Aufruf.
Zu einer Zeit, in der breite Schichten des Volkes schlimmer barben als im Kriege, in der die notwendigsten Kultur aufgaben vernachlässigt werden müssen, in der es nicht möglich ist, den Wohnungslosen ein Heim, den Kranken zu reichende Nahrung, den Opfern des Krieges und der Inflation die geschuldete Unterstützung zu gewähren, in einer solchen Zeit des wirtschaftlichen Tiefstandes und der allgemeinen Berarmung, wagen es die ehemaligen Fürsten, Bermögens ansprüche in Höhe von mindestens drei Milliarden Gold
marf an den Staat zu stellen.
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Auf diefe Herausforderung gibt es nur eine Antwort: entschädigungslose Enteignung.
Diese Maßnahme ist notwendig geworden, nachdem die Gerichte sich als willfährig genug erwiesen, für die Fürsten und gegen die notleidenden Volksmassen zu entscheiden. Sie ist ein Aft der Selbst verteidigung und der Notwehr aller derer, die durch Krieg und Inflation um Hab und Gut gebracht, also ebenfalls enteignet worden sind, und die jetzt der Wirtschaftskrise und dem Steuerdruck erneut zu erliegen drohen. Sie ist ein Att ausgleichen der Gerechtigteit: Wenn der Staat die Opfer des Krieges und der Inflation mit Bettelpfennigen zu entschädigen wagt, dürfen die Fürsten , die an dem Unglück Deutschlands in erster Linie mitschuldig find, nicht bevorzugt und mit Milliarden abgefunden werden.
Millionen Deutsche aus allen politischen Lagern und allen fozialen Schichten haben die Forderung der entschädigungslosen Enteignung der Fürsten begeistert aufgenommen und verlangen stürmisch eine schnelle und flare Entscheidung.
Jetzt gilt es, dem Boltsvermögen Milliarden an Geldeswert zu erhalten und sie den durch Krieg und Inflation schwergeschädigten Schichten zuzuführen.
Die Unterzeichneten erklären, daß sie sich in die Massenbewegung einreihen und sich dem Bolfsentscheid für entschädigungslose Enteignung der Fürsten anschließen.
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„ Lichtbild" im Volksbegehren.
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Dem teutschen" Gemeinsinn, der so ängstlich bedacht ist, daß die pp. Erfürsten vor der sogenannten„ äußersten Not" bewahrt bleiben, muß alles und jedes zum Besten dienen. Da besteht nun schon seit langen Jahren( jozusagen von der Erfindung der Photo: graphie her!) der löbliche Gebrauch, daß das Lichtbild zur Klarftellung einer Persönlichkeit herangezogen wird, z. B. beim Baß. Es spricht mun zweifellos für die Gründlichkeit und Unparteilidh feit der reaktionären Parteien, daß ihr Wortführer bei der Debatte im Berliner Stadtparlament, der Major a. D. v. Jecklin, das Vorzeigen eines Lichtbildes zur Feststellung der Identität des Einzeich nenden forderte. Ein genialer Gedanke, der aber doch noch sehr verbesserungsfähig ist. Hat der Herr Major a. D. noch nie etwas von der Bedeutung der Fingerabdrüde gehört? Wie wäre es, wenn vorgeschrieben werden könnte, daß jeder„ Revoluzer" erst seine