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Nr. 33243. Jahrgang

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2. Beilage des Vorwärts

Oesterreichisch- deutsche Montankombinationen.

Bon Castiglioni- Stinnes zum deutschen Montantrust.

Ueber der gewaltigen Konzentrationsbewegung, die die Grün­dung des Stahltrusts in Deutschland ausgelöst hat, wird leicht übersehen, welche großen Interessen der Stahltrust im Nachbarlande Desterreich unterhält und pflegt. Von der Deffentlichkeit faum bemerkt, hat in den letzten Wochen im Aufsichtsrat der Desterreichi­schen Alpinen Montangesellschaft ein Wechsel stattgefunden, der den rheinisch westfälischen Montantrust zum Herrn dieser größten nichtreichsdeutschen Montangesellschaft in Europa macht. Die letzten Refte der Erinnerungen an die Castiglioni­Stinnes- Epoche der Alpinen Montangesellschaft werden durch das Ausscheiden der Herren Berthold( Schuckert), von Kirdorf ( Gelsen­firchen), Neubroch( Castiglioni), C. F. von Siemens( Siemens Schuckert) ausgelöscht, und mit dem Vizepräsidium von Albert Bög ler und Salemonsohn, den Aufsichtsräten Frizz Thyssen. Dr. Fahrenhorst, Generaldirektor Flick tritt die Vereinigte Stahlwerfe A.-G. ihre Herrschaft an. Sie teilt die Herrschaft nur mit Wilhelm Kur, dem Vertreter der Niederösterreichischen Estomptegesellschaft, die für sich und andere Auslandsbeteiligte die österreichischen und Auslandsinteressen in der Alpinen Montan ver­tritt. Da mit der eben veröffentlichten Golderöffnungsbilanz zum 1. Januar 1925 und mit der Abschlußbilanz für 1925 die Alpine Montan auch äußerlich von ihrer stürmisch bewegten Vergangenheit Abschied nimmt, lohnt es sich, ihre frühere und heutige Bedeutung zu würdigen.

Aufbau und Inflationsromanfit.

Die Alpine Montan war schon in dem alten Desterreich- Ungarn die mächtigste montangesellschaft. 1881 durch Zusammen­faffung von einem Dutzend Erzgruben, Hütten und Fabriken gegrün­det, geftüßt auf die gewaltigen, im Tagbau förderbaren steiermär tischen Erzberge, aus den eigenen Dftrauer Rohlengruben weitgehend mit Rohle versorgt, durch Interessengemeinschaften mit der tschechischen Eifenindustrie verbunden, war fie bis zum Zusammenbruch Dester. reich- Ungarns das große Montangebilde der Donaumenarchie. Alber mit ihrem Zusammenbruch änderte sich alles für die Alpine Montan . Mit einer monatlichen Stahlerzeugung von 42 000 Tonnen, einer Belegschaft von 17 000 Mann, einem Aktienkapital von 72 Mil­lionen Goldfrenen fonnte sie in dem neuen Desterreich mit seinen 6% Millionen Einwohnern feinen Spielraum für ihre Leistungs­fähigkeit mehr finden. Dazu hatte die Inflationszeit ihre eigenen Gesezze. Die Alpine Montan wurde das Spefulationsob­jett macht und profithungriger Finanzkapitalisten, erst der expan fionshungrigen italienischen Schwerindustrie und Hochfinanz, darauf des Wiener Inflationsfönigs Castiglioni, und endlich von Hugo Stinnes . In dem gewaltigen Projekt des mitteleuropäischen Elet tromontantonzerns, dem Stinnes durch die Gründung der Siemens­Rhein- Elbe- Schuckert- Union Ausdruck verlieh, fellte die Alpine Mon­ tangesellschaft , erweitert durch die Einflußsphären der Castiolioni schen Aktienpakete, die Ausdehnung der Stinnesschen Nachsphäre auf ganz Europa einleiten. In der neutralen Schweiz , dem Mittelpunkt fiberstaatlicher Europapolitik der Kriegs- und Nachkriegszeit, enstand durch Castiglioni und Hugo Stinnes gemeinsam die Promon­tana A.- G.; gedacht als europäische Holdinggesellschaft des größten Konzentrationsprozesses, den die Geschichte des fapitalistischen Systems fennt. Die Spefulation mißlang: die Stabilisierung der österreichischen Krone stürzte Castiglioni, die Schaffung der Gold­mark stürzte Stinnes . Das Opfer war die Alpine Mentangesellschaft.

