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ständigkeit der Arbeitsgerichtsbarkeit haben drei Intereffen. gruppen Widerstände entgegengesetzt. Die erste Gruppe umfaßt die züftigen Juristen, die zweite Gruppe des Wider­Standes fommt aus den Ländern, die dritte aus den Kreisen der Unternehmer. Dem Reichstag erwächst jetzt die Auf­gabe, die Loslösung des Arbeitsgerichtswesens von den ordentlichen Gerichten durchzusehen.( Sehr richtig! bei den Soz.)

Gewerkschaftsbewegung

Die Wiedervereinigung der Buchbinder.

In der letzten Zeit wurden zwischen den Leitungen des alten Wir sehen es als einen Fortschritt an, daß der Kreis, der den Verbandes und des Oppositions- Verbandes Verhandlungen gepflogen, Arbeitsgerichten unterworfenen Bersonen weitergezogen werden joll die zu einem bestimmten Ergebnis geführt haben, um eine geschlossene als bisher. Wir fordern aber, daß auch die noch außenstehenden Wiedervereinigung der Berliner Kollegenschaft herbeizuführen. Berufsgruppen erfaßt werden, wie die Bureau angestellten, Eine Funktionärversammlung am 22. April stimmte die Eisenbahner, die ausangestellten. Aber auch die dem Bericht der Verhandlungskommission zu und empfahl der Mit Schiffsbesagungen, die Heimarbeiter und die Be- gliederversammlung, auf Grund des Verhandlungsberichts die amtendiensttuer müssen einbezogen werden. Das liegt schon Biebervereinigung herbeizuführen. im Interesse einer einheitlichen Rechtsprechung. Auch die Ange. stellten der sozialen Versicherungen müssen der Ar­beitsgerichtsbarkeit unterstellt werden. Er genügt auch nicht, den kollektiven Gedanken anzuerkennen, es müssen auch solche Streitig leiten vor den Arbeitsgerichten verhandelt werden, die außerhalb der Tarifftreitigkeiten liegen, insbesondere aus dem Erfinder recht. Der Reichstag , der sich soviel mit dem Schuße des Eigen­tums beschäftigt hat, der so großen Wert darauflegt, daß den ehe­maligen Fürsten möglichst viel Eigentum zufließen wird, muß dafür forgen, daß das Eigentumsrecht der Erfinder an ihren Erfindungen

gesichert wird.( Sehr richtig! bei den Soz.)

Am 26. April tagte eine gutbesuchte Mitgliederversammlung, die nach eingehender Debatte folgenden Beschluß faßte: ,, Die Mitgliederversammlung... begrüßt das Vorgehen der begrüßt das Vorgehen der Berwaltung und stimmt der Berschmelzung der beiden Berliner Organisationen nach den Vereinbarungen der Berhandlungskommission z u.

Kollegen, die Wiedervereinigung zu einer geschlossenen wuchtigen Die Mitgliederversammlung appelliert an alle Kolleginnen und Kundgebung zu machen Die Wiedervereinigung muß ein Signal werden für die gesamte Buchbinderei Arbeiterschaft Berlins und darüber hinaus, ein Mahnruf an alle un organifierten, dem Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter beizutreten und eine feste Abwehr. front gegen das freche Unternehmertum im graphischen Gewerbe zu schaffen."

Die organisatorische Ueberleitung der Mitglieder des oppofitio. nellen Verbandes soll bereits in den nächsten Tagen durch die beiden beteiligten Organisationen erfolgen.

Verbandstag der Werkmeister.

Der sozialpolitische Tag.

Der zweite Arbeitstag des Kongresses galt der Sozialpolitik. Dazu hielt Dr. Croner, der Leiter der sozialpolitischen Abteilung des Deutschen Wertmeisterverbandes, das grundlegende Referat. Besonders unterstrichen wurde die Wichtigkeit der beratenen Fra­gen noch dadurch, daß zu ihnen der auf dem Kongreß anwesende Bertreter des Reichsversicherungsamts für Angestellte Dr. Rot­angel in feiner amtlichen Eigenschaft einige Erklärungen abgab. Das Referat Croners formulierte die folgenden Gesichtspunkte: Die Sozialversicherung ist nichts anderes als ein Teil des Arbeitseinkommens. Der Kampf gegen die Sozialver. sicherung ist ein Kampf um Gehaltskürzung.

