Volkskonzerte.
In den großen Konzertsälen im Berliner Westen herrscht, bis auf wenige Ausnahmeabende, gähnende Leere. Man macht den Rundfunk verantwortlich. Aber haben die Menschen im Osten der Etadt nicht ebensogut ihre Detektorapparate? Wie tommt es, daß der große Saal des Saalbaues Friedrichshain bis auf den letzten Plak gefüllt war, als das Berliner Sinfonieorchester unter Dr. Ernst Jokls Leitung Beethovens Ouvertüre zu Leonore" Nr. 3 und die„ Neunte" spielte? Vielleicht ist es so, daß die gleiche Ursache völlig entgegengesetzte Wirkungen zeitigte. Dort musitüberfütterte Menschen, die jetzt mitreden" können, ohne einen Schritt aus dem Hause zu tun, die große Künstler und große Kunstwerke( unter anderem! Anmerk. f. d. Rundfunk!) hören, wenn sie sich nur den Kopfhörer überſtülpen; hier andere, die durch den Rundfunk vielleicht überhaupt erst die Bekanntschaft mit wertvoller Mufit gemacht haben, die aber nun ganz richtig empfinden, daß die lebertragung auf Welle 505" doch schließlich nur ein Erfag ist. " Das war doch schöner als Radio," seufzte eine Stimme neben mir, als der letzte Ton der Neunten Sinfonie vertlungen war; ein etwa 13jähriger Junge fagte es mit leuchtenden Augen zu seiner Mutter, der man es ansah, daß sie nicht oft die Hände müßig in den Schoß legen darf.
Muß es nicht schön sein für Künstler, vor solchen Menschen zu mufizieren? Bu wissen, daß unter diesen Hörern, für die ein Kon zértbesuch ein wirkliches Opfer an Zeit und Geld bedeutet, niemand figt, nur weil er eben dabeigewesen sein muß"? Der Saal war den Beethoven- Werken akustisch nicht eben günstig. Es wäre schön gewesen, wenn alle diese Menschen in der Philharmonie ihnen hätten lauschen dürfen. Gewiß gibt es auch dort und im Blüthner - Saal Konzerte zu volkstümlichen Preisen; aber das wichtigste fehlt dabei: die Einführung in die Musik, die für volkstümliche Konzerte eigent lich unerläßlich ist. Das Volksbildungsamt Friedrichs. hain füllte hier in dankenswerter Weise eine wirkliche Lücke aus, als sie diese vor etwa einer Woche vorausschickte. zu wünschen wäre, daß für fünftige Aufführungen mit großem Orchester ein günstigerer Saal gefunden werden fönnte, ohne daß der Einheitspreis von 75 Pf. für die Eintrittskarte erhöht zu werden brauchte. Sehr zu begrüßen war es, daß das Berliner Sinfonies orchester sich mit unserem schönen Berliner Volfschor vereint hatte. Auch die Solisten( Gertrud Wolf, Olga Eisner, Karl Jöken, Mar Spilder) waren gut. Nur eins sollte berücksichtigt werden: der Siebenuhranfang ist für ein volkstümliches Konzert unmöglich. Zahlreiche Besucher mußten die Leonore Ouvertüre versäumen, da sie erst nach halb acht eintreffen konnten.
Die Haftentlassung der Gräfin Bothmer abgelehnt. Die Straffammer des Landgerichts Potsdam hat sich am Sonnabend mit dem von der Verteidigung der Gräfin Bothmer eingereichten Haftentlassungsantrag befaßt und nach längerer Bes ratung beschlossen, diesen Antrag abzulehnen. Tie Straffammer, die unter dem Vorsiz von Landgerichtsdirektor Hellwig tagte, stellte sich in Bearündung dieses Beschluffes auf den Standpunkt, bak immer noch eine Verdunkelungsgefahr in diefer Affäre bestehe. Gleichzeitig wurde der Termin für die Berufungsberhandlung endgültig auf Montag, den 14. Dezember, anberaumt. Wie wir hören, wird die Verteidigung der Gräfin Bothmer vor ausichtlich gegen diesen Entscheid der Straflammer Haftbeschwerde beim Kammergericht einlegen.
Das Autounglück in der Bismarckstraße.