Finger bei der Polizei abdrücken müßte, um dann mit dem abgestempelten„ Normalabdruck" vor dem Wahlleiter zu er: scheinen, vor dem nun nochmals„ abgedrückt" werden müßte, worauf die wissenschaftliche Vergleichung durch hierzu befähigte, d. h. im deutschnationalen Sinne ausgebildete Brüfer" zu erfolgen hätte. Bis dieser Instanzenweg durchlaufen ist, wäre wohl der für die Einzeichnung vorgesehene Zeitraum abgelaufen. Schlagen wir aber das Buch der Schikanen in früherer Zeit noch um einige Seiten zurück, so finden wir da ein so durchgreifendes Mittel, um politische Exzesse" zu verhindern, daß man wirklich an eine schon jetzt eingetretene Altersschwäche der Deutschnationalen glauben muß, die fie verhindert, von dem Rezept aus der Buttkamer- Zeit Gebrauch zu machen. Damals wurde eine Bersammlung von Menschen zu politischen Zwecken überhaupt nicht gestattet, wenn in dem Um treise von soundsovielen Meilen( auf ein Dugend mehr oder wenige fam es nicht an) irgendein Mensch an Typhus, Diphtherie oder einer ähnlichen ansteckenden Krankheit geftcrben war.„ Versammlungen von Menschen" wären geeignet, die Krankheit zu verbreiten- folglich müssen Versammlungen verboten werden. Da nun in Berlin und Umgebung leider ja noch immer Menschen an Krankheiten sterben, die ansteckend genannt werden, so liegt das Verbot der Ansammlung von Menschen in und vor den Lokalen der Einzeich ming greifbar nahe. Wenn alle Viertelstunde ein Mensch in den geheiligten Raum eingelassen wird, in dem von dem deutschnationalen Wahlleiter noch für ausreichende Karbolbesprigung gesorgt werden fönnte, würde die Verbreitungsgefahr auf ein Geringes herabgedrückt werden und die Ausübung des staatsbürgerlichen Rechtes gebrückt werden und die Ausübung des staatsbürgerlichen Rechtes der Mehrzahl der Eigentumsheiligkeitsschänder illusorisch sein..
Das Einzeichnungslokal Tempelhofer Ifer 20 ist nach außen hin durch die Platate des Bezirksamts Kreuzberg gefenn zeichnet. Der Betrieb war wesentlich flotter als am ersten Tag. Be fonders in den Abendstunden sett stärkerer Zuzug ein. Die Turn der Einzeichnungsort
männischen Grundsäßen vermaftet und fontrolliert werden, und die erst legthin vorgenommene offizielle Revision habe die Tadellosigkeit der Buch- und Kaffenführung dargetan.
natürlich nichts an der Tatsache, daß die 56 000 Mart, die beim Diese Erklärung, von der wir gern Kenntnis nehmen, ändert Studentenausschuß unterschlagen worden sind, heute schon als restlos verloren angesehen werden können. Die ganze Affäre ist um so bedauerlicher, als es sich ja nicht um staatliche Gelder handelt, sondern um eine Summe, die in kleinen und fleinst en Raten mühselig von den Stubenten, die zum größten Teil mit einem fleinen Monatswechsel auskommen müffen, aufgebracht worden sind. Es wird nun zu erwägen sein, ob nicht nur eine Umorgani sation, sondern überhaupt eine radikale Vereinfachung der gesamten Studentenhilfe möglich sein wird.
Francnfundgebung in Wilmersdorf .
