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Thronprätendenten find zum Teil gleichfalls Mitglieder des Hauses Habsburg , die den Erwerb der Stephanstrone natür­lich nur als ersten Schritt zur Wiedergewinnung der alten habsburgischen Hausmacht betrachten. Die Ruhe Mittel­ europas ist von jedem einzelnen ungarischen Thronkandidaten bedroht.

Erinnert sei noch an den blutigen Aufstand im Burgenland , an den Einzug der Horthy- Armee in Baranya , an die neuerliche Anbiederung Horthys an Mussolini . Braucht es noch weitere Beispiele, um den aggres siven Charakter des Horthy- Regimes darzutun? Wenn jetzt anläßlich der Entlarvung der Frant- Fälscher die Empörung der öffentlichen Meinung ganz Europas besonders hohe Bellen schlägt, so möge diese öffentliche Meinung nicht ver­geffen, daß der jüngste Standal nur die logische Folge einer gewiffen Gleichgültigkeit gegenüber einem Regime darstellt, deffen oberster Grundsatz das Verbrechen ist. Die Gewalt herrschaft, mit der das ungarische Bolt feit über sechs Jahren geftraft ist, hat das Land moralisch degradiert. Sie wird ein ewiger Schandfled in der ungarischen Geschichte sein. Ihre Beseitigung war, ist und bleibt ein zwingendes Gebot.

us

Die Regierungsfrage.

Die Preffe zum Berliner Beschluß.

nicht, lo macht man in Breußen nach, was die Deutschnatto nalen im Reich gemacht haben, und schlägt auch dort ben ganzen Laden faput! Wäre das etwa Berantwortungs bewußtsein"?

"

Die Kreuzzeitung " meint, die Sozialdemokratie münsche revolutionär aufzutreten, sie sei eben staatsfeindlich" und mur auf Straßenagitation" bedacht, also sei der Beschluß folge richtig". Nun sei es aber am Zentrum, die Lage zu entwirren und die Bahn für Luther freizumachen.

Die Deutsche Tageszeitung" schließlich findet, der Ber­ liner Beschluß fei eine schallende Ohrfeige" für das Zentrum und wohlverdient". Nach alldem müffe eine Regierung ge bildet werden, die über dem Barteihader steht".

Ginge es also nach den Wünschen der Rechten, so würde fich die trübe Prophezeiung der Germania ", die Entwicklung tönne auch nach rechts gehen, sehr bald erfüllen. Freilich fann die Entwicklung nur dann nach rechts gehen, wenn auch das Zentrum dabei mitmacht.

ist

Die gestrigen Berliner Abendblätter beschäftigen fich sehr lebhaft mit dem Beschluß der Berliner Funktionäre vom Montagabend. Zusammenfassend fann man fagen, daß er von der demokratischen und der Zentrumspresse mit startem Unbehagen aufgenommen und von der Rechtspreffe mit höhnischer Freude tommentiert wird.

Die Berliner Boltszeitung" schreibt:

Die Sozialdemokratie will also mit ihren 131 Reichstagsfizen, wenn es nach dem Willen der Groß- Berliner Funktionäre geht, zuschauen, was die übrigen Bartelen des Reichstages für eine Regierung zusammenbauen. Politit tann man bas taum noch

nennen!

Die Bossische Zeitung" meint:

Es ist bekannt, daß die Berliner Funktionäre in threr Mehrhelt zum rabifalen Flügel der Sozialdemokratischen Partei ge hören. Müller- Franten selbst hat festgestellt, baß die Bartel­angehörigen im Lande die Koalitionsfragen wesentlich rubiger erörtern als die in Berlin . Es ist schon häufig der Fall gewesen, daß Parteiausschuß und Fraktionen mit ihren Entscheidungen sich in Widerspruch zu den Berliner Funktionären gesetzt haben. Eine Bindung für die Reichstagsfraktion bedeutet der gestrige Beschluß xicht, aber er fällt ins Gewicht, wenn die Frattion selbst, wie es sich im Dezember gezeigt hat, die Koalitionsfrage mehr vom tattischen, als vom staatspolitischen Gesichtspunkte aus betrachtet.

