Die„ Ordnung" Mühleisens.
Was ihm erlaubt erscheint...
An dem Verbot des Potemkinfilms durch die Filmcberprüfstelle hat Herr Oberegierungsrat Mühleisen vom Reichskommissariat für öffentliche Ordnung und Sicherheit hervorragend mitgewirkt. Er hat die These vertreten, daß dieser künstlerisch wertvolle Film, der die Auflehnung russischer Matrosen gegen eine menschenunwürdige Behandlung. zeigt, in der deutschen Republik die Sicherheit des Staates" gefährdet, und die Oberfilmprüfstelle hat seinem Gutachten durch ein gefeßlich inhalt lojes Berbot Rechnung getragen.
Herr Mühleisen ist aber nicht immer so besorgt um die Sicherheit des Staates wie in diesem Fall. Er findet es zwar höchst gefährlich für die öffentliche Ordnung, wenn dem deutschen Publikum ein russischer Matrosenaufstand vorgeführt wird, aber er hat gar feine Bedenken gegen Filme, die den Aufmarscherbitterter Feinde der deutschen Republik verherr lichen. Dafür ein Beispiel:
Das Nachrichtenamt des Magistrats teilt aus einem Bericht der Deputation für das Siedlungs- und Wohnungswesen für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1925 folgendes mit:
Kürzlich lag der Filmprüfstelle Berlin ein Film vom„ Deutschen Tag " in Halle, der im August 1923 stattfand, zur Prüfung vor. Dieser„ Deutsche Tag", aus Anlaß der Einweihung eines Denkmals von den Rechtsverbänden veranstaltet, war vom preußischen Innenministerium nur mit erheblichen Einschränkungen gestattet worden. Die Leitung der Veranstaltung mußte fich verpflichten, gehöhe von 2 millionen Reichsmart. Wohnungen von schlossene Aufmärsche in der Stadt zu unterbinden. Es war verboten worden, die Fahnen der Organisationen entrollt zu tragen und vor allem sollte bei der Einweihung des Denkmals jeder militärisch formierte Aufmarsch unterbleiben. Diese Anordnungen wurden aber von den Veranstaltern nicht innegehalten, sondern es fanden große Umzüge statt, die Fahnen aller Rechtsverbände wurden entrollt in den Zügen getragen oder mit Lastautos durch die Stadt gefahren. Bei der Einweihung des Dent mals hielt der sattsam bekannte Führer des Stahlhelms, Du e ster berg, eine Ansprache, in der er die Wiedererrichtung des Raiserreichs als Ziel proflamierte. Bor der Stadt erfolgte ein Borbeimarsch" der nationalistischen Kampfverbände vor dem Hochverräter Ludendorff , der im vollen Glanze feiner alten Uniform erschienen war. Zu allem Ueberfluß beteiligten sich Abordnun gen der Reichswehr an dieser monarchistischen Rund gebung. Das Ganze bot das Bild eines organisierten
Aufmarsches der deutschen Gegenrevolution.
Die offensichtliche Durchbrechung der Anordnungen des preußischen Die offensichtliche Durchbrechung der Anordnungen des preußischen Innenministers und das provokatorische Auftreten der Teilnehmer löften im ganzen Lande eine ungeheure Erregung unter der republitanischen Bevölkerung aus.
