Inzwischen ist ein weiterer Antrag Rimmel Hamburg| tonimiffion empfohlenen neuen Einleitungsworte sind einfach zu cingegangen: streichen. Die Fraktion zu beauftragen, im Reichstage dahingehend zu 25. Parteigenoffen des 16. sächsischen Reich 3 tags. wirken, daß alle in Gärtnereien beschäftigten Personen der Ge- Wahlkreises: Den Agrarprogramm Entwurf abzulehnen werbe- Ordnung und mithin auch dem Gewerbegericht unterstellt die Agrarkommission bleibt mit der Maßgabe fortbestehen, daß fie weitere Untersuchungen der landwirthschaftlichen Verhältnisse vorzunehmen und neue Vorschläge auszuarbeiten hat.
werden."
Nach kurzer Begründung durch den Antragsteller wird der Antrag Kimmel der Fraktion zur Berücksichtigung überwiesen. Punkt 3 der Tagesordnung ist damit erledigt.
Es sind eine Reihe von Telegrammen und Zuschriften eingegangen, die vom Vorsitzenden zur Kenntniß der Versammlung gebracht werden.
Schluß der Vormittags- Sitzung 1 Uhr.
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Nachmittags Sigung. ( Privat- Depeschen des Vorwärts".) Ginger eröffnet die Sigung um 34 Uhr. Namens der Mandats- Prüfungskommission theilt Antric Berlin mit, daß Göbel- Mainz gestern in öffentlicher Versamm lung einstimmig zum Delegirten gewählt worden ist. Sein Mandat ist demnach giltig. Gleichzeitig bittet die Mandatsprüfungs tommission, daß im Protokoll vermerkt werde: In Zukunft sind die Delegirten nicht mehr in Vereinen, sondern in öffentlichen Versammlungen zu wählen.
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Kloß Stuttgart : Der eben gemachte Vorschlag dürfte für die weitesten Kreise zutreffen, nicht aber für Württemberg . Unsere Wahlen finden nur in geschlossenen Versammlungen von den= jenigen, die als Mitglieder der Partei bekannt sind und ihre Schuldigkeit der Partei gegenüber gethan haben, ftatt. Wenn wir in öffentlicher Versammlung wählen, fo laufen wir Gefahr, daß sich Personen daran betheiligen, die wir nicht als Parteigenossen anerkennen können. Ich kann mich deshalb nicht für den Antrag der Mandatsprüfungs- Kommission erklären. Auer: Es handelt sich hier um einen allgemeinen deutschen, nicht um einen württembergischen Parteitag. Und da wäre es doch angebracht, daß die Württemberger fich nach den Verhältniffen im übrigen Deutschland richten. Was die Genossen im übrigen Deutschland können, müssen die Schwaben doch auch fertig bekommen.( Heiterkeit.) Wenn wir nicht sehr aufpassen, so tann uns wieder passiren, was uns schon paffirt ist: daß nämlich die Partei als Verein erklärt wird. Wir wollen nichts thun, wodurch wir Material für die Auflösung bieten. Das aber würde der Fall sein, wenn wir den Vorschlag von Kloß befolgen. David Gießen: In unserem Organisationsstatut steht nicht, daß die Delegirten in öffentlicher Versammlung gewählt werden müssen. Sind unsere hessischen Kreistonferenzen öffent liche Versammlungen oder nicht? Der Begriff„ Verein" muß von uns definirt werden.
Nach einem Schlußwort Antrick's wird der Vorschlag der Mandatsprüfungskommission, daß Delegirte nicht in Vereinsversammlungen gewählt werden dürfen, angenommen. Das Mandat Göbels wird für giltig erklärt.
26. Parteigenossen in 2e chhausen: Die Agrarkommission wird beauftragt, unter Beiziehung von energischen Gegnern des vorliegenden Entwurfs, das gesammelte Material genauer zu prüfen und zu sichten, momöglich noch weiteres zu sammeln, da mit bis zum nächsten Parteitage ein für unsere Partei näy licher und für alle Genossen annehmbarer Entwurf geschaffen wird.
