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Optimismus als Msweg! Die groszen Wirtschaftsfragen Amerikas .

Der Arbeitsminister der Bereinigten Staaten, Davis, ver- öffentlichte kürzlich in derMmuly Labor Review" eine Studie über das Problem der Arbeitslosigkeit in Nordamerika . Er bringt diese Frage etwa auf die Formel, dab in den Bereinigten Staaten die größte Quelle der Arbeitslosigkeit in der lieber- entwicklung der Industrie liege. Damit stöht er auch auf den Kernpunkt der Schwierigkeiten der europäischen und im beson- deren der deutschen Wirtschaft. Sicher hat Amerika noch ander« Sorgen als die von dem Arbeitsminister behandelte, z. B. den Geld- i'bersluh mit Folgen, die entfernt an inflationistische Auswirkun- gen erinnern, aber schon das Exportproblem erwächst letzten Endes wieder aus dem Tatbestand, daß der Produktions. apparat der Vereinigten Staaten während der jüngst vergange- nen Jahre so rasch gewachsen ist, daß das sicher gesund« Ame- rika mit der beachtlichen Kaufkraft seiner Bevölkerung bisher noch nicht nachkommen konnte. In echt amerikanischer Formulierung sagt Davis, daß die Wirt- fchaft der Bereinigten Staaten heute so weit entwickelt sei, daß sie bei voller Produktionsleistung in 3l>l) Tagen Im Jahr soviel Ware herzustellen oermöge, wie sie vom gesamten Welt- markt nicht aufgenommen werden könne. Die Zahlen sprechen in dieser Hinsicht allerdings eine recht überzeugende Sprache. In der Schuhindustrie z. B. zählte man lZ7ü Betriebe. Bon dieser Gesamtzahl sind es aber 221 Betriebe, die heute 66 Proz. des gesamten Schuh, und Stieselbedorfs erzeugen, ohne auch nur annähernd voll beschäftigt zu sein. Mit der Produktionsleistung ist es so. daß in den größeren Betrieben mit über 500 Beschäftigten pro Mann jährlich 1636 Paar Stiefeln produzierte, in den mittleren Begeben pro Mann 1388. und in den kleinsten pro Mann 1063 Paar. Werden solche Verhältnisse als Einzelfall und ohne feine Zu- fammenhänge betrachtet, so würde deren volkswirtschaftlich richtige Lösung bedeuten, daß 86 Proz. aller Betriebe der Schuhindustrie überflüssig sind und aufgelöst werden könnten. Das ergibt aber zum mindesten vorerst nicht Verringerung, sondern Bergrößerung der Arbeitslosigkeit. Wenn sie auch durch entsprechende Maßnahmen bald wird beseitigt oder überhaupt verhütet würde, so oerlangte eine solche Aenderung doch efne Art P l a n w i r t- schaft. Die geographische Lage zu den Lieferindustrien und zu den großen Konsumplätzen der Schuhproduktion müßte von auto- ritotioer Stelle aus bei der Umstellung der Produktion berücksichtigt werden. Und eine solche Macht hat In den Vereinigten Staaten kein« Regierungsstelle, sie würde ihr weder von den Interessemen noch von der Qeffentlichkeit zugebilligt werden. Deswegen wird weiter damit gerechnet, daß die Produktion auch in absehbarer Zeit nicht voll beschäftigt bleibt. Dadurch tritt zwangsweise die verstärkte Beschäftigung mit dem Inlandsmarkt und Entwicklung der Exportmöglichkeiten erneut in den Vordergrund, zu- gleich mit dem freien Kampf der Auslese. Die Aussuhrsteigerung hat natürlich auch für die Bereinigten Staaten ihre Schwierigkeiten. Sie