Die Folgen: Technische Rückständigkeit und Verschuldung.

Da durch die Aufteilung Desterreichs der Binnenmarkt weit­gehend verloren, die Verbindung mit der Ostrauer Kohlenbasis und init den tschechischen Eisenwerfen gestört war, hätte die gesamte Produktion neu aufgezogen, der Absaz neu erschlossen werden müssen. Daran hatte Castiglioni fein Interesse, Stinnes hatte dafür, troẞ einiger Anläufe dazu, keine Zeit. Das einzige, was geschah, war die Ausdehnung der Kohlen und Hütteninteressen durch den Er merb der Majorität der Bismardhütte und ber Rattowiger Bergbau- und Hütten- A.- G.; eine Trans­cftion, die nur Sinn haben fonnte, wenn der Stinnes - Plan gelang. Da er mißlang, trat neben die technische Rückständigkeit nur noch eine große Verschuldung. Daß die Werte rückständig wurden, zeigt auch ein Bericht der Völkerbundsdelegierten Leyton und Prof. Rift vom Oktober 1925: die Höchstproduktion der Nachkriegszeit murde 1923 erreicht. Aber sie betrug mit 26 850 Tonnen Stahl nur 55 Broz. von 1913. Die Arbeiter 31hl war von 17 000 im Jahre 1912 auf noch nicht 12 000 Oftober 1925 gesunken. Dabei war der Oftober noch günstig; in den Frühjahrmonaten 1925 war die Belegs schaft auf 9000 und 8000 Mann heruntergegangen. Die Sahresförderung pro Erzhäuer war von 1134 Tonnen 1913 auf 847 Tonnen vermindert. Ausdrücklich sagt der Bericht, daß in den lezten Jahren nicht viel zur Verbesserung der Werke geschehen sei, die durchaus nicht als modern anzusprechen seien. Die Verwaltung wehrte fich dagegen; sie wies darauf hin, daß in den norhergehenden zwei Jahren 1% Mill. Pfund Sterling( zirka 30 Mill. Mart) investiert worden seien. Aber die Bilanz für 1924, die Er. öffnungsbilanz zum 1. Januar 1925 und die Abschlußbilanz für 1925 geben der Verwaltung Unrecht.

Drei Bilanzen.

Schon die Abschlußbilanz für 1924 hätte mit einem Berlust ge­endet, wenn man nicht durch Heranziehung von Reserven fünft. lich einen fleinen Gewinn errechnet hätte. Die Galderöffnungs­bilanz zum 1. Januar 1925, die nach der neuen österreichischen Schillingswährung aufgestellt ist, zeigt eine große Verschuldung. Forderungen, Bankguthaben, Wechseln und Kassenbeständen von insgesamt 14,12 Millionen stehen Schulden gegenüber von nicht weniger als 36 Millionen Schilling. Erst wenn man die gesamten Borräte( 14,08 mill.) und den Effektenbesitz( 10,86 Mill.) hinzu nimmt, werden die laufenden Schulden zur Not gedeckt. Obwohl der wertvolle Besitz der Bismarckhütte in der Vorkriegsbilanz noch nicht vorhanden war, obwohl der Bergbau- und Werksbesitz in der Borkriegszeit schon start abgeschrieben waren, fann heute nur ein Rapital von 60 Millionen Schilling, mit Reserven 102 Mill. Schilling ausgewiesen werden das sind rund 48 bzw. 75 Millienen Gold­fronen während das Vorkriegskapital allein an Stamm­aftien 72 Millionen Goldkronen betrug. Die technische Rück­ständigkeit und die Verschuldung führten also zu einer starten Ent werfung der Substanz. Die Entwertung ist viel größer, auch wenn man die Bildung offener und stiller Reserven berücksichtigt, als bei den entsprechenden deutschen Berken.

