2. In der öffentlichen Reichsratsfigung vor 8 Tagen", auf die der Herr Reichsminister des Innern hierbei Bezug nahm, also bereits am 30. Juni, hatte der preußische Staatssekretär Dr. Weismann ausgeführt: Die zuständigen Reichsratsausschüsse hätten am Dormiffag( am 30. Juni) über den im Reichstag vorliegenden Initiativantrag zum Nationalfeiertag eingehend beraten, auf Wunsch fei jedoch von einer Verhandlung in der Donnerstagvollsitzung zu nächst noch abgesehen worden... Er gehe davon aus, daß nach der gründlichen und eingehenden Beratung vom Vormittag eine nochmalige Ausschußberatung nicht mehr erforderlich sein werde. 3. In der Sigung des Rechtspflegeausschusses des Reichstags vom 5. Juli 1927- also drei Tage vor dem hier zur Erörterung stehenden Borfall hatte namens des Reichsministeriums des Innern der Staatssekretär Dr. 3 weigert ausdrücklich bestätigt, daß die Ausschüsse des Reichsrats sich mit der
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Materie befaßt hätten; er hatte also den Mitgliedern des Rechtspflegeausschusses diese Tatsache noch einmal in Erinnerung gerufen. 4. In der öffentlichen Vollsizung des Reichsrats vom 7. Juli, bei der mehrere Mitglieder des Rechtsausschusses des Reichstags, darunter auch der Fragesteller Dr. Rosenfeld anwesend waren, hatte Ministerialdirektor Dr. Badt als Berichterstatter gleichfalls diese Tatsache" in der Deffentlichkeit erwähnt und fie noch besonders unterstrichen. Er hat darauf hingewiesen, daß die vor 8 Tagen im Reichsratsausschuß erfolgte Bertagung auf den Antrag eines Landes herbeigeführt worden sei. Er hat diese Fassung abfichtlich gewählt, weil in der Presse gegen die Reichsregierung der Vorwurf erhoben wat, sie selbst habe die Vertagung in diefer Reichsratsfihung veranlaßt.
Zusammenfassend stelle ich also fest:
Die angeblich verschwiegene Tatsache ist zweimal in öffentlicher Sihung und zweimal in der Sihung des Rechtspflegeausfchuffes des Reichstags vorgetragen worden, darunter einmal von dem Heren Reichsminister des Innern felbft. Ein Verschweigen, das lediglich aus der nicht nochmaligen Erwähnung einer zum Ueberfluß vorgefragenen Tatsache fonstruiert werden könne, lag daher nicht vor. Auch im übrigen war die fachliche Darlegung, die Ministerialdirektor Dr. Badt im Reichstag gab, objektiv und in allen Punkten zutreffend.
Bei dieser Sachlage darf ich die bestimmte Erwartung aussprechen, daß der Herr Reichsminister des Innern seine Borwürfe an der gleichen Stelle zurüdziehen wird, an der er sie erhoben hat, zumal fie inzwischen in einem Teil der Presse 3u maßlojen Angriffen gegen den preußischen Bertreter geführt haben. Ich laffe mich stets als preußischer Ministerpräsident bei allen Handlungen von dem Bestreben leiten, ungeachtet fachlicher Meinungsverschiedenheiten ein gutes Berhältnis zwischen Reich und Preuken zu pflegen; Vorfälle aber, wie der hier erörterte, find geeignet, diese Bemühungen der preußischen Staatsregierung in ihrer eignet, diese Bemühungen der preußischen Staatsregierung in ihrer Wirkung start zu beeinträchtigen.
Kendell weicht aus.
Reichsminister des Innern v. Keudell: Auf Beschluß des Reichsrats wird diese Frage zurzeit in den Ausschüssen geprüft. Die foeben gehörte Erklärung bietet mir daher feine Veranlassung, in diesem Stadium der Angelegenheit und an dieser Stelle meinen neulichen Erklärungen ein Wort hinzuzufügen.
Auf Antrag des bayerischen Gesandten v. Breger wird auch
die Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten dem Geschäftsordnungsausschuß überwiesen.
Der Reichsrat erledigte darauf die Tagesordnung.
196 y 1917.
