möglich gemesen! Während Lüttmit sich verftedt gehalten habe, folle mit dem für ihn bestellten Pfleger amtlich wegen seiner Pensionsansprüche verhandelt worden sein. Ist das wahr? Bei den Verhandlungen über den Justizetat habe der geschäftsführende Reichsjustizminister erklärt, daß bei Kommunisten, menn und solange fie flüchtig seien, Gnadenbeweise nicht in Frage kommen könnten. Uus welchem Grunde sei bei dem Hochverräter Lüttwih das entgegengesegle Berfahren befolgt worden? Wer habe in diesem Prozeß das Reich vertreten? Warum habe sich fein Herr des Arbeitsministeriums selbst um den Prozeß gefümmert? Durch die Begnadigung könne doch nicht ausgesprochen werden, daß das, was der Begnadigte getan habe, nicht strafbar fei, sondern nur, daß wegen des Delitis die Strafverfolgung unter bleiben solle. Werde das Reich gegen v. Cüftwlh nicht eine Klage wegen Erfah des Schadens anstrengen, den er angerichtet habe?
Reichsarbeitsminister Dr. Brauns antwortete, daß durch das Defret, mit dem Lüttwit' Entlassung ausgesprochen sei, die Bensionierung nicht ausgeschlossen worden wäre, Eine Aufrechnung wegen Schadensersatz fonnte vom Arbeitsministerium nicht erfolgen, weil es sich dabei um zivil= rechtliche Ansprüche handele, mit denen das Reichsver jorgungsgericht nichts zu tun habe. Was die Pensionierung von Ehrhardt betreffe, so sei dieser schon vor dem Kapp Butsch pensioniert gewesen. Durch die Amnestie sei diese Pension wieder aufgelebt. Ob eine Leg Lütt mit erlassen werden müsse, tönne nur das gesamte Kabinett entscheiden,
Ministerialrat Kerschensteiner und der Präsident des Reichsver forgungsgerichts Scheffer ergänzten die Ausführungen des Ministers. Letzterer setzte insbesondere auseinander, daß das Urteil im Falle Lüttwig forreft nach rein wissenschaftlich juristi ichen Erwägungen gefällt sei. Er müsse zugeben, daß die Rechtslage eine sehr verzwickte sei und könne die ganze Frage als eine Doktorfrage betrachten.
Genoffe Dr. Rosenfeld bezeichnete diese Ausfünfte als gänglich unzulänglich und wiederholte seine Fragen, ob das Reich im Falle Lüttwitz die Klinke der Gefeßgebung ergreifen und ob es auf Schadensersatz gegen Lüttwit flagen werde. Auf diese Fragen erklärte der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, daß die Anfragen von Genossen Dr. Rosenfeld rein politischer Natur wären. Er könne sie zurzeit und für solange nicht beantmorten, bis nicht ein verantwortliches Kabinett, das allein zur Beantwortung zuständig ist, vorhanden sei.
Der Ausschuß trat sodann noch in die Beratung des Haushalts des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ein. Doch blieb die Beratung in der allgemeinen Aussprache über die Lage der Landwirtschaft stecken.
Hartnäckiger Schwindel.
|
Kampfbeginn im fächsischen Landtag.
Scharfe Kritik an der Rechtsregierung Seldt.
Dresden , 20. Januar. ( Eigener Drahtbericht.) In der heutigen Sitzung des sächsischen Landtages übten die Genossen BödelChemnitz und Edel Dresden scharfe Kritik an der farblosen Regierungserklärung und insbesondere an dem Verhalten der ASP. Die Regierungspartelen begnügten sich mit einer furzen Erklärung, indem sie ihr Einverständnis mit der Regierungserklärung erffärten. Ein tommunistischer Mißtrauensantrag sowie ein fommunistischer Auflösungsantrag wurde gegen die Stim men der Sozialdemokraten und kommunisten abgelehnt. Bei der Abstimmung über den Mißtrauensantrag enthielten sich die beiden Nationalsozialisten der Abstimmung. Sie stimmten jedoch gegen den Auflösungsantrag.
Ein überflüssiges Subventionsgesuch.
