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nichtende Kritik an der Tätigkeit dieses Mannes, der sich sonst gern als Retter Deutschlands" aufspielt und nicht einmal imstande ist, die berechtigten Wünsche seiner Provinz im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten wahrzunehmen. Simultane Volksschullehrerbildung. Die vierte Pädagogische Akademie eröffnet.- Die Sabotage der Kirche.
munisten mitgenommen zu haben; wurde behauptet, natürlich| günstige, da sie den Wahlapparat unbeschränkt in Händen und, gung dieses Landes laut werden, find affo zugleich eine ver ohne jeden Anhaltspunkt, daß wir wir Sozialdemokraten! ihren Kampf" bereits mit Gewalttätigkeiten und fommunistische Emissäre" seien und die Hugenberg". Terror eröffnet hat. Wie der sozialdemokratische Narod" Bresse hatte nichts Eiligeres zu tun, als diesen plumpen meldet, haben zahlreiche Kreisvorsteher die Bezirks- und Gemeinde Schwindel weiterzugeben und noch durch eigene Zutaten zu verwalter angewiesen, die Aigtation der Oppofitionsparteien mit vergrößern. allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern. In ver schiedenen Städten wurden linksgerichtete Wahlredner bereits der haftet und ausgewiesen. Was sich aber in den Dörfern abspielen wird, wo die Polizei und die unverantwortlichen Fattoren" unbeschränkte Alleinherrscher sind, wird in vielen Fällen gar nicht zu Ohren der Deffentlichkeit tommen.„ Narod" verlangt daher von dem Ministerpräsidenten den unverzüglichen öffentlichen Befehl an alle administrativen Behörden, vollste Wahlfreiheit zu garantieren und jeden Berstoß gerichtlicher Berfolgung zu übergeben. Liaptscheff hat sich bis heute über diese Forderung ausgeschwiegen. Gr glaubt also, daß ein blutiger Wahlkampf feine Re gierung fichern und garantieren wird.
Um zu demonstrieren, daß wir in unserer Bewegungsfreiheit nicht im geringsten beschränkt worden seien, wurde erlogen, daß ich z. B. mit einem Rommunisten Stefanoff in Sofia eine Besprechung gehabt hätte, während dieser sich überhaupt nicht in Bulgarien aufhält.
Um unsere angemessene Behandlung zu erweisen, wurde erfunden, daß ich eine Unterredung mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten Ljaptscheff gehabt hätte, den ich in Wahrheit nicht einmal zu Gesicht bekommen habe.
Um meine loyale Bernehmung zu demonstrieren, wurde behauptet, daß meine Vernehmung in Anwesenheit eines Beamten der Deutschen Gesandtschaft stattgefunden habe, obgleich dieser in Wahrheit erst nach Beendigung meiner Bernehmung erschien und auch nur infolge eines Zufalls, durch den der deutsche Gesandte von dem polizeilichen Vorgehen gegen uns Kenntnis bekommen hatte und obgleich mir die Benachrichtigung der Deutschen Gesandtschaft ausdrücklich verweigert worden war.
Gewiß sind unsere Erlebnisse in Bulgarien an sich nicht welterschütternb. Gewiß find die gegen uns getroffenen Maßnahmen mit den Taten des bulgarischen Schredens regiments gegen bulgarische Sozialisten und Kommunisten nicht vergleichbar. Man kann sich aber ein Bild von der jetzt in Bulgarien herrschenden Regierung machen, wenn man sich vor Augen hält, wie unter diesem Regime ausländische Rechtsanwälte behandelt wurden, die nicht im entferntesten gegen ein bulgarisches Gesetz verstoßen und lediglich an einer öffentlichen Gerichtsfizung als Buschauer teilgenommen hatten. Zugleich erweisen die Schwindelnachrichten der bulgarischen Regierung, wie fie lügen tann.
