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Nr. 7S» 44.?ahrgokg 2» Mittwoch. 14. Lebruar1427

Süöafrikanifihe?nöustrie. Ein Kapitel kolonialer Ausbentnng.

Di« imperialistischen Vorstöße in China , Mexiko , Nikaragua , t>ie Ereignisse in Jaoa und Sumatra haben die öffentliche Auf- merksamkeit Europas wieder auf die Fragen der kolonialen Ausbeutung gelenkt. Die nationale Unterdrückung in jenen Kolonialländer ist in der Regel begleitet von einer ungeheuren Aus- beutung der menschlichen Arbeitskraft. Mit salbungsvollen Worten pflegt man die Kolonialpolitik als Sendung des Herrscher- volkes zur Förderung des Wohlstandes der Eingeborenen zu preisen. in Wirklichkeit sind dies« Ausbeutungsobjette ohne eigene Persön­lichkeits- und Selbstbestinnnungsrechte. Vollends tragisch ist die Loge der Eingeborenen in jenen Kolonialländern, wo neben der Tendenz der Ausbeutung noch Rassenvorurteile des Herr- schenken Volkes Haßgefühls gegen jene aufkommen lassen, aus deren Arbeitskraft sie ihre Profite ziehen. In dieser besonders Unglück- lichen Lag« befindet sich die eingeborene Bevölkerung Süd- a f r i k a s. Dle Südafrikanische llnloa. die im Jahre 1910 durch Zusammenschluß von vier Ländern(Trans- vaal, Natal, Orange und Kopland) als englisches Dominium ge- gründet wurde, genießt heute schon ein großes Maß von lln- obhängigkeit vom Mutterland. Di« jüngst stattgefundene britisch« Reichskonferenz hat diese Unabhängigkeit in aller Form anerkannt. Das Recht zur Selbstbestimmung bezieht sich jedoch allein auf die weiße Bevölkerung. In den südafrikanischen Bergwerken ist eng- lisches Kapital tätig, und so stehen die Farbigen Südafrikas unter dem doppelten Druck der englischen und holländischen Bevölkerung und des englischen Kapitals. Die Aufmerksamkeit der europäischen Arbeiterschaft wurde erst kürzlich auf die unglückliche Lage der farbigen Arbeiter Südafrikas gelenkt, als der Int er» nationale Gewerkschaftsbund in Amsterdam «ine Orga- nisation der Farbigen, den Verband von Handels- und Industrie- arbeitern, als Mitglied aufnahm. Die Aufnahme in die südafrikanischen Gewerkschaften selbst wurde bisher durch Rassen- vorurtelle und andere Gründe verhindert. Man könnte meinen, daß Südafrika mit seinen großen Natur- Ichäßen und seiner umfangreichen Bodenfläche geeignet wäre, groß« Massen von Einwanderern aufzunehmen. Dies ist aber nicht der Fall: es gibt keine nennenswert« Einwanderung in dieses Land. Es kann sie auch nicht geben, well der Arbestsmarkt bereits heut« bis zur Unerträgllchkett überfüllt ist: In der Union leben 6 Willionen Farbige und IM Millionen Weih«. Ursprünglich und noch vor nicht langer Zeit lebten die Farbigen auf chrem eigenen Boden, sie wurden aber mit Gewalt vom Lande oertrieben. 87 Proz. des Landes ist heute im Besitz der weißen Großgrund- besißer, die Farbigen besitzen nur 13 Proz. des Bodens, obendrein hat man sie auf die entlegensten und am wenigsten fruchtbaren Landstriche zurückgedrängt. Auf eine eingeborene Familie entfällt eine Bodensläche von etwa 5 Hektar, was bei der extensiven Be- wirtschaftung Südafrikas keine Existenzgrundlage bietet. Der Boden wird ganz primitiv bebaut bzw. wird extensive Schafzucht daher die große südafrikanische W o l lau s f u h r betrieben. Es ist bezeichnend, daß bis heute erft' eine einzige Schule für Landwirt- Ichost für die Farbigen vorhanden ist. und auch diese wird von den Farbigen selbst erhalten. Die Zwangsarbest auf den Landgütern der Weißen treibt die Farbigen in die Städte. Der Bergbau da Unglück für die Bevölkerung. Das farbige Industrieproletariat Ist in erster Linie im Bergbau beichäftigt: 1924 mehr als 305 000 an Zahl. Der größte Teil davon entfällt auf den Goldbergbau. Die Goldschätze von Transvaal , die erst seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts aus- gebeutet werden, sind bekanntlich ungeheuer groß. Sie liefern den uberwiegenden Teil der Weltproduktion an Gold. Mehr als die Hälfte der südafrikanischen Ausfuhr entfällt auf den Gold- export. 