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abschwächenden Aussage vor dem Untersuchungsrichter war. Man hat sein gutgehendes Geschäft zum Bantrott gebracht, er hat den Offenbarungseid leisten müssen, ist aus seiner Woh nung ermittiert worden und jetzt durch den Boykott seiner früheren Kundschaft vollkommen mittellos, während es ihm vorher laut seiner St Steueraften wirtschaftlich recht gut gegangen ist. Menschlich wird das Berhalten Käsehages durch diese Tatsache durchaus begreiflich. Es ist nicht schön, aber schließlich auch noch menschlich zu verstehen, daß Käsehage gegen die Ordensleitung eine Zeitlang verstimmt gewesen ist und sich, wie er sagt, an ihr hat rächen wollen, weil diese entgegen der Versprechung der Geheim haltung sein Protofoll anderen Stellen zugänglich gemacht und dadurch in die Deffentlichkeit gebracht hatte, was die Ursache zu seinem wirtschaftlichen Ruin werden sollte.

Die Theorie der Putschisten.

Rechtsanwalt Martin stellt an Sodenstern nochmals die Frage, ob der ganze Aufmarschplan wirklich nur dem Zweck diente, die Mitglieder der Vaterländischen Verbände im Falle eines Kommu nistenputsches in Sicherheit zu bringen. In energischer Form macht er darauf aufmerksam, daß diefes persönliche Feigheits­

ziel doch kaum sehr vaterländisch aussehe. Aber nach den Soden­Sternschen Ausführungen muß man wirklich bald schließen, daß die vaterländischen Kampfverbände als einziges Ziel die Flucht vor dem Feinde gehabt haben.

| daß in Berlin über Nacht die Münchener Räterepubfit von 1919| ausbrechen würde. Damals hat er nämlich bei der Einnahme von München mitgekämpft und nun hat er immer die Bilder jener Zeit vor Augen, die er in pathetisch entworfenen Müchener Bilderbogen ausgiebig jetzt zum besten gibt. Daß sich die Zeiten von 1919 ge= ändert haben, ist Major v. Knauer entgangen.

Er hat den Aufmarschplan nur gemacht, um den nationalen Kampfverbänden, die eigentlich Fluchtverbände heißen müßten, zum rechtzeitigen Ausrüden aus Berlin zu verhelfen.

Alle Beruhigungsversuche der preußischen Regierungsvertreter schei­tern an der figen Idee des Zeugen.

Danach jetzt eine längere Diskussion über die Frage ein, ob die Zeugen von Sodenstern, Lud, Pittinghausen, v. Knauer und Käsehage zu vereidigen sind. Beide Par­teien find einig, daß Käsehage vereidigt werden muß, während be züglich der anderen wegen ihrer eventuellen Eigenschaft als Mit­tätiger Meinungsdifferenzen bestehen.

Goblenung.biz

Ablenkung.

aus neue Hehe gegen die Sozialdemokratie ableiten zu können. Diese niederträchtige Methode ist der Arbeiterschaft so bekannt, daß sie sich hüten wird, die Köpfe hinzuhalten, während die führenden Herrn" in der Masse verschwinden.

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Die Berliner Arbeiterschaft läßt sich weder vom Stahla helm" noch von den Kommunisten provozieren, Arbeit für die Reaktion zu leisten. Sie wird am 1. Mai im impo= fanten Aufmarsch des roten Berlin zeigen, daß an ihrer Macht das hysterische Gefreisch und die Provokationen von rechts und links wie Seifenblasen zerplatzen.

Besserung für die Minderheitsvölker. Tschechische und polnische Maßnahmen. Zwei erfreuliche Nachrichten fommen Warschau :

aus Prag und

Hugenberg läßt das Reichsbanner Krieg gegen Ungarn daß vom nächsten Schuljahr, d. h. vom 15. September 1927 an,

führen.

Vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig tragen die Vertreter der Butschverbände Wiring und Olympia den dümmsten Schwindel vor, um ihre offenfundigen Butschpläne zu verbergen. Der Hugen richteten Ablenkungsversuch. Er behauptet, das Reichsbanner wolle gemeinsam mit dem österreichischen Schutzbund Krieg gegen Ungarn und Italien führen.

