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ben Berufsvertehr gute fouten würben, in Erwägung ge zogen find

Bom 1. Januar ab wird also feit Bestehen der Stadt, Ring­und Vorortbahn zum erstenmal eine Tarifgemeinschaft wenn auch zunächst noch im beschränkten Umfange zwischen städtischen und Reichsverkehrsmitteln geschaffen sein. Damit ist einem Prinzip zum Durchbruch verholfen, das besonders in neuester Zeit Form und Gestalt bekam.

Der Verkehr am Brandenburger Tor .

69 Fahrzeuge in der Minute.

Am Brandenburger Lor, einem der belebtesten Buntte Berlins , wurde vor einiger Zeit eine Zählung des Berkehrs in den Stunden von 7-21 Uhr vorgenommen. Der stärkste Verkehr mit 34 702 Fahrzeugen in beiden Richtungen oder 38,5 Proz. des Gesamtverkehrs entfällt auf das Brandenburger Tor selbst. In der Charlottenburger Chaussee zwischen Brandenburger Tor und Siegesallee murden 18 397, in der Friedrich- Ebert- Straße zwischen Lennéstraße und Brandenburger Tor 10 540, in der Friedensallee 9090, in der Sommerstraße 8702 und in der Parallelstraße zur Friedrich- Ebert- Straße 8643 Fahrzeuge in beiden Richtungen gezählt. Am Brandenburger Tor weist die nördliche Durchfahrt ( Richtung Charlottenburg ) mit 16 483 Fahrzeugen 47,5 Proz. des Gefamiverfehrs durch die Torbögen auf, während in der Gegen­richtung 18 219 Fahrzeuge gleich 52,5 Proz. des Gesamtver: fehrs gezählt wurden. In beiden Richtungen entfällt auf die Per­fonenkraftwagen der größte Anteil. Der stärkste Berkehr ist in der nördlichen Durchfahrt in der Zeit von 17-18 mit 1773 aus der Innenstadt fommenden Fahrzeugen und in der Gegenrichtung von 16-17 1hr mit 1715 Fahrzeugen. Insgesamt ergibt sich hier von 16-18 Uhr ein Höchstverkehr mit 52 Fahrzeugen in der Minute. Am schwächsten ist der Verkehr von 20-21 Uhr mit 1407 Fahrzeugen in beiden Richtungen. Der stärtste Autovertehr fällt in die Beit von 8,30-9,30 in Richtung Bariser Plaz mit 1104 Kraftfahr­zeugen. Zwischen 7 und 8 1hr ist ein auffallend lebhafter Rad: fahrerverkehr durch das Brandenburger Tor zur Innenstadt zu beobachten, der von 17-18 zurücfließt. Unter den übrigen Straßenzügen, die auf den Platz vor dem Brandenburger Tor führen, steht die Charlottenburger Chaussee mit 18 397 Fahrzeugen insgesamt an erster Stelle; davon entfallen über 50 Proz. auf die Autos. Auf dem Plaz vor dem Brandenburger Tor wurden insgesamt 45 057 Fahrzeuge gezählt. Der lebhaftefte Verkehr fällt in die Zeit von 17-18 Uhr mit 4121 den Blag über querenden Fahrzeugen. D. h. also, es fahren in der Minute rund 69 Fahrzeuge über den Platz.

Ein Freispruch.

Die verschwundenen Wohlfahrtsgelder.

Mit einer Freisprechung endete gestern die Anflage gegen den, Wohlfahrtsvorsteher Friedrich Kirschnid, der vor dem Einzelrichter des Amtsgerichts Mitte sich wegen Amtsunter­fchlagung von 3311 Mart Armengeldern zu verant morten hatte.

