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Mittwoch

7. September 1927

Unterhaltung und Wissen

Bayerisches Weekend.

Bon Ernst Hoferichter  .

Weekend... Ein Realschüler übersetzte Wort und Sinn aus einer Illustrierten. Und der Parkettbodenschreiner Benno Platt: linger griff es auf wie ein Trambahnzehnerl. Von ihm aus ver­breitete es fich gleich dem Geruch angebrannten Kindsmuses durch alle Stadtwerke.

Borbereitungen wuchsen überlebensgroß aus Dreizimmer­wohnungen und Aftermiete.: hinaus.

In den Küchen saßen Familien um gemeinsame Fußbäder. Aus hem Pappdeckel mit der aufgezogenen Schlacht bei Mukden  " wurden Schuheinlagen geschnitten. Kragenknöpfe waren zum Mittelpunkt von ehelichen Streit geworden. Kinder lernten auf den Kanapees die Gefahren der Kreuzottern auswendig und formten aus dem hervorquellenden Seegras Gebüsch und Wald. Aus der Ecke für Haus und Ho" schrieben Hausfrauen die Winte gegen Hitzschlag, Ersticken und rapentoller ab.

Den gewaltigsten Anlauf zum beginnenden Weekend aber nahm die Familie Plaitlinger. Und sie hatte es auch am nötigsten. An den Wänden ihres Alkovens schwizten die Tapeten wie Möbel­transporteure. Die Sonne fiel nur als Refleg eines Blechdaches in den Verhau ihrer Betten. Die Gesichter der Kinder leuchteten als wasserliniertes Kanzleipapier. Um sie blühten nur die Majern und Pie Sommersprossen auf dem Busenausschnitt der Mutter Platt­linger.

Aber jetzt sollte alles anders werden!

Schon bereifte der Vater auf dem Küchenbalton den Kinder­ragen. Der imitierte Banamahut wartete, mit Schwefel und Zitronensaft frisch geputzt, am Fensterbrett.

Draußen lag der Morgen glanzpoliert wie von einem Ab­zahlungsgeschäft geliefert. Die Sonne lächelte aus einem Schul­auffag. Die lauen Winde, welche wehten, erinnerten an den Luft­zug eines Warenhausfahrstuhls. Und die Bögel zwitscherten wie aus Grammophonplatten.-

Auf gehts...!" rief Bater Blattlinger seinem Zimmerfräulein urchs Schlüsselloch gleich einem Krahn zu, der im nächsten Augen­blick in die Höhe zog. Und die Familie versammelte fich am Aus­cuß, wo die kleine Fanny zum Tropfen der Wasserleitung ein Frühlingsgedicht auffagte.

Durch drei Hinterhöfe gings auf die Straße... Ins Freie. Wo die Trambahnschienen wie Ringelnattern glänzten und vom vierjährigen Hansi jetzt mit Baters Spazierstock ausgefragt wurden. Durch die geschlossenen Läden der Delikatessenhändler roch es nach Weekendresten und Frau Plattlinger atmete Lungenzüge. ,, Göi, Marie, die Luft tuat dir guat...?"

,, Ma sollt halt öfters rauskemma in die Natur..." ent­gegnete der Gemahl und kontrollierte den Kurs des Kinderwagens. Der Weekenddrang is von Amerita außi femma..." lispelte das Rimmerfräulein mit Familienanschluß und Morgenkaffee.

' s Gefrierfleisch aa'.!" ergänzte Frau Plattlinger. Bata da schaug her... da fliaßt a Bach.. a echt's Waffer..!" schrie Hansi und blieb über einem Kanaldeckel stehen, durch dessen Gitter er in die Tiefe sah.

" Ja, da wohnen in dene Fluten die Nigen und Meerjung­frauen, d' Forellen und Karpfen.

Wo's fund zwoa Mark dreiß'ge fost'. Wistahö.! Fahr links umi.

' an die Wirtschaft hi'.

.!"

.. da scheint d' Somma so

Links und rechts vom Eingang zur Gaststube standen zwei Föhren in leeren Konservenbüchsen. Darüber stand: Bum weißen Stierl."

Wia im Wald...!" Was

-

wir a Schneid frieg'n.

dös wär' gar net g'sund.

