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Einstweilige Verfügung gegen Streik.

Die Hamburger Wollfämmerei in Nöten.

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Die Tegtilunternehmer in Groß- Hamburg lehnten die Forderung einer Lohnerhöhung und die Verfürzung der 54ftündigen Arbeits­woche auf 48 Stunden ab, weshalb etwa 5000 Arbeiter und Ar­beiterinnen die Arbeit niederlegten Die Stern Wollspinne ret in Altona Bahrenfeld tam nun auf die Idee, ben Streit durch eine einstweilige Verfügung zu brechen. Das Land. gericht in Hamburg lehnte es nicht etwa rundmeg ab, durch eine Berfügung in den Streit gegen zu lange Arbeitszeit und zu niedrige Löhne einzugreifen, gab vielmehr dem Antrage der Unternehmer statt, und erließ unterm 29. April die folgende einstweilige Berfügung:

Durch einstweilige Verfügung wird den Antragsgegnern, dem Deutschen Zegtilarbeiterverband, Filiale Ham­ burgu . Umg, verboten, den bei den Firmen der Siern­Wollspinnerei Bahrenfeld , Hamburger Woll. tämmerei G. m. b. H.. Wilhelmsburg . Bischoff u. Rodah, Hamburg , eingeleiteten Streit in irgendeiner Weise zu unter. ffügen, es fei durch Anweisungen an die Streifleitung oder durch Unterfügung von Streitposten stehen Mitglieder oder durch irgendwelche anderen Mittel, und zwar bei einer vom Gericht für den einzelnen Fall der Zuwiderhandlungen festzusehenden Geld. oder Haftstrafe."

Die ganze Bedeutung dieser einstweiligen Berfügung fiegt darin, daß sie überhaupt erlaffen werden konnte, daß sich Gerichte finden, die sich in dieser Weise gegen die legale Tätigkeit der Ge­werkschaften wenden. Im übrigen ändert diese Berfügung natürlich an der Sache selbst herzlich wenig.

Die Streitenden werden ihren Kampf nun erst recht fortsetzen, nachdem die Firmen durch ihr Vorgehen verraten haben, wie schwach ihre Position ist, die moralisch von vornherein unhaltbar war.

Die Herrschafien, die immer noch der veralteten Auffaffung find, es mit Arbeitssklaven zu tun zu haben und deren Arbeits­bedingungen willkürlich diftieren zu fönnen, müssen sich wohl oder übel damit vertraut machen, daß die Arbeiter und Ar­beiterinnen in einer Angelegenheit, in der es fich für sie um die Egiften breht, ein Wort mitzureben haben. Die Höhe des Profits ist für die Unternehmer zweifellos eine wichtige Ange legenheit, doch für die Arbeiter steht das Leben auf dem Spiel und das ist für sie wenigstens- weit wichtiger. Sie werden deshalb trok dieser einstweiligen Berfügung", einstweilig weiter streiten, bis die Unternehmer ihre Berfügung ad acta legen und sich zu ernsthaften Berhandlungen bereit erflären.

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Anfechtung der Betriebsratswahl.

Dauernde Aushilfsarbeit.

Die Firma Karl Richard Schmidt , Kaffee und Ron fitürengejd; äft, fodt burch lage beim Gewerbegericht die Wahl des Betriebsrais an mit der Begründung, die Gewählten feien noch nicht sechs Monate im Betriebe tätig, also nach den Be stimmungen des Betriebsrätegezes nicht wählbar.