Die Beweis aufnahme brachte keineswegs Licht in die buntle Angelegenheit. Der jetzige Dezernent, Stadtrat Menzel, be Lundete, daß er bei seinem Amtsantritt feststellen mußte, daß unter feinem Amtsvorgänger Stadtrat Bösel erstaunlicherweise teine genügende Kontrolle der Wohlfahrtsvorsteher stattgefunden hat. In den Atten befinden sich fast gar feine Nach meise über erfolgte Brüfungen. Bei dem Angeklagten Kirschnic ist aftenmäßig seit September 1925 eine Revision nicht mehr erfolgt. Der Angeklagte Kirschnid behauptete, daß ihm im Frühjahr 1926 4200 Mart gestohlen worden seien, davon ein Teil Privat celder, ein Teil 2lmosengelder, und der eiserne Bestand. In drei Umschlägen habe er das Geld in einer Bigarrentiste verwahrt. Es müsse ein Komplott von vier Personen gewesen sein Drei Leute tamen, um sich Bescheinigungen ausstellen zu lassen. Sie behaupteten, von der Polizei geschickt zu sein und in der Blanken felder Straße zu wohnen, für die er aber nicht zuständig war. Ehe er die Leute abgefertigt hatte, erschien eine vierte Person in seinem Laden, offenbar jei er weggeloft worden. Eine halbe Stunde nach dem Weggange der Leute habe er den Verlust des Geldes gemerkt. Der Vorfizende sprach sein Erstaunen aus, daß Kirschnick den Dieb­stahl nicht bei der Polizei gemeldet habe. Dieser erklärte jedoch, daß er glaubte, Genüge getan zu haben, wenn er es dem Stadtinspektor Hertner meldete. Anfänglich habe er versucht, den Verlust aus seinen Einnahmen im Geschäft zu erfegen, bis seine Frau dagegen Einspruch erhob, da er doch keine Schuld daran habe. Darauf sei er im Dezember 1926 zu dem Stadtinspektor gegangen und habe ihn veranlaßt, zur Erledigung der laufenden Ausgaben den eijernen Bestand auf 6100 m. zu erhöhen. Die Ge­nehmigung zu dieser Erhöhung wurde von Stadtrat Menzel, der foeben erst sein Amt angetreten hatte, und noch feinen rechten Einblick in die Verhältnisse hatte, auf die Vorlage des Stadtinspektors Hertner unterzeichnet. Bei einer durch besondere Umstände ver­anlaßten Revision wurde im Sommer d. I. bei Kirschnid der Fehlbetrag von 3311 Mart festgestellt. Vor der Polizei hatte Stadtinspektor Herkner in der Untersuchungsfache gegen Kirsch mid erklärt, daß er noch im November v. J., kurz vor der Erhöhung des eisernen Bestandes eine Revision vorgenommen hätte, und daß alles in Ordnung gewesen sei. Infolgedessen mußte angenommen werden, daß die Sache mit dem Diebstahl nicht stimmen fönnte. Stadtinspektor Herkner mußte zugeben, daß er nur aus seiner Liste der Armenvorsteher durch Vermerke und nicht aus den Aften fest­gestellt habe, wo und wann er Revisionen vorgenommen hätte. In feinen Notizen ist auch vermerkt, daß er bei dem Wohlfahrtsvorsteher Ettisch drei Revisionen vorgenommen habe. Der Zeuge Ettisch erklärte aber, daß während seiner fast fünfjährigen Dienst tätigfeit nur zwei Revisionen, die erste am 10. März 1926 und die letzte dann erst unter der Verwaltung von Stadtrat Menzel, ftattgefunden hätten. Da demgemäß aus den Vermerken des Stadt. infpettors fein rechtes Licht in die Verhältnisse zu bringen war, so fam das Gericht entsprechend einem Antrage des Oberamis­anwalts zu einer Freisprechung des Angeklagten.

Die klassischen Clowns.

