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aus diesem Grunde die Obstmengen in die Bevölkerung hinein­geleitet werden, eine Aufgabe, die der Straßenhandel bisher aufs beste gelöst hat. In Berkennung der Bedeutung des Straßenhandels ist er jetzt leider in vielen Städten Deutschlands beinahe bis an die Peripherie verdrängt worden. Der Straßenhandel soll sogar einer Konzessionspflicht unterworfen werden, Bestrebungen sind im Gange, ihn vom Bedürfnis und von der Vorlegung eines Be= fähigungszeugnisses des betreffenden Straßenhändlers abhängig zu machen. Die in Frage kommenden behördlichen Stellen sollten mit aller Entschiedenheit dafür eintreten, daß die in den verzüglich und auch planmäßig weitergeleitet werden können. Hierzu ist notwendig, daß dem Straßenhandel unbedingte Bewe­gungsfreiheit zugestanden wird.

Die modernste Bühne Europas .

In der Staatsoper.

Die Umbauarbeiten der Staatsoper Unter den Linden nehmen einen befriedigenden Verlauf. Noch in diesem Monat werden, nach dem die durch das aufsteigende Grundwasser verursachten Schwierig feiten behoben sind, die Beton- und Fundierungsarbeiten für das Bühnenhaus beendet sein.

Eine ganze Reihe von Brunnen fonnte bereits wieder außer Betrieb gesetzt werden. Die vollkommen gedichtete Betonwanne, die dem aufsteigenden Grundwasser Einhalt gebieten soll, hat eine Ausdehnung von Ost nach West von über 60 Meter und von Nord

nach Süd über 50 Meter. Das im Jahre 1843 erbaute Opernhaus, dessen veraltete Bühne der Neuzeit und vor allem den baupolizei­lichen Vorschriften nicht entsprach, wird nunmehr die modernste und größte Versentungs- und Schiebebühne Europas erhalten. Zu der 28 Meter breiten und 23 Meter tiefen Hauptbühne kommen die beiden neuangebauten Seitenbühnen von je 13 Meter Tiefe und 17 Meter Breite. Die modernisierte Bühne wird die neuzeitlichste Beleuchtungsanlage der Welt erhalten, die, fonstruiert nach den letzten Erfahrungen auf dem Gebiete der Theaterbeleuchtungstechnik, von der AEG. geliefert wird. In einer eigenen neuen Bentrale wird die von der Bewag gelieferte 6000 Bolt Hochspannung auf Dreh- bzw. Gleichstrom um­geformt. Die Versentung der Bühne geschieht auf hydraulischem Bege, und zwar mit hundert Atmosphären Drud. Die Innenein richtung, mit deren Umbau man begonnen hat, wird ebenfalls neu­gestaltet werden. Der Zuschauerraum, der selbst unverändert bleibt, erhält neues Gestühl. Die Treppen werden neugebaut, die Rang­und Parkettumgänge, sowie die Toiletten werden bedeutend ver­größert. Unter das Parkett kommt eine neue Erfrischungshalle. Das Foyer im ersten Rang wird also in Zukunft nur noch als Wandelhalle benutzt werden. Die Garderoben werden in die neue, vergrößerte Eingangshalle verlegt, die genau so groß wie das Foyer sein wird. Trotz des inneren und äußeren Ausbaues bleibt äußerlich der ursprüngliche Knobelsdorfsche Architekturstil erhalten. Mit der Wiedereröffnung der Staatsoper wird für Anfang Januar gerechnet. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf 8,3 Millionen Mart. 900 Arbeiter sind mit den Umbauarbeiten beschäftigt.

Ein Opfer des Verkehrs.