Sämtliche Betriebsratsmitglieber fonnten sich darauf berufen, daß sie 13, 15, 17, 18, 25 Monate bei der Firma beschäftigt find. Das fonnie zwar nicht bestritten werden, aber die Firma stüßt ihre Behauptung darauf, daß das Arbeitsver hältnis öfter unterbrochen wurde, so daß eine un. unterbrochene Beschäftigung von sechs Monaten in feinem Falle erreicht sei. Wie die Berhandlung ergab, sind in der Konfitüren und Rafesfabrik der Firma 97 Personen beschäftigt. Davon befindet sich nur der dritte Zeit in einem festen Arbeitsverhältnis mit achitägiger Kündigung. Mit den übrigen mehr als 60 Arbeitnehmern hat die Firma chriftlich vereinbart, daß sie als Aushilfsarbeiter mit eintägiger Kündigung während der Saison beschäftigt werden. Zu diesen ge­hören die Betriebsratsmitglieder, deren Wahl angefochten wird. Šie

Städtische Oper Trianon- Theater

Charlottenburg

7. Uhr

8 Uhr. Revue

Prophet Der Einakter

Abonn.- Turnus IV

Deutsches Theater

Norden 10334-37

8 U.

Ende 11 U.

Der Arzi am Scheldeweg

Lustspielhaus

Heute letzte Vorstellung! 31, U.: Guide Thielsche

urra- ein Junge

Morgen 71%, Uhr Premiere

Kammerspiele Bobby's letzte Nacht

Norden 10334-37

8 U. Ende geg. 10 U.

Zum 1. Mal

Stägiges Gastspiel

Vespermann

Klinder Junkermann

Täglich 8 Uhr:

Revue zu Vieren Walhalla Theat. Die Komödie Die von der Liebeleben!

Bismarck 2414, 7516

8% Uhr, Ende 10 U. Jugendliche keinen Zutritt!

Vorzeiger zahlt

Lockvögel nur halbe Kassenpr.

Nachtvorstellung Tägl.11 U., Ende 1 U. Revue: Was Sie wollen

Preise:

2, 3, 4 und 5 Mk.

Z

entral­Theater

8 Uhr: Züm letzten Male

Theat. a. Nollendorfpl. Der blonde Zigeuner

Kurfürst 2091

8 Uhr

Ende gegen 11

Drei arme

Mittwoch, 4. Mal 8 Uhr Premiere

kleine Mädels Die Wette

Lustspiel

Reichshallen- Theater

Allabdi. 8 U

Sonntags nachm. 3 U. Stettiner Sänger Zum Schluß: Deutscher Frühling"

Nachmittags: Haibe Preise, volles Programm Dönhoff- Brett'l: Baumblüte, Varieté, Konzert u. Tanz.

ERIK CHARELL BRINGT:

Tägi. S U.

Sonnt. 3 U.

Wie einst im Mai 4

Alfred Braun , Lucie Mannheim a. G. Bendow, Westermeier, Kupfer u. a. Großes Schauspielhaus

Ostpreußen .

find, wie gesagt, seit Jahr und Tag im Betriebe tätig, wurden aber jedesmal am Schluß der Saison( Weihnach ten, Ostern. Pfingsten) entfallen und nach wenigen Tagen wieder neu eingestellt. Auf diese Weise hat sich die Firma einen Stamm von dauernden Aushilfsarbeitern gefchaffen, die sich von den festen Arbeitern nur durch den Ausschluß der Kündigung unterscheiden.

Im übrigen wurde auch festgestellt, daß die für Saisonbetriebe geltenden Bestimmungen auf den Betrieb von Karl Richard Schmidt nicht zutreffen, weil die hier hergestellten Waren während des ganzen Jahres Abfaz finden, der allerdings zu den Festzeiten anfteigt. Auf Grund diefer Sachlage wies das Gericht die An­fechtung der Betriebsratswahl zurüd.

Lehrstellenvermittlung in Berlin .

Der Bericht des Landesarbeitsamtes verzeichnet für März 1927 einen verminderten Andrang lehrstellensuchender Jugendlicher, was als Folge einer gesteigerten Anforderung jugendlicher Arbeitskräfte Freie Lehrstellen wurden bei den Arbeitsnachweisen erklärt wird im März für 1575 männliche und 1074 weibliche Lehrlinge gemeldet ( gegen 934 bzw. 649 im Februar). Im März 1926 standen etwa 1000 Lehrstellen weniger zur Verfügung. Der Bericht bemerkt hierzu: Allerdings hat an dieser Besserstellung die beinahe linge erheblichen Anteil, was für die Beurteilung der Lage zu überspannte Anforderung faufmännischer Lehr. beachten bleibt."