liegen nicht nur im derzeitigen Zustande des Weltmarktes, sondern auch in der Gegenwirkung des Exports. Die Vereinigten Staaten werden trotz ihres eigenen natür» lichen Reichtums zunehmend Einfuhrland. Zellstoff zur Papiererzeugung, Gummi für Autoreifen, Kali für die Land- Wirtschaft, und nicht zuletzt elektrische Kraft das kanadische Nia­gara werk ist mächtiger als dos amerikanische, aber auch Wolle, Seide. Hans, Kaffee, Chemikalien usw. sind Waren, die im Preise heute schon vom Ausland mitbestimmt werden. Außerdem läßt sich nicht jede Ware so leicht auf den Weltmarkt werfen wie Schuhe und Stiefeln. Im Zentrum der Kohlenindustri« war 1323/24 die durch- schniUliche Iahresbeschäftigung 133 Tag e. Nur 1 Proz. der Koh- lengruben war mehr als 270 Tage beschäftigt. Auch in der Kohlen- industrie würden bei voller Betriebsleistung 25 Proz. aller Berg- werke ausreichen(sie umfassen jetzt etwa die Hälfte aller Beschäf- tigten), um den Kohlenbedarf des Landes zu befriedigen. Man sieht aus diesen weiteren Angaben, daß die Sorgen der amerikanischen Wirtschaft nicht nur aus einer einzelnen Industrie erwachsen. Die theoretische Lösung jener Schwierigkelten ist in den obigen Zahlen enthalten.' Praktisch gehi man andere Wege. Es ist dos Schwergewicht der Tatsachen, die nicht aus Pläne und Gesetze zu warten vermögen, was sich durchsetzt. Alan sucht den inneren Markt so kauskrästig als irgendmöglich zu erhallen. Diesen Wünschen kommt der für europäische Derhältnisse schon immer hohe Lebensstandard breiter Schichten der amerikanischen Bcoölke- rung entgegen. Dabei sind einige Einschränkungen zu machen. Der 40-Cents-Stundenlohn ungelernter Arbeiter im Lande und das Wocheneinkommen von 10 bis 16 Dollar vieler weiblicher Arbeits- kräfte in den Großstädten entwickelt keine ollzugrohe Kaufkraft. Aber es hat sich das Folgende ergeben. Nach einer Teuerungs- Periode, die 1313 um 130 Proz. gegenüber 100 im Jahre 1313 lag und 1320 bis auf 205 stieg, ist ein Absturz auf 137,5(1922) erfolgt, dem seither ein langsames Wiederansteigen bis auf rund 160(Sep- tember 1925) gefolgt ist. Die Löhne, die im besonderen von der Federation of Labor resp. den einzelnen Gewerkschaften kontrolliert werden, gingen zwar bis 1320 nicht um die volle Höhe der Teuerungs- ziffer mit nach oben, es konnte aber im allgemeinen ein L o h n- o b b a u nach jener Zeit verh in dert werden. Die so geschaffene Kaufkraft wirkte bis heute für die amerikanische Wirt- schast als Sicherung gegen Krisen. Deswegen ist es sehr beachtlich, daß heute in Amerika verständigere Kreise gegen Lohn- obbau sind, weil die derzeitige Kaufkraft der Bevölkerung manche innerwirtschaftliche Schwierigkeit überwindet. Die Schwierigkeiten des kaufkraftproblems. Diese eben dargestellte Formel ist in der Wirklichkeit nicht so einfach und eindeutig als sie hier erscheint. Die Kaufkraft des Lölkes wirkt sich nicht gleichmäßig aus, auch nicht immer volkswirtschaftlich rationell. Während z. B. die Bekleidungsindustrie über mangelnden Absatz klagt, hat die Automobilindustrie durch rechtzeitige Preis. Herabsetzung eine eigene Konjunktur erzeugt, deren Charakteristik ist.