Die Boffische Zeitung" meist dann auf die Dittaturpläne der Rechten hin und empfiehlt zu ihrer Abwehr nochmals die Große Koalition.

Die Germania " überschreibt ihren Artikel Die wilden Berliner ", beschäftigt fich aber dann nur mit dem Referat Müllers, um auszuführen, die Hoffnung, daß sich eine Regie­rung der Mitte später zur Großen Koalition entwidein, tönne leicht trügerisch sein, die Entwicklung fönne ebenso gut nach ber anderen Seite gehen.

Das tann man, wenn man will, auffaffen als eine An­spielung auf den vielerörterten Plan, von Preußen her einen Drud auszuüben" in der Weise, daß man mit der Sprengung der Regierung Bra un droht, wenn die Sozial demokratie nicht auch im Reich in die Regierung gehe. Die Ausführung dieses Plans würde jedoch in startem Wider Spruch stehen zu der Theorie der Berantwortung. die von den bürgerlichen Anhängern der Großen Roalition der Sozialdemokratie gegenüber immer wieder entwickelt wird. Weil die Deutschnationalen ihre Regierungsgemeinschaft mit der Bolkspartei und dem Zentrum aufgegeben haben, follen die Sozialdemokraten aus Verantwortungsbewußt fein in die Regierung eintreten müssen. Tun fie es aber

Seine Durchlaucht der Falschmünzer.

Ludwig Prinz von Windischgrät Betanute jüngft: Miserabel steht's Und immer mehr nach unten geht's Mit meinem durchlauchtigsten Portemonnaie, 3war bin ich Ernährungsminister a. D., Doch meine laufige Benfion,

Die verspiel ich an einem Abend schon. Liegt man verfehrt beim Baccarat, So steht man plöglich pleite da. Futsch find Franten, Dollars und Krenen! Baffiva: Zweihundertfünfzig Millionen Doch verdrießt mich der Casus weiter nicht sehr! Ich ruf' mir meinen Sekretär

Und befehle: In Zukunft wird falsches Geld Für meine Bedürfnisse hergestellt. Lieferanten und sonstige Knoten

Bezahlt man mit falschen Frantennoten, Und ist dann gewechseltes Echtes vorhanden, Go gelangt dies in meine Börse. Berstanden? Mein Sefretär hat artig genict Und mich verständnisvoll angeblickt./

Fragt jemand von der Polizei,

Dann heißt's: 3weds Königsmacherei!

Dann sind die Herrn sofort dabei.

Der Kriegsminister ist so gut,

Bom tartographischen Institut

Die Druckmaschinen anzubieten, Sonst merkt man nämlich zu rasch die Blüten, Und aus Gefälligtelt und Interesse Stellt uns der Polizeichef Päffe Und versiegelt amtlich unser Gepäd, So schafft man mit Ruhe ins Ausland den Dred Und fann fich forgenlos fanieren. Wie follte uns auch was passieren? In Horthy - Ungarn Gott fei Dank!- Ift Schirm und Schußschild unfer Rang

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Doch die Pariser Bolizei,

Sie war so frech, sie war fo fret,

In wirklich unqualifizierbarer Weise Zu stören Seiner Durchlaucht Kreise. Ja, Durchlaucht, wie man's treibt, so geht's: Es figt im Rittchen Windischgrä Und spricht zu seinem Sekretär: Wenn doch ganz Europa - wie Ungarn !" Henning Duderstadt.

Reifeboykott gegen Italien !

Die volksparteiliche Parole. se

Die Nationalliberale Rorrespondenz", das offizielle Organ der Boltspartei, brudt befürwortend einen aus Südtirol stammenden Aufruf ab, der den Reifebontott gegen Stalien proflamiert. Kein Deutscher dürfe mehr nach Italien reifen, wenn er nicht zum Berräter an Südtirol werden wolle.