Die rasende Fahrt des Kraftdroschfenführers Wilhelm Schulz, durch die im Juni d. 3. zwei Menschenleben vernichtet, zweischwerverlegt wurden, beschäftigte nun auch die Große Straftammer des Landgerichts III in der Berufungsinstanz. Noch einmal mußte fich Schulz, der vom Schöffentgericht Charlottenburg zu 2 Jahren Gefängnis ver urteilt wurde, wegen fahrlässiger Tötung und gefähr licher Körperverlegung verantworten.
Auch die jetzige Beweisaufnahme, die das Unglüd mit seinen traurigen Folgen noch einmal aufrollte, ließ teine andere Auffassung zu. Schulz, der in rücksichtsloser Fahrt mitten in eine Arbeiterkolonne von einem Aufsichtsführer und vier Arbeitern hineinfuhr, hat vier Familien in grenzenloses Elend gestürzt. 3wei ver beiratete Arbeiter waren sofort tot, die beiden anderen, ebenfalls Familienväter, mußten monatelang im Krantenhaus liegen und sind jetzt Krüppel. Auch diesmal suchte der Angeklagte die alten Entschuldigungen mit der defekten Fußteuerung wieder vorzubringen. mußte sich diese aber von den Sachverständigen und Zeugen, die übereinstimmend gegen ihn aussagten, widerlegen laffen. Gein eigenartiges Benehmen nach dem Unglück, seine erste Sorge um das Fahrgeld, das herzlose Anbieten einer Entschädigung von 30 Mart an einen der Schwer verlegten nahmen auch jetzt wieder völlig gegen den Angeklagten ein. Das Berufungsgericht tam zu dem gleichen Ergebnis wie die Bor instanz. Der Leichtsinn des Chauffeurs sei geradezu ungeheuerlich
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Die Passion.
Roman von Clara Biebig.
Es war gut, daß jetzt Fräulein Müller kam; die war gerade bei Eva gewesen. Eva lag in der Tat im Krankengerade bei Eva gewesen. Eva lag in der Tat im Krankenhaus, aber es ging ihr viel besser, sie hatte kein Fieber mehr, die rheumatischen Schmerzen in den Gliedern hatten nachge laffen, nur das Herz war noch ein wenig matt. Aber das war ja kein Wunder- die plötzliche Abkühlung und der Schreck und nun kam es heraus, was Eva verbrochen hatte.
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Das Gesicht des Fräulein Müller hatte durch diesen Schreck auch von seiner blühenden Frische eingebüßt; ihr, thr natürlich wurde ein Teil Schuld beigemeffen, und sie war doch gänzlich unschuldig. Konnte fie ahnen, daß diese sonst immer gehorsame Eva, auf die sie auch stets so aufgepaßt und besondere Rücksicht genommen hatte, daß dieses ungezogene Ding, dem das Baden strenaftens untersagt war, auf einmal die Idee bekommen fönnte, doch zu baden?! Und so finnlos! Ins Wasser war sie hineingelaufen mitsamt den Kleidern, nur Schuh und Strümpfe hatte sie ausgezogen. Sie wäre sicher ertrunken, der an jenem Tage gerade recht hohe Wellengang hätte sie fortgespült, wäre nicht ein junger Mann, einer der Musiker von der Kapelle, ihr nachgesprungen. Er hatte fie zufällig beobachtet, hörte er auf einmal ihren Schrei. Einen gellenden Hilfeschrei.
Olga mußte weinen, hemmungslos weinen, als sie am Bett ihres Kindes faß. So lange hatte sie sich tanfer gehalten, nun brach sie zusammen. Schüchtern streichelte Eva ihre Hand: ihre liebe Mutter, wie leid tat die ihr, und Fräulein Müller tat ihr auch leid. Sie war sehr schuldbewußt und tonnte doch nicht bereuen, was sie getan hatte. Es war trotz dem Schred- benn ein Schred war es gewefen, als das Meer fie plötzlich fo gwaltig in feine Arme nahm doch schön gewesen. Geschrien sollte sie haben, geschrien? Sie erinnert fich deffen nicht mehr. Aber dann sicher nur aus Freude, aus Jubel. D, das Meer, die große ewige Weite, die kam und nahm einen auf, und dann wußte man auf ein mal nichts mehr. Müde schloß Eva die Augen.