Offenbar dittierte die blasse Angst vor fommunistischen Umsturzversuchen der bulgarischen Regierung die Aktionen gegen uns wie die Terroratte überhaupt, die in Bulgarien täglich gegen sozialistische und kommunistische Arbeiter verübt werden. Daß in diesem Prozeß, an dem wir teilgenommen hatten, von brei Angeflagten zwei freigesprochen worden sind, ein für bulgarische Verhältnisse sehr günstiges Urteil, fann natürlich an der Beurteilung der bulgarischen Berhältnisse nichts ändern.
Bugleich spielte die Furcht vor den unmittelbar bevorstehenden Wahlen eine große Rolle. Angesichts der überall im Lande hervortretenden oppofitionellen Stimmung, insbesondere der Bauernschaft, hat sich der Regierung und der Polizei eine nervöse Unruhe bemäch tigt. Wir möchten deshalb wünschen, daß es dem wirtschaftlich und politisch schwer bedrückten bulgarischen Bolt troß allen Terrors der jetzt amtierenden Regierung gelingt, bei den Wahlen die Ketten zu zerbrechen, unter denen es schmachtet. Wahlterror gegen die Oppositionsparteien. Sofia , 10. Mai. ( Eigener Drahtbericht.) Die bevorstehenden Neuwahlen zur Sobranje dürften unter einem allgemeinen Chaos vor sich gehen. Die Oppositionsparteien haben den eigent lichen Wahlkampf noch nicht eröffnen fönnen, da ihre weiteren und engeren Roalitionsverhandlungen noch nicht abgeschlossen sind. Mit dem Beginn ihrer eigentlichen Agitation ist kaum vor dem 12. Mai zu rechnen, so daß also gerade zwei Wochen für die Wahl. propaganda verbleiben. Die Sondierungen der Oppositionsführer haben bisher nur zu dem Blod der Demokraten mit Biberalen um Koertscheff, Bauernpartei um Tomoff und einem Flügel der Radikalen geführt und schließlich noch den Blod der Sozialisten mit Bauern um Martoff und Kleinhand. wertern hervorgerufen.
Die Regierungspartei hat es durch die schnelle und unerwartete Festlegung des Wahltermins verstanden, fich einen weiteren Borteil zu sichern. Für sie ist die Lage eine sehr
Platz gemacht.
Bon Friz Müller, Partenkirchen .
Im Südfriedhof haben sie eine Frau begraben. Ich war dabei. Der Geistliche sprach das übliche, ein Berwandter sprach das übliche, die Borsigende vom Hausfrauenverband sprach das übliche.
Als der Gatte schon die erste Schaufel Erde hob und fie, einen Augenblid lang zögernd, überm offenen Grabe hielt, recte sich ein Fremder, tat zwei lange spinnenbeinige Schritte den Erdhügel hinauf, fah ruhig in hundert erstaunte Trauergesichter und sagte ganz unfeierlich, wie nebenbei: Was da über sie gesprochen wurde, ist nicht wichtig. Wesentlicher ist: Sie machte Blah
Hier flatschte ihm die platte Neugier von hundert Trauergästen so auf den Mund, daß er ihn rasch schloß, den Kopf fenkte, mit den gleichen zwei langen Schritten den Erdhügel wieder herabstotterte und sich bescheiden nochmals in die Reihe stellte.
Der Gatte aber hielt die Schaufel Erde immer noch in Schwebe überm Sarge drunten.
Es war peinlich.
Der Geiftliche gab sich einen Rud. Er gab sich nicht oft einen Rud. Bei durchschnittlich drei Leichenbegängniffen im Zag bleibt fein Blag dafür.
Er faßte den Fremden mit der einen Hand am Aermel, mit der anderen wies er in die Tiefe: Glauben Sie, die Tote da empfände Freude über einen angefangenen Satz am Ende ihres Lebens vollenden Sie, was ihm zugrunde liegt."