Im Jahre 1925 haben 186 000 Deutsche als Bergnügungs. reisende Italien besucht. Durch ihr Fernbleiben hofft man einen folchen Drud auf die faschistische Regierung ausüben zu fönnen, daß der Kurs in Südtirol geändert wird.

Der Aufruf bezeichnet das italienische Volt als das Bolk der Tierquäler". Wir meinen, daß eine solche Beschimpfung eines ganzen Boltes ungerecht ist. Das italienische Bolt ist heute selber ein gequältes Tier". Unsere Sympathien gelten nicht nur den Deutschen Südtirols , sondern allen, die inner­halb der italienischen Grenzpfähle unter dem faschistischen Berbrecherregiment leiden.

Und darum meinen wir auch, daß der Boykott, der eine zweischneidige Waffe ist, nur dann erfolgreich ange­wendet werden fönnte, wenn er nicht nur von dem deutschen Bürgertum aus besonderen nationalen Gründen, sondern von den arbeitenden Böltern international aus allgemeinen Gründen der Gerechtigkeit und Menschlichkeit ausgeführt werden würde, und nicht mit einer feindlichen Spize gegen das italienische Bolt, sondern im Interesse auch dieſes Bolkes, das heißt im Gemeininteresse der europäischen

Kultur.

Die kostbare Reichswehr .

Wieder eine irreführende Erklärung.

In unserer Sonntagsmummer hatten wir sehr eindeutige 3 ahlen aus dem Reichshaushaltsentwurf für 1926 abgedruckt, die das Anwachsen der Ausgaben für Reichswehr und Marine beleuchteten.

Den Einbrud dieser Ziffern fucht nun eine Ertlärung abzu schwächen, die durch WIB. verbreitet wird und sicher aus dem Reichswehrministerium stammt:

Ueber den Haushaltsentwurf für das Reichsheer find Mit­teilungen verbreitet, die irrige Anschauungen zu er­weden geeignet sind.

Für den Heereshaushalt find für 1926 64 Millionen mehr angefordert als für 1925. Hiervon entfallen über zwei Drittel, nämlich 45,5 Millionen auf die allgemeinen Ge­haltserhöhungen, die im vergangenen Jahre eingetreten find. Die im Vertrag von Versailles festgesetzte Zahl der Offiziere, Beamten, Unteroffiziere und Mannschaften hat fich nicht per ändert. Die weiteren 18,5 Millionen dienen nicht umfangreichen Anschaffungen an Waffen und Munition, sondern finden ihre Er­flärung in der Erhöhung aller Gestehungsfost en seit dem 1. April 1925. Diese wird auch durch die genannten 18,5 Millionen noch nicht ausgeglichen. Die in der Finanzlage des Reiches begründete Notwendigkeit, zu sparen, hat nicht ein mal zugelaffen, bezüglich der Auffrischung der Waf fen und Munition die Möglichkeiten zu erschöpfen, die den Festsetzungen der Interallierten Militärkontrollkommission ent. sprochen hätten.

Diese Erklärung lentt von dem Rern der Dinge geflissentlich ab. Wir haben aus dem Etat felbft zitiert und diese Zahlen wird doch wohl das Reichswehrminifterium als richtig anerkennen müssen, da es felbft fie in den Etat hineingeschrieben hat:

Von den einmaligen Ausgaben werden verlangt beim Heer für Ergänzung und Anffrischung der Bestände an Waffen, Munition und Heergeräte 34 Millionen Mart, für ben Antauf von 3300 volljährigen Pferden zur Aufbesserung bes Pferdebestandes 2,9 millionen Mart, für Verbesserung und Ber­vollständigung der Verteidigungsmittel 11 Millionen Mart. Die Marine fordert als erste Teilbeträge für den Bau von jwel fleinen Kreuzern, von sechs großen Torpedobooten und einem fleinen Torpedoboot 19 670 000 Mart. Ferner erste Leil beträge für die artilleristische Armierung der ge. nannten Schiffe 10 430 000 Mart, ferner 8 500 000 Mart zur Ber­besserung und Bervollständigung der Berteidigungsmittel, Ins gesamt also 86,5 Millionen.

