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zzz Unterhaltung unö Missen-n.

Licht und Dunkel. Von Henry Barbusse. Louise Doret schob den Riegel vor das schwere Gartentor. Draußen herrschte tiefe Finsternis, da sie ins Haus zurückkehrte. Man inh nichts mehr, nicht einmal den Himmel. Ihre kleine Gestalt mit ii,.-er auf dem nachtdunklen Hintergrund hjn- und hertanzenden Laterne schien wie auf dem Meer zu schaukeln. Ihre Füße spürten den Kies der Hauptallee wieder unter sich, und während sie vorwärts eilte, unterschied die Frau des Wächters undeutlich, wie das unbewegliche iphantom dieser Allee zwischen den ganz schwarzen Rasenflächen entschwand. Sie ging an einer dunklen Mauer entlang, das Licht im Garten- l'ans war erloschen; dort schlief ihre alte Mutter, das einzige mensch- >.che Wesen, das sich außer ihr in diesem Augenblick aus dem Gut befand; Etienne Doret war auf seinem Rundgang bis zum Morgen unterwegs; er hatte sogar Rolf mit sich genommen. In Gedanken streifte sie die Bilder der Dinge: die Weiden, die aussahen, als s nieten sie, die aufrechten Pappeln, die mitten im Tanz erstarrten Richen. In der eisigen Dunkelheit stolpert« sie gegen die erste Tür- stufe, die breit war, wie ein Grab. Sie erklomm die Steinsliesen, betrat das Haus und verriegelte sogleich die Tür. Sie atmete er- Hchtert auf, jenseits von so viel Nacht, so viel Kälte und so viel Ein- samkeit zu sein. In der Küche bemerkte sie den Revolver, den Etienne zurückge- 'ufen hatte und ergriff ihn. Er war nicht geladen, die Patronen i-"'.rnden sich in der Kasia im Speicher. Sie würde dann hinaufgehen. Re war nicht ängstlich, aber w ihrem völligen Alleinsein war sie von einem großen und stolzen Verantwortungsgefühl erfüllt. In der einen Hand die Laterne, in der anderen die leere Waffe haltend, drückte sie die Tür zum Speisezimmer auf und trat ein. Sie stieß einen heiseren Schrei au». Ein« Gestalt, halb über den Tisch gelehnt, hatte sich aufgerichtet und stürzte ihr entgegen. Undeutlich nahm sie im grellen Schein der Blendlaterne, die sie n-'rstrcckte, ein durchfurchte», verwittertes Gesicht wahr, Lart und hrls in tiefem Schatten, mit flackerndem und schielendem Blick, der Mund schief, wie durch etn Grinsen verzerrt. Louis« Doret brüllte: Zurück!" und schwang Laterne und '>volver zugleich. Der Mann wich mit einem Satz zurück; trotzdem machte er Miene, die Hand auszustrecken und brummte: »Keine Angst... Keine Angst... Ihr Mann schickt mich. Ich werde Ihnen erklären..' Er wiederholt« unter derbem Lachen:»Keine Angst!"' Er schien an sich herumzutasten. »Hände hoch!' schrie die Frau.»Hände hoch oder ich schieße Sie nieder!' »Oh!' murmelte er schaudernd. Er sah sie wie«In Tier an, da« in die Falle geraten war und gehorchte dann augenblicklich... Jetzt hatte er mit seinen erhobenen Händen«in so bestürzte», fo unbegreifliche« Aussehen, daß Louise Doret eine Sekunde lang die Empfindung hatte, daß sie sich täusch«, daß die unwahrscheinliche Se- schichte, die der Mensch unter phantastischem Augenrollen hervor- stammelts, um sein nächtliche» Eindringen zu erklären, vielleicht Wahrheit war. Aber im selben Moment entsetzte sie der bestialische Ausdruck dieses Gesicht» und die böse Absicht des Eindringling» schien ihr so klar, daß sie fast aufgeschrien hätte. Ptit einer heroischen Anstrengung raffte sie sich auf, wich langsam zurück, lehnt« sich mit dem Rücken an die geweiste Mauer und blieb dort, aufrecht, regungslo«, völlig r«gung«lo», aber in höchster An- spannung und auf dem Sprung, ihn, wenn e» sein müßte, mit ihre» Händen zu töten... Nach kurzer Zeit Heß der Mann die Arme ein wenig sinken und begann neuerdings unzusammenhängend sein« Geschichte von dem ?'uftrag, den ihm der abwesend« Wächter gegeben hatte. Mit einer breiten, pappigen Stimme stotterte er: »Schaun Sie, Frau Doret, schaun Sie... Ich kenne Doret, deshalb bin ich gekommen...' Wie im Traum oernahm sie Wort«, sie verstand nicht», gor nicht«. Sie begriff nicht. Und sie rührte sich nicht, mit starrem Blick und soft aufeinandergebissenen Zähnen. Im Schutz dieser Stille versuchte er, einen Schritt auf sie zuzu- gehen. Plötzlich machte sie eine gebieterisch« Bewegung: »Keinen Schritt näher!'... Er hielt inne, wankte zurück, keuchte. Außer sich dacht« sie daran, daß sie allein, ganz allein diesem Banditen gegenüber war. Kein« hilf« möglich: niemand, der sie rufen hören würde: Nachbarn gab es kein«, dieser leer« Revolver war ibre einzige Waffe... Unmöglich. Patronen von oben zu holen. Sollte sie zur Zimmer- und dann zur Haustür springen, sie im Nu schließen, den Mann einsperren? Er würde durch da» Fenster ent- kämmen, und ganz nahe war da» Gartenhau», wo die alte Frau schlief.... Also was denn, was?... Das Licht zitterte in der Hand der Frau. Sie war im Begriff, schwach zu werden, zu stöhnen:»Töten Sie mich!' Jetzt begann er sich vor dieser bewaffneten Statu«, die ihn lähmte, zu regen. Er sträubte sich. Stammelt« einen Fluch, s! leuderte wild« Blicke um sich und schien wie ein Raubtter zmn Sprung auszuholen. Sie drückte sich in die Ecke de« Käfig» hinein. wo sie stand. Nun aber wurde der Mann von einem Hustenanfall gepackt. B-rwnndlung! Zum zweitenmal erschien es Louis« Doret, daß sie -> cn lächerlichen und ungeheuren Irrtum begehe... Wie denn? D�s sollte ein Verbrecher sein, dieser klägliche Mensch, der da mit tränenden Augen schnaubte?... Aber das seltsam« Wesen veränderte sich. Die Eingebung hielt nicht stand und im Augenblick erschien da» verwüstet« und unheil- d ohende Gesicht von früher, die schrecklichen tierischen Backen die eine abschreckend tl«iner als die andere. das Kinn dem Ganzen rie ein riesiges, viereckiges Stück eingefügt. Don neuem erkannte I i e den Mörder... So verstrichen Stunden. Der Mann blieb auf seinem Platz, ge- zähmt, ohne Sprache und Bewegung der Frau gegenüber, die eine Schein waffe m, klammernd, zitternd in Unbeweglichkeit verharrte; die sich baldJa!", bald.Nein!' sagte und nicht wußte. Und der Tag kam heran, noch und nach wurde er langsam auf unsichtbaren Wegen sichtbar. Nun war wirklich ein Dritter im Z-mmer. Beim Erscheinen dieser helle fühlte die Frau Tränen in ihren Augen und der Mann, bewegt beim Anblick des armseligen Scheins, grinste oder lächelte.

