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mit Trotzt: zusammengeht, beschworen. So heißt es in berPrcwlxT vom 5. Dezember: Unbedingt notwendig ist der stärkste Kampf gegen den Pessimismus und den liquidatorischen Unglauben an die sozialistischen Wege unserer Entwicklung, denn das gießt nur Wasser aus die Mühlen der Menschewiki und Sozialrevolutionäre. Die Zweifel werden von der offiziellen Partei chearis soziologisch damit erklärt, daß neue Arbeiterschichten aus dem Dorfe in die Industrie hineinströmen: Ein Teil dieser neuen proletarischen Kader sind zwar Kinder der Revolution, aber vollkommen unbekannt mit den Verhältnissen in der Fabrik vor der Revolution. Ein großer Teil von ihnen sUnge Bauern kommt direkt aus dem Dorfe, kennt nicht die Fabrik, kennt nicht den Kampf der Arbeiterklasse, ihre Aufgaben und ihre Organisation. Die Zweifler begehen Landesverrat, begehen Partei» verrat, rütteln an den Festen des bolschewistischen Regimes. Safaroff, dem Redakteur des Petrograder Parteiorgans, wirst diePrawda" vor: Verstehen Genosse Safaroff und seine Freunde nicht, daß, wenn sie unsere staatliche Industrie als Staatskap iäalis- m u s bezeichnen, das soviel bedeutet, wie in der Arbekterklasie Mutlosigkeit. Apathie und Gleichgültigkeit groß. zuziehen, daß da» bedeutet, die Saat des Liquidatoren- tum» in den Reihen der Partei auszustreuen? Fühlen sie nicht, daß. wenn sie auf die Frage über den Staatskapitalismus eine eindeutige Antwort geben, das nur ein verhängnisvolles Schwanken zwischen Lenin und Dan bedeutet? Stalin , T r o tz k i. die offiziellen Führer der Bolsche- wiki, dekretieren, daß Rußland sichzum Sozialismus" ent- wickelt. Die Staatsbetriebe sind nach ihrer Erklärung sozialistische Betriebe. Wo kein kapitalistischer Eigen- tümer ist, da gibt es für sie keinen Kapitalismus, da gibt es höchstens bureaukratische Ausnutzung. In seinem Referat auf dem Parteitag erklärt deshalb Stalin nach dem Bericht derRoten Fahne": Die Staatsbetriebe sind keine staatskapitalistischen, da in ihnen nicht zwei Klassen, sondern eine einzige Klasie, die Arbeiter» klaffe, vertreten ist, die die Produktionsmittel besitzt und nicht ausgebeutet wird. Denn das, was über den Arbeitslohn produziert wird, wird der weiteren Entfaltung der Industrie, also der Verbesserung der Lage der gesamten Arbeiterschaft gewidmet. Man könnte sagen, daß dies doch nicht Sozialismus fei, da ein Bureaukratismus in den testenden Organen unserer Unternehmun- gen noch vorhanden sei. Dies trifft zu, widerspricht aber nicht dem, daß die Staatsindustrie ein sozialistischer Produk- t i 0 n s t y p ist.... Auch unser Staat ist kein bürgerlicher Staat, da der Staatsapparat nicht zur Unterdrückung der Arbeiterklasse dient, sondern zu ihrer Befreiung vom bürgerlichen Joch. Des- wegen ist unser Staat ein proletarischer Staat. Dieses hohe Lied des aufgeklärten Absolutismus wird auf die Dauer die Zweifel nicht besänftigen. Selbst» verständlich, die Zeit der heroischen Epoche der Revolution ist längst vorbei. Die Guillotine wird die Zweifler nicht ent» haupten. Und mit S i n o w j e w und der linken Opposition wird so oder so ein Kompromiß geschlosien werden. Die Wirtlichkeit aber wird die Russen zwingen, den beschrittenen Weg weiter zu gehen. Es gibt kein Zurück vomNep" zum Kriegskommunismus. Einmal ist dieser Versuch gewagt worden, als man den Trotzkismuserledigte". Die Spuren schrecken. Di« Bolschewiti können sich von dem Zwang der wirtschaftlichen Entwicklung, die stärker ist als die F a s s a d e der Diktatur, nicht freimachen. Sie bleiben im besten Falle ein« Reformpartei, die mit unzulänglichen Mitteln den unzulänglichen Versuch macht, die kapitalistische Entwicklung, die Industrialisierung ihres Landes in Bohnen zu lenken, die ihren Auffassungen ent- sprechen. Bourgeois werden nicht mehr erschossen, höchstens werden noch Sozialisten in sibirische Einöden verbannt.'