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Nach dem Solomeister der Zirtusfomit Grod find jetzt die klassischen Zirkusclowns, die drei Fratellinis, vom Bariser Zirkus Medrano in der Scala an der Reihe. Diese drei gehören in den Birtus, fie wirken zwischen den Kulissen der Varietébühne nicht in dem Maße ursprünglich wie es in der Manege zwischen den Druffuraften und den schwingenden Seilen der Trapeze der Fall ist. Aber einges bleibt doch start aenug, um haften zu bleiben. Da ist der eine, der Nachfahre des Pierrots aus der Klassischen Komödie, geriffen und gewandt im blizenden Flitterkostüm; das ist der zweite, Der immer fein Opfer wird und der dritte, der eigentliche August", dem meist das passiert, was dem zweiten zugedacht war. Wie diese brei, die fich aufeinander eingefühlt haben, so eine grobfchlächtige Burleste hinlegen, das macht ihnen so leicht fein anderer Spaß macher nach. Biele der kleinen Köstlichkeiten, die sie einem zum Lachen vorlegen, haben Schule gemacht und gehören heute zum eifernen Bestand der Zirkusclowns der ganzen Welt. Jammerschade, daß ein verbildetes Bublikum unserer Tage nicht mehr so herzlich mitgehen fann, wie solche Fröhlichkeiten es von Herzen verdienen. Das übrige Vrogramm der Scala brinat viel Tanzen und Eingen. Da ist Glenn Ellyn, deren elastische Tänze" eigentlich mehr tänzerisch bewegte Afrobatit sind. Da sind die Spanier Andaluza und Bartner und der amerikanische Tanzaft von Trazen und Bessie Sen, ferner die Sopranistin Low­Etaya( die übertriebene schauspielerische Geste wirkt nicht) und

in einem guten Imitationsaft Bert Errot, ber Sopran unb Tenor fingt. Die plastischen Bildmerte der Martha Western find eine Ge schmadlosigkeit und sie finden schon aus diesem Grunde lauten Beifall. Dann noch ein paar gute afrobatische Nummern; vor allem die vier Urbanis, die indianischen Drahtseilfünstler Hiawatha und die Gladiatorentruppe der Baranoffs.

Oeffentliche Kundgebung

am Dienstag, dem 13. Dezember, abends 7 Uhr, im Lehrervereinshaus, Alexanderstraße 41.

Tagesordnung:

Gegen den Faschismus.

Für die

Beseitigung der Todesstrafe.

Redner: Arthur Crispien , Dr. Kurt Rosenfeld , R. Abromowitsch,

Baurat aus eigener Machtvollkommenheit. Aber gute Leistungen!

In Deutschland muß im allgemeinen jeber, der einen verant­wortlichen Poften befleiden will, das Bestehen einer ganzen Reihe von Eramen nachweisen. Daß der Inhaber von Brüfungszeug­niffen auch in der Praris allen Anforderungen entspricht, ist damit noch nicht gesagt. Wir haben schon mehrfach erlebt, daß Leute, die fich selber genügende Kenntnisse aneigneten, ohne sich diese Tatsache staatlich bescheinigen zu lassen, ganz hervorragende, zu mindestens aber gute Durchschnittsleistungen aufzuweisen hatten.

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Jetzt wird wieder ein Fall bekannt, in dem ein Magistrats baurat jahrzehntelang zur allgemeinen Zufriedenheit gearbeitet hat, bis es fich endlich herausstellte, daß er seine Stellungen, in denen er sich bewährte, auf Grund gefälschter Bapiere erworben hatte. Der Betreffende ist, soweit man die Dinge übersehen fann, ein Opfer der Titeljucht geworden. Er hatte sich etwas zu reichlich mit Titeln geschmückt, wie das in sehr vielen Fällen nicht zuletzt bei den Anbetern vergangener Herrlichkeiten" immer großen, jede Ueberlegung ausschließenden Eindruck macht. Die Titelseuche beginnt ja auch in der Republik wieder an Umfang zuzunehmen und fie wird sicherlich noch manches Unheil stiften. Der Magistratsbau­rat Hans Bauer, dessen Leistungen ausgezeichnet, dessen Ba piere aber leider gefälscht waren, muß es sich nun gefallen laffen, daß seine Bezüge gesperrt wurden und daß die Staats­anwaltschaft sich mit ihm beschäftigt. Er hatte das Gymnasium bis zur Obersekunda besucht und sich dann ein Abiturienten­zeugnis verschafft, das ihm die Tür der Darmstädter tech­nischen Hochschule öffnete. Hier studierte er zwar fleißig, aber er hatte eine unübermindliche Abneigung gegen Prüfungen. So ver­schaffte er sich denn auch, ohne die Prüfung abzulegen, alle erforderlichen Prüfungszeugnisse. Mit ihnen fand er den Weg in die Praris. Er war zunächst in Opladen , dann in Riel tätig. In Oberstein 3dar a. d. Nahe war er bis 1915 Vorsteher des Stadtbauamts. Der Krieg unter­brach seine Baumeisterlaufbahn. Von 1918 ab war er bis 1924 beim Magistrat Berlin . Auf Grund der Abbauverordnungen wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Sein Tatendrang ließ ihn den Bau einer Wasserleitung in Beelitz übernehmen. Hier ereilte ihn das Geschid. Er wurde entlarvt und muß mit feiner Berurteilung wegen Urfundenfälschung rechnen. Der Mann hat der Deffentlichkeit einen fo vorzüglichen Anschauungs unterricht über den Wert der Prüfungen geliefert, daß man ihm ein anderes Schicksal münschen könnte.