Bon einem schweren Straßenumfall wurde am Freitag abend der 60jährige Rabbiner Dr. Bernhard Königsberger aus der Lothringer Straße 54 auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor betroffen. Der alte Herr wurde von einem Autobus der Linie 28 angefahren und zu Boden geschleudeert. Der Berunglückte murde zur Rettungsstelle in der Mohrenstraße geschafft, wo der Arzt eine ..fleine blutende Kopfwunde" feststellte. Nach der Behandlung wurde Dr. K. in feine Wohnung entlaffen. Gestern nachmittag erschien auf der zuständigen Reviermache ein Berwandter des Berunglückten und teilte mit, daß Dr. K. an den Folgen seiner Verlegungen einem schweren Schädelbruch im Laufe des Vormittags verstorben sei. Daraufhin wurde die Leiche von der Polizei beschlagnahmt. Die polizeilichen Ermittlungen werden sich in der Hauptsache darauf er­strecken müssen, ob der Arzt der Rettungsstelle den Berunglückten mit der nötigen Sorgfalt untersucht hat.

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Die verhängnisvolle Zigarette.

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Ein schweres Brandunglück ereignete fich gestern nachmittag gegen 2 Uhr in dem Hause Buttkamerstraße 9. Die 23jährige Hedwig Seger, die bei einer Frau G. als Untermieterin wohnt, lag mit einer brennenden 3igarette im Bett und ist wahrscheinlich dabei eingeschlafen. Plöglich ertönten aus dem Zimmer laute Hilferufe. Das Bett war in Brand geraten und ehe die S. aufwachte, hatte das Feuer auf die Zimmereinrichtung übergegriffen. Fräulein S., der es noch gelang bas Freie zu ge winnen, hatte aber bereits so schwere Brandwunden davongetragen, daß sie durch die Feuerwehr, die alarniiert worden war, in das Urban- Krankenhaus übergeführt werden mußte. Der Zimmerbrand fonnte nach kurzer Zeit gelöscht werden.

Tripolitaner im Zoo.

Der 300 hat sich auch in diesem Jahre eine Erotenschau ver­fchrieben, der der Berliner sich aber, nach den Worten des Managers, des Afrikareisenden Spaß sowohl wie des Direktors Hed vom 300, nur mit einer gewissen Ehrfurcht, bestimmt aber mit tiefsten Ernst zu nahen hat. Die Indienschau im vorigen Jahre, so hieß es gestern bei der Vorbesichtigung ein wenig geringschäßig, habe ja nur berufsmäßige Gautler, Taschenspieler und Tänzer gebracht. Hier aber habe man es u. a. mit der wahren echten tiefreligiösen Sefte der Aissaonia zu tun und wenn diese Mohammedaner den fpott luftigen ungläubigen Berlinern ihre Zeremonie vorführen, da dürfen fie nicht durch zweiflerisches Lachen gereizt werden. Preisend mit viel schönen Reben gedachte man auch der italienischen Regierung, die endlich die Erlaubnis erteilt habe, ihre geliebten tripolitanischen Landeskinder einschließlich acht Negerinnen dem rauhen deutschen Norden anzuvertrauen. Dafür fonnte Mussolinien auch das Lob aus dem Munde des Direktors Hed ernten, daß es seiner Kolonie Tripolis die Kultur gebracht habe. Mit anderen Worten: Was uns die Tripolitaner einschließlich der Negerinnen dunkelster Her­funft zeigen, hat auch irgendwie etwas mit italienischer Kultur zu tun. Man hat den braunen Gentlemen, die teils zum Halbmond teils zum Davidstern schwören, im 300 ein Stückchen Heimat erbaut mit Moschee, Minaret( eins stand doch schon da) und einer Bajar­Straße. Hier fieht man die tripolitanischen Juden, darunter pracht volle Raffegestalten, Schneider, Töpfer, Elfenbeinschnitzer, Leder arbeiter bei ihren heimischen Handwerken. Eine Truppe von drei Sängern und drei Tänzern ist vorhanden. Der Clou ist eine schöne Jüdin. Dann sind da Araber in flatternden Burnussen, die etwas zahme Reiterei vorführen, indessen in einem echten Wüstenzelt eine Araberfrau vollkommen verängstigt und scheu mit ihren Kinderchen hoct. Araber und der Orden der Aissaonia führen eine zermonien reiche Hochzeitsfeier vor, deren Braut man in einem dicht verhüllten Strandtorb ahnt, den ein Kamel gelassenen Schritts über den märtischen Wüstenfand schaufelt.

