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Glauben, die Zusicherung, daß der Mensch eben durch den Glauben| allein selig merde! Und so führte Joachim II. fein luffiges Leben weiter, bis an fein feliges Ende. Wie lustig" sein Leben mar, geht am besten aus der Leichenpredigt seines doch hofzahmen Haus predigers hervor; der schloß sie mit den Worten: Daß mir aber folche Hoffnung( daß er selig geworden sei) von unserem Landes fürsten nicht in einem bloßen Wahne haben und mit vermißstem 3weifel, etwas uns ungewiß, sondern in gewisser und ungezweifelter Hoffnung, müssen wir unsere Augen und Gedanken von ihrer fur­fürstlichen Gnaden menschlicher Schwachheit und Gebrechlichkeit, von ihrer Gnaden Leben und Wandel, darin viel Sträfliches und Sünd­liches gewesen, abwenden und allein nach dem Worte des Lebens ums richten, welches allein die Toten lebendig und die Sünder ge­recht machen fann."

Das ist ein kleiner Auszug aus der Reformationsgeschichte, es fönnten ihm noch zahllose andere folgen: nicht überall ging die Enteignung wenigstens in fo friedlicher Form vor sich, und das ganze Volf war des Haderns schon herzlich müde. Aber um den Landesfürsten die geraubten Bistümer und andere Schäße zu erhalten, wurde der Streit um die Gleichberechtigung der Konfessionen immer weiter hinausgezogen. Als ihn dann ein Reichstag dahin entschied, daß die Bistümer der alten Kirche zurückzugeben seien, tehrte sich Joachim II. einfach nicht daran und gab teines der anneftierten Gebiete heraus. Wir stehen vor dem Boltsentscheid, und den katholischen Wählern wird auf mannigfache Art die Hölle heiß gemacht, um sie vom Volfsentscheid fern zu halten: Von der Erregung von Gewissensstrupeln bis zum glatten Verbot der Teil­nehme. Sie sollten sich erinnern, wie glatt und schön alle Fürsten immer mit ihrem Gewissen fertig wurden und sich einmal fragen, ob es sich lohnt, dieser gewissenlosen Gesellschaft megen Gewissens­ffrupel zu haben!... Denn mit welchem Maße ihr messet, mit dem soll auch euch gemessen werden!

Kampf der Flugblätter!

Der Kampf um die Rechte des Volkes ist auf der ganzen Linie entbrannt. Acht Tage trennen uns vom Tage der Entscheidung. Die Habsucht der ehemaligen Fürsten hat das ganze Bolt auf den Plan geworfen. Die Massen stehen auf gegen die schamlojen Pläne der Milliarde räuber! Mit ungezählten Geldsummen finanzierte die Hohenzollernsche Propagandazentrale, den Korrupierungsfeldzug der Fürstenknechte; mit Intrigen verantwortungslosester Art suchen die schwarzweißroten Fälscher den Willen der hungernden Milli onen zu fabotieren und Dumme für ihre Pläne zu gewinnen. An den Häuserfronten beginnt der Wettkampf der Mahn- und Werbezettel die Aufmerksamkeit des Publikums zu erregen, das Ringen der Flugblätter um die Seele der Berliner hat in den Sonnabend- Nach­mittagsstunden mit Wucht eingesetzt. In vielen Tausenden von Exemplaren wurde die Vorwärts"-Sonderausgabe Massenauf­marsch!", sowie der Flugzettel zum Wohle der Allgemeinheit!" im Morden, Osten, Süden und Westen der Stadt in den Häusern und auf der Straße verteilt. Allgemein war der fachliche und über zeugende Inhalt der Flugschriften von stärffter propagandistischer Wirkung. Noch aber find Hunderttausende aufzuklären, Laue und

zügige Berbekampagne fortgesetzt. Beteiligt euch zahlreich, ein jeder Gleichgültige aufzurütteln. Am heutigen Sonntag wird die groß set auf dem Posten. Der 20. Juni muß ein Siegestag des Boltes sein! Reinen Bjennig dem Eigennug der Landes näter", eine Bezeichnung, die sie sich wohl angemaßt, aber niemals nerdient haben.