27. Parteigenoffen in Danzig : Unter Verwerfung des Agrarprogramms wird die Agrarfommiffion mit der Abfaffung eines Leitfadens betraut über die zweckmäßigste Art der Landagitation.
28. Parteigenoffen des Oberbarnimer Kreises: Die Vorschläge der Agrarfommission find als eine Verschleierung des sozialdemokratischen Prinzips abzulehnen.
29. Parteigenossen in Lübeck : Die Agrarkommission bestehen zu lassen mit. dem Auftrag, alles statistische Material in bezug auf die Agrarfrage zu sammeln und in Form von Broschüren herauszugeben.
30. Parteigenossen in Leipzig :
1. Die von der Agrarfommission dem Programm eingefügten Säße werden abgelehnt. Ebenfalls der Programmentwurf der Agrarkommission.
Für den Fall der Ablehnung:
2. Die Forderung der Schlichtung von Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältniß durch obligatorische Gewerbegerichte für Handlungsgehilfen wird aufrecht erhalten.
Die erste Separatsihung hielt der süddeutsche Ausschuß am 21. und 22. Mai in Mainz unter Hinzuziehung von noch fcd.s Genossen, denen sämmtliche Materialien zugeftellt waren. In zweitägiger Verhandlung wurde der süddeutsche Programmentwurf angenommen und ein Fragebogen zur Erforschung der sozialen Verhältnisse typischer Landgemeinden formulirt. 800 ausgegebenen Fragebogen wurden bis August d. J. 250 aus ebensoviel Landgemeinden beantwortet. Ueber das Ergebniß der selben wird Genoffe David berichten.
Von etwa
Der mitteldeutsche Ausschuß erließ im Februar Aufrufe in den benachbarten Parteiblättern mit der Bitte, Materialien über ländliche Verhältnisse einzuschicken. Es liefen einige Briefe und ländliche Arbeitsverträge ein. Am 12. Mai trat der mittel: deutsche Ausschuß zu einer Sigung in Gotha zusammen, zu der sich noch 8 Sachverständige einfanden. Die Vornahme einer Enquete wurde abgelehnt, dagegen ein Programmentwurf eine gehend berathen und in der Ihnen bekannten Weise formulirt.
Der norddeutsche Ausschuß konstituirte sich am 25. April und hielt am 19. Mai in Berlin eine Sigung unter Zuziehung von drei Sachverständigen aus Ostpreußen ab und formulirte Vorschläge zur Ergänzung des Programms.
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Die drei Entwürfe wurden allen Mitgliedern der Kommission zugeschickt. Am 27. und 28. Juni hielt die Kommission ihre zweite Plenarsizung in Berlin ab. Bollmar und Geck waren am Erscheinen verhindert. Es wurde in der Debatte jede einzelne ersten Tage Forderung eingehend begründet. Am ben die fünf ersten Punkte des Programm- Entwurfs der Gefammikommission bis auf einen, gegen den Schoenlank stimmte, angenommen. Es waren dies die Punkte 2, 3, 4, 5, im Antrag 3, sowie die Einschaltung zum Schulivesen im Erfurter Programm. Bei dieser Abstimmung fehlten nur Vollmar und Geck. Am zweiten Tage bei der Gesammtabstimmung, bei der freilich Schipper fehlte, erfolgte die Annahme einstimmig. Mit Bollmar wurde eine Verständigung durch eine persönliche Besprechung versucht und gefunden, sodaß der Parteivorstand am 16. Juli den Entwurf der Gesammtkommission zusammen mit der Einladung zum jeßigen Parteitage veröffentlichen könnte. Im September erfolgte die Veröffentlichung der drei Vorentwürfe, die Vollmar schon im 103. Parteigenoffen des 5. Berliner Wahlkreises: Juli gewünscht hatte. Es war nämlich zu fürchten, daß die Die Parteiversammlung erklärt sich mit der Thätigkeit der frühere Veröffentlichung die eben gewonnene Ginigung Provinzialfonferenz der Provinz Brandenburg einverstanden mit auf den Gesammtentwurf gefährden würde. Unsere leßte Sigung Ausnahme ihrer Stellung zum Agrarprogramm, wie sie in der haben wir dann am vergangenen Saniftage hier in Breslau gehabt Stadthagen 'schen Resolution ihren Ausdruck findet. Die Partei- und unsere Anträge nunmehr so abgeändert und formulirt wie fie genoffen des fünften Kreises wünschen vielmehr das Weiter- Ihnen vorliegen.*) Diese Darstellung unseres Arbeitens widerlegt bestehen der Agrarkommission zum Studium der ländlichen Ber - doch genügend die Aeußerungen über die„ Geheim- und Wichtighältnisse und erwarten von dem Parteitage Stellungnahme in thuerei" und über die Eile etwas fertig zu bringen. diesem Sinne.
