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Besizer von Kleinwohnungen über die Bevorzugung der anderen fennt feine Grenzen, so daß die faschistische Regie­rung es wieder einmal erfahren kann, daß es nicht immer flug ist, die Vorsehung zu spielen.

Alle Lobeshymnen der faschistischen Presse können natür­lich darüber nicht hinwegtäuschen, daß die Aufwertung gerade in Italien besonders viel Mißstimmung gegen die Regierung hervorruft. In Regierungsfreisen sagt man wohl: das fümmert uns menig, eine Mißstimmung, die sich nicht äußern fann, ist praktisch belanglos. Immerhin ist die Regierung nicht gleichgültig gegen die Stimmung, was man aus den be­ständigen Versicherungen demagogischer Art, so der Ab­schaffung der Festlichkeiten, der Sorge um die Aufrecht­erhaltung der Löhne sieht. Die Festlichkeiten dauern in phantastischem Ausmaß fort. Man weiht ein, segnet ein, feiert Gedenktage, fegnet Fahnen, enthüllt Bildnisse, daß einem geradezu schwindlig dabei wird.

Sowjetgranaten und Kommunistenlügen.

Geschrei der Ertappten.

Die Rote Fahne " versucht heute morgen befehlsgemäß die KPD . aus der fläglichen fommunistischen Niederlage im Rünstler­Prozeß herauszulüçen. Sie behauptet wieder einmal, die Grana­tenheze" sei endgültig erledigt" worden, Künstler habe nicht den geringsten Beweis beigebracht.

Das ist kommunistische Lüge Nummer 1. Wir werden die Kommunisten nicht aus der Zwangslage entlassen, ihre Schande in der Sowjetgranatenfache immer wieder anhören zu müssen. Wir stellen noch einmal fest, daß die deutsche Regierung die Lieferung

von Sowjetgranaten an die Reichswehr in den Jahren 1925 und 1926 amtlich zugegeben hat. Ge­noffe Künstler teilte vor Gericht mit,

daß er in einer vertraulichen Sigung des Sparaus. schusses des Reichstags in Gegenwart der fommunistischen Ab. geordneten Torgler und kreuzburg den Reichswehr­minister gefragt habe, ob die Mitteilungen über die Beziehungen zwischen Sowjetrußland und der Reichswehr auf Wahrheit beruhen. Daraufhin habe Gehler erklärt, daß die Sowjet­regierung nach Beendigung des russisch - polnischen Krieges an die Reichsregierung herangetreten sei und um Unterstützung beim Aufbau der ruffifchen Rüstungsindustrie gebeten habe. Mit der Durchführung der Berhandlungen wurde der damalige Chef der Heeresleitung, Generaloberst v. Seedt, betraut. Im Jahre 1921 fei von der Reichswehr russische Munition bestellt und in den Jahren 1925 und 1926 geliefert worden. Die kommunistische Reichstagsfraktion jei also über den ganzen Sachverhalt vollkommen unterrichtet und leugne die Berbindungen nur noch, weil sie sich vor ihren eigenen Angehörigen schäme."

Der Sachverhalt ist also so, daß die im russisch - polnischen Krieg unterlegene Sowjetregierung deutsche Hilfe zur Rüstung nachsuchte, und daß die deutsche Reichswehr als Gegenleistung Munitions. lieferungen forderte und erhielt.

Es ist richtig, daß die Sowjefregierung der Reichswehr Grana­fen geliefert hat.

unterrichtet ist.

Es ist richtig, daß die kommunistische Reichstagsfraktion davon Es ist richtig, daß die Rote Fahne" davon unterrichtet ist und frohdem bewußt ihre Leser anlügt.

Kommunistische Lüge Nummer 2. Gestern druckte die Rote Fahne" eine Korrespondenzmeldung ab, daß die Reichswehr den Brozeß hintertreiben wolle. Sie nahm die Meldung für wahr und erzählte von der Angst, die man angeblich im Reichswehrmini­sterium habe. Heute schreibt sie dreist und gottesfürchtig:

giftere."

