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Abendausgabe

Nr. 78 43. Jahrgang Ausgabe B Nr. 39

Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin

10 Pfennig

Dienstag

16. Februar 1926

Vorwärts=

Berliner Volksblatt

Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr

Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297

Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

Volksbegehren vom 4. bis 17. März.

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Auf Grund dieser Tatsache sowie erneuter Behauptung, daß

Die Eintragungsfrist festgesetzt. Eine Stellungnahme der Reichsregierung. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung des Reichsminifters des Jnnern, in der die Eintragungs. frist für das von der Sozialdemokratischen und der kom­ munistischen Partei beantragte Boltsbegehren Enteignung der Fürstenvermögen" auf die Zeit vom 4. März bis einschließlich 17. März 1926 festgesetzt wird.

Die Regierung gegen die Enteignung. Durch Wolffbureau wird mitgeteilt: Die Reichsregierung hat die gefehlich vorgeschriebene Zulassung des von der Sozialdemo­fratischen Partei und der Kommunistischen Partei beantragten Bolts­begehrens auf Einbringung eines Gesetzes über die Enteignung der Fürstenvermögen beschlossen, nachdem festgestellt war, daß die gefehlichen Vorausfehungen für die Zulassung erfüllt sind.

die Geldmittel von den Arbeitgeberverbänden stammten, Propagandaabteilung der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberver­murde eine Untersuchung eingeleitet, die ergeben hat: Der Leiter der bände, v. 3enge, ist im Mai 1925 von dem deutschnationalen Abg. Meier, Gewerkschaftsvertreter des Zentralverbandes der Landarbeiterverbände, um die Gewährung eines Darlehens ersucht

worden.

Zwischen dem Zentralverbande und dem Oberleutnant a. D. Schulh hat nach Aufhebung der Schwarzen Reichswehr ein Ar­beitsverhältnis bestanden, in dem Schulh und der ihm befonders naheftehende Fememörder Feldwebel Klapproth damals in der Wirtschafts- Abteilung des Zentralverbandes beschäftigt waren.

Herr v. 3 enge hat im Mai das Darlehnsgesuch des Abg. Meier abgelehnt. Anfang Juni 1925 fanden erneute Berhand­[ ungen statt, an denen von seiten des Arbeitgeberverban. des die Herren v. 3 enge und Dr. Meisinger und auf der anderen Seite Landtagsabgeordneter Meter( Dnat.) und Reichs. gesetz- tagsabgeordneter Behrens( Dnat.), sowie Affeffor Malethge vom Sentralverband der Bandarbeiter teilnahmen. Auf Grund dieser Berhandlungen kam das Darlehen zustande; es wurde später zurüd gezahlt. Die Untersuchung hat ergeben, daß dieses Darlehen zur Unterstügung von Schul verwendet worden ist. Welcher Art die Unterstühung im ganzen mar, steht noch nicht fest; fie foll für die Gestellung eines Berteidigers verwendet worden sein. Ob die beteiligten Herren der Arbeitgeber- Berbände gewußt haben, wie die Darlehnsgelder verwendet werden könnten, ist nur bezüglich des Herrn v. Jenge wahrscheinlich,

Mit dieser Zulassung hat die Reichsregierung lediglich den lichen Vorschriften über die Behandlung solcher Anträge entsprochen; den Inhalt des Gefeßentwurfs, der eine völlig ent­schädigungslose Enteignung vorfieht, macht fie fich in feiner Weise zu eigen. Sie arbeitet vielmehr darauf hin, daß die gegen­wärtig im Reichstag geführten Verhandlungen über eine an­gemeffene Regelung der Auseinandersehungsfrage bald zu einem gefeßlichen Abschluß gelangen und daß dann der weiter. gehende, mit dem Boltsbegehren verfolgte Untrag, wenn er nicht zu­rüdgezogen wird, abgelehnt wird.