Aber der Tag der Boffchewiki fft mit Kleinarbeit, mit Reformen erfüllt. Die kapitalistischen Gesetze der Wirt- schaftsentwicklung beherrschen auch sie. Immer weniger wird der russische Arbeiter davon sott werden, daß man ihm die Staatsindustrie als dieVerkörperung des Sozialismus" hinfteM. Immer mehr wirb er das Recht auf Kritik, auf freie Entfaltung seiner Kräfte, das Recht auf Demokratie, diese einzige Grundlage der freien Entfaltungsmöglichkeit der Arbeiterbewegung fordern. Und nicht der ruf'ische A r b e i- t e r allein. Alle Kräfte, alle Klassen werden dieses Recht verlangen und Schritt für Schritt werden die Bolschewiti vor diesem Druck zurückweichen muffen. Kein« These, keine Parteitagsresolution kann diesen Kurs aufhalten. Aus dem blutigen Wirrwarr der Bürgerkriege, nach unerhörten Opfern, auf Umwegen, die der russischen Arbeiterschaft Jahre ihrer Entwicklung gekostet haben, steuert auch die russische Entwick- lung langsam, aber unaufhaltsam dem gleichen Ziele ,zu, das allen modernen Industrieländern gestellt ist der Entwicklung zur Demokratie!

Zlanöbunüforüerunaen. Sie wollen eine WirtschaftSdiktatur. Im Landbund geht es wieder einmal sehr lebhast her. Allenthalben finden Tagungen der Landbimdorganisationen und der chnen nahestehenden landwirtschaftlichen Berbände statt, die auf den Ton gestimmt sind, daß der Landwirffchaft geholfen werden müsse. Scharfe Angriffe gegen die Handels» Politik der Reichsregierung wechseln darin ab mit politischen Forderungen der verschiedensten Art. Besonders scharf legt sich der Pommersche Landbund, der in diesen Tagen einen Kreisvertretertaq abhielt, für die Forderungen der Land- Wirtschaft ins Zeug. Er polemi�rt gegen das papla- mentarische Syestm und gegen den Reichsbankpräst- deuten Schacht, dem der Vorwurf gemacht wird, er wiffe nkcht, daß die Landwirtschaft ihre Wechselverpllichtungen nur 7ur Steigerung der Produktion eingegangen sei. Gerade die pommerschen Landbündler sollten sich über die angebliche PerständniHlosigkeit der verantwortlichen Kreditgeber nicht zu heftig erregen. Denn der Pommersche Landbund hat immer eine sehr ausgiebige politilcbe Tätigkeit entfaltet und er war mit seinen Mecklenburger Bundesbrüdern einer der Hauptgeldgeber der reaktionären Verbände, deren Tätigkeit jedenfalls nicht allein auf die Steigerung der Pro- duttion, sondern auf ganz andere Ziele gerichtet ist. Merkwürdig aber mutet es an, wenn sich der Pom» niersche Landbund um in seiner Sprache zu reden geradezu zumBüttel der Entente" macht, indem er fol- gendes erklärt: Die Arbeiten der Parlament« im letzten Jahr« haben in erschreckender Weise gezeigt, daß die Durchführung eines großen, brennend notwendigen Spar- und Wirtschaftsprogramms durch die parteipolitisch« Einstellung der Parlamente unmöglich ge> macht wird. Ohne schroffste Eingriffe läßt sich ein solches Programm nicht durchführen ohne feine Durcbiübrung ist der völlige Zu- fammenbruch der Wirtschaft unvermeidlich. Wollen wir warten, bis uns ein S p a r d i k t a t o r der Entente aufgezwu.ngen wird? Sind wir nicht mehr Manns genug, uns selbst zu helfen? Wir verlangen die Einführung einer Wirtschaftsdittatur, welche ohne Rücksicht auf die Parlamente die Maßnahmen durchführen kann, die einem Z wa n g s v e r w a lt e r der deutschen Wirtschaft obliegen." Der Geist der bedingungslosen Erfüllungspolltik scheint in den Landbundorganisationen schon sehr weit eingeriffen zu sein, wenn man jetzt unter ausdrücklichem Hinweis auf die Aufgaben des Reparationsagenten einen Wirt- fchafts- und Spardiktator fordert! Mit dieser Begründung ist es den Landbündlern gar nicht ernst. Sie suchen nur nach einem Vorwand, um in ihren eigenen Reihen die Wirt- schaftsdiktatur propagieren zu können. Daß für

