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Drud erzeugt Gegendruck. Und auch in jenen Arbeiterinnen, die heute noch oder wieder abseits stehen, schlummert die Erinnerung an die Novembertage von 1918. Wecken wir durch unsere Arbeit, durch unser Tun, durch unser Handeln, durch unser Beispiel ihren Glauben an die gewertschaftliche Kraft, ihren Glauben an fich felbft. In diesem Sinne demonstrieren heute die freigewerkschaftlich organsierten Arbeiterinnen und weiblichen Angestellten,

Mag die Arbeiterschaft sich keiner Täuschung hingeben:| aflgemeinen und die Angestellten im besonderen rücksichtslos aus.| bewegung, in die Gewerkschaften, au stoßen. Sie hoffen, die bes sie steht einem start und restlos organisierten Sie haben nicht nur mit Erfolg den Achtstundentag berannt sozialen Schutzes beraubte Arbeiterschaft leichter in den Schuh" Unternehmertum gegenüber, das von der Macht, die und praktisch die völlige Sonntagsruhe vielfach durchlöchert, der Werksgemeinschaft hineintreiben und damit den Gewerkschaften ihm seine geschlossene Front und sein wirtschaftliches Ueber- auch der Siebenuhr Ladenschluß ist ihnen ein ebensolches das Lebenslicht ausblasen zu fönnen. gewicht verleiht, auch rücksichtslosen Gebrauch macht. Vergernis wie die ganze tarifliche Regelung der Lohn- und Aber dieser Macht des Unternehmertums fann die Ar- Arbeitsverhältnisse überhaupt. Sie befämpfen ebenso jede Forderung, beiterschaft eine gleichwertige Macht entgegenstellen, die auf einen besonderen Schuh für Arbeiterinnen oder wenn sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllt und in weibliche Angestellte abzielt, wie überhaupt jeden Schuh, der ihrer ihrer Gesamtheit den entschlossenen Willen zur Tat aufbringt. Ausbeutung der Arbeitskraft eine Schrante feßen will. Sie bereiten Trotz aller Meinungsverschiednheiten muß Einheit und Ge- seit langem den Sturmangriff auf die Sozialversiche. schloffenheit gewahrt und Kameradschaftlichkeit gepflegt rung vor, um bei einem Erfolg dann ins Herz der Arbeiter­werden. Denn die stärksten Bundesgenossen des Unternehmer­tums find Uneinigkeit, Indifferenz und Gleichgültigkeit der Arbeiterschaft. Ist es ein Wunder, wenn das Unternehmer­tum diese Uneinigkeit mit Hilfe der verschiedensten betrieb­lichen Einrichtungen, die hier nicht aufgezählt zu werden brauchen, zu schüren und zu fördern versucht? Teile und herrsche sind auch heute noch die stärksten Mittel, mit denen das Unternehmertum seine Macht zu halten und befestigen sucht, und im Erfolg dieser Mittel sich zum Schaden der Werftätigen leider auch noch niemals getäuscht hat.

Der Unverstand der Massen ist auch heute noch der größte Feind der Arbeiterschaft. Wenn sie erst dies Boll­

werk überwunden hat, ist das größte Hindernis ihres Auf­ſtieges und ihrer Befreiung aus wirtschaftlichen Fesseln aus

dem Wege geräumt.

Und das ist der Sinn und Zweck der Kundgebung, zu der die Berliner Arbeiterschaft heute in Treptow auf marschiert: ihren Gegnern, wo immer sie auch stehen mögen, zu zeigen, daß sie nicht ruhen und raften wird, bis sie dieses Bollwerk überwunden und diese Fesseln gesprengt hat. Und endlich und nicht zuleht, ist sie eine Werbefundgebung für die gewerkschaftliche Idee, die gleichzeitig die organisierte Arbeiterschaft mit neuem Geist und neuer Tatkraft begeistern soll für die kommenden Kämpfe um den endgültigen Sieg.

Die Frau in der Gewerkschaft.

