beziffert ihn auf zirka 5 Millionen Mart. Andere behaupten, I rechterhalten bleiben? Jm faiserlichen Deutschland war es
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daß vom Aschinger- Konzern eine Majorität von 76 Broz. möglich, daß durch eine Randbemerkung:„ Unten durch, nicht erworben wurde für 454 000 Dollar= 1906 800 M. Beide drüber weg" dem Berkehr die größten Hemmniffe, der Stadt Preise verstehen sich für das Hotel mit der ganzen Berlin außerordentliche Kosten auferlegt wurden. Sollen kostbaren Inneneinrichtung! Das Finanz solche Zustände, hundertfach vergrößert durch die inzwischen ministerium hat für das nadte Hotelgebäude eingetretene Entwicklung der Stadt und des Verkehrs, fich verabgeschlossen zum Preise von 8% Millionen! ewigen? Um die Hotels des Reichspräsidenten und der Das Bekanntwerden der Verhandlungen hat naturgemäß die Minister verbliebe immer noch ein großer Part von Attien toloffal in die Höhe getrieben. Vor den Berhand- rund 75 000 Quadratmeter, d. h. ein Gelände, mehr lungen notierten die Attien der Berliner Hotelgesellschaft" als ausreichend für alle Wünsche nach Ruhe, Erholung, Sicherim November 1925 86 Broz., im Januar 1926 84 Broz, im heit, Repräsentation und was sonst zu erdenten ist. Mit Juni 1926 95 Proz., im November 1926 238 bis 255 Broz.! welchen Gründen also kann die Reichsregierung der ernstlichen Das Hotelgebäude enthält viele große und fleine Säle, Durchprüfung solchen Projekts fich widersezen? von denen der Festsaal durch mehrere Etagen hindurchgeht, eine große Halle, die bis zum Dachgeschoß reicht, weit über 100 Badezimmer und Toiletten, Fußböden, die nur für Teppichbelag geeignet sind und nach Entfernung der Teppiche erneuert werden müffen usw. Zu einem zwedentsprechenden Bureauhaus wird der Kaiserhof daher, wenn überhaupt, nur durch einen vollständigen Umbau und Renovationen aller Art gestaltet werden fönnen. Die Spuren des Cumberlandhotels follten doch schrecken! Das Finanzmini fterium beziffert die Kosten für die Neuherrichtung( in der Denkschrift steht allerdings darüber fein Wort) auf zirka 600 000 m Große Baufirmen veranschlagen den Umbau auf 2 bis 3 Millionen. Da Dachreparaturen notwendig sein sollen, deren Kosten schon allein weit über den ganzen Anschlag des Finanzministeriums hinausgehen, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß dieser Anschlag sich als viel zu niedrig erweisen wird. Die Ueberfiedlung einiger Abteilungen des Finanzministeriums in das Lurusgebäude des Kaiferhofs wird das Reich somit zirta 11 Millionen Mart fosten, ohne daß selbst unter den günstigsten Voraussetzungen, wefentliche Vorteile damit erreicht werden.
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Es soll nun unumwunden zugegeben werden, daß die Absicht, durch eine räumliche Konzentrierung der Ministerien auch einen schnelleren und billigeren Geschäftsgang herbeizuführen, gut ist und jede Förderung verdient. Falsch aber ist es, wenn die Denkschrift die Dinge so darzustellen versucht, als ob die Ablehnung des Kaiserhofprojekts zugleich jede andere Berwirklichung dieser Absicht vereitele. Nach der Dent schrift sind andere Baupläße im Regierungsviertel nicht vor handen, wenn man von den Ministergärten in der Wilhelmstraße, die nach Ansicht der Reichsregierung unbedingt zu erhalten sind, absicht". Es ist zu fragen: welche Gründe tann die Reichsregierung für ihren Standpunkt anführen, daß diese Gärten in ihrem jezigen Umfang unbedingt intatt erhalten bleiben müssen? Die Gärten bedecken zurzeit eine Grundfläche von insgesamt 97 170 Quadratmeter. Eine Randbebauung mit Ministerialgebäuden würde jede Möglichkeit zu zweckentsprechender, restloser und minder kostspieliger Ausführung der Pläne des Finanzministeriums gewähren und außerdem zahlreichen Erwerbslosen Arbeit und Brot bieten. Nach aufgestellten genauen Berechnungen würde solche Randbebauung einen Geländestreifen von 13 500 Quadratmeter beanspruchen. Hand in Hand mit der Randbebanung müßte endlich die Durchlegung der Frans zöfifchen Straße nach der Friedrich- Ebert- Straße ers für die
Der Tod des Gutsbesizers Heß.