31. Parteigen offen in Karlsruhe : Der vorgelegte Entwurf des Agrarprogramms ist abzulehnen. Die Agrarfommission bleibt bestehen, um den Genossen geeignetes Material zur Landagitation zur Verfügung zu stellen. Das bisher gesammelte Material foll im Druck erscheinen.
Auf Vorschlag Singer's wird die Beschränkung der Rede zeit für die Verhandlung dieses Punktes außer fraft gesetzt. Das Wort erhält auf Anregung Moffenbuhr's in der Diskussion abwechselnd ein Redner dafür und ein Redner dagegen. Bunächst soll eine Generaldebatte stattfinden.
Es wurde bei der Debatte über den AgrarprogrammEntwurf die Frage Revolution oder Reform aufgeworfen. Wir sind von denselben Absichten geleitet worden, wie unsere schärfften Kritiker. Sollte also wirklich eine Verständigung unmöglich sein?
Auf diese Frage giebt es nur ein Ja. Wenn wir manches unterBerichterstatter der Agrarkommission Dr. Quarck: Werthe stützen, was der jetzige Staat auch unterstüßt, so thun wir Zu einer Mittheilung vor der Tagesordnung erhält namens Genossinnen und Genossen! Das Interesse an der Frage nach baffelbe auf gewerblichem Gebiete ja auch alle Tage. Es kommt nur des Lokalkomitees das Wort Bruhn 3. Er theilt mit, daß aus der besten Landagitation ist in der Partei ein außerordentlich auf die Absicht und das klare Gudziel an, das wir im Auge beder Mitte der Delegirten der Wunsch hervorgegangen ist, die hohes. Wir in der Agrarkommission find natürlich nicht so halten müssen. Die Sozialdemokratie vertritt hierbei die Gräber unserer hier begrabenen Genossen zu besuchen. Das Komitee blind, daß wir nicht auch den Dolch im Gewande führen, den jenige Kulturpolitik, die für das Wohl aller gilt. schlägt vor: Morgen die Vormittagssigung bis um 2 Uhr Nach- mancher bei diesem Vorwärtsdrängen schon meuchlerisch hat nicht des Bauernfanges wegen haben wir die Unterdrückten auf mittag auszudehnen und nach dem Mittagessen einen Spazier- blizen laffen. Aber Agrarier wie wir nun einmal sind, ist es dem Lande zu unterstüßen, aber wir tönnen nicht ruhig zusehen, gang in zwanglosen Gruppen zu den Gräbern unserer Todten zu für uns in der Kommission doch schon eine rechte Genugthuung, wie fie in jeder Hinsicht vergewaltigt werden. Wir werden dabei veranstalten. zu sehen, daß wir im Eifer für die Sache einig gehen. Und nicht so utopistisch sein, den Fortschritt des Großkapitals auf dem Timm ist der Ansicht, daß man morgen Nachmittag die das gehört sich auch so für die deutsche Sozialdemo- Lande fünstlich aufhalten zu wollen, aber wir brauchen burch Arbeit nicht aussehen könne, da wir noch zu viel zu erledigen fratie. Sehen Sie doch nur, mit welcher Aengstlich- unsere Unthätigkeit auch nicht mitzuhelfen, daß sich das ländliche haben. feit sich unsere geschworenen Feinde, die echten Agrarier, um Großkapital eine Unsumme von Extravortheilen verschafft. Es wird beschlossen, morgen die Nachmittagssigung aus- das Landprogramm seit seiner Veröffentlichung herumbrücken. In seinem legten Aufsatz über die Agrarfrage ftellt fallen zu lassen und den vom Lokalkomitee angeregten Spazier- Nur der deutsche Landwirthschaftsrath, die Spize aller unfer größter Tattifer, Engels, die Frage: Was