In einer Frauenversammlung in Wilmersdorf sprach Genosse Pfarrer Bleier: Wenn die Frauen versagen, ist der Kampf verloren. Die Frau betätigt sich ungern politisch. 2lber diesmal geht es um das Gedeihen von Haus und Kind. Die Masse soll froh sein, wenn sie Beitelpfennige bekommt. 2lle sollen Kulis werden, die aus der Hand fressen. Mit Fürsorgebedürftigen fann man alles machen. Der Redner hatte die besten Beispiele: In Düsseldorf bekommt während des Krieges eine Frau ein Kind, ein kleines Mädchen. In derselben Stunde kommt die Nachricht vom Tod ihres Mannes vor dem Feind. Da bittet fie die Kronprinzessin Cäcilie, die Patenstelle zu übernehmen. Das geschieht gnädigft. Vor kurzem nun erinnert sich die arme Frau der hohen Patin und bittet um Hilfe für ihr Kind. Da bekommt sie 5 Mark und einen Brief vom Hofmarschall der Frau Kronprinzessin: Ihre Kaiserliche Hoheit sei leider nicht in der Lage, Kleidungsstücke oder sonst etwas zu schiden. offentlid) faufen Sie etwas recht Brattisches, damit das Gelb nicht unnötig verschwendet ist. Der hohe Ge mahl dieser Frau bedauert, einem armen Kriegsfrüppel nichts geben zu fönnen, weil er selbst gerade zu leben" hätte. Das läßt er aber vom Adjutanten schreiben. Sie haben nichts übrig für die Aermſten. Sie legen Wert darauf, Christen zu sein, sind aber Pharisäer und die brutalsten Aussauger. Sie brauchen das Geld nicht, um sich zu kleiden und zu ernähren. Sie brauchen es, um die Mittel zur Knechtung jedes freien Instinkts, zur Austilgung aller Menschlichkeit zu haben. Auf die Frauen kommt es heute an, fie müssen an sich, an ihre Männer und Kinder denken.
Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich gestern abend, furz nach 10 Uhr, auf der durch ihre zahlreichen Berkehrsunfälle bereits berüchtigten Potsdamer Chauffee in der Nähe des Zehlendorfer Sanatoriums Waldfrieden". Eine von Potsdam kommende Autodroschte fuhr mit voller Wucht gegen einen Chaussee= baum, so daß der Chauffeur, der 43 Jahre alte D. Pansin aus Berlin , Ofenerstraße 14, vom Siz geschleudert murde und mit fchymeren Berlegungen bewußtlos liegen blieb. Ein daher kommender Wagen bemerkte den Unfall und durch einen Krantenwagen murde der Schwerverlegte nach dem Sanatorium Waldfrieden" transportiert, wo eine erhebliche Kopfverlegung, Bein- und Rippenbrüche festgestellt wurden.
Frau Gertrug Bacr, Berlin Mag Barthel, Schriftsteller, Berlin Johannes R. Becher , Schriftsteller, Berlin - Dr. Adolf Behne , Schriftsteller, Berlin Pfarrer Bleier, Berlin - Dr. Hermann Dunder, Schriftsteller, Berlin Dr. Albert Einstein , Universitätsprofessor, Berlin Franz Carl Endres , Major a. D., Stuttgart Frau Gertrud Enfoldt, Schauspielerin, Berlin 2. Frenmuth, Senatspräfident a. D., Berlin - Eduard Fuchs , Schriftsteller, Berlin Eduard Fuchs , Schriftsteller, Berlin Dr. Manfred Georg, Schriftsteller, Berlin Erich Godal , Maler, Berlin Paul Graeß, Schauspieler, Berlin - George Groß , Maler, Berlin Dr. C. Grünberg, Universitätsprofeffor, Frankfurt a. M. Wilhelm Herzog , Schriftsteller, Berlin Dr. Kurt Hiller , Schrift steller, Berlin Siegfried Jacobsohn , Herausgeber der Welt bühne", Berlin Dr. Kurt halle der 160/165. Gemeindeschule Alfred Kerr , Schriftsteller, Berlin ist Kersten, Schriftsteller, Berlin Kurt Kläber , Schriftsteller, Jena über verschiedene Höfe recht schwer zu finden. Das Frau Professor Käthe Kollmig, Berlin Leo Lania , Schriftsteller, Verhalten der diensttuenden Beamten wird als forreft bezeichnet. Frau Ilse Lasso Erschwerungen des Einzeichnungsaftes find nicht vorgekommen. Im Emil Lind, Oberregisseur, Berlin Lind, Berlin Lokal Gneisenaustraße 7 scheint das Berhältnis der EinWalter Loeb, Staatsbantpräsident a. D., Frant furt a. M. Dr. Mard, zeichnenden zu den