daß ein« Bewegung vom billigeren zum besseren Auto, vom einfachen zum eleganteren Wagen möglich wurde. Da- bei wird meist nur Anzahlung verlangt, und zwar ein Biertel bis ein Drittel des Preises. Da aus dem Verkauf des alten Wagens diese Anzohlungssumme leicht herauszuschlagen ist, hat die Automobil- industrie gewissermaßen aus dem Boden eines allgemeinen Abzah- lungskredits neuen Auftrag erhalten. Es ist nicht ausge- schlössen, daß dieses Loch ,m Produktions- und Warenkreislauf eines schönen Tages bös in Erscheinung tritt. Aber vorläufig denkt man nicht daran, obwohl die Gefahr nicht klein ist. denn auch der Damen- pelz, der sehr üblich ist, Diamanten, Rodioeinrichtungen, Möbel und vieles andere, was nicht zu den Gebrauchsgütern gehört, wird recht häufig auf Abzahlung gekauft. Die Optimisten meinen, das Entscheidend« sei, daß die Grund- Nahrung des Volkes Fleisch, Getreide usw. keine heftigen Preis- änderungen erleide. Hier scheint im allgemeinen tatsächlich eine ge- wisse Beruhigung der Preise eingetreten zu sein. -» An europäischem Maßstab gemessen, ist die Lage der amerikam- schen Wirtschaft trotz allem erstaunlich beweglich und in ihrenGrundlagengesund, wenn auch ausreichend Zukunits. sorgen vorhanden sind, denn die Kaufkraft der 120 Millionen hat ihre Grenze. Am deutlichsten sieht man das an der Encrgie. mit der der auffallend ausgedehnte und umfangreiche Handel arbeitet. Dabei breitet er sich immer noch weiter aus. Seine Sorgen zwingen ihn. sich ständig besser zu placieren. Daraus ist aber wieder im ganzen Lande, im besonderen in New Port, beachtliche Konjunktur im Bau großer und größter Geschäftshäuser mit zu erklären. Demgegenüber ist es nichts Seltenes, zum Verkauf stehende, ja auch verlassen« Fabriken zu finden. In der Industrie wird wenig gebaut. Aber wie das Beispiel zeigt, ist dafür der Produktionskreislauf an anderen Stellen lebhafter. Die Konkurrenz ist außerordentlich scharf, ohne daß damit die Preise allzu sehr gedrückt würden, die allgemeine Kaus- kraft hält den Sturz auf. Die Kaufkraft der breiten Masse der Bevölkerung der vereinig- ten Staaten und ihre Wirkung auf die Industrieentwicklung zeigt, welche hohe volkswirtschaftliche Bedeutung ihr zu- kommt. Selbstverständlich zahlen auch die amerikanischen Unterneh- mer nicht gern und häufig nicht freiwillig den Lohn, den sie jetzt geben müssen. Aber weder sie noch ihre Interessenverbände sind solch naive Anbeter des niedrigen Einkommens wie unsere deutschen Unternehmer. Die deutschen Arbeitgeber hätten allen Grund, au» der ameri- konischen Wirtschast noch etwas anderes zu lernen: das ist der Vor- zug der Einheitlichkeit des Marktes. Europa muß mit Einschluß Rußlands «in ein- heitlicher Markt werden I Es gibt keine Zollmauer, die stark genug wäre, um in Europa eine einzelne Wirtschaft vor den Erschütterungen und Schwierigkeiten zu schützen, unter der ganz Europa leidet. So- lang« wir nicht zum europäischen Wirtschaitsbund kommen, bleiben die entscheidenden Zukunftsfragen der Weltwirtschaft bei uns un- gelöst. Kurt Heini g. Kartellwucher- trok allem. Seit mehr als zwei Jahren führt das Reichswirtschafts- Ministerium, gestützt auf dieVerordnung gegen den Mißbrauch wirtschaftlicher Machtstellung" und auf die Praxis der Kartellgerichts- rechtiprechung, einen.Klomps" gegen