Hölz unschuldig?- Das Geständnis des Täters. T
Der im Jahre 1903 geboreке Bergmann Erich Friehe hat an den Vorsitzenden des Amnesti eausschusses ein Schreiben gerichtet, in dem er verlangt, in der nächsten Sitzung als der Mörder des Gutsbesigers Heß vernommen zu werden, da ihm sein Gewissen die Rehabilitierung des unschuldig verurteilten Hölz gebiete.
Das Schreiben besagt, daß Höla am fraglichen Tage mit HeB im ersten Stock des Gutshauses über die Deffnung eines Schrankes verhandelte. Der Gutsbefizer behauptete, die Schlüssel nicht bei sich zu haben, und ging die Treppe herunter, um den Schlüssel zu holen. Bon der schweren, nicht wieder gutzumachende Schädi- Da Friehe, der sich an dem Tage infolge von Mißhandlungen gung der Berliner Wirtschaftsinteressen durch den Berlust des durch die Gegenwartei in sehr starker Erregung befand, glaubte, Kaiserhofs, von der stetig steigenden Fremdenzahl, der um Heß wolle fliehen, stürzte er ihm mit einer Armeepiftole nach. ein Drittel verringerten Bettenzahl in den größeren Hotels Hölz entriß ihm die Waffe und rief ihm zu, nicht zu ( Monopol, Savoy, Grand-, Elite-, Bellevue-, Saroniahotei ichießen. Seß lief unterdes aus dem Haufe über den Hof dem ufw. haben für andere 3mede Berwendung gefunden), von Freien zu. In dem Gefühl, Seß flüchtet, schoß Friehe mit einent den ständigen Bemühungen der Reichshauptstadt, im Interesse Browning auf ihn und verwundete ihn im Rüden, anscheinend des Ansehens Deutschlands den Berliner Fremdenverkehr, be- nicht schwer. Indes von der Gehöftmauer her Gewehrschüsse tamen, fonders vom Ausland her, weiter zu heben, von dem Schicksal erhob sich eß und ging nach der Mitte des Hofes, einen der 300 Arbeiter und Angestellten des Hotels, der starten Be- Revolver in der Hand. Friehe forderte feinen Begleiter legung des Kaiserhofs bis in die jüngsten Tage, soll hier des Günther auf, zu schießen. Günther schoß, sein Schuß ging fehl. weiteren nicht gesprochen werden, soviel dazu auch zu sagen Darauf legte Friehe seinen Rarabiner an. Die Frau des Heß wäre. Es bestand lediglich die Absicht, die in der Denkschrift eilte herbei und hinderte Friehe. Friehe stieß die Frau in das behandelten Fragen vom Standpunkt des Reichshaushalts und Haus zurüd. Heß war inzwischen gestürzt und schrie, sich windend, der Reichsverwaltung zu betrachten. Wie aus den obigen man folle ihn zufrieden lassen. In maßlofer But gab Friche noch Darlegungen hervorgeht, erscheint die von dem Reichsfinanz- einen Schuß ab, der eß tötete. Der Aufforderung des Höiz an den Täter, sich zu melden, sei er seinerzeit nicht nachgekommen, ministerium vorgeschlagene Lösung als unvorteilhaft für das weil die Flucht vor der Gegenpartei ihn daran gehindert habe. Reich und ungeeignet, das gute Ziel zu erreichen.
Aus dem Bericht Friehes geht hervor, daß er bei Aus4 übung der Tat 18 Jahre alt war. Er ist heute verheiratet und Vater eines Kindes.
