Propaganda Kundgebung der Freien Gewerkschaften
am Sonntag, dem 28. August, 14% Uhr, in Treptow ( Spielwiese).
Die Kundgebung beginnt mit Gesang von Chören des Arbeiter. fängerbundes. Dann folgt: Ansprache des Kollegen Eggert ( Riesenlautsprecher), Sprechchor und gemeinsamer Schlußgesang( die Sammelplätze:
Internationale).
Leuten, die es sich leisten tönnen, für Bab und Scheren eines Hundes mehr auszugeben, als die Erwerbslosenunterstützung eines alleinstehenden Jugendlichen beträgt. Darum sind diese Hunde auch oft so vornehm geworden, daß sie das Hundeleben" von uns gewöhnlichen Menschen abgrundtief verachteten, wenn sie je Gelegenheit hätten, es fennen zu lernen. Was würde wohl jener rein= rassige Pudel, der in einer Villa des westlichen Berlin zwei tomfortabel eingerichtete Zimmer bewohnt, dazu jagen, wenn man ihm zumuten wollte, mal in einer unserer Ber liner Mietstafernen mit 9 oder 10 Personen in Stube und Küche zu hauſen? Aber vielleicht würden alle diese so verzärtelten Hunde herzlich gern einmal mit einem bredigen, ruppigen Dorftöter, der sich feiner Freiheit erfreut, oder mit dem vernünftig„ als Hund behandelten Hund" tauschen, statt halb Spielzeug und halb Göge von Müßiggängern zu sein, vielleicht fühlen sie sich in der aufgezwungenen Kultur ebenso unglücklich, wie die Menschen, die jetzt zu einem Hundeleben" verdammt sind.
Der Borwärts" brachte am 17. Auguft einen Artikel über blerjchidsale in Storfom. Auf Grund neuer Informationen find wir in der Lage, folgendes über das betreffende Siedlungsunternehmen in Storfom( Marf) zu berichten:„ Der Kaufmann Hubert Bersteegen erwarb 1922 aus eigenen Mitteln das Gut Storlow( Mark). Er unterbreitete Anfang dieses Jahres den zuständigen Behörden einen Siedlungs- und Fluchtlinienplan, nach dem er sein Gut in 1250 Quadratmeter große Par zellen aufzuteilen und unter günstigen Bedingungen an Arbeiter, Angestellte, Kriegsinvaliden und Beamte abzugeben beabsichtigte.. Nachdem die Behörden ihr prinzipielles Einverständnis erklärt hatten, begann B. mit der Barzellierung; er veräußerte bie 1250 Quadrat meter große Parzellen für einen Preis von 1250 M., d. h. 1 M. pro Quadratmeter, ein Sah, der von der Behörde als angemessen erflärt worden ist. Die Bedingungen waren folgende: Keine An zahlung, 2,50 m. wöchentliche Abzahlung, teine Wenn Berzinsung des jeweiligen Rest tapitals. fich infolge der günstigen Zahlungsbedingungen einige Familien ansiedelten, die sogenannten Wild- West- Zustände" schufen, so geschah dies ohne Wissen des Verkäufers, dem an diesen Zuständen deshalb auch nicht die geringste Schuld beizumessen ist. Tatsache ist auf jeden Fall, daß Bersteegen durch sein System es auch dem ffein sten Mann möglich machte, sich mit der Zeit ein eigenes Grundstüd und Heim zu verschaffen. Die Handlungsweise Versteegens wurde auch in der legten Siedlerversammlung allgemein anerkannt. Er hatte feinerzeit den Siedlern versprochen, daß sie in dieser Versicherung war er auf Grund der eingangs erwähnten Ber: 3entralverband der Fleischer: Michaelkirchbrüde Ede Holzmarkt das legtemal nicht mit fonnten. Das den ganzen Vormittag vor
Zu
handlungen mit den Behörden zweifellos berechtigt. Eine aus den Siedlern gebildete Kommission unter Führung des Borfizenden der inzwischen gegründeten Storfower Siebler genossenschaft, e. G. m. b. 5.", Thale , fonnte sich davon überzeugen, daß die Behauptungen Versteegens in jeder Weise den Tatsachen entsprachen. Zur Wahrung gemeinschaftlicher Interessen haben sich die Siedler zusammengeschlossen, und zwar zu ter Stor fomer Siedlergenoffenschaft, e. G. m. b. 5., Storkom( Mark)". Bersteegen hat dieser Genossenschaft seinen Grundbesitz über: eignet, ein weiterer Beweis dafür, daß B. es mit seinem Projekt nach jeder Richtung hin ernst meinte. Durch diese Handlungsweise dürfte wohl auch der leiseste Verdacht eines Schwindelunternehmens jeglicher Grundlage entbehren, wie auch irgendein Strafverfahren wegen der Siedlung weder geschwebt hat noch schwebt.