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Und er zog den Fremden wieder hügelaufwärts, indes die erste Scholle Erde immer noch in Schwebe blieb. Bugrunde liegt?" wiederholte der Fremde langfam, zugrunde liegt ein Nachtgebet. Ich war damals Gast bei ihren Eltern. Ich fam abends an. Sie lag schon im Kinderbettchen. Sie sprach folg. fam einen eingelernten alten Spruch:
Abends, wenn ich schlafen geh', Bierzehn Engel um mich stehn, Zwei zur Rechten, zwei zur Linken, Zwei zu Häupten, zwei zu Füßen, Zwei die mich decken,
Zwei die mich weden,
Zwei die mich weisen
Zu den himmlischen Baradeifen.
Hier zeigte der Fremde wieder Neigung, abzubrechen. Aber da statt Neugier ein erinnernd Niden in der Richtung nach der eigenen Rinderzeit und ihren lieben frommen Sprüchen bei den Trauergästen fich zu spiegeln schien, hub er wieder an:
Am anderen Tage, arg früh, ging ich wieder fort. Auf der Schwelle blieb ich stehn: Ich möchte sie noch einmal sehn." Sie flinkten leise mir die Türe auf. Da lag fie schlafend. Auf dem äußersten Riffenedchen. Die ganze andere Fläche glatt und frei. Sie mußte so die ganze Nacht gelegen haben. Ich wollte gehen,
Stiefkind und Stiefvater.
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Die Politik des
Das benachteiligte Ostpreußen . Herrn v. Gahl. Immer zahlreicher werden die Proteste aus Ost preußen gegen die Verkürzung der Mittel für die bedrängte Ostmart, wie sie eine falsche Finanzpolitit gewollt hat. So hat die Arbeitsgemeinschaft der wirtschaftlichen Verbände von Marienwerder und Umgebung" an den preußischen Ministerpräsidenten folgendes Telegramm gefandt:
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„ Die dem Bernehmen nach im Grenzprogramm 1927 für Oft. preußen vorgesehene Summe von 2% Millionen ist bei weitem unzureichend und erregt lebhafte Erbitterung. Wirt Schaftliche Widerstandskraft wird erlahmen, wenn nicht im Ber. gleich zu Bayern gerechte Erhöhung des Betrages erfolgt. Verluft unseres gesamten südlichen und westlichen Absatzgebietes bei 5 Kilometer entfernter Weichselgrenze sowie des Weichselhafens Kurzebrad kennzeichnen die weitere schwierige Wirtschaftslage Oft. preußens gegenüber Landesteilen mit unveränderter Grenze. Ausreichende Nothilfe wird dringend gefordert."
Ferner hat der Hauptvorsteher des Landwirtschaftlichen Zentralvereins in Insterburg " an den preußischen Ministerpräsidenten folgendes Schreiben gerichtet:
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In Preußen ist die Sozialdemokratie mit der Forderung der Universitätsausbildung für die Ausbildung der Volksschullehrer nicht durchgedrungen. Statt dessen sind Pädagogische Akademien" be schlossen worden. Die Sozialdemokratie verlangte, daß jeder fünftige Bolfsschullehrer ohne Rücksicht auf seine Religion oder Weltanschau ung zu ihnen Zugang have. Auch die hierauf zielenden Anträge wurden von der Landtagsmehrheit abgelehnt. Gegen die Sozial demokratie wurden drei fonfessionelle Akademien eingerichtet, ein fatholische in Bonn und zwei evangelische in Kiel und Elbing . Diese sind im Mai vorigen Jahres eröffnet worden. Jetzt, ein Jahr später, folgte die Eröffnung einer simultanen Akademie in Frankfurt a. M. Diese ist mit den Stimmen der Sozialdemokraten, der Kommunisten, Demokraten und Bolksparteiler beschlossen worden. Ihre Eröffnung hat sich so verzögert, weil das Zentrum die Verfassungsmäßigkeit diefer Simultanakademie bezweifelte und diese erst vom Reichsgericht bestätigt werden mußte.