" Ja, eine Künstler nahestehende Korrespon denz verbreitete die phantastische Meldung, daß man jogar im Reichswehrministerium vor den Enthüllungen Künstlers Gestern Wahrheit, heute phantastische Meldung? Immerhin- die Leute von der Roten Fahne" sind ihr Geld wert. Sie haben gelernt, daß es die Begriffe Wahrheit und Ehrlichkeit für echte Leninisten nicht geben darf, und daß man verstehen muß, heute

"

weiß zu sagen, wo man gestern schwarz fagte. Virtuofen der Lüge.| Bir ziehen den Hut vor den faltblütigen bewußten Lügnern in der Redaktion der Roten Fahne".

Eigenlob stinkt!

Die neue Weisheit".

"

Unter der Ueberschrift: Die neue Weisheit" schreibt Herr von Sobenstern in der Deutschen Beitung" diese klas fischen Säge:

Die Deutsche 3eitung" hat ja bereits vor Rückkehr der deutschen Abordnung aus Genf darauf hingewiesen, wie man den völligen Mißerfolg der deutschen Abordnung bemänteln und beschönigen werde. Sie hat wieder einmal eine politische Sehergabe entwideft, wie man sie sonst felten antrifft."

Das ist in der Tat eine neue Weisheit! Mit lautem Munde rühmt sich Herr von Sodenstern seiner politischen Sehergabe. Eine Eigenliebe, wie man sie sonst selten antrifft"!

Nun, außer durch Herrn von Sodenstern selbst und seinen Klüngel ist ja auch von dieser politischen Sehergabe im deutschen Bolte bisher sehr wenig entdeckt worden!

Erwerbslosenfürsorge in Preußen.

44 Millionen im Vorjahr verfallen, weil von den Instanzen nicht beansprucht.

Im Hauptausschuß des Landtages machte am Mon tag Wohlfahrtsminister Hirtfiefer die überraschende Mitteilung, daß im Vorjahr der Betrag von 44 Millionen Mark, der zur Förderung der produktiven Erwerbslosenfürsorge noch zur Verfügung stand. von den Gemeinden und anderen zuständigen Instanzen nicht er­hoben worden ist. Dieser Betrag ist inzwischen verfallen und kann deshalb für das laufende Etatsjahr keine Verwendung mehr finden. Der Ausschuß gab seine Zustimmung, daß zur verstärkten Förderung Don Maßnahmen der produktiven Erwerbslosenfür von Maßnahmen der produktiven Erwerbslosenfür forge 100 millionen Reichsmart dem Staatsministerium zur Verfügung gestellt werden. Der Finanzminister soll ermächtigt sein, diese Mittel im Wege des Kredites zu beschaffen.

Zur Förderung der Bautätigkeit auf dem Gebiete des Wohnungswesens follen weitere Staatsmittel zur Verfügung gestellt werden. Der Landtag soll beschließen, daß das Staatsministerium im Anleihewege 18 millionen Reichsmart bereit ftellt, die als staatliche Arbeitgeberdarlehen bei Wohnungsbauten für preußische Staatsbedienstete Berwendung finden sollen.

Bund der Sozialbeamten.

off b Hauptversammlung in Berlin .

Dieser Tage hat im Provinziallandtagssigungssaal die zweite Hauptversammlung des Bundes Deutscher Sozial beamten" stattgefunden. Der erste Borsigende des Bundes, Genosse mennide, begrüßte die Bertreter der Behörden und Verbände, von denen Ministerialrat von Gemingen als Bertreter des Reichs arbeitsministers und Frau Ministerialrat Weber als Vertreterin des Wohlfahrtsministers Worte der Begrüßung an die zahlreich erschienenen Sozialbeamten richteten. Dann nahm Stadtrat Dr. Muthefius das Wort zu seinem Vortrag über das Thema: Der Sozialbeamte in der Berwaltung". Er stellte die charakteristischen Unterschiede des neuen Typus des Sozial beamten gegenüber dem alten Typus des Berwaltungs. beamten heraus, wies aber dann mit Nachdruck darauf hin, daß beide Typen auf eine gegenseitige Annäherung und ver trauensvolle 3ufammenarbeit namentlich die Wohlfahrts- und Jugendwohlfahrtsämter fönnten auf angewiesen feien. die Dauer nur mit Berwaltungsbeamten arbeiten, die mit dem Geifte des sozialen Berständnisses erfüllt und von dem Willen zu echter sozialer Hilfe befeelt seien. Auf die Notwendigkeit der vertrauensvollen Zusammenarbeit von Sozialbeamten und Verwaltungsbeamten wies in der Diskussion mit besonderem Nachdruck auch Frau Ministerial rat Weber hin. Von einigen in der praktischen Arbeit stehenden Fürsorgern wurden Momente herausgehoben, die die Zusammenarbeit