Der tschechische Unterrichtsminister Dr. Hodza, der lezihin schon in einer Rede geradezu sich von der Tschechisierungspolitik, wenigstens für sein Verwaltungsgebiet losgefagt, hat angeordnet, in den Prager Bolts schulen auch die deutsche Sprache gelehrt werden soll. Selbstverständlich gilt das nur für die höheren Schul­klassen und geschieht vor allem im Intereffe der Tschechen selbst; ihr Sprachgebiet ist auf drei Seiten vom deutschen umschlossen, hängt nur im Osten über die Giowaten, Bolen und Utrainer mit Dzean reicht. Aber sei es auch eine 3wedmaßnahme praktischer Mühlichkeit fie leitet eine vernünftigere Behandlung der deutschen Minderheit ein.

Schließlich gibt Sodenstern zu, daß man sich der Reichswehr babe aur Berfügung steffen when the Bergen Er Reichsbanner feber meiten Slawenwelt zuſammen, die freilich bis an den Stiller man gerufen würde. Er muß weiter freilich zugeben, daß dies nur nach bestimmten Zusicherungen und unter bestimmten Bedingungen,

nämlich unter der Bedingung der Einfekung einer nationalen Regierung und der persönlichen Sicherstellung gemeint war. Da muß selbst Herr Niedner etwas empört ausrufen: Sie waren also bereit, das Vaterland im Augenblick der äußersten Gefahr im Stiche zu laffen, wenn man auf Ihre parteipolitischen Wünsche nicht einging!

Das Verhör des Zeugen v. Sodenstern wendet sich jetzt feinen allgemeinen staatsrechtlichen Doktrinen zu, wie er sie auch in Artikeln niedergelegt hat, nämlich der Einführung der Diktatur auf jogenanntem legalen( gefeßmäßigen) Wege. Und nun ereignet sich das Seltsame: Theoretisch gibt Herr Soden­fiern jetzt nur das als seine Ziele und Auffaffungen zu, was er nach Ansicht des Zeugen Käsehage in der betreffenden Sigung gefagt hat, was er selber aber gesagt zu haben bestreitet. Herr Sodenstern macht längere Ausführungen darüber, wie nach seiner Auffaffung eine nationale Regierung über den Artikel 48 der Verfassung auf verfassungsmäßigem Wege die Diktatur einführen könne. Seine staatsrechtlichen Ausführungen sind freilich derart fraus und lächer­lich, daß selbst Herr Niedner hiergegen verschiedene Einwände machen und dartun muß, daß sich so leicht denn doch nicht die Weimarer Berfaffung über den Haufen werfen ließe. Aber es hilft nichts: die Sodenstern und Genossen haben den verfassungsmäßigen Putsch ausgeflügelt und lassen sich von ihren hirnverbrannten staatsrecht lichen Borstellungen nicht abbringen.

Der Kernpunkt der Borstellung ist der, daß der Artikel 48 der Reichsverfaffung dem Reichspräsidenten das Recht gibt, das Par­lament beliebig oft aufzulösen und die ganze übrige Berfaffung nach Guldünken außer Kraft zu setzen.

Hiergegen streiten Götter selbst vergebens. Sodenstern macht dann noch Ausführungen darüber, was er unter Wehrverbänden versteht und zieht putzigerweise zum Vergleich die freien Gewerkschaften heran! Von militärischer Ausbildung will er als alter Generalstabsoffizier nichts wissen, weil sie bei den privaten Vereinen doch zu keinem Erfolg führen. Merkwürdig nur, warum der Wiking das bei den Akten befindliche 50 Seiten um= faffende Ererzier- und Uebungsreglement herausgegeben hat. Auf den Zeugen Sodenstern folgt der Major v. Knauer, der Verfasser des berühmten Aufmarschplanes gegen Berlin . Der Herr leidet offenbar an Angst psychose, denn er glaubte im Jahre 1926- wenn man seiner Aussage Glauben schenken will ernstlich,

Gildenhall.

