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Gewerkschaftsbewegung

Schuh der Arbeitskraft!

Wochenende als Erholung.

Der preußische Wohlfahrtsminister ertiärte dieser Tage zu der jegt besonders in Berlin start bistutierten Frage der Neuge. staltung der Arbeitsverhältnisse am Wochenende nach englischem Mufter, daß er es begrüße, wenn diese Angelegen­heit von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ernsthaft erwogen werde. Die mit der Rationalisierung der Betriebe und der Vervoll­tommnung der Technik verbundere Steigerung der Ar­beitsleistung zwinge zu einer vermehrten Aufmerksamkeit gegenüber der Erhaltung der Arbeitskraft. Zur Schonung der Arbeitsfräfte trage eine beffere Ausgestaltung des Wochenendes viel bei.

Es ist so gut wie selbstverständlich, daß zur Wiedergutmachung

Etma 20 Prozent der Unfälle find zurüdzuführen auf die Er mübung der Fahrer infolge des wechselnden Dienstes, die Schifanen der Kontrolleure und die Einregulierung der Wagen auf 20 Rilo. meter Höchstgeschwindigkeit. Der nach der Uhr fahrende Bost. wagenfahrer hat auf freier Strede teine Möglichkeit, den Wagen schneller laufen zu lassen, um dadurch Verspätungen einzuholen. Er ist vielmehr in solchen Fällen gezwungen, den Wagen auch an ge fährlichen Buntten wie Straßenfreuzungen usw. schnell laufen zu laffen, meil er durch Abftoppen oder Langfamfahren verloren gegangene Zeit wegen technisch beschränkter Höchstgeschwindigkeit feines Wagens nicht aufholen tann. Dadurch entstehen die meisten Unfälle. Das Publikum, melches nicht weiß, daß das System der Reichspoft die Haupttriebkraft dieser Unfälle ist, nimmt gefühlsmäßig immer gegen den Fahrer Stellung und spricht von einer Gelben Gefahr." Die bürgerliche Presse stachelt den Haß gegen die Postkraftfahrer durch tendenziöse Berichte

13.- 18.Sept.: Juternationale gewertschaftl. Agitationswoche

19. September:

auf gesundheitlichem Gebiet die Einführung eines regelrechten Bierteljahrhundertfeier der internation.Gewertschaftsbewegung

Wochenendes, d. h. die Berkürzung der Sonnabendar= beit vor allem in den Großstädten notwendig ist. Wenn England mit seinem weniger scharfen Arbeitstempo sich ein Weekend leisten kann, dann darf Deutschland , das viel schärfere Arbeits. methoden fennt und dessen Arbeiterbevölkerung durch Krieg und Inflation gesundheitlich schwer mitgenommen worden ist, nicht zu rückbleiben. Englische Verhältnisse können natürlich nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen werden. Aber wenn man die ausfallende Arbeitszeit vom Sonnabend einfach schematisch auf die übrigen Arbeitstage verteilen will, dann werden für viele Arbeiter und Angestellte, besonders in den Großstädten, unmögliche Situationen herauskommen. Viele Angestellte und Arbeiter haben in den Städten sehr weite Wege von ihrer Wohnung bis zur ihrer Arbeitsstätte zurückzulegen, oft 1, und 2 Stunden. Diese Arbeits­kräfte kämen bei einer einfachen Berteilung der ausfallenden Ar­beitszeit vom Sonnabend auf die Woche überhaupt nicht mehr nach Hause. So geht es also nicht. Ein Ausweg aus den Schwierigtetten nuß jedenfalls gefunden werden.

Es sollte Sache des Reichsarbeitsministeriums sein, bereits im Arbeitsschußgefez die Weekendfrage praftisch zu lösen. Dieses Gesetz wird allerdings erst im nächsten Jahr verwirklicht werden. Wie wir erfahren, wird in der kommenden Woche der Wirtschafts- und Sozialpolitische Ausschuß des AfA- Bundes zu der Wochenendfrage Stellung nehmen.