Das Schnellbahnnet heute und morgen

Bauten und Pläne.

In der kommenden Woche wird eine der verkehrsreichsten| wesen. Es ist geplant, die Schnellbahn zunächst durch eine Damm­Straßen Berlins , die Königstraße, auf über ein Jahr lang strede bis an die Spandauer Chauffee heranzuführen. Dadurch wird gesperrt sein. Dieses wenig erfreuliche äußere Zeichen lenkt die es den Bewohnern von Spandau und Umgegend ermöglicht, durch Aufmerksamkeit auf eine der erfreulichsten Tatsachen im Berliner eine verhältnismäßig furze Straßenbahnfahrt den Anschluß an Berkehr: die energische Jnangriffnahme der großen Nach der Einführung des Einheitsfahrscheines würde dadurch der Be­das gesamte Schnellbahnnez Berlins zu erreichen. Schnellbahnprojekte, die die Arbeiterwohnungen der völkerung des äußersten Nordwestens Groß- Berlins die 20- Pfennig­Reichshauptstadt mit den Zentren von Industrie und Handel ver­Verbindung mit dem Zentrum gegeben werden, die bisher nur dem binden sollen. Die langdauernde Sperrung der Königstraße erklärt Namen nach bestand, weil die Straßenbahn die großen Entfernungen sich daraus, daß hier, am Schnittpunkt einer fertigen und zweier allzu langsam bewältigte. im Bau befindlichen Strecken, ein groß angelegter Umsteige= bahnhof, der zugleich den Uebergang zur Stadtbahn ermöglicht, geschaffen werden soll.

Der

Es ist noch gar nicht so lange her da schien eine solche Kon­zentration im Berliner Verkehr eine Utopie. Die Ronkurrenz der einzelnen Verkehrsunternehmungen stellte den eigenen Profit über die Bedürfnisse und Notwendigkeiten des Verkehrs felbft. Uebergang von einer Bahnstrecke auf die andere wurde aus Gründen des Profits nach Möglichkeit erschwert statt erleichtert. Es darf baran erinnert werden, daß die jetzige GN.- Bahn"( Gesundbrunnen Neukölln) ursprünglich ein privatwirtschaftliches Unternehmen der tituliert) und in ihrer Linienführung absichtlich sowohl den Moritz AEG. war( daher auch jetzt noch bisweilen fälschlich AEG.- Bahn plak wie den Alexanderplat umging, um mur ja teine Anschlußmöglichkeiten an Hochbahn oder Straßenbahn zu bieten. Seit die Stadt den Welterbau dieser im Kriege ffedengebliebenen Strede übernommen hat, ist hier ein grundfählicher Wandel ein­getreten. Die städtischen Körperschaften waren weitblickend genug ungeachtet der bereits fertiggestellten Tunnelstrecken und ins besondere ungeachtet der bereits vorhandenen Spreeunterführung­Verkehrs entspricht. Der Schildbürgervorschlag, die alte, privat­der Linie diejenige Geftalt zu geben, die allein den Bedürfniffen des wirtschaftlichen Interessen entsprungene Linienführung aus Gründen der Rostenersparnis beizubehalten und beispielsweise den GN.- Bahn­hof mit dem Bahnhof Alexanderplatz durch eine an Länge verdoppelte Neuauflage des unglücklichen Schlauches am Bahnhof Friedrichstadt zu verbinden, ift erfreulicherweise endgültig abgelehnt.