Sind diese 86,5 millionen wirtlich nur 18,5 mil. tionen Mehrforderung, die nicht durch Gehaltserhöhungen be­dingt find? Mit solchen Rechenkunststücken wird das Reichswehr. ministerium seine Sache nicht retten fönnen. Die Sozialdemokraten werden im Haushaltsausschuß mit größter Entschiedenheit dafür ein­treten, daß das Gebot ber Sparfamfeit, bas für alle Refforts gilt, auch auf ben Etat der Reichswehr Anwendung findet.

teit, wenigstens den Südtirolern zu Hilfe zu kommen. Indes gibt es noch eine andere unausgeschöpfte Möglich Die... Tägliche Rundschau" weist auf sie hin, indem fie fchreibt: Senatspräsident Freymuth zurückgetreten.

Wäre das Deutsche Reich Mitglied des Bölterbun­des, fo hätte es die Möglichkeit, hler feine Stimme als Proteft zu erheben. Aber auch diese Möglichkeit fehlt ihm! Die Tägliche Rundschau" vergißt hinzuzufügen, daß biefe Möglichkeit nur beshalb fehlt, weil man den Ruf der befanntlich antinationalen" Sozialdemokratie nach dem Eintritt in den Völkerbund Jolange überhört hat.

Wir meinen also, daß der Schwerpunft des Kampfes 3 nächst in Genf ruht, dann vielleicht in 3ürich und in Amsterdam . Nicht in den Reisebureaus Unter den Linden .

Proft Seedt!" Ein tommunistisches Abendblättchen veröffent licht unter dem Strich ein Gedicht unter dem Titel Broft Seedt!" Zunächst dachten wir, daß die fommunistische Bresse fich endlich, wahrheitsgetreu mitzuteilen, daß der ruffische Bolkskommissar wenn auch etwas verspätet, dazu entschlossen hätte, ihren Lesern hitlerin fürzlich bei Seedt gefrühſtüdt hat. Eine genauere Brüfung ergab jedoch, baß es fich lebiglich um eine Satire auf die Beförderung des Gastgebers Tschitscherins zum Generalobersten handelt.

Wo liegt das Herz der Pflanze?

Ueber die neuesten erstaunlichen Entdeckungen des großen indischen Pflanzenphysiologen Sir Jagadis Chandra Bose, die er in einem Bortrag zur Feier des achtjährigen Bestehens feines Instituts in Raltutta befannt gab, ist bereits furz berichtet worden Ein Berichterstatter der Times" macht jeßt ausführliche Mit­teilungen über diese offenbarten Wunder des Pflanzenlebens, die das Lebenswert des Gelehrten trönen. Es ist Bose mit Hilfe unend­lich feiner Meßinftrumente gelungen, den Herzschlag der Pflanze festzustellen, zu entdecken, ob fie gefund oder trant sind, und ihren Lobestampf zu beobachten. Wie Bose erzählte, begann er bor 32 Jahren feine Forschungen, und zwar ging er von der Entdeckung aus, daß auch die unorganischen Stoffe Ermüdungserscheinungen aufweisen, ähnlich der Ermüdung in den tierischen Muskeln, und daß die Ermüdung, im organischen und unorganischen Leben nach einer Zeit der Ruhe beseitigt wird. Das führte ihn dazu, die Eigentüm lichteiten der einfacheren Lebensformen zu untersuchen, wie fie fich in den Pflanzen barstellen, und nach mühsamen und geduldigen Forschungen war er imstande, zu zeigen, daß der Lebensmechanismus der Pflanze mit dem des Tieres identisch ist. Er fand in der Pflanze eine Kraft, durch die sie Zeichen von ihren Reaktionen auf die Außenwelt gibt, und er stellte Instrumente her, durch die diese Zeichen der Pflanze in schriftliche Aufzeichnungen umgewandelt werden. Es glüdte ihm, den Sinn und die Bedeutung dieser Hiero. ginphen zu entziffern, durch die festzustellen ist, ob die Pflanzen frant oder gefund sind, ob die Nahrung, die sie erhalten, für fie gut oder schädlich ist.

