Nr. 179.
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Vorwärts
12. Jahrg.
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Auch eine
Sonnabend, den 3. August 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3.
Auch der Bericht für Westpreußen erwähnt das Wort Arbeits-| Art der Arbeit! Aus einem anderen Weberdorfe, wo auf 30 WebIosigkeit nicht, theilt aber aus Danzig mit, daß die dortige stühlen Inlet, auf 10 Webstühlen Züchen gewebt werden, hat der Genur 10 pt. der eingegangenen Gesuche um Arbeit arbeitenden 30 Weberfamilien zusammengestellt und als Wochen= Als am 22. Januar 1894 unsere Reichstags Fraktion die erledigen tonnte, im Jahre 1893 und 1894 nur 9 pCt. Kenn- verdienst insgesammt 141 M. gefunden; das ergiebt einen wöchent Interpellation einbrachte, welche Maßregeln die verbündeten zeichnend für den Geist der Arbeiterfreundlichkeit wie des sozial- li chen Durchschnittsverdienst von 4 M. 40 Pf. für Regierungen ergriffen haben oder zu ergreifen gedenken, um dem politischen Verständnisses bei manchen Kommunalverwaltungen, die Familie, und zwar ist eine solche Einnahme nur mög notorisch vorhandenen Nothstand entgegenzuwirken, der infolge die doch aus den Edelsten und Besten der Bourgeoisie bestehen, ist lich, wenn Frau und Kinder das Spulen und andauernder Arbeitslosigkeit sowie der allgemein gedrückten Er- folgende Mittheilung dieses Beamten: Treiben besorgen. werbsverhältnisse in den weitesten Voltskreisen herrscht," ent- Die Errichtung von Arbeitsnachweisstellen ist infolge eines gegnete der Staatssekretär von Bötticher, daß die Regierung Erlasses des Herrn Handelsministers lebhaft erörtert worden. von einem allgemeinen Nothstand nichts wisse, die Arbeitgeber Die Kommunen gehen mit einer gewissen Sch e u suchten selbst zu ihrem Schaden die Löhne zu halten, seit Jahren an die Erfüllung dieser Aufgabe; man giebt sich bewegten diese sich auf dem aufsteigenden Aste" und wenn der Befürchtung hin, daß durch den tommunalen auch in einigen Industriegegenden etwas Arbeitslosigkeit vor- Arbeitsnachweis den arbeitenden Klassen der handen sei, so herrsche dafür in ganzen Provinzen Arbeiter Gedanke, des Rechts auf Arbeit" näher gerückt mangel. werden könnte."
Enquete über Arbeitslosigkeit. Arbeitsnachweisstelle in dem Jahre 1884 bis einschließlich 1891 werbeinspektor den Wochenverdienst der für fremde Rechnung
Es wäre wunderbar gewesen, wenn die Berichte der preußischen Gewerbe- Inspektoren für 1894 dieser prophetischen Anschauung eines Ministers, der den aufsteigenden Aft, auf dem die Löhne sich bewegten, so deutlich vor sich sah, schroffen Widerspruch entgegengesett hätten!
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bas Borhandenseinen ellen
Diese Furcht ist nicht nur in der Stadt der ehemals reinen Bernunft zu finden; sie verwirrt das bischen Gehirn gar vieler Stadtväter im Deutschen Reiche. Der Beamte für Potsdam berichtet: Die Anzeichen der Arbeitslosigkeit treten im allgemeinen weniger hervor als in den Vorjahren." Und zehn Seiten weiter
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auftretende
Dem äußerst niedrigen Verdienste entspricht die kärg liche Ernährungsweise, die hauptsächlich in Kartoffeln mit Leinöl, weniger in Brot und Kaffee, allenfalls noch unter Hinzunahme von Quart und Hering bei den besser situirten Webern besteht."
Ebenso konstatirt derselbe Bericht, daß die Arbeiter der Tuch und Ziegelbranche infolge der Ungunst des Geschäftsganges an Mangel an Arbeitsgelegenheit zu leiden hatten.