Auch der Schlosser lebe, der Hölz hauptsächlich belastete, bittet den Amnestieausschuß schriftlich, ihn in der nächsten Sizung zu vernehmen. Er sei heute fest davon überzeugt, daß Hölz im Fall Heß schuldlos verurteilt wurde, und daß Friehe der Täter ift.
Zurück zum Reich!
Eine Erklärung des Saarländischen Landesrats. Saarbrüden, 22. November.( Eigener Drahtbericht.) Am
„ Das Saargebiet begrüßt auf das Aufrichtigste die Annäherung
Weimar , 22. November. ( Eigener Drahtbericht.) Das intereffanteste Merkmal des augenblicklichen politischen Lebens in Thüringen sind nicht so sehr die Vorbereitungen der einzelnen Barteien für die im Januar stattfindenden Landtagswahlen, fondern das ist der Bericht eines der Untersuchungsaus. schüsse des nunmehr seinem Ende entgegengehenden Thüringer Landtags. Bor etwa 1½ Jahren hat die sozialdemokratische Bartei auf Grund zunächst unglaublich scheinender Vorgänge in der Montag wurde in der Sigung des Saarländischen Landesrats von thüringischen Bolizei einen Untersuchungsausschuß bei dem fämtlichen Parteien folgende Erklärung abgegeben: Thüringer Landtag beantragt, der nunmehr im Gegensatz zu zwei anderen Untersuchungsausschüssen seine Arbeiten abgeschlossen dem zwischen dem deutschen Vaterlande und Frankreich . Es ist davon Thüringer Landtag unterbreitet. Allerdings hat der Polizei- Unter- überzeugt, daß die Befriedung Europas und die Zukunft der beiden suchungsausschuß einen sozialdemokratischen Vorsitzenden gehabt, großen Länder davon abhängt, daß die Streitpunkte zwischen ihnen Grund genug für die bürgerliche Presse, den sachlichen Abschluß der endlich beseitigt werden. Einer der wesentlichsten ist die Frage des Arbeiten dieses Ausschusses durch den fortwährenden Hinweis auf die Saargebiets. Der Landesrat als die gewählte Vertretung des SaarKostenrechnung des Ausschusses für Sizungen, Zeugenvernehmungen volles hält es in dieser Lage für seine Pflicht, dem einmütigen und so weiter zu verdunkeln. Die sozialdemokratische Wunsche der Bevölkerung feierlich Ausdruck zu geben, Frattion hat aber aus den Ergebnissen der parlamentarischen daß das Saargebiet in friedlicher Bereinbarung zwischen Deutschland Untersuchung einige Konsequenzen ziehen müffen, die zweifellos ge und Frankreich möglichst bald dem übrigen Deutscheignet sind, die Thüringer und darüber hinaus die deutsche Deffent- land zurückgegeben werde." lichkeit aufhorchen zu lassen.
In völliger Einmütigkeit hat fie das Willfürregiment des jetzt
Die Kriegsschuldfrage.
mendig wären. Nach den übereinstimmenden Urteilen aller fennzeichnen izeiministers Sattler nicht anders zu Offizielle Aufrollung durch die bürgerlichen Parteien
befragten Städtebauer und Berfehrstechnifer ist eine Ent Inftung der Leipziger Straße , die zugleich am besten der fort schreitenden Berödung der City entgegenwirten würde, bei den heutigen finanziellen Berhältnissen Deutschlands nur mit der Durchlegung der Französischen Straße zu erzielen. Bon Monat zu Monat wird mit dem ständig sich mehrenden Automobilverfehr diefe Aufgabe dringlicher. Sie bedeutet im wahrsten Sinne eine Lebensnotwendigkeit für vier Millionen Menschen!
Soll nun in der demokratischen Republik der Grundsah des sic volo, sic jubeo( das will ich, das befehle ich) auf
Das mörderische Nönnlein.
Bon all dem Unglück, daß der Kohlenstreit in die Häuser der Bergarbeiter brachte, ist die rührendfte, aber auch traurigfte Geschichte der Mord, den das Nönnlein Jim an dem vierjährigen Knaben Bobby beging.