Von Grete Sehner.

Wenn heute die Organisationen aufrufen, für den gewerkschaft lichen Gedanken zu demonstrieren, dann ist es neben dem Arbeiter und Angestellten nicht nur die gewerbliche Arbeiterin, die diesem Rufe folgt. Auch die weibliche Angestellte marschiert in Reih und Glied.

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Es hat einer langen Entwicklung bedurft, ehe der gewerkschaft­liche Gedanke Eingang auch bei den Frauen fand. Ihr Glaube an die Autorität des Staates war zu groß, als daß sie sie zur Einsicht in ihre Klassenlage tamen den Weg zur Gewerk. schaft, zur Selbsthilfe hätten finden können. Erst als die Autorität des Staates ins Banken tam, brach auch ihr Glaube an die Macht des Kapitals zusammen. Sie strömten in hellen Scharen in die Gewerkschaften, auf diese ihren Glauben übertragend.

Darin liegt die Erklärung, warum es den Verbänden nicht möglich war, den Organisationsstand der ersten Nachkriegsjahre zu halten. Tausende der in jenen Novembertagen zur Gewertschaft übergelaufenen Frauen und Mädchen fielen zurück ins Dunkle. Hunderttausende sind aber geblieben und treue Gewerkschaftsmit­glieder geworden. Stellen diese Hunderttausende auch nur erst einen fehr bescheidenen Bruchtei der erwerbstätigen Frauen und Mädchen überhaupt dar, vernehmlicher denn je appelliert unsere Beit, appel­lieren unsere wirtschaftlichen Verhältnisse an das Interesse der Frau. Das Hervorstechendste an den bisherigen Veröffentlichungen über die Berufszählung von 1925 ist das weitere star te wachsen der Frauenerwerbsarbeit begleitet von einer nie da­gewefenen allgemeinen Arbeitslosigkeit. Die Zahl der weib­lichen Angestellten ist besonders sprunghaft in die Höhe ge­gangen und der Arbeitsmarkt der Angestellten ist wie tein anderer überfüllt. Die Unternehmer müßen diese Situation gegen die Arbeiter im

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Das Gegenstück.

Bon Jodot.

Da lebte in New York eine gewisse Lita, und sie hätte auch Rita oder Zita oder Pia oder Senta heißen können, und sie hatte wie alle solche Trägerinnen ebenso affiger wie pofalreicher Vor­namen ein füßes Puppchengesicht und war eine kleine Film­schauspielerin, wie es sie, ohne rechte Notwendigkeit, zu vielen Tausenden gibt. Von einem gewissen Tage an war nun Lita nicht mehr ein unbedeutendes Dugendgeschöpf, sondern da war sie die Frau des großen Charlie Chaplin , aber freilich nur im standes­amtlichen und nicht in einem tieferen Sinne, denn im tieferen Sinne war sie durchaus ein unbedeutendes Dugendgeschöpf ge­blieben und betrachtete die Bindung an Chaplin weniger als eine Lebenskameradschaft, denn als eine vorzügliche Gelegenheit, über ihres Mannes Geldbeutel zu verfügen. Lita aafte mit den Dollars, die ja ſchließlich nicht sie zu verdienen brauchte, arrangierte Bälle, Feste, italienische Nächte und legte sich alle Untugenden rüpelhafter Parvenus zu. Man wird erstaunt fragen, warum Chaplin nicht das einzige tat, wozu selbst der friedfertigste und gewaltloseste Mensch zuweilen gegenüber einer launenhaften Frau sich zu seinem Be­Dauern entschließen muß. Aber ach, Chaplin lebt in Amerita, und in Amerika ist das so, daß das puritanische Gewiffen es zwar völlig in der Ordnung findet, wenn zwei vielleicht irrende, aber immerhin doch heiß um Erkenntnis ringende Männer mit geistigen Inter­essen zu siebenjährigem Todesschauer verdammt werden, daß es aber überschnappt, wenn eine dahergelaufene Gans von ihrem Mann nicht jeden ihrer dummen und mutwilligen Wünsche erfüllt bekommt. Ja, dieses Goldfind Lita, das hat's der amerikanischen Gesellschaft angetan, und gar die Richter, die, wie wir ja wiffen, eiserne, steinerne Herzen zu haben vermögen, die können auch mild und weich, warm und menschlich empfinden. Sie haben Mitleid gehabt mit dem Schicksal einer Unglücklichen, der ihr Ehegemahl nicht gestatten wollte, daß sie allnächtlich mit dem Schwarm ihrer freifchenden Freundinnen und Freunde feinen Schlaf store, und fie haben ihr eine Million Dollar zugesprochen. Ein bißchen wenig nach amerikanischer Auffassung, und überhaupt hätte ja über den viehischen Chaplin eigentlich der Bontott verhängt werden müssen, aber man begnügt sich noch einmal mit einer ernsten Berwarnung, einer zornvollen Rüge und läßt sich gnädig dazu herab, den größten Filmschauspieler des Jahrzehnts vorläufig weiter gewähren zu faffen.