Die katholische Kirche sabotiert jedoch die Simultanakademie mit ihrer gemeinschaftlichen, interfonfessionellen Lehrerausbildung nach wie vor. Obschon fie in Baden und Hessen sich mit der herkömmlichen simultanen Lehrerausbildung abfindet, hält sie es in Preußen für eine unerträgliche Belastung der Gewissen, wenn auch nur ein Teil zufünftiger fatholischer Boltsschullehrer in christlichem, statt in tatholischem Geifte ausgebildet wird. Der Kampf des Episkopats gegen die verfassungsmäßige Simultanakademie geht noch immer weiter. Die Bischöfe von Fulda und Limburg haben in ihren Sprengeln unter anderem einen Hirtenbrief verlesen lassen, in dem die Säge vorkommen:
Rein Priest er wird zur Uebernahme des Lehramts in der katholischen Religion die erforderliche Sendung erhalten. Es wird deshalb nicht möglich sein, an der Frankfurter fimultanen Akademie sich die Befähigung zur Erteilung des fatholischen Refi gionsunterrichts zu erwerben. Ein Lehrer aber, der diese Lehrbefähigung nicht befigt, tann nach unseren Grundsäßen für die Ausübung des Lehramtes an latholischen Kindern nicht in Frage tommen.
Auch die firchlichen Blätter werden dazu benutzt, um junge, lehreifrige Katholiken von der Ansteckung an andersgläubige Christen fernzuhalten. Die systematische Aushungerung der Akademie durch die katholische Kirche hat denn auch den Erfolg gehabt, daß sich bisher nur zehn Katholiken zur Aufnahme gemeldet haben.
" Die legten Zeitungsnachrichten, nach denen aus den Mitteln des Grenzprogramms 1927/28 der Proving Ostpreußen nur ein verschwindend geringer Betrag zur Verfügung gestellt werden foll, haben unter den Landwirten des Regierungsbezirts Gum. binnen die größte Empörung hervorgerufen. Gegen diese Absicht erhebe ich im Namen der Landwirtschaft des Regierungsbezirks Gumbinnen ganz entschieden Einspruch. Mit der Berwirklichung dieses Borhabens würden sämtliche Zusicherungen der ver schiedensten Reichs- und preußischen Staatsminister, welche die beber Defensive des Staates gegen die Kirche. Es war nur fondere Lage Ostpreußens in ihren Reden stets betont haben, gebrochen werden. In der ostpreußischen Bevölkerung würde sich dann trotz aller Worte das Bewußtsein einwurzeln, daß Ostpreußen als Stieftfind des Reiches betrachtet wird. Wir erwarten, daß die Reichsregierung die seinerzeit gemachten Versicherungen nun auch trotz aller Widersprüche einlöst."
Die berechtigte Erregung, die aus diesen Protesten spricht, hätte vermieden werden fönnen, wenn Ostpreußens Ber treter im Reichsrat den Bedenten des Ministerpräsidenten Genossen Otto Braun entsprochen und gegen die willkür liche Bevorzugung der füddeutschen Staaten auf Kosten anderer Landesteile Einspruch erhoben hätte. Das war nicht der Fall. Freiherr v. Gay1, ein auf dem rechten Flügel der Deutschnationalen stehender, bei Putschplänen wiederholt als Ministerkandidat genannter Politifer hat, wie fich jetzt mit aller Deutlichkeit herausstellte, die Interessen des von ihm vertretenen Landesteils den parteipolitischen Inter effen der Freunde des Rechts blods geopfert. Alle Proteste, die jetzt aus Ostpreußen gegen die Benachteili
Da hatte sie die großen Augen aufgeschlagen. Sie schaute auf die unberührte Riffenfläche: Hast du auch darauf gelegen mit den- mit den vierzehn?"
Mit welchen vierzehn?"
Mit den vierzehn Engeln."
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Ach so, die von deinem Nachtgebet- wie hat's doch angefangen?" ,, Abends wenn ich schlafen geh', vierzehn Engel um mich stehn ich kann sie doch nicht die ganze Nacht stehen lassen, weiß du, ba hab' ich ihnen Platz gemacht."
foren:
Der Fremde schwieg. Dann wiederholte er nochmals, wie ver Blag gemacht- auch später immer Platz gemacht." Und ging.