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So tam Rofe zu der Erkenntnis, daß die Pflanze ein sehr hoch entwideltes Nervensystem besigt, und daß der Pulsschlag ihres Organismus, der die Stelle des Herzschlags bei den Tieren ein nimmt, die genaueste Auskunft über die Aeußerungen der Pflanzen nerven gibt. Mit Hilfe feiner Instrumente fonnte er die Tätigkeit der lebendigen Zellen nachweisen, die den Saft von den Wurzeln des Baumes bis zu seinen äußersten Blättchen im Gipfel hinauftreibt und so ein Broblem lösen, das die Wissenschaft seit 200 Jahren beschäftigte. Die Stelle, wo das Herz der Pflanze liegt, wies der Gelehrte mit Hilfe einer elektrischen Sonde nach, die mit einem sehr feinen Galvanometer in Verbindung steht. Wenn der elektrische Kontakt mit einem ruhenden Muskel hergestellt wird, dann bleibt der Galvanometer ruhig. Aber wenn die Sonde das schlagende Herz der Pflanze berührt, dann werden elektrische Ausschläge hervor gerufen, die den Bulsschlägen der Pflanze entsprechen. Um das Herz der Pflanze zu lokalisieren," sagte Rose, führe ich die Sonde an dem ganzen Stamm oder Stengel der Pflanze entlang; fobald fie mit der pulfierenden Schicht, in Berührung fommt, werden elektrische Signale ausgefandt, die automatisch von dem Galvano graphen aufgezeichnet werden. Jede tätige Belle faugt während Diefer Phase ihrer Ausdehnung Wasser von unten auf und drückt es während der Phase des Zusammenziehens nach oben. Das Herz ber Pflanze ähnelt dem verlängerten Herzen einiger niedriger Tiere, wie z. B. dem der Regenwürmer, bei denen eine peristaltische Tätig teit die zirkulierende Flüffigkeit vorwärtstreibt."

Um den Herzschlag ber Pflanze zu meffen, der weniger als ein Millionftel eines Bolls beträgt, war eine ungeheure Vergrößerung nötig, für die fich Bose eines magnetischen Apparates bediente, der

Wegen Erkrankung.

Der Senatspräsident am Rammergericht, Genoffe 2. Fren muth, der durch sein entschiedenes Eintreten für eine Sustizreform weiten Kreifen befannt ist, trat am 1. Januar von seinem Unt zurück. Frenmuth wurde als juristischer Verfechter eines Ausführungs­gefeßzes zum Ausnahmezustandparagraphen der Reichsverfaffung und als Gegner der Schwarzen Reichswehr der besondere Liebling des Reichswehrminifteriums. Sein Rücktritt erfolgte auf den Nat eines ärztlichen Spezialisten, der bei Freymuth ein schweres

Herz- und Gallenleiden feststellte.

Genoffe Freymuth steht erst im 53. Lebensjahre, er hat affa die richterliche Altersgrenze nod) nicht erreicht. Er war nach der Revolution zunächst Unterstaatssetretär im Preußischen Jufitz­ministerium, wurde bald darauf Staatssekretär, Bevollmächtigter zum Reichsrat und Mitglied der Preußischen Landesversammlung. Als Senatspräfident am Kammergericht war er besonders mit dem Recht der Gesellschaften mit beschränkter Haftung beschäftigt, worüber er fürzlich auch ein größeres Wert erscheinen ließ.

die Bewegung 10 Millionen mal verstärkt. Auf diese Weise tonnte er in feinem Bortrag sowohl die Herzschläge einzelner Pflanzen sichtbar machen als auch den Einfluß von Chloroform auf die Pflanze und die trampshaften Zuckungen, die dem Todeskampf der Pflanze vorangehen.