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Auch das Jahr 1925 läßt noch faum die notwendige systema tische Sanierung erkennen. 3war stieg die Kohlenförderung gegen das Vorjahr um 20 Proz., die Roheisenproduktion um 43 Broz., die Rohstahlproduktion um 28 Proz. und die Walzwarenproduktion um 33 Broz.; aber das Vergleichsjahr 1924 war für die Alpine Mon tan eines der allerschlechtesten Jahre, und die Borkriegsleistung wurde 1925 nicht entfernt erreicht. Das äußert sich auch in der Abschlußbilanz für 1925: Die 5- Millionen- Dollaranleihe, die bei einer Schuldverpflichtung von 35,53 mill. nur einen Erlös von 27,49 Mill. Schilling brachte, ermöglichte zwar die Berringerung her laufenden Schulden von 35,86 auf 22,86 mill, erhöhte aber die Bassinseite der Bilanz von 138,06 auf 160,59 Mill. Schilling.

Die Aktiven sind weniger bei den laufenden Forderungen und Bant, guthaben, als durch die höhere Bewertung der Anlagen und Bor. räte gestiegen, also durch teilweise Auflösung stiller Reserven. Es wird ein Gewinn von 106 000 m. ausgewiesen, der natürlich vor. getragen wird.

Der Einfluß des deutschen Stahltrufts.

Erst die Entwicklung im Jahre 1926 läßt erkennen, daß die Sanierung der Alpinen Montan in Fluß gekommen ist. Unverfenn­bar ist dabei die leitende Hand des deutschen Stahltrusts, der die Alpine Montan offenbar in sein Montanprogramm einge gliedert hat. Die Kohlenversorgung erfolgt in neuerer Zeit fast ausschließlich durch Deutschland . Wie gemeldet wurde, werden die hütte bezahlt. Das Attienpatet der Bismardhütte Lieferungen nicht bar, sondern aus dem Effektenbesitz der Bismarc­mechfelt so allmählich zum Stahltrust hinüber. Parallel dazu läuft der Verlauf der Poremba- Kohlengruben im Ostrau - Karminer Gebiet an den tschechoslowakischen Staat. Der Erlös daraus, der auf eine Million Dollar angenommen wird, wird zur teilweisen Tilgung der Bankschulden verwendet. Das Ergebnis ist klar: die Alpine Montan wird finanziell auf gesunde Füße gestellt, die Kohlenbasis wird nach Deutschland verlagert, die Hüttenintereffen nach denen des Stahltrusts orientiert. Die Alpine Monfan wird zum füdöstlichen Vorwerk des Montantrusts; wichtig als Abnehmer, unschädlich als Konkurrent, und von großer Bedeu tung als Bundesgenosse für den Ausbau der markt- und handels­politischen Machtstellung des Stahltrusts. Für das letztere ist der Kampf Zeuge, den die Alpine Montan gegen die weiterverarbeitende Industrie Desterreichs führte, als diese der Alpinen Montan die Ge. folgschaft für die Erhöhung der österreichischen Eisenzölle ver. weigerte.