Dadurch, daß die Siebler jegt nach jeder Richtung hin gesichert sind, indem sie selbst über das Grundstück perfügen fönnen, ist auf weitgehendstes Entgegenkommen der Behörden zu rechnen. Die formelle Genehmigung des Siedlungsbzm. Bebauungsplanes wird nunmehr in furzer Belt erwartet. Es märe auf jeden Fall im sozialen Intereffe zu begrüßen, wenn das Siedlungsunternehmen, das hauptsächlich auf den tleinen Mann zugeschnitten ist, von den Behörden verständnisvoll unterstützt würde.
"
Verschmutzte Parkanlagen.
Deutscher Baugewerksbund: Baltenplay, Reuterplatz( Neukölln), Hochbahn Stalizer Straße, von Laufiger Plag bis Oranienstraße, Landsberger Allee Ede Thorner Straße. Bekleidungsindustrie: Dönhoffplaz. Abmarsch 12 Uhr. Verband der Böttcher: Schlesisches Tor. Graphische Industrie: Spreewaldplay( Görlitzer Bahnhof). Jentralverband der Dachdecer und Berufsfeuerwehrmänner: Rott buffer Tor( Hochbahn).
Einheitsverband der Eisenbahner: Bethanienufer( Berbandshaus). Verband der Fabritarbeiter Deutschlands : Andreasplay. Filmgewerkschaft: Alexandrinen- Ecke Oranienstraßes
ftraße.
Verband der Gärtner und Deutscher Musikerverband: Oranienbrüde. Gemeinde- und Staatsarbeiter: Laufiger Plah, Küftriner Plaz, Johannisstraße( Verbandshaus), Horn- Ece Yorckstraße. Deutscher Holzarbeiterverband: Am Köllnischen Bart. Hotel -, Restaurant- und Caféangestellte: Elsaffer. Ede Aderstraße. Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter: Warschauer Platz. Lederinduftrie: Michaelkirchplay.
Und noch eines lernt man hier in diesem Hundebad des Westens: Wie ungerecht die heutige Hundesteuer ist, die diese Lurushunde mit genau demselben Satz besteuert, wie den Hund, deffen Herr mit ihm ein oft genug recht schmales Stück Brot teilt, bis der Steueregekutor den vierbeinigen Freund erbarmungsLos wegpfändet...
Eine zweite Dampferfahrt der Alten veranstaltete der Verwal tungsbezirk Treptow am letzten Freitag. Wieder wie vor fünf Wochen ging es nach Rauchfangswerder. Freilich waren die Teilnehmer diesmal andere, da die Wohlfahrtskommissionen AnVereinsamte, die
herrschende Regenwetter hatte wohl manchen von der Teilnahme abgehalten. Immerhin fanden etwa 250 Personen den Mut dazu, der durch den längeren Sonnenschein und einen herrlichen Abend auf dem Wasser reichlich belohnt wurde. Der in den Reichsfarben geschmückte Dampfer wurde von den beiden städtischen Freibädern und den Insassen der Tageskurstätte Oberschöneweide bei der Vorbeifahrt freudig begrüßt. Die Bäder hatten zu Ehren der Alten ihre Flaggen gezogen. An der Krampenburg wurden mit den dort aus gleichem Anlaß eingetroffenen Kleinrentnern vom Prenzlauer Berg Grüße getauscht. Als lleberraschung wurde der Umweg über Seddinsee, Spree - OderKanal, Krossinsee freudig aufgenommen. Und dann das freudige Ereignis: eine Kaffeetafel, die von zarter Hand für .erledigt" werden mußte. Ein fleiner Regensprizer fonnte die Freude nicht stören, die nun wohl alle mit heim nahmen. Insgefamt find nun durch diese zwei Dampferfahrten in diesem Sommer über 500 Alte auf einen Tag dem Einerlei ihres Alltags entrissen worden.
Verband der Maler: Melchiorstraße( Verbandshaus). Maschinisten und Heizer: Laufizer Plaz( Hochbahn bis Schlesisches Tor). Metallarbeiterverband und Kupferschmiede: Mariannenplatz. Nahrungs- und Genußmittelarbeiterverband: Michaelfirchstraße Ede über 300 Gäste gedeckt war und die von um so viel weniger Effern Zentralverband der Steinarbeiter: Bethanienufer. Tabatarbeiterverband: Inselstraße( Bundeshaus). Textilarbeiterverband: Stralauer Blag. Deutscher Verkehrsbund: Weberwiese. Zentralverband der Zimmerer: Engelufer, von Köpenicker bis Adalbertstraße. AfA- Organisationen: Yord- Gneisenaustraße. Abmarsch 12 Uhr. Der Abmarsch von allen Plähen( mit Ausnahme der 2f2Organisationen und der Bekleidungsindustrie) erfolgt 12% Uhr. Arbeiter, Angestellte, Beamte, es ist eure Pflicht, an dieser Kundgebung teilzunehmen.