müdenden

erschweren, wie z. B. bureaukratische Tageseinteilung, ble für Ser Sozialbeamten von vornherein undurchführbar sei.

Der Verlauf der ganzen Veranstaltung hat alle Teilnehmer sichtlich befriedigt. Im Anschluß fand eine geschlossene Mitz gliederversammlung des Bundes statt, in der der Charakter des Bundes als Berufsgruppe, die keinerlei gewerkschaftliche Kon furrenz bedeute, noch einmal mit aller Klarheit herausgestellt wurde. Der Bund hat im wesentlichen die Aufgabe, alle in der sozialen Arbeit berufstätigen Männer zu sammeln, sie zum Bewußtsein der inneren Voraussetzungen ihrer Berufstätigkeit zu bringen und auch bei den Behörden die Anerkennung dieser Voraussetzungen zu era

reichen.

Ein Wochenendausflug in die Jugendherberge Schloß Löwens berg, an dem fich zahlreiche Sozialbeamte mit ihren Frauen be teiligten, gab der Veranstaltung den gelungenen Abschluß.

Ungarn und der Völkerbund . Budapester Stimmungsmache für den Austritt. Wer steht dahinter?

Die abermalige Bertagung der Ratsentscheidung über dert ungarisch rumänischen Schiedsgerichtskonflikt hat in der Budapester Presse ungeheure Entrüstung hervorgerufen. Sichers lich nicht zu Unrecht. Denn die ganze Einrichtung des Völkerbundes läuft Gefahr, in Mißkredit zu geraten, wenn der Rat in fast allen schwierigen Fragen jene Scheu vor der Verantwortung beweist, die auch in Pariser und Londoner Pressestimmen scharf­tritifiert worden ist.

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Die Nichtbehandlung der albanischen Angelegenheiten durch den Rat, die Bertagung des rumänisch - ungarischen Konfliktes sowie des Danziger Antrages über das Munitionsdepot auf der Westernplatte und, wenn man will, auch die Bermeidung eines öffentlichen kontra­diktorischen Verfahrens zwischen Deutschland und Litauen über die Memel - Beschwerde das find etwas allzu zahlreiche negative Leistungen für eine einzige Ratstagung. Darüber wird aber bis zur Septemberfagung in Presse und Parlament noch manch ein ernſtes Wort zu reden sein. Bezeichnend ist es indessen, daß in ungari­schen politischen Kreisen Stimmung für einen Austritt un­garns aus dem Völkerbund gemacht wird. Bei den engen Beziehungen zwischen dem Ungarn Horthys und Bethlens und bem Italien Mussolinis darf man diese Austrittspropaganda nicht als eine bedeutungslose Stimmungsmache nationalistischer Elemente von vornherein unterschäßen. Gewiß fann der Völkerbund Ungarn unvergleichlich leichter entbehren als Ungarn den Völkerbund. Aber man weiß auch, welcher Art die Kräfte sind, die diese Austritts­bewegungen in verschiedenen Ländern unterstützen: das Ausscheiden Brasiliens und Spanien s im Vorjahre wäre höchstwahr­scheinlich nicht erfolgt, wenn nicht das faschistische Italien diese beiden Mächte heimlich zu ihrem Austritt ermuntert hätte. Dem faschistischen Italien ist der Völkerbund ein unbequemes Hindernis in der Verfolgung seiner imperialistisch- aggreffiven Pläne Es will ihn aushöhlen, um ihn zu diskreditieren und schließlich zu zerstören. Schon hat die Drohung Italiens mit seinem 2ustritt die Ratsmächte von der Behandlung der albani schen Probleme abgehalten, die nach dem Wortlaut und dem Geist des Statutes eine Selbstverständlichkeit hätte sein sollen. Daß jezt Stimmen gerade in Ungarn Stimmen gerade in Ungarn wenige Wochen nach dem Besuch