Proft.' s Weekend foll leb'n...!" schrie Bater Plattlinger in der hintersten Ecke über den Schaum des Maßkruges hinweg. Hinter ihm hingen Raupenhelme, Hinterlader, Turkosmützen und ein Tölzer   Floß mit Baumstämmen und dreifachem Jodlerecho.

' rein, brennt.

Alldeutscher Verbandstag.

Beilage des Vorwärts

Claß: Nur Mut, meine Herren! Die große Schnauze, mit der wir schon einen Weltkrieg heraufbeschworen haben, hat uns Versailles   gottlob belassen!"

fommt... Und d'Sonna hat a a bifferl grell beim Wirtshausfenster Ja, nachha müaß ma uns' s nächste Mal halt mehr in Schatten fizen und d' Fenster zuamacha.

g'fress'n hat.

-

und

D' Fanny hat sich Glasscherb'n in d' Füaß' nei tret'n da hansi bat gar foan Appetit mehr, weil er d' Fleischfliag'n alle " Die freie Bewegung in der Natur is für Kinder halt a men's ung'wohnt... Und' s Weekend is in Bayern   a bisserl z' schnell eing'führt wor'n...!" Aus der hübsch möblierten Kammer schrie das Zimmerfräulein in hysterischen Krämpfen. Sie fühlte sich immer wieder auf weiter Flur überfallen schnig um ihre Stirne band, sie bis zum Lachkrampf fizzelte und bis Plattlinger   ihr Kamillentee tochte, Kartoffel­

-

zum zweiten Male sich als Retter betreffs Natur" erwies. So begann das bayerische Weekend. Bald wurde nach Berliner Muster eine Wochenendausstellung eröffnet, auf der Diagramme über den Bierkonsum am Sonntag, Wallfahrtsandenten, Taschen apotheken, Stiletts, Fingerabdrücke aus dem Polizeialbum, Kammer­fensterleitern, Rehgewichtel. Bierzeichen, Staubsauger und die Wochenendspielpläne der Kinotheater zu sehen waren.

Vom Kultusministerium, von den Behörden und Schulen, wird der Besuch der Ausstellung als bodenständige Tat wärmstens empfohlen. Sportvereine halbe Preise!...

Ernte im Süden.

Bon Ada Negri  .

Bom Lerchenhause will ich erzählen. Eigentlich heißt es nicht so, ,, Da is schön warm...! Und wia do Bäum  ' riacha. aber als ich es mitten auf der Landstraße zwischen Perugia   und Bia an Zimmerfreilein sei Brennscher, wenn's über'm Spiritus: ffifi liegen fah zwischen den wogenden Felderbreiten und dem Hintergrunde von Maulbeerbäumen, so niedrig und dunkel, schien es focher liegt. mir wie ein Lerchenneft. Damals reifte gerade das Getreide, viel­.? Dós is scho' a tloana Bald leicht war es schon ein wenig verbrannt von der Mittagsglut. So ... no a paar Baam hoch stand es, daß es bis an die Brüstungen der Gitterfenster reichte. mehra und d' Wilderer sand a schon da...!" Jetzt ist die Ernte vorbei. Die Garbenbündel haben ein paar ,, Direkt a gemisse Natur is da schon beinander. Seit' s Weekend hat ong'fanga jetzt geht's dann wuild auf...!" Tage in regelmäßigen Abständen auf den Feldern gestanden, jezt " Da fannt ma glei' amal a frische Maß trinka... Auf daß In der Form unterscheiden sie sich nicht von den Strohmieten, aber sind sie in riesigen, fegelförmigen Mieten auf den Tennen aufgebaut. Freili... sich glei' auf oanmal in die Natur' rei 3' stürzen, Trapezes. Die sehen wie große Meerbarten aus. ihr Blond ist heller, leuchtender. Manche haben die Gestalt des Schwer fenkt sich die Sommerhitze auf die goldige Fülle der Dreschplätze und die verdörrten, nadten Stoppelfelder und Raine. Kein lebendiges Wasserrinnsel ringsum, hier und da ein Baum in dieser Fruchtebene. Zwischen Bastia   und Assisi   schlängelt sich der trodene Kiesgrund zweier Flüßchen gleich einer feurigen Bunge. einander, täglich, unfehlbar, unerbittlich. Er gebärdet sich wie ein Monate schon dauert die Dürre an. Der Wind jagt die Bolken aus­Wüstensamum. Er fegt die gelben Stoppeln rein, läßt Sand und der Meerschiroffo. Die Grillen zirpen mie toll durch das Brausen Staub in Wirbeln sich drehen. Einen Salzgeruch strömt er aus wie und die trockene, blasse Erde birst mit unheimlichem Knistern. Wenn ich mich zu Boden werfe und horche, geht es mir durch und durch. Die Aengite und Spannungen aller Jahrhunderte zittern in mir nach. Wie sind wir doch eins mit der Erde und den irdischen Dingen! Zwischen dem freien Felde und dem Hause liegt fein Garten­land gebreitet, feine blanken Kiespfade führen dorthin. Weder Hause fangen die Felder an. Der geringe Schatten, den ein paar Mauern noch Hecken sieht man, auch feinen Drahtzaun. Gleich beim Pinien und Zypressen spenden, nimmt es nicht aus dem lebendigen Felde heraus. 3mei schnurgerade Straßen, eine nach Süd, eine nach stellen. Da trifft man auf die Meierei des alten Malizia, der reichsten Nord, nehmen hier ihren Ausgang. Sie führen zu anderen Land­