Ein wenig später verließ Louise bei Tagesgrauen, rückwärts schreitend, das Zimmer, das Haus und quer durch den dämmrigen Garten, der erwachte, ging sie daran, dqs Gartentor zu öffven. Der schreckliche Besucher schleppte sich Himer ihr drein, dann überholte er sie und ging, den Kopf beschämt gesenkt, die besiegten Fäuste geballt, von bannen, ohne den Revolver aus dem Auge zu lasten. Louise kehrte zurück, fiel auf ihr Bett und schlief ein. Sie erwachte sehr spät, rieb sich die Augen und mit begeistert erhobenen Armen sang sie ganz laut: »Ich werde es erfahren. Etienne wird es mir sagen.. Zwei Stunden später brachte man ihr Etienne auf einer Bahre. Ein Schlaganfall hatte den Wächter auf offenem Feld bei seinem Rundgang zu Boden geworfen. Er lebte, aber er hatte das Ge- dächtnis verloren. Six selbst konnte sich nicht mehr klar daran erinnern, was der unheimliche Eindringling gesagt hatte; nicht einmal seiner Züge konnte sie sich mehr entsinnen; da sie ihn angesehen, hatte sie zu viel geforscht, am Grunde seiner Augen nur zu lesen, was er dachte, was er wollte. Für immer blieb ihr unbekannt, was sich in dieser Nacht ereignet hatte.(Autorisierte Uebersetzung von Walter Knina.)