diensttuenden Beamten fein besonders günstiges Paul Löbe , Reichstagspräsident, Berlin 11niversitätsprofessor, Breslau zu fein. In den Abendstunden hat eine starte Einzeichnungstätigkeit Frau Cläre Mard, Breslau Lothar Müthel , Schauspieler, Berlin Leonard Nelson , Univerfi eingefeßt. Besonders bemerkenswert ist die Attivität der r tätsprofeffor, Göttingen Conny Neubauer, Maler, Berlin beiterfrauen, die das schlechte stürmische Better nicht hindert, Profeffor Baul Destreich, Berlin Mag Pechstein, Maler, Berlin ihre republitanische Pflicht zu erfüllen. Die Einzeichnung im Lotal Lothar Perfius, Kapitänleutnant z. S. a. D., Berlin , Frau Thea Hagelberger Straße 34 ist eine überaus rege. Das Lotal ift Berfius, Berlin Erwin Piscator , Oberregisseur, Berlin Hans ordnungsgemäß nach außen hin gekennzeichnet. Gegen 7,15 Uhr Reimann, Schriftsteller, Frankfurt a. M.- Dr. Scharel, Univer- abends wurden nicht weniger als 30 Leute im Raum gezählt. Die fitätsprofeffor, Jena Bruno Schönlant, Schriftsteller, Berlin - Beamten erleichtern den Einzeichnungsbegehrenden pflichtgemäß die Hans Siemfen, Schriftsteller, Berlin Frau Dr. Helene Stöder, Arbeit. Ein Ordner führt die kommenden nach Bezirken geordnet an die Tische. Diese Unterstügung des Publikums ist zu Berlin Ignaz Wrobel , Schriftsteller, Paris - Professor Heinrich Zille , Berlin . begrüßen und nachahmenswert. Leider ist der Eingang zur Ueber die Explosionsfatastrophe in Prag werden weitere EinzelTurnhalle reichlich dunkel. Einzeichnungsrainn in der Wilhelmstraße 117. Hier hat unser Brotest gewirkt. Die Einzeichheiten gemeldet. Die Berwüftungen in den Häusern find nungsstelle ist nach außen hin als solche plafatiert. Auch letzte der unbeschreiblich. In der Wohnung eines Oberbau Dienst heute pünktlich ein. Der Betrieb ist nicht übermäßig intensiv, doch ist ein entschiedener Fortschritt unverkennbar.
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Der Preußische Landtag verwies in seiner heutigen Sigung zunächst einen Antrag über Maßnahmen gegen die Verunreinigung des linksrheinischen Flusses Niers an den Hauptausschuß und stimmte einer Novelle zum Gerichtsverfassungsgefeß zu. wonach auch Rechtsanwälte, abgebaute Richter und sonstige Bersonen, die die Befähigung zum Richteramt erlangt haben, zeitweilig mit der Wahrnehmung richterlicher Geschäfte betraut werden fönnen. In Straffachen sollen Hilfsrichter nur insoweit verwendet werden fönnen, als es sich um Richter im Ruhestand handelt. Bei der Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats des Innern spricht Abg. Dr. Grzimet( Dem.) dem Minister Severing den Dant der Demokraten dafür aus, daß er in der Personalpolitik die Intereffen der Republik wahrgenommen und so den Staat stabilisiert babe. Bismard habe in einem Erlaß als Pflicht der politischen Beamten bezeichnet, bei Wahlen die Regierung zu unterstüßen. Heute tomme alles darauf an, daß der Verwaltungsapparat fest in der Hand des Ministeriums bleibt. Wenn det politische Beamte die Pflicht versäume, die Republik bei den Einwohnern zu feftigen, müsse er vom Platze weichen. Im oftpreußischen Provinzialland. tag hat die gesamte Rechte nur eine einzige Stimme mehr als die Linte einschließlich des Zentrums. Es fann alfo nicht von einer überwiegenden Mehrheit der Rechten in Ostpreußen gesprochen werden. Die Selbstüberhebung der Deutschnationafen torbe diese bald völlig ifolieren, wie das bereits in Oberflefien der Fall ist. Es sei verwunderlich, in welcher Weise die Deutsche offspartei in Ostpreußen Trabant der Deutschnationalen sei. Der Redner weist die Hehe gegen den demokratischen Oberpräsidenten Siehr zurück und erflärt, es müsse unbedingt ein chöner und großer Play in Berlin zu Ehren der Re publit benannt werden.
