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wenn die Industrie sich entschloß, vorbeugenb bie Breise] um den Betrag der Zollherabsetzung abzubauen. Nichts der gleichen ist geschehen. Aber die Industrie schränkt die Pro­buftion ein und sperrt- mie jetzt in Hannover die Arbeiter cus, die höhere Löhne fordern.

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So sehen die Taten der Industrie aus, wenn man sie an den Borten mißt, die am Freitag gewechselt wurden. Immer schärfer greift die Krise um sich, das Heer der Erwerbslosen wächst mit jedem Tage. Und die verantwortlichen Führer des kapitalistischen Birtschaftssystems streiten sich um Nebensachen, treiben Rede­training, anstatt schöpferische Arbeit zur Bekämpfung der Krise zu leiften.

Die Krise dehnt sich aus.

Das Landesarbeitsamt Berlin berichtet:

Die Entwicklung des Arbeitsmarftes nimmt mehr und mehr Formen an, die sich einer Krise nähern. Während die Anforderungen von Arbeitsträften faft ausnahmslos in allen Berufsgruppen zurückgehen, steigt die Zahl der Arbeit suchenden ständig in recht erheblichem Umfange Der anhaltende Kapitalmangel und die hauptsächlich dadurch hervor­gerufenen weiteren Betriebsstillegungen, Geschäftsaufsichten und Konturse, die sich in letzter Zeit start häufen, und movon sogar füh­rende Industrien und altrenommierte, Firmen betroffen werden, laffen eine Aussicht auf Besserung für die nächste Zeit kaum zu. Auch die Entlassungen und Kündigungen von Ange­stellten nehmen ihren Fortgang. Neben dem wiederholt schon her. vorgehobenen schlechten Geschäftsgang in den für Berlin maßgeben­den Industrien, wie Metall- und Holzindustrie, macht sich auch eine besonders große Zunahme der Arbeitslosigkeit in der Konfeftion bemerkbar, von der selbst erste, langjährig beschäftigte Kräfte be­troffen werden. Hervorzuheben verdient, daß nunmehr auch Hotelbetriebe zu Betriebseinschränkungen übergehen und be= fonders Haus- und Zimmermädchen zur Entlassung bringen. Die uorübergehende Unterbringung dieser Kräfte in Privathaushalten, die fich im allgemeinen sonst immer noch bot, scheitert an der augen­blidlichen Ueberfüllung im Hausangestelltenberuf. Zu einem großen Teil dürfte dieser seit Jahren nicht beobachtete Zustand auf dem Stellenmarkt für Hausangestellte darauf zurückzuführen sein, daß sich niele Haushaltungen, namentlich die des Mittelstandes, in der Be­schäftigung von Hilfspersonen sehr einschränken müffen.

Es waren 91 935 Personen bei den Arbeits nach meisen eingetragen, gegen 83 258 der Vorwoche. Darunter be. fanden sich 62 117( 56 291) männliche und 29 818( 26 967) weibliche Berfonen. Unterſtügung bezogen 31 790( 27.552) männ liche und 8837( 7107) meibliche, insgesamt 40 663( 34 659) Per­

fonen, davon bei Rotstandsarbeiten beschäftigt 1346( 1459).

durch Gold und dedungsfähige Devisen von 618 Broz. auf 66 Prog. gebessert..

Sicherungshypothefen auf. Reichsheimstätten. Der Minister für Bolfswohlfahrt ermächtigt in einem Runderfaß die Regierungs­präsidenten und den Oberpräsidenten in Charlottenburg , grundsätz lich in allen Fällen, in denen es sich in Durchführung der Beam tensiedlungsperordnung vom 11. Februar v. J. sowie

Weber Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage in der Rheinpro- des Preußischen Beamtensiedlungsgejeges vom 27. März v. J. um vinz berichtet das Landesarbeitsamt u. a.:

Die Kurne des Arbeitsmarktes ging in der vergangenen Woche scharf nach unten. Schon seit Juli war es llar, daß man mit einem Abbrödeln auf dem Arbeitsmarkt der Eisen- und Stahlindustrie rechnen mußte. Dieser Personalabbau ging bis vor kurzem ziemlich schrittweise und langsam vor sich, um jezt in der letzten Zeit ein Tempo zu erreichen, wie man es selbst auf dem Arbeitsmarkt der Nachkriegszeit, der außerordentlichen Schwankungen unterworfen war, faum erlebt hat. Die Entlassungen in der eisenschaffen. den und eisenverarbeitenden Industrie machen faft einen pani f artigen Eindruck. Es ist gewiß damit zu rechnen, daß zur Anpassung der Produktion an den Absatz, ein gewisser Teil der Be­triebe still gelegt bleibt.