Keudell ist zurzeit nicht in der Lage Amtlich wird mitgeteilt: Die von dem Herrn Ministerpräsi denten Braun heute im Reichsrat abgegebene Erklärung befaßt fich mit einer Angelegenheit, welche auf Beschluß des Reichsrats zurzeit von dem zuständigen Ausschuß des Reichsrats geprüft wird. Mit Rücksicht auf dieses schwebende Berfahren, welches die Angelegenheit nach der tatsächlichen und rechtlichen Seite flären soll, sieht sich der Reichsminister des Innern, wie er bereits in der heutigen Sigung des Reichsrats erklärt hat, zurzeit nicht in der Lage, dem Herrn preußischen Ministerpräsidenten auf dem von ihm beschrittenen Wege zu folgen und seinerseits zu dem dem Reichsratsausschuß vorliegenden Material in der Deffentlichkeit
Stellung zu nehmen.
Das Kind als König.
Von Hans Willige.
In der inneren Hälfte des Prenzlauer Bergs, da wo Linienftraße und Prenzlauer Allee einander schneiden, wohnt ein für sein Alter recht gut entwickelter Junge. Er ist zurzeit noch nicht ganz sechs Jahre, fann aber schon Zahlen lesen, schreibt ein tadelloses i und u und fann Tiere und Männer mit allem Zubehör zeichnen. Kurz und gut: er hat ernste Aussichten, in der Schule nicht allzuviel geprügelt zu werden. Außer diesen Schultugenden befigt er noch einige andere fagen wir mal rein menschliche Eigenschaften, die ihn ebenfalls über das Niveau feiner Altersgenossen erheben. Er bohrt z. B. nicht mehr in der Nase herum, er liebt das Wasser, läßt sich gern die Nägel schneiden. Eine Reihe von Lebenserfahrungen haben ihn auch dazu gebracht, mit Hunden und großen Schuljungen nicht mehr anzubändeln.
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Nach jeder Hinsicht würden auch Sie sich über den Buben freuen, der nebenbei bemerkt August Gottlieb Hartmann heißt und viertes Kind eines vierzigjährigen Elektromechanikers ist.
Mein Herr, nun stellen Sie sich vor, ich würde mich erkühnen und besagten Auguſt Gottlieb Hartmann allen Ernstes für geeignet halten, in 30 Jahren zum Reichspräsidenten gewählt zu werden. Ich bitte Sie, Ihre Antwort zu sparen. Uebrigens fann ich es Ihnen Dom Gesicht ablesen, wofür Sie mich halten. Bemühen Sie die Rettungsstelle nicht! Ich befinde mich zurzeit ganz wohl und munter und hoffe, daß in absehbarer Zeit darin teine enderung eintritt. Um den letzten Reft Ihrer freundlichen Besorgnis zu beheben, will ich Ihnen versichern, daß es sich bei meinen Betrachtungen auch gar nicht um den guten August Gottlieb, sondern um seinen etwas jüngeren Altersgenossen mit dem ehrenwerten Namen Michael Hohenzollern- Sigmaringen, Sohn des zurzeit arbeitslosen Carot Hohenzollern , wohnhaft in Bukarest , handelt.
Dieser Michael, über dessen besondere Begabungen mir ebenjowenig bekannt ist, wie über die irgend eines E- beliebigen Acht
fleppers, ist nun König und damit unantastbares Staatsoberhaupt eines Boltes von 17 Millionen Menschen geworden. Ja, noch mehr: die gesamte Armee ist durch heiligen Eid zu unverbrüchlicher Treue gegen diesen Jungen verpflichtet worden.
Ich sehe, daß Sie überlegen lächeln. Aber schauen Sie: ich bin ein Mensch, der an kompliziertes Denten wenig gewöhnt ist. Meine Mutter erzog uns nach dem Grundsay, was dem einen recht, das ist dem andern billig. Erst lachen Sie, wie ich die Idee äußere, den fleinen Hartmann zum Reichspräsidenten ertüren zu wollen, und nun lachen Sie wieder, wenn ich es für ebenso verrückt halte, den noch kleineren Michael zum König zu bestimmen.