Mehr hat der Gewerberath dieses Bezirks nicht gesehen, ob wohl er, wenn er sich mit den Arbeiterorganisationen in Verbindung gesetzt hätte, auch aus allen anderen Erwerbszweigen berechtigte Klagen über Nothstand und Arbeits losigkeit hätte Der vernehmen können. Sozialpolitiker Nur einzelne Aufsichtsbeamte haben im Bericht für 1894 daa von Frankfurt a. D. berichtet uns aber lieber mit seitenlangen Kind beim rechten Namen genannt und die Arbeitsschreibt er: Lobe über sogenannte Wohlfahrtseinrichtungen losigkeit, dieses Gespenst im Hause des Kapitalismus, von„ Die wirthschaftliche Lage der Arbeiterbevölkerung ist im wie z. B. Arbeiterwohnungen in Neudamm, aus denen der Ar dem er nicht gern reden hört, als bestehend anerkannt. allgemeinen wie im Vorjahre durch die gedrückte beiter, wenn er fündigt, sofort bei Niederlegung der Arbeit Die Mehrzahl der Beamten weiß von nichts. Die Berichte La ge der Industrie nachtheilig beeinflußt gewesen. hinaus muß, also durch seine Kündigung in große Nachtheile gefür Posen, Breslau , Liegnig, Magdeburg , Erfurt , Minden , Arns Bei den Unterhaltungen mit den Arbeitern prägte räth, oder er meldet, daß erfreulicherweise eine Kinder= berg, Kaffel, Koblenz , Düsseldorf , Trier , Sigmaringen , erwähnen sich die wirthschaftlich ungünstige Lage vielfach in den trippe" in Guben errichtet ist, tadelt aber nicht, daß die ers das ominöse Wort Arbeitslosigkeit gar nicht, obwohl einzelne Klagen über den geringen Verdienst und die gesteigerten bärmlichen Löhne der Väter die Mütter zwingen, in die Fabrit Beamte hie und da zugeben müssen, daß die Arbeitsnachweise Lebensansprüche aus. Hieran schlossen sich mehrfach auch Klagen zu gehen und die Kinder einer solchen Krippe zu übergeben, bei weitem nicht allen Arbeitsuchenden Arbeit verschafften, wie in über die traurige Gestaltung des Familienlebens." nein, er tadelt die schwer zu überwindende Abneigung der Erfurt , wo nur 53 pCt. der Gesuche erledigt wurden. Im Bericht für Frankfurt a. D. heißt es: Arbeiterschaft", daß sie trotz vorhandenen Bedürfnisses die Kinder Andere Beamte bestreiten das Vorhandensein von Arbeits- Die alljährlich bei Beginn des Winters nicht den fremden Pflegerinnen anvertraut, sondern zu Hause bes Tosigkeit geradezu bisher Berichtes indirett eingestehen. So schreibt der Beamte für Ost- gewöhnlichen Grenzen und wird sie voraussichtlich 30 Jahre an ein und derselben Arbeitsstelle ihr Tagewerk preußen: während des Winters nicht überschreiten; am ungünstigsten sieht pflichttreu verrichten, nicht etwa eine Rente gewährt wird, von Klagen über Arbeitslosigkeit sind nicht bekannt geworden, es in dieser Beziehung in Sommerfeld aus." der sie nun sich zur Ruhe setzen können, nein- daß ihnen häufiger vielmehr hat sich zeitweise in einzelnen Betriebszweigen ein er- Die wirthschaftliche Lage der Arbeiter wird, wie im Vor- als bisher auch ehrende Auszeichnungen zu theil heblicher Mangel an brauchbaren Arbeitskräften fühlbar ge- jahre, auch für 1894 als nicht günstig geschildert: würden, sei es in Form von Jubiläumsfeiern, Diplomen, Geldmacht, so z. B. in Ziegeleien. Die Arbeitslosigkeit in den" Der durch verkürzte Arbeitszeit geschmälerte Ber- prämien oder andern werthvollen Gaben." größeren Städten, insbesondere in Rönigsberg, nahm dies dienst legte mancher Familie erhebliche Einschränkungen in der mal wesentlich geringeren Umfang an als bei Beginn der vor- an sich schon färglichen Lebenshaltung auf.