Das glänzt wie Gold und dunkelt rasch wie der Sonnenschein, der über die Stufen fagenhafter Gewölbe zittert. Und dieses Flimmern und Dämmern haftet auch in den Seelen derer, die in Gildenhall, inmitten der märkischen Landschaft am Ruppiner See leben. Wollen und hoffen, Glauben und Zweifeln ringen miteinander in ihren Seelen. Die Natur dort draußen, die Abgeschlossenheit, das Fürsichsein macht Menschen besinnlich. Die eigene Persönlichkeit wird als Problem bewußt. Das ist es, was auch das Handwerk dieser Menschen, Gildenhaller Hand mert, adelt, in ihren Werkstätten gewordenen Hausrat, von Markt­ware unterscheidet, persönliches Gesicht gibt, das man wiedererkennt, wo immer es auftauche.

Handwerkschaft Gildenhall e. G. m. b. 5. nennt sich die Gemein­schaft von Meistern, die sich in der Gildenhall- Freiland­Siedlung zusammengeschlossen haben. Eine Arbeitsorganisation innerhalb der Siedlungsgenossenschaft. Bolkswirtschaftlich eigen artiges Unternehmen. Bodenrechtlich gebundener Schollenbesitz, genossenschaftlich gebundene Arbeitskraft und Genossenschaft als fitt­liches Prinzip: Das Mitglied ist verpflichtet, fich beständiger Selbst­erziehung und achtbarer schlichter Lebensführung, naturgemäßer Lebensweise zu befleißigen. Noch die Sagung von 1923 verpflichtet: innerhalb der fünf Jahre nady Uebernahme einer Heimstätte jährlich 250 Arbeitsstunden in der beruflichen oder in einer im Einverständs nis mit den Bertretern der Genossenschaft gewählten anderen Arbeit ( Garten-, Wegebau, öffentliche Dienstleistung u. a. m.) ohne Ver= gütung als genoffenschaftliche Selbsthilfe zu leisten.

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1921 gegründet, umfaßt die Siedlung heute 75 Heimstätten ( rund 350 Einwohner). Das Bauprogramm für 1927/1928 schätzt 20 bis 30 neue Heimstätten. Einige zukunftsweisende Zahlen: Der Landbesitz sezt sich zusammen aus etwa 145 000 Quadratmeter Boden, die, vorbehaltlich eines Rücklaufrechtes, der Siedlungsgesellschaft Brandenburg( Wohnungsfürsorge- Gesellschaft) überlassen sind, 24 000 Quadratmeter Boden in Händen der Deutsches Freiland E. B. Eden" und 237 000 Quadratmeter Eigen land der Bildenhall Freiland- Siedlung". Von diesen 406 000 Quadratmetern Land sind erst 36 000 Quadratmeter bebaut. Der Eigenbesitz von Gildenhall ist noch beinahe ganz unbebaut. Bauland wird im Erbbaurecht( auf 100 Jahre) aufgelaffen. Die Grundrente für bebautes Land bis zu 5 Pf. pro Quadratmeter, für unbebautes bis zu 3 Pf. berechnet. Leitmotiv: Arbeit und zwar eigener Hände Arbeit: Hand­Wert. Doch zwischen Hand und Wert waltet wägend und fühn wagend, fünstlerisch neugestaltend, das Gehirn, der Geist. Ziel und Grenze geben Gebrauchszwed und Bauötonomie. Unser Haus ist eng. Das Möbel darf nicht mehr als nötig Raum beanspruchen. Damit ist der ästhetische Charakter des Gildenhaller Handwerks, Gildenhaller Hausrats, bestimmt: durch Sachlichkeit streng. Klar, sparsam, einfach. Hausrat dieser Art bleibt nicht wirkungslos auf den Charakter derer, die damit umgehen müssen. Unsere Zeit er­fordert tühle Sachlichkeit und Knappheit. Wir sind Antipoden des Barods. Es ist derselbe Geist in allen Werkstätten Gildenhalls,

Es ist nichts zu dumm für die Verteidigung der Butschverbände, nichts zu dumm für die Leser der Hugenberg- Presse, nichts zu dumm, als daß es die Vertreter der Putschverbände nicht glauben, Herrn Niedner als Argument vorsetzen zu können.

Geschrei der Gestellten.