sie eine solche Wirtschafisdiktaiur gleichbedeutend Ist«Ü der Forderung nach rüsichtslofer Wahrung der großagrari» schen Interessen gegen diejenigen der Industrie und der industriellen Arbeiterschaft, das siegt auf der Hand. Wohin aber die grvßagrarische Interessenpolitik führt, das hat die Industrie bei der Zerstörung des deutsch - spanischen Handelsvertrages und des deuffchen Absatzes nach Spanien nur allzu sehr erfahren. Wenn also jetzt m indu- striellen Kreisen hier und da auch mit der Möglichkeit einer Wirtschaftsdittatur gespielt wird, so kann man heute schon voraussehen, wie hart die Meinungen aufeinanderplatzen würden, wenn man diesen Wirtschaftsdiktator einmal wirk- sich bestimmen sollte. Roch mehr aber hat die Arbeiterschaft ein Interesse daran, gegen das sinnlose Geschwätz von einer Wirtschaftsdittatur anzukämpfen. Eine solche könnte sich nur gegen die Arbeiterschaft selbst wenden. Die Arbeiterschaft ist st a r t genug, um die diktatorischen Machtgelüste einzelner und obendrein in sich uneiniger Interessengruppen zu b e» kämpfen. Der Reichslandbund jedoch sollte doch endllch einmal be» greifen, daß eine ern st hafte Diskussion über berech- tigte agrarische Forderungen und die Ausarbeitung eines auf Produkt! Onssteigerung gerichteten Agrarprogramms zur Unmöglichkeit wird, solange die Herren Großagrarier in Ermangelung eines Besseren markieren, sie feien die em- zigen Retter Deutschlands , und solange sie eine sachliche Er- örterung der Agrarfragen nicht einmal im eigenen Laaer fertig bekommen. Mit der Arbeiterschaft werden sich jeden- falls Zehntausende von kleineren und mittleren Bauern da- für bedanken, unter der Führung des rcakt!on.lrcn Reichslandbundes an einer Agrarreform zu arbeiten desselben Landbvndes, der ebenso oft von dem drohenden Ruin der Wirtschaft redet, wie er seiner eigenen Veran- wortung aus dem Wege zu gehen sucht. Das Oestbweröerecht öer Beamten. Entscheidung deS BeamtendisziplinarhofS. Der Disziplinarhof für die nichtrichterlichen Beamten Hot über das Recht der freien Meinungsäußerung und das Petitions - recht der Beamten folgende Entscheidung gefällt: Die Ausübung des jedem Deutschen in der Relcheverfaffung vom lt. August lSl9 gewährleisteten Rechts der freien Meinunas- äußerung(Artikel 118) und des Petitionerechts(Art. 12S) durch einen Beamten darf nicht über die ihm durch sein Dienstver- hältnis zum Staat gezogenen Schranken hinausgehen. Der Beamte hat danach auch in der Betätigung dieser Rechte, die ihm an sich zusteht, diejenigen Grenzen zu wahren, die sich aus Z 2 des Disziplinargesetzes vom 21. Juli 1852 für sein gesamtes dienst- liches und außerdienstliches Verhalten ergeben. Er muh mithin die durch Anstand und Sitte sowie durch die Dienstzucht gebotenen Formen innehalten, darf aber auch inhaltlich nicht gegen die ihm durch die Beamtenstellung auferlegten besonderen Pflichten verstoßen. Bei dieser Auslegung befindet sich der Disziplinarhof in Uebereinstimmung mit dem Urteil de» Preußischen Oberverwaltungsgerichts vom 2ki. Seotember 1921 sowie mit den Entscheidungen de» Reichsdisziplinaryoss vom 21. Oktober 1924 und vom 24. Februar 1925. Sie gilt auch für das Recht des Be» amten, sich mit Eingaben an den B e a m t e n a u s s ch u ß seiner Behörde zu wenden." putschsmtmann ßrick kaltgestellt. Aber er bleibt Beamter. München , 22. Dezember. (Eigener Drahtberickt.) Ter national- sozialistische ReichStagSabgeordnet« Dr. Fr ick. der bei dem Hitler -Putsch zum Polizeipräsidenten von München ernannt worden war, ist in das vollständig unpolitische Ressort des Ober- versicherungSamteS bei der Regierung von Oberbayern versetzt worden. Da« Ministerium de« Innern veriuwt«, den lästigen Politiker auf einen unpolitischen Posten in die Provinz. und zwar nach Bayreuth , abzuschieben, konnte aber seinen Plan in- folge de« Einspruch« Frick« nicht durchführen.