- Von allen Arbeitern jährigen Winterszeit." des Bezirks befinden sich die Handweber der Leinenindustrie in der bedrängtesten Lage. Wer ohne Kenntniß der Erwerbsverhältnisse die großen schönen Weberdörfer des Sorauer Kreises mit den freundlichen Häuschen inmitten grüner Wiesen " Diese Einrichtung hat sich durchaus bewährt. Freilich durchwandert, ahnt nicht, welch' harter Kampf ums Dasein, ums hat zu Zeiten größeren Arbeitsmangels, obgleich liebe Brot sich hinter den reinlichen Fenstvorhängen bereits seit nur solche Personen Aufnahme in die Meldeliste fanden, die mehreren Jahren abspielt. Dem erdrückenden Wettbewerbe des schon länger als zwei Jahre sich hier am Drte aufhalten, und mechanischen weicht ein Handwebstuhl nach dem anderen, und hier in erster Linie die Verheiratheten und der Verdienst ist bis auf wenige Ausnahmen auf eine so Familien väter berücksichtigt wurden, nicht niedrige Stufe herabgedrückt worden, daß es kaum be allen Bewerbern stets ausreichende Arbeit greiflich ist, wie die in ihren Ansprüchen allerdings sehr Der Bericht aus dem Regierungsbezirk Schleswig giebt zugewiesen werden können, weil nicht ge- bescheidenen Handweber sich und ihre Familie, zumal bei un zu, daß in den größeren Städten das Angebot von Arbeitsnügende Arbeitsgelegenheit vorhanden war." genügender Beschäftigung, noch redlich durchzubringen vermögen." fräften im Winter meist nicht unerheblich die Nachfrage über Also Klagen über Arbeitslosigkeit sind nicht bekannt ge- Bei täglich vierzehnstündiger Arbeitszeit be stieg. Namentlich waren männliche Arbeiter im Ueberflusse worden, aber Arbeit haben nicht einmal all' diejenigen bekommen, trägt der Durchschnittsverdienst 63 Pfennige bis 1 Mart vorhanden." Doch fanden auch Mehreinstellungen statt und ift 22 fennige, je nach der Geschicklichkeit des Webers und der in ländlichen Distrikten die sich an das Arbeitsnachweisbureau wandten! Arbeitslosigkeit nichts
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Und 15 Zeilen später schreibt derselbe Gewerberath über den Arbeitsnachweis, der in Königsberg im Dezember 1898 er. richtet wurde:
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Skizzen[ Nachdruck verboten.
aus dem füdamerikanischen
Hinterlande.
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vorstellte, die wenigen einigermaßen heirathsfähigen germanischen
Ja, es giebt in Preußen tüchtige Gewerbe- Inspektoren! Der Berliner Gewerberath hat ebenfalls nicht gar viel bedeutsames in seinem großen Bezirk: Berlin- Charlottenburg gesehen. Ueber Arbeitslosigkeit direkt giebt er keine Ausfunft; doch stellt er fest, daß im Aufsichtsbezirk 1829= 2 pt. Arbeiter weniger beschäftigt waren als im Vorjahre, auch 258 jugendliche Arbeiter wurden weniger beschäftigt, dagegen 2758 Arbeiterinnen( 9 pet.) mehr als im Vorjahre. Auch muß er zugeben, daß die Einnahmen in vielen Arbeiterfamilien zurückgingen infolge der nicht guten Geschäftslage, die auch einen ers heblichen Mangel an Arbeitsgelegenheit zur Folge hatte."
von
Da Herr Kramer ein durchaus solider junger Mann der spanischen Sprache mit Hilfe der besten Wörters war, der sich schon viele Jahre in Paraguay aufhielt, von bücher nur mit dem vulgären und gemeinen Ausdem man also nicht annehmen konnte, daß er einmal druck Fattes" übertragen läßt. Was wollte aber schließ wider alles Erwarten über Nacht stromabwärts lich das sagen! Die Gemeinde war ja so start in ihrem schwimmen könnte, und da seine Position in der Zettel- Glauben, daß keines ihrer Mitglieder in ihm befangen so Was bei dieser verlockenden Schilderung die Seele des bant fest war, er daß höchstens mit der wurde und jeder Vernünftige weiß, daß sich das wahrhaft Fräulein Fredegunde bewegte, fann man natürlich paraguayschen Valuta fallen konnte und sich naturgemäß Gute trotz aller Verfolgungen und gerade durch sie Bahn nur ahnen; jedenfalls muß man es aber ver- mit ihr auch wieder aufrichten mußte; so fingen allgemach| bricht. muthen, daß sie sich dabei unwillkürlich Einen Faktor hatte man aber vergessen und dieser wie einer ihrer Pseudo- Chemänner gezwungen gewesen, in Jungfrauen, die der paraguanische Heirathsmartt barg, an, war es, der ganz unerwartet sich geltend machte und dazu der niedrigen Beschäftigung der Schuhflickerei sein bischen das glückliche Fräulein Schulze zu beneiden, und da durch bestimmt war, eine ganz unerhörte Mißstimmung in den Leben zu machen; der andere hatte in der glühenden den Neid nichts zu erreichen war, war es am Ende gar Herzen der Gläubigen anzufachen; abgesehen davon, daß Sonne fleine