Daß Michael nun gerde der aufgemedtefte und gescheiteste aller zwei Millionen rumänischer Buben und Burschen sei, wollen Sie doch nicht behaupten. Ebensomenig will auch ich alles Vorurteil gegen alle Träger des Namens Hohenzollern zurückstellen. Die Ber wandschaft mit den uns näher stehenden Hohenzollern geht übrigens auf einige Jahrhunderte zurück. Man schicke
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- so ist meine ganz despektierliche Auffassung den guten und hoffentlich gefunden und munteren Knaben erst mal schön brav zur Schule, laffe ihn lefen und schreiben, rechnen und
Die Bürgerblockregierung bedauert...
Amtlich wird folgende Erklärung verbreitet:
Der Vorsitzende des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold", Oberpräsident Hörsing, hat in diesen Tagen einen Aufruf veröffentlicht, der sich mit den letzten Ereignissen in Wien befaßt. Der Aufruf enthält scharfe und beleidigende Angriffe gegen österreichische Behörden und gegen die österreichische Re gierung selbst. Die Reichsregierung sieht sich veranlaßt, ihrem lebhaften Bedauern über diesen Aufruf Ausdruck zu geben, der geeignet ist, die herzlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Desterreich zu trüben.
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Die Bürgerblodregierung sollte ihr Bedauern" sparen. Sie brauchte nur die Berichte der Hugenberg- Blätter mit den wüstesten und verlogensten Berichten über den Republifanischen Schutzbund nachzulesen und sie hätte allen Grund, dort ihr Bedauern über die Verhegung der Völker ausaufprechen. In Hörsings Aufruf tommt in Wirklichkeit tein scharfer und beleidigender Angriff" gegen die österreichische Regierung vor. Es sei denn, daß man das Werturteil über die Hilflosigkeit der Regierung" schon als scharf und beleidigend" ansehen will. Das wäre aber ein so deutlich gesuchter Anlaß, dem Reichsbanner und seinem Führer etwas am Zeuge zu flicken, daß man sich darüber wundern muß, daß das Reichsbannermitglied Marx dazu seinen Namen hergibt!
Auch österreichische Behörden sind in dem Aufruf nicht getränkt. Wenn von der Polizei gesagt wird, sie habe ,, ungeeignete Maßnahmen" getroffen, so wissen wir nicht, wieweit die Regierung daran etwas zu bedauern hat. Oder hält fie die Polizeiattacken für durchaus geeignete Maßnahmen", selbst wenn dabei mehr als hundert Todesopfer zu beklagen sind?
Wirtschaftsminister gegen Postminister.
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Curtius gegen Portoerhöhungen.
Das Berliner Tageblatt" schreibt: Die Pläne des Reichspostministeriums stehen in einem so offenbaren Gegensatz zu der vom Reichswirtschaftsministerium verfolgten Preispolitit, daß man an eine Uebereinstimmung beider Ministerien unmöglich glauben fann. Man darf annehmen. daß der Reichs wirtschaftsminister Dr. Curtius im Rahmen seiner gesamten Breispolitit gegen die Pläne des Reichspoftministers Schätzel Stellung genommen hat. Diese bedeutsame Tatfache stellt ein vollkommen neues Moment dar.
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Zunächst sei die Frage gestattet: Hat das Reichspostministerium dem Arbeitsaus, chuß des Verwaltungsrates die Stellung nahme des Reichswirtschaftsministers mitgeteilt oder verschwiegen? Gedenkt das Reichspostministerium, wenn es gemacht hat, seine Schweigetaftif beizubehalten oder wird es heute bisher von diesem immerhin wichtigen Umstand keine Mitteilung not. Unbedingt muß durchgesetzt werden, daß der Verwaltungsrat wenigstens die volle Wahrheit mitteilen? Sofortige Klärung tut vor seiner endgültigen Entscheidung weiß, wie fich das Reichswirt. schaftsministerium zu den neuen Verkehrssteuern stellt, die der Reichspostminister gegen den Willen des Reichstags jetzt dem Bolte
ausbürden will.