Zum Schluß äußert der Redner seine Verwunderung darüber, Daß der Abg. Baeder die Schwarze Reichswehr und die Waterländischen Berbände gelobt hat, obwohl fich durch die Feme = morde bei diesen Gesinnungsfreunden ein Tiefstand der Be innung gezeigt habe, wie er noch nie bestand.( Lebhafte Entrüftung rechts und Zurufe: Unverschämtheit! Unwahrheit! fundgebungen lints.)
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Gegen
bg. Schwent Oberhaufen( B. Bg.) betont, daß seine Parteifreunde sich nicht in den Streit der Linken mit der Rechten einmischen würden. Ungehörig und unrecht seien die AusFührungen des Abg. Baeder( Dnatl.) gewesen, die dem Minister Severing vorwarfen, durch ihn sei der Ruhrkampf verloren worden. 3m Ruhrkampf hätten alle Boltsteile, bis zur äußersten Linfen, ihre Bilicht getan. Der Redner hebt dann hervor, daß seine Bartei nicht in grundfäßlicher Oppofition zur Regierung stehe, fondern auf dem Standpunkt möglichster Mitarbeit. Es kommt, so be: tont der Redner, uns im gegenwärtigen Augenblid auch nicht auf die Staatsform an. Das Wesentliche besteht vielmehr darin, an der Etaatserhaltung und Staatsförderung mitzuarbeiten. Notwendig ist auch, ebenso wie es früher bei der Monarchie war, daß die Bes amten der Republik die Republit stügen. Es gilt, sich auf den Boden der gegebenen Staatsform zu stellen und in dieser am Wiederaufbau des Baterlandes mitzuarbeiten. ein Beamter gegen feinen Eid verstößt. gibt es auch für mich, der Ich nicht fo feft auf republikanischem Boden stehe, nur Enflaffung aus dem Amt.( Sehr richtig! links.) Zum Schluß erörtert der Redner Mittelstandsfragen und bedauert insbesondere, daß die wenigen Kreditmittel der Spartassen von den Kommunen be Schlagnahmt werden, während die Kreditnot des Handels und Gewerbes unberüchtigt bleibe.
Wenn
Die Wegweiser in den Schulen zu den versteckten Turnhallen find nicht mehr notwendig. Familienweise rüden die Einzeichner heran. Die Arbeit der freiwilligen Helfer wirft. Jede Frau- und tommt fie auch gerade vom Einkauf- wird gefragt, ob fie fich schon eingezeichnet hat. Meist haben die Helfer nach wenigen Worten Glüd. Ein Scherzwort, und schon haben die Helfer neue Arbeit. In Briz, wo nur ein Einzeichnungslokal ist, müssen lange Wege bis zur Einzeichnungsstelle zurückgelegt werden. Und doch gerade die Alten, all die Sozialrentner, tommen von ihren armseligen Lauben, weit draußen vor Briß, und zeichnen sich ein. Und fragt man, daß es doch unbequem sei, diesen weiten Weg zu machen, erwidern sie stolz: Wir wären auch noch weiter gewandert."
Betrugslisten im Berliner Westen.