Die Kraftwagenführer der Reichspoſt. Unhaltbare Mißstände.

Die Allgemeine Deutsche Postgewerkschaft( Sektion des Deuifchen Berfehrsbundes), hatte zu Sonntag vormittag nach dem Gewerk­schaftshaus eine öffentliche Bersammlung der Postfraftwagenführer einberufen, um einmal in aller Deffentlichkeit zu den Berhältnissen im Oberpostdirektionsbezirk Berlin Stellung zu nehmen. Die Aus. führungen der Organisationsvertreter wie auch der Diskussionsredner warfen auf die Verhältnisse in diesem Reichsbetrieb ein Schlaglicht, das den Beruf des Postkraftwagenfuhrers gerade nicht als beneidens: mert erscheinen läßt. Trozdem es bei der Reichspoft eine Laufbahn dieser Laufbahn ausgeschaltet und werden nur als Helfer angesehen und bezahlt. Dies ist um so ungerechter, als die Führer der meiſt nur in Großstädten laufenden Glektrowagen zumindest die gleiche Verantwortung zu tragen haben wie die Führer der Wagen mit Verbrennungsmotoren.

Sind die Elektrowagenführer schon durch diese Ausnahmestellung gegenüber den übrigen Postkraftwagenführern in der Besoldung hlechter gestellt, so fommt dazu noch eine unbeschreibliche Schifane durch die Kontrolleure. Diese Leute, die meist nur 14 Tage im Fahr dienst ausgebildet sind und von der Schwere des Dienstes gar feine Ahnung haben, machen den Fahrern das Leben geradezu zur Hölle. Sie sind die reinsten Anzeigenjäger. Es gibt fast teinen Fahrer, der am Monatsende sein volles Gehalt ausbezahlt Le­fommt; immer werden Beträge, sogar bis zu 20 Mark, von dem ohnehin schon fläglichen Gehalt abgezogen. Die Reichspoft versteckt sich hinter dem§ 8 des Reichsgefeges über den Verkehr mit Kraft­fahrzeugen, nach dem die Führer von Fahrzeugen, die nicht über 20 Kilometer Stundengeschwindigkeit haben, für den Wagen die volle Berantwortung tragen.

noch mehr auf. Jedenfalls sind die Zustände, wie sie in der Be­handlung der Kraftwagenführer eingerissen sind, unhaltbar. Abstellung dieser Mißstände. Die Organisationsvertreter versprachen, Die Versammelten forderten in mehreren Entschließungen die die Entschließungen an die maßgebenden Behörden weiterzuleiten, machten aber auch auf die Notwendigkeit des fest en organisa: torischen Zusammenschlusses aufmerksam, der zur Durch­führung des Geforderten notwendig ist.

Ein Sklavenvertrag.

Beim Zirkus Sarajani- Schau.

Der Birtus Sarafani Schau bringt es fertig, folgenden Dienstvertrag feinen Angestellten zur Unterschrift vorzulegen: Jch Unterzeichneter als Angestellter von Herrn Restaurateur Eduard Buchmann der Sarasani- Schau erkläre mich mit folgen­den Bedingungen einverstanden.

Austritt aus der Transportarbeiter Internationale.

London , 26. Juli. ( Reuter.) Der Nationalverband der englischen Seeleute hat auf der Schlußfizung seiner hier abgehaltenen Jahres­tagung den Beschluß gefaßt, mit fofortiger Wirkung aus dem Inter­nationalen Transportarbeiterverband auszutreten. Weiterhin wurde beschlossen, eine Abstimmung der Mitglieder über die Frage herbeizuführen, ob der Berband feine Beziehungen zu allen Bere einigungen mit politischem Einschlag lösen foll dessen Vorsitzender der bekannte have lod Wilson ist. Dieser Verband hat während des englischen Generalstreifs Streit. brecher bienste geleistet und die Angestellten entlaffen, die der Streifparole gemäß handelten. Daß er jetzt erst recht den ftreifenden Berarbeitern in den Rücken fällt, versteht sich am Rande. Er gehört wirklich nicht in die Internationale Transportarbeiter­

Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich um den Verband,

föderation hinein.

henschönhausen bestehen Differenzen, da die Firma nicht

Achtung Schildermaler! Bei der Löwen Brauerei in einmal den Mindestlohn der Schildermaler zahlen will. Der Bes Verband der Porzellanarbeiter, Abteilung Schildermaler.

trieb ist für Schildermaler elleftarbeiter,

Der Streit bei der Firma Sielaff- Neukölln ist zugunsten der Belegschaft beigelegt worden. Wenn auch infolge der ungünstigen Wirtschaftslage trez des siebenwöchigen Streits fein voller Erfolg den lückenlosen organisatorischen Zusammenschluß der Belegschaft. erzielt werden konnte, so war auch das Erreichte nur möglich durch

Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten 2.-G., Berlin , Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet.

Sport.

Um den Großen Arcona- Preis".

Der B. C. R. Arcona 1926 brachte am Sonntag sein erstes Gäfte. rennen zur Abwicklung, das offen war für alle Fahrer der deutschen Radfahrer- Union. Die Strecke, insgesamt 141,6 Kilometer, führte von Berlin über Eberswalde nach Angermünde und zurüd. Bon insgesamt 167 gemeldeten Fahrern begaben sich 152 Dom Rennen litt sehr unter der Unbill des Wetters, trotzdem wurden gute Start in Weißensee , Berliner Allee, auf die lange Reise. Das Beiten herausgeholt. Nach einem scharfen Endspurt ging Mar Radach( R. B. Norden 1921), der die Spize vom Eberswalder Forst an hielt, als erster in der Zeit von 4:05:05 durchs Ziel. Ergebniffe:

1. Mar Radach( R. B. Norden 1921) 141,6 km in 4:05:55; 2. Baul Haese ( Courier- Charlottenburg) 4:06:10; 3. Willi Funda( Einzelfahrer) 4:06:30; 4. Willt Buß( B. R. C. Ariona 1926) 2 Längen; 5. Georg Flögel( B. R. C. Semper 1925) 4:09:40; 6 Georg Hartwig( B. R. C. Slid- West) 2 Langen; 7. Rudolf Rish( B. R. C. Endspurt) 1 Länge; 8. Walter Schwengler( R. B. Möve 1910) 3 Längen; 9. Hellmuth Schwengler( R. B. Möve 1910) 2 Länge; 10. Bruno Steinborn( B. R. C. Alberto 07) 4:10: 10; 11. Reinh Galle( B. R. C. Endspurt) 4:10:20; 12. Bruno Reich( B. R. C. Endipurt) 4:11:15; 13. Balter Aloß( B. C. Opel) 4:11:50; Olympia ) 4:12:30. 14. Ewald Mahron( B. R. C. Presto) 4 Längen; 15. Gerhard Schulz( B. R. C

1. Ich bin engagiert ohne gegenseitige Ründigung, und ver zich te auf die gefeßlichen Bestimmungen, da ich nur tagesweise engagiert bin. 2. Ich verpflichte mich, das Publikum nicht zu übervorteilen, sondern die von Herrn Buchmann festgesetzten Preise für sämtliche Verkaufswaren zu fordern. 3. Ich verpflichte mich, die von Herrn Buchmann oder dessen Vertreter angesetzte Dienst­zeit pünktlich einzuhalten. 4. Es ist mir bekannt, daß ich stets in fauberer weißer Wäsche zum Dienst zu erscheinen habe, und die Direktion der Sarasami- Schau laut Dienstvertrag berechtigt ist, bei Berstoß gegen die im Vertrag stehenden Bedingungen mich sofort zu entlassen. 5. Die gefeßlichen Krankenkaffen und Invaliden. beiträge habe ich am Schluß jeder Woche zu entrichten. 6. Mit dem Prozentsaz von 15 Broz. erkläre ich mich einverstanden. 7. Bei der Reise von einer Sadt zur anderen habe ich den Anordnungen des Herrn Budymann unbedingt Folge zu leisten. Sonstige Reisekosten habe ich nicht zu beanspruchen, z. B. bei Neuanstellungen oder Entlaffungen. 8. Für jeden Schaden, den ich Herrn Buchmann oder der Sarasani- Schau zufüge, bin ich haft bar. 9. Ich ver­pflichte mich, ohne Entgeld die Restaurationszelte bei jeder Tages- und Nachtzeit mit auf und ab. zubauen und beim Einräumen der Warenbestände behilflich zu ſein. 10. Ich habe selbst für meine Verpflegung und mein Logis zu forgen und auch zu bezahlen. 11. Ich erkläre mich einverstanden, die Pferde vom Bahnhof zum Plaz zu führen, soweit es von der Direktion verlangt wird. 12. Ich mache mir zum Prinzip, jeden Morgen gründlich die Gläser sowie die Scherben aftnacht, Gilvo, Gilberim, Coblieb. auf dem ganzen Zirfusgelände zu suchen. Sarasani Scha u."