Ja, die Lita tomte dies Bolt in Wallung bringen, die quietsch fidele Lita, der es nicht einmal darauf ankam, den Mann, von dem sie immerhin zwei Kinder hat, mit Enthüllungen über seine sexuellen Eigenarten zu bedrohen. Hier verschwendete das Amerika der ge­fellschaftlichen Geltung, jenes, das die offiziellen Moralansichten macht, das Mucker- und Heuchter- Amerita, Sympathie und Zu­neigung. Her schmolz fein Herz.

Zehn Jahre AfA- Bund.

Von Wilhelm Stähr, 2. Vorsitzender des AfA.Bundes.

Die im Allgemeinen freien Angestellten bund zusammengeschlossenen Verbände haben einen ganz besonderen Grund, den heutigen Gewerkschaftstag festlich zu begehen. Zehn Jahre sind ins Land gegangen, seitdem der feste Zusammenschluß der freigewerkschaftlichen Angestellten­verbände durchgeführt wurde. Im Jahre 1917 wurde an Stelle der bisher nur losen Bereinigung dieser Organisatio­nen die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände, die Af A, gegründet, aus der 1921 der Allgemeine freie Angefteltenbund hervorgegangen ist.

zu einem erheblich früheren Zeitpunkt. Schon im Jahre 1907 Die Anfänge der freien Angestelltenbewegung finden wir waren lose Berbindungen vorhanden, die als Vorläufer der heutigen freien Angestelltenbewegung angesehen werden können. Auch die Erinnerung und Würdigung dieser ersten Es war die Freie Vereinigung für die Ben sionsversicherungen der Privatangestell­ten, die ihre Aufgabe in der Ausgestaltung der sozialen Bersicherungseinrichtungen für Angestellte sah und den ersten Anstoß zu einer grundsäglichen klärung in der Angestelltenbewegung gab.

gemeinsamen Arbeiten sind heute mehr denn je am Blaze.

Der Streit um die soziale Versicherung beherrschte Jahre hindurch die gesamte Angestelltenbewegung. Nach dem Aus­trag erheblicher grundsätzlicher Meinungsverschiedenheiten in den Kreifen der Angestellten wurde im Jahre 1911 das Versicherungsgesetz für Angestellte aus der Taufe gehoben. Es standen sich zwei Gruppen der Angestellten gegenüber, von denen die eine die Eingliederung der Angestellten in die bestehenden sozialen Versicherungseinrichtungen ver­trat, während die andere Gruppe die Errichtung der später zum Gesez erhobenen besonderen Angestellten­versicherung propagierte. Im Jahre 1913 fanden dann die ersten Wahlen zu den Selbstverwaltungsförpern der Angestelltenversicherung statt. Diese Wahl brachte die ein zelnen Verbände einander näher, so daß zu der Zeit schon die Interessenvertretung der freien Angestellten ganz erheb­lich in die Erscheinung trat. Nach Klärung der grundfäß­lichen Fragen in der Sozialversicherung für die Angestellten brachte der Kampf um die Ausgestaltung des Angestelltenrechtes die endgültige Entscheidung in der Angestelltenbewegung.

