Ber das Gegenteil behauptet, denkt entweder nicht oder er| Daß gegenüber der Ungeheuerlichteil ein republikanischer vermag es nicht zu sehen.
Gerade in Zeiten, in denen der Richter zwangsläufig im Politischen schlechthin, wobei gar nicht an Parteipolitik zunächst gedacht werden muß, verfangen ist, wird allerdings der Sat, daß die Justiz der Politit vorgehe, um so mehr Gläubige. finden, je weniger er in der Wirklichkeit begründet ist. Der Saß von der Borrangstellung der Justiz fann aber überhaupt nicht als für alle Zeitverhältnisse zutreffend, anerkannt wer den. Wir sprechen das in vollem Bewußtsein der Konsequenzen ruhig aus und stellen ihm für unsere Zeit den Satz von Borrang des Politischen , wiederum natürlich in dem allgemeinen Sinne, gegenüber. Die Justiz darf nicht vergessen, daß sie nur ein Teil des Staatsganzen, nicht Selbstzwed ist und daß sie sich dem Staate ein und unterzuordnen hat. Die falsche Auffassung von der Selbstherrlichkeit der Juftig, zu deren Bannerträger sich Herr Dr. Liebmann macht, hat die Rechtsprechung verschuldet, die das Vertrauen in die Rechts pflege erschütterte, die es auf dem Gewissen hat, daß für meiteste Kreise des Boltes Gerechtigkeit und Justiz nicht mehr fich deckende Begriffe darstellen. Die Behauptung, der republifanische Richterbund trage dafür die Berantwortung, erscheint gerade angesichts der aufmühlenden Wirkung der Rechtsprüche in Sachen der Fürstenhäuser so weltfremd und abwegig, daß fie nicht mehr als bedauerndes Achselzucken auslösen fann. Ben die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit
Blindheit.
Das Antämpfen oder auch nur das Widerstreben gegen die Neuentwicklung führt das deutsche Richtertum ins Berderben, wenn nicht rechtzeitig eine Umfehr erfolgt. Wir links gerichteten Justizbeamten jehen mit tiefstem Bedauern, ja mit Entfezen, wie die im eigentlichsten Sinne reaktionäre Einstellung erheblicher Teile der Richterschaft dazu führt, die Tätigkeit der ordentlichen Gerichte in wichtigsten Funktionen auszuhöhlen. Sondergerichte entstehen läßt und damit natürlich das Ansehen des Richtertums und seine ganze Stellung schwächt. Hier fann allein ein aus Nachdenken kommender Gefinnungswandel helfen. Denn die Fehler, die in der Rechtsprechung unterlaufen, find nicht zufällige Irrungen" wie Herr Dr. Liebmann meint, diefes oder jenes Richters, sondern Ausdruck einer bestimmten weithin herrschenden Gesinnung.
Das führt mitten in den Fall Kroner. Herr Dr. Liebmann glaubt die Vermutung aufstellen zu müssen, die Ernennung Kroners zum Oberverwaltungsgerichtsrat fei eine Belohnung, eine Belohnung, die er doch nach der fchweren Kräntung feines Standes gewiß nicht verdient habe, deren er auch nach seinen beruflichen Qualitäten nicht würdig sei. Gewiß, ein Beamter, ein Richter muß sich seines Standes würdig erweisen. Er darf nicht ohne Not sein eigenes Nest beschmutzen. Wenn Herr Dr. Liebmann auch sonst kein Freund von Sprüchwörtern ist, das eine wird er doch anerkennen, da es in seiner Zeitschrift oft genug wiederkehrt: Salus rei publice suprema lex est! Das Interesse des Staates, der Republik geht vor Standesinteressen. Das verkannt zu haben und noch zu verkennen, ist eine der schwersten Sünden der Führer des deutschen Richtertums. Als man die Repräsen fanten der neuen Staatsordnung in der gemeinsten und niederträchtigsten Weise schmähte, hat die deutsche Gerichtsbarkeit versagt, ohne daß aus ihrer eigenen Mitte flammender Protest dagegen erhoben wurde. Das schlimmite an dem Magde burger Urteil, mas auch im Ausland, wie ich wiederholt bort zu hören Gelegenheit hatte, gänzlich unverstanden blieb, war nicht die juristische Konklusion mit Worten läßt fich treff lich streiten sondern der Mangel an jeglichem Staatsgefühl, war die Tatsache, daß diefes Urteil überall den Geist der Ablehnung einer Staatsordnung atmete, deren Inkarnation Friedrich Ebert war. Etmas Ungeheuer liches war damit geschehen: Die Revolte der Justiz gegen den Staat. So empfand es offenbar auch die Reichsregierung, die sich, trotzdem alle ihre Angehörigen parteipolitisch weit von Friedrich Ebert entfernt waren, einmütig vor ihn als den Repräsentanten des Staates ftellte.
so ist dies sein Berdienst.
