!tr. 502 ♦ 44. Jahrgang
A. Heilage öes Vorwärts
Sonntag, 2Z. Oktober t«27
Die Gläubiger öer Welt. Weltwirtschaftliche Umschau.
Die Aufnahme von Aussandsanleihen, die viel« Jahr« lang so h«iß begehrt wurden, soll in Deutschland durch die Beratungs- stelle gehemmt werd-rn. In früheren Zelten hätte man nicht ge- glaubt, daß es nötig wäre, ein Organ für Verhinderung der Kapital- « i n f u h r zu schaffen. Einleuchtender für das gewöhnliche Denken wäre es jedenfalls, wenn Beratungsstellen gegen die Kapital aus- fuhr bestehen, und solch« gibt es im Ausland in der Tat. Sie werden nur nicht als Beratungsstellen bezeichnet und gründen sich nicht auf Gesetze. Dennoch ist es sowohl in den Dereinigten Staaten als in England so, daß die Regierungen die Auflegung einer jeden fremden Anleihe verhindern köm,en. Diese Nachkriegserscheinung bedeutet eine grundsätzliche Aenderung in den inter - nationalen Kapitalwanderungen: was bei den Waren die Hochschutzzölle, könnten bei der Kapitolbcwegung die staatlichen Eingriffe bedeuten. Die Vereinigten Staaten als Gläubiger. Die Höh« der von den Bereinigten Staaten an ausländische Schuldner gegebenen Kapitalien läßt sich nicht genau feststellen. Die üblichen Aufstellungen, darunterauch die kürzlich erschienene amtliche Darstellung des Handelsministeriums, enthalten nämlich allein die öffentlich angebotenen langfristigen Anleihen. Außerdem werden aber Darlehen gewährt in Form von kurz fristigen Anleihen, welche in der erwähnten Statistik nicht festgehalten sind, und weitere Kapitolströme in Gestalt von Warentrediten, Beteiligungen an aus- ländifchSn Unternehmungen, Ankauf von ausländischen Wertpapieren usw. Selbst die Sumnre der öffentlich angebotenen Anleihen kann statistisch nicht mit Genauigkeit festgestellt werden. Die amerikanischen Kapitalsanlagen im Ausland wurden End« ll>26 auf 13 Milliarden Dollar geschätzt, außer den 11 Milliarden, die die europäischen Regierungen aus der Kriegszeit Amerika schulden. Wenn man bedenkt, daß bei Ausbruch des Krieges Amerika noch etwa Milliarden Dollar dem Ausland schuldete, so kann nian die Größe der Wandlung«rmefse». Di« von Ainerila gewährten Auslandsanleihen steigen von Jahr zu Jahr. Im Jahrs 1925 wurde bereits mehr als eine Milliarde Dollar öffentlich aufgelegt 1926 betrugen die ausländischen Emissionen nach amtlicher Schätzung 1134 Millionen Dollar. Die privaten Schätzungen sind noch um etwa 600 Millionen höher. Im laufenden Jahr ist die Stelgerung noch erheblich größer, wobei man allerdings berüeksichligen muß, daß nach den bish«ng.'N fremden Anleihen Zinsen in der Höhe von etwa 790 Millionen Dollar nach Amerika jährlich zurückfließen. Demgegenüber besteht auch eine Berschuldung der Bereinigten Staaten an das Ausland In zweierlei Form: die Anlagen der Ausländer in den Beveinigten Staaten werden auf 1.8 bis 2 Milliarden Dollar ge- schätzt, außerdem aber sind große Kapitalien kurzfristig in den Bcr- einigten Staaten angelegt Ende Dezember 1926 schaßte Staats
sekretär Höver diese Anlagen aus 1,4 Milliarden Mark. Amerika gibt jetzt jahrlich vier' bis fünfmal so viel Darlehen an das Ausland, als England.