Die erste Scholle Erde des Gatten hing aber immer noch in der Luft. Und die Trauerversammlung ftand eine ganze Weile wie erstarrt. Nicht aus Schrecken. Sondern, weil sich auf einmal hinter den letzten Worten das ganze Leben einer Frau mit einer furchtbaren und umfassenden Klarheit an das offene Grab herangeschoben hatte. Einer Frau, die ein Leben lang Blak gemacht hatte, Platz den vierzehn Engeln und den ich überflog zerfnirschte Mienen in die Runde ja, den vierzehn Engeln und den vierzehnmal vierzehn Teufeln.
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Jetzt schlug die Gattenscholle dumpfig auf den Sarg.
Nie mehr wieder fann ich eine Leichenfeier sehen, ohne fragend die Gefichter in der Runde und von da den Sarg zu fragen: Blat gemacht... Blag gemacht?"
Internationale Buchfunffausstellung Lelpzig 1927. Auf einem Breffeempfang im Hotel Esplanade berichtete Prof. Hugo Steiner Prag, der Präsident der Internationalen Buchkunst ausstellung, die in Leipig am 28. Mai er öffnet werden soll, von den Absichten und Zielen, die dieser Ausftellung zugrunde liegen. Sie foll feineswegs eine Fachausstellung sein, die sich nur an die intereffierten Berufskreise wendet, sondern ein Unternehmen von wesentlichem fulturellen Wert darstellen, das alle Kulturmenschen und staaten angeht. Das Buch wird hier als Vertreter des Kunstgefühls seiner Zeit und seines Voltes gezeigt werden. Reunzehn Staaten haben Rollektionen entsandt, die durch besondere Kommiffionen in jedem Lande ausgewählt wurden. Bon den deutschen Künstlern sind eine Reihe persönlich eingeladen. Die freien Einsendungen unterlagen der Jurn des Vereins Deutsche Buchtünstler". Man wird aus dieser Zusammenstellung intereffante Einblicke in die Kunstauffassung der einzelnen Böffer ge winnen tönnen. Denn heute macht sich überall wieder das Be ftreben geltend, Inhalt und Gestaltung des Buches, auch des für Massenverbreitung hergestellten, miteinander in Einklang zu bringen. Geschmackvolle Einbände, guten Drud, flare schöne Schrift, felbft graphische Buchausgestaltung auch den wohlfeilen Bänden mitzu geben. Wie diese Ziele in den einzelnen Ländern erreicht werden, stellung sein. Gleichzeitig wird man dabei auch einen wertvollen dürfte eine der interessantesten fulturellen Darlegungen dieser Aus Ueberblick über den jugendlichen Künstlernachwuchs befonders auf dem Gebiet der Graphit gewinnen. Daneben sollen natürlich die
Die gestrige Eröffnung der Akademie stand so unter dem Zeichen eine Selbstverständlichkeit, daß der Minifter Prof. Becker erklärte: Die katholischen Akademieschüler werden vom Staat genau so behandelt wie die evangelischen." Das schließt das Versprechen an die katholischen, sich gegen den bischöflichen Gewissenszwang auflehnenden Akademieschüler ein, daß sie ohne Rücksicht auf firchliche An- und Einsprüche in den Staatsdienst aufgenommen werden. Auch in Zukunft werden alle Schultypen unter Aufsicht des Staates ftehen. Eine Wiederkehr der alten Kirchenschule ist unter allen Umständen ausgeschlossen.".
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Mit unendlicher Zähigkeit, vor Gericht, durch das Parlament und von der Kanzel herab, verficht die katholische Kirche ihr Ziel, die Lehrerbildung zu fonfessionalisieren und zu beherrschen. Dem gegenüber bleibt die sozialistische Forderung bestehen: Lehrerbildung nicht mit Rücksicht auf Konfession oder Weltanschauung, sondern nach pädagogischen weltlichen Grundsägen
Nichteuropäer gegen Paneuropa. In Budapest haben schon zum amettenmal rechtsextreme Studenten Bersammlungen der Baneuropäischen Union gewaltsam auseinandergetrieben.