Deutschnationale und Fememorde. Beginn der Verhandlungen im Landtagsausschus. Der Fememord- Ausschuß des Preußischen Landtags be­gann heute unter dem Versiz des Landgerichtsdirektors Goebel( 3.) feine öffentlichen Verhandlungen, nachdem in geschlossener Sigung bereits vor einiger Zeit die Konstituierung erfolgt war, wobei be fanntlich der Abg. Buffner( So3.) zum Berichterstatter bestimmt

wurde.

Bors. Abg. Goebel( 3.) führte bei Beginn der Berhandlungen aus: Nach dem ursprünglichen Antrage sollte der Landtag be schließen, einen Untersuchungsausschuß einzusetzen, der die Be­ziehungen zwischen Feme Mördern, deutschnationalen Der Ausschuß hat also nicht die Aufgabe, die sogenannten Feme bgeordneten und Arbeitgeber- Berbänden aufklärt. Morde aufzuflären, die zu den Aufgaben des im Reichstag ein­gefeßten Untersuchungs- Ausschusses gehört. Ich halte mich für ver­pflichtet, hierauf hinzuweisen, weil fonft Mißverständnisse entstehen fönnten und eine gewisse Enttäuschung über die Berhandlungen des Ausschusses Play greifen fann.

Die heutige Sigung des Ausschusses ist bestimmt zur Beweis aufnahme, und zwar find in erster Linie Referate vorgesehen Dom Bertreter des Innenministerium s und vom Vertreter des Justisministeriums. Dann seil die Vernehmung des Re­gierungsassessors Dr. Schmidt, des Kriminalfommissars Dr. Stumm vom Polizeipräsidium und des Oberstaatsanwalts Worlach aus Landsberg folgen. Landgerichtsrat Braun hat mitgeteilt, daß er über die Meutereien in Landsberg feinerlei Aus­fünfte geben fönne.

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Abg. Obuch( Komm.) verlangt, daß die Bernehmung des Land gerichtsrats Braun Landsberg doch erfolgen folle, weil dieser Richter Auskünfte über seine Boruntersuchungen wegen der Meuterei im Landsberger Gerichtsgefängnis geben fönne. Er stellt auf An raten des Vorsitzenden seinen Antrag für gegebenere Zeit zurück. Hierauf spricht der Bertreter des Innenministeriums, Ministerialrat Schönner.

Er betont, daß er aus eigener Bissenschaft keinerlei Bekundungen machen könne, sondern all seine Mitteilungen aus dem dem Innen­ministerium vom Polizeipräsidium erstatteten Bericht und aus sonstigen Akten des Ministeriums entnehme.

Im Dezember 1925 erschienen in verschiedenen Zeitungen Ber­öffentlichungen, so in der Frankfurter Zeitung ", dem Deutschen ", dem Vorwärts" und der Berliner Volkszeitung", in denen die Behauptung aufgestellt wurde, daß die Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände dem Zentralverband der Landarbeiter ein Dar­lehen in Höhe von 5000 m. gegeben habe, und zwar zur Ver­mendung zugunsten des Oberleutnants a. D. Schulk, der der Be­teiligung an verfchiedenen Fememorden verdächtig ist und dieser. helb in Untersuchungshoft fit. Hierbei wurde der Verdacht ae äußert, daß das Geld für Schultz zum Zwecke einer Befreiungs attion bestimmt gewesen sei. Da fich aus diesen Veröffentlichungen der Verdacht der Begünstigung ergeben hat, hat der Polizeipräsident von Berlin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, in dem eine Reihe von Beugen eingehend vernommen worden sind. Die Haupt­beteiligten, Abag. Meier( Dnall.) und Behrens( Dnal.) find in diesem Verfahren nocht nicht gehört worden und zwar mit Rücksicht auf thre Immunität. Nach Abschluß der Vernehmungen hat der Polizeipräsident von Berlin am 12. Januar d. J. eine Bresse veröffentlichung gegeben Bugleich ging auch ein Bericht über dieses Ergebnis an das Innenministerium, und in diesem Bericht heißt es: In Presseveröffentlichungen m Dezember 1925 mar behauptet worden, die Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände habe an den Sentralverband der Landarbeiter ein Darlehen von 5000 m. zur Unterstützung des Fememörders und Führers der Schwarzen Reichs­wehr Schulk gegeben. Am 13. Dezember erfolgte im Gerichts­gefängnis in Landsberg ein vergeblicher Ausbruchversuch 8 weier Strafgefangener.