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to Nach dem mißgludten Hindenburg Blatat, has megen feiner Anonymität die Polizei abräumen mußte, ift gestern abend das zweite Platat des Fürstendienerblocks an den Litfaßsäulen erschienen. Hoch oben schweben der sagenhafte Kurfürst der Fehr. belliner Schlacht, unvermeidlicherweise der alte Frig" und Wilhelm, der Großpater. Und zu Füßen dieser marfanten Reflame ließt man in starter Schrift die zwei schönen Säge: Enteignung des alten Herrscherhauses? Ist das der Dank für unser Wert?" Wer weint da nicht? Nur noch heute!

Gerth freigesprochen.

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mal der Schauspieler ganz besonders annehmen, deren Elend| gründung. Gerth schüttelte den Kopf. Seine Frau verfiet tar també durch die ungünstige Wirtschaftslage ja auch wirklich ein großes ift. Schreifrämpfe. Die Theater gehen schlecht, die Direktoren müssen sparen, und so Ein anderes Urteil war nicht möglich. Wäre es im Sinne des Staatsanwalts ausgefallen, der 12 Jahre Zuchthaus beantragt hatte, werden die meisten Schauspieler nunmehr von Fall zu Fall, also bloß für die Spieldauer eines Stückes, engagiert. Daraus ergibt so bedeutete es eine Herausforderung der medizinischen Wissenschaft. fich natürlich ein ungeheueres Heer Engagementsloser. Um diefen Die Berufung der Staatsanwaltschaft auf das Voltsempfinden war Menschen in ihrer Not ein wenig beizustehen, soll ein Komitee zum wenigsten ungerechtfertigt. Die Vermessenheit, sich über die prominenter Künstler und Kunstfreunde gegründet werden, die ihr feststehende Erkenntnis anerkanntester Vertreter der Wissenschaft hin­Scherflein dazu beitragen, daß notleidende Kollegen täglich freies wegzusetzen, besitzen die breiten Schichten der Bevölkerung nicht. Mittagessen erhalten. Frau Dr. Schwarzwald meint, daß die hierzu Wie tief in ihnen der überkommene Sühnegedanke auch wurzeln mag, erforderliche Summe von nur 100 000 m. in einer Kunststadt wie nach Todes, Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe für den unzurech Berlin mit Leichtigkeit aufzubringen sein müßte. Das Komitee nungsfähigen Täter dürften sie nie und nimmer. Der Fall nennt sich Schauspieler Dank", Bahlstelle Bankhaus Mendelsohn. Gerth wird für lange Zeit hinaus ein ganz außergewöhn liches Unglüd bleiben, in gleichem Maße für den Täter wie für dessen Opfer. Die Deffentlichkeit ist aber verpflichtet, in einem jeden derartigen Falle fich die Frage nach den Ursachen des Unheils vorzulegen, aus ihm etwaige Lehren für die Zukunft zu ziehen. Hier handelte es sich um einen Menschen, der von Kindheit an ein zurüd­haltendes, gefälliges, liebenswürdiges Wesen zeigte und trotzdem Urheber einer so ungeheuer gräßlichen Tat geworden ist. Natürlich, es tommen tausende von Kindern zur Welt, die nicht anders als Gerth beiderseitig erblich schymer belastet sind. Natürlich, zehn­tausende, werden gleich ihm in unseligen fittlichen Verhältnissen groß. Hier traten aber feine männliche Unfähigkeit und feine epi­leptischen Zustände hinzu. Und nun tommt das, was abwendbar war: einmal der Alkoholkonsum, zum anderen seine Hilflosigkeit gegenüber seinem psychosexuellen Zustande. Bon tiefen Minder­mertigteitsgefühlen geplagt, sich seiner männlichen Unfähigkeit schä­mend, scheute er sich selbst, einen Arzt aufzusuchen. Vom 11. bis zum 27. Lebensjahre, also fünfzehn Jahre lang, lebte er Seite an Seite mit seinen Mitmenschen, ohne daß jemand ihm geraten hätte, zum Arzt zu gehen. Wäre das geschehen, das Unglück wäre vielleicht nicht paffiert. So entsteht der Schrei nach Sexualpädagogik.

Aber als gemeingefährlich der Jrrenanstalt überwiesen. Das Gericht lehnte die neuen Beweisanträge des Berteidigers Dr. Frey ab. Nach einer dialettisch glänzenden Rede des Vertei­digers und einer 14stündigen Beratung verkündete das Gericht das Urteil. Gerth habe seine Tat im Dämmerzustande begangen und sei

Massenaufmarsch!