schlechte Brote an den Mann bringen der friedliche Herr Schulze, an dem man sich hielt und er noch schlimmere Einflüsse auf gewisse Personen ausübte, müssen; der dritte und vierte hatte überhaupt nichts rächte, und die Wissenschaft, die er so begeistert vertrat. Einflüsse, die diejenigen Leser, die sie nicht schon errathen, verdient, sondern nur immer gut leben wollen, und Wirklich mußte sich. wie alles Gute und Edle, was plöglich in bald fennen lernen werden. andere solche Sachen, die man Dieser Faktor war das spekulationssüchtige und stets nicht zu Papier einem Zirkel banausischen Pöbels auftaucht, auch der bringen kann, weil die Zahl der Heirathsaspiranten fpiritistische Buddhismus des Herrn Schulze bald vielerlei unternehmende Gemüth des Unternehmers der spiritistischen allgemach so groß geworden war, daß selbst Fräu- gefallen lassen, was an die Inquisition und die heidnischen Versammlung, des Herrn Enrique Fina's, der mit der uns lein Schulze nur nach längerem Nachsinnen die Christenverfolgungen erinnerte. Und im Grunde steckte gebändigten Habsucht, die den gesammten Kaufmannsstand, richtige Anzahl derselben angeben konnte. Einen Millionär hinter diesen Aergernissen nichts weiter als der Neid ganz besonders aber den südamerikanischen, beseelt, es fertig hatte es aber darunter ganz sicher nicht gegeben. Man über das Glück, das Fräulein Fredegunde zu theil bekam, Unkraut zwischen den Weizen zu säen, nur in dem schied am Ende gegenseitig von einander sehr eingenommen, geworden war, und das man ihr füglich hätte gönnen niedrigen Gedanken lebend, vielleicht damit etwa mehr zu und Fräulein Schulze erklärte kurze Zeit darauf in der können nach all den mißlichen Erfahrungen, die die Dame verdienen, als er ohnehin schon verdiente. Also Herr Enrique Fina verfiel darauf, Herrn Cesar Nachbarschaft, daß sie sich in bälde verändern würde, was früher gemacht hatte.
durch die üblichen Kommentare natürlich so vergrößert Wir wollen gar nicht davon sprechen, daß in der Dtomar Schulze selber Konkurrenz zu machen, und um wurde, daß man sich in der Entfernung einer Straßen- Hinterstube der deutschen Apotheke sich die wissenschaftlichen daraus siegreich hervorzugehen beschloß er alles Mögliche, länge schon erzählte, Fräulein Schulze habe sich eben mit Pharisäer alle Nachmittage bei der Kognakflasche zu ver- selbst einiges baares Kapital daran zu setzen, und so Herrn Georg Kramer verheirathet; und es gab in der sammeln pflegten und dabei an Herrn Schulze's Bestrebungen Herrn Schulze, der nur seiner Wissenschaft lebte, zu über Peripherie Asuncions Leute, die der Zeremonie selbst tein gutes Haar ließen. Mit dieser systematischen Opposition vortheilen.
in Person beigewohnt zu haben versicherten. Wenn mußte Schulze von Hause aus rechnen, und er hatte dieses Wie ein Blizz aus heiterem Himmel fiel in die geistige das nun aber auch noch nicht die Wahrheit war, von Anfang an auch gethan; es war aber bitter, wenn ein Ruhe Herrn Schulze's, die, seitdem er sich zum Spiritis so kann man doch einen Rückschluß auf die Stimmung der von unwissender und neidischer Seite aufgehegter Böbel mus bekehrt hatte, vollkommen wieder hergestellt worden betreffenden Personen machen, wenn ich hier bezeuge, daß in Gestalt verschiedener Straßenjungen die körperliche war und sich immer im Gleichgewicht gehalten hatte, in den weiteren Sizungen Herrn Schulze mit Hilfe seines Schwäche der Gangwerkzeuge des Herrn Schulze zum Gegen die Nachricht, daß ein Fräulein Margarethe Sauermeier Herrn Fina direkt in Europa gewonnen sei, Mediums die großartigsten Experimente gelangen, und diese stand ihrer Zynik machten und ihm das schamlose Wort von die des Schulze'schen um so besser, je näher sich Herr Kramer dem Medium Galoppschulze" nachschrieen, wo er sich blicken ließ; oder deren spiritistische Leistungen befand. gar seine Jünger mit einem Ausruf beehrten. der sich aus Mediums vollkommen in den Schatten sezten. In der
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