Dsmoch wird gesagt, daß der Kapitalreichtum Amerikas noch größere Kapitalien abgeben könnt«. England hat vor dem Krieg etwa 40 Proz. seiner jährlich neugebildeten Kapitalien ausgeführt. Der amerikanische Prozentsatz der Ausländsanleihen im Verhältnis zur inneren Kapitabildung bleibt dahinter weit zurück. Was allein die öffentlich angebotenen Emissionen anbelangt, so gingen 1926 von der Gesamtsumme etwa«in Viertel nach dem Ausland, während drei Viertel der inländischen Produktion verblieben. Auch die Gewährung k u r z i r i st i ge r Anleihen seitens d« Beveinigten Staaten hat in letzter Zeit zugenommen. Vielfach dienen solche kurzfristigen Auslandskredit« der Exportförderung. Die Bereinigten Staaten wollen ihre Ausfuhr vergrößern, und dos können sie nur, wenn sie Aussuhrkredite geben. Wenn Amerika die über- fchüssigen Warenmengen nicht ausführen kann, nnissen die Jnlands- rretse fallen. Diese Gefahr ist für die amerikanischen Unternehmer, die die bereits bisher erfolgten Preissenkungen satt haben, Hrund genug, um sie auch zu Anhängern dieser Art von Ausfuhrförderung zu machen. England als Giäubigcrland: das große Rätsel. Eine der größte» englischen Zliüoritäten aus volkswirtschaftlichem Gebiet, Sir IosuaH Stomp, hat vor einigen Tagen die eng- tischen Kapitalanlagen im Ausland als ein Rätsel bezeichnet. Woher ist England heute noch in der Lage, dem Ausland Kapitalien zur Verfügung zu stellen? Seine Zahlungsbilanz sei nicht länger cktlv, deshalb könnte es eigentlich nicht dazn in der Lage sein. Aus- bmdskredite zu geben, es sei denn, daß es selbst Anleihen aufnehme, die es bann einfach weiterleite. Sir Josuah Stamp wollte damit die Meinung zum Ausdruck bringen, daß England seine langfristigen Anleihen in letzter Zeit aus kurzfristigen Darlehen, die es selbst auf- genommen und immer wieder verlängert hat(die aber statistisch Nicht in Erscheinung treten), bestritten habe. Diese Annahme ist nicht ganz von der Hand zu weisen, von den amerikanischen kurzfristigen Anleihen war oben schon die Rede, auch unterhält die französische Notenbank große Guthaben in England, die allerdings ursprünglich nach England geflüchtete französische Ka- pitalien und nicht eigentlich eine englische Verschuldung darstellen. Man braucht jedoch nicht zu den kurzfristigen Anleihen als alleinige Erklärung zu greifen. Abgesehen davon, daß es nicht ganz sicher ist, ob England in den letzten Jahren bereits eine passive Zahlungsbilanz hatte— sind dach dt« meisten Aisfern der Zahlungsbilanz nur
Erklärung zu greifen. Abgesehen davon, daß es nicht ganz sicher ist. od England in den letzten Jal hatte— sind doch bte me�________ �_____ � schätzungsweise zu errechnen—, ist es wohl möglich, daß Ausländer englisch « Wertpapiere in demselben Umfang kaufen, als England selbst fremde Anleihen gewährt. Oder aber daß, während Ena- land neue Anleihen g i b t, alte englische Anleihen zurückgezahlt werden. All dies kann wohl möglich fein, entzieht sich aber einer statistischen Erfassung. Wie immer es sein mag, spiegelt sich in der Auffassung Stomps die schwer erschütterte Lage der eng- tischen Kapitalmacht wider. Bon den in England öffentlich angebotenen Emissionen geht
oung nn Inland vieivr. tuta mieoen nur Proz. zu Hause, die übrigen Anleihen wurden im Ausland angelegt, 1924 verbleiben 43,7 Proz., 1925 74V Proz., 1926 52,7 Proz., in den ersten neun
Monaten 1927 69 Proz. im Inland. In den letzten Iahren erhielten die Kolonien und das übrige Ausland jährlich etwa 199 Millionen Pfund oder 2 Milliarden Mark, was gegenüber der Borkriegszeit «ine erhebliche Verminderung bedeutet. Bezeichnend für die Lage ist, daß die Kapitolversovgung Australiens und zum großen Teil auch Japans , das früher von England aus versorgt wurde, auf die Bec- einigten Staaten überging, die erst kürzlich eine große Anleihe an Australien gewährten. Die kleinen Gläubigerländer. _ Neben den Vereinigten Staaten und England sind die kleinen Gläubigerländer Holland , die Schweiz und Schweden zu nennen. Ihren Anteil an