Morgen, Montag, abends 7 Uhr im Lustgarten! Kundgebung zum Volksentscheid!

Trotz der ungeheuren Not eines großen Teils des deutschen Boltes find die entthronten Fürsten drauf und dran, Mil liarbenwerte, die dem Bolle gehören, sich widerrechtlich anzueignen. Der größte Teil der bürgerlichen Parteien hält ihnen die Steigbügel. Der Gesetzesvorschlag, über den am 20. Juni abgestimmt wird, will die Milliardenwerte dem deutschen Bolte erhalten. Unsere Parole lautet:

Keinen Pfennig den Fürsten !

Millionen deutscher Volksgenossen: die betrogenen Sparer, die Kleinrentner, die Kriegsinva liden und hinterbliebenen, Millionen Arbeits­Io se, zahlreiche Auslandsdeutsche hungern, Tausende und aber Tausende Angehörige geistiger Berufe leiden

bittere Not!

Denen gehören die Milliardenwerte!

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ersten Gerichtsverhandlung hatten sich Brof. Straßmann und Der Fall Gerth gibt auch in anderer Hinsicht zu denken: In der Dr. Störmer für die zurechnungsfähigkeit des Angeklagten aus­gesprochen. Sie hielten eine längere Beobachtung in einer Irren­anstalt für überflüffig. Es ist vor allem der Entschlossenheit der Ver­teidigung zu verdanken, daß es bereits damals nicht zum Urteile gekommen ist. Dieses wäre aber zweifellos ein Todesurteil gewesen und hätte einen Juftizmord bedeutet. Nun unterstelle man einmal, daß der Verteidiger ein junger Anwalt gewesen wäre, oder daß der Fall Gerth fich irgendwo in der Provinz abgespielt hätte, mer wollte daran zweifeln, daß dann der Henker bereits längst seines Amtes bemaltet hätte, wenn die Tat nicht durch eine Begnadigung mit lebenslänglichem Zuchthaus gefühnt" worden wäre. Go follte dieser Fall Gerth für alle Zeiten eine Warnung sein, für Gerichte und für Gerichtsärzte. Für das Gericht eine Barnung, nicht zu unterlassen, die letzten Erfahrungen der medizinischen Wissenschaft im Interesse der Rechtspflege dienstbar zu machen; für diese Aerzte durch voreilige Gutachten, die ohne gründliche Beobachtung zu­standegekommen sind, nicht die medizinische Fakultät zu kompromit tieren. Dem Staatsanwalt märe man aber versucht, nach der Er­fahrung dieser Verhandlung zu raten, weniger schöngeistig zu ſein und Lebenserfahrung nicht mit Ignoranz zu verwechseln. Und noch eins; er möge sich nicht so leichtfertig als Sprachrohr des Bolts empfindens aufspielen. Der Ausgang des Prozesses Gerth bedeutet einen Triumph der Verteidigung und der medizinischen Wissenschaft, fomit auch einen Triumph der Rechtspflege. Die Verantwor tung für die meitere Unschädlich machung des Frei­

gesprochenen tragen nun Gesez und Aerzte.

Die volle Friedensmiete.

3 mölfeinhalb Millionen haben sich beim Bolts begehren eingezeichnet, haben den Boltsentscheid ge­fordert zwanzig Millionen müssen am 20. Juni für die Enteignung der ehemaligen Fürsten stimmen, wenn Raubritterrecht der Fürsten und ihrer Knechte muß das neue der Raubzug der Fürsten zurückgeschlagen werden soll. Dem Recht des republikanischen Volfes entgegengestellt werden. Darum, Voltsgenossen, auf zur Abrech Nach den reichsgesehlichen Bestimmungen tritt am 1. Juli aud für Berlin die volle Friedensmiete für Altwohnungen in Montagabend marschiert das arbeitende, werden darf. Hierzu kommen weitere 4 Proz. als Auswirkung Sraft die bis 31. März 1927 nicht überschritten das republitanische Berlin . Sammelpunkte:

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Dazu noch die Grundsteuererhöhung.