Richter, der sein Staatsidol geschmäht sah, nicht, wie ihm Herr Dr. Liebmann tongedieren will, wijsenschaftlich juristisch das Urteil befehdete", sondern in leidenschaftlicher Aufwallung feinem Unmut Luft macht, das war vom Standpunkt formalen Rechts wohl ungeschickt und unflug. Als Vorsitzender des republikanischen Richterbundes, als Wortführer republikanischer Gesinnung war es für ihn Pflicht, war es Berdienst.
Und warum sollte die Republik sich scheuen, solches Berdienst um ihre Sache auch zu belohnen? Sie überschüttet ihre Getreuen ganz gewiß nicht mit Gnaden. Sie hätte das Recht und die Selbſterhaltungspflicht, gerade auch fomeit die Justiz in Frage fommt, meit mehr, als es geschieht, ihre Anhänger an ihre Posten zu stellen. Das würde nicht nur im Intereffe der Republit, sondern auch im wohlverstandenen Interesse der Justiz felber gelegen sein. Aber unerschrockene Männer müssen es sein, die, um ein Wort Hachenburgs in der Deutschen Juristenzeitung" vom 15. Oftober 1925 zu gebrauchen, nicht den Vorschriften der Borgesetzten und, so möchte ich ergänzen, dem Komment eines Standes, sondern der Sprache des eigenen Gewissens folgen. Aus diesem Gesichtspunkt heraus hat die Ernennung Kroners zum Oberverwaltungsgerichtsrat nicht die Bedeutung, daß Rechtsprechung und Parteipolitif eins fein sollen, sondern daß Staatspolitit, Staatsgesinnung und Rechtfprechung eins fein müssen. Ich möchte wünschen, daß diese Einsicht, wenn auch nicht Herrn Dr. Liebmann, fo doch zum Besten unseres Standes der Großzahl der deutschen Richter zuteil wird, daß aber auch die federführenden Herren Minister dieser Auffassung mit Nachdruck Geltung verschaffen. Je schneller Herr Dr. Liebmann mit seinen Auffassungen von der deutschen Richterschaft preisgegeben wird, desto eher wird Aussicht bestehen, daß sie wieder allgemein anerkannt werden und die Justiz gesundet. Einstweilen können wir linksgericht teten Richter, weil wir wiffen, daß die Zeit für uns ist, uns zwar nicht mit Graufen, wie es umgefehrf Herr Dr. Liebmann fut, aber mit Gleichgültigkeit von ihm und seinen Gesinnungsgenoffen abwenden.
Hinterlist und Lüge.
Wie die Kommunisten Einheitskomitees erfinden. Die„ Rote Fahne " hatte zur Unterstützung der gegen die Sozialdemokratie gerichteten Einheitskomitees"-Aktion die Behauptung in die Welt gefeßt, daß der Bezirksvorstand Zwickau der SPD . sich zur Bildung eines Einheitsfomitees bereit erklärt habe.
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Der Bezirksvorstand der SPD . im Bezirk 3widau- Blauen, gezeichnet Mag Seydewig und Richard Meier, ver öffentlicht dazu die folgende Erklärung:
,, Von der fommunistischen Presse ist in den letzten Tagen in demagogischer Weise mit der Behauptung Propaganda ge macht morden, daß der Bezirksvorstand der SPD. fich für die Bil dung der von den Rommunisten geforderten Einheitstomitees zur gemeinsamen Führung des politischen Kampfes für den Volks entscheid entschieden hat. Das ist falsch. Wir stellen gegenüber diefer 3rreführung feft, daß der Bezirksvorstand der SPD. für den Bezirk Zwidau unerschütterlich auf dem Boden der zentralen Abmachungen steht, die Bildung von Einheitsfomitees aus fachlichen Gründen ablehnt und die Ortsgruppen im Bezirk angewiesen hat, überall den politischen Kampf um den Boltsentscheid selbständig zu zu führen, überall gemeinsame Bersammlungen mit den Kommuniffen und die Bildung von Einheitsfomitees abzulehnen.