Der Ausweis der Reichsbank vom 23. november zeigt eine mettere Entlastung der Bank. Der Wechselbestand ist um 63,5 Mill. auf 1379,5 mill. RM. zurückgegangen. Die Lombard­anlage hat eine geringfügige Zunahme um 1,7 mill. auf 11,6 Mill. Reichsmart erfahren, der Effettenbestand um 0,7 Mill. auf 221,3 Mill. RM. Die gesamte Wechsel, Lombard- und Effeftenanlage ner: minderte sich somit um 61,1 Mill auf 1612,4 Mill. RM. An 3 ah. lungsmitteln sind 135,0 Mill. RM. Reichsbanknoten und 73,7 Mill RM. Rentenbankscheine in die Kassen der Bank zurüd geflossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten beträgt demnach 2 423,9 Mill, RM., der Bestand der Reichsbank an Rentenbant scheinen 481,3 mill. RM. Die fremden Gelder erfuhren im Bujammenhang mit den Rückflüffen an Zahlungsmitteln eine zu nahme um 135,2 mill. auf 967.9 mil. RM., die zum überwiegenden Teil auf das Anwachsen der Privatguthaben zurückzuführen ift. Der Goldbestand stieg um 0,241 Mill. auf 1207,2 Mill. RM, der Bestand an dedungsfähigen Devisen um 17,2 mill. auf 392,5 mill. RM., Die Deckung der Noten durch Gold allein hat fich von 47,2 Broz. in der Vormoche auf 49,8 Proz. und die Deckung

die Ausgabe von Reichsheimstätten handelt, allgemein die Eintragung von Sicherheitshypotheten zu genehmigen.

Das Ruh kohlensyndikat zur Frage des internationalen Kohlen­fynditats. Zu den Ausführungen des englischen Arbeiterführers abges über ein europäisches Kohlensyndikat wird dem Deutschen Handelsdienst" aus Kreisen der Ruhrfohlenindustrie mit geteilt, daß diese Gedanken einer Verständigung in der euro. päischen Kohlenindustrie sympathisch gegenüberſtänden. Die Aussichten für ein derartiges Zustandekommen seien aber derartig gering, daß der Gedante fait in das Reich der Utopie verwiesen werden müsse. Vorbedingung für eine derartige Berständigung sei das Vorhandensein von Syndikaten oder Kartellen in den anderen beteiligten Ländern. Sie befiänden aber zurzeit weder in England noch in Belgien , noch in Frankreich , und es fei faum Aussicht vor= handen, daß fie dort, namentlich in England, wo die ganze Wesens. art der Industrie einem Zusammenschluß widerstrebe, jemals ge­gründet werden würden.

Die englische Schuhzolfpolifif. Wie der Manchester Guardian" mitteilt, sollen die neuen englischen 3ollgeseze in der ersten Dezembermoche verabschiedet werden. Der Regierung liegen bereits die Berichte der Kommissionen des Wirtschaftsministeriums über die Zölle auf Glühstrümpfe, Gußeisengeschirr und Handschuhe vor. Ueber die Bürsten- und Backpapierzölle sowie über die Zölle auf Messerschmiedemaren werden gleichfalls Berichte erwartet. Alle diese Zölle sollen in einem Finanzgefeß vereinigt werden. Dagegen wird der Bericht der Kammgarnfommission nicht zurzeit vorliegen; ebenso befinden sich die Zollwünsche der englischen Stahlindustrie noch bei dem auf Grund des Industrieschut gefeßes eingefeßten Untersuchungsausschuß im Stadium der Brüfung. Wie es scheint, rechnet man im Hinblick auf die Lage der Stahl und Eisen verarbeitenden Industrie in England faum damit, daß der Untersuchungsausschuß sein Botum für Stahlzöüe abgeben wird.

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