die erklären, von dem Fememörder und Oberleutnant a. D. Rafael zu feiner Befreiung und der der anderen wegen der Fememorde inhaftierten Personen, zu den auch Oberleutnant a D. Schulh gehörte, gegen Versprechen von 3000 Mart an­geftiftet zu sein.

da diesem bereits früher durch den Abg. Meier ausdrücklich der 3wed, nämlich die Unterstüßung des Schulz, angegeben worden ist Dem Geschäfsführer des Verbandes der Arbeitgeberverbände hat Zenge davon teine Mitteilung gemacht. Zenge felbft bestreitet auch, etwas über die Verwendung des Darlehns gewußt zu haben. Nach seiner Auffassung sollte das Darlehen der Vereinigung der Arbeitgeberverbände an den Zentralverband der Landarbeiter ledig lich den 3med haben,

Herrn Abg. Behrens und den Zentralverband der Landarbeiter der Arbeitgebervereinigung zu verpflichten.

Der Leiter der Arbeitgebervereinigung, Herr v. Borfig, erflärt. erst nach den Pressemitteilungen Kenntnis von diesem Darlehns geschäft erhalten zu haben und betont, daß er niemals ein solches Darlehnsgeschäft zugegeben haben würde.

" Nationale" Intimitäten.

Enthüllungen eines Beteiligten. Reichswehrminifter Geßler hat vor kurzem den bitteren

Ausspruch eines hohen Offiziers über die vaterländischen Ber­bände zitiert: Ihr militärischer Wert erschöpfe sich in dem, was früher die Köchinnen vom Militär verlangten: Musik, Parademarsch und Liebe. Dieses Urteil mutet noch milde an, wenn man die Broschüre lieft, die der ehemalige Presse­wart und Organisator im Landesverband Pommern des Wer­wolf, Robert Koch - Stettin , über seine Erlebnisse bei dieser Organisation veröffentlicht hat.( Ein Jahr Werwolf, Agis- Verlag Wien 1926). Man möchte die dort geschilderten Zustände nicht glauben, wenn nicht alles im einzelnen belegt und namentlich durch gewisse Parallelfälle bestätigt würde: man erinnere sich beispielsweise, daß die Wulle und Kube von der Deutschvölkischen Freiheitspartei den damals genau 19jährigen(!) späteren Fememörder Grütte- Lehder als ihren Beauftragten nach Pommern schickten, um die dortige Partei

zu reorganisieren!

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Der Verfasser der vorliegenden Schrift hat als befoldeter Agitator des Werwolf in der nationalen" Hochburg Bom­mern tiefen Einblick in das Treiben der Baterländischen Ber­bände, des Stahlhelm, Werwolf, Schlageter- Bundes, Lützow­Bundes, NDO. und wie sie alle heißen, erhalten und mit feinen eigenen Worten zu sprechen erfahren ,,, daß die ganze aufgeblähte schwarz- weiß- rote Rampfbe megung nur aus Intrigen der unendlich vielen fleinen und fleinsten Führer besteht". Sein Urteil gipfelt in die nur auf dem Ehrgeiz einiger großer Draht. den Worten: ,, Diese sogenannte ,, paterländische" Bewegung, zieher und hunderter fleiner Führer" aufgebaut ist, wird fich nie ändern. Sie hat sich in den fast drei Jahren, in denen ich in ihr arbeitete und bis in die höchsten Stellen durchblickte, nicht vom Schmug befreien tönnen, sie wird es auch in diesen Formen nie fönnen; denn das, was sich heute mit so heiligen Namen schmückt, ist alles andere als wirklich national. Es ist nur ein Räntefpiel um Macht zur rücksichts­losen Befriedigung eines persönlichen Ehrgeizes."

