Die Angestellten strömten zur Wahl.
Aber nicht alle fonnten wählen.
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Die Wahlbeteiligung zu den Angestelltenversicherungswahlen ar eine außerordentlich rege. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug beinahe das Dreifache der letzten Wahl vom Jahre 1922: rund 140 000 gegen 53 000- nicht gerechnet diejenigen, die infolge der mangelhaften Organisation auf die Ausübung des Wahlrechts perzichten mußten, nachdem sie stundenlang vergeblich im oder vor dem Bahllofal ausgeharrt hatten. Diese außerordentliche Wahlbeteiligung dürfte aber auch der einzige Milderungsgrund sein für das Versagen der behördlichen Organisation; denn daß sie versagt hat, darüber kann es feine Meinungsverschiedenheit geben.
deshalb von Verrätertaftif" fpricht. Nur von den anberen verlangt die KPD. , ganz besonders aber von den Gewerkschaften, daß sie weder die eigenen noch die bürgerlichen Geseze beachten sollen.
es geftatten würden, den berechtigten Forderungen der Metall. arbeiter zu entsprechen.
In einer Sonderfonferenz des Deutschen Metallarbeiterver bandes referierte der oberschlesische Bezirksleiter Karger über die Die große Mehrheit der Funktionäre der Eisenformer hat nun Einführung der dreigeteilten Schicht für alle Stahl, Walz, beschlossen, an den Schlichtungsausschuß zu gehen. Wir verbitten uns Hammer und Breßwerte und Röhrengießereien. Die Konferenz ganz entschieden, deswegen von der Roten Fahne" und ihren Hinter- stellte sich einmütig auf den Standpunkt, daß statt der neuen männern als Verräter gebrandmarkt zu werden. Denn der Vor- Versuche der Unternehmer, den Termin erneut zu verschleppen, die wurf der Berrätertaftif" trifft uns, nicht den Kollegen Einführung der achtstündigen Arbeitszeit ab 1. Januar 1928 durch Urich. Denn wir haben den Beschluß gefaßt und zwar in freier aus möglich ist. Die Bergwerksproduktion in Oberschlesien ist Abstimmung. Wir haben es fatt, uns von Leuten immer unter gegenüber 1913 um 100 Proz. und die Stahlwerksproduktion um Drud halten zu lassen, die selbst nicht den Mut haben, gegen die 140 Broz. gestiegen, obwohl zu gleicher Zeit die Belegshaftsbürgerlichen Gesetze vorzugehen und uns als„ Berräter" beziffern um 25 Broz. gesunken sind. Diese Zahlen beweisen, daß schimpfen, weil wir unsere eigenen Gesetze beachten. der Achtstundentag auch im Hüttenwesen durchaus tragbar ist. Angesichts der erschreckenden Steigerung der Unfallziffern ist die verkürzte Arbeitszeit eine unbedingte Notwendigkeit auch zu Kampfmaßnahmen zu greifen, wenn der Reichs arbeitsminister vor den neuen Versuchen der Unternehmer zurückweichen sollte.
10 Uhr in der Koppenstraße ist die Beteiligung noch sehr Der Kampf in der rheinischen Textilindustrie. Die Konferenz stellte sich auf den Standpunkt, unter Umständen
mäßig.
11 Uhr zum Deutschen Dom einem der schwächsten Wahlbezirke, ist die Beteiligung schon le er; ein erfreuliches Zeichen. 12 Uhr im alten Westen, Derfiiingerstraße, Beteiligung von Anfang an sehr rege; besonders fällt auf die starte Anteilnahme der zahlreichen Krantenschwestern aus den umliegenden Kliniken. 13 Uhr, Wilmersdorf , Stadthaus, Raiferallee: Hochbetrieb. Die Angestellten werden zu„ Angestellten"
eine Stunde daurert es,
bei
che sie ihre Stimme abgeben tönnen; man steht Schlange nahe wie im Krieg. Es stehen mindestens 120 Personen an. Es merden durchschnittlich in der Minute zwei Wähler abgefertigt. Da der Schriftführer nicht nur Namen und Adresse des Abstimmenden, fondern auch noch des Unternehmers(!) eintragen muß", ist die Prozeffion notwendig eine qualvoll langsame.
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die
14 Uhr, Charlottenburg , Schillerstraße 26 Wähler ſtehen bis tief in den Schulhof hinein. Die gee mählt haben, müssen sich an den Wartenden vorüber durch zwei enge Türen hindurchquetschen, da fein besonderer Ausgang geöffnet ist; endlich läßt sich der Wahlvorsteher erweichen, die Wahlurne nebst Tischen innerhalb der Turnhalle etwas weiter zurückzunehmen, damit die draußen Wartenden nachrüden fönnen. Inzwischen sind die amtlichen Wahlumschläge ausvertauft" 14.15 Uhr; der Magistratsdiener wendet sich an einen der Anwesenden: Bleiben Sie doch mal hier ich muß Wahlumschläge holen!"