Veutschmeffer. ( Germanometer D R. P.a.) Von einer Auffehen erregenden Erfindung weiß derVölkische Drache" zu berichten. Dom in München lebenden Ingenieur Dr. Armin Teutoburger soll es gelungen sein, mittels einer genialen Darrichtung das Deutschtum eines jaden Reichsangehörigen einwand- stet festzustöllen. Da es sich in der Praxis gezeigt hat. daß Per- sönlichkeiten, an deren echtem Deutschtum selbst bei kritischster Be- urteilung kein Zweifel bestand, dennoch ein« völlig« undeutsche Haltung bewiesen haben, wird in Zukunft diesem unhaltbaren Zu­stand ein Ende gemacht werden. Der Deutschmesser besteht in einer Röhr«, die ähnlich wie ein Fieberthermometer in den dafür geeigneten Körperteil des auf fein Deutschtum zu Prüfenden einzuführen fft. In dieser Röhre befinden sich mehrere Flüssigkeiten, eine gelbe, das Semitin, eine rot«, das Jnternationalin, und eine strahlend blaue, das Teutin. Jens Flüssigkeit, die bei der Prüfung in die Höhe steigt, zeigt zweifelsfrei an, in welche Gattung das Unterfuchungsobjekt gehört. Eine hundertteilige Skala läßt das Deutschtum prozentual ablesen. Bei Deutschschwachen wird oft nur die Strichzahl 20 erreicht. Bei verdächtigen Individuen findet«n Kampf der Flüssigkeiten statt, der oftmals in ein wildes Brodeln übergeht. Es ist ohne weiteres klar, daß diese Erfindung von geradezu imfoßbarer Bedeutung ist. Die deutsche Politik kann mit ihrer Hilf« diejenige starre Linie erreichen, die ihr bis jetzt gefehlt hat. Jeder Minister wird vor seiner Berufung sich der Deutschmesserprüfung zu unterziehen haben. Kein Beamter mehr ohne vorherige Teuttnprobe! Ein nochmaliges Versailles wird nunmehr unmöglich fein, voraus- oefetzt, daß dieses ungeheure Erzeugnis deutschen Fleißes nicht wieder von fremdstämmiger Seite sabotiert wird. Minister Sttese- mann soll sich begreislicherweise geweigert haben, den Deutschinesser bei sich anwenden zu lassen. Ein««benso erklärliche Scheu hält den Erfinder ab, dem ehrwürdigen Reichspräsidenten seinen Apparat vorzuführen._ Lncian.