Von diesem Deutschen Tag der Gegenrevolution wurde ein Film hergestellt, dessen Vorführung aber damals auf das Gut achten der beteiligten Ministerien hin nicht zugelassen wurde. Jetzt war nun der Film neuerdings zur Prüfung vorgelegt worden. Die Rammer hörte vor der Entscheidung das Gutachten des Herrn Mühleifen sowie der Bertreter des Auswärtigen Amtes und des preußischen Innenministeriums. Während die beiden letzteren abermals für die Nichtzulassung des Films ein traten, da er die öffentliche Ruhe und Sicherheit sowie die Be= ziehungen Deutschlands zu auswärtigen Staaten gefährde, erflärte Herr Mühleifen, daß er seine frühere Auffassung forrigieren müsse, da er heute teine Bedenten mehr gegen die Vorführung des nationalistischen Hezfilms habe! Man tönne ja schließlich das Datum der Veranstaltung Der schwinden laffen, damit nicht ohne weiteres ersichtlich ist, daß es sich um eine Tagung aus dem Jahre 1923 handele. Die Rammer war sichtbar erstaunt über dieses Gutachten des Vertreters des Reichskommissariats für öffentliche Ordnung und Sicherheit" im republikanischen Reichsministerium des Innern. Die Beifizer fragten den Herrn Regierungsrat, ob es ihm nicht bekannt sei, daß der Reichswehrminister im Reichstag die Erklärung abgegeben hat, daß Reichswehrabordnungen nicht mehr an Denkmalsweihen privater Organisationen teilnehmen dürfen, um ihren
Mißbrauch zu nafionafiffifchen Sundgebungen für die Zukunft zu verhüten, und ob er nicht der Meinung wäre, daß eine Untergrabung der Staatsautorität zu be= fürchten ist, wenn im Film gezeigt werde, wie froß dieser Erklärung des Reichswehrminifteriums Abordnungen der Reichswehr an monarchistischen Kundgebungen teilnehmen. Man fragte weiter, ob es nicht zur Gefährdung der Staatssicherheit führen müsse, wenn in einem Film Formationen gezeigt werden, die in meiten Teilen des Reichs heute noch wegen ihrer republikfeindlichen Haltung nerboten find. Schließlich wurde Mühleifen gefragt, ob es nicht die Aufgabe des Reichskommissariats fei, zu verhindern, daß Filme gezeigt werden, die die Empfindungen der verfassungstreuen repu blitanischen Bevölterung aufs tieffte verlegen und fo zur Störung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit führen müssen.
Derfelbe Oberregierungsrat Mühleifen, der die Hetze gegen den Potemtin- Film betrieb, hatte auf all diese Fragen nur die Antwort, daß er seinen Ausführungen nichts hinzuzufügen habe. So bot fich das ergötzliche Bild, daß, obwohl die Bertreter des preußischen Innenministeriums und des Auswärtigen Amtes für die Nicht Innenministeriums und des Auswärtigen Amtes für die Nicht zulassung des Filmes eintraten, der Vertreter des doch wohl zum Schuß der Republit geschaffenen Reichsfommissa riats für öffentliche Ordnung und Sicherheit ohne Bedenken für die Zulaffung des ausgefprochen republiffeindlichen, geradezu zum Hochverrat auffordernden Filmes eintrat. Allerdings bewies bie Rammer mehr Einsicht als Herr Mühleisen, indem sie die Borführungsgenehmigung des Filmes auch fernerhin versagte.
Die Kleinkalibrigen in Baden .
Berdächtige Führer.
Karlsruhe , 23. Juft.( Eigener Drahtbericht.) Innenminifter Remmele tam am Donnerstag bei der Beratung des Polizeietats auf die im französischen Senat aufgestellte Behauptung zu sprechen, daß Baden eine Polizeibrigade von zwei Regimen tern befize. Er betonte demgegenüber, daß die badische Polizei lediglich zur Erfüllung polizeilicher Aufgaben bestimmt und im Rahmen des Polizeigesezes organisiert sei. Im Laufe der weiteren Aussprache wies Genoffe Margloff auf die Gefahren der bestehenden Rechtsorganisationen und ihrer Umtriebe hin. Er vermies vor allem auf die Kleinkaliberschüßenvereine, die besonders an der badisch- württembergischen Grenze in Blüte ständen und sogar vielfach Felddienstübungen abhielten. Der Innenminister bestätigte den Unfug dieser KleinkaliberschützenDer Innenminister bestätigte den Unfug dieser Kleinkaliberschützenvereine. Die Regierung widmet ihnen ein aufmerksames Augenmert, zumal in ihren Kreisen immer wieder Persönlichkeiten auftauchten, die früher an der Spige verbotener Organi fationen gestanden haben.
Internationales Eisenkartell. Effen, 23. Juli,( Eigener Drahtbericht.) Die„ Rheinisch- West.
fälische Zeitung" will von gut unterrichteter Seite erfahren haben, daß in der am Freitag vormittag stattgefundenen Bersammlung der internationalen Eisenproduzenten die Unter zeichnung des Vertrages über das Internationale Eisenfartell mit ziemlicher Bestimmtheit zu erwarten sei. Die 3ustimmung der Reichsregierung sowie des Reichsverbandes der deut. schen Industrie und der eisenverarbeitenden Industrie zum Abtommen sei gesichert.
