mauserpistole getötet zu haben. Pohl, der einen Selbstmord seiner Frau vorzutäuschen versucht hatte, leugnete bis zum Schlüsse der Verhandlung.