In der Krantenversicherung geht es in erster Linie um die Einkommensgrenze. Die Reubildung von Betriebs­franfenfassen ist von den Betriebsräten zu verhindern. Besonders scharf muß die neueste Leistung auf dem Gebiete der Zer splitterung, nämlich die Zerschlagung der bisher einheitlichen Knapp rungen des AFA- Bundes auf Erhöhung der Leistungen schaftstrantentaffe, verurteilt werden. In der Angestellten versicherung sind die alten Forde immer noch nicht erfüllt, obwohl der Etat der Reichsversicherungs­anstalt die Mehrleistung auch ohne weitere Beitragsleistung zu­lassen wurde. Auf dem Gebiete der Wanderversicherung müssen die Ungerechtigkeiten beseitigt werden, von denen die vor 1923 berufsunfähig gewordenen Angestellten betroffen find. Ferner ift als weitere Erfazzeit die Zeit der Arbeitslosigkeit einzuführen, für die Beiträge nicht erhoben werden dürfen. Im heilverfahren, der wichtigsten Leistung der Versicherung, ist endlich der Rechtsanspruch zu gewähren. Nicht minder dringlich ist die Regelung des Wahlverfahrens in der Angestelltenversiche= rung. Die indirekte Wahl zum Verwaltungsrat, d. h. die Vertrauens­Neuerdings ist männer als Wahlkörper, muß beseitigt werden. amtlich versichert worden, daß diese Forderung erfüllt wird. In der Unfallversicherung erfuhren die Fragen des Ver­ficherungsfreises, des Aufbaues der Berufsgenossenschaften, die De­finition des Begriffs Betriebs unfall eingehende Kritit. Zum Kapitel Unfallverhütung ist zu fordern, daß mehr Nachdruck auf die

3m Aufbau der Gerichtsorganisationen vermiffen wir die große einheitliche Linie. Man hat zwar die Arbeitsgerichte nicht restlos in die ordentlichen Gerichte eingegliedert, oder man will sie in meitgehendem Maße daran angliedern. Dagegen wenden wir uns, insbesondere aber auch dagegen, daß man für die untersten Stufen der Gerichte nur ordentliche Richter zulaffen will. Es ist unerträglich, daß die Errichtung der untersten Instanzen in das Ermessen der Justizverwaltung gelegt werden soll. Der Reichswirtschaftsrat schlägt zwar vor, daß man den Landesjuftig behörden paritätische Beiräte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern beigeben soll, das wäre aber dann annehmbar wenn diesen Bei räten ein entscheidendes Mitbestimmungsrecht Das Besoldungssperrgeset von hinten herum. eingeräumt wird. Die ordentlichen Gerichte find nicht geeignet, die Der Bersuch des Reichsfinanzministers, das Befol. ihnen durch die Borlage zugewiesenen sozialen Aufgaben zu erbungssperrgesez, das bei dem Widerstand der Mehrheit des Reichs füllen. Abgesehen von dem großen Mißtrauen, das in den weitesten tags nicht mehr verlängert werden konnte und deshalb Kreisen der Bevölkerung gegenüber den Gerichten herrscht, find doch von der Regierung fallengelaffen wurde, a uf illegalem Bege die ordentlichen Richter ganz einseitig in rein privatrechtlichen An wieder einzuführen, hat in der Beamtenschaft begreif schauungen erzogen worden. Wir haben unter den Richtern liche Erregung hervorgerufen. Der Entwurf des Reichs noch feine ausgebildeten Sozialjuristen. Wenn die finanzministers über einen Besoldungssperrvertrag, gelegt wird. Anerkennung der Tätigkeit der Vorsitzenden der Gewerbe und sowie die Antwort des preußischen Finanzministers, Raufmannsgerichte fein leeres Gerede sein soll, dann läge doch die beide in der Beamtenpresse veröffentlicht wurden, zeigen, daß nichts näher, als sie zu diesen Arbeitsgerichten zuzulassen.( Sehr der Reichsfinanzminister eine einseitige Festlegung richtig bei den Soz.) Die Schaffung eines Richtermonopols würde strebt. Das preußische Staatsministerium wird dem unterbreiteten die ganze Arbeitsgerichtsbarkeit illuforisch machen. Wir lönnen hier Bertragsentwurf nicht beitreten, denn der Finanzminister lehnt, wie einen gewissen Bergleich mit den Jugendgerichten ziehen, am Dienstag im Beamtenausschuß des preußischen Landtags ein bei denen es auch nicht auf die formale juristische Bildung ankommt, Regierungsvertreter mitteilte, jede einseitige Bindung der Län­sondern auf die Menschenkenntnis des Richters. Der Richter beim der und Gemeinden durch das Reich ab. Arbeitsgericht muß das Arbeitsleben fennen, er muß Verständnis haben für das Streben der Menschen, die vor ihm erscheinen. Das Monopol für Berufsrichter würde von vornherein das ganze Fun­dament der Arbeitsgerichtsbarkeit lodern.