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Die hereinströmenden Massen sind nicht mehr zu halten, fie ftehen nicht mehr an, fie umringen den Wahltisch. Der Vorsteher ist machtlos. Tohuwabohu. Alles geht drunter und drüber. Viele Wahlberechtigten verlassen unter lautem Protest das Wohllokal; einige werfen die Wahlkuverts weg, die von anderen begierig ergriffen werden. Gegen 14.45 Uhr sind neue Wahlfuverts eingetroffen und es gelingt, menigstens den Raum hinter dem Wahltisch freizumachen. An ein Anstellen" ist nicht mehr zu denken. Als der Zugang zum Mahllotal Punkt 15 Uhr geschlossen wird( inzwischen ist ein Ausgang freigemacht worden), find noch 200 bis 300 Wähler in der Turnhalle anwesend.
Gesamteindruc: Billkürlich hat man die Zahl der Wähler geschäßt und hiernach
viel zu wenig Wahllokale
bestimmt. Ebenso waren auch viel zu wenig Vertrauens männer ernannt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen übersteigt die Bahl, die vom Hauptwahlamt als die Gesamtzahl der vorhandenen Wähler angenommen wurde!
Eine übergroße Zahl von Verstößen gegen die Wahlordnung ist vorgekommen. Der traffeste Fall ist ein Borkommnis im Wahl lotal in Hermsdorf. Dort tonnte festgestellt werden, daß
in den verteilten amtlichen Wahlfuverts fich schon Stimmzettel des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes befanden. In einzelnen Wahllokalen waren die Wahlleiter, die in ber überwiegenden Zahl städtische Beamte waren, erst viele Stunden nach
Beginn der Bahlhandlung erschienen. In vielen Wahl.
Lotalen waren vor Schluß der Wahlhandlung feine Wahlfu perts mehr vorhanden, so daß entgegen der Wahlordnung ohne folche eine faft willfürliche Stimmabgabe oft auch ohne& üh.
rung einer Wählerliste erfolgte. Wie weit diese Verstöße, die zu offiziellen Brotesten geführt haben, eine teilweise oder gänz liche Wiederholung der Wahlen notwendig machen, tann erst entschieden werden, wenn der offizielle Wahlvorstand seine Beschlüsse gefaßt haben wird. Dies wird am Donnerstag der Fall sein. Insgesamt wurden 138 985 Stimmen in Groß- Berlin abgegeben gegen 53 151 im Jahre 1922.
Gewaltiger Stimmenzuwachs des AfA- Bundes. Nach den vorliegenden Wahlergebnissen ist fast in allen Wahl
freisen, die am 13. November gewählt haben, eine Steigerung der Wahlbeteiligung um 100 und mehr Prozent festzustellen. Die im AfA- Bund zusammengeschlossenen freien Angestelltenverbände ( 3dA., Deutscher Wertmeisterverband, Bund der technischen Ange ftellten und Beamten usw.) haben ihre Stimmenzahl noch weit barüber hinaus steigern fönnen. Während der Af- Bund bei ben letzten Wahlen ein Drittel aller Stimmen erhielt, hat er es jetzt und mehr aller Stimmen gebracht. Das gilt nach den bisherigen Ergebnissen von Berlin , Dresden , Mannheim . Teilweise stellt der AfA- Bund selbst in den fleineren Orten zwei Drittel aller Vertrauensmänner.
in den größeren Städten und auch auf dem Lande auf 50 Proz.
Die Verrätertaftif" der Former. Und die Dittatur der fommunistischen Bonzen. Von einem Funktionär der Eisenformer wird uns geschrieben: Der Borwärts" hat ganz richtig auf die Beschimpfung der Former und der Ortsverwaltung des DB. geantwortet. Ich möchte aber, daß öffentlich dazu noch gesagt wird, wie die Mehrheit der Eisenformer und ihre Funktionäre darüber denten.
Stollege rich hat uns am Freitag auseinandergeseß, daß wir auf Grund der Statuten an den Schlichtungsausschuß gehen müssen, sonst darf unser Streit nicht sanktioniert werden. Wir haben tein Bertrauen zum Schlichtungsausschuß. Wir mußten aber nach den Ausführungen des Kollegen Urich in den fauren Apfel beißen. Bir fagten uns aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Num wirft die„ Rote Fahne" dem Kollegen Urich und den gefamten Organisationsvertretern des DMB. Berrätertattit" Dor, weil Kollege Urich uns über die statutarischen Bestimmungen aufgeklärt hat. Wenn nun Kollege Urich geschwiegen und bis nach der Erklärung des Streits gewartet hätte, um den Streit nicht zu fanttionieren, dann würde man mit Recht ihm eine Berräter= tattit vorwerfen fönnen. Kollege Urich hat uns rechtzeitig über die Situation aufgeklärt, wofür wir ihm nur dankbar sein können. In der KPD. richtet man sich ja auch nicht nur nach den eigenen, fondern sogar nach den bürgerlichen Gefeßen, ohne daß man
Die Arbeiter lehnen ab.