Wie die Geschichte der 2pinen Montan in den letzten 10 Jahren neben, einer gewissen Tragit auch der Somit nicht entbehrte, so gilt ähnliches für ihr heutiges Verhältnis zum deutschen Stahltruft. Die Bereinigte Stahlwerke A.-G. würden sich sehr dagegen verwahren, die Erben der Stinnes- Castiglionischen Hinterlassenschaft zu sein. Tatsächlich aber führen fie das aus, was an den Stinnesschen Plänen realisierbar war, und sie stüßen sich dabei auch auf die materielle Macht, die Stinnes der Rhein- Elbe- Union über die Alpine Montan verschafft hatte. Die Sache ist geblieben; mur die Männer haben gewechselt.

In den letzten Tagen wurde gemeldet, daß die Bereinigte Stahl­werfe A.-G. mit den Wittomizer Eisenwerfen Prag megen eines gegenseitigen Preisschutzes verhandle, d. h. wegen Aus. schluß der Preistonfurrenz. Von den Vereinigten Stahl­werfen wurde die Richtigkeit dieser Meldung verneint. Bezeichnender­weise wird aber hinzugefügt, daß es nach der kürzlich erfolgten Interessenahme der Stahlwerke an der Alpinen Montangesellschaft­Interessenahme der Stahlwerte an der Alpinen Montangesellschaft . Wien verständlich sei, daß man von dieser Seite das größte Interesse an einer Preisverständigung mit der tschechoslowakischen Eisenindustrie habe. Das gelte insbesondere für die Hauptgruppe, die Witfomizer Eisenwerte, die heute nicht nur auf dem Balkan eine führende Rolle spielt, sondern in diesem Jahre durch Werksausbau ihre Leistungsfähigkeit um etwa 20 Broz. gesteigert habe. Die Er­flärung unterstreicht nur dadurch, daß sie die Alpine Montan als Hauptinteressent an den Vereinbarungen bezeichnet, die große Bedeutung der Verbindung Stahltrust- Alpine Montan, da sie als Beweis für die zunehmende Verständigung über das Zusammen. arbeiten der mitteleuropäischen Eisenindustrie angesehen werden muß und für die große Rolle, die der Stahltruft über die Alpine Montan

dabei spielt.

Das Privatkapital im sowjetrussischen Handel.

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Nach Angaben des Handelskommissariats der RSFSR . nimmt die Zahl der privaten Aftiengesellschaften immer mehr zu. Während 1922 nur zwei Aktiengesellschaften mit einem Kapital von 352 500 Rubel gegründet wurden, ergibt die weitere Entwicklung das folgende Bild: 1923-4 Attiengesellschaften mit einem Kapital von 790 000 Rubel, 1924 9 mit 1,7 millionen und 1925 19 Gesellschaften mit 2 695 000 Rubel Aftien­fapital. Das Privatfapital wird in der Regel in rein privat. wirtschaftlichen Gesellschaften und nur ungern in den ge­mischten Gesellschaften investiert. Von dem Gesamtkapital von 6,5 Millionen Rubel arbeiten nämlich 5,5 in Privat und nur 98 000 Rubel in gemischten Gesellschaften. Der Gesamtumjag der privaten Gesellschaften betrug 1923/24- 7 Millionen Rubel im Wareneins und 7 Millionen Rubel im Warenverlauf, im Jahre 1924/25 steigerten sich die Umfäße um 357,9 Proz., d. h. auf 50,1 Millionen Rubel.

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Von dem gesamten Aktienkapital entfällt 19 Proz. auf den Manufatturmaren, 18,9 Broz. auf den Lebensmittel, 13,1 auf den Lederwaren, 10 Proz. auf den Galanterie­warenhandel usw.

Nach Ansicht des Handelskommissariats der USFSR. hat die Bulaffung des Privatfapitals zur Bildung von Aktiengesellschaften im allgemeinen recht günstige Ergebnisse gezeitigt und dient als eine der Maßnahmen für die Einwirkung auf den Privatmartt.