sicherung und im Kampf um ein einheitliches Angestellten­recht erwuchs mit den Jahren die Kampf gemeinschaft der freien Angestelltenverbände. Das gemeinsame Borgehen in allen sozialpolitischen Fragen während des Krieges führte dann gar bald zu einer ständigen Erweiterung des Auf­gabenkreises bei gleichzeitiger Festigung der inneren Ber­bindung. Im Jahre 1917 wurden Name und Form der Or­ganisation geändert. Am 26. September 1917 entstand die Arbeitsgemeinschaft freier Angestellten verbände, die das Zeichen AfA zum Panier der freien beitsgemeinschaft entstand ein Kartell, das sich in der stürmi­Angestelltenbewegung erhob. Aus der bisher nur losen Ar­schen Bewegung der nächsten Jahre weiter feftigte. Nach eingehenden Borberatungen und intensiven Arbeiten wurde im November 1921 die heutige Organisationsform festgelegt. Der Wiederaufbau der Wirtschaft und die Durchführung des neuen Arbeitsrechtes nach dem Kriege stellten die höchsten Anforderungen an die Organisationen. Die schlimme Zeit der Inflation und der Stabilisierung der Währung spannte gleichfalls alle Kräfte zur Einsetzung für die Interessen der freigewerkschaftlich organisierten Angestellten an. Die Füh­rung des AfA- Bundes kann dabei von feiner Seite bestritten Unsere nächste Arbeit dient dem dritten werden. Wahlkampfe um die Selbstverwaltungs-= förper der. Angestelltenversicherung. Die Vorbereitungen zur Durchführung dieses Wahlkampfes wer­den im Augenblid getroffen, und unser Gewerkschaftsfest steht im Zeichen dieses Wahlkampfes. Unsere Mitgliedschaften werden bei den bevorstehenden Entscheidungen die Tätigkeit ihrer Organisation auf dem Gebiete der Sozial- und Wirt­schaftspolitik zu würdigen verstehen.

Die Entwicklung unserer Bewegung wird am besten durch einen Vergleich der Mitgliederzahlen gekennzeichnet. Bei der Gründung im Jahre 1917 zählten die in der AfA zusammengeschlossenen Verbände faum 60 000 Mitglieder, während die Gegner die Zahl ihrer Organisation mit 700 000 angaben. Heute folgen den Fahnen des AfA- Bundes nahezu eine halbe Million Angestellte, während die schon damals verhältnismäßig fehr starken Gegner auch heute zusammen nicht mehr als eine Million aufweifen können.

Die freie Angestelltenbewegung ist stolz auf diese Ent­wicklung ihrer Organisationen! Wir wissen, daß in der Ge­werffchaftsbewegung nicht nur guter Wille den Erfolg bringen fann, sondern eiserner Fleiß und restlose Disziplin sind die Garantien. Das Gewerkschaftsfest war dazu angetan, einen Rückblick auf die Entwicklung der An­gestelltenbewegung zu richten; der tommende soziale Wahl­

Die Gründung des Arbeitsausschusses für ein einheitliches Angestelltenrecht im Jahre 1913 ist ein historischer Wendepunkt. Die Organisationen, die sich damals als Kämpfer für das gleiche Recht der Angestellten zusammenfanden, waren die Pioniere des freigewerkschaft­lichen Gedankens in der Angestelltenbewegung. Aus dem engen Zusammenarbeiten um den Ausbau der Sozialver- kampf eröffnet sogleich einen Ausblick in die Zukunft.