Die Lehrstellenvermittlungsergebnisse im März fönnen als durchaus günstig bezeichnet werden, es wurden 1063 männliche und 723 weibliche Ratsuchende in Lehrstellen unter gebracht( gegen 634 männliche und 504 weibliche im Februar). Auch für die Vermittlung gilt das oben für die Lehrstellenmeldung Gesagte, die Ergebnisse sind ungefähr die gleichen wie im März 1925. drei Jahre zeigt folgendes Bild: Ein Bergleich der Vermittlungsergebnisse im ersten Biertel der letzten

1. Bierteljahr 1925 1. Vierteljahr 1926 1. Vierteljabr 1927

männlich weiblich

zufammen

2246

1440 3686

1645

1079 2724

1997

1654 3651

Guten Erfolg brachten im März d. I. auch die Bemühungen, Berliner Jugendliche in Lehrstellen in der Provinz zu vermitteln. fiche) gegen 28 im Februar( 26 männliche, 2 weibliche). In den 66 derartige Stellen fonnten besetzt werden( 64 männliche, 2 weib. erften crei Monaten 1927 wurden 111 männliche und 4 weibliche Berliner Jugendliche als Lehrlinge in die Provinz untergebracht.

Der Streit der Chauffeure in Dresden . Dresden , 1. Mai. ( Eigener Drahtbericht.) Die Verhandlungen am Sonnabend im sächsischen Arbeitsministerium zur Beilegung des Streifes der Krafidroschtenführer verliefen infolge der hart nädigen Haltung der Unternehmer abermals ergebnis. los. Daraufhin wurde ein Schiedsspruch gefällt. der bis zum 31. Mai einen Wochenlohn von 42,60 m. und pon dieser Zeit bis zum 30. September einen solchen von 43,50 m. vorsicht. Ab 1. Oftober bis zum 31. Juli 1928 sollen Löhne von 45 m, wöchent: lich gezahlt werden. Die Dresdener Kraftdroschtenführer nahmen noch am Sonnabend abend zu dem Schiedsspruch Stellung und lehnten ihn gegen nur wenige Stimmen a b.

Zum Schiedsspruch in der Kaliindustrie. BIB. gibi folgende Berichtigung: In unserer Meldung Schiedsspruch in der Raliindustrie" muß es bezüglich der Herab fegung der Arbeitszeit in durchgehenden Betrieben statt vom 1. Januar ab" richtig heißen: vom 1. November ab".

"

Was hat der Zechenverband vor?

Effen, 1. Mai. ( WTB.) Der Zechenverband hat, der Rhei nisch- Westfälischen Zeitung" zufolge, den zurzeit gültigen Tarif pertrag für die technischen Bergbauangestellten

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vom 24. Juni 1921, berichtigt am 18. Juli 1924, zum 31. Juft gefündigt. Will der Zechenverband etwa aus freien Stüden die Gehälter erhöhen und den Urlaub verlängern, oder was bezwedt er sonst mit dieser Kündigung?

Gehaltsbewegung bei der Nordwestlichen.

Effen, 1. Mai. ( WTB.) Die Angestelltenorganisationen haben, wie die Rheinisch- Westfälische Zeitung" berichtet, die ab 1. Dezem ber 1926 geltende Einkommenregelung für die technischen An. gestellten der Eisen- und Stahlindustrie, nordwestliche Gruppe, zum 31 Mai dieses Jahres gekündigt. Berhandlungen finden vor­aussichtlich noch im Mai statt.

Balkankonferenz der Transportarbeiter.