Sämtliche Lotale, die für das Gewerkschaftsfest in Frage fommen, haben die Tarife, für das Gastwirtsgewerbe an erfannt, weshalb die Sperren aufgehoben sind.
Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund , Ortsausschuß Berlin . Allgemeiner freier Angestelltenbund, Ortskartell Berlin . Allgemeiner Deutscher Beamtenbund, OrtsausschußGroß- Berlin
"
werden. Bezirks- und Gartenbauamt in Wilmersdorf aber scheinen eine merkwürdige Meinung von den Rechten und Pflichten des Bubli fums zu haben. Schon will man die Bürgerwiese" im Preußenpart wieder sperren, weil die Leute zuviel schmugig machen", und der von steilen Böschungen eingefaßte See wird nicht am unteren Ufer durch eine Umzäunung gesichert, weil sonst die Kinder noch mehr auf die Böschung liefen".
Schüleraufnahme in den Aufbauschulen. Die Groß- Berliner Aufbauschulen Köllnisches Gymnasium ( nebst Realgymnasium) und Kaempfschule( Realschule) nehmen zu Michaelis noch Schüler auf. Beide Anstalten beginnen mit Untertertia und führen in drei Jahren bis zur Obersekunda bzw. in sechs Jahren bis zur Reife für Universität und Hochschule. Freischule, freie Lernmittel, Wirtschaftsbeihilfe, Fahrkostenentschädigung, nach bestandener Reifeprüfung auch Stipendien für das Studium werden nach den Bestimmungen des Magistrats gewährt. Anmeldungen begabter Gemeindeschüler der Klassen 2m und 1 zur Aufnahmeprüfung find an den Bezirksschulausschuß Berlin 1-6 im Stadthaus Klosterstraße bis zum 24. August durch die Herren Rektoren der Bolts
Schulen zu richten. Auskunft erteilt auch der Direktor des Köllnischen
Die Herbstjugendweihe für Charlottenburg findet Sonntag, 25. September, 11 Uhr, im Staatlichen Schillertheater statt. Die Weiherede hält Genosse Arthur Crispien . Den Vorbereitungsunterricht erteilt Genosse Rettor Schümeler. Unterricht jeden Dienstag 16-18 Uhr in der weltlichen Schule Pestalozzistr. 40. Beginn am nächsten Dienstag. Anmeldungen doriselbst! Aufnahmegebühr 50 Pf.
Arbeitersport.
Am Sonntag demonstrieren die Gewerkschaften. Kein Arbeitersportler darf fehlen.
Das Straßenbild Berlins wird häufig durch größere oder kleinere Grünflächen unterbrochen. Besonders die früheren Vororte", die jetzigen Außenbezirke, besigen fast alle mehrere Barfanlagen und Schmuckpläge. Werden diese Gartenanlagen jedoch nicht dauernd gepflegt und beaufsichtigt, so find sie bald derartig verschmugt, daß der Aufenthalt in ihnen nur sehr gemischte Gefühle bei den Er holungsuchenden auslösen kann. Zu Gymnasiums, Inselstraße 2-5. Bu ben ungepflegteften Anlagen gehört der Seepar?" in Wilmersdorf . Die Grundlage der Wege ist Kolsschlace. Spielende Kleinkinder, die man nicht auf die zwei vorhandenen Bazillenfrabbelfiften" beschränft, müssen nach der Rüd fehr aus dem Part meist von Kopf bis Fuß umgezogen werden. Der Sportplay an der August a straße ist der am meisien ver mahrlofte Teil des Parkes. Bor ungefähr einem Jahr hat das Jugendumt eine Umkleidezelle für die Schüler und ein Aborthäuschen errichten laffen, aber beide find nur noch Ruinen; von der Umfleide zelle sind die Türen entfernt worden, und das andere städtische Etablissement" ist zum Teil abgedeckt. Teilmeise hängt dieser Zustand damit zusammen, daß die Ausführung dieser Bauten von Anfang an höchft mangelhaft war; es ist fast feine der Blanken ohne Aftlöcher, und da das Holz anscheinend nicht durch Kresolanstrich geschützt war, find die Türen verfault, denn bei einigermaßen feuchtem Wetter stehen am Rande des Spielplages wochenlang große Wasserlachen.- Schlimm sieht es auch in dem nach Schmargendorf zu liegenden Teil des Parkes aus. Die Kolonaden an der Untergrund= bahnunterführung werden von größeren Kindern als Abort benutzt, fleinere friechen in das Gebüsch, das nie gesäubert wird, denn das Wilmersdorfer Gartenbauamt beschäftigt ganze 4( vier) Reinemachefrauen, die für die Sauberkeit folgender Anlagen sorgen sollen: Preußenpart, Seepart( reicht von Schmargendorf bis Schöneberg ), Rüdesheimer, Kaiser, Brabanter, Hohenzollernplag ungerech net eine Anzahl fleinerer Schmuckpläge! Da wird natürlich faum der Umfreis der Bänke täglich gesäubert, denn die Frauen müssen auch noch Gras rechen. Besonders bedenklich ist es, daß infolge der mangelnden Aufsicht der Seepart, besonders in der Gegend der Ruinen auf dem Spielplatz und bei der Untergrundbahnunterführung, zu einem beliebten Aufenthaltsort von Exhibitionisten und ähnlich zweifelhaften Elementen geworden ist. Es vergehen faum zwei Wochen, in denen hier nicht Frauen und Schulmädchen belästigt
Morizenor
-
Hundebad des Westens.