Lita ist nun eine millionschwere Frau und es ist anzunehmen, daß sie immer eine brave Amerikanerin bleiben und niemals etwa Dollarschecks fälschen oder gar zu den Anarchisten übergehen wird. Das ist ein großes Berdienst, es steht insofern alles zum besten mit ihr, und dem kleinen Ding ist nur nachzusagen, daß es freilich unvergleichlich besser in die Welt paßt und ganz anders die Menschen und die Dinge zu nehmen weiß, als dies etwa Sacco und Vanzetti zu tun verstanden.

auch hier hat sich die Forderung der Mode durchgesetzt. Bor einem Jahr sind die Kittel bedeutend fürzer geworden!"

Nummern statt Bornamen. Mussolinis Feldzug gegen die zu einem wahren Unfug ausgeartete Gepflogenheit, den Kindern bei der Laufe die unsinnigsten Bornamen zu geben, gibt einem englischen Blatt Anlaß zu dem Hinweis, daß es auch in England Narren gab und gibt, die dieser Geschmaciofigkeit huldigen. So führen beispiels weise in einer Familie die drei Kinder den Vornamen Josef, Noch einer" und" Noch ein anderer". In einem anderen Fall haben die Eltern ihren Sprößlingen die Namen Finis"," Addenta"," Appen­dir" und Supplement" gegeben. Auch der in diesem Zusammen­hang aufgetauchte Vorschlag, die Kinder zunächst mit Nummern zu bezeichnen und ihnen die Freiheit zu lassen, wenn sie erwachsen sind, ihre Bornamen selbst zu wählen, ist auch schon in die Bragis um gesetzt worden; ein Ehepaar Stickney hat ihre Töchter, die erste, zweite, dritte genannt und ihre Söhne eins, zwei, drei.

Kommt ein Sowjettheater- Dekret? Das seit zwei Jahren be

Eine internationale Konferenz über die Kropffrage fand auf Einladung des Staatlichen Gesundheitsamtes der Schweiz in Bern vom 24. bis 26. August statt, zu der weit über hundert Fachgelehrte erschienen waren. An den Berhandlungen nahmen für Breußen der Leiter der Medizinalabteilung Dr. Krohne und der Referent Dr. Marmann teil; auch Bertreter des Reichsgesundheitsamtes, Bayerns und einiger anderer deutschen Länder waren anwesend. Für die Beurteilung des Kropfproblems, das im Hinblick auf die seit einigen Jahren auch in Breußen beobachtete bebentliche Zunahme stehende Moskauer Zentraltechnikum für Theaterkunst, das Bühnen­bes Kropjes der Jugendlichen von ernſteſter Bedeutung ist, hat dienſtler ſowie Schauspiel, und Opernregisseure hauptsächlich für die Konferenz in Bern eine Reihe neuer Gesichtspunkte und wertvolles Provinz heranbildet( die Moskauer Schüler betragen taum 4 Broz.), Material geliefert, dessen weitere Verarbeitung die preußische Medi- eröffnet in diesem Herbst Instruktionskurse für Kulturtheaterleiter. zinalverwaltung unter Hinzuziehung der berufenen Fachärzte bald in künstlerischen Veranstaltungen in Arbeiter- und Bauernklubs, deren Es handelt sich um die zielbewußte Ausbildung der Leiter von Angriff nehmen wird. stemlose Kunstpolitik auf der Frühjahrs- Parteifonferenz ver ( Vor- schiedentlich schiebentlich beanstandet worden ist. Die Shisn Istustwa" spricht fegar die Hoffnung aus, daß die theaterpolitischen Thesen dieser Kon­ferenz demnächst in Form eines für alle Bühnen der Sowjetunion gültigen Theaterbefrete gefeßliche Kraft erlangen werden.