Neues über Sie Wirkungen öer hppnofe. Es ist erst wenige Wochen her, daß man die Probleme der Suggestion, der Autosuggestion und der Hypnose überall erörtert fand. Veranlassung hierzu bot der sogenannte.Hellseherprozeh", dessen Verlauf sicher noch bekannt sein wird. Weit davon entfernt. diese viel umstrittenen Problem« näher zu erörtern, soll hier nur über einige Phänomene berichtet werden, die im Karolinischen Institut zu Stockholm beobachtet worden sind, und die so einzigartig dastehen, daß sie wohl eine weitere Verbreitung verdienen. Prof. Dr. Henry Marcus und Dr. Ernst Sahlgren beabsichtigen, die Wirkung der Suggestion und der Hypnose bei sogenannten orga- nijcheu'Krankheiten systematisch M untersuchen, Sie interessierten

sich namentlich für die Funktion des negativen Nervensystems, d. h. der dem Einfluß des Willens entzogenen Nerven, die also die physio- logischen Berhältniss« in den Eingeweiden, den Blutgefäßen und den Drüsen regulieren. Dabei gingen sie so vor, daß eine Flüssigkeit, deren Wirkung wir ganz genau kennen, einer Versuchsperson einge» spritzt wurde. Eine solche Flüssigkeit ist das Adrenalin, der wirk- samste Söst der Nebennieren, das unter die Haut gespritzt, eine Er- höhung des Blutdrucks herbeiführt. Die Untersuchung wurde an drei Versuchspersonen ausgeführt, die alle in tieferen hypnotischen Schlaf versetzt werden konnten. Der Gang der Versuch« war folgender: Nachdem die Versuchsperson in Hypnose versetzt worden war, inji- zierte man ihr«ine bestimmte Menge Adrenalin und beobachtete ein« Stunde lang Puls und Blutdruck. Nach einigen Tagen wurde dieser Versuch mit genau derselben Adrenalinmenge aus der gleichen Flasche, also genau demselben Präparat, wiederholl. Jetzt wurde ober der Versuchsperson die Suggestion geqeben, daß die infizierte Flüssigkeit nur reines Wasser fei. Der Erfolg war verblüffend. Während nämlich beim ersten Versuch der Blutdruck von 109 auf 13l> Millimeter Quecksilber anstieg, erhöhte er sich tm zweiten Versuch, bei dem also eine Gegenfuggestion gegeben wurde, nur um 9 Willi- meter er stieg von 107 auf nur IIS. Noch ausfälliger wird allerdings die Wirkung der Hypnose, wenn man die Pulszahl verfolgt. Beim ersten Versuch stieg sie von 54 aus 100, beim zweiten Versuch nur auf S7 Schläge in der Minute. Natürlich sind die hier angegebenen Zahlen an ein und derselben Versuchsperson gewonnen worden. Genau dieselben Resultate ergaben das Atropin und das Pilokarpln, bei dem sogar ein völliges Ausbleiben der Wirkung in der Hypnose nach Gegensuagestton fest- gestellt werden konnte. Es ist somit bewiesen, daß die Wirkung ver- schiedener Eist« auf den Organismus durch«ine entsprechende Suggestion gehemmt werden kann. Dieser Beweis ist ungemein wichtig, wissen wir doch, daß mitunter bei vsychapathischen Kranken, die gegen Arzneien öfters sehr mlßtrauifch sind, die Wirkungen dieser Mittel oft ausbleiben, mitunter sogar in ihr Gegenteil um- schlagen. R. Landenheimer-München macht soeben auch im Anschluß an die Untersuchungen von Marcus und Sahlgren darauf ausmerk- fam, daß er bei einem Kranken durch einfache Suggestion während der Hypnose den Blutdruck um 10 bi» 20 Millimeter Quecksilber herabzusetzen vermochte. Der Erfolg war sogar noch einige Zeit nach der Hypnose nachweisbar. Eine einwandfreie Erklärung für diese Phänomene gibt es heute noch nicht.

Karl Zuckmaycr» Riesenerfolg. Mit Eilpost und mtt Wonne muß berichtet werden, daß Karl Zuckmayer mit seiner PosseDer fröhlich« Weinberg" im Theater am Schisfbauerdomm«inen außerordentlichen Erfolg davongetragen und wohlverdient hat. Bauernholzerei. Besoffenheit und Herzensgefchichten werden auf das lustigste durcheinandergequirlt. Man lacht, mag man auch mit allen Nerven an der Zeitmifere hängen, drei Akte lana, fröhlich und bester Dinge. Die Schavigieler freuten sich königlich über ihre glänzenden Rollen, und das Theater ermuntert« durch leinen tosenden Beifall einen Dramatiker, der beinahe ein jugendlicher Meister des derben volkstümlichen Humors ist. Und morgen wollen wir uns weiter unterhalten, M. H.