97 X Proz. des in Südafrika ausgebeuteten Goldes wird im Whitwaters-Rand in der Nähe von Johannesburg gewonnen, und damit ist Johannesburg zur größten Minenstadt der Welt geworden. Drei Viertel der Wellerzeugung an Diamanten wird in Süd- afrika gewonnen. Die Produktion wird von vier Trusts be- herrscht, deren größter, die De-Beer-Gesellchast, 51 Proz. der Pro- dvktion in Händen hat. Die Diamantenproduktion erfolgt vor- nchmlich in Kapland, außerdem in Transvaal und Orange. In Transvaal und Natal gibt es gewallige Kohlenvorkommen, deren GeHall auf 35 Milliarden Tonnen geschätzt wird. Der gegen- wärtige Abbau ist im Vergleich dazu noch gering, reicht aber für die Kohlenversorgung des Lande» selbst, ja noch für Exportzwecke aus. Mll dem Abbau der reichen Eisenerzlager, die vor nicht langer Zell entdeckt wurden, hat man noch nicht begonnen. Unter den anderen abbaufähigen Metallen sind besonders Platten und Manganerze zu nennen. Auf Grund des Bergwerksgesetzes, dos durch das Farbigengesetz(Eolour Bar Bill) von 1911 verschärft wurde, dürfen die Farbigen nur ungelernte Arbeit in den Bergwerken leisten. Die Bestimmung, daß Farbige nicht in Unter- nehmungen mll Maschinenkraft arbeiten dürfen, siel nur auf das Verlangen der Unternehmer weg. In den Bergwerken entfallen auf einen Weihen, der in der Regel Ausseherarbeit leistet, 12 bis 13 Neger, deren Lohn etwa ein Zehntel des Lohnes der Weißen�aue� macht. Die höchsten Löhne der Farbigen betragen täglich 2,15 M. bei außerordentlich hohen Lebenshaltungskosten. Sie wohnen in Lagern, getrennt von der weißen Bevölkerung, in elenden Lagerhütten. Die Unternehmergewinne aus dem Bergbau sind ungeheuer hoch. Der Bruttoertrag in den großen Goldgruben im East-Rand betrug 1925: 3,7 Millionen Pfund Sterlings die Be- triebsausgaben 1,5 Millionen und so blieb ein Reingewinn von mehr als 2 Millionen Pfund Sterling. Im Goldbergbau beliefen sich die gesamten Betriebskosten 1925 auf 27 Millionen Pfund Sterling, mehr als 8 Millionen wurden als Dividende oerteilt. Regelung der Arbeiksverhälknisie. Der neue Gesetzentwurf über die Beschäftigung der Berg- und Industriearbeiter, welcher, berells viermal zurückgewiesen, dem- nächst vom Parlament und Senat in gemeinsamer Beratung verab- schiedet werden soll, will im wesentlichen die gegenwärtigen Zustände aufrechterhalten und die Eingeborenen von Arbiellen höherer

Ordnung fernhalten. Sie sollen in der Ausübung chrer allmählich erworbenen Fähigkeiten weller behindert bleiben. Bisher haben die weißen Arbeiter, in der Hauptsache Aufseher und Facharbeiter, diese Politik unterstützt, ja gefordert. Indessen gereicht sie auf die Dauer zum Verderben sowohl der Eingeborener, wie der weißen Arbeiter. Ein weißer Arbeiter kann jetzt ungelernte Arbell nicht leisten, weil er von den Kulilöhnen der Ungelernten, die tief unter seinem Existenzminimum liegen, nicht existieren kann. Deshalb gehört ein großer Teil der weißen Arbeiterschaft in die Kategorie. die man überhaupt nicht beschäftigen kann, und die arbeitslos verelendet. Das wirkliche Interesse der weißen Arbeiter würde daher die Steigerung der Löhne der Ungelernten erfordern, damit sie auch mit den Farbigen zusammenarbeiten können. Für die Farbigen selbst aber sind die Arbeitsverhältnisse im Bergbau, der den Unternehmern so reiche Prosite abwirft, zur Quelle dauern- den Unglücks geworden. Von der Scholle getrennt, von ihren Stämmen losgerissen, sind sie in den Bergwerksstädten dem größten Elend preisgegeben. Fortschveltende Zndustrialisieruug. Bekanntlich hat seit dem Kriege auch in Südafrika eine In- dustrialisierung in ziemlich großem Maßstabe eingesetzt. 