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Und die polnische Regierung hat bestimmt, daß die Minder­heitsschulen ihre Sprache auch im Verkehr mit den staatlichen Behörden anwenden dürfen. Das ist ein bedeutender Fortschritt, denn durch den 3wang auf Minderheitsschulen, mit den Behörden nur in der Staatssprache zu verfehren, fonnten diesen bestimmte Lehrkräfte vom Staate leicht aufgedrängt werden!

Wir hoffen, daß diese beiden Nachrichten nicht noch dementiert

Reaktionäre Lockspigelpolitik kommunistische Will- werden; beide stammen aus sonst ziemlich bewährter Quelle.

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fährigkeit.

Die Rote Fahne " antwortet auf unsere Beröffentlichung der kommunistischen Instruktion" für den 8. Mai mit hyste­rischem Geschrei: Ein Schandstreich des Stahlhelm- Vorwärts, infame Verleumdung und Heze gegen die Kommunisten, infame Behauptungen des Vorwärts.

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Aber die Instruktion" ist echt. Die Rote Fahne " druckt sie selbst ausdrücklich ab, und diese Instruktion" spricht für fich. Worin besteht also die Berleumdung"? Darin, daß wir geheime Pläne der Kommunisten öffentlich gemacht haben? Und die ,, hehe"? Ist es Heßze, wenn wir die Arbeiter warnen, für die kommunistische Führung die Köpfe hinzuhalten?

Es bleibt dabei: die Kommunisten wollen am 8. Mai bem, Stahlhelm" und der übrigen reaktionären Gesell: schaft in die Hände spielen. Im selben Zeitpunkt, an dem vor dem Staatsgerichtshof wieder einmal festgestellt wird, daß die Rechtsputschisten auf fommunistische Butsche warten und sie provozieren wollen, wenn sie ausbleiben, wollen die Kommunisten ihnen die Möglichkeit zur Provokation im größten Stile geben.

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Stahlhelmaufmarsch in Berlin : das ist eine Provokation für die Berliner Arbeiterschaft aber nur Dummtöpfe oder Feinde der Arbeiterbewegung lassen sich provozieren. Die fommunistische Bezirksleitung ist auf die Stahlhelmprovo­kation eingegangen. Selbst provoziert, organisiert sie nun wieder die Provokation des Angreifers. Das ist es, worauf bie Reaktion wartet! Die Kommunisten sind wahrhaftig Dümmer als die Reaktion, und gehen auf diese Lockspizelpolitik bereitwillig ein.

Aber es ist ihnen ja gar nicht ernst mit dem Kampfe gegen die Reaktion. Ihr Kampf gilt nicht der Reaktion, sondern der Sozialdemokratie. Sie wollen blutige Köpfe sehen, um dar­

worin die Meister in voller Selbständigkeit und Freiheit ihre Persön= lichkeit entwickeln können in den Werkstätten der Baumeisterei, Zimmerei, Tischlerei, Drechslerei, Malerei, Nadelstickerei, Hand meberei, Töpferei, Bildhauerei, Kunst- und Grobschmiede, Stell­macherei, Schuhmacherei, Lichtbildnerei, Bootswerft usw. Jeder Meister ein Typ, und die Gesellen: freie Burschen. Jugend, die dem Gestern trotzt und das Morgen erobert.

Schwieriger ist der Absa z. Für diese Aufgabe schuf man unter Führung der Provinz Brandenburg die Hausrat Bildenhall G. m. b. 5.". Sie arbeitet im Rahmen der Hausratsbewegung, die 1918 entstanden ist. Sie dient in ihrer Art der idealen Aufgabe der Gildenhaller: Pflege zeitgemäßer Wohnkultur; Kampf dem Kitsch, dem ftaubigen Ballast. Geschmadsbildung und Erziehung zur Sach­lichkeit. Die Hausrat G. m. b. H. will dem Volk dienen, muß dem­gemäß auch billig absetzen oder, sofern Qualitätsarbeit und gutes Material dieses Prinzip erschweren, Zahlungserleichterungen ge­währen. Die Gesellschaft betreibt das Teilzahlungsgeschäft für den Minderbemittelten als foziale Ein­richtung und nicht etwa als eine besondere Art der Profitmacherei. Hausrat Gildenhall ist feine Erwerbsgesellschaft, sondern eine gemein­nügige, deren Aufgabe auch insofern auf dem Gebiete des Siedlungs­wefens, der Siedlungsreform liegt, als fie Gesamtausstattungen für Siedlungswohnungen und Kleinsthäuser im Sinne von Gildenhall liefert und im Intereffe der Volksfultur den Siedlern auch mit Rat zur Seite steht. Die Geschäftsstelle befindet sich Berlin W. 35, Potsdamer Straße 118a.