In der Berichtsperiode wurden 23 843 Wohnungen abgegeben. Infolge vermehrten zuzuges hat sich die Zahl der ausgestellten Wohnberechtigungsscheine gegenüber dem Bor jahre um 74,5 Proz. vermehrt, was bei der gegenwärtigen Regelung der Freizügigkeit leider hingenommen werden muß. Die Unterbrin gung der Rhein - und Ruhrvertriebenen sowie der Lagerflüchtlinge ist im allgemeinen durchgeführt. 2596 Wohnungen, die durch die Errichtung DDN frei wurden, fonnten Wohnungsuchenden bzw. Baradenbewohnern Hauszinssteuerneubauten aus unbewohnbar gewordenen Baraden zugewiesen werden. Nach teilig wirfte auf den Wohnungsmarkt der§ 36 Mieterschutzgesetzes, ber die beschleunigte Zumeifung eines Erfagroumes von der Gemeindebehörde verlangt, falls im Urteil die Zwangsvollstreckung hiervon abhängig gemacht wird. Den eingetragenen Wohnungs fuchenden geht hierdurch eine große Anzahl von Wohnungen verloren. Der Zustand der Wohnungen hat sich gegenüber dem Borjahre weiterhin etwas gebessert. Wesentlich hierzu beigetragen haben auch die von der Stadt notleidenden Hausbefizern zur Instandsetzung der Häuser gegebenen Darlehen in Gesamtfünf und mehr 3immern tönnen feit Beginn der Be richtsperiode an solche Wohnungfuchenden frei vermietet werden, die über eine vom Wohnungsamt ausgestellte Ausweiskarte verfügen. Während nun die systematische Wohnungsaufsicht und pflege sowie die Schlafstellenkontrolle infolge des durch die Abbaubestrebungen verschäften Personalmangels nicht durchgeführt werden fonnte, gelang es, bei der Unterbringung finderreicher Familien, der Bekämpfung anstedender Krankheiten und der Säuglingssterblichkeit gute Erfolge zu erringen. Aus eigenen Mitteln der Wohnungsämter wurden 938 Wohnungen gewonnen durch Herrichtung verwahrlosten Wohnraumes sowie durch Abtrennungen und Neubauten, denen 251 durch Berfall und Brandschäden verlorene Wohnungen gegenüberstanden. Das Mieteinigungs amt fällte 40 000 Entscheidungen und veranlaßte in einer bedeutenden Zahl anderer Fälle die Antragsteller durch fachgemäße Auskünfte, ihre Anträge zurückzuziehen. Die private Bau tätigteit war sehr gering. Der Wohnungsbau war in folge der herrschenden Geldknappheit nur durch die Unterstützung mit öffentlichen Mitteln möglich. Der auf Berlin entfallende Anteil an der Hauszinssteuer wurde in der Berichtszeit nicht verändert. Mit den so verfügbaren 66 Millionen Reichsmart wurden Bauten mit 7685 Wohnungen im Hochbau und 1847 Wohnungen im Flachbau durschnittlich mit je 6600 Reichsmart beliehen. Die durch Hauszinssteuerhypotheken nicht finanzierten Bauten mußten im allgemeinen durch Aufnahme der Bauluſtigen und auch durch Bautostenzuschüsse ber Bewerber um Don im freien Gelbmarft beschafften Hypotheken, durch eigene Mittel bie Altwohnungen errichtet werden. Legtere mußten 600 bis 1000 mart je 3immer als Baufostenzuschuß zahlen. Für Minderbemittelte stellte die Stadt 10 Millionen Reichsmart( gegen 5 Millionen Reichsmart im Vorjahre) als Zusakhypothefen zur Verfügung. Hiermit wurde der Bau von 3700 Wohnungen mit 1 bis 3 3immern finanziert. Berhandlungen mit der Landespfandbriefanstalt und der Reichsversicherungsanstalt wegen Beleihung verliefen günstig. Durch eigene Bautätigkeit der Be Birte wurden 897 Wohnungen gewonnen. Ferner haben Reich, Staat und Stadt Mittel zur Verfügung gestellt, um die Herstellung von Beamten. und Arbeiterwohnungen au ermöglichen. Das Infrafttreten der neuen Bauordnung in Berbindung mit dem neuen Bauzonenplan gewährt die Sicherheit, daß in Zukunft nur noch gesundheitlich einwandfreie Wohnungen erbaut werden fönnen. Die endgültige Regelung des Kleingarten wesens durch Hergabe von Land für Dauertleingärten ist ihrem Ziele näher gerüdt worden.
Drei Frauen überfahren.
Durch einen rücksichtslosen Autochauffeur.