Zur Durchführung des Ruffenkredits wurde im Berwaltungs gebäude des Reichsverbandes der deutschen Industrie am Freitag, den 16. d. M., die Industrie- Finanzierungs. Aftien gesellschaft Ost II( 3fago) gegründet. Die Gesellschaft hat in der Hauptfache den Zweck, die Diskontierung der langfristi gen Wechsel, die deutsche Industriefirmen für die unter die Ausfallbürgschaft von Reich und Ländern fallenden Lieferungen nach Rußland auf die Russische Handelsvertretung gezogen haben, bei einem Bantenfonsortium von deutschen Privat- und Staats­banken, das unter der Führung der Deutschen Bant steht, zu er möglichen. In den ersten Aufsichtsrat wurde eine Reihe promi nenter Bertreter der deutschen Industrie gewählt. Der Reichsverband wird, sobald die Abmachungen mit dem Banffonfortium im ein zelnen feftliegen, die ihm angeschlossenen Verbände somie die übrigen Spizenverbände der Wirtschaft genau über die Einzelheiten, die im Berkehr mit der Gesellschaft sowie mit dem Bantenfonfortium zu beobachten find, unterrichten. Bevor diese Einzelheiten feftliegen, ist es zmedlos, mit der neuen Gesellschaft in Verkehr zu treten.

Der Güterverkehr der deutschen Reichsbahn im Monat Juni murde durch starte Rohlenbeförderung gefennzeichnet. Auf den ar. beitstäglichen Durchschnitt entfielen bei 26 Arbeitstagen gegen 24 im Mai rund 125 000 gegen 126 000 agen im Bormonat. Die Ge­famtwagenfteilung überstieg die des Bormonats um 200 000. Der starte Kohlenverfehr erklärt sich aus der Steigerung des Absatzes wegen des englischen Bergarbeiterstreits und der zum 1. Juli bevorstehenden Kohlenpreisfteigerung. Auch das Hochwasser verursachte Berkehrsabwanderung auf die Eisenbahn. Im Ruhr bezirt wurden an einzelnen Tagen bis zu 140 Sonderzüge mit Kohlen gefahren. Sehr start war auch der Rohlenverfand aus Polnisch - Oberschlesien . Von dort wurden 450 000 Tonnen in zahl

Sonnabend, 17. Juli 1926

reichen Bedarfszügen abgelaffen. Der Kohlentransport richtete sich zum großen Teil nach den See häfen. Aus den wichtigsten Kohlen­gebieten wurden 185 000 Wagen mehr als im. Vormonat abbe­fördert. Die allgemeine Wirtschaftslage und das schlechte Better haben jedoch den Personenverfehr ungünstig beeinflußt. Nur die Besetzung der beschleunigten Personenzüge ist allgemein stärfer geworden. Die Betriebsergebnisse im Mai 1926 zeigen Folgendes Bild: Einnahmen aus dem Personenverkehr rund Einnahmen 35 Mill., zusammen 372 Mill. M. Die Ausgaben stellen fich auf 378,3 mill. M., worunter die persönlichen Ausgaben rund 200,2 mill. M. ausmachen. Die Deckung der Mehrausgabe erfolgte durch Inanspruchnahme des Vortrages auf 1925.

128 Mill. M., aus dem Güterverkehr rund 209 Mill. M., sonstige

40 Millionen neue preußische Schahanweisungen. Die Preußische Staatsbank ( Seehandlung) hat namens eines fleinen Konsortiums von der preußischen Finanzverwaltung 40 000 000 RM. 6% ½ prozentige preußische Schazanweisungen, fällig zum Nennwert am 1. Dt­tober 1930, fest übernommen. Die Begebung erfolgt durch frei­händigen Verkauf. Der Betrag wird in erster Linie zur Begebung das Publikum erfolgt zum Kurse von 99,50 Proz an Sparkassen und verwandte Institute gelangen. Der Verkauf an