Um die Geschichte zu verstehen, muß man wissen, daß das Nönnlein ein Hund war. Ein schwarzer, drolliger Hund, dessen Köpflein so mit weißen Flecken gezeichnet war, daß man glauben fonnte, er trüge eine Haube. Darum hatte man sich überall daran gewöhnt, das liebe Tier das Rönnlein zu nennen. Und Jim war eng befreundet mit Bobby. Die Freundschaft bestand schon seit langem, und fie hielt so fest, daß der Junge und das Hündlein unzertrennlich waren. Man wußte nicht recht, ob Jim treuer war als Bobby, oder Bobby treuer als Jim. Man sah nur, wie die beiden sich selig am Boden wälzten oder auch umarmten. Bobby liebfoste Jim, Jim liebkoste Bobby. und Bobby verstand es, eine unglaubliche Menge von Leckerbissen für seinen beften Kameraden zu besorgen.
Aber als der Streit die Kassen und die Töpfe und den Brottorb und die Speisekammer völlig geleert hatte, fand Bobby nichts mehr, momit er die teure Jim erfreuen fonnte. Trobem ließ Jim nicht in ihrer Munterfeit und Zärtlichkeit nach. Und es war merkwürdig. Man hätte glauben fönnen, daß Jim fich plötzlich auf den Diebstahl gelegt hätte und irgendwelche geheimen Quellen fand. Denn während hier alles, Greise und Greifinnen, rüstige Matronen und die zu unfreiwilligem Feiern verurteilten Brotverdiener und vor allem die fleinen Kinder entfeßlich herunterfamen und abmagerten, ging es Jim vorzüglich. Man merkte bei dem Rönnlein nichts von der Rot. Ja, es wurde täglich rundlicher und fröhlicher, und diese Ausgelaffen heit fing nach und nach an, Bobby wehzutun; denn Bobby fühlte seit einiger Zeit, da die Fleischrationen ganz ausgeblieben waren und da auch sein Milchtopf nur noch ein Biertel der täglichen Ration enthielt und da sogar seine Brotschnitten allmählich winziger wurden, eine ständige Dumpfheit im Kopfe und in den Gliedern. Bobby wollte nur noch schlafen. Er wollte nicht mehr spielen und springen, und das Rönnlein Jim wollte nur noch springen und spielen und nicht schlafen. Es geschah, daß Jim den Kameraden Bobby, der voller Mattigkeit die Augen schloß, aus der Ruhe herausstieß. Diese Gegen jäklichkeit der Wünsche verwandelte nun die enge Freundschaft zwischen dem Rönnlein und Bobby derart, daß Bobby sich keinen Rat und feine Möglichkeit zur Ruhe mehr wußte und auf den Gebanten fam, fich Jims zu entledigen, die er jeßt für seine schlimmste Feindin hielt. Eines Tages lockte Bobby das Rönnlein zu sich heran. Das Nönnlein war nicht argliftig, es war zutraulich. Bobby umarmie das Rönnlein, wie er es sonst gewohnt war. Doch heimtückisch) legle er ihm die Hände um den Hals. Er wollte das Rönnlein erwürgen. Jim rettete sich, Bobby war auch viel zu schwach schon, um ihr ein Leides anzutun. Jim sprang fort. Bobby tobte in Rachsucht und But, Er eilte mit letter Straft hinter dem Rönnlein her. Das
und die schweren Verfassungs und Gefeßesverlegungen nicht anders zu fühnen vermocht, als bei dem Landtag die Erhebung der Minifteranttage gemäß einer Berfassungsbestimmung zu beantragen. Die Anklageschrift ist dem Landtag zu gegangen und lautet auf schuldhafte Berlegung der Ge. feye. Die SPD - Fraktion fordert den Landtag auf, sich der Anflage deshalb anzuschließen, weil Dr. Sattler die Grundsätze über die Berwendung der Landespolizei und eine Verordnung über Polizei foften, die beide ordnungsmäßige Gefeße find, schuldhaft ver legt hat.
Die sozialdemokratische Fraktion will der Deffentlichkeit die Mißwirtschaft der Ordnungsregierung demonstrieren.