Zwei Austritte.

S o trat am 25. �IprU 1925 Erich Schulz aus üem Reichsbanner aus.

S o trat am 25. Jall 1927 Wilhelm Mar» au» dem Reichsbanner aus.

Die Schule öer chinefischen Revolution. Der gewaltige Befreiungskampf der chinesischen Industrie- und handelsproletarier gegen die imperialistisch« Ausbeutung und ihr« nordchinestfche Bulldogge unterscheidet sich nicht nur in den Ausmaßen von früheren revolutionären Ereignissen in China . Was so völlig überraschend anmutet, überraschend im Gegensatz zu dem Bilde, da, man bis vor kurzem von China und den Chinesen in Europa kannte, ist die überaus zähe und zielbewußt« Arbeit, die in der Führung der südchinesischen Volksarmeen nicht nur, sondern im Geiste ihrer Truppen überhaupt deutlich wird. E» sind nicht mehr undisziplinierte Riesenhaufen, die von irgendwelchen Schlagworten vorübergehend zur Bereinigung und zum Kampfe gegen einen als gemeinsam«mp- fundenen Feind aufgeputscht wurden, sondern ganz deutlich läßt sich aus den verschiedenen Abschnitten des bisherigen Kampfes des chinesischen Süden» gegen den Norden die nachhaltig« Wirkung eine» immer erneuten, bewußten und in den kämpfenden Massen lebenden Gefühl» von der unbestreitbaren Gerechtigkett und absoluten Not- wendigkeit ihre» Ringens erkennen. Hier wurden Ideen lebendig und formten einen kämpferischen Willen, de» tatttfche Rückschläge nicht mehr zur Ergebung fesseln können. Fast möchte man an die Wiederholung jener Ereignisse glauben, die«inst der großen französischen Revolution chre unwiderstehlich« Gewalt gegen die feudalen Feinde im Lande und ihre Klassengenosten in ganz Europa verliehen haben, an die Verschmelzung aller indivi­duellen Empfindungen von Not, Entbehrung, vergewaltigter Menschenwürde und Rachedurst zu dem einen großen Gefühl, das «in Klastenbewußtsein zu bilden vermag und den Impuls gibt zur gemeinsamen Erhebung gegen die persönlichen Bedrücker nicht nur, sondern gegen ihre ganze Klasse. G o e t h«, der Schlachtenbummler in den Kämpfen der europäischen Reaktion gegen die französischen Revolutionsarmeen, mag dies dunkel geahnt haben, als er den Ge- danken niederschrieb:»Von hier beginnt eine neue Epoche der Ge- schichte und wir können sagen, daß wir dabei gewesen sind.' Diese imponierende Bewußtheit der chinesischen Kuomintang- Bewegung empfängt nicht»nr militärisch ihre stärtsten Antriebe ans Whampoa. Whampoa ist eine kleine chinesische Landstadt und liegt etwa zwei Wegstunden von Kanton entfernt. 1924 begründete hier Sun-Pat-Sen die Kriegsschule der Kuomintang-Partei, eine Ein- richtung, die heute die Moskauer chinesische Universität an unmittel- barer Bedeutung für die jetzigen Kämpfe in China weit überholt hat. Ursprünglich war die Whampoaner Anstalt nichts weiter als eine vffizi«rsschule nach amerikanischem Muster. Sun-Dat-Sen hatte