Ueberstürzung in diesem Augenblicke wäre unverantwortlich. Darum muß zunächst verlangt werden, daß der Verwaltungsrat das Reichswirtschaftsministerium um eine formelle Darlegung und Begründung seines ablehnenden Standpunktes ersucht und gleichzeitig die Debatte über die Gebührenerhöhung vertagt, bis der Geschäftsbericht der Reichspoft für das legte Geschäftsjahr geprüft ist, dessen günstige Ergebnisse eine ausgezeichnete Basis für die weiteren Verhandlungen sein werden.
Ferdinands Beifetzung ist auf Sonntag verschoben worden. An der europäischen Börse hat die Ungewißheit über die politische Enticklung in Rumänien einen leichten Sturz der rumänischen Wäh rung bewirkt. Die Führer der Opposition sind zu einer beson deren Sigung zusammengetreten.
fingen lernen, dann soll er gern noch ein paar Sprachen pauken, und menn er das Zeug dazu hat, eine Universität besuchen. Dann wollen wir weiter sehen, wozu er befähigt ist: Richter, Mechaniker, Telephonist oder Straßenbahnschaffner. Und wenn er in seinem Beruf Lüchtiges leistet, sich daneben auch am öffentlichen Leben beteiligt und dabei Geschid und Klugheit zeigt, so soll man ihn ins Parlament schicken. Sollte er auch hier Ueberragendes fönnen, dann mag er als Ministerkandidat in Frage fommen und so weiter.
Aber ihn jetzt, da über seine geistige Zukunft noch nichts befannt ist, schon zum fünftigen Herrscher aller Donauromanen zu bestimmen, das kommt einem Lotteriespiel verdammt ähnlich. Und mit dem Glüd eines großen Volkes sollte man eigentlich keine Lotterie spielen. Lotterie spielen. Es fönnte nur zu leicht ein Unglück auch für andere Völker daraus entſtehen. Meinen Sie nicht auch?
Ein Käthe- Kollwitz- Buch.
Anläßlich des 60. Geburtstags von Käthe Kollmit ist von Louise Diehl ein schönes, volkstümliches Buch„ Ein Ruf Berfasserin: Dies Büchlein macht nicht den Anspruch, Kollwig- Kunst ertont" über die Künstlerin erschienen*). In dem Vorwort sagt die erschöpfend wiederzugeben, opfert den zeitlichen Aufbau dem gebantlichen. Nicht von einem Kunsthistoriker noch für Kunsthistoriker ist es geschrieben. Auf der anderen Seite, dem Vorwort gegenüber, steht der Widmungsjah:„ Den arbeitenden Frauen von heute und morgen!" Diese Widmung ist zu eng gegriffen. Es hätte turz und flar heißen müssen:„ Den Menschen". Ihnen allen gilt das Wert der Kollwig. Und man darf wohl glauben, daß Louise Diehl, die sich um Kollwig- Ausstellungen, die bis nach Amerita reichten, verdient machte, aller Menschen auch dieses gigantische Wert der sechzigjährigen Künstlerin nahebringen möchte.
36 Wiedergaben von Radierungen, Holzschnitten, Steinbruden und Das Buch gibt auf knapp einem halben Hundert Seiten Beichnungen mit sparsam bemessenem Tert. Es scheint in der Tat fast
unmöglich, viel über Käthe Kollwig Persönlichkeit zu sagen. Am flarsten und deutlichsten sprechen ihre Werte von ihr. Louise Diehl ist darüber feinen Augenblick im Zweifel. Sie beschränkt sich auf fnappeste biographische Notizen und verzichtet auf jede anekdotenhafte Kolportage aus dem Leben der Künstlerin, aus der innersten Er. fenntnis heraus, daß solche Schönfärberei und Vernieblichung von dem Begriff ,, Käthe Kollmig" meit ab bleiben müßte. Nur einmal wird ein Detail berichtet, aber nur, weil es charakteristisch ist für die Umwelt, aus der die Kunst der Kollwig herauswuchs. Im Jahre 1906 weigerte sich die legte deutsche Kaiserin, eine HeimarbeiterAusstellung zu eröffnen, ehe ein von der Kollwig entworfenes Platat entfernt jei. Das Platat stellte eine müde und gebeugte Frau dar, die die Hand zur Stirn führt.