Grundsteuererhöhung für Berlin , über die wir im Borwärts" vom Sonnabendmorgen schon mitteilungen gemacht haben. Zusammen hätten also die Berliner Mieter 104 Proz. der Friedensmiete am 1. Juli zu zahlen.

Der Haushaltsausschuß der Stadtverordnetenversammlung hatte es abgelehnt, die Grundsteuer nach den Verschlägen des Magistrats

Mitte: Arfonaplaz, Abmarsch 6 Uhr. Tiergarten: Kleiner Tiergarten, Abmarsch 6 Uhr. Tiergarten: 8. Abt. Bülowplay, Abmarsch 5% Uhr. Wedding : Brunnenplay, Abmarsch 5% Uhr. Prenzlauer Berg : Danziger Straße vor dem Bezirksamt, Abmarsch auf 205 Proz. zu erhöhen, sondern beließ es bei 200 Pro3. Im

6% Uhr.

Friedrichshain : Weberwiese, Abmarsch 6 Uhr. Kreuzberg : Rottbusser Tor, Abmarsch 6 Uhr. Charlottenburg : Hausvogteiplah, Abmarsch 6% Uhr. Wilmersdorf : Hausvogteiplay, Abmarsch 6% Uhr. Zehlendorf - Wannsee : Ringbahnunterführung an der Hauptstraße in Schöneberg ( mit Steglig), Abmarsch 5% Uhr. Schöneberg - Friedenau : Kaiser- Wilhelm- Plaz, Abmarsch 5% Uhr.

Die zur Durchführung des Boltsentscheids aufgestellten Listen der Stimmberechtigten liegen nur noch am heutigen Sonntag in den Stunden 10 bis 5 Uhr zur Einsichtnahme aus. Nur noch heute bietet fich die Möglichkeit, etwaige Fehler und Lücken festzustellen und Be­richtigung zu fordern. Niemand sollte versäumen, noch heute die Liften zu prüfen und nötigenfalls für nichtverzeichnete Stimmbe­rechtigte die nachträgliche Aufnahme und für verzeichnete Nichtftimm- Steglih: berechtigte die Streichung zu beantragen. Von der Richtigkeit der Liften hängt das Ergebnis des Volksentscheids ab!

Stadt und Hochbahn .

Der Entwurf des Vertrages der Stadt Berlin mit der Hochbahngesellschaft, der die Bemühungen der Stadt, das gesamte Hoch- und Untergrundbahnwesen in ihre Hand zu be­fommen, ein tüchtiges Stüd fördert, ist nach den Vorschlägen der gemischten Deputation jetzt vom Magistrat als Dringlichkeits­vorlage vor die Stadtverordnetenversammlung gebracht worden. Er steht für ihre nächste Sigung auf der Tagesordnung, und es ist zu hoffen, daß die Beschlußfassung rasch zustande kommen wird. Die entscheidende Generalversammlung der Hochbahngesellschaft soll An­fang Juli stattfinden.

( Nachzügler 6% Uhr Dönhoffplatz.)

Ringbahnunterführung an der Hauptstraße in Schöneberg , Abmarsch 5 Uhr( nach dem Sammelpunkt des Kr. Schöneberg). Tempelhof - Mariendorf : Ringbahnhof Tempelhof, Abmarsch 5% Uhr. Neukölln: Reuterplay, Abmarsch 5% Uhr.

ersteren Falle wäre die Miete zum 1. Juli noch über 104 Proz. der Friedensmiete hinausgegangen. Die stille, begreifliche Hoffnung der Mieter, daß die Aufsichtsbehörden der Grundsteuererhöhung Berlins , die allerdings erst am Dienstag vom Plenum der Stadtver ordnetenversammlung bestätigt werden muß, die Zustimmung ver­sagen werden, dürfte kaum in Erfüllung gehen. Es wird also aller Wahrscheinlichkeit nach zum 1. Juli gesteigert werden.

Niederschlagung der Hauszinssteuer.