Wir wenden uns auch gegen die Zulaffung der Rechtsanwälte zu den Arbeitsgerichten. Der Vorzug der Gewerbe- und Kauf­mannsgerichte besteht doch darin, daß sie schnell und billig urteilen. Die Zulaffung von Rechtsanwälten würde dazu führen, daß der fapitalfräftige Unternehmer schneller zu seinem Rechte fommt als der mittellose Arbeiter.

an=

In den Parlamenten wird der Versuch des Reichsfinanz­ministers, mit Hilfe eines Geheimvertrages das Besoldungssperr gefek praktisch wieder einzuführen, feinen Anflang finden. Mit der Veröffentlichung des Vertragsentwurfs dürfte dessen Schidial besiegelt sein.

Betriebsrätewahlen in der AEG. Brunnenstraße. Bei der diesjährigen Wahl zum Betriebsrat standen fich in der Gruppe der Arbeiter eine Liste der freien Gewertschaften und eine solche der eher Midtung" gegenüber. Ergebnis Freie Gewerkschaften 4688 Stimmen, 16 Betriebsräte, 2 Ergänzungsmitglieder,

Weher Union 1152 Stimmen, 3 Betriebsratsmitglieder, 1 Ergänzungsmitglied.

Bei den angestellten lagen ebenfalls zwei Liften vor. Das Wahlergebnis war wie folgt:

Freie Gewerffchaften( fa) 952 Stimmen, 4 Betriebsräte, ŏ Ergänzungsmitglieder.

Deutschnationale Handlungsgehilfen 286 Stimmen,

1 Betriebsrat, 2 Ergänzungsmitglieder.

Es dient auch nicht dem Ansehen der Rechtsanwälte, wenn sie bei der Stimmenabgabe und die Berteilung der Eige waren folgend: den Arbeitsgerichten wie bei den Zivilstreitigkeiten bald die Barte des Unternehmers, bald die des Arbeiters zu vertreten hätten, daß fie einmal die Argumente der Arbeitgeber, das andere Mal die Argumente der Arbeitnehmer vortragen sollen. Wir sind aber auch der Meinung, daß die Anwälte erst bei sich selbst dem sozialen Recht Geltung verschaffen sollten. Der Anwaltsverein hat es feinen Mitgliedern ausdrüdlich verboten, Tarifver träge mit den Angestellten abzuschließen, er hat feine Sagungen zu diesem Zwede geändert und sich auf diese Weise in den Dienst der sozialen Reaktion gestellt. Wenn die Anwälte nicht einmal für sich selbst den Tarifgedanken anerkennen, dann fönnen fie auch nicht als Vertreter in Streitigkeiten aus dem Tarifrecht zu­gelassen werden. Injere weiteren Bedenken werden wir im Aus­schuß vorbringen, an den wir den Gefeßentwurf zu überweisen beantragen. Benn in dem Gutachten der Unternehmerabteilung des Reichswirtschaftsrates gesagt wird, daß die Schaffung einer be­sonderen Arbeitsgerichtsbarkeit den Bankerott des deutschen Rechts Staates bedeuten würde, so find wir der Auffaffung, daß die Aus­lieferung der Arbeitsgerichtsbarkeit an die ordentliche Justiz völlig unhaltbar ist. Das neue Arbeitsgerichtswesen wird nur dann ge­lingen, wenn in ihm der soziale Gedanke lebt. Das tommende Arbeitsrecht wird sozial sein oder es wird nicht sein.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.)

811.

2 Abg. Hülfer( Dnat.) stimmt dem Grundgedanken der Vorlage Die Gewerbe- und Kaufmannsgerichte hätten sich durchaus bewährt. Es wäre wünschenswert, daß die Arbeitsgerichte in engere Angliederung an die ordentliche Gerichts­

barfeit fämen.