Das Hauptthema der Berhandlungen war die Brophylage( Bor­beugung) des endemischen Kropfes. Aus der Diskussion ging hervor, daß die Aussichten theoretisch ziemlich auseinandergingen. Brat tisch waren die Teilnehmer darüber einig, daß die in der Schweiz , Galz sehr zu begrüßen seien und daß es wünschenswert sei, diese in Bayern und Desterreich durchgeführten Bersuche mit jodiertem weiter durchzuführen und auszubauen. Es wurde dabei darauf hin­gewiesen, daß die Befürchtungen der Bauernschaft, daß die Ver­abreichung von jodiertem Salz an das Bieh eine nachteilige Wirkung haben tönnte, gar nicht zugetroffen sind.

Darf der Chef Kleiderordnungen erlassen? Die dänischen Bei tungen beschäftigen sich angelegentlichst mit einem Fall, ber in Kopenhagen die Gemüter in große Aufregung versezt hat. Der Chef einer großen Firma hatte eine Stenotypistin fristlos entlaffen, weil fie, wie er behauptete, in höchst unpassender durchsichtiger Kleidung" den Chef auf Zahlung eines Bierteljahrsgehalts. Das Gericht gab im Bureau erschienen war. Die junge Dame verklagte daraufhin stand, seinen weiblichen Angestellten ihre Kleidung vorzuschreiben. ihr auch recht und verurteilte den Chef, der auf seinem Recht be­Eine große Kopenhagener Zeitung richtete darauf eine Rundfrage an die großen Warenhäuser und Firmen, um zu erfahren ,, welche For derungen bezüglich der Kleidung des weiblichen Personals gestellt würden. Der Direktor des größten Warenhauses jagte: Ich habe mich niemals mit der Frage der Kleidung meiner Berkäuferinnen beschäftigt. Mir fann es wirklich ganz gleich fein, wie lang ihre Röcke find. Das einzige, was ich verlange, ist Höflichkeit gegenüber den Kunden." Die Direttrice eines vornehmen Modefalons erklärte dagegen:" Unsere Damen haben lange ermel und lange Röcke. Eine Dame mit furzem Haar bat gar teine Aussicht, bei uns eine Stellung zu bekommen." Der Direttor der Telephongesellschaft fagte: Alle unsere weiblichen Angestellten tragen uniformierte Rittel, aber

Die Freunde der Katakomben. Die Batitanische Kommission für satrale Archäologie, der von der italienischen Regierung die Forschungsarbeit in den Katakomben Roms übertragen ist, hat be­schlossen, zur Förderung dieser Arbeiten eine internationale Gesell­schaft unter dem Namen Freunde der Katakomben" ins Leben zu rufen. Troß aller bisherigen Ausgrabungsarbeiten sind jedoch, soviel man bis jetzt übersehen kann, noch mindestens 1000 Kilometer unterirdischer Bänge rund um den alten Stadtkern unerforscht. Aus­grabungsergebnisse der letzten Beit machen es wahrscheinlich, daß noch Sammelplähe alter Handschriften und vielleicht auch etruskische Erzeugnisse zu finden sind.

Das Theater am Schiffbauerdamm eröffnet die Spielzeit der Boltsbühne am Mittwoch mit Molières , George Dandin . Die Musik zu den von Ilja Motylew geschaffenen Zwischenspielen komponierte Wolfgang Beller, Frau Trumpa und Tribell die Pantomime und den Tanz.

Das Deutsche Theater wird im Laufe dieses Winters an den Sonntag vormittagen eine Reihe von Matineen veranstalten. Als Neuerung wird bierbei eingeführt, daß die Stüde nicht nur zu einer einmaligen Aufführung gelangen, sondern mehrfach wiederholt werden. Zuerst gelangt im September " Krankheit der Jugend", Schauspiel von Ferdinand Bruckner , zur Aufführung.

Die Infernationale Kommission zur Erforschung der" tmosphäre mit Präsidenten Napier Sham in der fommenden Woche in Leipzig ab. Bis dem Sit in London bait ihre diesjährige Tagung unter dem Vorfiz ihres jest find 55 Gelehrte aus 16 verschiedenen Ländern angemeldet. Die agung ist die vierte nach dem Striege und die erste, die wieder auf deutschem Boden stattfindet.