man

Aus dem Hause Stinnes . Führe nicht die Stinnes - Flotte auf dem Rhein , im deutschen Wirtschaftsleben würde nicht mehr viel daran erinnern, daß es noch ein Haus Stinnes gibt. Für die Oeffentlichkeit vollends ist seit dem vorjährigen Finanztrach der Name Stinnes taum mehr als eine Erinnerung; besonders da die Firma Stinnes nur noch als fast anonyme G. m. b. 5. existiert. Aber mancherlei wird aus der Erinnerung wieder lebendig, menn den Generalversammlungsbericht der Kupfer und Messingmerte A.-G. Elberfeld durchlieft, eines derjenigen Werke, die Stinnes durch seine Aftienpakete beherrschte und defen Liquidation gemeldet wird. Das Wert war nach der Aus­einandersetzung mit den Banken bei der Stinnes G. m. b. 5. ge blieben. Im September 1925 zog sich Herr Dr. Rogalski vom Barmer Bankverein, der bekanntlich Stinnes ' Konzernbank werden sollte, aus dem Aufsichtsrat zurüd. Die Stinnes G. m. b. H., die aus den aufgenommenen Geldern auch die Kupfer- und Messing­merte 2.-G. Elberfeld finanziert hatte, versuchte erst das Wert durch Beschränkung auf die Stammbetriebe zu erhalten; dann suchte fie für Wert und Aktienpaket, sie befizt fast das gesamte Attien­fapital, einen Räufer. Beides mißlang. Inzwischen wuchsen die Verluste. Heute stehen einem Fabrikationsgewinn von 536 000 m. Berluste von 1,44 Millionen gegenüber; unter den Ausgaben bes finden sich nicht meniger als 258 000 m. nachträgliche Sanie­rungs- und Abwicklungskosten und 626 000 m. 3insen und Bank­ſpeſen. Die Rheinhütte schloß allein mit einem Verlust von 558 000 M. Von den 3 Millionen Kapital vertrat Amtsrichter a. D. Thomas, der Vertreter des Hauses Stinnes , in der Generalver­sammlung allein 2,6 Millionen Mark. Mit 3 Millionen von 3,89 Millionen Schulden ist das Haus Stinnes zugleich Haupt­gläubigerin. Die Generalversammlung hatte also nur über den Willen des Hauses Stinnes zu beschließen, die kostspieligen Sanie­rungs- und Verkaufsbemühungen endgültig einzustellen, um bei günstiger Gelegenheit aus dem Verkauf des Wracks zu retten, was zu retten ist. Da das Haus Stinnes die Generalversammlung be­herrschte, wurde entsprechend beschlossen.

Montantruft

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Rombacher Hüttenwerke. Der Montantruft hat die hauptsächlichen Rombachwerke gekauft. Darunter auch die hot­steinischen. Ueber den Rauf liegt folgende Meldung vor: Das 2b. fommen mit einem Konsortium unter Führung der vereinigten Stahlwerte über den Verkauf der den Rombacher Hüttenwerfen ge hörenden Hüttenmerke in Bochum in Engers und in Rends­ burg , ist nunmehr endgültig abgeschlossen worden. Der Kaufpreis für die Werke einschließlich der Bestände wird der Gesellschaft voraussichtlich einen Betrag von mehr als 20 Millionen RM. er­bringen. Hiermit wird die Rückzahlung eines großen Teiles der Schulden des Rombacher Konzerns ermöglicht.