Woher tamen die Kohlenoxydgafe?

Schade!

Zwei Freunde wurden, wie wir fürzlich mitteilten, in ihrem gemeinsamen Zimmer in der Lindenstraße 66 tot aufgefunden. Sie hatten bereits vier Wochen da gelegen Die Bermutung, daß fie fich selbst mit Beronal vergiftet hätten, hat sich als irrig er­wiesen. Die gestern vorgenommene Settion ergab, daß fie an Rohlenognbgasvergiftung gestorben find. Es liegt zweifellos ein Unglücksfall vor, da die beiden ihren eigenen Ofen gar nicht geheizt hatten. Das Giftgas muß von irgendeinem anderen Öfen her infolge einer Undichtigteit.in einem Schornstein in ihr Zimmer geströmt sein. Die Bau­polizei, die davon in Kenntnis gelegt war, wird jetzt das Haus und die Heizanlagen daraufhin gründlich untersuchen. Die Lichtbilder des Afrikafliegers.

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Im vergangenen Monat wurde der Afrikaflieger Mittel­holzer auf einer Reise in Süddeutschland empfindlich bestohlen. Shm wurde ein Kästchen, das fritaflug Mittelholzer gezeichnet war und 110 Lichtbildaufnahmen, Original­diapositive von seinem Afritaflug, enthielt, während einer Eisen­bahnfahrt entwendet. Die Ermittlungen und Ausschreibungen der Kriminalpolizei führten jetzt in Zürich zur Festnahme des zu nächst unbekannten Täters. Er ist ein internationaler D- Zug- und Taschendieb namens ermetter und gibt den Diebstahl zu. Wie er sagt, mußte er mit dieser Beute nichts anzufangen und verschenkte sie deshalb auf einer Durchreise in Berlin in einem Café. Die Auf­nahmen befinden sich hiernach ohne Zweifel auch jetzt noch in Berlin . Für den Beschenkten sind sie ebenso wertlos wie für den Dieb. Um so mehr aber liegt dem Bestohlenen daran, sie wieder. zu erlangen. Mitteilungen darüber, wo sie etwa untergestellt oder angeboten worden sind, nimmt Kriminalfommiffar Lobbes im Polizeipräsidium entgegen.

der Vater der freiwillig aus dem Leben geschiedenen Gertrud Zu dem Doppelfelbstmord in der Schönhauser Allee 50 teilt uns Wensch mit, daß die Eltern mit ihrer Heirat einverstanden waren. Das Motiv zur Tat sei in der unbegründeten Eifersucht des Mädchens zu suchen.

Funkwinkel

Bon Hans Heinz Ewers Drama Das Wundermädchen von Berlin, das am Abend als Sendespiel gebracht wurde, ist wenig zu sagen. Lob verdiente die von Alfred Braun geführte Regie, die außerordentlich gut das Hörbild zu gestalten wußte. Das Wert bringt einige glüdlich geformte Milieubilder, aber feine wirt­lich plastische, dichterisch geklärte Gestalt. Die Erscheinung des Wundermädchens von Berlin hätte, in Parallele zur Revolution von 1848 gesetzt, ein lebendiges Bild der geistigen Engel des vormärzlichen Preußen geben und etwas von der inneren Nowendigkeit der Revo­lution aufzeigen fönnen. Was Ewers Drama aber bietet. ist nichts als der geschickt aufgemachte Sensationsstoff. Lucie Mannheim gestaltete das Bundermädchen so menschlich und echt, wie es die Rolle irgend zuließ. Am Nachmittag tam der Dichter Jakob Kneip zu Wort, der aus seinem erdverwurzelten, starken Roman Hanpit der Jäger" zwei Kapitel las. Das Solistenkonzert, das sich dieser Beranstaltung anschloß, gewann seinen fünstlerischen Wert, hauptsächlich durch die Darbietungen des Violinisten Nikolaus Lambinon und den Klaviervorträgen von Prof. Josef Weiß. Einen Vortrag aus dem Gebiet der Technik, der durch sein sehr zeit­gemäßes Thema interessierte, hielt Regierungstat Prof. Bo o ft. Er sprach über" Eisenbeton, den Baustoff der Gegenwart", und schilderte feine Zusammenlegung und Eigenschaften. Aber Prof. Boost hätte viel Zahlenmaterial fortlassen und seine Ausführungen wesentlich verständlicher gestalten können.