Altmeister der Buchfunft nicht zurückgestellt werden. Man wird Corinth , Orlit, Slevogt und viele andere deutsche und ausländische klassische Künstler des Buches hier vertreten finden. An dem dichterischen Gesamtwert Gerhart Hauptmanns , das von den schlichten Erstausgaben bis zu seinen legten großen Dichtungen auf der Ausstellung gezeigt werden soll, wird man die Entwicklung der Buchkunst in Deutschland verfolgen fönnen. Besonders interessant aber wird ein Saal mit Kinderbüchern werden. Auch hier soll nur das Schönste gezeigt werden, was von Künstlern aller Nationen geschaffen wurde. Man darf sich dieser internationalen Bücherschau von Herzen freuen, die einen friedlichen Wettkampf der Nationen darstellen wird und darüber hinaus Anregung geben zu weiterer Bervollkommnung der Leistungen auf diesem Gebiet.
S- ZN
Ein Friedhof von Riesenechsen in Afrika . Die vom britischen Museum entfandte naturwissenschaftliche Expedition, die im Tanganjitagebiet in Oftafrita Ausgrabungen veranstaltet, ist auf Ueberreste von Dinosauriern gestoßen, bie so dicht übereinander geschichtet waren, Es wurden nicht weniger als 30 Riesenechsen verschiedener Art ausdaß es schwer war, fich einen Weg durch den Friedhof zu bahnen. gegraben. Ein besonders gewaltiges Stelett erforderte die Arbeit von 80 Trägern, um es zum Hafen zu schaffen. Man braucht nur durch das Land zu wandern, in der Nähe von Tendaguru, wenn in der heißen Jahreszeit das Gras abgebrannt ist," schreibt ein Mitglied der Expedition in der englischen Fachzeitschrift Natural History Maga zine", um einen Begriff davon zu bekommen, wie ausgedehnt dieser Dinosaurierfriedhof ist. Stürme und Regen haben im Laufe der Jahre die Steinschicht abgeschwemmt, die sich über den Resten der Echsen aufgetürmt hatte, so daß diese heute an der Oberfläche liegen. Man gewinnt den Eindruck, als wenn sich hier ehedem in dem Bett eines Fluffes, der während des größten Teils des Jahres wafferlos war, ein Teich gebildet habe. In der heißen Zeit, in der alles Gras verbrannte und die Flußläufe ausgetrocknet waren, mögen sich die hungrigen und durftigen Lebewesen an den Teich geflüchtet haben, um in der dort spärlich wachsenden Vegetation den Hunger zu stillen und den Durst zu löschen. Hier sind sie dann, als das Wasser vollends austrocknete, zugrunde gegangen. Der Sand bedeckte fie, und der in der Regenzeit einfegende Wafferlauf tat ein übriges, um ihre Reste vollends zu begraben.
Deutsche Schauspieler nach Mostan. Wie ein Moskauer Abendblatt melbet, bat der Oberregiffeur des Moslaner Kleinen Theaters, Lanskoj, in Berlin Berbandlungen mit verschiedenen prominenten Bühnenkünstlern über Gastspiele in Moskau geführt. Wie Lanstoj erklärt, hofft er für die nächste Spielzeit neben Elisabeth Bergner und Käte Dorich hie zu bringen. Schauspieler Kraus, Wegener und Basfermann nach Mostau
Rotterdamsche Courant" zufolge find die Bürgermeister der Städte Amster Grundfähliches Berbof fommuniflcher Filme in Holland . Nieuwe bam, Rotterdam , Haag und Utrecht übereingekommen, ein grundfähliches Berbot für alle Filme, die kommunistisch- bolſchemistische Tendenz aufweisen, zu erlaffen
gestorben. Er hat fich als Architett einen Namen gemacht und fich Karl Sieber, Profeffor an der Technischen Hochschule zu Aachen , it besonders um die Städtebaulunst Berdienste erworben.