,, Sie ist begreiflicherweise noch etwas matt," sagte beruhigend der Arzt.
Olga hatte den brennenden Wunsch, so bald wie irgend möglich mit dem Rinde wieder nach Hause zu tommen. Nein,
gemefen, von Milde fönne teine Rede sein. Die traurigen Folgen, die vier schwer um ihr Brot ringende Familienpäter getroffen haben, feien so entfeßliche, daß hier die ganze Härte des Gesetzes für angebracht erschien. Die Berufung wurde verworfen, ein Antrag auf Haftentlassung abgelehnt, und Schulz trat seine Strafe schließlich sofort an.
Große Frauen- Versammlung
am Mittwoch, den 2. Dezember, abds 7%, Uhr, in den„ Germaniafälen", Chauffeestraße 110.
Tagesordnung:
In den Tod getrieben?
Ein geheimnisvoller Selbstmord. Den geheimnisvollen Tod eines jungen Mädchens sucht die Kriminalpolizei aufzuklären. In der Nacht vom Bußtag zum Donnerstag sprang eine 18 Jahre alte Kontoristin Anna Kragoczat um 2 Uhr von der Adalbertbrücke über das Geländer in den Luisenstadtkanal und ging gleich unter. Zeugen des Vorganges riefen die Feuerwehr, diese konnte aber nur noch die Leiche bergen. Die Ermittelungen zur Aufklärung dieses Selbstmordes führten nun zu seltsamen Feststellungen.
Das Mädchen hatte etwa eine Stunde vorher, gegen 1 Uhr, einen Kriminalbeamten in dessen Wohnung durch den Fernsprecher anges rufen, wie es fagte, von einem Café aus. Es teilte dem Beamten mit, daß es ihm helfen wolle, einen wegen Betruges steckbrieflich gesuchten 29 Jahre alten angeblichen Kaufmann Friedrich Hildebrandt zu ermitteln und festzunehmen. Das Mädchen bemerkte noch, daß es diesem Manne, den es von früher her fenne, besonders zürne. Das Gespräch war nur sehr schwer zu verstehen, weil ständig ein Mann dazwischensprach. Es wurde dann abgebrochen, und der Beamte wurde nicht wieder angerufen. Bon welchem Café aus es sprach, fagte das Mädchen nicht. Gegen 1½ Uhr fam es mit einer Autodroschte vor der Wache des 14. Polizeireviers in der Kommandantenstr. 87 vorgefahren und überreichte dem Wachhabenden zwei Briefe mit der Weisung, sie dem Kriminalbeamten, dessen Adresse sie tragen, zu übergeben. Ohne weitere Er flärung verließ es die Wache wieder, bestieg das Auto und fuhr davon. Der wachhabende Beamte sah nur noch, daß im Auto auch noch ein Mann saß. Der Kriminalbeamte, für den die Briefe bestimmt waren, ift derjenige, den das Mädchen furz vorher in seiner Wohnung angerufen hatte. Aus den Briefen, in denen es mitteilt, daß es sich das Leben nehmen wolle, geht hervor, daß das Mädchen fie in dem noch unbekannten Café geschrieben hat, während es mit einem Manne am Tische saß. Auffallend ist nun, daß, wie Beugen befunden, um 2 Uhr, als das Mädchen ins Waffer sprang, ein Mann dicht bei ihr stand. Dieser Mann machte feine Rettungsversuche, sondern ging weg, ohne sich um den Vorgana weiter zu fümmern. Es wird vermutet, daß das junge Mädchen nicht ganz freiwillig aus dem Leben geschieden ist und daß es die beiden Abschiedsbriefe unter dem Drud eines fremden Mannes geschrieben hat. Für die Aufklärung ist es wichtig, das Café, von dem aus das Mädchen den Kriminalbeamten angerufen und die Briefe refchrieben hat und den Mann zu ermitteln, der dabei an ihrem Tische sak. der sie in der Autodroschke begleitete und in der Nähe mar. als es über das Geländer sorang. Der Chauffeur, her in jener Nacht mm 2 Uhr das Baar noch der Revierwache in der Rommandantenstraße gefahren hat, wird ersucht, sich umgehend bei Kriminalfommiffar Nebe beim 2. Kriminalbezirk des Polizeiamts Mitte zu melden.