Das Gesetz über die Aenderung der preußischen Steuernotper­ordnung vom 27. Mär 1926 bestimmt, daß die Hauszinssteuer niederzuschlagen ist, soweit ihre Einziehung eine unbillige Härte bedeutet; insbesondere ist die Steuer zu stunden und nieder­zuschlagen bei Mietwohnungen, fofern Mieter Sozialrentner, Klein­rentner, Kriegsbeschädigte, Kriegerhinterbliebene, Erwerbslose oder andere besonders bedürftige Personen( namentlich mit tinderreichen Familien) sind, die die volle gesetzliche Miete nicht zahlen tönnen. Eine Erflärung, wann eine besondere Bedürftigkeit anzunehmen ist, gibt das Gesetz jedoch nicht. Deshalb hat der Ma­giftrat, wie er jetzt durch sein Nachrichtenamt bekanntgibt, diesen Begriff einheitlich für Berlin dahin bestimmt, daß als besonders be dürftig alle die Mieter anzusehen sind, deren Einkommen unter dent

Treptow( Kreis): Görliger Bahnhof, Abmarsch 5% Uhr. Treptow ( Abt.): Wildenbruch, Ede Gräzstraße, Abmarsch Uhr. Köpenid: Luftgarten( Schloßseite). Lichtenberg : Mittelpromenade( Frankfurter Allee an der Kron prinzenstraße), Abmarsch 5% Uhr. Weißenfee: Antonplatz, Abmarsch 5% Uhr. Pankow : Marktplatz( Pankow ), Bankom- Süd schließt sich Mühlen straße , Ede Berliner Straße, an, Abmarsch 6 Uhr. Reinickendorf : Brunnenplatz, Wedding , Abmarsch 5% Uhr. Fahnen, Transparente, Blafate sind im Zuge zu führen. Alle Züge 1½fachen der erhöhten Wohlfahrtsrichtfäße liegt. Hiernach wird die

marschieren unter Vorantritt von Musikkapellen bzw. Tambourforps.

3m Luftgarten: Massengesang- Ansprachen: Aufhäuser, Clara Bohm- Schuch , Crispien, Rob. Dißmann, Dittmann, Fleißner- Dresden , Haß, Adolf Hoffmann, Landa, Litte, Lempert, Otto Meier, Jul. Moses , Kurt Rosenfeld , Ströbel, Westphal.

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Die Unterschlagungen in Petershagen . Die Unterschlagungsaffäre in Petershagen scheint immer meitere Kreise zu ziehen. Nachdem der Rendant Qual und der Gemeindefekretär Baes der Unterschlagungen überführt sind, wurden inzwischen weitere vier Personen, die in dem Verdacht Arbeiter- Sänger- Bund, Gau Berlin . Nach dem Beschluß der stehen, an den Unterschlagungen direkt oder indirekt teilgenommen Gau- Generalversammlung, daß alle Sänger sich in den zu haben, verhaftet. So wurde ein früherer Gemeindeangestellter Dienst für den Boltsentscheid zu stellen haben, werden alle Sanges: Butas festgenommen und dem Untersuchungsrichter zugeführt. genossen ersucht, Montag, den 14. Juni, abends 7 Uhr Weiterhin wurde von dem Rendanten Qual der Gemeindeangestellte an der Demonstration im Lustgarten teilzuneh= Podrand der Mitwisserschaft bezichtigt und infolge eines gegen men. Gesungen wird auf der Treppe der Nationalgalerie: Ge­ihn erlassenen Haftbefehles festgenommen. Bodrand bestritt ener gisch, an den Unterschlagungen teilgenommen zu haben. Da B. auch fang der Bölker und Ich warte Dein". Treffpunkt% 7 Uhr an der Museumstreppe. nichts Belastendes nachgewiesen werden konnte, mußte die Antlage, die auf die Anschuldigungen des Rendanten Qual gegen ihn erhoben murde, fallen gelaffen werden. Bestern ist nun auch der Amtsvor steher und frühere Lehrer von Peterhagen Graßnig verhaftet morden. Er steht im dringenden Verdacht, besonders die Unterschla­gungen des verhafteten Qual begünstigt zu haben. Inwieweit dies mit seinem Wiffen geschehen ist, muß erst die Untersuchung ergeben. Es hat den Anschein, als ob noch weitere Personen in die standa Töfe Angelegenheit verwickelt sind.

Oesterreichische Freundeshilfe.

