Einzelbild herunterladen
 
  

diesem Barbetrag nicht nur Künstler in Not, sondern auch arme| Berliner Künstler unterstügt worden sollen, so ist eine Drittelung vorgenommen worden, und zwar erhalten zwei Drittel die not­leidenden Künstler und ein Drittel die armen Kinder. Die Kontrolle hat Oberbürgermeister Böß. Es ist zu erwarten, daß sich das Rein­ergebnis noch zugunsten der Empfänger erhöht, da Berhandlungen über einen Steuernachlaß mit Rücksicht auf den wohltätigen Zwed eingeleitet sind.

Vorratsschutz.

In der Geologischen Landesanstalt in der Invaliden­straße hielt die Gesellschaft für Borratsschutz e. V. unter Vorsitz von Regierungsrat Dr. F. Zacher von der Biologischen Reichsanstalt für Land und Forstwirtschaft ihre Jahresversammlung ab. Der schöne Vortragssaal war wie im vorigen Jahre wieder überfüllt. Nach Er ledigung des geschäftlichen Teiles fanden zwei Vorträge statt, zu denen fich auch Bertreter mehrerer Reichs- und Staatsministerien und zahlreicher anderer Behörden eingefunden hatten. Zunächst schilderte unter Borführung einer großen Anzahl ausgezeichneter Lichtbilder Regierungsrat Dr. 3acher das Auftreten der Vorratsschädlinge im vergangenen Jahre. Als die für Handel, Industrie und Haushalt wichtigsten Schädlinge wurden u. a. besprochen. Korntäfer, Korn­inotten, Erbsentäfer, Tabattäfer, Messingkäfer, Staubläufe und Kleidermotten. Es wurden Bilder von Startstrommasten vorgeführt, die durch den Holzbod völlig zerstört waren, von Silberfischchen zer­fressenes Papier, von Wespen angenagte Torte. Spectäfer und Räjefliegen traten an Wurst und Schinken, Mehlmotten nicht nur in Mehl, sondern auch in Schokolade, Splintholzfäfer in einem Küchen­bitjet und Parkettfußboden auf. Darauf sprach Privatdozent Dr. Dr.- Ing. Fr. Moll über die wichtige Frage der Bekämp fung des Hausschwammes. Er führte dabei aus, daß die Frage der Bekämpfung in erster Linie eine technische sei und daß es fehr wohl möglich wäre, den Hausschwamm durch Beseitigung der Feuchtigkeitsquellen in den Häusern zu bekämpfen. Ein Film der J. G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft über das Leben und die Be­tänipfung der Kleidermotte, der für Hausfrauen von besonderem Interesse war, beschloß den Abend. Das zahlreich erschienene Publi­fum spendete den Vorträgen und Vorführungen reichen Beifall.

Das Eingesandt..

"

Eines Tages tam der 14jährige Helmut M. nach Hause und beklagte sich über die ihm auf dem Polizeirevier zuteil gewordene Behandlung: ein Schupowachtmeister habe ihn da geöhrfeigt und veraniaßt, zwei Stunden im Parademarsch im Wachzimmer auf und ab zu marschieren. Der empörte Bruder schickte auf der Stelle ein entrüstetes Eingesandt" an die Welt am Abend". Ein gefundenes Fressen! Mißhandlung von Minderjährigen durch brutale Polizei­beamte! Der Polizeipräsident Grzesinski prüfte den Fall und strengte wegen übler Verleumdung Klage an. Nun hatte sich der verantwortliche Redakteur des Blattes und der Bruder des Miß handelten Helmut M., vor dem Schöffengericht mitte zu verant­worten. Die Gerichtsverhandlung verlief für die Angeklagten recht ungünstig und führte zur völligen Rehabilitierung des 43jährigen Schupowachtmeisters, eines freundlichen Mannes und Familien vaters, dem allem Anscheine nach eine ähnliche Handlung auch nicht zuzutrauen war. Der Bruder des Helmut war hier ein Opfer seiner Leichtgläubigkeit und ber Redakteur Opfer seiner Uebereiltheit ge­worden. Helmut mußte aber seine Aussage in vielen Punkten ein schränken, sein Lehrherr bezichtigte ihn verschiedener unwahrheiten und das Ende vom Liede waren für ihn mit Mühe zurückgehaltene Tränen. Auf die Bache hatte ihn aber folgender Umstand geführt. Er war mit einem jüngeren Buben in Streit geraten, der in Tätlich­feiten ausartete. Der Bater dieses Buben, ein Bäckermeister, holte die Schupo und ließ Helmut aufs Revier bringen. Hier wurde der

Junge nach Feststellung seiner Berfonalien entlaffen: er sollte abends| Schwerhörigen- Belt zum Ausdrud zu bringen. Rarten zu 1 M. find seinen Bater aufs Revier schicken; da drehte er den Spieß um. beim Werbeleiter Gustav Vogt, Berlin- Neukölln, Schillerprome­Seinem Lehrherrn hatte er aber zwar von dem Aufenthalt auf dem nade 1 III, und an der Abendkasse zu haben. Revier erzählt, nicht aber von der Mißhandlung. Das Gericht sprach den Redakteur frei, da er während der fraglichen Zeit überhaupt franfgeschrieben war, und verurteilte den Einsender zu einer Geld­strafe von 50 Mart- für den ermerbslosen jungen Menschen teine geringe Strafe. Der Fall ist eine Warnung. Man becke rücksichtslos wirkliche Schäden auf; man respettiere aber den guten Willen der Polizeibeamten, dem Publikum gegenüber wohl wollend und höflich zu sein.