Wir alle fennen das fünstlerische Schaffen von Käthe Kollmiz. Bir alle lieben es. llns alle ergreift es. Aber so start, so far wie in dieser Zusammenstellung, mag es zu manchem zum ersten Male sprechen. Denn hier sind die einzelnen Werfe, bie ein jattes Bürger. tum lange Zeit als spontane Ausbrüche einer mitleidigen und mit *) Furche- Kunstverlag: Preis 2,85 0.
Die Verfassungsfeiern in Preußen.
Anordnungen für die Schulen.
Der preußische Unterrichtsminister hat für die Feier des Ver fassungstages am 11. August folgende Anordnungen getroffen
In den dem Unterrichtsministerium unterstellten Schulen ist am Verfassungstage schulfrei. An diesem Tage sind Schulfetern zu veranstalten, bei denen die geschichtliche Bedeutung des Verfassungstages gewürdigt wird. Der Minister läßt den einzelnen Schulen volle Freiheit bei der Ausgestaltung der Verfassungsfeier im einzelnen, spricht aber die Erwartung aus, daß alles getan wird, um den inneren Gehalt und den äußeren Rahmen der Schulfeiern würdig zu gestalten und die hervorragende Bedeutung des Verfassungstages den Schülern nahezubringen. Es wird der Bedeutung der Feier entsprechen, wenn sie nicht, wie vereinzelt geschehen, mit einem Schulausflug verbunden wird, und wenn zu der Feier die Schule als Ganzes sich vereinigt.
Wo der 11. August in die Schulferien fällt, ist bei Beginn der Ferien oder bei Wiederbeginn des Unterrichts eine Berfaffungsfeier zu veranstalten und an diesem Tage schulfrei zu geben. Wegen des Flaggens an diesem Tage verweist der Minister auf die Bestimmung des Staatsministerialerlaffes, wonacy sämtliche staatlichen Dienstgebäude sowie die Gebäude aller öffentlichen Schulen am 11. August in den Reichs- und Landese farben zu beflaggen find.
Arensdorf.
Der Geisteszustand des Mörders wird geprüft.
Wie der Amtliche Preußische Pressedienst von zuständiger Seite erfährt, hat die Straffammer in Frankfurt a. d. O. durch Beschluß vom 20. d. m. auf Antrag des zuständigen Kreisarztes gemäß§ 81 der Strafprozeßordnung angeordnet, daß der Angeschuldigte Schmelzer( Sohn) zur Vorbereitung eines Gutachtens über feinen Geisteszustand in eine öffentliche Irrenanstalt gebracht und dort beobachtet werde. Was die Dauer der Beobachtung anlangt, so darf sie nach der Bestimmung des Gesetzes sechs Wochen nicht überschreiten.
Da der Tod eines weiteren bei dem Zusammenstoß in Arensdorf verletzten Reichsbannerangehörigen für die Beurteilung des Sachverhalts von Bedeutung ist, wird der Untersuchungsrichter in Frankfurt a. d. D. im Rahmen der von ihm geführten Boruntersuchung alsbald die Leichenöffnung des zweiten Verstorbenen beantragen.
Da Schmelzer seit seiner Verhaftung den geistig Minderwertigen spielt und sich dabei auf ein ärztliches Attest beruft, blieb dem zuständigen Gericht nichts anderes übrig, als dem Antrage des Kreisarztes schnell stattzugeben. Das lag auch im Intereffe einer schnellen Prozeßführung; denn im Verlauf der Verhandlungen hätten wieder auf dessen angebliche Unzurechnungsfähigkeit berufen, so des fich die Berteidiger des Mörders zu dessen Entschuldigung immer Berhandlungen zu unterbrechen und die Behauptungen der schließlich dem Gericht nichts anderes übrig geblieben wäre, als die Berteidiger nachprüfen zu laffen. Das tommt jetzt nicht mehr in Frage, so daß der Prozeß nach der Untersuchung im Irrenhaus ohne Unterbrechung durchgeführt werden kann. Bon Intereffe ist immerhin, wo und von mem Schmelzer beobachtet. mird. Das ist für den Ausgang der Untersuchung von wesentlicher Bedeutung.
Oberhaus und Antistreikgeset.