Bata, tua d' Joppen runter...!"

Da is fühl wia im tiefsten Wald... Und von der Küch' her riadt's nach Kartoffisalat. Was hab' i' g'sagt.? Stimmt's mit'm Weekend...? Was rem Amerikaner und dem Berliner recht is, muaß dem Bayern  billig sei...!" Jest   wär' a floaner Haferltarod was feins...!" Fanny Hansi teat's mit'm Kinderwag'n in Hof' naus fahr'n, nachha könnt's spuiln in der frischen Luft... Dös tuat euch

guat...!"

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..

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:: 3 spuit a Solo..!!" 3 pas I paß...!" Schmier, Mari, tua dein Zehner außi...!" Draußen im Hof finger: Hansi und Fanny zwischen Ausklopf­l'ange und Sehrichttonne. Fleischfliegen. No a Maß. Und g'stocha In der anderen Ede hatte sich inzwischen der Cowboyverein r Vertretung der Wildwestinteressen in Bayern  " zu seinem Beekend niedergelassen. Banklehrlinge, ergraute Familienväter und ( bonnenten der Buffalo- Bill- Serie benüßten das Wochenende, um in weiten Schlapphüten mit Tomahawkwerken und Lassoschlingen in der Wirtshausede Leib und Seele zu entspannen. Blattlinger erklärte foeben seiner Familie die Tiefen des Tegernsees, der auf dem Halbekrügel seiner Gemahlin abgebildet Er fuhr feine Gestade mit dem Finger ab, hielt an den Dampfbootstationen an und war gerade am Strandhotel angelangt, als vom Combontisch her eine Lassoschlinge schwirrte und das 3immerfräulein mit merikanischer Wildheit umarmte.

mar.

und

am besten geführten im ganzen Umland. Dann kommt sie demselben Bauern. Immer findet man da Frauen mit ihren Morettos, dann Paraseculos, Michios. Seit langen Jahren gehören Hausgeschäften im Gange, Kindergewimmel, Männer mit verbrann­tann man Gebisse sehen wie bei Astarinegern. Dazu ein Durchein­ten Gesichtern und einem offenen Wort auf den Lippen. Wenn sie lachen, pollen und geruhigen, hellfarbigen Ochsen. ander von Gänsen, Hühnern, Enten, Schweinen, Hunden, pracht

Den Leuten geht es gut. Sie baden ihr Brot im eigenen Back­ofen, brechen ihre eigenen Oliven vom Baum, trinken den Wein ihrer eigenen Reblauben und gehen zur Viehmesse, um ihr Bieh zu verkaufen. Jetzt, wo die Ernte beendet ist, haben einige schon wieder den Pflug über das Land gezogen, um für die Neufaat zu sorgen. Aber das ausgedurftete Land ist schwer zu beadern. Da haben sie gleich wieder aufgehört. Und dann ist ja auch mit großer Feier­

Augenblicklich fühlte Blattlinger, daß er inmitten dieser Weekendnatur die Dame zu schüßen habe. Und sein Finger verließ die lieblichen Ufer der aufgemalten Landschaft und schleuderte den ganzen Tegernsee   mit all seinen Tiefen gegen den Wildwestvorstand, > die Fluten mit acht Prozent Stammwürze über die Symbole Tegas' tropften... Sogleich fuhren niederbayerische Messer mit dem Solingergrußlichtet und vielem Gepränge die rote Dreschmaschine eingeholt

Durch den Rauch und Qualm auf

Aber zunächst galt es, das Opfer des Sees zu bergen, das hereits unter den Tisch gerutscht war. Der Wirt alarmierte die Ganitäter.