Abg. Gerig( 3.) weist darauf hin, daß die Gewerbe- und Kauf­mannsgerichte nicht dem Mißtrauen ausgesezt waren, das sonst in weiten Kreisen den ordentlichen Gerichten entgegengebracht wurde. Der vorliegende Entwurf sei eine brauchbare Grundlage für ein Gesetzgebungswert, durch das die erfolgreiche Arbeit der Gewerbe­und Kaufmannsgerichte weiter ausgebaut werden könnte. Der Redner erklärt sein Einverständnis mit den Grundzügen des Ent­murfs und beantragt seine Ueberweisung an den Sozialpolitischen Ausschuß.

Abg. Thiel( D. Bp.) verlangt die Angliederung an die ordentlichen Gerichte und als Borsigende unabhängige, lebenslänglich angestellte Berufsrichter. Von der Verwaltung müßten die Arbeitsrichter ganz unabhängig sein. Heberall dort, wo jetzt Kaufmannsgerichte bestehen, müßten besondere Kauf­mannsfammern bei den Arbeitsgerichten eingerichtet werden. Die Arbeitsgerichte dürften nicht zu einer Schwächung, sondern müßten zur Stärkung der ordentlichen Rechtspflege führen. Die von den Sozialdemokraten beabsichtigte Ausschaltung der Justiz zugunsten des Einflusses der Berwaltung fönnte die Volkspartei nicht mit­machen.

Abg. Rädel( Komm.) erklärt: Das Gesetz diene in seiner jetzigen Gestalt nicht den Arbeiterinteressen. Das Gesetz müsse mit einem weitgehenden Strafrecht gegen solche Unternehmer ausgestaltet werden, die die Arbeitskraft der Arbeiter ausbeuten.

Aba Lemmer( Dem.) betont, daß es besonders bei der untersten Instanz der Arbeitsgerichte darauf anfomme, den arbeitenden Menschen eine fchnelle Rechts. [ prechung zu verschaffen, das würde verhindert werden, wenn die Arbeitsgerichte, wie Abg. Thiel es verlange, in die ordentliche Gerichtsbarkeit eingegliedert würden.

In der ersten Instanz dürfe weniger nach dem formalen Recht, es müffe mehr nach den Verhältnissen des sozialen Lebens geurteilt werden.

Für die zweite Instanz wünscht der Redner eine Erweiterung des Richterfollegiums. Auch in der obersten Instanz müsse das Laienelement ausschlaggebend sein. Die Borschriften über die Berufung der Beisiger müssen eindeutiger gefaßt werden, damit nicht mißliebige Persönlichkeiten und Minderheitsorgani fationen ausgeschaltet werden fönnten.

Damit ist die erste Beratung beendet. Der Gefeßzentwurf wird bem Sozia politischen Ausschuß überwiesen. Gegen 6% Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch 2 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen neben einigen fleineren Borlagen das Duellgefeß und der Gefehentwurf über die Enteignung der Fürftenvermögen.( Boltsbegehren.)

Die Wener Richtung hat gegenüber dem Vorjahre einen 3uwachs von drei Sigen zu verzeichnen, was sich daraus erklärt, daß eine Anzahl Wähler, welche im letzten Jahre für die fommus niftische Liste stimmte, bei der legten Wahl sich für die revolutio­nären" Weyer- Leute entschied, weil eine fommunistische Liste nicht mehr bestand.

gen.

An die Berliner Buchdrucker!

Durchführung des faffächlichen Unfallschuhes

Die Besprechung der Erwerbslosenfürsorge führte zu einer energischen Abrechnung mit dem Reichsarbeitsmini­sterium. Dabei wurde Bezug genommen auf einen Artikel des Ministerialdirektors Weigert , der die gegenwärtige Höhe der Unterstützungssäge für wirtschaftlich und sozialpoli tisch nicht unbedentlich erklärt hat! Es scheint, daß das ganze Ministerium verweigert" ist, so daß man sich nicht wun­dern darf, wenn es den Erwerbslosen die notwendige Hilfe ver­weigert. Mit allen möglichen Mitteln hat man versucht, nach der durch den AfA- Bund erkämpften Einbeziehung der Angestellten in die Erwerbslosenfürsorge sie wieder durch Verwaltungsmaß nahmen von der Unterstüßung auszuschließen. Erst durch Einspruch des AfA- Bundes wurde diese Gejegesverlegung ver­hindert.