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Ein schwerer Straßenunfall, der durch das rücksichtslose Fahren eines Droschtenchauffeurs herbeigeführt wurde, bei dem drei Frauen schwere Verlegungen erlitten, ereignete fich heute vormittag gegen 10 Uhr vor dem Hause Friedrich straße 107. Wir erfahren hierzu folgende Einzelheiten:
Ein Autobus der Linie 25, der vom Bahnhof Friedrichstraße fam, wollte an der Haltestelle vor dem Hause Friedrichtraße 107, wo das Finanzamt untergebracht ist, halten. Um zu verhüten, daß der schwere Wagen infolge des schlüpfrigen Pflasters beim Bremsen gegen den Bürgersteig fchleuderte, hielt der Führer etwa drei Meter vom Bürgersteig entfernt. Im felben Augenblid nahte eine Kraftdroschte. Der Führer der Droschte Donath aus der Urbanstraße 52 wollte die Passage zwischen Autobus und Bürger fteig verkehrswidrig benutzen, um vorbeizukommen. Hierbei über fuhr er drei Frauen, die den Autobus gerade beffeigen wollten. Sie wurden in schwerverletztem Zustand in die Unfalltlinit 3ie gelstraße überführt. Die Namen der Berunglückten find: die 21jährige Chefrau Emmy Christinid aus der Rügener Straße 11, die Beinbrüche und innere Berlegungen erlitt; die 37jährige Chefrau Marie Liefert aus Razig, Kreis Soldin, die bei Berwandten in Friedenau besuchsweise meilt, sowie die 23jährige Studentin Marie Blumenthal aus der Luitpoldstraße 35, die sich Unterschenkel brüche und Quetschungen zuzogen.
Familientragödie in der Laubenkolonie.
Eine Familientragödie spielte sich gestern nacht in der Lauben. folonie„ Biene" in Baumschulenweg ab. In der Laube 5 wohnt dort eine Familie Egener. Als der Sohn furz nach 1 Uhr nachts nach Hause fam, fand er feine Mutter tot auf dem Bett 1le. gen d. Sie hatte sich mit Sublimat vergiftet. Ein fofort herbeigerufener Arzt fonnte die Unglückliche nicht mehr ins Leben zurückrufen. Man nimmt an, daß Familienzwiftigkeiten die Ursache des Selbstmordes sind. Der Ehemann, den man sofort benachrichtigte, wurde durch die Meldung derart erschüttert, daß er sich zwei Kugeln in die Brust und in die Schläfe schoß. Er war fofort tot. Die Leichen wurden nach dem Krematorium Baumschulenweg überführt.
etma 1000 Anmeldungen zum Wettbewerb vor. Die Preisrichterabteilungen, bestehend aus se einem Gartenfachmann und zwei Kleingärtnern, werden die Bewertung der Gärten vornehmen, und auf Grund dieser Bewertung erfolgt dann die Preisverteilung.
Die Wiener Typographia in Berlin .
Die Wiener Typographia ist mit 220 Sängern und Sängerinnen in Berlin eingetroffen. Pünklich 1220 fuhr der Zug in die Halle des Anhalter Bahnhofs ein. Im Auftrage des DesterreichischDeutschen Volksbundes begrüßte deren Vorsitzenden Dr. Min fler die Gänger. Er erinnerte an die Bruderbesuche die erst in den letzten Tagen vom Berliner Reichsbanner stattgefunden hatten. Die Ber liner Typographia begrüßte ihre Wiener Kollegen durch ihren Vorfür den herzlichen Empfang danken. Wir sind gern nach Berlin fizenden Reinsdorf. Die Wiener ließen durch ihren Kollegen Epler gekommen, uns haben die Gäste des Vorjahres, der Schutzbund, erzählt, wie herzlich sie aufgenommen worden sind. Wir freuen uns, mit unseren Berliner Kollegen zusammen singen zu können. Leider verbot die Polizei das Singen eines Begrüßungsliedes. Zu der Begrüßung hatten sich auch sehr viele Kameraden des Reichsbanners, Mitglieder des österreichischen und deutschen Boltsbundes und der Berliner Typographia eingefunden.
Der Basdorfer Siedlungsskandal.