die Kartelle. Daß diese Be- kämpfung der Verbandswillkür und des Strebens nach monopo- listischer Marktbeherrschung der Industrie unbequem ist, geht daraus hervor, daß derReichsverband der deutschen Industrie " kürzlich auf einem.Lartelltag" gegen die wirtschaftlichen Sondergerichte, wie man dos Kartellgericht nannte, protestiert hat. Trotzdem wäre es ein Irrtum, zu glauben, daß die Bekämpfung des Kartell- unfugs schon irgendwelche durchschlagenden Erfolge er- zielt hall Im Gegenteil: die Praxis des Preiswuchers im Inland und des Dumpings im Ausland wird munter weiterbetrieben. Die Rheinisch-Westfälische Röhrengroßhändleroereinigung hat z. B. zum 1. Dezember eine Bedingung bekanntgegeben, wonach den angeschlossenen Händlcrsirmen«in besonderer Großhandels- raball von lii bis 15 Proz., bei größeren Käufen noch mehr, ein- geräumt wird. Noch einschneidender als diese Bestimmung aber ist die Verpflichtung, welche die im Röhrenverband zusammengeschlossenen Fabrikanten den Händlern auferlegen, wenn sie nicht der Belieferung zu Vorzugspreisen verlustiggehen sollen. Danach dürfen die Händler bei Verdingungen(Submissionen) und Ausschreibungen aller Art Angebote nur zu den- j« n i g e n Preisen machen, die ihnen durch den Röhrenverband vorgeschrieben worden sindl Wir haben erst vor wenigen Tagen an dem Beispiel des Deutschen Eisenbauverbandes gezeigt, wohin der Karlellunfug im Verdingungswesen führt: nämlich zu einer Ausplünderung der Steuerzahler, die ja in erster Linie davon betroffen werden, daß große Austräge des Staates und der öffentlichen Körperschaften nur zu Ueberpeiscn untergebracht werden können. Diese Praxis der Monopolisierung des Marktes und der Prositschneiderei auf Kosten der Abnehmer wird also jetzt munter weiterbetrieben trotz Kartellbekämpsung und Kartellgericht. Von freier Konkurrenz und Preisabbau kann unter der gegenwärtigen Herrschaft der beiden Verbände Fabrikantenkartell und Großhändlcrsyndikat über­haupt nicht mehr die Rede sein. Wenn sich unter diesen Umständen keinAußenseiter" findet, dessen Klageerhebung vor dem Kartell- gericht zu einer Sprengung des Verbandes führen müßt«, so darf dies nicht Wunder nehmen: die Macht der Verbände ist eben zu groß, um auch nur einenAußenseiter" aufkommen zu lassen. So wird das Kartellgericht keinen Grund zum Einschreiten finden, und alles wird beim alten bleiben... Daß sich die Industrie bei dieser Art des Preiswuchers ins eigene Fleisch schneidet, sei nur nebenbei bemerkt. Gerade in diesen Monaten macht die Röhrenindustri« Belgiens , Frankreichs und Englands die größten Anstrengungen, um durch billige Preis- g e st a l t u n g den Absatz ihrer Produkte im Ausland und auch in der Inlandsindustrie möglichst zu steigern, mit dem

Ziel, bei den bevorstehenden Derhandlungen zur Schaffung eines internationalen Röhrenverbandcs eine möglichst hohe B e- teiligungsquote durchzusetzen. Wenn die deutsche Röhren. industrie die Forderung der Stund« nicht erkannt hat, und durch starres Festhalten an Ueberweltmarktpreisen die Auslandskonkurrenz im Ausland wie im Inland übermäßig werden läßt, so wird sie sich in dem kommenden internationalen Kartell mit einer niedrigen An- teilszisser abfinden müssen. Das nennt man dann weitschauende ilnternehmcrpolitik! Sowjetreklame. Eine Wolff-Meldung:.Berlin . 