Eine besonders gemeine Art der Sabotage betreiben junge Medlenburger Hafentreuzler in Wilmersdorf . Gie gehen mit Liſten von Haus zu Haus und lügen törichten Frauen Dor, fie fönnten sich den Weg zum Einzeichnungslokal sparen, wenn sie sich in die Liste einschreiben. Sie, die jungen Leute, seien vom Ausschuß und von den Parteien geschidt. Gegen diese Betrugsverfuche muß natürlich schärfstens eingeschritten werden. Borläufig fei aber dringend gewarnt! Niemand darf auf diesen Schwindel hereinfallen!
Die Veruntreuungen bei der Studentenschaft. Weitere Bernehmungen.
Die Beruntreuungen bei der Studentenschaft der Universität beschäftigen noch weiter die Kriminalpolizei des Polizeiamts Mitte und die Universitätsbehörbe. Die Vernehmungen wurden in der vergangenen Nacht bis 12 Uhr fortgefeht und heute morgen wieder aufgenommen. Die Prüfung der Bücher, die die Höhe der Unterschlagungen erst genau feststellen kann, ist noch nicht abgeschlossen. Aus dem vorigen Sommersemester, in dem Willy Lehmann Kaffenwart war, fehlen nach den bisherigen Ermittelungen etwa 45 000 bis 46 000 Mart. Im Laufe des jeßigen Wintersemesters hat Lehmann noch weiter 11 000 art an sich gebracht. Wie bas möglich war, obwohl Lehmann jetzt nicht mehr Kaffenverwalter war, ist noch rätselhaft. Er war immer noch in der Lage, Quittungen zu unterschreiben und auch Gegenzeichnungen zu erhalten. Wer dabei beteiligt ist, muß noch im einzelnen feftgestellt werden. Lehmann behauptet, daß auch andere um die Beruntreuungen gewußt hätten, weil ihnen ja bekannt gewesen sei, daß er nicht mehr Kaffenwart war. Auch der Beamte der Quästur, der mit der Verwaltung der Gelder zu tun hatte, hätte das wissen müssen. Die 11 000 m. sollen auch zu den 20 000 m. gehören, die Lehmann auf dem Wege zur Bank verloren haben will. Es unterliegt aber feinem Zweifel, daß sie ebenso wie alles andere Geld vergeudet worden sind. Wer alles an dem Verbrauch der Gelder beteiligt gewesen ist, werden die näheren Ermittelungen wohl bald feststellen.
Von den Vertretern des Studentenwerts e. V.( aez. Dr. G. Michaelis) wird darauf hingewiesen, daß diese Organisation mit den ihr angeschlossenen Wirtschafts- und Fürsorgeämtern völlig selbständig neben der Organisation der allgemeinen Studentenschaft stehe und daß ihre Geschäftsführung unabhängig von den Finanzverhältnissen der Studentenschaft sei. Dasselbe gelte von dem Der umfang Deutschen Studentendienst von 1914.
reiche Wirkungsfreis des Studentenwerks würde nach streng fauf
Zu dem Artikel„ Ein demokratisch- republikanischer Deutschnationaler" in Nr. 102, Ausgabe B, Nr. 51 des Borwärts" ersucht uns Dr. Beez Wannsee , Kleine Seestraße 21, auf Grund des § 11 des Breffegefeßes um folgende Berichtigung: Es ist night richtig, daß ich jemals einen Versuch gemacht habe, Berichterstatter der Boffischen Zeitung" zu werden. Dr. Beeg." Diese zuschrift ist eine Ertlärung. Die sehr notwendige Auftlärung wird wohl nicht lange auf fich warten laffen.