3m Bau befinden sich nunmehr augenblicklich drei Schnellbahnen: die G.- Bahn, die Linie Alexanderplat- Lichtenberg unter der Frankfurter Allee , die etwa dieselbe Bahnhofsdichte wie die Nord­südbahn erhält und in der Verkehrsziffer vermutlich den Wettbewerb mit dieser aufnehmen wird, und endlich die Fortsetzung der Nordsüd­bahn vom Kreuzberg bis nach Tempelhof hinein, die leider an der Boruffiaftraße vorläufig steden bleiben soll, ohne den Anschluß nach Boruffiaftraße vorläufig steden bleiben soll, ohne den Anschluß nach Mariendorf zu erreichen. Nach der Fertigstellung diefer Streden merden mir also zwei sich verlängernde Ost- West- Züge des Schnell­verfehrs haben, von denen der eine( Lichtenberg Alexanderplatz) in die Stadtbahn mündet, während der andere, an der Warschauer Brücke beginnend, einstweilen tot" im Stadion endet. Die selbstverständliche Verbindung diefer beiden Strecken durch das Stüd Barschauer Brüde Frankfurter Allee ist vorläufig noch nicht in den Bauplan einbezogen. Dagegen ist die Verlängerung über das Stadion hinaus bereits Gegenstand eingehender Erwägungen ge

Wieder ein nenes Wohnungsbauprojekt.

Dem Berliner Magistrat liegt seit einiger Zeit ein Bauprojett über 15000 Wohnungen vor, diesmal von deutscher Seite, und zwar von der Firma Schrobs­dorff. Wie wir hierzu von Magistratsseite hören, ist das Bau­grundstüd noch nicht bestimmt. Die Bedingungen, unter welchen die Firma die Wohnungen vergibt, unterliegen noch den Verhand lungen. Sie werden vor allen Dingen abhängig davon sein, ob und in welchem Umfange die Firma Rapital beschaffen kann. Soweit heute schon mitgeteilt werden kann, nähern sich die Bedingungen dem amerikanischen Projekt, doch scheint die Firma durch die Ver­fnappung des Geldmarktes in jüngster Zeit einigen Schwierigkeiten zu begenen. Es scheint aber, als ob die deutschen Mieter aus der Qual der Erwartungen, Versprechungen und Hoffnungen niemals herausfämen, es fei denn, daß sie, wie die Konsumgenossenschaften, fich durch Genossenschaftsverbände selber helfen.

Am nächsten Sonntag für 23 M. nach Helgoland

Wie die Reichsbahndirektion mitteilt, wird am Sonnabend, dem 11. Juni, bei ausreichender Besehung ein Sonderzug 4. Klasse zu ermäßigten Fahrpreisen nach Hamburg verkehren. Der Zug fährt ab Berlin Lehrter Bahnhof 13.02 Uhr. Am Sonntag, dem 12. Juni, ist für die Sonderzugsteilnehmer eine Dampferfahrt nach Helgoland vorgesehen. Der Aufenthalt auf helgo­I and beträgt etwa 4 Stunden. Am Montag früh trifft der Zug wieder in Berlin ein, so da die Teilnehmer das Ber­gnügen haben werden, fich, ohne geschlafen zu haben, unmittelbar aus dem Zug an ihre Arbeitsstätten zu begeben. Der Fahrkarten verkauf beginnt in Berlin am Mittwoch, dem 8. Juni.

Der Wintergarten hat nach einer Monatspause seine Pforten wieder geöffnet. Man stößt im Programm alsbald auf gute alte Bekannte wie Ludwig Amann, von dem man ahnt, daß er die Kunst der Mimit ausübt, um mit den Masten Bismarcks und des alten Frizz sich den Beifall zu holen, ohne den er nicht leben tann, der wackere Alte. Eine etwas zaghafte Berbeugung vor der nun unseres Frig Ebert. einmal nicht abzuftreitenden neuen Zeit ist Amanns Maske Reihe beachtenswerter Staatsmänner der neuen Zeit, lebende wie unseres Friz Ebert. Wir haben doch zweifellos noch eine ganze tote, deren Darstellung lohnend wäre. Auch die Hamburger Brüder Wolf find bekannt. Der Zahnatt der Schwestern Balzer, die Bambusbalanzen der Carasco- Truppe und die Rad. gymnastik der Deblars find gute wackere Artistik. Die wölf Pompey Girls treten zweimal auf und man sieht sie mit dem üblichen Wohlgefallen. Höchste Klasse hingegen sind Little Alfreds fußballspielende Hunde, die mit so glänzendem Können und einer solchen hingebenden Bravour bei der urtomisch follern. Köstlich sind auch, wegen ihres komischen Partners, die wirkenden Arbeit sind, daß einem die Lachtränen nur so herab­Ringturner Alsvin und, Kenny, brillant die drei Aragon Allegris auf dem Billard, das in Wirklichkeit ein Trampolin ist. Der Clou des Abends ist Frau Dagma mit ihrem ,, räum­lichen Fernsehen". Die Leistungen dieser Frau sind in der Tat sehr rätfelhaft und verblüffend.