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Bethlens bei Muffolini laut werden, die ebenfalls den Austritt propagieren, zeigt noch einmal, wohin die Reise nach faschistischen Wünschen gehen soll. Das ist für die Völkerbundsstaaten, besonders für jene, die jetzt im Rate vertreten sind, eine eindringliche Lehre: Die Verschleppungs- und Ausschaltungsmethoden, die die foeben verflossene Ratstagung charakterisiert haben, sind auf die Dauer für die ganze Institution des Bölferbundes viel gefährlicher als eine noch so schwierige Kraftprobe in aller Deffentlichkeit.

Der polnische Sejm hat sich das Selbstauflösungsrecht gegebent. Die für diese Verfassungsänderung notwendige 3weidrittelmehrheit ist knapp erreicht worden. Die Regierung hielt sich demonstrativ von der Parlamentsberatung fern.

Der litauische Staatspräsident Woldemaras war am heutigen Bormittag bei Stresemann . Reichsaußenminister Dr. Strei mann empfing heute den litauischen Staatspräsidenten Woldemaras, der ihm in Begleitung des litauischen Gesandten einen Besuch machte.

Laban- Uraufführungen in Magdeburg. minden absoluten Motive hatte Laban, der hier selber für die matisch ist. Es war eine Mäuseausstellung, auf der tostbare Mäufe

Die drei Uraufführungen, die Laban auf Einladung der Deutschen Theaterausstellung in der neuen Magdeburger Stadt halle veranstaltet hat, gaben Aufschluß über seine jüngste Ent­wicklung. Um es gleich zu sagen: Diese neue Richtung ist durchaus

nicht erfreulich.

Wir wissen, was wir Labán schuldig find. Er hat der Tanzkunft neue Wege gewiesen. Wege der Ausdrudskultur. Aber nun scheint es fast, als habe er sich festgefahren, oder was noch schlimmer ist sei vom ursprünglichen, gesunden und fördernden Wege abgekommen. Dieser ehemals so fonzentrierte und ungeheuer ge­

wissenhafte Lehrer ist zum Großbetrieb übergegangen: in vielen deutschen Städten unterhält er Schulen, die von seinen Helferinnen geleitet werden. Mit den Zöglingen dieser Lehranstalten, auf die er feinen unmittelbaren Einfluß mehr haben kann, bestreitet er seine Aufführungen. Die eigene Arbeit tritt immer mehr zurück, die der Unterleiter drängt sich dazwischen. Auf diese Art tommt gleich zeitig eine technische Ungleichmäßigkeit und eine dilettantische Unzu länglichkeit in feine jüngsten Aufführungen.

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Soviel über die Mängel, die organisatorische Ursachen haben. Bedenklicher noch erscheint ein Hang zum Rompro misseln, der deutlich aus diesen Magdeburger Aufführungen spricht. Man tönnte allenfalls für den Rückfall in die satirische Pan­tomime, als die sich das zweite Stück, Na dy t" darstellt, die Leiterin Ruth Löser mit verantwortlich machen vor allem auch für die Unfähigkeit der Regie, große Maffen zu gliedern und rechtzeitig zu lösen. Was sich als Berspottung der amerikanisierten, in der Jagd nach Genuß sich erschöpfenden Gegenwart ausgibt, scheitert völlig an dieser Unfähigkeit der Chorregie, um so mehr, als man dergleichen von den Russen sehr wikig und schmissig gesehen hat. Es scheitert aber auch an den Zutaten: einer Mufit, die nur Kato­phonien bietet, aber feinen Wig, an einer in Farben ebenso dis harmonischen Ausstattung. Noch weiter rückwärts geht es mit dem Ritterballett" des dritten Abends, zu dem Beethoven die Musik liefert. Eine romantische Pantomime mit historischen Kos stümen, mit edlen Rittern und heiligen Frauen und Dämonen und Gespenstersput mie in Robert dem Teufel". Einmal wollen fich aufrührerische Bauern an den heiligen Frauen vergreifen, auf die offenbar die Blaublütigen das Borkaufsrecht haben. Aber da werden fie von den Edlen errettet und das üble, stinkende Proletarier gefindel wird in die Flucht getrieben. Die Ritter brauchen bloß die Hand aufzuheben. Eine ranzige Angelegenheit. Aber sie trifft ins Schwarze des Bürgergemüts, und der pfeifende Zuschauer vom Abend zuvor verwandelt sich in einen begeistert flatschenden und jubelnden. Gott schüße dich vor diesen Freunden, fieber Meister! Aber selbst das Rernftüd der ganzen Vorführung Titan ", als Beethoven- Ehrung gedacht, litt an dieser stilistischen Zwiespältigkeit. Zwischen die allzu herben und in ihrer häufigen Wiederholung er­