Nönnlein jagte in einen fleinen See hinein. Bobby adytete nicht auf die Gefahr, die ihm drohte. Er watete ins Wasser. Er fiel, er fiel mit dem Gesicht auf die Wasserfläche. Er fonnte sich nicht mehr erheben. Er konnte auch nicht mehr schreien. Bobby, der dem Rönnlein nachgestürmt war, um das Rönnlein zu erstiden, erstickte selber, und das Nönnlein war also die unschuldige Mörderin des Knaben Bobby geworden.
Hilflos hüpfte Jim um ihren toten Kameraden herum. Ihre Bersuche, den Körper, der regungslos dalag, zu irgendeiner lebendigen Aeußerung der Zärtlichkeit oder der Freude zu bringen, mißlangen. Man weiß nicht, warum Jim plöglich jammernd aufheulte und so die vorübergehenden Menschen auf das Unglück aufmerksam machte. Man weiß nicht, ob Jim plöglich entdeckte, daß sie zwar nur ein und war, aber doch eine Seele besaß.
M. H.
Männerchorkonzerte. Der Männergesangverein Namenlos", der im Friedrichshain und der Männerchor Moabit ", der in der Hochschule fonzertierte, legten ihren Programmen sehr verschiedene Grundstimmungen unter. Während das des ersteren Chores gleichsam nur einen kleinen Flor um den Arm trug, sonst aber lekteren Programm volle Trauerkleidung. Beide hatten starken bürgerliches, zum Teil humoristisches Behagen ausströmte, trug des Erfolg.
Emil Thilo weiß aus seinem vorzüglichen Material den bestmännlichen, unverfälschten Chorklang herauszuholen. Ohne Tüftelei und besondere Tricks macht er verständige, flare, jedem einleuchtende Musit, Nur die tiefer Gliederung im Nachtgefang im Walde" von Schubert( wobei auch die Klavierbegleitung den Charakter verfehlte), namentlich das feine gehauchte Piano der vorlegten Strophe, wollte leicht ein fleinerer Fehler als ein fortwährendes Zuspitzen auf ficine nicht gelingen. Solche gelegentliche Veräußerlichung ist aber vielund kleinste Effekte, wie es aur allzu gebrauchlich ist. Bet der Ausführung der beiden Streichquartette, die als solistische Einlagen galten, fehlte am ersten Pult leider der Primarius und Gründer des nach ihm benannten van Laar- Quartetts. Aber mit dem temperamentvollen Herrn Kornfand an der Spize ließ es nichts Wesentliches vermiffen, was bei dem schnellen Einspringen nur allzu menschlich zu erklären gewesen wäre. Die Herren find famos eingespielt und ganz auf den intimen, also selbstverständlich herzenswarmen, breitausstrahlenden Ton der Kammermusik eingestellt. Das Charakteristische des großen Außenseiters Schubert wurde so restlos herausgeholt, daß namentlich die föstlichen Mittelsäge mit stürmischem Beifall belohnt wurden. Erste Geige und Bratsche find hervorragend, den Solisten wäre vielleicht ein besseres Instrument zu wünschen, der zweite Geiger dürfte noch etwas mehr hervortreten. Es ist eine Seltenheit, daß ein einziger eine ganze Bortragsfolge bestreitet. Richard Gütte hat als Dirigent und Orgelvirtuose es unternommen und restlos durchgeführt. Bon dem interessanten Programm, das Namen wie Mendelssohn, Karl Löwe , Gade, Schubert, Seeger, Reger und Liszt führte, hörte ich nur noch das legte Drittel. Danach würde ich eigentlich den Orgelspieler noch höher einschäzen als den Dirigenten, trotz seiner guten Qualitäten und der strengen Disziplin seines Chores. Bei den langsamen, ernſten Gefängen färbten die Gepflogenheiten des Organisten mit feiner streng scheiden
a Im Reichstage ist zu der am Dienstag beginnenden auswärtigen Debatte ein Antrag fämtlicher bürgerlichen Pars teien eingegangen, der die Reichsregierung ersucht, in eine Prüfung der Frage einzutreten, wieweit die Sagungen des Völker bundes und des Ständigen Internationalen Gerichtshofes Möglich feiten bieten, eine Prüfung der Kriegsschuldfrage durch diesen Gerichtshof zu erreichen.