Im Entwurf eines Arbeitslosenversicherungs­gesetes hat das Reichsarbeitsministerium gezeigt, wie wenig es bereit ist, den berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer und be­fonders der Angestellten nachzugeben. Wieder soll eine Ausschließung der Arbeitnehmer mit einem Einkommen über 225 M. im Monat erfolgen. Viele Bestimmungen des Entwurfs sind abzulehnen. Go

die über den Träger der Versicherung, über die Voraus­segungen für die Unterstüßung, insbesondere über die Beibehaltung der Bedürftigkeitsprüfung und der Pflichtarbeit, über die Verlänge rung der Anwartschaftszeit und über die viel zu geringen Unter­ftügungsfäge, die für den Ledigen nicht mehr als 16 M. in der Woche betragen follen.

Bei der Diskussion über die Sozialbelastung haben die deutschen Unternehmer ihr wahres Gesicht enthüllt. Die Vorgänge. in England zeigen, daß der Angriff der Unternehmer sich auf inter­nationaler Bafis vollzieht. Die englischen Gewertschaftsfollegen dürfen der vollsten Sympathie der deutschen Berkmeister gewiß sein. Im Anschluß an das Referat erklärte der Vertreter des Reichsversicherungsamtes für Angestellte namens des Direktoriums, daß das Verlangen des AfA- Bundes, den arbeits­losen Versicherten ihre Anwartschaft für die Zeit der Erwerbslojigteit ohne irgendwelche Beitragsentrichtung auf­rechtzuerhalten, von der Reichsversicherungsanstalt bei dem Reichs­arbeitsministerium zur baldigen Verwirklichung empfohlen wurde. Weiter versuchte er, die Thesaurierungspolitik des RVA. zu ver­teidigen. Es wurde ihm aber an der Hand der eigenen Jahres­berichte nachgewiesen, daß sich die Ansammlung von Versicherungstapitalien gegenwärtig fozial nicht recht­fertige. Bei tonfequenter Durchführung des Umlageverfahrens hätte die heutige hohe Beitragslast den Versicherten erspart werden tönnen.

Besprechungen Baldwins in der Kohlenkrise. London , 27. April. ( WTB.) Heute abend turz vor sieben Uhr sind Vertreter der Bergarbeiter und der Grubenbefizer zu einer Bon den Gruben­gemeinsamen Konferenz zusammengetreten. befizern wurde Baldwin die Zusicherung gegeben, daß sie feinerlei Einschränkungen und Vorbehalte hinsichtlich der Verhandlungsgegen­stände zu verlangen beabsichtigen.

Die Zahl der Arbeitslosen in England betrug am 19. April 990 600. Das bedeutet eine Verminderung um 27789 gegen­über der Vorwoche und um 206071 gegenüber dem ber Das erstemal feit langer Zeit erreicht gangenen Jahre. die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer nicht mehr

Die sogenannten oppofitionellen Kollegen im Berein der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer beflagen mit Wehmut, daß sie in Berlin feit langem ihren Einfluß völlig ver loren haben. In legter. Zeit sind die Kommunisten aber beson ders tätig, um sich wieder Geltung zu verschaffen. Dazu find ihnen die Delegiertenwahlen zum diesjährigen Ver­bandstag in Berlin eine willkommene Gelegenheit. In den etn­zelnen Bezirken sind bereits alle Anstrengungen gemacht worden, um die kommunistischen Berschläge zur Annahme zu brin Dies ist den Kommunisten durch die Saumseligkeit der Kollegen unserer Richtung zu einem allerdings ganz geringen Teil auch gelungen. Es ist bestimmt damit zu rechnen, daß auch in der Generalversammlung more gen, Donnerstag, unter dem Deckmantel der Oppofition" fommunistische Borschläge für die Wahlen der Delegier ten zum Verbandstag gemacht werden. Daher ergeht an alle Gene­ralversammlungsdelegierten der Amsterdamer Gewerkschafts­richtung die dringende Aufforderung, vollzählig in der Es darf nicht Generalversammlung zu erscheinen. angehen, daß die Kommunisten auch nur teilweise über die praf­tische und daher einzig mögliche gewerkschaftliche Arbeit triumphieren fönnen. Alle oppofitionellen" Vorschläge gehen zweifelles von den Kommunisten aus. Darum muß es allen Anhängern der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung zur Pflicht gemacht werden, nur die Vorschläge unserer Richtung zu unter. ft üben. Die Annahme einer zweiten Delegiertenlifte in der Gene­ralversammlung würde lediglich eine Stimmenzeriplitte rung herbeiführen. Das muß verhindert werden. Der Ver­bandstag hat zu große Aufgaben zu erfüllen als daß er sich in langen theoretischen Auseinandersehungen ergehen könnte. Troy­dem fann und wird selbstverständlich einer berechtigten Kritik an den Maßnahmen des Verbandes weitester Spielraum gelaffen. Die( Dtid. Krantent. Verband). Bortrag: Bom Wesen und Werden der Religion". vergangenen Jahre haben bewiesen, daß die Ausschaltung tommu nistischer Quertreiberei und Gewerkschaftszerstörung der Gesamt­heit der deutschen Buchdrucker am forderlichsten gewesen ist. Deshalb darf sich fein Berliner Delegierter der Pflicht entziehen, in der morgigen Generalversammlung an­wesend zu sein und einzig und allein für die Delegiertenliste der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung seine Stimme ab. zugeben!