Großkampftage gegen die Ratten.
Nachdem der Polizeipräsident am 12. November d. J. eine Polizeiverordnung über die Durchführung der Rattenvertilgung erlassen hat, sind jeẞt der 11., 12. und 13. Dezember als Tage der all gemeinen Rattenrertilgung festgesetzt worden. Die näheren Bestimmungen sind in einer besonderen Bekanntmachung enthalten, welche die zur Rattenvertilgung Verpflichteten in der Zeit vom 30. November bis 5. Dezember bei dem für das betreffende Grundstück zuständigen Polizeire vier abholen müssen. Es wird besonders darauf a fmerksam gemacht, daß das nicht abholen der Bekanntmachung diesmal bestraft werden wird. Boraussichtlich wird im Frühjahr nächsten Jahres im Eins Dernehmen mit dem Städtischen Hauptgesundheitsamt eine neue allgemeine Aktion zur wirksamen Bekämpfung der Ratten unternommen werden.
hier ließ sie ihre Eva feine Stunde länger, als dringend nötig. Aber vorher wollte fe noch dem Mann danken, der ihres Kindes Leben gerettet hatte. Ertrunken ihre Eva wäre ihre Eva wäre sonst ertrunken! In einem Schwindelgefühl schloß sie die Augen.
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Sie war totenbleich, als sie auf den jungen Menschen zu legen: so etwas Besonderes war das doch nicht gewesen. So ging, dem sie so viel zu danken hatte. Der wurde ganz verwas macht man ja ganz gerne, selbstverständlich." Es wäre wahrhaftig schade gewesen um den niedlichen Käfer. Er nahm die Sache gar nicht so ernsthaft wie die Frau, aber daß fie sich so rührend bedankte, das freute ihn nun doch. auch wieder hin, wenn die Badefaifon vorbei war; dies hier Hans Blechhammer war auch aus Berlin . Er ging da wieder zweite Bioline im Café, auch bei Tanzfestlichkeiten, in war ja nur für den Sommer. In Berlin spielte er dann Konzerten spielte er; was sich gerade bot. Man ist doch nun eingeführt," sagte er. Seine Eltern hatten es nicht gewollt, daß er Musiker wurde, viel war ja auch nicht dabei zu ver dienen, aber es war eben ein Beruf, der ihm lag. Seine Eltern waren tot.
,, Beide?" fragte Olga, und dachte bei sich: bann mag da ist, der ihm Wäsche und Kleidung in Ordnung hält. Ihr es wahrlich schwer für ihn sein, durchzukommen, wenn feiner Blid blieb haften auf seinem durchgestoßenen Kragen und dem Vorhemdchen, dessen Rand ein wenig ausfranzte. Ja, beide," sagte er. Leider!" Und sie sah ihn mit fühlend an.
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Ehe Olga mit Eva abreisen fonnte, verstrichen noch ein paar Tage, in denen sprach sie den jungen Musiker mehrmals. Hans Blechhammer war der Retter ihres Kindes, fie sah ihn mit ihren Augen ganz anders, als er eigentlich war. Wie gut er zu Eva war! Er pfiff etwas aus den Meister fingern" wäre das, sagte er, und nannte fie Evchen". Er führte sie an der Hand, wenn fe zu dritt langsam am Strande auf und ab spazierten, und Eva ließ sich gern von ihm führen. Ob sie dem jungen Mann wohl anbieten fonnte, daß sie, halten wollte? Dlga überlegte: er war der Retter ihres wenn er wieder in Berlin war, seine Wäsche in Ordning Kindes, sie würde das ja so gern tun, so fonnte fie wenigstens wieder etwas von dem abtragen, was sie ihm schuldig war. Jedenfalls würden sie sich wieder sehen. Und mit dem Munich, ihn wieder zu sehen, schied Olga von ihm. Es hatte Augenblicke gegeben, in denen er fie an den erinnerte, der Evas Bater gewefen war.
Beschlagnahme von Funkgerät.
Durch nicht rechtzeitige Anmeldung der neu errichteten Rund funtempfangsanlagen beim Zustellpostamt fällt der deutschen Reichs post monatlich eine größere Menge Funkgerät durch Beschlag nahme zu.