Die Juristische Sprechstunde fällt am Dienstag, dem 7. Juni, aus.

ongeri statt. Das Bellenbad wird ununterbrochen geöffnet fein; ab Luna- part. An beiben Pfingstfeiertagen findet ab 6 morgens früh 3 Uhr finden auf dem Mittelpodium fortgefekt artistische Borführungen statt. Der Part mit allen seinen Attrattionen ist an beiden Feiertagen ab 3 Uhr

in vollem Betrieb.

bis

Eine zweite bedeutsame Verlängerung der Ost- West- Strede ver­danft ihren Ursprung der wachsenden Bedeutung Berlins als Messe­stadt. Auch nach dem Ausbau des Bahnhofs Kaiserdamm ist der Anschluß des Messegeländes an das Schnellbahnnek noch recht un­befriedigend. Es ist deshalb geplant, die Stummelstrede Wittenberg­play- Uhlandstraße unter dem Kurfürstendamm Halensee und von hier aus in scharfem Knid mitten durch das Messegelände bis an den Bahnhof Heerstraße zu leiten. Auch dieses Projekt ist bereits spruchreif und wird in allernächster Zeit verwirk­licht werden. Die Rentabilität der Strecke steht bei dem großen Messeverkehr außer jedem Zweifel- soweit bei Schnellbahnstrecken allerdings betont werden, weil in weiten Kreisen der Bevölkerung überhaupt von einer Rentabilität gesprochen werden kann. Dies muß auch heute noch der Glaube herrscht, daß eine Untergrundbahn ein Ueberschuß abwerfendes Unternehmen sei. Das ist ein Irrtum. Alle Ueberfüllung der Wagen darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Anlagefoften einer Untergrundbahn so hoch find, daß auch der beste Betrieb teine nennenswerten Ueberschüsse zu erzielen vermag. Darum wäre ja auch ohne die Betriebsgemeinschaft aller städtischen Berkehrsunternehmungen niemals der Ausbau des Untergrundbahn­Untergrundbahn allein hätte es aus den Ueberschüssen ihres Be­neges in dem jetzt vorgesehenen Umfange möglich gewesen. Die triebes niemals geschafft.

Das letzte Projekt, das in der nächsten Zeit verwirklicht werden wird, betrifft die Verlängerung der Nordstrede der alten Hochbahn über den Bahnhof Nordring hinaus bis nach Pankow und Nieder­fchönhausen hinein. Die Hochbahnstrecke wird dort wieder unter die Erde himuntergehen und vorläufig beim Schloß Niederschönhausen enden.

Alles in allem also ein überaus umfangreiches Programm, viele Projekte selbständiger und ergänzender Art, die das Schnellbahnnetz der Reichshauptstadt vervolltommnen sollen. Manche un­liebsame Buddelei", manche noch unliebsa mere Sperrungen wichtiger Straßenzüge werden wir dafür auch in Zukunft mit in den Kauf nehmen müssen. Es ist des Berliners alt­perbrieftes Recht, darüber zu schimpfen! Wir sollten aber über den Temperamentsausbrüchen des Augenblicks nicht vergessen, daß ein paar Monate der Unbequemlichkeit durch Jahre und Jahrzehnte besserer Berkehrsmöglichkeiten reichlich auf­gewogen werden, und daß aller Schnellbahnverkehr inmitten der immer noch wachsenden Riesenausmaße des größten Wirtschafts­zentrums Deutschlands legten Endes doch der arbeitenden Bes volterung zugute kommt.

Tödliche Fliegerabstürze in Frankreich .