einen amerikanischen Major mit ihrer Leitung und Einrichtung be- traitt. Nach Sun-Dat-Sens Tode jedoch kam Whampoa unter rusftsche Führung und seitdem begann der Aufstieg dieser Schule zu der zentralen Bedeutung, die sie heute für die Kuomintang-Bewegung besitzt. Was diese Kriegsschule so bedeutsam von anderen unterscheidet, ist die eigenartige Verbindung von militärischer Erziehung mit politischem Training. Die Zöglinge, die natürlich sämtlich Mitglieder der Kuomintang-Partei sein müssen, sollen nicht nur kämpfen lernen mit der Waffe in der Hand, sondern auch wissen, weshalb und wofür sie kämpfen müssen. Nicht ohne Absicht ist über dem Portale des Schulgebäudes mit großen goldenen Lettern die Inschrift angebracht: Wer Reichtum oder Macht sucht, braucht nicht herein zu kommen". Bei der traditionellen Art der chinesischen Bandenkriegsführung, die jedemGeneral" unter der Flagge des Kampfes für eine ideal« Aufgab« die Gelegenheit zur persönlichen Bereicherung gewesen ist, entbehrt gerade dieses Motto nicht der tteferen Bedeutung für die chinesische Revolution. Die militärische Ausbildung der Zöglinge obliegt in der Haupt- fache russischen Offizieren und Sergeanten. Sie umfaßt alle Sparten des Waffenhandwerks, vom Turnen und Fechten bis zum Umgang mit Gasgranaten und Feldradio. Gegenüber der politischen Ausbildung aber scheint sie fast in den Hintergrund gerückt. Das zeigt sich z. B. am klarsten in dem immer wiederholten Lehrsatz, daß der Gehorsam gegen die Befehle und Wünsche der Partei der disziplinaren Unterordnung unter die Befehle der militärischen Führer vorangehen müsse. Ein Hauptfach des politischen Unter- richts ist dann weiter die Lehre von der politischen Propaganda, deren technische Handhabung in allen Spielarten gelehrt wird. Im großen und ganzen ist das Vorbild der Trotzkifchen Kriegs- schulen in Rußland bei der Organisation der Anstalt von Whampoa nicht zu verkennen. Die parteikommunistischen Prinzipien spielen jedoch in ihrem Unterricht keine Rolle mehr, sodah nicht nur die' Kanton-Regierung mit allen Mitteln den Ausbau von Whampoa erstrebt, sondern selbst die gutsituierten Auslandskreis« der Chinesen, besonders im Insuiinde-Archipel, ihre Söhne zur Ausbildung nach Whampoa zu schicken beginnen. Di« zentrale Bedeutung Whompoas für die weiter« Entwicklung des chinesischen Problem» wird dadurch nur unterstrichen!