Der Bezirksvorstand der SPD . Zwidau hat bei seiner Einladung an die Bezirksleitung der KPD. nur an die Besprechung notwendiger organisatorischer Arbeiten, an die Frage der reibungslosen Versendung der Einzeichnungsliften, an die Berbreitung der erforderlichen Pla tate usw. gedacht.
einberufenen Besprechung von Bertretern des Bezirksvorstandes Nur diese Fragen sind in der vom Bezirksvorstand der SPD. der SPD . mit Bertretern der Bezirksleitung der KPD. erörtert worden. Die politische Uffion ist Sache jeder einzelnen Partei. Den politischen Kampf führt die SPD . im Bezirk Zwidau vollständig selbständig. Die Art, wie die Kommunisten unsere Einladung für ihre parteipolitischen Interessen ausgelegt haben, sind mir wieder ein Beweis dafür, wie schwer es noch immer ist, mit den Kommu miniften bei den selbstverständlichsten Dingen zufammenzuarbeiten." Die Kommunisten verfolgen mit ihrer Einheitskomitee Ausschreitungen der Kommunisten. aftion nicht nur hinterliftige Ziele, fie bedienen sich dabei auch Hamburg , 4. Februar. ( Eigener Drahtbericht.) In der Ham Wir haben schon einmal erlebt, als man von den Komunisten der frechsten Lügen. Im übrigen ist ihre Methode nicht neu. burger Bürgerschaft tam es am Mittwoch zum erstenmal zu 1920 und 1921 die Parole ausgab: hinein in die Arbeiterräte einem tätlichen Angriff eines Abgeordneten auf ein Regieweil man auf diese Weise die SPD . zu zerstören glaubte. rungsmitglied. Das Haus und die Zuhörertribünen waren Heute hat das Kind mir einen anderen Namen, es heißt heute außerordentlich stark befeht, weil die Millionennachforderung für den Einheitskomitee, nicht Arbeiterrat, der Zweck aber ist der Bau des Stadttheaters beraten werden sollte. Infolge langwieriger gleiche. Auch die günstigste Gelegenheit seit vielen Jahren" Steuerdebatten kam es aber zu dieser Auseinandersetzung nicht, wird vorübergehen, ohne daß den Kommunisten die Zersplitsondern es wurde der fünfte Nachtrag zum Haushaltsplan beraten. terung der SPD . mit Hinterlift und Lüge gelingt. Schon während der ganzen Sizung war es zu wiederholten Auftritten gekommen, die die Stimmung außerordentlich verschärften. Als dann der Kommunist Urbahns, der während des Oktoberaufruhrs 1923 zu 10 Jahren Festungshaft verurteilt wurde, vom Gericht aber aus der Haft entlassen wurde, weil der Reichstag die Immunität nicht aufgehoben hat, scharf die hamburgische Justiz- und Gefängnisverwaltung angriff, antwortete der Justiz senator Dr. Nöldede. Dabei gebrauchte er auch den Ausdruck poli. tische Verbrecher, was bei den Kommunisten ungeheure Aufregung verursachte. Eine Anzahl Abgeordneter drangen gegen den Redner vor und ein Kommunist warf dem Justizsenator ein Attenbündel ins Gesicht. Nun entstand ein ungeheurer Tumult, in dessen Verlauf es zu Tätlichkeiten kam. Einige besonders aufgeregte Kommunisten wurden von ihren eigenen Frattions. follegen an der Kehle gepackt und hinaus geschoben. Es tam zur unterbrechung der Sigung und zum Ausschluß des 28jährigen Kommunisten Jahnte, der den Angriff ausführte. Nach Wiederaufnahme der Sigung entstanden neue Auseinander fegungen, als der Redner den Ausdrud politische Verbrecher" wiederholte. Schließlich fonnte er doch seine Rede fortsehen. Trotz bem blieb die Spannung im Haus und es fam wiederholt noch zu Szenen, bis die Sigung unter allgemeiner Erregung gegen Mitternacht ihr Ende fand.
zu leisten, wird durch ihr weitausgesponnenes Netz von Detektiven und Spionen wirtschaftlich und persönlich vernichtet.