Krupp nimmt eine private Anleihe auf. Das Entgegenkommen des Reiches an das Großfapital hat befanntlich dazu geführt, daß jede einigermaßen bedeutende Firma ohne weiteres um Reichshilfe erfudhte, wenn sie einmal auf So hatte neuerdings die Firma furze Zeit festgefahren war. Krupp in Effen vom Reiche 20 Millionen Mart zu einem verbilligten 3inssay vorlangt und dabei die Drohung ausgesprochen, daß sie bei einer Berweigerung des Darlehens 15 000 Arbeiter entlassen müsse.
Dieses Kreditgesuch, das einer Forderung nach Reichssub. vention gleichtam, wurde abgelehnt. Bald darauf erschien die Bilanz des Unternehmens, die erçab, daß von einer Notlage der Krupp- Betriebe und auch von einem Mangel an flüffigem Gelde nicht die Rede sein fann. Jezt aber legt die Firma Rrupp mit Hilfe von privaten Großbanten eine fechsprozentige An. leihe in Höhe von 60 Millionen Mart auf. Die tatsächliche Bersinfung ist noch etwas höher und beträgt annähernd 7 Brog. Die Banten sowohl wie die Firma sind der Meinung, daß die KruppBetriebe diese ganz bedeutend höhere 3inslast ohne weiteres tragen fönnen. Sonst wäre die Anleihe nicht zu stande gekommen. Der Anleiheabschluß ist also ein Beweis dafür, daß das Unterstützungsgesuch der Firma Krupp ebenso überflüssig wie unberechtigt war.
Der ganze Vorgang zeigt also aufs neue, in mie leichtferti ger Weise das Greßtapital an die Hilfe des Reiches appelliert. Es weiß schen, daß die Regierung für die Forderungen der Unternehmer immer sehr viel Geld übrig gehabt hat, während die berechtigten sozialen Forderungen der Arbeiterschaft meist rücksichtlos abgelehnt werden.
Sehr charakteristisch ist die Tatsache, daß dem Krupp- Konzern von den 60 Millionen, wenn die Amerikaanleihe und die AufTägliche Rundschau" und Landbundverleumdungen. wertungshypotheken, wie beabsichtigt, getilgt sein werden, gerade Die Verleumdungen, die gegen den preußischen Ministeriene 20 millionen noch zur Verfügung bleiben werden, präsidenten Braun in der Landbundbroschüre err Ministerpräsident Braun: Wer ist Oppenheimer?" aus= gestreut worden sind, sind vom amtlichen preußischen Pressedienst in einer a milichen Erklärung Lügen gestraft worden.
Die Deutschnationale Presse hat diese Erklärung abgedrudt und hingenommen. Anders die Tägliche Rundschau", die den Schwindel ebenfalls nachgedruckt hatte, besigt die Stirn, die amt liche Erklärung der preußischen Regierung anzuzweifeln und auf den Berleumdungen zu beharren.
Die Tägliche Rundschau" ist Organ des Außen ministers Strefemann. Es ist ausgerechnet dies Organ, das den preußischen Ministerpräsidenten meiter per Teumden möchte.
Ehrhardt. Meineid, Generalstaatsanwalt. In seiner Rede über bas Wifing- Berbot hatte Innenminister Grzesinsti u. a. auch Don einer erwiesenen Antiftung zum meineide durch Ehrhardt gesprochen. Ehrhardt hatte darauf die Stirn, gegen Genossen Grzesinstt Strafanzeige megen nerleumderlicher BeIeidigung zu erstatten. Der Generalstaatsanwalt beim Landgericht I Berlin hat die Anzeige, wie jetzt befannt wird, aurüdgemiesen.
Lyrik im Konzert.
um die das Reich in Anspruch genommen werden sollte. Weshalb der Effener Oberbürgermeister für die Krupp intereffen mißbraucht werden konnte, wird noch besonders
aufzuflären sein.
Stahlhelmführer vor Gericht.