1914 waren berells 182000 Arbeuer, davon mehr als zwei Drlltel Farbige, in wesentlich neuen Industriezweigen: Lebensmittel-, Metall-, chemische. Textilindustrie usw. tätig. Auch steht man im Begriff, eine Eisen. und Stahlindustrie in Südafrika zu entwickeln. Kürzlich ist durch Zusammenschluß von zwei jüngst gegründeten Unter- nehmuimen, eines Hochofenbetriebes für Roheisenerzeugung und eines Stahlwerkes, ein Großkonzern unter dem Namen Union Steel Corporation mit einer Leistungsfähigkell von 60 000 Tonnen Stahl im Jahr mit Staatssubvention gegründet worden Auch wird die Errichtung weiterer großer Werke mit staatlicher Unterstützung geplant. Die neue Industrie vermag jedoch die große industrielle Reservearmee der Weißen und Far- bigen nicht aufzunehmen, und eine auf K u l i l ö h n e n aufgebaute Industrie würde nur zur wetteren Verelendung sowohl des far- bigen wie des weißen Proletariats führen Mit der Lösung der Probkeme ist die internationale Arbeiterbewegung ernsthaft beschäftigt. Kürz. lich hat einManifest des englischen Gewerkschafts- kongresses die Aufhebung der Unterschiede in der Behandlung der weißen und farbigen Arbeiter gefordert. Hierzu ist ober die Teilnahme der Farbigen an der südafrikanischen Gewerkschafts- beweguna erforderlich. Die jüngsten Ereignisse lassen erhoffen, daß sich eine solche Entwicklung endlich anbahnen wird. Damit ist aber das wirtschaftliche und soziale Problem Südafrikas noch nicht gelöst. Nur wenn man die Ursachen der Landflucht be- seitigt und die Massen der farbigen Arbeiter auf das Land zurück- führt, kann diesen Massen geholfen werden. Auch die Regierung ist endlich zu der Einsicht gelangt, daß den Farbigen mehr Boden gegeben werden muß. Ein neuer Gesetzentwurf will Er- leichterungen für den Erwerb von Grund und Boden schaffen. Die Krongüter, die etwa ein Zwölftel der gesamten Bodenfläche aus- machen, sollen als Siedlungen unter Farbige und Weiße die weiter getrennt bleiben sollen oufgeteill werden, auch sollen Kredite für die Bewirtschaftung des Bodens gewährt werden. An die Aufteilung des Großgrundbesitzes will die Regierung nicht herangehen, und so kann das neue Gesetz bestenfalls nur die Lage eines geringen Teils der Farbigen verbessern. Auch müßte der Staat für die landwirtschaftliche A u s b i l- düng der Farbigen große Summen opfern, wenn die bisherigen priniitiven Anbaumethoden durch bessere ersetzt werden sollen. Ein- sichtige englische Kresse drängen auf eine Lösung der südafrikanischen Frage in dieser Richtung, in deren Verzögerung sie eine schwere Gefahr für das Britische Reich erblicken.Die schwarze Wolke in Südafrika� , die Massen der Farbigen, deren Selbstbewußtsein fett dem Kriege gewachsen ist, und aus deren Reihen geblldete und weitblickende Führer hervorgegangen sind, dürften sich ihre politische und soziale Unt«:drückung und ihre wirtschaftliche Ausbeutung nicht lange mehr gefallen lassen. ___ A. H. Schleftsche Virtschastssorgen. Kanal- und Tarisproblcrne. Die schlesische Industrie, unterstützt von der gewerk- schaftlich organisierten Arbeiterschaft, wendet sich neuerdings an die Oeffcnllichkeit aus einem Anlaß, der die außerordentlich groß« Trag­weit« der jetzt viel erörterten Kanalprojekt« aufs neue dartut. Wie Generaldirektor Stähler im Rahmen einer Vortragsreihe darlegte, verschieben sich nämlich die Absatzbedingungen des oberschlesischen und des niederschlesischen Montanreviers durch die Ausführung des Mittellandkanals in einer Weise, die schwere Be- sorgnisse für die östliche Industrie erweckt. Schlesiens eigenartige Loge als östlicher in das europäische Festland ausgestreckter Arm, ohne direkte Verbindung zum Meere, bringt es mit sich, daß für den Absatz seiner Jndusttieprodukte die Frachten nach Inner- deutscht and eine große Rolle spielen, besonders nachdem die näher gelegenen, früher bedeutungsvollen ausländischen Absatzgebiete Polen und Tschechoslowakei so gut wie ganz fortgefallen sind. Bei den heutigen Wasser- und Bahntarifen kann oberschlesische Kohle etwa zu demselben Preis(einschließlich Fracht) bis Magde- bürg, also bis zur Elbelinie, geliefert werden wie westfälische Kohle. Wird aber der Mlltellandkanal fertiggestellt, so sinken die Transportkosten für Ruhrtohl« etwa um drei Mark. Die Ruhr kann dann ihre Kohle bis Frankfurt a. d. Oder zu einem mit Oberschlesien konkurrierenden Preise liefern. Der wichtige Berliner Markt und groß« andere Gebiete gehen dann der ober- und niederschlesischen Kohle so gut wie ganz verloren. Im Besonderen verlangte Stähler die Regulierung des Oberlaufes und den Ausbau des Klodnitz-Äanals.