Wenn wir diesen Dienstvertrag als Slavenvertrag be= zeichnen, fo find wir vielleicht milde verfahren. Der Besitzer des Stlaven hatte über diefen wohl alle Rechte, aber er hatte auch Pflichten. Der Restaurateur vom Zirkus Sarasani - Schau ver­langt von seinen Angestellten nicht nur den Verzicht auf den Schutz der Gefeße und unbedingten Gehorsam, er verlangt nicht nur Arbeit ohne Entgelt, und zwar bei jeder Tages- und Nachtzeit"; er bezahlt seine Angestellten nicht und will sie jederzeit ohne weiteres entlassen fönnen. Der Zirkus Sarafani- Schau würde fich hüten, so etwa mit dem Zirkusvieh umzugehen.

MM

Rennen zu Karlshorft am Sonntag, den 25. Juli.

1. Rennen. 1. Grazio( v. Borke), 2. Riß me quid( Sr. Freefe),

3. Donnerwetter( Schniger). Toto: 15:10. Paz: 12, 28: 10. Ferner lief: Miß Bigorous.

2. Rennen. 1. Spetulant( Beer), 2. Lebine( Saufer), S. Bartie ( Schuller). Toto: 34:10. Blak: 13, 16, 15:10. Ferner liefen: Willa, Alten.

effen, Sanskrit, Möros. Balib, Octavian .

3. Rennen. 1. Lemmel( v. Borke), 2. Stummer Teufel( Schniker), 3. Raufbold( Sr. Freese). Toto: 16: 10. Blag: 10, 10:10. Ferner lief: Entschluk. 4 Rennen. 1. Frik Fromm( Müschen), 2. Petronius ( Mannchen), 3. Livonia( Franate). Toto: 16:10. Blak: 12, 14, 14:10. Ferner liefen: 35. Rennen. 1. Mainberg( Sr. Schniker), 2. Rappeltopf( Rutulies), 8. Bilatus( Bismark). Toto: 27:10. Blak: 56, 82, 22:10. Ferner liefen: Nordsee , Chanad, Colberg, Dioscur, Märchenprinz, Borta Westfalica, Immel­mann, Mamlasa, Le Defroque. Mainberg und Pilatus liefen unter einer Totalisatornummer. 6. Rennen. 1. Verifies( R. Thiel), 2. Bellae( Saufer), 8. Aufflärung Foto: 55: 10. Blak: 16, 11, 18:10. Ferner liefen: Sabicht, ( R. Cbler). Firn( gef.), Brigant. 7. Rennen. 1. Ratibor ( M. Jenksch), 2. Quilon( Schönfisch), S. Moving ( Bachmeier). Toto: 62:10. Blak: 19, 17, 20:10. Ferner liefen: Seliotrop, Rutria, Bing Bong, Brandmeister, Die Rönigin, Nina, Reus.

Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter ; Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeigen: Tb. Glode; sämtlich in Berlin . Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin . Drud: Borwärts- Buchbruderet und Berlagsanftalt Baul Ginger u. Co., Berlin G 68, Lindenstraße 3.

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