Das ist das Bild, das sich aus diesen brei Büchern ergibt. Biel leicht auch unsere Zukunft, wenn nicht vorher der Sozialismus bei uns seine Erfüllung findet.
In einer phantastischen Erzählung„ Nach der Sintflut schildert Sinclair den Untergang des tapitalistischen Ameritas. Eines Tages werden alle Lebewesen dahingerafft, und nur eine feine Gruppe rettet sich im Flugzeug. Diese begründet, nach ihrer Rüdfehr auf diese Erde und nach harten Kämpfen in sich selbst die neue klassenlose Gesellschaft.
Niemand sollte an den Büchern Sinclairs vorbeigehen. Raum ein Dichter unserer Tage hat in solch spannender Weise es verstanden, wie es im gelobten Dollarlande in Wirklichkeit aussieht.
Aufwertung von Baudarlehen.
Die württembergische Rechtsregierung verlegt ein Reichsgesek.
Der Steuerausschuß des Reichstags beschäftigte sich am Donnerstag mit einem sozialdemokratischen Gesezentwurf über die Aufwertung von öffentlichen Baudarlehen. Ihm liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Im Finanzausgleichsgesetz ist bestimmt wor den, daß die Aufwertung von ffentlichen Baudarlehen mit 25 Broz. ihres Goldmattwertes zu erfolgen hat. Dieser Beschluß ist dem Reichstag einstimmig gefaßt worden. Trogdem hat die mürttem des einfachen Goldmartbetrages das 1,6fache und fam somit zu einem bergische Regierung ihn nicht ausgeführt. Sie sehte statt Aufwertungsjah von 40 Broz. ftatt non 25 Broz. In der eingehen den Aussprache wurde von fast allen Rednern anerkannt, daß es fich bei dem Berhalten der württembergischen Regierung um tie Verlegung eines Reichsgefezes handle. Daher habe diese Angelegenheit eine weit größere Bedeutung als die Vorgänge, die ihr zugrunde liegen. Da von den Kommissaren der Reichsregierung beschloß der Ausschuß, die Reichsregierung aufzufordern, in einer biefer grundsätzliche Gesichtspunkt nicht genügend gewürdigt wurde, späteren Sizung eine offizielle Ertlärung zu geben, ob es einem Einzelstaat gestattet sei, zwingende Berschriften der Reichsgesetzgebung nach Belieben außer Kraft zu setzen.
hohl und ohne Ehre fand. Bergebens versuchte ich zwei Jahre lang als Eremit Buße zu tun. Nun hat mein Sohn eine Berföhnung zwischen mir und meiner Frau zustande gebracht... Ich war graufam, als ich jung war... Eleonore Duse, die größte Tragödin aller Zeiten, liebte mich. Unsere Trennung war tragisch. Eleonore Duses mich, daß ich mich in den legten Tagen unserer Liebe unritterlich Leiden machten mich fast wahnsinnig, denn der Gedante peinigte benommen hatte. Eine innere Stimme sagte mir: D'Annunzio , mich, fuche Bergebung!" Von wem?" fragte ich zurüd. Duse ist ja tot!" Die Verzeihung deiner Frau!" lautete die Stimme."
Was wird die nächste Etappe Gabrieles sein?
Ein Ebert- Bildnis. Anläßlich des Todestages von Friedrich Ebert am 28. Februar ist im Berlage der Reichsdruderei ein Bildnis des verstorbenen ersten Reichspräsidenten erschienen. Das 27 x 34 3entimeter große Blatt zeigt den mächtigen Kopf Eberts in einem fein durchgearbeiteten Original- Kupferstich des Berliner Graphiters E. Smith und wird in seiner lebenswahren, fünstlerisch vollendeten Biedergabe eine millkommene Gabe für die zahlreichen Freunde des ersten sozialdemokratischen Reichsoberhauptes der deuthandlungen zu dem billigen Preis von 2,50 M. zu beziehen. Ferner ist eine Borzugsausgabe mit Chinapapierauflage zum Preise von 5 M. erschienen.
artigen Spielfiguren die biblischen Geschichten von Joseph und seinen Die Wertfreude" läßt Käthe und Albert Ba er mit ihren neuartigen Spielfiguren die biblischen Geschichten von Joseph und seinen netten verfertigt, die 3. T. so fein find, daß die Kinder sie wohl Brüdern und Salomo und der Königin von Saba vorführen. Kärhe Baer hat für das Haus- und Kindertheater zweidimensionale ,, Mario herzlich lieben werden. Die Berse dazu von Albert Baer werden; auch in ihrer schlichten Unbekümmertheit um Reim und Bersa maß Freude bereiten.