-

Das Junkers- Großflugzeug G. 31 in Berlin .

Das Junters- Großflugzeug D. 1073( G. 31), traj heute morgen furz nach 8 Uhr auf seinem ersten großen Ueberland flug von Dessau fommend auf dem Berliner Flughafen ein. D. 1073 ist das größte deutsche Landflugzeug und wird an Größe startete das Großflugzeug wiederum, um nach Wien - Venedig nur von dem Dornier- Superwal übertroffen. Kurz nach 10 Uhr weiterzufliegen. Auffallend an der neuen Maschine ist vor allem zwei Biloten, Gepäd und Hilfsmaschinenraum mit Maschinistensiz der riesige Rumpf mit seinen fünf Abteilungen, Führerstand für und drei Passagierkabinen, deren vorderste mit regulären Betten versehen ist. Unter der Passagierfabine befinden sich die Lade­lufen für die Frachträume.

Selbfimord eines ungefreuen Postbeamten. In seiner Laube in der Kolonie Goldregen" bei Treptow wurde am Freitag abend der 52jährige Oberpostschaffner Richard N., der in der Hobrecht­gefunden. N., der als Oberpostschaffner auf dem Postamt S. 29 Straße 59/60 zu Neukölln wohnt, von Angehörigen erhängt auf­angestellt war, ließ sich angeblich Unredlichkeiten zuschulden kommen, die vor einigen Tagen aufgedeckt wurden. Nach einem eingehenden Verhör durch Ueberwachungsbeamte, in dem' N. seine Verfehlungen voll eingestand, verließ er am Nachmittag seine Arbeitsstelle. Als er im Laufe des Abends nicht in seine Wohnung zurückkehrte, wurde Frau N. stuzzig und forschte auf dem Postamt nach dem Verbleib ihres Mannes. Am selben Abend geçen 9 Uhr wurde N. dann in seiner Laube erhängt aufgefunden.

-

Unentgeltliche Beratung für Geschlechtstranke. In der vom Bezirksamt Neukölln eingerichteten Beratungs- und Fürsorge stelle für Geschlechtskrante, Erfstr. 27, Erdgeschoß, die von einem Spezialarzt geleitet wird, fönnen Personen beiderlei Ge­schlechts, die geschlechtskrant sind oder befürchten, geschlechtsfrank zu sein unbeschadet ihrer wirtschaftlichen Lage fich unentgelt lich untersuchen und beraten lassen. Strengste Geheim­haltung wird jedem zugesichert. Die eventuell erforderlich werdende Behandlung fann je nach Wahl durch den Hausarzt, einen belie­bigen Rassen oder Spezialarzt erfolgen. Die städtische Fürsorge stelle ist für Personen beiderlei Geschlechts jeden Montag und Donnerstag von 7-8% Uhr abends geöffnet. Anmeldungen er­folgen Erfftr. 27, 3immer 5.

Musikalischer Unterhaltungsabend der Schwerhörigen. Die Schwerhörigen veranstalten am 12. März, abends 7% Uhr, im Fest­saal des Luisenstädtischen Gymnasiums, Berlin N., Gleim str. 49, einen musikalischen Unterhaltungsabend, dessen Reinertrag zur Beschaffung eines elektrischen Bielhörers für die Schwerhörigen dienen soll. Durch einen solchen Apparat wird auch diesen vom Schicksal benachteiligten Menschen die Möglichkeit ge­geben, Vorträge gemeinsam hören zu fönnen. Es ergeht daher die Bitte, auch an die guthörende Mitwelt, diesen Unterhaltungsabend, an dem Musikstücke von Beethoven , der bekanntlich auch taub war, und von anderen Komponisten zu Gehör gebracht werden, recht zahlreich zu besuchen, um das verständnisvolle Verhältnis zur