500 M. Geldstrafe wegen Beleidigung der Reichsfahne.
Justerburg, 20. Januar. ( TB.) Heute murde por bem Schöffengericht gegen den Landesverbandsführer des Stahl. helms, Rittergutsbefizer Graf Siegfried zu Eulenburg Widen( Kreis Friedland) verhandelt. Nach Befundungen pon drei Bandjägern soll der Beschuldigte bei einer Stahlhelmversamm drei Landjägern soll der Beschuldigte bei einer Stahlhelmversamm. lung in Mireln( Kreis Gumbinnen ) am 18. Juli 1926 gelegentlich der Festrede die Worte gebraucht haben:„ Wir wollen die schwarzweißrote Fahne wieder haben und nicht die verfaute Fahne." Hier in wurde ein Bergehen gegen den§ 1 des Republifschußgefeßes er blidt. In der umfangreichen Beweisaufnahme bekundeten die ver nommenen Stahlhelmmitglieder, daß sie diese Aeußerung nicht ge
der melodischen Linien, weiß fie Schumannscher Lnrif innerlich belebt nachzuspüren. Barianten der Stimmung beglüden. Nichts scheint uniformiert und erlernt. Gefühl ist alles. Und Michael Rauch eisen unterstreicht es durch zartefte Beleuchtung des bei Schu mann fo wichtigen Klavierfages. Berliner Lehrergesang= verein" zu Ehren des 40jährigen Bestehens herrlichen Tribut. wirkliche Lieder in Chorbearbeitung erwiesen ihre Lebensberechti gung, die diesem herrlichen Männerchor unter Rüdels Leitung längst zugesprochen war.
Musik- Umschau pon Kurt Singer . Liederabend auf Liederabend. Als sei so ein Gingen von zwei Stunden das Bequemste von der Welt. Es ist das Schwerste, das Verantwortungsvollste, das Undankbarste. Wie fäme es sonst, daß mir in den Jahren seit dem Krieg feinen neuen Liedersänger, feine Nachfolgerin der Culp, Behr, Dessoir, Gerhardt gefunden haben! Die Zeit schlägt der Lyrit des Liebs die Flügel ab. Terte moderner Je seltener die Lyriker des Gesangs, um so häufiger die am Dichter wandeln sich vielleicht in dramatischen Ausdruck, ins Balla deste, in Rezitativ oder Begleitung der Musik, aber Inrische Ge- Klavier. Schnabel, der seinen Beethoven- 3ytlus herrlich fort jänge werden daraus nicht. Und die Menschen, die da aus der feht, ist ein solcher( aber nicht nur ein solcher), empff ist's, Stimmung Schubertschen Lieds ihr eigenes Wesen enthüllen, müssen Bertram. Aber Katharine Goodson ist es nicht, oder noch ein wenig vom Gestrigen haben, dürfen feine Menschen sein, die nicht. Dem Brahmsschen Klavierkonzert D- moll ist sie menschlich mit dem Tempo, mit dem Sinn unserer Zeit zufrieden sind. Die und technisch nicht gewachsen. Ihr Griff ist unsicher, ihre Baufraft Beit ist gegen den Gefang, und Liebfänger find unzeitgemäß. Selbst noch schwach. Der Versuch, auf dem Klavier zu fingen, gelingt die finfonische Mufit, die doch im lebendigen Ton Brudners ftärfite immerhin beffer, als der pantherhafte Sprung, der zu Brahms ge. episodische Gesangspartien enthält, will nicht viel von solcher lyri- hört. Ihr bescheidenes Wesen, ihr gutes Wollen, das zu früh an schen Stimmung wissen. Hier treffen sich Zeitströmungen mit fünft größte Aufgaben geriet, fand Beifall. Fris Busch zeigte sich von seiner besten Seite in den Brahmsschen Bariationen über ein Haydnlerischem Unvermögen. Eines aber fönnten die Singenden, die jest Thema. Ein Gestalter, ein naturhafter Anreger, eine Leidenschaft Die Bodien besetzen, zur Freude der Hörer tun; sie könnten zum und ein Feuer. Hätten nicht ein paar Momente theatralischer Ueber Bekannten das Unbekannte setzen. Nicht gerade_immer Neues von fraft gestört, es wäre eine Darstellung herbster, stärkster Brofineuen Männern. Aber im unendlichen Schaz Schubertscher, Schulierung gewesen. Busch wurde von den Berlinern dankbar gefeiert. mannscher, Brahmsscher Gesänge sind Perlen, die gefunden werden, die gezeigt werden sollten. Das Lied ist der Ausdruck der Liebe. Man muß aus der Auswahl schon erkennen, wes Geistes, wes Wesens der Sänger ist. Wer aber nicht selber lesen, lernen, suchen kann, der greife zu dem erquickendsten, lebendigsten, gesungenften aller Bücher über das Lied und vertraue fich diesem herzlichen Früh rer an: Ostar Bies Wert über das deutsche Lied( Verlag von Fischer) ist eine Geschichte der Liedkultur, eine ästhetische Muster crbeit über den Zusammenhang zwischen Mensch und Musik, Zeit
und lyrischen Ausdruck dieser Zeit. In den Namen Schubert, Schu mann, Brahms , Wolf wird der Welt lyrischer Andacht Bollendung gegeben. Den Unterschieden, den Weisheiten, den Göttlichkeiten dieser Meister tastet Bie nach, und Schubert heißt das große Erlebnis
munder.