Tes.

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100 Jahre alt.

Die vermitwete Frau Thrams Richter vollendete heute ihr 100. Lebensjahr. Die Greifin, die bei ihrer Tochter. der Beamtenwitwe Helene Bendler, Birtenstr. 30, wohnt, hat seit vier Jahren ihr Bett nicht mehr verlassen fönnen, ist aber von einer geistigen Frische und noch derart temperamentvoll, daß Fünfzigjährige sie darum beneiden könnten. Zwar ist sie durch ihre Schwerhörigkeit sehr behindert, doch verfolgt sie alle Ereignisse von ihrem Bettlager aus mit großem Interesse. Nur vom Krieg wollte sie nie etwas hören. Ich habe schon soviele Kriege erlebt, daß ich genug habe," erklärte sie mit größter Energie im August 1914. Die alte Frau, die seit 65 Jahren m Berlin lebt und Bismard gesehen hat, als er noch der bestgehaßte Mann in Preußen war, hat noch ein so vorzügliches Gedächtnis, daß sie sich der Zeiten von 1848 befinnen fann, als polnische Aufständische nach Landsberg famen und sie sich als junges Mädchen in dem Keller verstecken mußte.

Die Unterschlagungen beim Märkischen Gastwirtsverein, Pots­ dam und beim Brovinzialverband Brandenburg Deutscher Gastwirte maren gestern Gegenstand einer Verhandlung vor dem Pots damer Schöffengericht. Angeflagt megen Unterschlagung war der 50jährige Gastwirt Richard West pfahl aus Potsdam . Der Angellagte bejaz einen doppelten Vertrauensposten der oben genannten Körperschaften, deren Kassierer er feit vielen Jahren war. Der Angeklagte hatte bestimmte Personen des Diebstahls verdächtigt. Er fonnte gestern aber den Vorwurf nicht aufrecht er­halten und gab zum Teil die Unterschlagung zu. Bozu das Defizit verwandt worden ist, darüber verweigert der Angeklagte die Aus­fage. Das Urteil erging auf vier Monate Gefängnis bei dreijähriger Bewährungsfrist. Strafmildernd fam in Betracht, daß dem Angeklagten durch die Revisoren, die sich nicht einmal Bank­ausweise vorlegen ließen, die Unterschlagungen jo leicht gemacht worden sind.

Tödlicher Unfall am Steffiner Bahnhof . In der Invaliden­straße in unmittelbarer Nähe des Stettiner Bahnhofs ereignete sich in den gestrigen Abendstunden ein schwerer Unfall Beim Ueberschreiten des Fahrdammes wurde der wohnungslofe 36jährige Schnitter Richard Peusch von einem Last traft. wagen überfahren und schwer verletzt. Der Verunglückte starb, noch bevor der Arzt der nächsten Rettungsstelle an der Unglüdsstätte eintraf. Die Leiche wurde in das Schauhaus gebracht.

25jähriges Arbeitsjubiläum. Einer der ältesten Abonnenten des Vorwärts, der 73 jährige Barteiveteran August Losansty. Neutölln, Elsenstraße 52, feiert heute bei der Firma A. Knappe, Berli Niederschöneweide , Sedanstraße 58, sein 25jähriges Arbeits iubiläum als' Werkzeugschlosser. Einen Glückwunsch dem Jubilar!