der Kapitalversorgung der Schuldnerländer kann man noch viel weniger seststcllen, als dies bei England und Amerika der Fall ist, weil diese kleinen Gläubigerländer nur in ge- ringerem Umfang selbst Zluslandsrnikihen ausletzen als sich an den von 2lmerika oder England ausgegebenen beteiligen. Indessen sind in Holland auch die eigenen Emissionen sehr beträchtlich. Im Monat Juli dieses Jahres betrugen sie 39 Millionen, im August 16 Millionen Gulden, und es hat den Anschein, als ob sich Holland in der Gewah- ning von ausländischen Anleihen schon übernommen hätte, worauf die letzte Diskonterhöhung hinweist. Schweden ist als kapitalgebendes Land in letzter Zeit stark hervorgetreten. Die Internationalen Fi- nanztransaktionen des schwedischen Zündholztnists, des Erztrusts und der Telephonindustrie gingen mit umfangreicher Kapitalausfuhr einher. Die Schnldnerländer. Es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß die amerikanischen Anleihen in erster Linie in die europäischen Länder fließen. An diesen Anleihen sind vor allem Kanada und die süd- amerikanischen Länder, die vor dem Krieg von Englopd mit Kapital versorgt wurden, beteiligt. Vor dem Krieg war der Anteil des englischen Kovitals in Kanada mehr als zweimal so groß wie der des mverikam'schen, heute ist das Verhältnis zugunsten Amerikas umgekehrt: der amerikanische Anteil dürste etwa dreimal so groß sein als der Englands. Aehnliche Aenderungen vollziehen sich auch in den südamerikanischen Ländern, wenn auch in Argen- tinien der Anteil Englands an den ausländischen Kapitalsanlagen weiter auf der alten Höhe geblieben ist. Mittelamerika und Brasilien werden aber in steigendem Umfang von Amerika versorgt. Unter den europäischen Ländern steht bekanntlich Deutschland als Anleihenchmer an der Spitze. Es erhielt im oergangenen Jahr fast 399 Millionen Dollar. Langfristige Anleihen in größeren Beträgen nimmt von Amerika auch Italien und in der letzten Zeit auch Jugoslawien und Polen . Polen gelang es erst kürzlich, zur Stabilisierung seiner Währung und für Investitions- zwecke«ine 79-Millionen-Dollar-Anlsihe aufzunehmen. Griechenland , Ungarn und Oesterreich erhielten vornehmlich vom englischen Geld- markt kleinere Anleihen. Oesterreich steht eben im Begriff, neue Anleiben aufzunehmen, nachdem die frühere Wlkerbundsanleihe oerbraucht ist. F ra n k.r« i ch hat als Kapitalnehmcr eine besondere Stellung. Solange es das Schuldenabkommen, das seine Kriegs- schulden an Amerika und England regeln soll, nicht unterschreiben will, darf das omerikoniische Kopital weder dem französischen Staat noch der französischen Jnditstric-foTrastiftige Kredite geben.' So strömt das ausländisch« Kapital teils auf Umwegen, teils i» Form von kurzfristigen Anlogen nach Frankreich . Die Vedeukuag der inleraollonoleu Aapilalüberlragurigen. Kapitalaussuhr bedeutet Uebertragung von Kaufkraft an dos Land, welchem das Kapital gegeben wird. Das kapstalempfangende Land kann aus dem Erlös d« Auslandsanleihen Lebensmiilol. Roh- stoffe, Maschinen usw. kaufen und seine Produktion«fweiiern bzw. verbessern. Das Auslandkapital kann freilich falsch angelegt werden. Dies ist ssine problematische Seit«. Eine solche falsche Ver» wendung wird aber sicherlich nur festen erfolgen, in den meisten Fällen wogen die Auslandskapitalien zur Steigerung der Produktinität des kroditnshmenden Landes bei. Wo dies der Fall ist, dann braucht man sich keine Sorgen wegen der Zahlung der Zinsen und der Tilgung der Ausländsanleihen zu machen, da sie au? dem gesteigerten Erlös der Produktion leicht erfolgen kann. Infolge der Kriegsverwüsstmqen und vornehmlich der Inflation besteht in vielen Ländern eine Kapitalknappheit, die allein mit Hilfe von Ausländsanleihen behoben werden kann. Es ist daher eine höchst einseitig« und unrichtige Vorstellung, ollein die Verschuldung eines Landes durch Ausländsanleihen hervorzuheben, und nicht auch deren Kehrseite, die Aussichten für eine verbesserte und ver- grötzert« Produktion Mit Hilfe der Ausländsanleihen. A.H.