Von dem rauschenden Glüd des tapitalistischen Ameritas erzählen immer wieder aufs neue die bürgerlichen Blätter. In diesem Lande des alles beherrschenden Dollars foll es angeblich feine Not geben, und Henry Ford will uns flarmachen, daß die Arbeiter des Landes mit den herrschenden Zuständen durchaus einverstanden sind. Aber die andere Seite zeigt uns Upton Sinclair , deffen Romane von der deutschen nichtsozialistischen Presse nicht in dem Maße gewürdigt worden sind, wie sie es verdienen. Als erstes Blatt von Deutschland hat der Vorwärts f. 3. Der Sumpf" von Sinclair abgedruckt. In unerschöpflicher Schaffenskraft wirft der Verfasser in einem durchaus amerikanischen Tempo Buch nach Buch auf den Markt. Jedes anders, aber alle von dem gleichen Gedanken erfüllt, der Welt zu zeigen, daß in dem gelobten Lande Amerika eine ungeheure Ausbeutung aus dem Arbeiter des letzte an Kräften herausholt. Rönig Kohle" führt uns in die Bergwerfe, deren Belegheit heimsuchen, wenn es gelungen ist, einiger alter Menschheitsschen Republit sein. Das Bild ist durch alle Buch- und Kunst schaft noch in den Anfängen gewerkschaftlicher Organisation steht, und die zum Teil viel schwerer als im alten Europa , um menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu fämpfen hat, weil die Reservearmee der Eingewanderten in der Regel um jeden Preis zum Arbeiten bereit ist. In dem obenerwähnten„ Sumpf" schildert er die Zustände in den Fleischfabriken Chikagos. Wenn es heut vielleicht anders aussieht, Was hat man uns nicht alles über den Eintritt Ameritas in den Krieg vorgelogen? Jimmy Higgins" zeigt uns deutlich, daß der amerikanische Proletarier genau so ungern in den Krieg gegangen ist wie der europäische, aber ungeheure Summen, die der ameritanischen Rüftungsindustrie zur Verfügung standen, haben bie Kriegs stimmung fünftlich erzeugt. Auf den europäischen Schlachtfeldern wird Jimmy Higgins zum Verkünder des Sozialismus und dafür von seinem Borgefeßten schwachsinnig geschlagen. Soeben sind drei neue Bücher von Sinclair im Malitverlag herausgekommen, bei dem auch seine sämtlichen anderen Werte erschienen sind:„ Die Metropole",„ Die Wechsler"," Der Industriebaron". In allen drei Werfen reißt er vor allem der Hauptstadt New York und dem kleinen Kreis der Dollarmillionäre rücksichtslos die Maste vom Gesicht. Er muß in diese Gruppen einen vorzüglichen Einblick getan haben, und wenn dies alles nicht wahr ist, was er dort erzählt, dann sollte man ihn aus jenen Kreisen heraus zu widerlegen ver juchen. Es wird schwer möglich sein. 99 Proz. auch dieser größten menschlichen Siedlung der Erde quälen fich im Schweiße ihres An- Der moderne Tannhäuser. Gabriele d'Annunzio , der große gesichts ab, um ihr tägliches Brot zu verdienen, Frauenarbeit ist so Dichter, Reklamelünstler, Eroberer Fiumes und Fürft vom Schnee schlecht bezahlt, daß für die meisten auf anständigem Wege ein Durchberg, veröffentlicht eine Beichte: ch bin zu meiner Frau zurüd. tommen überhaupt unmöglich ist. Aber in wenigen Händen ist das gelehrt... Ich fehre gedemütigt und reuevoll zurüd, um Berzeihung Gelb zusammengeballt und wird spekulatin hin und hergeworfen. mit Frauen eingelaffen habe. Ich bereue, weil ich jezt die Torheit bittend. Ich bin beschämt, meil ich mich auf der Höhe meines Ruhmes Ueberreizte Sinne wissen von ihm feinen vernünftigen Gebrauch meines Treibens einsehe... Die Welt möge nun erfahren, daß der mehr zu machen. Wer irgendwie magt, diesen Kreisen Widerstand Dichter- Liebhaber", der so viel fündige Liebe getoftet hat, die Liebe