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Dieser Beschlagnahme schließt sich in den meisten Fällen ein Gerichtsverfahren an, welches entweder zur Berurteilung und Be strafung des Beklagten unter Einbehaltung der Apparate oder auch zum Freispruch führen kann. Wenn auch im lezteren Falle die beschlagnahmten Apparate wieder freigegeben werden, so sind doch dem Betroffenen durch das Unterlassen der rechtzeitigen Anmeldung viel Aufregung und Unannehmlichkeiten entstanden und er muß u. a. Monate warten, bis er seinen Apparat wiederbekommt. Ferner hat er in der Zwischenzeit feine Möglichkeit, eine neue Anlage vorschriftsmäßig beim Postamt anzumelden, da eine Bestimmung besagt, daß Anträge auf Genehmigung von Empfangsanlagen, sofern sie von Personen herrühren, gegen welche ein Verfahren wegen des Betriebs einer nicht genehmigten Funt anlage schwebt, bis zur Beendigung des Verfahrens zurückzustellen sind. In den meisten Fällen liegt bei diesen Verstößen gegen die Berordnung zum Schutze des Funfverfehrs nicht böse Absicht vor, sondern lediglich Unkenntnis oder Nachlässigkeit. Aber Unkenntnis Ansicht verbreitet, es sei erlaubt, eine Funkanlage erst nur mal ver des Gesetzes schützt auch hier vor Strafe nicht. Da ist z. B. die fuchsweise zu errichten, um den Apparat auszuprobieren, während die Verordnung sagt, daß schon der Versuch strafbar ist. Andere meinen, ihre Schuldigkeit getan zu haben, wenn sie die Anlage beim Postamt mündlich oder schriftlich oder beim Postboten angemeldet haben. Nach den Bestimmungen der Bekanntmachung über den Unterhaltungsrundfunk darf jedoch der Antragsteller erst dann mit der Errichtung der Anlage beginnen, wenn er im Besize der Genehmigungsurkunde ist und wenn er durch Quittung nach weisen kann, daß die fälligen Funkgebühren bezahlt worden sind. Auch sind für besondere Haushalte, die an das Empfangsgerät angeschlossen werden sollen, besondere Genehmigungsurkunden erforderlich. Um zu verhindern, daß ein soeben teuer erworbener Empfangsapparat der Beschlagnahme anheimfällt, ist es daher dringend Andererseits ist die einmal erteilte Genehmigung nicht an einen erforderlich, die vorstehenden Bestimmungen genau zu beachten. bestimmten Ort, insbesonder nicht an die Wohnung gebunden. Der Inhaber hat vielmehr das Recht, seine Anlage vor übergehend auch in anderen Wohnungen, z. B. versuchsweise bei einem Bekannten, aufzubauen und zu betreiben. Nur muß er seine Genehmigungsurkunde sowie die legte Gebühren quittung mit sich führen. Er darf nämlich auf Grund der Ge nehmigungsurkunde nur eine Anlane betreiben und ist daher verpflichtet, während der Zeit anderweitiger Benutzung die Anlage in feiner eigenen Wohnung außer Betrieb zu setzen. Zuchthausstrafen für die Tempelhofer Kaffenräuber. In dem Prozeß wegen der Beraubung der Tempelhofer Ge meindefaffe wurde gestern das Urteil gefällt. Die vier Haupttäter erhielten fünf und drei Jahre Zuchthaus, und zwei Jahre bzw. ein Jahr 3 wei Monate Gefängnis, zwei weitere je sechs Monate Gefängnis.
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Ein Weg zur Wölferverständigung.