vor neuen Kämpfen. PreiserhShungc« für Braunkohle. — Die Ruhr erhöht die Umlagen.— Das Volk soll zahlen. Noch ist die Verbindlichkeit im mitteldeutschen Lohnkamps vom Reichsarbeitsminister kaum ausgesprochen, und die mitteldeutsche Braunkohlenindustri« hat beim Reichskohlenrat bereits Anträge zu einer Erhöhung der Braunkohlen- und Brikettpreise ge- stellt. Diese Erhöhung der Brikellpreise ist nicht notwendig. Trotz des neuen Borstoßes der Braunkohlenherren wird die Oeffentlich- (est auch in der Zukunft nicht müde werden, daraus hinzuweisen, daß durch die Rationalisierung im Bergbau selbst, durch eine Un- kostenverringerung in den Syndikaten und durch die rationelle Zu- sammenfasiung der Kohlenverteilunz nicht nur die Kosten für die Braunkohlenwerke gesenkt, sondern auch die Erlöse für die Werke gesteigert werde» können. Jedenfalls, nach den Lohn kämpfen stehen neue Wirtschastskämpfe um die wettere Niedrig- hallung der Kohlenpreise bevor. Im Ruhrgebiet sind Kämpfe um höhere Löhne noch nicht ausgebrochen. Höhere Löhne auch im Steinkohlenbergbau sind eins Forderung der Gerechtigkeit und eine Notwendigkeit. Die Zechen- Herren haben aber schon erklärt, daß eher Lohnherab- setzungen als Lohnerhöhungen in Frage kommen wer- den. Wenn aber Lohnerhöhungen, dann nicht ohne Erhöhung der Kohlenpreise. Mit den Lohnherabsetzungen wird gespielt, weil sich
die Zechenherren in dieser Form nur die Durchführung auch der dreigeteilten Schicht vorstellen können, die durch Gesetz vorgeschrieben ist. Kämpfe im Steinkohlenbergbau sind bei dieser Haltung der Unternehmer unvermeidlich. Sie gehen zu ihrer Verantwortung, nicht zur Verantwortung der Bergarbeiterschaft. Die Herren an der Ruhr wollen die Verantwortung für die säkulare Kohlenkrise, die mit der Umstellung der Wärme- Wirtschaft allein zusammenhängt, nicht tragen. Sie wollen die großen Entwicklungsmöglichkeiten, die' auch für ihre Gewinne in der Veredelung der Kohle liegen, bei der Berechnung ihrer Erlöse nicht berücksichtigen. Nachdem der englische Dergarbeiterstreik vorbei ist, nachdem sie die Riesenvorteile daraus und aus der guten Inlands- konjunktur geschluckt haben, wollen sie von dem Thron ihrer Bomben- gewinne nicht herunter. Was die strukturelle Kohlenkrise ihnen an Lasten bringt, das soll das Volt wagen. Sett April dieses Jahres bis zum August wurde die Um- läge pro Tonne geförderter Kohle schon von 25 Pf. auf 1,25 M. erhöht, also versünfsacht. Die letzte Sitzung des Rheinisch-West-- fälischen Kohlensyndikats am 22. Oktober hat eine neue Er- höhung auf 1,38 M. gebracht. Diese Umlage wird erhoben, um den Export von Steinkohlen, das heißt in der Hauptsache den Kampf mtt den Engländern, zu finanzieren. Die Umlage wird selbstverständlich vom Inlandpreis getragen, so daß die deutschen Kohlenverbraucher den Ruhrherren ihren v c r l u st r c i ch e w Exportkampf bezahlen müssen. Daß tatsächlich die Eng- länder vordringen, beweist der Rückgang der deutschen Steinkohlen - ausfuhr: vom August bis September ist sie von 2,49 auf 2.98 Wik- lionen Tonnen zurückgegangen, das ist um etwa 15 Proz. in einem Monat. Die Quittung dafür präsentieren die Zechenherren dem deutschen Boll in der Forderung nach der Erhöhung der Kohlen- preise und in der Forderung nach niedrigeren Löhnen. Die Herren an der Ruhr mögen sich nicht einbilden, daß man dieses Spiel nicht durchschaut. Sie werden die Oeffentlich- t e i t g e r ü st e t f i n d e n. Die neuerlichen demonstrativen Eni- l a s s u n g e n von Bergarbeitern