Auch der Fall Jegner erledigt. Der Intendant des Berliner Schauspielhauses, Leopold Jeßner , hatte vom Aufsichtsrat des Deuts fchen Schauspielhauses in Hamburg den ehrenvollen Ruf erhalten, die fünstlerische Leitung dieses Theaters zu übernehmen. Genoffe Jeßner hat nun an feine Hamburger Freunde einen Brief gerichtet, in dem er von der endgültigen Ablehnung dieses Rufes Mitteilung macht. Für die Ablehnung war maßgebend die einmütige Kund­gebung des Gesamtperfonals der beiden von ihm in Berlin ge des Ministeriums für Kunst und Wissenschaft sowie des gesamten leiteten staatlichen Schauspielhäuser und eine Vertrauenstundgebung preußischen Minifteriums. Die von Jeßner aus Solidarität mit Schillings in Berlin eingereichte Demiffion scheint damit ebenfalls als erledigt zu betrachten zu sein. als erledigt zu betrachten zu sein.

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Die erfte türkische Eheschließung neuen Sfils. In Esti- Befir fand dieser Tage die erste türkische Eheschließung neuen Stils ſtaft. Die Ehevertragsschließenden waren eine Schullehrerin und ein städtischer Beamter; fie unterzeichneten einen Rontratt, in dem es heißt, daß fie gleiche Rechte genießen, und daß jede Handlung, die geeignet wäre, diese Freiheit vor allem natürlich die Freiheit ber Frau- zu beschränken, als eine ftrafwürdige Berlegung der Heilig ausdrücklich festgelegt, daß, wenn die Lebensverhältniffe fich nicht feit der Che gewertet werden soll. Es wurde ferner in dem Bertrage günstiger geftalten follten, Mann und Frau verpflichtet sein sollen, verdienen, was einer Guspendierung der Unterhaltspflicht bes fich nötigenfalls die Unterhaltsmittel unabhängig voneinander zu Mannes gleichfäme. Eine Vertragsklausel fegt den Wert der Mitgift auf 500 türkische Pfund fest und bestimmt, daß im Ehescheidungsfalle von demjenigen Ehepartner, welcher den Scheidungsprozeß anstrengt, eine Schadenersabfumme in Mitgifthöhe zu zahlen fei. Die neue, femalgewollte türkische Eheschließung endete mit einem Shimmy echi amerikanischer Prägung.

Das Haus für intellektuelle zufammenarbeit. Am 16. Januar findet in Paris die Einweihung des von der französischen Re­gierung dem Völkerbund zur Verfügung gestellten Internationalen Instituts für intellektuelle Zusammenarbeit statt. An der Feierlichkeit nehmen außer dem Sekretariat des Bölkerbundes, der franzöfifchen Regierung und dem diplomatischen Korps Delegationen det wiffen­schaftlichen Berbände des Auslandes teil. Auch Vertreter des deutschen Geisteslebens, das in dem Institut durch den zum Präfi­denten der Abteilung für geistigen Austausch ernannten Profeffor Schulze- Bävernig repräsentiert wird, werden bazu in Paris erwartet.

stehens des Burgtheaters beabsichtigt der beutschösterreichische Bühnenverein Eine Theaterausstellung in Wien . Aus Anlaß des 150jährigen Bea veranstalten. Die Ausstellung, die intereffante Dofumente und Dbfette ber unter dem Titel: 150 Jahre Biener Theater eine Theaterausstellung an vergangenen 150 Jahre zeigen soll, wird voraussichtlich am 23 Januar er öffnet werden.