Regie zeichnete, ein Intermezzo" eingeschoben, das beffer weg geblieben wäre. Auf das Beethovensche Septett war eine recht läppische Biedermeiergeschichte, so eine Art 3weimäderlhaus", drauf­gepfropit worden, von Laban felber mit fast grotesker Inbrunst, von seinen Aſſiſtenten aber mit hölzerner Ungeschicklichkeit getanzt. Das Rammerorchester hatte man unbegreiflicherweise wie eine Jazz- Band auf die Bühne gefeßt, unmittelbar neben das unwahrscheinliche Biedermeierhäuschen, so daß jeder, der aus der Tür trat, sich erst an den Musikern im modernen Frad vorbeillemmen mußte. Ein Regisseur, der so etwas seinem Publikum in Botschappel oder Kötzschenbroda zumutete, würde vermutlich mit faulen Eiern zu

rechnen haben.

So schillert also der neuste Laban in allen Stilschattierungen. Auch zwischen dem absoluten Tanz und dem mit Mufit begleiteten at er ein Kompromiß gesucht. Die Musit setzt stellenweise ein und bricht plötzlich ab, um nach längerer Zeit erft sich wieder zu betätigen. was dazwischen liegt und von dem Getrappel und Gestampfe der vielen nadten Füße recht unschön begleitet wird, wirft wie Löcher. Es wäre von Herzen zu wünschen, daß Laban aus diesem fritischen Uebergangsstadium heraustäme. Anstatt sicher voran. aufchreiten, schwankt er. Vielleicht liegt es auch daran, daß er sich aus einem Künstler in einen Unternehmer verwandelt hat.

Hermann Hieber.

Lehmbruds Kniende" als Denkmal. In den neugestalteten Blaganlagen vor der Städtischen Tonhalle in Duisburg , im Zentrum der Stadt, ist jetzt die Kniende" von Wilhelm Lehmbrud, von der auch unsere Nationalgalerie( Kronprinzenpalais) einen Ab guß besitzt, aufgestellt worden. Damit wurde ein bahnbrechendes burg in Bronze vorhanden war, der Deffentlichkeit an hervor Bert neuerer Blaftit, das feit zwei Jahren im Museum von Duis ragendem Blaze übergeben. Duisburg , die Heimatstadt Lehmbrucks, hat schon vor Jahren in dem Sißenden Jüngling" von Lehmbrud auf dem Ehrenfriedhofe ein ergreifendes Kriegerdenkmal erhalten. Es ist überaus begrüßenswert, daß mitten im stärksten Industrie­leben solche starke Runft aufgestellt wird. Duisburgs Vorbild, Kunst­merte nicht nur in Museen aufzuftapeln, sondern unmittelbar ins Leben hineinzusehen, verdient Nachahmung in anderen Städten.

Der internationale Welttheater- Kongreß wurde Montag in Baris durch Firmin Gémier eröffnet. Die deutsche Bühnen­genossenschaft ist auf diesem Kongreß durch ihren Vorsitzenden vorgesehen. Die Tagesordnung umfaßt alle Fragen, die die Be Ridelt vertreten. Für die Arbeiten des Kongresses find sechs Tage ziehungen der Direttoren und der darstellenden Künstler zum Theater betreffen. Außerdem soll ein Organisationsstatut für die der Vereinigung angeschlossenen nationalen Gruppen ausgearbeitet werden.