ist denn unsere gang zu veranstalten. echten Agrarierorganisationen Deutschlands hat in seiner Situng Stellung zur Kleinbauernschaft? Wie stellen wir uns schon heute Singer theilt mit: An den Genossen, der das Arrangement vom 8. März d. J. sehr ernsthaft unserer Agrarkommission ge- zu ihr? Und in seiner Antwort stellt sich Engels unzweifelhaft des für morgen Abend in Aussicht gestellten Kommerfes zu Ehren dacht und ausgesprochen, daß er nunmehr in eine vielseitige auf die Stufe des Gedankens, aus welchem unser Agrarder Delegirten in der Hand hatte, ist von der Polizei ein Bescheid und gründliche Prüfung der Landarbeiterfrage eintreten müsse. programm- Entwurf entsprungen ist. Die Agrarkommission ist ergangen, daß die Abhaltung des Kommerses genehmigt ist. In Gs stimmt also nicht, daß sich die Kapitaliften mit Ar und Halm gern bereit, der berechtigten Kritik der Parteigenossen diesem Bescheide ist aber ferner betont worden, daß das Absingen über unsere Thätigkeit im Gruft freuten, weil wir ihnen in die Rechnung zu tragen. Als berechtigt haben wir vor allem die des Liedes„ Das höchste Gut", der Vortrag des Prologgedichtes Hände arbeiteten, wie manche Genoffen behaupten. Nein, unseren Einwände gegen die Verbindung unserer neuen Vorschläge mit Seid gegrüßt, Ihr frohen Freunde" u. a. zu unterlassen find. Gegnern wurde unheimlich zu Muthe. Noch nie sind soviel An- dem Erfurter Programm anerkannt. Wir haben deshalb ( Heiterkeit.) Als ich das hörte, da hatte ich das Gefühl, als ob läufe bei allen bürgerlichen Parteien für den fleinen Mann auf alles, was sich nicht zwanglos zu den schon bestehenden Punkten wir uns in Vorderfibirien befinden.( Heiterkeit.) Ich mache den dem Lande gemacht worden, als seit unserem Frankfurter Partei- des Erfurter Programms hinzufügen läßt, herausgenommen und Vorschlag, daß wir unter dem Dank an die Breslauer Genoffen tage. Und weiter: Wenn uns auch die politische Reaktion abgeändert, der Kritik folgend. Beim Arbeiterschuß haben für die gehabte Mühe und für ihre gute Absicht, uns einen gerade in der legten Zeit immer eifriger droht wir haben wir sehr gern auch einige Vorschläge der Parteikritit beachtet. frohen Abend zu bereiten, infolge dieses Schreibens der Polizei eine Kleine Probe davon ja erst heute erlebt auch daran Vom Landarbeiterschuß fpreche ich deshalb so wenig, weil nicht auf den Kommers verzichten. Wir wollen unsere Feste nicht in trägt unser neuerliches Hinüberbringen auf das Gebiet der geringste Streit darüber ist, daß der Landproletarier mindestens Anwesenheit der Polizei feiern und uns von ihr nicht be- der ländlichen Machthaber sein gutgemessen Theil. Was unseren ebenso eifrig und träftig von uns zu schützen ist gegen seine Ausvormunden lassen.