Jat London ift das Thema eines Bortragsabends mit Lichtbildern und Borlesungen, den fred Beierle am 9. Dezember, 20 Uhr, im Auftrage des Boltsbildungsamts Friedrichshain in ber Schulaula Petersburger Str. 14 bringt. Eintritt 40 f. Karten im Boltsbildungsamt Friedrichshain , Markusstr. 49, Zimmer 28.

Die neue Boltswochenschau läuft in den Monopol- Lichtspielen, Peters burger Straße 20. Sie zeigt Aufnahmen von der furchtbaren Explosions.

tataftrophe in Pittsburg , die neuesten Flugbilder, interessante Sportbilder mit der Zeitlupe; ferner in bunter Folge die ersten Winterbilder. Aufnahmen von den lekten Bühnenereignissen, ein Bild des berühmten Graphologen Prof. Schermann, heitere Sinderbilder und anderes mehr.

Die tonfumgenossenschaftlichen Warenhäuser sind an den beiden Sonntagen vor Weihnachten von 2-6 Uhr nachmittags geöffnet. Die ständig steigenden Umfäße lassen einen starten Andrang er warten, weshalb ein möglichst frühzeitiger Besuch der Konsumwaren häuser zu empfehlen ift.

Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin.

Borsitzende, Berbebegirlsleiter und B- B. Sonnabend, 18 Uhr, Eröffnung

wünscht.

der Beihnachtsausstellung im Heim Zindenftr. 3. Bollzähliges Erscheinen er Werbebezirksleiter und B.-B. Sonnabend, 19% Uhr, gemeinsame Sigung im Gekretariat. Singtreis: Bir treffen uns zur Mitwirkung bei ber Eröffnung ber Weih nachtsausstellung am Sonnabend um 17% Uhr im Lindenheim. Die Büchersinbe ist bis auf weiteres gefchloffen.

Unsere Weihnachtsausstellung im Jugendheim Lindenstr. 3 ist von Sonntag, 11., bis Freitag, 23. Dezember, werktags von 16-20 Uhr, Sonntags von 10-20 Uhr geöffnet. Jedes Mitglied muß die Aus stellung besuchen.

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Heute, Freitag, 9. Dezember, 19% Uhr. Moabit 1: Schule Baldenserstr. 20. Bebel und Liebknecht." Rofenthales Borstadt: Der Vortrag fällt aus. Treffpunkt zur Mitgliederversammlung der drei Gruppen 19 Uhr Fosenthaler Plas. Die Genossen, die später kommen, gehen gleich nach dem Jugendheim Landsberger Str. 50. Weißensee: Heim Parkstr. 36. SAJ. und Sport." Baltenplay: Heim Tilsiter Glr. 4-5 Der Wintersport." Frankfurter Biertel: Seim Schreiner, Ede Baldener fraße. Alt- Berliner Humor." Stralauer Viertel: Heim Goßlerstr. 61 Reformtleidung." Warschauer Viertel: Heim Litauer Str. 18. Die Arter des Tanzes." Rottbuffer Tor: Treffpunkt 18% Uhr zum Besuch der Gruppe Süden. Schöneberg 1: Heim Hauptstr. 15. Die Rationalisierung." Westen 1: Seim Hauptstr. 15. Mitgliederversammlung. Charlottenburg : Heim Pofinenstr. 4. Mitgliederversammlung. Salensee: Schule Joachim. Friedrich- Str. 35. Seiterer Abend., Spanbau: Heim Lindenufer 1. Beih­nachtsfeit. Brig: Rathaus, Chauffecftr. 48. Bon Kunst zur Gestaltung:" Köperid: Seim Grünauer Str. 5. Auguft Bebel." Baumschulenweg:" Heim Ernitstr. 16." Die sozialistische Weltanschauung," 3. Teil. Johannisthal : Fathaus. Rezitationsabend. Niederschöneweibe: Schule Berliner Str. 31. Das heutige Rußland ." Friedrichsfelde : Heim Schloß-, Ede Berliner Straße . Uebungsabend zur Weihnachtsfeier. Pantom- Norb: Heim Görsch­straße 14.

Diftatur Demokratie."