Solchen gesprochenen, gesungenen Stimmungen begegnen mir in Konzertsaal selten. Lieb, geschaut und gestaltet im Temperament, in der Güte eines Meisterdarstellers wo ist es geblieben? Das Lieb, gepeinigt durch die Zerrung an die Deffentlichkeit, flieht zurück in die Häuslichkeit, aus der es entstand. Eine Persönlichkeit drang immerhin durch: Ria von Hessert. Im Kampf um die Technit der Sprache ist sie zu einer großen Deuterin von Gefühlen geworden. Ist die Stimme auch noch nicht ganz erfchloffen, vielleicht unfertig im Streit zwischen Hoch und Tief, so bleibt aus der Darstellung Debussyscher Lieber doch ein Klang, ein Ton, ein Empfinden haften, persönliches Wesen, anmutiges Durchleben. Bauline Dobert rechnet zu den besten der Liedsängerinnen. Mit Dobromen im Bunde weiß sie Schubertschem Lied Rundung, Leichtheit, Fülle, Struttur zu geben, und selbst in schwächeren Momenten quillt die Stimme malerisch durch. Hertha Glüdmann ist im Aufstieg. Technische Mängel, mie ein gelegentlich sehr enges Ansehen des Tons, find fast gang überwunden, Ueberlegen im musikalischen Erfassen und Führen
Einigung in der Berliner Ausstellungsfrage. In der Aus ftellungsfrage, die vor einiger Zeit in Künstlertreifen und in der Oeffentlichkeit lebhaft erörtert wurde, ist durch Berhandlungen unter den Künstlerorganisationen und mit dem Kultusministerium eine Einigung erzielt worden. Wie der Amtliche preußische Bressedienst mitteilt, hat Stultusminister Dr. Becker auf eine Kleine Anfrage im Landtag geantwortet, daß die Abficht bestehe, die Ausstellungshalle am Lehrter Bahnhof im Jahre 1927 gleichzeitig sowohl den von der Ausstellungsfommiffion vertretenen Künstlergruppen als auch der Juryfreien Kunstschau" zu überlassen. Der Plan, die bisherigen Ausstellungsgebäude durch einen zeitgemäßen und zwedentsprechenden Neubau zu ersetzen, werde erwogen.
In der Urania hielt Hansotto Rnispet einen Lichtbildervor. trag unter dem Thema 3wischen den Schluchten der Wolfentrager von New Port". Doch bot er nicht eigentlich einen zusammenhängenden Vortrag, sondern es war mehr ein großes, meist interessantes oder amüsantes Bilderbuch von Nem Dort, das er dem Bublifum zeigte. Zu den Lichtbildern, die mit Ausnahme der fnalligen Nachtbilder- fogar recht gut foloriert waren, gab der Bortragende den Text. Begeistert von dem, was er drüben gesehen und erlebt hat, begeistert noch in der Erinnerung von den unbegrenzten Möglichkeiten des Landes, war Knispel gewiß fein guter, aber trotzdem ein eindruckspoller Redner. Sein Bortrag war immer lebendig, impulfin, permittelte etwas von dem, was auch die Bilder vermitteln wollten: den Eindruck New Yorts nicht als Begriff, sondern als Stadtbild. Man batam eine Bor stellung von der gewaltigen Entwicklung der Stadt, die in etwa 300 Jahren aus einem fleinen Landstädtchen mit schlichten, ein.
hört hätten. Das Gericht tam trotzdem zu einer Berurteilung, und amar erhielt Graf Eulenburg- Wicken an Stelle einer vermiriten Gefängnisstrafe von 10 Tagen eine Geldstrafe pon 500 m., an deren Stelle im Unvermögensfalle für je 50 M. Geldstrafe einz Tag Gefängnis treten soll.