Barmen, 14. November.( Eigenbericht.) Der am Freitag für die rechtsrheinische Textilindustrie gefällte Schiedsspruch wurde am Sonntag von einer Funffionärtonferenz des Textilarbeiterverbandes abgelehnt.
Der Schiedsspruch verbindlich. Aber mit vereinbarten Abänderungen.
Barmen, 14. November.
In der Gesamtstreitigkeit über Löhne und Arbeitszeit in der rechtsrheinischen Textilindustrie wurde nach zehnstündiger Berhand lung ber Schiedsspruch des staatlichen Schlichtungsausschusses mit der Maßgabe für verbindlich erklärt, daß die Löhne der Gummi bandwirker in einem besonderen Abkommen geregelt werden. Die Bereinbarung, bit für die Brunandwirten getroffen wurde, lautet: 1. Es wird ein neuer Branchentarif für die Gummiband wirferei geschaffen. 2. Der Zeitlohn des Gummibandwirters wird auf 74 Bf. festgesetzt. 3. Ueber die Bezahlung der Nebenarbeiten und die Schaffung einer Affordlohnliste wird nach Bieberaufnahme der Arbeit unverzüglich verhandelt. Falls die Barteien zu teiner Einigung gelangen follten, entscheidet der Stellvertretende Bor figende des Schlichtungsausschusses für das Bergische Land , Stadtamimann Becker, endgültig. 4. Die Laufzeit des Abkommens ist die gleiche, wie die des Lohnabkommens.
Nach dieser Verbindlichkeitserklärung und den neuen Vereinbarungen wird die Arbeit sofort überall wieder aufgenommen.
Um die dreigeteilte Schicht. Konflift in Oberschlesien .
Hindenburg , 14. November.( Eigenbericht.) Die oberschlesischen Metallarbeiterverbände aller Richtungen haben am Sonntag Konferenzen abgehalten, in denen einstimmig beschlossen wurde, den vom Schlichter Prof. Brahm gefällten Schiedsspruch über den Manteltarif abzulehnen, da wichtige Forderungen der Arbeiterschaft nicht berücksichtigt worden find. Die Konferenzen vertraten die Auffassung, daß die gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse der oberschlesischen Eisenhütten
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Garnowsky- Bühnen Bergm. 2110. 8U. Gustav III
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von Strindberg. Regie: Victor Barnowsky Bußtag 8 Uhr: Gustav III. Komödienhaus Norden 6304. 84
Hokuspokus Die Schwester
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Der Geisterzug Bußtag 8 Ubr: Der Geisterzug
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das gegen sie aufstand Der rote Hahn von Alexey Tolstoi
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Konflikt im Fischgroßhandel.
Die Arbeiter zum Kampf entschlossen.
Die Arbeiter des Berliner Fischgroßhandels nahmen am Sonnabendabend in einer start besuchten Berjammlung zu dem Ergebnis der Lohnverhandlungen mit dem Berliner Arbeitgeberverband des Großhandels Stellung. Genosse Ruste vom Verkehrsbund gab den Bersammelten bekannt, daß die Unternehmer bereit" waren, den seit Mai 1924 bestehenden Lohn von 33 m. nur un 2 M. zu erhöhen. Da die Verhandlungskommission auf eine gründliche Aufbefferung dieser Elendslöhne beftand, die Unternehmer aber zuge fnöpft blieben, scheiterten die Verhani lungen.
Die Bersammelten waren über dieses Angebot der Unternehmer fehr empört und beauftragten nach längerer Debatte die Organifation, sofort den Schlichtungsausschuß anzurufen und von ihm zu verlangen, daß die Berhandlungen in furzer Zeit angesetzt werden, da das Lohnablommen schon zum 31. Oftober gekündigt war. Sie ließen darüber feinen 3weifel, daß sie gewillt find, ihre berechtigten Forderungen eventuell burch einen Streit durchzus seßen, wenn auch vor dem Schlichtungsausschuß die Unternehmer teine annehmbaren Zugeständnisse machen sollten.
Eine vernünftige Regierung.
Helsingfors , 12. November. Nach der Debatte zur Interpellation über die Nothilfs. arbeiten, die den ausgesperrten Metallarbeitern zugewiesen worden waren, beschloß der Reichstag mit 114 gegen 79 Stimmen ein Bertrauensvotum für die Regierung.
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In unsere kräfteheischende und aufreibende Zeit paßt. Altmodisch ist einseitige Fleischernährung, die im Körper einen schädlichen Säureüberschuß schafft, krank macht und schlechtes Aussehen verursacht. Zeitgemäße Kost beschränkt den Fleischgenuß zu Gunsten von Gesundheit spendendem Obst und Gemüse.
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