Werbebezirk Renkölln: Zusammenkunft der Aelteren und Funktionäre im Heim Kanner Straße. Bortrag. Intereffierte Genossen find willkommen.

Werbebezirk Westen: Morgen, Sonnabend. Sonnenwende. Alle Teilnehmer treffen fich um 21 Uhr am Potsdamer Pahnhof( Bahnsteig nach 8offen). Dis Gruppen Charlottenburg, Bebel und Liebknecht um 19% Uhr Bahnhof Char­lottenburg.

Vorträge, Vereine und Versammlungen.

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Sonn

Reichsbanner Schwarz Rot- Gold" Geschäftsste IIe: Berlin G. 14. Gebastianfte. 37/38. Sof 2- Tt. Freitag, 3. Dezember. Mitte: 20 Uhr Versammlung sämtlicher ad­fahrer bei Gramsch, Brunnenstr 4. Lichtenberg , Kamerabschaft Bor­hagen: 20 Uhr Sigung. Bortrag des Kameraden Polizeisekretär Genz: Die Polizei im Voltsstaat, Kameraben anderer Züge w kommen. Borsigwalde : 20 Uhr bei Woitschach, Ernststr. 1, Rameradschaftsversammlung. Bericht von der Fahnennagelung und Gaugeneralversammlung, Kamerad Staate. abend, 10. Dezember. Neukin- Prip, 2. Kameradschaft, 1. Rug: 20 Uhr im Ver. tehrslokal Schabeiko, Weichſelftr. 3. Seiterer Abend. Spardau: 20 Uhr General Kreis Diter: 8% Uhr Tropagandafahrt der Tadfahrer. Antreten Arkonavlag. versammlung im Restaurant Palme, Fitterstraße. Sonntag, 11. Dezember, Die Padfahrer der anderen Kreise werden gebeten, fich daran zu bete lign. 121 Uhr Antreten zum Ummarsch Vrtonaplat. Pflichtverarfta'tung. Fred­riebsbain: 7% Uhr Antreten der Fadfahrer Tetersburger Wak zur Prona­gandafahrt. 12% Uhr ntreten aller Kameraden auf den Sammelpläten der Kamerabschaften mit Musik und Fahnen. Pflichtveranstaltuna! Fahrneld 40 Pf. Neufflr- Brig: 8 Uhr Antreten aller adfahrer Cohen ollernn'ag aur Propagandafahrt. 5. Sameradschaft( Jungbanner) Antret 8 Uhr Fo zollernv'ag( fchtveranstaltung). 10 Uhr Treffen Eigenbaus. R 9-12 Uhr Wilhelmstof vortplay Fricbristelbe. Veben ron 9-16 hr. egen bes Troracarbomariches des gefamten Steifes finb teine beft mmt n Uebungszeiten feftacfest Ausnahmsweise tönnen d'e Pametaben au feber eit erscheinen. Liter bern neft Pamerabfaft: 8 Uhr ntreten bes afamten abfahretarges auf dem Wetonaplak zur Proracanbafahrt. Abfahrt 8 Uhr Porhagener Yas. Ede Grünbercer Etrake. 12 Uhr Antret mit Muft und fahren um auf Frankfurter Are zum Provasandamarsch Abmari 13 The rom Artonaplak blershof: 8-11 Uhr Arbeitsdienst auf dem Sportolak hinter der Bahn( Birken Patalinjer Ausgang Fo- orthahnsteig Gefunden wäldchen). Spaten mitbringen. Beteiligung jeden Schussportlers Pflicht.

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Berliner Dreefterverein Crescer bo 1875". Pflege affischer und moderner Mufil. Vehungsabend jeden Freitag 20 Uhr Wicherfstr. 64. Streicher unb Bläser willkommen.

Bund Deutscher Bodenreformer. Im Freien voltswirtschaftlichen Seminar, Berlin N. 87, Leffingste. 11, 20-22 Uhr, spricht Mittwoch, 14. Dezember, 15. Desember, Profeffor Dr. theol. von Nell- Breuning über Publizität im Dr. Damascle über Grundzüge unferes neuen Steuerrechts"; Tonnerstag, Steverwesen. Aussprache. Eintritt frei

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