Eine notwendige Kontrolle. Seltsame Praktiken der Reichsbahngesellschaft. In Erledigung einer Reichstagsentschließung hat der Reichs. finanzminister dem Reichstag eine Dentschrift des Rech. ungshofes zur Prüfung der Bilanz und der Gewinn, und Berlustrechnung der Deutschen Reichsbahngefell. jchaft vorgelegt. Maßgebend für eine solche Prüfung ist§ 30 des Reichsbahngefehes, wonach die Reichsregierung das Reht hat, jederzeit die Bilanz und die Gewinn- und Berluftrednung der Gesellschaft nachprüfen zu lassen. Nach einem geschichtlichen Rückblick über das Zustandekommen dieses Paragraphen macht die Denkschrift ausführ liche Angaben über die Erfordernisse einer ausreichenden Prüfung und über die rechtlichen Grundlagen einer solchen Prüfung. Sie stellt fest, daß die Meinungen darüber, inwieweit auf eine derartige Prüfung ein Rechtsanspruch des Reiches besteht, zwischen Rechnungshof und Reichsbahngesellschaft auseinandergehen. Die Reichsbahngefellschaft habe in den Verhandlungen, peinlichst an den Euch sta ben des Gejeges haftend, der Gesetzesbestimmung die engste und dem Reiche ungünstigste Auslegung gegeben. Eine ausdehnende Auslegung habe die Reichsbahngesellschaft als mit dem Gesetz in Widerspruch stehend und zu außenpolitischen Schwierig feiten führend bezeichnet.
Die Denkschrift tommt zu dem Ergebnis, daß zwar der Wortlaut des§ 30 des Reichsbahngesetzes der flaren Fassung entbehre, daß aber die Auslegung des Rechnungshofes auch gegenüber dieser Faffung rechtlich durchaus vertretbar fei. Die Reichsbahngesellschaft wäre sehr wohl in der Lage gewesen, der den deutschen Be langen und den Wünschen der Reichsregierung und Bollsvertretung entsprechenden Auffassung Rechnung zu tragen und dem Reiche den notwendigen Einblid in alle, sein Eigentum betreffenden Berhältnisse zu gewähren. Befürchtungen über einen zu erwartenden Widerspruch der Reparationskommission fonnten sachlich keinen genügenden Grund finden. Eine Kontrolle im Sinne der Denkschrift werde vielmehr gerade der Sicherung der Reparationsfähigkeit dienen können.
Barmat- Prozeß.
Die Staatsbankpräsidenten sagen aus. Nach dem Staatsbankpräsidenten v. Dombois wurde im Barmats Brozeß gestern Staatsbankpräsident Schröder vernommen. Auch er erklärt, daß Vorschriften über den Abschluß von Geschäften nicht bestanden und daß alles dem Entscheiden der Dezernenten überlassen blieb. Er hat nach seinem Amtsantritt zwar Barmat empfangen, fich um das Konto Barmat aber nicht gefümmert. Erst später fei ihm die Höhe der Kredite aufgefallen. Sellwig müffe nach der fraglichen Eizung eine Auseinandersetzung über die Strebite den Beschluß, die Kredite zu verringern, gefannt haben. Er habe
mit Rühe und Rugge gehabt.
Hellwig gibt zu, daß ihm dann aber Rugge Vormürfe über hie Höhe der Kredite gemacht habe, aber er fet sehr empört darüber gewesen, da er Rugge über die Höhe der Kredite stets auf dem Laufenden gehalten habe. Den Beschluß auf Kreditverminde rung habe er dagegen damals nicht gefannt, sondern erst im Jahre darauf erfahren.