Unsere Leser werden sich des Siedlungsstandals erinnern, der zu Beginn des Jahres 1926 in der Presse ausführlich erörtert wurde. In Basdorf hatten eine Anzahl Arbeiter sowie auch fleinere Ge schäftsleute von der Basdorfer Baugesellschaft Marg u. Neiß Siedlungsland auf Grund notarieller Kaufverträge er worben. Die Berpflichtungen aus den Verträgen sind sämtlich erfüllt worden. Im Grundbuch waren jedoch die Käufer unglaublicherweise nicht als Eigentümer eingetragen worden. Da rechtlich nur der als Grundstüdseigentümer gilt, dessen Name als Eigentümer im Neiß möglich, auf die Grundstücke der Siedler eine Hypothet Grundbuch eingetragen ist, war es den Gläubigern von Marg und Don 250000 m. ins Grundbuch eintragen zu laffen. Die Siedler riskieren, ohne jede Entschädigung von ihrem Eigentum verjagt zu werden, wenn nicht der Nachweis gelingt, daß die nachträglichen Be lastungen der Grundstücke auf betrügerische Manipulationen zurüdzuführen sind. Bekanntlich ruht zurzeit die Zwangsversteigerung, da die Staatsanwaltschaft die Affäre bearbeitet. Uns geht nun eine längere Eingabe des Kaufmanns Prahl, Berlin- Lichterfelde, Rommandantenstraße 99, stiller Teilhaber der Firma Marg u. Neiß, zu, in der er gegen einen Rechtsanwalt B. in der Basdorfer Grundstückssache schwere Vorwürfe erhebt. Er selbst will als früherer Besißer der Basdorfer Grundstücke von B. schwer geschädigt und feines Bermögens beraubt worden sein. Wir können dazu nicht Stellung nehmen. B. soll übrigens in der völlischen Bewegung eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Im übrigen hoffen wir, daß die gerichtliche Aufflärung der Basdorfer Siedlungsaffäre im Interesse der zahlreich geschädigten Arbeiter und Angestellten baldigst erfolgt,
Arbeitgeberspikel im Gerichtssaal.
Die ,, Bossische Ztg." macht auf eine sehr merkwürdige Erscheinung aufmerksam, die oft in den Moabiter Gerichtsfälen die Aufmerksam feit auf sich zieht. Zu gewissen Berhandlungen erscheint ein Mann, der sich zwar sehr genau Aufzeichnungen macht, dessen Berichte jedoch niemals in der Preffe erscheinen. Diefer Herr ist honorierter Spigel der Arbeitgeberverbände, in deren Auftrag er in den Moabiter Gerichten die schwarze Liste des Unternehmertums führt. Ist dieses Handwert an sich schon äußerst schmußig und standalös und die Duldung eines solchen Individuums im Gerichtssaal sehr eigentümlich, so war die Sache zu einer mehr als peinlichen Affäre, wenn das Blatt feststellt, daß dem Boykottmann ber Arbeitgeber von den Präsidien der Berliner Landgerichte Breffeausweise und legitimationen für sämtliche Säle zur Verfügung gestellt worden sind. Ein unglaublicher Mißbrauch der Presse und des Gerichtssaals, gegen den man aufs Schärffte protestieren muß.
Auf dem Fabrifgelände der Berliner Degtrinfabrit von Otto Rugner auf dem Kiewitt 20 in Potsdam brach nach 9 Uhr heute früh ein Großfeuer aus, das auf eine Mehlstaubexplosion zurückzuführen ist. Ein Teil des Fabrikgebäudes ist ein gefchert und ein großer Vorrat von Waren vernichtet worden. Bersonen find nicht zuschaden gekommen. Die Potsdamer Wehr hatte über eineinhalb Stunden mit den Löscharbeiten zu tun,
anstaltete im a un des Westens, Tauenzienstraße 19, im Ein Abend in der Hemdbluse. Die Firma Baer u. Sohn verRahmen eines Lanz abends und Charleston- Wettbewerbes, eine Herrenmodeschau. Die flotten Reger Jazzbandler, die Gastgeber, ein Teil des Publikums und fämtliche Ober- alles mit ohne Jadett und Weste". Es besteht bekanntlich die Absicht, die Hemb bluse straßenfähig zu machen. Sie foll nicht nur auf der Straße, fondern auch in der Gesellschaft offiziell zugelassen werden. Bei Ausführung des neuen Modetanzes Charleston ist dies allerdings faft ein Gebot der Notwendigkeit. Eigentlich müßte man sogar ein Reservehemd mit sich führen. Denn solchen Gliederverrenkungen im schnellsten und dabei fortwährend wechselnden Rhythmus hält der fühlste Gent in normaler Bebedung nicht stand. Die Chocolateauch im Publikum befonden sich einige recht talentvolle Tanzgrößen. Kiddies führten die Sache bravourös vor und eine sang dazu, doch Die Musik ist noch wilder und ungebärbiger geworden, das faucht und quietscht und furrt und pfeift, dazu fliegen im Taft sämtliche Gliedmaßen der Tänzer nur so in der Luft herum. Wenn das so weitergeht in dem Tempo, wird wohl die Abendkleidung der Zukunft der Lendenschurz!