daß Lurusindustrien unter der heutigen Wirtschaftslage sehr schwer Eine fanierungsbedürftige Parfümeriefabrif. Es ist begreiflich, zu leiden haben. Besonders dann, wenn sie darauf eingestellt sind, einen großen Teil ihrer Ware im Auslande abzusetzen. Die bekannte Barfümerie und Seifenfabrik Gustav Lohse hat sofort nach der Stabilisierung versucht, ihre Auslandsbeziehungen wieder aufzu­nehmen. Allerdings mit ziemlich negativem Erfolg. Sie hat z. B. in Argentinien große Aufwendungen für Reflame gemacht. Einen ent­sprechenden Umjah fonnte sie nicht erzielen, so daß ihr hieraus er­hebliche Verluste erwuosen. Augenblicklich ist das Auslands gefchäft nach den Mitteilungen der Berwaltung wieder aufsteigend, aber die Gesellschaft hat unter der scharfen Konkurrenz, der fra n zösischen Industrie zu leiden, die infolge der Frankenbaisse in der Lage ist, niedrigere Preise auf allen Märkten zu stellen.als andere Länder. Der Inlandsverbrauch hot sich zwar auch gehoben, und die Umsätze haben nach den Mitteilungen der Ber waltung sogar die Friedenssäge überschritten, aber die Steigerung wird dadurch gehemmt, daß der deutsche Verbraucher, selbst wenn er dazu in der Lage ist, infolge der Unsicherheit der Zufunft nicht geneigt ist, für Lurusartikel große Aufwendungen zu machen. Die Bilanz der mit einem Aftienkapital von 1.4 millonen arbeitenten Firma schlicht denn auch mit einem Berlust pon 280 579 M., und es ist interessant festzustellen, daß die Gesellschaft in der Gewinn- und Verlustrechnung für 3injen die Summe von 147 579 m. bucht, also 10 Broz. des Aftientapitals, das bisher 1,4 millionen Mart beträgt. Um die Unterbilanz zu tiigen, wird das Kapital im Berhältnis 5: 2, also auf 560 000 m., 31­ſammengelegt..

Driffe Internationale Bodenreform- und Freihandelslagung in Aopenhagen. In der Zeit vom 20. bis 31. Juli dieses Jahres findet. in Kopenhagen im Plenarsaal des dänischen Reichstags die Dritte Internationale Bodenreform und Freihandelskonferenz statt. Das vielseitige und reichhaltige Programm läßt einen äußerst inter­effanten Verlauf der Tagung erwarten. Die engere Tagung wird unterbrochen durch Fahrten in die Umgebung Kopenhagens fomie durch Besichtigungen von aufgeteilten Gütern und von Bolkshoch schulen. Die Tagung wird abgeschlossen durch eine eRise nach Jüt­ land , auf der insbesondere die Kultivierung von Dedland gezeigt werden soll. Nähere Auskunft erteilt Dr. A. Schwarz, Berlin W. 8, Jägerstr. 61.

Ueber den deutsch - schweizerischen Handelsvertrag wird ein aus. führliches Kommuniqué verbreitet, das in großen Zügen die gegen­feitigen Zugeständnisse bei diesem Vertrag beschreibt. Die all­gemein gehaltenen Angaben gestatten jedoch noch fein erdgültiges Urteil über das Vertragsmert, auf das mir zu gegebener Zeit noch zrückommen. Das Kommuniqué bemerkt über die voraussichtlichen Wirkungen des Abschlusses: Der Vertrag wird wesentlich dazu bei­tragen, die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz zu feftigen. Er bildet damit den vorläufigen Schlußstein in der Kette der wirtschaftlichen Abkommen mit der Schweiz ; die begannen mit dem Novemberabfommen 1924 über die Aufhebung der gegenseitigen Einfuhrbeschränkung. Der Vertrag sieht zwar eine Reihe von Balherabsehungen vom deutschen Baltarif für michtige Schweizer Exportwaren por Er eröffnet aber ins. besondere auch dem deutschen Exporthandel die Mög lichteit zu niedrigeren Zöllen als bisher und unter der Gewähr. daß der deutsche Erport von den Zollerhöhungen des vorläufigen schweizerischen Generalzolltarifs nicht getroffen wird, Geschäfte zu machen. Damit wird namentlich eine för berung ber füd. deutschen Erportindustrie nerbunden sein, die von jeher die Schweiz als ihr besonderes Abjaggebiet betrachtet hat.