Tkero als Vrandschadenliquidakor. In einem Sprechsaol für okkulle Wissenschaft und Geheimphänomene wird dem anscheinend von schwerem seelischen Kummer geplagten Brandschadenliquidator und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Marmaros folgende Au». kunft gegeben-.Immer wieder sollen wir Aufklärung darüber geben. warum so viele, denen in ihren vorigen Inkarnationen die höchsten irdischen Ehren und Würden beschieden waren, sich in chrem jetzigen Erdenwallen in mehr als bescheidenen, mannigfachen Entbehrungen und Drangsalen unterworfenen Lebensstellungen befinden. Da wir dieses fesselnde P-vblem nicht zum Gebiet unserer Forschungen ge- macht haben, müssen wir leider künftighin derartige Fragesteller an die zur Antwort allein berufenen Theosophen verweisen, wollen ihnen jedoch wegen der Einfachheit ihres Falles ausnahmsweise unsere Ansicht darlegen. Ein erleuchteter Seher hat Ihnen also mit- geteilt, daß Sie in der letzten Inkarnation der römische Cäsar Nero waren. Da ist es doch nach den theosophischen Lehren von Karma und Reinkarnation durchaus logisch, daß Sie in Ihren kommenden Wiederverkörperungen zumindest die durch den Brand Roms verur- sachten Schäden ganz und gar werden gutmachen müssen. Wir fürchten nur, daß dazu die jetzige Inkarnation kaum genügen dürfte, und Ihnen daher noch viele Erdenwallen als Brandschadenliquidator und Angehöriger einer Feuerwehr bestehen." Aspirin hält Blumen frisch. Die schwedischen Apotheker be- haupten seit einiger Zeit, daß im Lande ein fürchterlicher Mißbrauch von Aspirin herrsche. In den letzten Jahren sei der Verbrauch an diesem Slimulane unerhört gestiegen. Man fürchtete sogar schon, daß manche Menschen das Aspirin als Rauschgift oerwenden. Run haben aber die Behörden eine Untersuchung angestellt, die diese Befürchtung als grundlos erwiesen hat. Man kam dabei zu einein überraschenden Ergebnis: Die Blumenhändler sind es, die Lffpirin in roßsn Mengen anwenden. Sie sind daranf gekommen, daß es das est« Mittel ist. um Schnittblumen möglichst lange frisch zu erhalten. Selbst eine schon verwelkte Blume wird wieder ganz frisch, wenn man Aspirin ins Wasser titt. JJrosessor Mnogradow ist an den Folgen einer Lunqenent- zündung in Paris gestorben. Seinerzett mußte er aus politischen Gründen seine Lehrtätigkeit in Rußland aufqeben und ließ sich in Oxford als Lehrer der Rechtslunde nieder. Der berühmt« Gelehrte war ein Schüler Mommsens und Brunners. Sein Spezialaebict war die Geschichte der Recht», und Wirtschastsentwicklung im Mittelalter. Die preußische Akademie der Wissenjchafien hatte ihn zu ihrem korrespondierende: Mitglied erwählt. Ein neuer Roben» ist im Privatbesitz des ehemaligen sächsischen König» ausgesunden worden, und zwar einTrunkener Herkules". Do» Bild in der Dresdener Gemäldegalerie, das bisher als dos Original galt, soll nur eine Werlstattkopie sein.

ttaat»»p«r. Di« deutsche Lustspielover.Ter Dieb de« Glück«» von Bernhard Schuster lruide zur Eistaussüblung angenommen. Da« ZSert wird im ftrübjahr unter Leitung ron Generalmusitdirettor Erich Kleiber in Szene gehen. Deutsche » Iheaer. Die Reum'zenierung von KleittS.Jtäthchenuo« H e i l b r o n n» unter Eugen Klöpfer « Regte wird am DteuStag, den 28. D«», zum erftevmal gegeben.