Die Bundesleitung des Stahlhelm in Magdeburg erfucht uns mitzuteilen, daß Kriminalkommissar Tenholt Magdeburg niemals dem Stahlhelm angehört und auch nie Beziehungen zum Stahlhelm gepflogen hat.
„ Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, und „ Der Kinderfreund" liegen der heutigen Postauflage bei.
Großfeuer in den Reichardt- Werken.
In der vergangenen Nacht gegen 1% Uhr gerief in Wandsbet bei Hamburg auf dem Gelände der Reichardt- Werte der rechte Flügel eines großen vierstödigen mit einer Kuppel versehenen Gebäudes in Brand. In diesem Gebäude befindet sich eine NährAuch dieses Jahr veranstaltet das Rleingartenamt im Einver mittelfabrit, welche zurzeit jedoch ftillag. Die Bekämpfung des nehmen mit den gemeinnügigen Kleingartenverbänden, dem Bezirks Feuers wurde durch Waffermangel außerordentlich erschwert. Die verband der Kleingartenvereine von Charlottenburg und Tiergarten Badebaffins der Kakaowerte Reichardt wurden leergepumpt. Zu und dem Baterländischen Frauenverein innerhalb der 10 000 Chardiesem Zwede mußten über die Bahngleife hinweg weit über hunderf lottenburger Kleingärten einen Wettbewerb. In diesem Jahre Meter Schläuche gelegt werden. Der Wind jagte ungeheuren Funkenfind außerdem noch die Kleingärten in der Jungfernheibe flug über das Gelände und bedrohte die übrigen Gebäude, insbewestlich des Tegeler Weges bis nach Siemensstadt und die Gärten fondere die Stallungen, in gefährlichem Maße. Es gelang schließlich, von est en b zum Wettbewerb zugelassen. Der Gedanke der Ver den Brand in der Hauptsache auf den rechten Flügel des Gebäudes anstaltung ist vom wirtschaftlichen wie vom ethischen Standpunkt zu beschränken. Bis in die frühen Morgenstunden hinein waren die aus herzlichst zu begrüßen. Durch zweckmäßige Einteilung und Be- Wehren tätig. Das Feuer selbst war weithin sichtbar und wohl eines pflanzung wird der Ertrag gefördert, durch das gesteigerte Interesse der größten der letzten Jahre in Hamburg und Umgebung. Der erhöht hhtlich die Freude am Besiz. Der ruhende Bol in der Ereignisse Bahnverkehr quf der Lübecker Strede erlift fo gut wie feine Flucht ist einzig und allein im eigenen Heim und im Selbstgeschaffenen zu finden. Für all die vielen, die Tag für Tag in mit schlechter Luft gefüllten Arbeitsräumen schaffen müssen, bedeutet es eine wahre Erlösung, wenn sie nach Feierabend und hauptsächlich am Sonntag in guter, reiner Luft ihr Gärtchen bestellen. Jede neue Blume, jeder frische Kohlkopf wird mit Freuden begrüßt, und selbst gezogenes Gemüse und Obst schmecken bekanntlich tausendmal besser als getauftes. Die baulichen Einrichtungen der Gärten follen eine bedeutende Verbesserung erfahren, so daß mit der Zeit aus den fommerlichen Kleingärten Dauerkleingärten entstehen. Bisher liegen
Störung.
Tödlicher Unglücksfall bei Erdarbeiten. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in Braunschweig. 3wei ältere städtische Arbeiter waren in einer Sandgrube an der Salzdahlumer Straße mit dem Aufladen von Erde auf einen Wagen beschäftigt, als sich plöglich eine starte Erdwand in der Grube löfte und die beiden Arbeiter verschüttete. Der eine, dem ein Schaufelstiel in den Leib gedrungen war, fonnte nur als eiche geborgen werden, der andere starb furz nach der Einlieferung in das Krankenhaus.