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In Laibach findet vom 5. bis 6. Juni die vierte Baltantonfe renz der Transportarbeiter Internationale statt. Die Tagung wurde vom Genossen Nathans als beauftragten Sekretär durch eine Informationsreise vorbereitet. In einer Pressekonferenz teilte er darüber mit, daß die meisten Balkanländer mehr oder weniger faschistisch regiert würden und es an organisatorischer Straft fehle, um der Unterdrückung Widerstand zu leisten. In Rumänien sei dem Reichspersonal das Vereinsrechtent. zogen; nichtsdestoweniger wolle man jetzt den Rern eines allge meinen Eisenbahnerverbandes schaffen. In Bulgarien bestände zwar Organisationsfreiheit, aber die Eisenbahnarbeiter hätten tein Streitrecht. In der Türkei bestand zeitweilig eine blühende Gewerkschaftsbewegung mit mehr als 250 000 Mitgliedern. Die jezige Demofratische" Regierung habe aller Organisation ein Ende bereitet. In Griechenland habe er noch die günstigsten Zustände angetroffen, obwohl dort Eisenbahnpersonal weber dem Barlament angehören noch fich zur Wahl stellen laffen dürfe. Die Resultate dieser Untersuchung würden zu einem Bericht verarbeitet werden, der der Genfer Arbeitstonferenz vorgelegt werden soll.

Organisatorisch ist Nathans mit dem Ergebnis seiner Reise sehr zufrieden. Die mehr als 20 000 organisierten griecht. schen Seeleute hätten sich der Internationale angeschlossen, und die mehr als 20 000 organisierten Hafenarbeiter würden auf ihrem in drei Monaten stattfindenden Kongreß ebenfalls den Anschluß befchließen. Die Transportarbeiterverbände seien auf dem Ballan burchweg die besten Organisationen. In Rumänien seien die Hafenarbeiter und Wagenführer fast zu 100 Pro3. organisiert. Die Organisation habe in Braila den ganzen Hafenbetrieb in der Hand, habe die Kranen und die Kais gemietet und regele die Arbeit. Sie befize dort ein großes Boltshaus, eine Klinif, eine Bibliothet, eine Genossenschaft für Lebensmittel und Kleidung und einen Fonds für kulturelle. 3wede, woraus eine Sommerschule und eine Bildungsschule erhalten würden. In Griechenland seien trotz zweier verlorener Streifs 60 Broz. des Eisenbahnperfonals organisiert, in Bul. garien 6000 von 15000 Gifenbahnern. Von Kriegsgeist

war in diesen Ländern nichts zu merken, die Menschen seien friegs­müde. Unter der Arbeiterschaft herrsche startes internationales Empfinden. In Galas habe er einen Kranz auf das Grab von zehn Transportarbeitern gelegt, die bei Kriegsausbruch anläßlich einer Demonstration der Transportarbeiter gegen den Krieg auf der Straße erschossen seien.

Bon den Kommunisten, die auch dort viel Unheil an­richteten, habe er nach seiner ersten Rede auf dem Ballan den Bei namen Sassenbach der Zweite" erhalten, wie Nathans zum Schluffe feiner Ausführungen mit gutem Humor bemerkte.

Berantwortlich für Tolitik: Bietor Schiff; Wirtschaft: 6. Klingelhäfer; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn: Feuilleton:. S. Diler: Lotales und Constiges: Friz Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin . Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin . Drud: Borwärts- Budbruderet und Berlagsanftalt Baul Singer u Co., Berlin G 68, Lindenstraße 3.

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Sportsleute!

in Jahr trennt uns noch von der Olympiade 1928. Deutschland erwartet Großes von Euch. Die lang­vorbeugende richtige Ernährung bei Sport und Training ist ausschlaggebend. Die Wichtigkeit mineralstoffhaltiger und vitaminreicher Nahrung ist zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit von der Wissenschaft erkannt. Noch ist es Zeit, den Körper durch vollwertige Ernährung zur Höchstleistung zu trimmen. Wer reichlich Vitamine in seiner täglichen Nahrung genießt, schafft das Fundament für Krait und Ausdauer. Frisches Obst und frisches Ge­müse sind die stärksten Vitaminträger, also die geeignete Sportnahrung.

Esst mehr Früchte

und Jhr bleibtgesund!

Täglicher Genuß frischer Früchte ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Frische Früchte gibt es zu jeder Jahreszeit. Das ideale Sportgetränk ist Zitronen­wasser, bereitet aus frischen Früchten.