( Sehr richtig!) Gegnern ein Gegenstand des Schreckens, bei uns im eigenen beuter, als der städtische Proletarier. Die Zusammenstellung der Lager war es Gegenstand lebhaftester und ungenirtester Kritit. Agitationsforderungen für sie war der weniger schwierige Theil Ein Glück, daß wir unserer fünfzehn in die Agrarfommission ge- der Arbeit. Viel schwieriger war die Festsetzung von allgemeinen Zur Verhandlung steht Punkt 4: Die Borschläge der wählt wurden. Die gesammte Rückenfläche, die wir fünfzehn Landforderungen im Interesse der Landeskultur. Die Verbindung Agrarkommission zu dem Parteiprogram m. den kritischen Hieben unserer Genoffen bieten konnten, war eine mit dem Erfurter Programm nahmen wir zuerst vor, um den Verhandelt werden dabei die Anträge: fehr ansehnlich breite, wenn sich auch einige schmale und ein Genoffen zu zeigen, daß wir hohen Werth auf die Benutzung des 18. Parteigenossen des Kreises Niederbarnim : Das nicht gerade fehr standhafter unter uns befanden. Wir haben Erfurter Programms bei der Landagitation legen. Agrarprogramm in allen seinen Punkten abzulehnen, die aber im ganzen recht gut zusammengehalten, viel von den AnThätigkeit des Agrarausschusses für beendigt und die in Grant fechtungen erklärt sich aus der Neuheit der Sache. Noch niemals furt a. M. gefaßte Agrarresolution( Nr. 118, S. 184/185 des Pro- batten wir eine besondere Kommission eingesetzt, die während tokolls) für erledigt zu erklären. eines ganzen Jahres neben den bekannten Organen unserer Partei 19. Parteigenoffen des Kreises Zeltow Beestownach eigenem Plane zu arbeiten beauftragt war. Stortow, in Pirmasens , Aachen , Halle, Rinteln Sachlich war die Aufgabe der Agrarkommission äußerst und der Kreise Prenzlau Angermünde und Branden - schwierig, und doch blieb die Kommmission ein schlecht beburg: Der Entwurf des Agrarprogramms ist in allen seinen handeltes Adoptivfind für die Genossen. Die Berliner November Theilen abzulehnen.
Es wird beschlossen, auf den Kommers zu verzichten. Es wird in die Tagesordnung eingetreten.
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Bereits Vollmar und Schoenlant haben in ihren Referaten für den Frankfurter Parteitag werthvolles Material zur thatsächlichen Orientirung über die Geschichte und jezige Lage der sozialen Verhältnisse auf dem Lande beigebracht. Wäre dies während der Agrardebatten der letzten Monate von manchem der lautesten Rufer im Streit im stillen Rämmerlein studirt worden, so ständen wir uns jetzt schon in unseren Ansichten über die Landagitation näher. Die Entstehung und die soziale Gliederung der deutschen lands und Dezember- Versammlungen, in denen so wie anderswo uns wirthschaftlichen Bevölkerung, sowie ihre Eigenthümlichkeiten find eine Art Schwindsuchtsbazillus einzuimpfen versucht wurde, dort statistisch anschaulich geschildert. Nur nach zwei Richtangen will zeigten das. Andererseits erweckte der erste Schritt von der ich die Darstellung ergänzen; viele von uns wissen noch nicht genau, Theorie zur Praxis allzu lebhafte Hoffnungen. Bedenken Sie was sie unter einem Kleinbauern zu verstehen haben und dann das, wenn Sie uns fritisiren. Viel zu viel Uebles ist uns nach- ist in der bisherigen Debatte ganz unerörtert geblieben, wie sich 21. Parteigenoffen der beiden Münchener Kreise: Den gesagt worden. Bekanntlich hat sich die Kommission am 10. und die herrschende Agrar politit eigentlich zum Kleinbauern Agrarprogramm- Entwurf an einen Agrarausschuß zurück zu ver- 11. Februar dieses Jahres in drei Unterausschüsse getheilt. stellt. Nach der letzten deutschen Berufszählung von 1882 entweisen mit