10. Dezember. Au- dem D o n e z gebiet wird gemeldet, daß auf dem Hauptschacht des B u d- jemy-Bergwerkes«in Rekord für das gesamte Donez - decken aufgestellt wurde. Danach beträgt der Selb st tosten« preis für 1 Pud Koble 7 Kopeken". Ueberfchrift: Senkung des Selbstkoftenpreifes der Kohle in Sowjetrußland. Neugierig geworden, nimmt man den Rechenstift zur J)and und stellt nun fest, daß sich demnach 1 Tonne Kohle auf 3,18 M. Selbstkostenpreis gegen einen deutschen Berk a u s s- preis von rund 15 M. und einen um 2 bis 3 M. niedrigeren Weltmarktpreis stellt. Das ist ja kolossal! Diese Russen.....! Freilich: was besagt die Noti, nun praktisch? Sehr wenig! Wir wissen allerdings aus anderen Quellen, daß russische E x p o r i« kohle zu niedrigen Preisen seit einigen Monaten wieder aus� dem Weltmarkt erscheint und besonders in Südeuropa und in Tei en Asiens günstigen Absatz gesunden hat. Solange wir aber noch nicht wissen, wie die Selbst k o st e n b er e ch n u n g zustande ge- kommen ist. solange wir nicht hören, wie groß das Flöz ist, für das sich so besonders niedrige Selbstkosten ergeben, und jo- lange wir noch nichts darüber hören, daß nun auch die zu 90 Proz. stilliegend« russische Industrie selbst einen Vorteil von derbilligen" russischen Kohl« hat solange werden wir auch gegen undurchsichtige Selbst- kosten- und Exportkalkulationen mißtrauisch bleiben müssen! Denn n'edrige Selbstkosten an einer kleinen Stelle, und niedrige Exportpreise, die ebensogut Verlustpreife sein können, sagen noch nichts aus über das Gedeihen der Gesamtwirtschaft, auf das es allein ankommt. Wer nach objektiven Maßstäben für die Leistungsfähigkeit der russischen Wirischast sucht, deren Gedeihen der deutschen Arbeiter- fchaft nicht gleichgült g ist gerade der wird von so u n s a ch- lichen Methoden der Sowjetreklome sich abgestoßen fühlen. Reichsbank. Die erste Novemberwoche bracht« der Reichsbank nach dem Ausweis vom 7. d. M. die übliche Entlastung ihrer An- lagekondcn. Die gesamte Kapitalanlage ging um 72,8 auf 1822/) Millionen Mark zurück. Kreditrückzahlüngen von privater Seite sirck» in Höh« von 76.4 Mill. M. erfolgt. An Banknoten und Rentenbankscheinen zusammen stnd 103F Mill. M. zur Reichsbank zurückgeflossen. Der Banknotenumlauf nahm dement- sprechend um 36,6 auf 2734,3 Mill. M der Ilmlaus an Renten» bankfcheinen um 67,3 Mill. M. aus 1412L Mill. M. ab. Die Bs- stände der Reichsbant an solchen Scheinen stellen sich auf 133,2 Mill. Mark. Die fremden Gelder wuchsen im Zusammenhang mit den Zahlungsmittelrückflüssen um 44,2 Mill. auf 631,1 Mill. M. an. Di« Bestände an Gold und deckunasfähigen Devisen blieben nahezu unverändert. Die Deckung derRoten durch Gold allein hat sich vo 43,6 Proz. in der Vorwoche auf 44,2 Proz., die Deckung durch Gold und deckungs fähige Devisen von 58,1 auf 58,9 Proz. gebessert. Zur tage der Elühlampenind'istric. Die O s ro m G. m. b. H.. die gemeinsame Fobrikotivnsgesellschost der drei größten deutschen Glühlampenerzeugcr AEG., Siemens u. Holck« A.-G. und Auer- Gesellschaft hat, wie wir bereits meldeten, zur Erweiterung und Intensivierung ihrer Produktion in Amerika eine Anleihe von rund 20 Millionen Goldmork aufgenommen. Ans dem Prospeit zur An- leihe ergeben sich einige interessante Einblick« in die Loge der Gesellschaft. Danach beträgt da? Kommandstkopital 40 Millionen, die ollgemeine Reserve 10 Millionen. Umgerechnet in Einheitslampen von 110 Polt und 50 Kerzen wurden in dem am 30. Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 86,7 Millionen Einheitslampen erzeugt und 110 Millionen Einheitslampen vertauft, davon 59,5 Millionen in Deutschland und 50,5 Millionen im Ausland. Di« Vorräte sind in der Bilanz mit 21,08 Millionen bewertet. Don Juli bis September dieses Jahres steigerte sich der verkous gegen die entsprechenden Monate des Aorsabres um 35 Proz. Der Der- kaufswertderIahresproduktion betrug(ohne Steuern) 65 Millionen Mark. Beschäftigt waren am 1. Juli 1325 in den eigenen Betrieben rund 14O0O, In den Tochtergesellschaften rund 1650 Arbeiter und Angestellte. DieBilanzis« ausgesprochen aktiv. Forderungen, Vorräten. Bankguthaben und Kossenbe- ständen von rund 50 Millionen stehen Gläubiger von nur rund 15 Millionen gegenüber. Die Anleihe dient also oueschließlich Er. weiterunaszwecken(es soll die mechanische statt die bisher Hand- wcrksmäßige Herstellung der Glllhlampenkolben beabsichtigt sein). Beteiligt ist die Osram G. m. b. H. an etwa einem Dutzend Fabriten gleicher Art des In- und Auslandes. Hilgenbergs Forderungen für die tandbank. Die ursprünglich für Freitag, den 11. Dez«n>b«r, in Aussicht genommene Fortführung der Berhaudlungen über die Landbank ist unterblieben, da die zu- ständigen Stellen des Preußischen Londwirtlchastsministenums durch die Etatberatungen im Preußische» Landtag i» Anspruch genommen waren. Di« Landbankangelegenheit soll ober am Sonnabend. dem 12. Dezember, innerhalb des Ministeriums einer neuen Prüfung unterzogen werden. Geheimrat Hugenberg hotte ursprünglich für den Verkauf seiner Landbank-Akticn an den preußischen Staat einen K u r s v o ,i 3 P r o z. verlangt, er ist schließlich mit seinen Forde- rungen bis aus l Proz. heruntergegangen. Die amtlichen Stellen stehen, noch Informationen derSonjunktur-Korrefpondsn.)", auf dem Standpunkte, daß«in« R e g i e r u n g s h i l f e für die über­schuldete Gesellschaft nur bei kostenloser Uebereigiiung des Hugenbergfchen Aktienpakets diskutabel Ist. Andernfalls könne man durch Neugründung einer Siedlung-bank den Siedlern billiger und besser Helsen . 0!e Gründung eine» Vrahlverbande». Di« am M'ttwoch in Frankfurt statlgefiintenen Berhaudlungen ,» Gründung eine» deuischen Drabtverbande» haben zur Unlerzeicknung ein-« aut 5 Jahre lonfeiiden VerbundSver trage» gessihrt. E» haben jedoch nickt alle Werke»nicrzeickn«,. Sist nock Veit i't der no» anßenltcheiib«» Weike tritt der Vertrag und damir de, Verband n Kraft. Der Beilritt bat bi» spöieflen« Ende l02S zu erfolgen. keine Stillegung de, Slickstosswerkes V>eslerih. Durch einen Teil der Presse ging in den letzten Tagen die falsch« Mitteilung, daß die großen Stickstoifabriken der Miiteldeuischen Stickstosswerke in Piesteritz wegen Absatzmangels unter gleichzeitiger Entlassung der Belegschaft stillgelegt werden sollen: tellwelse wurden sogar be- stimmte Tage sur die Stillegung angegeben. Von der Verwaltung wird mitgeteilt, daß eine Stillegung weder beabsichtigt ist noch üb-rhoupt in Erwägung gezogen wird, und daß auch von Entlassungen der Arbeitnehmer aus diesem Grunde keine Rede ist.

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