Erftarkung der Gewerkschaften in Mitteldeutschland .

Halle, 27. April. ( Eigener Bericht). Die freigewerkschaftlichen Organisationen im Bezirk Sachsen- Anhalt haben trop der fort gefeßten Wirtschaftstrife einen unberfennbaren Aufstieg genommen. In vielen Orteausschüssen, wo bisher die fommu nistische Gewertschafte oppofition vorherrschte und allein bestimmte, ist die Bewegung gesundet. Im Regierungsbezir! Magdeburg ist eine Zunahme von 13 242, im Regierungsbezirk Merseburg eine solche von 16 015 und im Freistaat Anhalt eine Zunahme von 1874 Mitgliedern zu verzeichnen. Das macht zusammen eine Stärkung der Gewer! saften in Mitteldeutschland um 81181 Mitglieder aus.

eine Million.

Freie Gewerkschaftsjugend.

Seute, Mittwoch, abend 7% Uhr tagen die Gruppen: Neukölln I: Schöneberg : Jugendheim Bevaftr. 29, Sof. Cine Stunde der Gemeinschaft. Jugendheim Rubensstraße( Sportplak). Seiterer Abend. Südwesten: Jugend heim Bärwaldstr. 64. Bortrag: Arbeitspationalisierung und Arbeiterschaft". Norben: Jugendheim Linienftr. 83-85, 1. Portal, 2 Tr. Wir lesen Die Ge schichte der deutschen freien Gewerkschaften" von Karl Swing. Norbring: Jugendheim Eberswalder Str. 10. Lichtbildervortrag: Von der Pflanzen­und Tierwelt Deutschlands ". Charlottenburg : Jugendheim Berliner Str. 137

Jugendgruppe bes 3b. Seute, Mittwoch, abend 7 Uhr tagen Der 1. Mai." folgenbe Abteilungen: Lichtenberg : Jugendheim Gozlerstr. 61. Reukölln: Jugendheim Nogatftr. 53. Ausfpracheabend: Warum Gewerkschafts jugend?" Webbing- Gesundbrunnen : Jugendheim Schönstedtstr. 1( Ledigenheim). Bortrag: Die Bedeutung des 1. Mai". Charlottenburg : Jugendheim Rosinen­Straße 4. Vortrag: Die Bedeutung des 1. Mai". Schöneberg : Jugendheim Sauptfit. 16( Frankenlandzimmer). Lefeabend.

Graphisches Gewerbe. Der Kämpfer" Nr. 4 ift erfchienen und ab heute früh 8 Uhr abzuholen bei Henning, Alexandrinenstr. 44. Wir bitten alle funktionäre, in den Betrieben für die Abholung diefer als Berbenummer herauskommenden Ausgabe besonders besorgt zu fein. Der graphische Werbeausschuß.

Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G., Berlin , Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Berantwortlich für Bolitik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gemertfchaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: 2. 3. Döscher: Lokales

und Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin . Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin . Drud: Borwärts- Buchdruderel und Berlagsanftalt Baul Ginaer u. Co. Berlin E 68 Lindenstraße 8. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wissen.