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Ge
arbeit" hielt fürzlich ihre fünfte Zusammenkunft ab. Die Arbeitsgemeinschaft Freunde der internationalen Klein nosse Floerte berichtete über seine propagandistische Tätigkeit zur Gewinnung von englischen Korrespondenten, die von einem ganz erheblichen Erfolge begleitet war. Es sind bisher nicht weniger forrespondenz bereit erklärt haben. als 40 englische Namen eingelaufen, die sich zu einer Austausch Darauf referierte Genoffe Dr. S. Rosenfeld zu dem Thema: Was die Völker trennt was sie vereint" In großen Zügen zunächst die kulturgeschichtlichen Ereignisse Deutschlands und Englands usw. berührend, gab der Referent einen Ueberblick über das, was die Völker infolge ihrer verschiedenen wirtschaftsgeographischen urd politischen Struktur trennt. bis die Broletarier aller Länder ihr gemeinsames Ziel, ihr gemeinsames Wollen erkennend, fich nach und nach fester zusammenschließen, um zu fämpfen für die große Idee des Sezialismus, für die internctionale Berbrüderung der Völker. Im Bölferbund, der uns in seiner jezigen Zusammensetzung wohl nicht zufriedenstellt, ist ein Anfang dazu gemacht. Auch die Arbeit der Freunde der internationalen Kleinarbeit ist dem großen Friedens- und Verständigungswert gemidmet. Genoffen, die fich für das Wirken der F. d. i. K." intereffieren und die Korre frondenzaustausch mit ausländischen Genossen wollen, oibt Genosse Dr. Adolf Paez, Berlin NW. 21, Stromstr. 58, gern Auskunft.
Bonfum- Genoffenschaft Berlin und Umgegend, Eüden, Südwest. Conn tag, 29. November, nachmittags 4 Ubr, in den Blücherfälen". Blücheritr 61Warenausstellung, Filmvorführung und gefelliges Beisammensein. Eintrittsfarten 60 Pf. an der Klasse. Warenausstellung frei.
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,, Na, seh'n Se wohl," sagte Frau Bullmann triumphierend, als Olga mit Eva wieder da war ,,, mit de Ostsee is das so' ne Sache. Nich jeder.verdrächt se."
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Was eigentlich passiert war, erzählte Olga ihr nicht, und auch im Atelier erzählte sie es nicht, sie sprach nur davon, Eva wurde nun in Mutterlauge" gebadet, und auf Frau daß Eva Rheumatismus und Herzklopfen bekommen hatte. Bullmanns Verordnung morgens und abends tüchtig gestrichen; das war hypnosisch und gut für allens," wie die sagte.
Eva war nun wieder Frau Bullmanns Fürsorge anvertraut, die sich darauf beschränkte, daß sie, wenn sie mittags aus der Schule tam, fich bei der Nachbarin einen Teller meist toffelsuppe mit reichlich Zwiebel, und einfam in ihrer Küche schon falter Löffelerbsen mit Specgrieben abholte, oder Karverzehrte. Meist ließ sie das Effen aber stehen.„ Sie ist wie'n Spak," sagte die Bullmann. Und in einer 2nwandlung for nehme!" von Ehrlichkeit: ,, Eigentlich' ne Schande, daß ich da' ne Mark
Benn Eva nur nicht so einsam gewesen wäre! Jekt, da fie ihre Freundin, das Meer, verloren hatte, fühlte sie die sie durch den Tiergarten in einer unverstandenen inneren UnEinsamkeit. Früher war sie gern allein gewesen, jetzt strich ruhe, wie sie genau so geheimnisvoll den großen Park mit dem Wispern der Blätter, dem Flüstern der Liebespaare, dem Cäufeln der Lüfte, dem Wehen der Halme, dem Fallen des Laubes erfüllte. Niemand ahnte, was in Eva vorging. Selbst die Mutter nicht.
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ihre Sorge um Eva war etwas getreten, das auch eine Sorge Olga hatte jetzt auch einmal mit sich selber zu tun. Neben Sie fämpfte mit sich. Sie hatte es bald gemerit, war fich mar, nahezu eine Qual. und was doch etwas Süßes war. fie ihn endgültig abweisen? Seit fechs Wochen war er wieder ganz flar darüber: der junge Blechhammer suchte sie. Sollte hier; er tam zuerst feltener, anfänglich, wie es schien. nur wegen der Wäsche: aber jekt öfter, sehr oft und jetzt ihret. mar ja auch so gut zu dem Kind, brachte ihm immer etwas wegen. Eva empfing ihn jedesmal mit einem Aufschrei. Er mit Kleinigkeiten, aber stets etwas, das ihm Bergnügen machte. Er hatte viel Verständnis für dessen Einsilbigkeit, verstand es, Eva aus sich herauszuloden. Ein guter, herzensguter Mensch! Was Olea manchmal an ihm nicht gefiel freilich nur in seltenen Momenten- das schrieb sie seinem Beruf zu. ( Fortfegung folgt.)
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