Direktor G r o s ch« vom niederschlesischen Kohlensyndikot zeigte, wie gerade das Waldenburger Revier mit seinem ohnehin begrenzten Absatzradius und seinen schwierigen Fördervcr- HSItnissen von dieser Verschiebung der Frachtenlag« besonders be- troffen werden muß. Ein Vertreter der niederschlesischen Industrie, Generaldirektor Schmidt, brachte dazu noch interessant« Angaben über die v e r- arbeitende Industrie seines Gebietes. Niederschlesien be­schäftigt auf diesem Gebiet« in etwa 17 000 Betrieben mehr als 335 000 Arbeiwehmer und gehört damit zu den industric- reichsten Teilen Preußens. Eine ganze Reihe solcher Industriezweige, die sich dort übrigens vorwiegeird aus Mittel- bettieben zusammensetzen, nimmt eine führende Stellung innerhalb der deusschen Industrie ein. Die Nerarbeitungsindusttie, die früher sehr stark für den polnischen Markt tätig war, empfindet besonders schwer den Handelskrieg mit Polen , dessen Kosten sie zu tragen hat. Ihre Klagen richten sich vor allem gegen die durchaus unzureichen- den V e r k« h r s v e r h ä lt n i ss e und die hohen Frachten. Namens der schlesischen freien Gewerkschaften er­klärte Genosse W i e r s i ch, die Parole dürfe nicht lautengegen den Mittellandkanal", sondern für Verbesserung der schle- sischen Verkehrsweg« zum Ausgleich der Vorteile, die der Westen durch den Mittellandkanal erhalte. In eindringlicher Weise schilderte Wiersich die Folgen des Absatzmangels in Schlesien mit den zahlreichen Betriebseinschränkungen und Stillegungen: besonders wandte er sich dagegen, daß die Reichsbahngesellschaft ihre Breslauer Reparaturwerkstätten eingezogen und damit 5000 Arbeiter erwerbslos gemacht hat zu einer Zeit, wo die Prioatindustrie eben- falls gewaltige Arbeitermassen auf die Straße setzte. In Oberschlesien Hab« sich trotz der Lohnerhöhungen die Lebenshaltung der Arbeiter nicht gebessert, da die Lebesmittelkosten im Gegensatz zur Vorkriegszeit durch Wegfall der polnischen Einfuhr wesenllich teurer geworden sind. Zu der Arbeitslosennot kommt eine k a t o strophale Wohnungsnot, die oerschärft wird durch die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge aus dem Osten. Auch Wiersich betonte die Notwendigkeit des Ausbaus des Verkehrs; bisher wurde in Schlesien beim Ausbau der Wasfenftraßen keine großzügig« Arbeit geleistet, sondern viel to st spieliges Flickwerk. Dos Ottmachauer Staubecken, das einen Fortschritt bringt, reicht zur Regulierung der Oder noch nicht aus. Mit besonderem Nachdruck wies der Redner darauf hin, daß die westtiche Industrie gegenüber der schlesischen in einer besonders günstigen Lag« fei, weil sie nach Ländern exportieren kann, mll denen Handelsver­träge bestehen, während die schlesische Industrie nach ihrem nattir. lichen Absatzgebiet, dem Osten, keinen wesentlichen Absatz hat