dem Auftrage, die thatfächlichsten ländlichen Ver- Grundfäßliche Meinungsverschiedenheiten über die Methode fallen auf den Beruf der Landwirthschaft, Forstwirthschaft, hältnisse der sorgfältigsten Prüfung zu unterziehen, die Genossen und das Ziel unserer Arbeiten haben nie bestanden. Thierzucht und Fischerei einschließlich der dienenden und Familienin angemessenen Zwischenräumen über ihre Thätigkeit auf dem Nie list eine Minorität von den anderen majorisirt angehörigen 19,2 Millionen Röpfe oder 42,5 pCt. der Bevölkerung. Laufenden zu halten und das Ergebniß ihrer Arbeiten dem worden. Wir haben Wir haben stets die Mittellinie gesucht, Von den 5,2 Millionen Betrieben aber mit 81,8 Millionen Hektar nächstfolgenden Parteitag zu unterbreiten. und kein Mitglied hat ein Opfer des Intellekts bringen müffen, Land, auf die sich jene Personen vertheilen, waren bekanntlich
20. Parteigenossen des Kreises Prenzlau Anger münde: Es wird eine Kommission eingesetzt, die mit der Aufgabe zu betrauen ist, statistisches Material zu sammeln, das für die Landagitation verwandt werden kann.
22. Parteigenoffen in Brandenburg : Die Hauptaufgabe um die Einigkeit zu wahren. Jedes Mitglied durfte nach seinem 3 Millionen oder 58 pGt. unter 2 Heftar, ferner nicht ganz der Agrarkommission soll darin bestehen, Untersuchungen der land- beften Wiffen und Willen arbeiten. Wer allerdings feine Meinung 1 Million oder 18,6 pt. 2 bis 5 Hektar groß. Wir haben von wirthschaftlichen Verhältnisse in ihrer großen Berschiedenheit vor- für sich behielt, fonnte nicht widerlegt werden. Wir sollten aber 5,2 Millionen landwirthschaftlicher Betriebe überhaupt zirka zunehmen. Ein statistisches Material, mit den nöthigen Er- doch auch nicht Obstruktion treiben. Ich schicke dies voraus, 4 Millionen oder 96 pet. echt fleinbäuerliche Besitzungen. läuterungen versehen, den Genossen als Leitfaden für die Agitation weil in der legten Zeit in Parteiblättern falsche Darstellungen Nun entfällt auf diese Betriebe allerdings mur 16 pt. der in die Hand zu geben. davon gegeben worden sind, parteiische Darstellungen. landwirthschaftlich benutzten Fläche, aber wir haben es doch in
23. Parteigenoffen in Mannheim : Den Agrarausschuß Im einzelnen führten die Berhandlungen vom 10. u. 11. Februar der Politit mit den Menschen und ihren sozialen Verhältnissen 31 beauftragen, die ländlichen Verhältnisse noch eingehender zu nach einer Generaldiskussion zur Festsetzung der beiden Aufgaben: zu thun. Etwa drei Viertel der landwirthschaftlich beschäftigten untersuchen und das Ergebniß seiner Thätigkeit durch rechtzeitige 1. Sammlung des bereits vorhandenen, eventuell neuen Materials, Menschen sind kleinbäuerliche oder direkt für Lohn arbeitende Veröffentlichung in der Presse der Gesammtpartei zu unter: 2. Entwurf von Ergänzungsvorschlägen zum Programm. Daß Landproletarier. Dieser Kleinbauer kommt nicht nur als füddeutsche Merkbreiten, so daß es die Grundlage für die Agrarberathungen auf eine Generaldiskussion statifand, wurde im Vorwärts" vom dem nachstjährigen Parteitag bildet und es den Einzel- Organis 12. Februar fundgegeben. Es tonnte also keins der Kommissionswürdigkeit vor, er