sollen die Oessentlichkeit irreführen und die Bergarbeiter einschüchtern. Diese Irreführungen und Ein- schüchterungen haben die Bcrgherren nötig, weil sie es nicht wie die Engländer auf den Berlust der Außenmärkte und eines großen Teils des deutschen Marktes ankommen losten wollen. Sie werden gut daran tun, nicht mit dem Feuer zu spielen. Erfolge im be- strittenen Gebiet entscheiden auch über die Frage, ob der Steinkohlenbergbau die Kohlenkrise endgültig zu seinem Erfolg wenden kann. Höhere Preise nutzen da nichts. Niedrigere Löhne zerstören auf die Dauer außerdem noch die Berbrauchsfähigkcit des Inlandes für Steinkohle. Höhere Prcise und niedrige Löhne können die Umwälzung in der Wärmewirt- schaft, die der Grund aller Schwierigkelten für den Steinkohlenbergbau sind, nur noch ver- stärken und beschleunigen. Oer �rbeitsmarkt Vieüer beffet. Der Rückschlag der vorigen Woche hat sich nicht fortgesetzt- Der Rückschlag auf dem Berliner Arbeits markt, der in der voriaen-Woche zu einer--Zunahm« der Arbettslostgkeitazesuhrt haiw. hat sich nicht fortgesetzt. In dar Wache zum 22. Oktober hat die Berliner Arbeitslosigkeit wieder leicht abgenommen. Das Ist?edeu- tungsooll, well d'.e Herbstarbeiten der Landwirtschast, bald abgeschlossen, die Bauarbeiten allmählich deschränkt werden und von dort Zuflüsse zum Arbeitsmorkt erfolgen. Das Landesarbeitsamt Berlin schreibt zur Loge: Der Ardettsmarkt zeigt gegenüber dem Rückschlag der Vorwoche wieder eine leichte Erholung Die Arheitslosigkell ist nicht weiter gestieMN, sondern weist wieder einen, wenn auch geringen Rückgang von 323 Personen auf Somit betrögt der Stand der Ar- bettslosigkeit zurzeit 1S7 759 Personen Bemerkenswert ist dabei, daß der Rückgang sich nur auf weiblich« Kräfte bezieht. Wesen»- liche Wirtschaftskämpfe, zum Beispiel die der Holzarbeiter und Brauer, sind zum Abschluß gelangt. Besonders in der Holz- indu st ri«setzte ein lebhafter Kräftebcdorf ein, der zum Teil zu einem Mangel an Spez'alklästen, hauptsächlich in der Möbelindustrie, führte. Dagegen ist der Stillstand in der Metall- i n d u st r i e auch für diese Woche anhaltend geblieben und zeigt sogar geringe Anzeichen einer sinkenden Tendenz, dasselbe tr'fft auch für das Baugewerbe zu. Der Beschäftigungsgrad im Spinnstoff- und Bekleidungsgewerbe kann nach wie vor als günstig bezeichnet wer- den. Der Stsllenmarkt für Angestellte entwickelie sich nicht einheitlich. Während bei den weiblichen Personen bereits eine aussteigende L'mc beginnt, sind für männliche Personen noch keine Anzeichen einer Besserung zu bemerken. Der Kräftebedars der Landwirt- schaft hat zwar nachgelassen, jedoch ist noch immer Nachfrage nach Arbeitskräften für die Hackfruchtcrnte. Auch für Erd- und sonstige Außenarbeiten zeigt« sich der Arbeitsmorkt gut aufnahmefähig. Es waren 137 759 Personen bei den Arbeitsnochweisen ein- getragen gegen 138 982 der Borwoche. Darunter befanden sich 93 653(93 462) männliche und 44 196(44 629) weibliche Personen. Unterstützung bezogen 65 722(65 915), davon Arbeitslosen» unter st ützung 36 482(35 949) männliche und 13 753(13 142) weibliche, zusammen 50 235(49 082), Krisenunter st ützung 19 980(11216) männliche und 4597(4717) weibliche, zusammen 15 487(15 933) Personen. Airßerdem wurden noch 23 616(23 582) Personen durch die E r we r b s l o s e n h i l s e der Stadt gemeinde Berlin unterstützt. Bei Notstandsarbetten wurden 4858(5148) Per- sonen beschöst'gt.
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