Bühnenkunst von Anno dazumal.

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Das Wallner- Theater, das es die ganzen 6% Jahrzehnte feines Bestehens in der Auswahl der Stücke wahrhaftig nicht leicht gehabt hat, greift jetzt in die unterfte Schublade der Bühnenliteratur und holt den alten Schwant von Ostar Blumenthal und Gustav Radelburg Auf der Sonnenseite" ans Licht der Rampe. Blumenthal und Kadelburg im Bühnenjargon Blumenkohl und Rabliau genannt gehörten noch vor wenigen Jahren zu den erfolgreichsten Luftspielautoren. Es ist interessant, heute zu sehen, wie sich das Vorfriegsdeutschland amüsiert hat. Was für unkomplizierte, harmlose und stubenreine Gemüter, bu lieber Himmel, müssen wir Mitteleuropäer gewesen sein. Auf der Sonnen­feite" behandelt ein Thema, das uns heute noch nicht einmal fern liegt, die Sehnsucht eines reichgewordenen Handwerkers, fraft seines Geldbeutels in die befferen" Gesellschaftstreife zu fommen. Die Autoren fühlen sich berufen, in sozialer Gesinnung und Kinder­lesebuchmoral zu machen. Dem Töpfermeister Heinrich Bulfow ist natürlich in der piffeinen Umgebung, die er sich mit vieler Mühe geschaffen hat, höchst unbehaglich zumute; er sehnt sich heimlich nach altgewohnter Derbheit und Natürlichkeit. Statt bauchaufreizender Delikatessen, langt er nach Hammelrippchen mit grünen Bohnen. Bas Blumenthal und Kadelburg da mit vieler Mühe auseinander. sezen, wissen wir längst. Auf fo blödsinnige Weise wie der Luft. spielheld wird sobald feiner sein fauerverdientes Geld herauswerfen, um fich lauter Unbequemlichkeiten auf den Hals zu laden. Was die|

Die politisierten Untersuchungsakten. Die Disziplinarverhandlung gegen Dr. Kußmann und Dr. Caspari.

Bor dem Großen Disziplinarsenat des Rammergerichts für richterliche Beamte wird am 11. Mai die Disziplinarverhandlung gegen die Gerichtsaffessoren Dr. Kußmann und Dr. Caspari ihren Anfang nehmen. Voraussichtlich wird die Verhandlung eine Dauer von fünf Tagen haben. Es handelt sich hierbei um die Vor­gänge in der von der Staatsanwaltschaft I geführten Ermittlungs­fache gegen die Brüder Barmat und den verstorbenen Minister Höfle, die bekanntlich in der Hauptsache in den Händen der beiden Bei Dr. Kußmann damaligen Staatsanwaltschaftsassessoren war. kommt auch dessen Strafverfahren wegen der Weitergabe von Aften an Hauptmann a. D. Knoll in Frage. Dr. Caspari wird insbesondere vorgeworfen, daß er in seiner bekannten Eingabe vom Juni 1925 zu weit gegangen sei, in der gewisse Angriffe gegen Beamte des Justizministeriums gerichtet worden waren( ,, dem Druck der Strafe sich gefügt habe"). Die Ungeschuldigten, die durch die Rechtsanwälte Franz Themal und Dr. Rotter verteidigt werden, wollen für ihre Behauptungen einen Wahrheitsbeweis an­treten. Die Berhandlungen werden unter völligem Ausschluß der Deffentlichkeit geführt werden.

Berbot kommunistischer Maifeiern in Bayern . Die Polizeidirek tion München hat die von der Drisgruppe München der Kommunisti­schen Partei für Sonntag, den 1. Mai, geplante Maifeier ver boten, somie den Anschlag des die Maifeier anfündigenden Platates untersagt. Platates untersagt. Das Bezirksamt Straubing hat ebenfalls eine von der KPD. für den 1. Mai einberufene Boltsversammlung mit dem Thema Die Bedeutung des 1. Mai" verboten.