-
Ein Badeort ist das„ Hundebad" zwar nun nicht mer es fich aber mal genau angesehen hat, der wundert sich einfach über gar nichts mehr; der würde sich auch nicht im geringsten darüber wundern, wenn nächstens die Sommerfrische Klein- Mudepic" ihre besondere Eignung zum Hundekurort entdeckte, um endlich zu vornehmem, fashionablem Publikum zu kommen.
"
Da hat in einer Straße nahe dem Wittenbergplatz ein Tierarzt, der nicht nur die Krankheiten seiner vierbeinigen Batienten turieren, sondern auch die Eigenheiten der Menschen des westlichen Berlin be- und auswerten fann, ein Hundebad, d. h. eine Hundebade anstalt aufgemacht; besser noch würde man diese Anstalt freilich einen Hundeverschönerungs- und Frisiersalon nennen. Hier wird wirklich Schönheitspflege" für Hunde getrieben die drahthaarigen Hunde werden getrimmt", d. h. es wird ihnen das Haar regelrecht gerupft", damit sie ein schnittiges" Aussehen bekommen und ihr Haar recht fest wird. Zur Heilung und Verschönerung stehen nicht nur die elektrische Schermaschine und zwei eles gante Rachelbadewannen mit Bürstenbrausen zur Flammis Verfügung, sondern die modernsten Apparate: Föhn und Wärmefonne zum Haartrocknen, Höhensonne gegen HautRachitis, Vibrations. und andere Qubär massage.... Die Mehrzahl der Herrchen“ und„ Frauchen" hier gehört ja auch nicht zu den Minderbemittelten, sondern zu den
Eltern!
Jn großer Auswahl
Oberhemden,
Kragen, Krawatten wäsche,
Hüte, Schirme
*
Brunnenstr.197
AM ROSENTALER PLATZ
Die Propagandakundgebung der freien Ge wertschaften ist auch eine Angelegenheit der Arbeiter. Iportler. Rein freigewertschaftlich organisierter Arbeitersportler ( es foilte feinen geben, der das nicht ist!) wird sich am Sonntag feinen Verpflichtungen den Gewerkschaften gegenüber entziehen; er wird an diesem einen Tage Sportplatz und Sportgerät ruhen lassen und sich dem Demonstrationszug feines Berbandes an= schließen. Wir unterlassen es daher, die üblichen Sportankündigungen an dieser Stelle des Vorwärts" zu veröffentlichen.
Arbeitersportler!
Auf zur Werbefundgebung der freien Gewerkschaften!
Freie Ruder- und Kanufahrer, 1. Kreis. Nach einem Beschlußz der Spartenausschußsigung veranstalten die Oberspreevereine aus Anlaß der Gewerkschaftsveranstaltung am Sonntag eine Propa gandafahrt nach Treptow . Sammelpunkt der Boote por dem Bootshaus„ Borwärts". Die Auffahrt beginnt um 18 Uhr.
Mufifaufträge
übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Musikerverbandes, Berlin , Rommandantenstr. 63,64. Dönhoff 3277-78 Geschäftszeit 9-5, Gonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch: Bertreterbesuch.
Einsegnan
können Sie Ihr Mädel oder Thren Jungen so gut kleiden, wie Sie es nur irgend wünschen durch unser System der
TEILZAHLUNG 8
%
ANZAHLUNG
MONATSRATEN
de
er
Anzug aus gut.blanem Cheviot, Tu I- reihig, solide Verarbeitung
MK
39,
Eleg. Kleidchen schwarz k- seid Taffet, peiche Rüschergarnierg.
MR.
19,50
Frankfurter- Allee 350 Kottbuser Damm 103/ Chlbg.Scharrenstr5
ECKE WILMERSDORFERSTR