Der Meteor-Krater. In Wildwest-Amerita. im Staate Arizona , in der Nähe der Stadt Winslow, befindet sich ein riesiger Krater,der inter - eflanteste Fleck auf der Oberfläche unseres Planeten", wie Ihn der berühmte Gelehrte Arrhenius nannte. In der Tat ist dieses ge­waltige Loch von Svv Fuß Tiefe und über 4000 Fuß Durchmesser ein Naturwunder allerersten Ranges. Die ge- wohnliche vulkanische Entstehungsweise trifft auf diesen Krater schwer- lich zu, weil sich keine Spur von Lava in der Nähe findet. Auch die Vermutung, daß er durch eine ungeheure Explosion heißer Dämpfe oder Gase in den darunter liegenden Erdschichten entstanden sei, kann kaum stimmen, denn Bohrungen bi» zu 900 Fuß unter den Boden de« Kraters haben ein völlig unverletztes Lager von rotem Sandstein ergeben, während die darüber liegenden Schichten total zerschmettert sind. Ueberdies wäre auch die stärkste Explosion nicht imstande, den Sandstein in solcken Mengen fu Staub zu zermahlen. Im Krater selbst und ringsumher liegen nämlich kolossal« Mengen' Gesteinsstaub", d. i. feinstes Sandsteinpuloer; stellenweise sind dies« Staubmassen 10 Fuß dick! Noch weniger kann durch die vulkanische oder die Gasthevrie erklärt werden, daß die sonst wagerechten Gesteinsschichten so auf- gewühlt sind, daß sie an zwei Stellen fast senkrecht stehen, und zwischen diesen beiden Stellen am südlichen Wall de» Kraters sich ein Bogen von mehr als 2400 Fuß Länge wölbt. Dagegen gibt die Hypothese, die auch der amerikanische Ingenieur Minhinnit verttitt, nachdem er sich eingehend mit dem Studium de»Franklins Loch", wie der Meteorkrater ursprünglich genannt wurde, jüngst beschaf- ttat hat. die plaustbesste Erklärung. Danach ist ein mächttge» Meteor oder gar ein in die Anziehungssphäre der Erde geratener Komet vor Jahrtausenden oder Iahrzehntausenden an jener Stelle niedergegangen. Diese Ansicht erklärt auch das Vorkommen der zahllosen Meteore im Krater und dessen Umgebung: es sind dort mehr metallische Meteore gefunden worden als auf der ganzen Erde zusammen, und zwar im Gewicht von etlichen Loten bi» zu achtzehn Zentnern. Ferner spricht für die Annahme des meteorischen Ur- sprunges die Tatsache, daß bei einem Bohrversuche an der Südseite des Kraters 35 Fuß meteorisches Material durchdrungen wurden. während sich in 1376 Fuß Tiefe der Bohrer festsetzte, also wohl auf den Hauptkörper des Meteors oder den Kern des Kometen stieß. Die meteorische Masse beträgt nach Professor Elihu Thomsens Berechnung fünf Millionen Tonnen, sie besteht größtenteils aus Eisen, enthält aber auch 8 Proz. Nickel und für zirka 95 Dollar Platin und Iridium pro Tonne; e» ist also den Amerikanern ein recht ansehnliches Wertobjekt aus dem Wettall im wahrsten Sinne de» Wortes zugeflogen.. Es mag im ersten Moment etwas unglaubhaft erscheinen, daß ein aufschlagender Himmelskörper so ungeheure Wirkungen hervor- bringe, daß er 150 Millionen Tonnen und mehr hartes Gestein in Staub und Schutt verwandette, wovon sich um den ttefeu und um- fangreichen Trichter ein Wall ooki 130 Fuß Höhe bilden konnte. Bedenkt man indessen, daß sich die Erde mit einer Durchschnitts-'* geschwindigkeit von vier deutschen Meilen die Sekunde um die Sonn« bewegt, und daß jener auswärtige Gast mindestens dasselbe Temp» annehmen mußte wenn er der Richtung der Erdbahn entgegen- flog, wäre sogar noch die Eigengeschwindigkeit hinzugekommen- so wird man sich, auch unter Berücksichtigung der durch den Luft- widerstand bedingten Verminderung der Schnelligkeit, doch eine an- nähernde Vorstellung von dem furchtbaren Anprall machen können, und die gewattige Wirkung, die ein fester Körper von Millionen Tonnen Gewicht an der Erdrinde verursachen mußt«, begreiflich finden. Dr. R. L.

Erdbeben-Statistik. Erdbeben werden in diesem Katastrophen- jähr besonder» zahlreich gemeldet. Dabei sei daran erinnert, daß die 325 Erdbebenwarten, die sich über den Erdball verteilen, in jedem Jahr durchschnittlich 30 000 Beben verzeichnen: von diesen sind aber nur etwa 30 zerstörend, und zwar in den verschiedensten Graden, von denen.�dic nur Risse in den Wänden hervorrufen, bis zu denen, die ganze Städte begraben. Man hat vom 5. Jahrhundert bis zum Jahr 1898 222 schwere Erdbeben gezählt: von 1600 bis 1900 betrug die Zahl 108, also etwa eins alle drei Jahre. Unter den furchtbarsten Erdbebenkatastrophen, von denen wir wissen, sei die des Jahres 526 n. Chr. erwähnt, die das Küstengebiet des Mittelmeeres heim- suchte und 200 000 Menschen den Tod brachte. Im Jahre 1820 gingen 200 000 Menschen bei einem Erdbeben in China zugrunde: im Jahre 1893 fielen 155 000 Menschen Erdbeben in Indien zum Opfer. Die Stadt San Francisco wurde zweimal fast völlig zerstört, 1868 und 1906, die Stadt Lima innerhalb von 400 Jahren zehnmal. Das Erd- beben von Messina 1908 kostete etwa 100 000 Menschen das Leben. In Japan hat man in der Zeit von 1902 bis 1907 jährlich durch- schnittlich 1600 Beben verzeichnet. Im Jahre 1703 wuchs die Zahl der Opfer durch Erdbeben in Japan auf 200 000, 1854 betrug sie über 100 000. Im allgemeinen zeigt die Statistik, daß das Wort des Plinius zu Recht besteht:Da, wo die Erde gebebt hat, wird sie wieder bcbttl."