15 889 Dokumente umfaßt die Aftenpublikation des Auswärtigen Amts aus den Jahren 1871 bis 1914, die jetzt fertiggestellt worden ist.
den Registrierung zuungunsten der sonst tadellosen Ausführung allzu oft ab. Im Piano verliert sich dadurch gern der gut pulsierende, leichte Rhythmus, es fommt etwas Sprödes, Steifes in den Vortrag. Erst im Forte seht das volle Temperament wieder ein. Hier müßten mehr Brüden gebaut werden, um den Genuß des modernen Hörers zu heben. Heinrich Maurer .
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„ Das Theater der kleinen", das im„ Theater des Westens " gaftiert, hat sich rasch die Gunst des Berliner Publikums erobert. In der Tat iſt es von größtem Reiz, diese überbeweglichen Figuren ihre Varieténummern vollführen zu sehen. Sie sind geschicktere Afrobaten, als wir sie sonst zu sehen gewohnt sind; das Gesetz der Schwere scheint für ihre Grotesttänze aufgehoben. Sie scheinen in einem leichteren Milieu zu leben als ihre großen Kollegen vom Brettl. Aber ihre Stimmen haben den ganzen Wohlklang und die gute Schule des itlienischen Gesanges. Am Montag wurde ein neues Stück des Repertoires geboten: Rossinis Barbier von Sevilla". Der Bel canto feierte Triumphe( Lia Podreccna), und die lustigen Szenen, die hier bis an die Grenze der Parodie geführt werden, wirkten brillant. Trotzdem wird man für das ernſtere Genre einen Vorbehalt machen. Wer in den Münchenern Marionettentheatern, die alle von Papa Schmid und letzten Endes von Pocet Theater vor. Hier sind die Figuren kleiner, weniger vollkommen in ausgehen, fleine Opern von Mozart und graziöse Singspiele gesehen hat, der zieht für dieses Genre die an Umfang geringeren deutschen der Bewegung, aber dafür zierlicher; sie haben mehr den Stil der Marionetten und erstreben feine mechanischen Nachahmungen des während die Italiener mit ihren größeren Puppen auf NaturnachMenschen. Das Maginäre dieser Bühne tommt mehr heraus, ahmung ausgehen und einen veristischen Stil pflegen( auch in der Ausstattung). Aber das Bemerken dieser Unterschiede braucht einem die Freude an dieser Kunst nicht zu nehmen, und vor allem: in den ullige Kammermusif find Höhepunkte, wie wir sie noch nicht hatten. Barieténummern, die parodistischen Gefänge, die unvergleichlich Hier haben die Italiener etwas geschaffen, das der Marionettenkunst
neue Gebiete erobert hat.
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,, Minna von Barnhelm" als Schülervorstellung. Man darf nicht erwarten, daß in einer Schülervorstellung zu billigen Preisen prominente Darsteller wie Kortner , Bassermann oder Moissi auftreten, aber man fann ein geschlossenes Ensemblespiel mit guten Durch schnittsschauspielern, die ein einheitlicher Stilwille beseelt, verlangen. Leider ist dies in der Schülervorstellung der Minna von Barnhelm", die die Deputation für Schulwoefen" im Berliner Theater veran staltet, nicht der Fall. Jeder spielt auf seine Art mehr oder minder an der Rolle vorbei. Regisseur auch Darsteller bemühen sich, so did wie nur möglich zu unterstreichen. Vielleicht befürchten sie, daß sonst die Schüler vor diesem Lustspiel falt bleiben würden. Riccaut ift Konfektionär, Wachtmeister Werner überschreit sich, Tellheim benimmt sich überzuckert liebenswürdig, der Wirt und Just machen in Hoftheaterpathos, Franziska hat fein Geficht, und selbst Margarete Schön als Minna betreibt eine zu aggressive Rofetterie. Dabei sind die Schauspieler fein schlechtes Material, aber sie fassen sich gehen. Welchen Zweck hat jedoch eine Schülervorstellung, die den Charakter des Stückes umbiegt? Ueberragende Gestalter sind nicht notwendig, hingegen Darsteller, die Leffing spielen und die nach bestem Willen und Können die Gestalten dem Schüler verlebendigen,