Eine foftbare Maus. In Chilago fand jüngst eine eigenartige Ausstellung statt, die von dem America Mouse Club" veranstaltet wurde und für die Geistesverfassung mancher Schichten fympto­

eremplare vertreten waren. Die Mitglieder dieses eigenartign Klubs haben sich zu der Vereinigung zusammengeschlossen, unt feltene Mäusearten zu züchten und zu sammeln. Die Mäuse ausstellung in Chifago zeigte, mit welchem Erfolg der Mäuseflub seine Bestrebungen verfolgt hatte, benn es waren an 1000 ver­fchiedene feltene Exemplare von Mäusen hier zu finden. Alle ge­wöhnlichen Mäuse waren natürlich ausgeschloffen. Dagegen gab es feltene indische, chinesische und afrikanische Mäuse von ungeheurer Größe bis zur kleinsten Maus, die nicht viel größer als ein großer Käfer war. Eine dieser kleinsten Mäuse, die angeblich ein sibirisches Eremplar fein soll, aber von einem der Mäuseklub- Mitglieder ge stellen, da sie nur selten in diesem schönen kleinen Exemplar gedeiht. züchtet worden war, soll den ungeheuren Wert von 30 000 m. dar Der Besizer der Maus erklärte, daß ihm von dem Millionär Smith, der auch zu dem Mäuseklub gehört, sogar 100 000 m. für die Maus angeboten wurden, ohne daß er auf das Kaufgebot ein­gegangen wäre. Die Maus für 30 000 m. befam ein goldenes mit Brillanten besetztes Halsband als Ehrenpreis. Höher läßt sich die Narretei kapitalistischer Liebhabereien wohl kaum treiben!

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Der unblutige Aderlaß. Durch zwei Aerzte der Berliner Cha­rité, Bollheim und Brandt, ist festgestellt worden, daß die intra­Denöje Injektion von 10 Kubitzentimeter deftilliertem Wasser genau die gleiche Wirkung hervorruft wie der Aderlaß. Nach einem Be richt in Reclams Universum wird dadurch nach ein bis zwei Stunden eine deutliche Blutverdünnung, eine Berringerung des Eiweiß­gehaltes sowie eine Verminderung der zirkulierenden Blutmenge unt 20 bis 40 Prozent hervorgerufen. Der normale Blutdruck bleibt unverändert, während der krankhaft erhöhte Blutdruck sinkt.

Zeit in Moskau begründet worden. Dies Obuch- Institut" enthält Ein Inffituf zum Studium der Berufskrankheiten ist vor einiger der Deutschen Medizinischen Wochenschrift" zufolge eine Klinit, eine Politlinit, eine diätetische Küche, ene Beratungsstelle und eine Ab­die Arbeitsverhältnisse in 55 Unternehmungen mit zusammen 26 625 teilung für berufliche Eignungsprüfungen. Das Institut hat bisher Arbeitern untersucht. Die Forschungsergebnisse des Instituts er scheinen in einem eigenen Drgane unter dem Titel Gesunde Arbeit und Revolution der Lebensweise". Daneben werden noch Merk blätter für die Arbeiter herausgegeben.

Ferdinand Tönnies 3n Ehren. Der Parteivorstand bat an Professor Ferdinand Tönnies folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: Bum goldenen Doltorjubiläum sendet der Borstand der deutschen Sozialdemokratie dem Bahnbrecher loziologischen Wissens und streitbaren Förderer sozialen Denkens herzlichste Blüdwünsche.

Für die Volfsbühne hat Direktor Frik Holl Bert Brechts Komödie Erich Engels Anfang Dtiober im Theater am Schiffbauerdamm statt. Mann ist Mann" erworben. Die Erstaufführung findet unter der Regie

Dr. Erben vom 16. bis 24 September in Graz statt. Gleichzeitig hält Der fechzehnte Denische Hiftorifertag findet unter Rettung von Profeffor dort auch der Verband deutscher Geschichtslehrer seine diesjähriger Tagung ab.

dieser Tage die erften absolventen entlassen, und zwar 71 Filmschauspieler, Das Staatliche Technifum für Kinematographie" in Moskau hat 15 Regiffeure, 19 Operateure und 8 wissenschaftliche Mitarbeiter.