ist eine auch in Norddeutschland für den fationen ermöglicht, ihre Delegirten mit genauer Instruktion zu mitglieder davon überrascht sein", daß die Unterausschüsse nach Agrarpolitiker nicht ganz unbekannte Erscheinung. In beiden jedem einzelnen Punkte zu versehen. den Beschlüssen der ersten Sigung Ergänzungsvorschläge zum Mecklenburg find ca. 80 pet. aller Betriebe nur bis 2 Heftar groß, 24. Parteigenoffen des Kreises Hanau Gelnhausen Brogramm ausarbeiteten. Bebel, Liebknecht, Moltenbuhr, in Rheinland und Westfalen ca. 70 pCt., in der Proving Sachsen Drb: Die Agrarkommission ist zu beauftragen, unsere Schippel und Schoenlank bildeten den Unterausschuß für 66 pCt., in Pommern 65 pGt., in Brandenburg 63 pCt., in WestSchulze Hug, Kazenstein, und preußen 60 pCt. Steht nun dieser recht zahlreich vorhandene Prinzipien nebst den aus denselben sich ergebenden Fordes Norddeutschland. Bock, ben für Mitteldeutschland. rungen zu den Tagesfragen in Beziehung auf die landwirthschaft: ich Baßler, Birk, David, Kleinbauer uns so nahe, daß wir als proletarische Partei auf ihn Wir glaubten einwirken fönnen? Der deutsche Kleinbauer ist fein einheitlicher lichen Verhältnisse in einer besonderen Broschüre ausführlich zu Geck und Vollmar den für Süddeutschland . sondern auch fachlich ab- Typus. Hier in Oberschlesien haben Sie den verkommenen erläutern. Hierzu sind die von der Agrarfommission zu den damit nicht nur geographisch der erdrückt wird Forderungen 7, 10, 11, 16 und 17, sowie zu den speziellen zutheilen. Der norddeutsche Ausschuß hatte Ditelbien als Gegend oder doch verkommenden Kleinbauer, dem Latifundienbefizer. Etwas höher noch steht Arbeiterforderungen gemachten Vorschläge zu verarbeiten. Die mit vorwiegendem Großgrundbesitz zu bearbeiten; der mittel- von der in Sachsen , Thüringen , Borschläge aber, welche sich auf das öffentliche Eigenthum, den deutsche Sachsen , Thüringen , Oldenburg , Braunschweig , West- der mitteldeutsche Kleinbauer, Seine Wirthschaft Staatskredit und die Verstaatlichung der Grundschulden be- falen, Hannover mit mittelbäuerlichem Besiz; der süddeutsche auch in Nordwest= Deutschland ſigt. ziehen, find gänzlich zu ändern und fo zu gestalten, daß durch wurde namentlich auf das Studium des zersplitterten Kleingrund- ist noch sauber, aber es fehlt ihm an Geld und Geschäftsgewandt= dieselben ein Mißverständniß nicht möglich ist, sowohl befizes hingewiesen. Die Verbindung zwischen den Unteraus- heit. Dann folgt der süddeutsche Kleinbauer als Viehzüchter darüber, daß durch solche Mittel den Kleinbauern ihr Besiz schüssen sollte ich als Sekretär der Kommission aufrecht erhalten. auf die Dauer nicht erhalten werden kann, als auch darüber, Ich habe in dieser Frage über 100 Schriftstücke versandt, eine daß diese Forderungen nur in einem wirklich demokratisch regierten Bibliothek landwirthschaftlicher Litteratur zusammengestellt und Lande dem Volfe zum Nußen gereichen. Die von der Agrar. den Mitgliedern auf Wunsch die Literaturbehelfe übersandt.
Die umfangreiche Vorlage kommt uns knapp bevor das Wir müssen deshalb die Blatt in die Presse gehen soll, zu. Veröffentlichung bis zur nächsten Nummer verschieben.