Staatsbantpräsident Schröder muß die Möglichkeit zugeben, daß die Generaldirettion es gebilligt habe, wenn Barmat tros des Berminderungsbeschlusses weitere Rredite gegeben wurden. Auf Befragen der Berteidigung gab er ebenjo mie der frühere Präsident n. Dombois an, es sei durchaus möglich, daß die Staatsbant günftigere Bedingungen eingeräumt habe, menn der Kredit einen veilswirtschaftlichen Zweck habe. verse über bantienische Fragen zwischen Hellwig auf Der weitere Verlauf der Berhandlung wird durch eine Kontro der einen und Schröder sowie Sachverständigen Profeffor Leitner auf der anderen Seite ausgefüllt. Die Auseinandersetzung führte zu teinem Ergebnis.
stödigen Häusern, von denen noch heute einige erhalten sind, weil man den Plaz noch nicht brauchte, zur Weltstadt wurde. Man blickte auch in die primitiven Stadtteile der Armen, die sich aus Eingewanderten aller Länder rekrutieren. In seltsamem Kontrast zu dem überladenen Glanz der Hauptstraßen stehen diese schmutzigen, oft baufälligen Häuser, vor denen Straßenhändler im Stil der jeweili gen Nationalität ihre Waren feilbieten. Es war zu bedauern, daß ber Redner nicht mit einem Beigeftoc dle Blicke der Hörer zu den wesentlichen Bunkten der Lichtbilder dirigierte und daß er als Maße stets die englischen, den meisten also nicht geläufigen nannte. Hoffent lich fallen diese Mängel bei Wiederholung des Vortrags fort und hoffentlich ift Hansotto Knispel dann auch in seinen recht anfechtIs. baren Kunsturteilen vorsichtiger.
Eine Ebert- Büfte für die Nationalgalerie. Die Pressestelle des Oberpräsidiums in Breslau teilt mit: Der von Prof. Bednorz von der Kunstakademie Breslau modellierte Kopf bes früheren Reichs, präfibenten Ebert ist vom Oberpräsidenten im Auftrage des preu Bischen Kultusministers für die Nationalgalerie angetauft worden. Der Kopf bleibt als Bethgabe im Oberpräsidium Breslau ,
Ein Maulforb für einen Bulfan. 60 Personen haben sich im Jahre 1926 in den Krater des Buffans Afetafe auf der japanlichen Insel Riufchiu gestürzt. Kiuschlu, die drittgrößte Insel des japanischen Kaiserreichs, ist wegen ihrer Bultane und ihrer Erdbeben berüchtigt und gefürchtet. Da sie nun in neuerer Zeit auch Selbst. mordinsel geworden zu sein scheirt, hat der Polizeipräfett pon Nogajali mehrere hervorragende Ingenieure aufgefordert, Entwürfe Berge des Eilandes vorzulegen. Den größten Beifall fand ein Pround Pläne zur Bändigung des gefährlichsten ber feuerspeienden jeft, das die Krateröffnung des Bultans mit einem starken Metall nes persperren wil. Der Bulkan wird sich dadurch wahrscheinlich nicht hinderr laffen, weiterzufpeien, aber die Selbstmordkandidaten wird er dann nicht mehr verfchlingen fönnen, es sei denn, daß er, was nicht ganz unmöglich ist, fich eine neue Krateröffnung bahnt.
Munch - Ausstellung in der Nationalgalerie. Gebeimrat Ludwig Jufti der Direttor der Nationalgalerie, beren Soidjal jest in Frage steht, ist feit einiger Beit als Bait Ebbard Munchs in Delo, um mit dem Meister eine große Munch- Ausstellung in der Nationalgalerie zu vereinbaren,
Eugenie Eduardowa gibt den diesjährigen öffentlichen Abend ihrer Ballettschule am 29., abends 8 Uhr, im Blüthneriaal
Pestalozzifeier in den Berufs- und Jochschulen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, bat der Handelsminifter empfohlen, daß am 17. Februar auch in den Berufs- und Fachschulen Bestalozzis gedacht wird. Die Durchführung wird den einzelnen Sajulen überlaffen. Soweit am 17. februar fein Unterricht stattfindet, lann am nächstfolgenden Unterrichts. tage auf die Bedeutung Pestalozzis hingewiesen werden.
Die Tanzorchester des Presseballs. Bei dem am Sonnabend, 29 ,, in allen Feitlälen des Zoologisen Sartens stattfindenden Presseball werden die besten Zanzorchester Deutschlands spielen. Da alle Räume des 800 für den Ball in Anspruch genommen werden, find sieben Drchester verpflichtet worden: tté, Julian& ubs vom Balais am 80s, Eric Borchardt, Rermbad, Esim ahmet fter, Prof. Ehmi, Artur Suttmann. Der Kartenverlauf beginnt Montag 11 Uhr t 800, Adlerportal