Rose- Theater: Das Mädchen von der Landstraße". In jenen Seiten, da die Literatur" dieser Art erstand, mußte stets der Titel gleich einem wirksamen Anreißer die sensationslüfterne Schar derer, die da lesend erleben" wollen, befriedigend anlocken. Nun friegen fic's der Bequemlichkeit halber vorgemimt. Das Zigeunerfind, die vertappte Grafentochter, wird vom Wäschefrigen Krusemann täuflich erworben, dessen eheliches Fundament jedod) weit madliger ist, als der Biedere ahnt, indem die Frau Gemahlin den Berführungsfünften eines professionellen Don Juans namens Pichelsberg erliegt und diesen Wüstling durch Einheirat in ihren Laden ihrem guten Olen vorzicht. O diese Weiber und wie sind andernteils manche Männer doch soooo schlecht!!! Nachdem der unehrbare Jüngling auch als Ehe­mann fein unsolides Handwerk nicht aufgibt, dämmert es der ,, Verblen­deten" so schön langsam, und Gatte Nr. 1, der jute Theobald, wird Malersmann, der, gleichsam als Krönung dieser edlen Tat, furz wieder in seine Rechte eingesetzt. Das Pflegefind heiratet ein armer darauf ein Produft seiner Tätigkeit für schweres Geld an den Mann anderer als der gräfliche Herr Papa, der in dem Modell sein ach so bringt. Und wer ist dieser eble Philantrop und Kunstmäzen? Kein teures Kind wiederfindet. Bergeblich ruft er sie mit zärtlicher Vaters­stimme zurück in die glänzende Bracht ihrer Heimat. Nischt zu machen, sie bleibt bei Pinselheinrich! Zwischen dieser rührseligen Angelegenheit gab es stets, menn zwei allein auf der Bühne standen, à tempo ein Duett, und wenn's mehr waren, machten die anderen eben auch mit. Die Darstellung fügte sich würdig in den Rahmen der Handlung.

Der Arbeiter- Radio- Klub veranstaltet Sonntag, den 6. März, abends 8 Uhr, in der Philharmonie eine Abendfeier unter Mitwirkung von Ernst Toller , Gertrud Ensoldt, Alfred Beierle . Helga Normann mit eigenen Tanzdichtungen u. a.

Zusammenschluß volfshygienischer Verbände. Vor kurzem fand im Hotel Atlas eine Versammlung der Spizenverbände der Heil­fundigen Deutschlands sowie der homöapathischen, bio­chemischen und Naturheilverbände statt, die sämtliche maßgebenden Berbände zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen­schloß. Die Einladung erfolgte von dem erst jüngst gegründeten Zentralverband deutscher Heilkundigen, Ortsgruppe Berlin , unter dem Vorsitz des Herrn Paul Linte. Es wurde nach den Aus­führungen des Herrn Reinhold Gerling ein Arbeitsausschuß gewählt, der die Vorbereitungen für den Kampf gegen das Speziali tätengefeß, das die Beschaffung von einer großen Anzahl Don Arzneimitteln nur nach ärztlicher Unter su chung und ärztlichem Rezept vorsieht. Der Kampf gilt weiter der Wahrung persönlicher Freiheit des Kranten, die den Verbänden durch Gesegesvorschläge. über die der Reichstag befinden soll, bedroht erscheint.

Billige Fischtage. Von der Küste werden groke Fänge in Schollen und Flundern gemeldet. Es fommen zum Verkauf: Vom Montag, dem 7. bis Mittwoch, dem 9. März, frische Flundern pro Pfund 20 Pf., frische Schollen Bfund 25 Pf., Stabliau im ganzen Fisch, Pfd. 25 Pf., im Anschnitt teurer, Bander Pfd. 80 Pf., Fischfilet grätenlos, foch und bratfertig, Bfb. 60 Pf. Auch frische Heringe find preiswert. Die Berkaufsstellen sind durch Plakate enntlich gemacht.

Der Ortsausschuß für Jugendpflege Neuföllu veranstaltet am Montag, dem 7. März, abends 7, Uhr, im Saalbau, Bergstr. 147, feinen fünften Kinoabend. Zur Aufführung gelangt der Film 3m Reiche der epigen Wunder". Dem Film voraus geht ein einführender Vortrag mit Licht­bildern. Karten zum Preise von 20 Pf. für Jugendliche und 50 Pf. für Erwachsene find im Rathaus, 2 r., Zimmer 258, und an der Abenblasse zu haben. Auf die im Vorverkauf entnommenen Starten werden 10 Proj. Freitarten für erwerbslose Bereinsmitglieder gewährt.

Merkt's Euch

Fabisch&&

Bosenthaler- Ecke Linienstr

Schulze& C

Brückenstr.Ecke Rungestr

Schulze& G

Schöneberg, Haupt- Ecke Vorbergstr

Um die Bedeutung unseres Unters nehmens auch nach außenhin in E scheinung treten zu lassen, haben wir uns entschlossen den uns schon seit langem gehörenden obigen Verkaufsstellen gleichfalls den Nay men unserer großen Berliner Herren- Kleider- Fabrik zu verleihen. Seit Jahrzehnten hat dieser Name im ganzen Reich einen guten Klang, denn wir unterhalten 15 eigene Verkaufsstellen in Deutschland . Auch jeder Berliner wird sich's jetzt merken GEBR

m

ANES

ist

GEBR

Chausseestr Rosenthalerstr. Ecke Liesenstr .

Ecke Linienstr.

ANES

Brückenstr.

Ecke Rungestr

früher D.Perleberg früher Fabisch& G früher Schulze&

G

Schöneberg Hauptstr. Ecke Vorbergstr.

früher Schulze& C

Das Haus der guten Herren Kleidung