Die zweite Lesung beendet.
Condon, 21. Juli. ( WTB.) Das Oberhaus hat die Be stimmungen des Gesezentwurfes betreffend die Trade Unions angenommen und wird sie am Montag in dritter Lesung beraten. Der Gefeßentwurf wird sodann zur Prüfung der vom Oberhaus eingefügten Abänderungen an das Unterhaus zurüdgehen.
| leidenden Künstlerseele ausdeuten wollte, flar und eindeutig erfennbar als ein ehernes, tonsequentes Bekenntnis zu den Leidenden, Elenden, Besitzlofen. Der Weg der Künstlerin ist, wie Louise Diehl betont, ohne Sentimentalität. Ihre Anklage wirkt nicht durch Bathos, sondern durch eine furchtbare Bemußtheit.
Aus diesen Bildern und den harten, überharten Selbstporträts wird der Mensch Käthe Kollwig sichtbar, diese Frau, die als Künstlerin durchaus fühl und nüchtern über die Auswahl ihrer Modelle sprechen tann. Doch diese Scheu, Gefühlsmomente in Worte zu fleiden, hat ihre Werke geschaffen. Hier findet ihre seelische Verschlossenheit das Bentil, durch das ihr tiefes Empfinden ausströmt.
Auch die Schauspieler wollen am fiebenten Tag ruhen! In Baris wird zurzeit wieder die Frage eines Ruhetages für die Schauspieler lebhaft erörtert. Es ist nicht das erstemal, daß man sich mit dem Problem beschäftigt, wie den Schauspielern einmal in der Woche ein Ruhetag gesichert werden kann. Es wird vorgeschlagen, Wandertruppen zusammenzustellen, die einmal in der Woche das ständige Ensemble in den verschiedenen Pariser Theatern ablösen sollen. Es ist für jede Gruppe von sechs Theatern eine Schauspieler spielt. Der Borschlag verdient vor allem Beachtung, Gesellschaft gedacht, die an einem Tag an Stelle der festengagierten meil er den beschäftigungslosen Schauspielern, deren Zahl in Frank reich nicht fleiner ist als in anderen Ländern, die Aussicht auf eine Arbeitsgelegenheit eröffnet.
Kleift- Gedächtnisfeier am 18. Oftober. Die deutsche Jugend wird, so heißt es in einem Erlaß des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, mit dem ganzen deutschen Bolte des 18. Oftober gedenken, an dem Heinrich von Kleist vor 150 Jahren geboren worden ist. Wie der Amtliche Breußische Pressedienſt mitteilt, bestimmt der Minister, daß an allen preußischen Schulen in würdiger Weise dieses Tages gedacht werde. Der Minifter ermächtigt die einzelnen Schulen, die Gedächtnisfeier selbTage zu kürzen.
ständig zu gestalten und gegebenenfalls den Unterricht an diesem
Ruffisch- deutsches Urheberrecht. Wie der russische Kultusminister Lunatscharsti Moskauer Blättern mitteilte, sind die Verhandlungen Rußlands mit Deutschland und Italien über neue Urheberschutzverträge dem Abschluß nahe. Während bisher zwischen Rußland und Deutschland gar fein Schutz bestand, soll jeht das Honorar zwischen Verfasser und Uebersetzer geteilt werden, das Recht zur Uebersetzung aber an teine Erlaubnis des Urhebers gebunden sein.
Anlaßlich des 80. Geburtstages von Mag Liebermann hat das Staat liche Kupferftichkabinett eine Ausstellung ber graphischen Arbeiten des Meisters eröffnet.
Operette, deren Tert von Avei Biener Librettisten stammt, vertont, die in Eine Operette von Mascagni . Pietro Mascagni hat eine abendfüllende der fommenden Spielzeit zugleich in Berlin , Brüssel und Mailand zur Uraufführung fommen 100.
Dulfantäfigkeit in Palästina. In Barla östlich vom Zoten Meer in der Nähe der heißen Duellen hat ein erlosajener Strater begonnen, Rauchwolfen auszustoßen. Der Rauch ist von den Höhen der Umgebung Jerufalems, bas heißt auf eine Entfernung von 25 Meilen fichtbar.