Draußen im Hof hatten inzwischen Hansi und Fanny Um­Inden" gespielt, und der Inhalt der Kehrrichttonne lag im Kinder­magen und das Baby schrie aus dem Mülleimer.

Die Sanitäter trugen den Comby auf der Bahre durch die Gasthofstube. Blattlinger organisierte den Rückzug aus der Natur­in den dritten Hinterhof zurüd. Seine Gemahlin schluckte eine Serie Kopfwehpulver:" Luftveränderung spürt ma halt do, wenn ma gar nia' naus

worden.

Erst war sie bei Barafeculo. Das gab ein Getöse und Getummel den ganzen Tag, von morgens um drei bis am Abend! Dazwischen wurde gesungen und gejuchzt und auch Essen und Trinken nicht ver= geffen, wie's reicher bei Hofe nicht sein kann.

Dann tam Beretta   dran, heute sind sie beim alten Malizia, eine Meile vom Lerchenhaus weg. Und ihre rote Dreschmaschine, dies Ungetüm, das da zwischen all dem fahlen Gelb aufgetaucht ist, muß man sehen, mit dem breiten, unverschämten Maule. Vom Morgen grauen ab geht das Maschinen" los. Um Mittag ist schon ein großer Teil des fauberen Getreides in die Säde gefüllt. Did zum Blazen werden sie auf der Schulter zum Speicher getragen. Mengen ftaubiger Streu fahren am Boden umher und häufen sich auf. Bejen

und Schaufel fördern sie weg. Oben zieht der Kran die leeren Stroh­bündel der Reihe nach hoch, die, wie von einem besonderen Willen gelenkt, von oben thronenden Landleuten zu einem großen Würfel aufgelürmt werden. Drei Kornmieten sind bei Malizia zu vermahlen. Schon ist die zweite an der Reihe. Der Schweiß rinnt in dicken

Strähnen von den Stirnen und dem Genick der Einbringer, die un­ablässig abwechselnd die Garbenbündel in den Rachen der Maschine schieben, die ihnen auf der Gabel von Frauen und Knaben zuge­worfen werden, die aufrecht auf der Miete stehen.

Alle Bauern der umliegenden Güter find anwesend. Daß man sich gegenseitig hilft, ist Landesbrauch. Man geht auf Ausleih". Ausbleiben wäre einem feindlichen Akt gleichzustellen, grobe Un­lerinnen. Da steht mitten unter den Einbringern die fast fiebzig­höflichkeit, Kriegserklärung. Zu den Freunden gesellen sich die Werk­jährige alte Barila, die mehr Knoten und Rinde angesetzt hat als ein Baumklog. Um ein paar Lire Verdienst und das Essen schuftet sie mehr als jedermann. Nun ja, ihr Mann ist kränklich und die Tochter ein unnüzes Weibsbild. Dies Jahr ist's schon die dritte Maschinendrusche. Dabei lacht und fingt sie mit dem zahnlosen. Munde, daß es eine wahre Freude ist. Dann ist auch die Pfarrers­hilfe da; sie sieht aus wie ein Mann in Weiberkleidern zu Fastnacht. D, fie fönnen etwas aushalten, diese Weiber, wenn sie einmal an­fangen. Ein wahres Büffelfell müssen sie haben, und sie ließen sich's stückweise herunterreißen, ehe sie auf den Ernteschmaus verzichten.

Nach altem Brauche haben inzwischen die Frauen im Hauſe mahre Wunder verrichtet, die sich auf die Mahlzeit beziehen. Ganze Körbe voll Brot, Kuchen, gebratene Hühner und Gänse und dampfende Schüffeln mit Mattaroni stehen bereit. Weißer und roter Wein fließt in Strömen. Fetter und duftender Schinken sticht in die Nase. Gewöhnlich jetzt es vier Mahlzeiten an so hohem Tage, um fieben, zehn, ein Uhr und abends. Mittags wird vor dem Hause ge­deckt auf langen Tischen. Sonne, Hize und Müdigkeit legen sich aufs Gehirn. Da verfällt einer auf den Gedanken, auch der braven Dreschmaschine zu trinken zu geben, die da unbeweglich gleißend in ihrem Zinnobergemand und böse, wie alle Maschinen, die nicht in Tätigkeit sind, inmitten des gelben Mittags steht und ein unnah­bares, feindliches Gesicht macht.