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Die Fenster sind mit den Rahmen in Trümmer gegangen, die rates in der Tischlergasse ist tein Gegenstand ganz geblieben. Zimmertüren gesprengt und sämtliche Einrichtungsgegenstände zerstört worden. Die Zahl der Berlegten steht immer noch nicht fest. Bon amtlicher Seite wird nach wie vor darauf bestanden, daß nur zwei Personen getötet und 41 verlegt worden find. Dagegen berichtet die„ Bohemia" in ihrer Sonnabend- Moraenausgabe, daß bis zum Mittag in die Krankenhäuser 62 Berlekte eingeliefert, in der Georgsfaserne 21 Personen verbunden und außerdem noch von Privatärzten eine Anzahl Personen verbunden wurden, die auf die amtliche Behandlung nicht warten wollten. Knapp vor der Mittagsstunde erschien der Landeskommandant Gajda in Begleitung eines Ordonnanzoffiziers. Daben tam es zu verschiedenen Zwischenfällen, weil viele Leute laut und nachdrücklichſt ihrer Verwunderung darüber Ausdrud gaben, daß die Militärperwaltung folche gefährlichen Transporte durch die Straßen dulde. Abgeordneter Novad rief: Schlamperei über Schlamperei.
Das Sonnabend- Morgenblatt der Prager Bohemia" schreibt zu der Katastrophe: Vier Jahre hat Prag , mitten im Herzen des Don Kriegsgreuel zerrissenen Europa heil und ungefährdet überstanden, ohne daß sich auch nur ein Ziegelstein vom Hradschin losgelöst hätte. Nun geschieht plöglich mitten im Frieden etwas, was fich während des ganzen Weltkrieges fein einziges Mal ereignet Es ist das Bild des Krieges im Frieden. Hinter hat... der unmittelbaren Ursache der Erplosionstatastrophe lauert eine ebenso schwere, wenn nicht noch schwerere Ursache. Hinter der Berson des etwa verantwortlichen Offiziers fteht ein größerer Schuldiger, steht der Geist des nimmerraftenden Militarismus, dem sich die tschechoslowakische Republit feit dem Beginn ihres Bestandes mit Haut und Haaren verschrieben hat. Das Ministerium für nationale Berteidigung gibt bekannt: Die Militärverwaltung stellte sofort bei allen Stellen die strengste Untersuchung an. Die Kommission stellte bisher feft. daß die Handgranaten in gehörig plombierten Kiften zur Berlabung vorbereitet, in Beisen des Lagerverwalters aufgeladen und die Begleitsoldaten entsprechend gewarnt wurden. Die Kommiffion gelangte ferner zu dem Ergebnis, daß die Ursache der Explosion nicht in dem Zustand der Handgranaten und ihrer Verpackung fuchen ift.
Groß- Berliner Parteinachrichten.
14. Rreis Reukölln. Die Sandzettel sind im Gekretariat von jeder Abteilung abzuholen. 44. Abt. Sonntag. 7. Mära. Dormittags 9 Uhr. 91. Stabtbezirk Flugblatt. verbreitung bei Nagel. Manteuffelfte. 47. 82. Abt. Steglik. Sonntag. 7. Mära. vormittags 9 Uhr. Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen aus. Die Bezirksführer holen heute, Sor abend, die Flugblätter von Edhellhafe. Whornstraße, ab.
Sport. Bortämpfe im Sportpalast.
In der Borschule des Sportpalaftes fanden am Freitag wieder por gut bejestem Hause Bogtämpfe statt. Es wurde nach amerikanischem A19 System über vier Munden mit acht Unzen Handschuhen gebort. erstes Paar begegneten fich Urban Gras( 109 Pfund) und Surt Der Kampf endele unentschieden. Einen Road( 114 Pfund) im Ring. intereffanten Stampt lieferten sich Joung Spears( England)( 123 Pfd. und Ullrich Deutschland( 124 Pfund). Nefultat: Unentschieben. deutsche Meister im Leichtgewicht Richard Naujods( 327 Pfund) vermochte Otto Briefe( 132 Pfund) faum ernstlich zu gefährden. Im Schlußfamp trat Eger- Mühlhausen ( 119 Pfund) gegen den Berliner Glafer( 122 Bfund) an. Eger führte in allen vier Nunden. Auch dieser Rampf endete un entschieden.
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