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Das Motiv der führenden Persönlichkeiten ist überall das gleiche: fie möchten eine gesellschaftliche Rolle spielen, in den exklusiven Kreis der Pommerschen Junker und hohen Offiziere aufgenommen werden, über die sie sich hinter ihrem Rüden als verfalfte Erzellenzen" luftig machen. Irgendein ehrgeiziger Zahnarzt leidet an seinem bürgerlichen Namen, ein Drogist, der in der großen Zeit die Gelegenheit zum Abg. Obuch( Komm.) betont: Der Bericht des Bertreters des Heldentod gänzlich verabsäumte, möchte doch wenigstens in Ministeriums des Innern ist doch nur die Wiederholung des bereits der Nachkriegszeit sich mit einer Uniform und einem Majors­in den Zeitungen erschienenen Berichts. Sollte ich aus den Aus­führungen des Vertreters des Ministeriums schließen, daß er son st titel schmücken. Ich bin Offizier im Stahlhelm", so verteidigt noch über Beziehungen zwischen Fememördern, deutschnationalen fich ein nationaler Rowdy, als die Polizei seine Personalien Abgeordneten und Berbänden überhaupt nichts weiß oder daß er feststellen will. dienstlich nichts weiß, daß er auch nach Erteilung des Auftrages Es sind aber zum großen Teil nachgemachte Offi­zu weiteren Ermittlungen niemals etwas erfahren habe? Ich beziere. Von dem einen wird erzählt, daß er gerade noch acht antrage, den Bertreter des Ministeriums weiter darüber zu hören. Wochen vor Friedensschluß bei der Marine natürlich in Abg. Riedel( Dem.) ist der Meinung, er habe aus dem Bericht der Heimat Dienst getan habe, wofür er aber nun im doch mehr erfahren, als aus der Zeitungsnotiz. Andererseits folle Werwolf zum Führer der Frontfriegergruppe" anvanciert. der Ausschuß ja felber Ermittlungen anstellen. Der Abgeordnete behält fich Beweisanträge vor, schließt sich aber dem Vorschlag des Ein anderer, der sich Herr Hauptmann" titulieren läßt, hat Berichterstatters an, die Befragung des Ministerialvertreters so in Wahrheit vor dem Krieg als Leutnant seinen schlichten Ab­lange auszusetzen, bis auch der Vertreter des Justizministe schied bekommen und ist nach Amerika gegangen, woher er riums gehört sei. erst nach Kriegsende zurückgekommen ist. Von einem Dritten wird erzählt, daß er sich zwar Leutnant nenne, aber nie Offizier gewesen sei und sogar Gelder unterschlagen habe. Natürlich passen diefen Leuten wirkliche Kriegsteilnehmer Burschen, die dann nach Kräften gebimst und zu stupidem nicht, sie werden herausgedrängt zugunsten noch halb findlicher Gehorsam gegen diese Borgesezten" gedrillt werden. einer sehr schönen Szene wird dargetan, wie ein total be­trunkener Ortsgruppenvorsigender einen 15jährigen Novizen auf die heiligen Ziele" des Werwolf vereidigt.

Abg. Obuch( Komm.) wünscht sofortige Beantwortung seiner Frage Oder folle der Vertreter des Ministeriums vielleicht Be denfzeit bekommen oder Gelegenheit zum Einziehen von Er. fundigungen? Nach weiterer Geschäftsordnungsdebatte wird der Antrag Obuch abgelehnt. Oberjustizrat Würz

erstattet nunmehr den Bericht des Justizministeriums. Er führt aus: Herr Meier, einer der Geschäftsführer des Landarbeiterverbandes, wandte sich im Mai 1925 an Herrn v. 3engen von der Leitung der Arbeitgeberverbände mit der Bitte, ihm ein Darlehen von 5000 m. zu gewähren, um dem inhaftierten Oberleunant Schulz die Möglichkeit der Berteidigung, befferer Verpflegung, Beschaffung von Material und dergleichen zu geben. v. 3engen fannte nach feiner Angabe den Schulz nicht und erkundigte sich, was Meier für ein Interesse daran habe Meier erklärte ihm, Schulz fäße in Haft wegen Straftaten, die im Zusammenhang mit dem Rüstrin er Butsch ständen.