Konzentratio« der Zinkerzengung. Zwischen der Metallhandelsgesellschaft AronHirschu. Sohn. Halber st adt, und der Zinkhüttengesellschaft Henckel von Donnersmarck , Beuthen , ist am 1. Februar ein Vertrag zu- stände gekommen, auf Grund dessen Hirsch u. Sohn die gesamte Zinkerzeueung Übernimmt. Die Abmachungen sind getroffen worden im engen Zusammenhange mit der Metallgesellschift und dem Hondelskonzern Beer, Sondheimer u. Co., Frankfurt . Diese beiden letzteren Finnen haben bereits vor längerer Zeit die Erzeu gütig der Fürstlich von Donnersmarckschen Zinkhüttengesellschait, dW ebenfalls in Beuthen ist, übernommen. Insgesamt befinden sich jetzt etwa 20 000 Tonnen in festen Händen, bei einer reichsdeut- s ch e n Gesamterzeugung von zirka 70 000 und der o st o b c r s ch l e. sischen von ungefähr 105 000 Tonnen. Aron Hirsch u. Sohn ist verpflichtet, für die Beschaffung von Zinkerzen Sorge zu tragen, während das Donnersmarcksche Zink im Messingwert Rei- nickendorf-Berlin, das bisher stillgelegt war und wieder in Betrieb genommen werden soll, Verwenduno findet. Dem Ver- trag ist erhöhte Bedeutung dadurch beizumessen, daß nunmehr der Konflikt zwischen der Zinkindustrie und dem Zinkhandel g e m i l- d e r t ist und die Bildung eines deussch-polnischen Zinksyndikats sehr in Frage gestellt sst._ Der ArbeitSmarkt weiter nnstchcr. Auch in der zweiten Februarwoche scheint sich auf den, Arbells- markt die allmähliche Besserung der Beschäftigungsverhältnisse weiter vorzubereiten, doch ist die Entwicklung nach den Berichten der Landesarbeitsämter keineswegs einheitlich. Der er­neute starke Frost hat viele bereits begonnene Außenarbellen ge- stört. Selbst die Entwicklung in den großen Städten, wie Berlin und Hamburg , ist durchaus verschieden, wahrend sie in den Hauvtindustriezentren gegenüber den Vorwochen keine großen Unter­schiede zeigt.__ Reue städtische Ferngaspläne. Nachdem die Swdt Oppeln von Gogolin aus Teile des Industriereviers mit Ferngas versorgen will, sind auch Besprechuirgen zwischen den Städten Hinden- bürg, Beuthen und Gleiwitz in Gang gekommen. Die Verhandlungen zwischen Beuthen und Hindenburg , das zu diesem Zweck das moderne städttschc Gaswerk, das schon heute über 70 Kilometer Röhrenleitung verfügt, auf 15 000 bis 20 000 Kubik- meter Tagesproduktion bringen will, stehen vor dem Abschluß. Vermutlich werden die Gaswerke versuchen, sich auf eine eigene Kohlen b asi s zu stützen. In Betracht kommt die jetzt zu den Vereinigten Oberschlesischen Hüttenwerken gehörende Konkordia- grübe, die schon vor Jahresfrist der Stadt Hindenburg zum Kauf angeboten worden ist. Andererseits ist jetzt auch Gleiwitz an Hinden- bürg herangetreten mit dem Plan, gemeinsam ein neues Gas- fernversorgungswerk zu bauen, das den ganzen Industrie- bezirk umfassen soll. Die Kohlenbasis dieses Werkes würde in den Sosnitzaschächten liegen. Es ist indessen aber anzunehmen, daß auch Gleiwitz später von dem Hindenburger Gaswerk, das sehr aus- bauungsfähig ist, versorgt werden wird. Internationale Verständigung in der Drahtindustrie. In der gestern in Köln abgehaltenen Sitzung der maßgebenden Vertreter der deutschen , belgischen, tschechoslowakischen und holländischen Draht. verbände wurde lautKölnischer Zeitung" beschlossen, die bisherige lose Preisverständigung fester zu gestalten und für jeden Verband die Quoten für die Ausfuhr festzusetzen. Das jetzige provisorische Abkommen soll in kürzester Zeit in einen festen mehrjährigen inter - nationalen Berband übergeführt werden.

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