Neue Krankheiten. Auch die Krankheiten haben ihre Moden, und man kann beobachten, daß andere Leiden die geplagte Menschgeißeln Herr zu werden. In einem Bortrag, über den in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichtet wird, sprach Sir Thomas Horder über folche Neue Krankheiten", die an die Stelle der alten treten. Die modernen Fortschritte der Hygiene haben manche Leiden, wie z. B. Typhus , Diphtherie, Tollwut, Milzbrand und Roß, verhältnismäßig selten gemacht; durch die verbesserte ose und ber Blutarmut fowie die Rachitis, die sogenannte englische Lebensweise der Bevölkerung wurden manche Formen der TuberkuKrankheit", verringert; auch die atute Gicht ist selten geworden. getreten, und zwar ist besonders die Neurasthenie in ihren verStatt dessen aber ist eine ganze Reihe neuer Krankheitsformen auffchiedenartigen Formen unter unserer nervösen Großstadtbevölke rung beträchtlich angewachsen. Ein vermehrtes Auftreten beobachtet man auch bei Krankheiten, die durch die weniger virulenten Batterien und Streptofoften erzeugt werden, so Leiden der Niere, der Gallen und des Darmes. Diese Batterien, die früher weniger Unheil anrichteten, führen jetzt zu Erfrankungen, weil die Widerstandsfähigkeit der Gewebe vermindert ist. Man hat bisher zu wenig beachtet, welchen Einfluß das Nervensystem auf die Reaktion gegen darauf legen, die allgemeine Widerstandsfähigkeit und besonders Die Aerzte müssen mehr Gewicht die des Nervensystems zu heben, um den Schädigungen durch diese Batterien vorzubeugen. Der englische Arzt kommt zu dem Ergebnis, daß man den modernen Menschen zu einer einfacheren Lebens. führung bringen müsse und daß die großen Heilmittel der Natur, mie Sonne sowie frische Luft bei Tag und Nacht, in viel größerem Maß auszunuzen seien.
batterielle Infektion ausübt.
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probieren neuer Spiele tat, Rinder dazu geladen. Was hat's viel Leider hat die Werffreude" nicht, wie sie es sonst beim Aus Bert, wenn wir die einfache Technit und Schönheit der Figuren bes wundern oder uns an Mängeln stoßen die für die's geschaffen, die Kinder, hätten zur Kritit fommen müssen und jubeln oder gähnen. Bewe.
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Die Boltsoper im Theater des Weftens bringt Sonntag, nachmittags 1,4 Uhr, die Oper Mignon" zur Aufführung.
Hinkemann" von Ernit Toller und Szenen aus„ Die Bandlung". Ernst Friedrich spricht: Sonntag 8 Uhr im Rathaus Rönigitrage den Zum Ball der Karifaturisten endet der Vorverkauf ber ermäßigten Billette Sonnabend, den 6. Februar, 6 Uhr.
Ein Scheffel- Museum in Karlsruhe . Aus Anlaß des 100. Geburtstages Joseph Biltor Scheffels wird am 12. Februar das vom Deutschen Scheffel Bund, Karlsruhe , eingerichtete und verwaltete Deutsche Scheffel- Museum in Angliederung an das Badische Landesmuseum im ehemaligen Schloß eröffnet. im Alter von 69 Jahren in Baris gestorben. Adolphe Willette , der auch bei uns bekannte Maler und Zeichner, ist
Zentralegefutivlomitees der Alrussischen Sowjetrepublik ist dem Profeffor Ordensauszeichnung für einen russischen Gelehrten. Laut Beschluß des Arbeitsfabne verliehen worden, und zwar für besondere Verdienste bei Be der Medizin an der Universität Saratom Rifonorow der Diden der Hoten tämpfung von Epidemien und Seuchen. Ohne Drden geht's also hier auch nicht)