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Tragisches Ende eines Militärarztes. Paris , 4. Juni .( TU.) Auf dem Flugplay von Villa Coublay stürzten Hauptmann Juif und Adjutant Malbet ab, nachdem sie mit ihrem Großstreckenflugzeug sich nur 100 Meter vom Boden erhoben hatten. Beim Aufprall fing das Flugzeug Feuer, und beide Flieger fonnten nur als halbvertohlte Leichen geborgen werden. Es handelte sich um einen der letzten Probeflüge für den Streckenflug Paris - Bairut.- Unter besonders tragischen Umständen spielte sich ein Flugzeugunglück auf dem Platze von Cauderan bei Bordeaur ab. Der Militärarzt Leach, der seinen erst en Flug antrat, setzte seine betagte Mutter telephonisch hiervon in Kenntnis und bat sie, seiner Landung beizuwohnen. Als das Flug­zeug in geringer Höhe über den Platz fortschwebte, begrüßte der Arzt, sein Käppi schwingend, die Mutter, die er unter den Zuschauern er­fannt hatte und rief ihr die Worte zu: Gleich bin ich bei dir!" 100 Meter ab und zerschellte auf dem Boden. Der Arzt war sofort tot. Kurz darauf facte der Apparat infolge eines Windsprunges um

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Das Unwetter wütet fort.

Schlesien schwer heimgesucht.

Breslau , 4. Juni .( Mtb.) Gestern abend und heute vormittag gingen über Nieder- und Mittelschlesien außer= ordentlich schwere Unwetter nieber. In Breslau ent­luden sich die Gewitter gestern abend gegen 11 Uhr und heute morgen gegen 4 Uhr. In der Provinz schlug der Blik in Zilzendorf in das Gebäude der Dominialschmiede ein. Die Schmiede brannte voll­2eichen geborgen werden. Die Frau eines Kutschers, die gerade ständig nieder. Zwei Frauen konnten nur als völlig perfohlte ihr Kind stillte, verlor vor Schreck die Sprache. Auf dem Dominium Johnsdorf im Kreise Brieg wurden zwei Knaben auf der Weide vom Blig erschlagen. In Lichtenberg bei Grottfau ging ein Sägewerk in Flammen auf. Im Neuroder Gebirgskreis, in Waldenburg sowie in der Gegend von Görlitz richtete das Un­wetter außerordentlich schweren Schaden an. In Schwoitsch bei Breslau wurden zwei Mädchen in einer vom Felde heimkehrenden Gruppe vom Blitz getroffen. Ein Mädchen wurde getötet, das zweite

erlitt schwere Berbrennungen.

München , 4. Juni .( WTB.) Aus verschiedenen Teilen Bayerns liegen Meldungen über schwere Gewitter vor. U. a. gingen Wolfen­brüche im Na a btal und in der Gegend von Weiden in der Oberpfalz nieder. Die Kanäle fonnten hier die Wassermassen nicht mehr fassen, und das Wasser drang in viele Keller ein. In Remmel­berg schlug der Blizz in zwei große Bauernhöfe ein und zündete. Ueber Dillingen und das ganze Donautal zog ebenfalls ein schweres Unwetter. In Dillingen hat auch der Sturm in den Obst­gärten und den Anlagen der Stadt gewaltigen Schaden angerichtet. Bon der städtischen Badeanstalt hat der Sturm die Badekabinen fortgeriffen und nach Hochstädt getrieben. Wirbelstürme in Schweden .- Flutwelle in Bornholm .

Kopenhagen , 4. Juni .( Mtb.) In der Nacht zum Donnerstag hat ein müftes Unwetter, das Gewitter, Wirbelstürme und Wolken­viel Schaden angerichtet. Aus allen Teilen des Landes werden brüche mit sich brachte, in ganz Dänemark und Südschweden Hofbrände durch Blizschlag gemeldet. Selbst in Kopenhagens mitt­lerem Stadtgebiet mußte die Feuerwehr zu Hilfeleistungen herbei­eilen. Besonders schlimm ist die Insel Bornholm in

Scharlachberg Meisterbrand