Darauf erflärte v. 3engen, dafür keine Darlehen gewähren zu können. Im Juni 1925 trat dann der Geschäftsführer der Fürsorgestelle für Landeserzeugnisse, einer Unterabteilung des gewähren zu können. Im Juni 1925 trat dann der Geschäftsführer der Fürsorgestelle für Landeserzeugniffe, einer Unterabteilung des Landarbeiterverbandes, Herr Malettte, an Herrn v. Bengen heran. Er war in der Leitung der Fürsorgestelle für Landes. erzeugnisse, die infolge der Inflation in Schwierigkeiten geraten war. Es war ein Wechsel von 5000 m. fällig.

Am 6. Juni wandte sich also Malettte an Herrn v. 3 engen mit der Bitte um ein Darlehen von 5000 m. Dieser erflärte sich grundsätzlich nicht abgeneigt, sagte aber, er müsse zunächst seine Vor­gefeßten fragen, ftellte aber die Gewährung eines zinslosen Dar­fchens auf zwei Monate in Aussicht und eventuell auch eine Prolongation

Einige Tage später trafen sich dann eine Anzahl Herren aus ganz anderem Anlaß in einem Cotal: Syndifus Meiffinger und Ge­schäftsführer v. Zengen vom Arbeitgeberverband, die Herren Behrens, Meier und Malettke vom Candarbeiterverband. Da­bei wurde, beim Hinausgehen aus dem Cotal, beiläufig auch das Darlehen für Schulz erwähnt. B. Zengen, der angibt, er habe nicht an das für Schulz, sondern an das zweite von Ma­lettte erbetene Darlehen gedacht, verwies Meier an Malettke. Jedenfalls wurde ein Darlehen von 5000 m. vom Arbeitgeber­verband an den Landarbeiterverband gewährt und zur Be­gleichung der Wechselschuld benutzt.

In

Fast auf jeder Seite ist von Unterschlagungen die Rede. Kaum ein Führer, der nicht den anderen beschuldigt, fich billiges Taschengeld" verschafft zu haben. Allerdings kein Wunder, wenn man von Monatsgehältern von 50 und 100 m. liest. Das gegenseitige Verdächtigen gehört über­haupt zum Wichtigsten in der nationalen Tätigkeit: hinter verschloffenen Türen natürlich die Tapferkeit wirkt sich gegen Ab hauptsächlich hinter verschlossenen Türen wefende aus.

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In einem Fall sucht die Werwolf- Leitung einen Schreiber im Stahlhelmbureau zu veranlassen, ihr Material" zu liefern". Ein nationaler Verband," schreibt der Verfasser, bespielte in gemeinster Weise den andern". Alle möglichen Anschuldigungen werden hintenherum" ver­breitet, das Vorleben der einzelnen wird ausspioniert:

,, Einer wußte immer noch mehr als der andere, und das Ge meinste war die Hinterlist, mit der zu Werke gegangen wurde: vor den Augen die größte Höflichkeit und die vollendetsten Kavaliere, und nachher die übelsten Reden. Kam Kamerad K." hin, so über­häufte man ihn mit Aufmerksamkeit. Kaum war er fort, da wurde über ihn hergezogen, daß er nicht ganz norma! sei und man sein Gequatsche nicht mehr mitanhören fönne. War Kamerad G." da, so war man geehrt, fünf Minuten später war er nur der Baradesoldat, der zwar eine gute Figur habe, aber sonst faul und zu nichts zu gebrauchen ist. Kam H. aus D., dann wußte man nicht, wieviel Ehre man dem Herrn Kameraden" antun solle. Kaum war er wieder fort, dann drohte man, den versoffenen Kerl, wenn er nochmals fomme, glatt rauszuschmeißen. In diesem Stile spielte sich nur noch die große schwarzweißrote Kameradschaft ab.

Auch das weibliche Element spielt hier eine besondere Rolle. Sehr bald fiel es dem Verfasser auf, daß sein Kampf­