Das eigentliche Festessen findet aber erst am Abend statt, wenn die letzte Wehre zersprungen, der letzte Sad fortgetragen ist und die Dreschmaschine endlich schläft oder zu schlafen scheint. Alle Ver­geeilt, um den Frauen des Hauses zu helfen. Hinter den Männern wandten und befreundeten Frauen der Nachbarschaft sind herbei­stehend, bedienen sie sie und warten bis sie mit dem Essen fertig sind und sie an die Reihe kommen. Die Männer stopfen sich hinein, was das Leder hält. Ueberall mahlende Kiefern und leuchtende

Augen. In ihrem angeheiterten Zustande finden manche, wie Fischio, Turbaluna und Tordo zwischen Schlucken und Kauen noch Zeit, die Mädchen zu neden und aufzuziehen. Da gibt einer ein Ritornell zum besten. Aber der Gejang zieht nicht. Die Kadenzen sind miß­tönend, unrein. Wer weiß weshalb?

Jetzt sind sie alle satt und werfen Stühle und Schemel meg. Man fezt sich auf den Boden und raucht. Wieder und wieder wird hoch der Preis sein wird, wieviel auf den Gutsherrn und wieviel durchgekaut, wieviel Zentner Korn am Tage geschafft" find, mie Ja, auf den Bächter entfällt, und der Gewinn und der Verlust. voriges Jahr war's erheblich besser. Diesmal ist das Korn ver­brannt und wiegt meniger. Wenn's mit der Trockenheit noch weiter dauert, ist's mit dem Augustheu aus. Da und dort sieht man den einen und anderen im schwachen Schein einer Delfunfel Schlaf und Gedanken im Morraspiel vertreiben. Wieder andere schlafen auf roten Maschine entkräftet und entnervt. Ihr jetzt schwarzer Umriß dem Rücken liegend ein, auch fie, wie Stroh und Spreu von der hebt sich gespenstisch gegen den Sternenhimmel ab. Die Frauen decken die Tische ab und verschwinden. Hunde und Kazen nagen im Innern des Gehöfts dringt Kinderweinen. Ein Biegenfang stellt Dunkel Knochen und Krusten unter den Tischen ab. Aus dem die Ruhe wieder her. Schweigen

als heute Körner aus der Maschine in die Säcke gefallen sind! Steiner Wieviele Sterne glitzern am Himmel! Wieviel tausendmal mehr der Landleute hat einen Blick zum Firmament geworfen. Wenn es Landleute, Bauern und Kätner würden Sack für Sack auf der Wage eine Dreschmaschine für die Sterne gäbe, dann vielleicht. Aber die abwiegen und über den Preis herummarkten und sich herumstreiten bis aufs Blut. Das rauhe Dasein, der Kampf ums Leben hat sie so werden lassen, an die Scholle Erde sind sie gefesseit. Sie können nicht anders sein als sie sind.

Die Sterne sind stumm und glänzen.

( Autorisierte Uebertragung aus dem Italienischen von Dr. Friz Roß.)

Die härtesten und weichsten Metalle der Erde. Unter allen Reinmetallen, die man bis jetzt untersucht hat, besitzt das zu der Gruppe des Platins zählende Iridium   die größte Härte. Nach dem Iridium  , das hauptsächlich zur Herstellung der Füllfederspigen ver­wendet wird, fennt man, nach dem Bericht in der Umschau", als zweithärtestes Metall das Molybdän, während an dritter Stelle das Wolfram   steht. Biel   härtere Metalle als die Reinmetalle fann man durch Legierungen gewinnen, wie zum Beispiel den Stahl, der durch seinen hohen Gehalt an Kohlenstoff sehr hart wird. Auch Legierungen von Titan mit Silizium sind so hart, daß man mit Messern, aus solchen Legierungen hergestellt, Diamanten wie Alepfel schneiden könnte. Im Gegensatz zu dieser Legierung steht das Rubidium als meichstes Metall der Erde, denn es ist so weich, daß es sich selbst bei 10 Grad Kälte noch tneten läßt.