Die Töchter der amerikanischen Revolution " und andere patriotische" Gesellschaften Ameritas protestierten bei Gouverneur Fuller gegen eine Begnadigung Saccos und Banzettis.

beiden Autoren an Lebensauffaffung verzapfen, ist vollständig miß­verstandenes, verniedlichtes und verspießtes Sozialempfinden.

Niemand von den Zuschauern ist unbekannt gemesen, was die Autoren beweisen wollen, weil alles selbstverständlich ist. Mert­würdigt, daß sie sich trotzdem offenbar aufs befte unterhalten. Das mag an der geschickten Bühnentechnik und an der flotten und frischen Regie des Karl Gregor liegen. Den Töpfermeister Wulfow gibt Edgar Kanisch, luftig und mit sympathischer Trottel­haftigkeit. Die beiden Barone( die in derartigen Lustspielen nie fehlen) spielen Friedrich Ernst mit der nötigen vornehmen Bla­fiertheit und Otto 3edler ein wenig zu forsch und aufdringlich, aber beide doch recht annehmbar. Meta Jäger als Frau Wulkow stellt mit feiner Komit einen aufgedonnerten Rafftetyp auf die Beine. Das Publikum spendet begeistert Beifall. Ernst Degner.

Mathematik des Unfinns. Im Komödienhaus wird ein Mann nach dem Rezept gehörnt, das die Franzosen Nancey und Arton angeben. Der Manager, den sie für diese eble Tat aus wählen, heißt Theo, den heute der geniale Spaßmacher Kurt Bois [ pielt. Theo macht alles!" heißt das Stück. Indem Theo alles macht, zeigt er wieder einmal, daß die Mathematit dieses Un finns ebenso schwierig ist wie die Mathematik der Gleichungen fünf­ten Grades. Darum ist es auch Unfinn, nach der Kontingentierung des französischen Stückeimports zu schreien. Wie man auch drehen und auslegen mag, es gibt eben in Deutschland niemand, der eine solche haarsträubende Verwirrung für zwei Stunden in die Köpfe bringen fann. Der Schwant der Franzosen ist miserabel und er ist doch wieder glänzend. Man staunt immer wieder, wie das gemacht wird. Wenn der Esel am Schlusse selber seine Frau in die Arme des Jünglings legt, der fest entfchloffen ist, ihm die zierlichen Hörner aufzulegen, dann überwindet diese absolute Mathematit der Un­finnslogit jeden Widerstand. Uebrigens hüpft Kurt Bois ganz entzückend im Stile dieses Hotuspofus herum. Er hat eigentlich noch feine schlechten Clownsmanieren ongenommen. Er zeigt noch Matadorentüchtigkeit allzu aufbringlich ins Gedächtnis zu bringen. Grazie und tanzende Gewandtheit, ohne daß er sich bemüht, feine Herr Hermann, Herr Stahl.Nachbaur und Fräulein Bard müssen sich einen besonderen Schwung geben, damit sie Schwankkomödianten werden. Der junge Herr Bois hat das alles im Blut. M. H.

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Die Macht des Schidials."

Erstaufführungen der Woche. Dienst. Renaissancetb.: Geig linge." Milw. b. i. d. Klosterstr.: Simson und Dalila." Sonnab Donnerst. Deutsches Künstleri: bieu Mimi." Oper am Blat der Republik : Mont. Rofeth.: Der Better aus Dingsda." Urania- Borfrage. Mont., Dienst.( 5, 7), Mittw.( 5), Donnerst, bis Mont. bis Sonnt.( 5,7): Moana, der Sohn der Südsee". Mittw.( 7): Die Sonnt.( 9): Bormärts im neuen Berlin "... Deutsche Mil- Rudolfsee Raffg- gpedition 1925/26."

Ein Perez- Abend findet am 24. in Gerets eftfalen, Ant Königsgraben 2( am Alexanderplat), statt. Es wirken mit: Fr. Frieda Blumenthal, J. Leszinski, Gad Shelajo, J. Turner u. a.