Steuer gestundet und niedergeschlagen, sofern Einzelpersonen nicht mehr als 63 M., Ehepaare nicht mehr als 94,50 M., Ehepaare mit 1 Kind nicht mehr als 114 m., mit 2 Kindern 133,50 M., mit 3 Kin­dern 153 M., mit 4 Kindern 172,50 m., mit 5 Kindern 192 M., mit 6 Kindern nicht mehr als 211,50 M. monatliches Einfommen haben. Falls jedoch Familienangehörige im Haushalt eines Mieters leben, wird das Einkommen sämtlicher zu dem Haushalt gehöriger Bersonen zusammengerechnet. Die Bedürftigkeit wird von den Wohlfahrts­ämtern bzw. den Wohlfahrts- und Jugendkommissionen nachgeprüft. Bersonen, die eine Stundung und Niederschlagung der Hauszins­Steuer in Anspruch nehmen wollen, müssen sich daher zunächst an die Stellen der Wohlfahrtspflege wenden zweds Ausstellung einer Bedürftigkeitsbescheinigung. Diese ist an den Hauseigentümer abzu­geben, der alsdann die Stundung der Hauszinssteuer bei der Steuer­erforderlich, weil nur dieser der Steuerbehörde gegenüber als Steuer­Schuldner gilt. Die Stundung gilt als genehmigt, sofern die Steuer­taffe dem Hauseigentümer einen entsprechenden Bescheid erteilt hat. Die Berechnung des auf Hauszinssteuer entfallenden Teils der Miete erfolgt nach der Formel: Hauszinssteueranteil der Wohnung verhält fich zur Friedensmiete der Wohnung wie die Hauszinssteuer des 3inssteuer nach festen Brozenten der Friedensmiete ist nicht zulässig. Beispiel für die Berechnung eines auszins. steueranteils:

freizusprechen. Als gemeingefährlicher Geistestranter sei er aber der Landespolizei zur Internierung in eine Jrrenanstalt zu über- Hauses zur Friedensmiete des Hauses. Die Berechnung der Haus­weifen.

Das zweifelswürdige Bathos des Staatsanwalts ift am Rechts. gefühl des Gerichts abgeprallt. Das von ihm gestern zitierte Goethe­Bort ,, Grau, lieber Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens gold'ner Baum" parierte der Borsigende mit einen anderen Faust Ritat. Der Geist der Medizin ist leicht zu faffen". Mit diesem hatte Mephisto einen unerfahrenen Menschen aufs Glatteis gefodt. Da

Frau Dr. phil . Schwarzwald , die bereits vor mehreren Jahren in uneigennüßigfter Weise in Berlin mehrere Gemeinschaftsaber die Richter Menschen von Erfahrung waren, erklärten sie, die tuchen eröffnete, hat nunmehr in den Räumen der Schloßtüche im Stabischloß, Apotheferflügel, ebenjo in verschiedenen Hoch. schulen, in der Charité usm. folche Küchen ins Leben gerufen. Für ben billigen Preis von 60 bis 70 Bf. erhält man ein sehr gutes, fräftig getochtes Effen, in schönen, luftigen Räumen, bei angenehmer Bedienung. Bei der diesmaligen Einrichtung dieser Küchen, die natürlich für die Allgemeinheit bestimmt sind, schwebt der Gründerin aber noch ein besonderer Gedante por Augen. Sie will fich dies.

Friedens miete des Hauses Hauszinssteuer des Hauses Friebensmiete der Wohnung Hauszinssteuer der Wohnung

Ausrechnung: 40. 114,75

450

450,00 114,75

40,00 ?

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40 X 114,754590: 450 10,20 M. Hauszinssteueranteil.

Medizin nicht mit einer bloßen Handbewegung abtun zu fönnen: Richter und Arzt hätten Hand in Hand zu arbeiten. Das einmütige Gutachten der Sachverständigen jei geeignet gewefen, etwaige Zwei fel des Gerichts in bezug auf die zurechnungsfähigkeit des Ange­flagten niederzubrüden. So mußte der Angeflagte freigesprochen werden. Nun gehe er in die Hände der Aerzte über. Auf fie fällt die Verantwortung für den Zeitpunkt, in dem Gerth in die mensch liche Gesellschaft zurüd tehren dürfe. So das Urteil; dies die Beum% 45 Uhr.

Die Stadtverordnetenversammlung muß megen der Haus haltberatung in diefer Woche wieder zwei Sigungen haben, eine am Dienstag um 6 Uhr und eine am Mittwoch