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Oer verschnürie phoiograph. (5in seltsamer �Raubüberfall" im photographischen Atelier. JSn meiiur langjährigen Praxis als Staatsanwalt ist mir ei» derartiger Raubilberfall noch nicht vorgekommen, wenn er auch in glaubwürdiger Weise erzählt wurde," meint« der Staatsanwall, als er seinen Strasantrag. gegen den. Arbeiter Franz R a d e m a ch« r stellte, der vor dem Großen Schösiengericht Berlin-Schöneberg wegen Raubes, Diebswhls, unbefugten Waffenbesitzes und Führung falschen Namens angeklagt war. Sehr sonderbar klang allerdings die Geschichte, die der angeblich Beraubte erzählte und nach der der Raub recht gemütlich bei Kognak und Zigaretten seinen Ansang genommen haue. Der Angeklagte. eine etwas zweifelhafte Existenz, und der Photograph W waren, wie dieser als Zeuge schilderte, eines Tages am Bahnhos Zoo mit« «inander bekanntgeworden, und Rademacher hatte sich dann bereit «rklärt, den Photogrophen in seine Wohnuntz zu begleiten. Oben im Atelier setzten sich beide gemütlich an den Tisch, rauchten Zigaretten und leerten eine unterwegs gekaufte kleine Flasche Kognak. Plötzlich soll nun Rademacher eine Pistole aus der Tasche gezogen und sie mit den Worten:.�Zetzt wollen wir mal Deutsch mitein- ander sprechen", auf W. gerichtet haben. Dieses Deutsch be- stand nach der Schilderung des W. darin, daß der Angeklagte ihn zwang�sämtliche Schlüssel aus seinen Taschen auf den Tisch zu legen. Diese Schlüssel nahni hieraus Rademacher an sich, ösfnete damit alle Schränke, nahm Sachen heraus und packte sie in einen vorgefundenen Koffer, ohne zu bemerken, daß W. verstanden hatte, den chausschlüsiel in seinen Strumpf zu praktizieren. Nach der Revision der Schränke kam W. selbst an die Reihe, der unter Drohung mit der Pistole seinen Anzug ausziehen mußte, der gleichfalls in den Koffer wanderte. Schließlich mußte sich W. halbnackt auf die Chaiselongue legen, wo er Mst der Schnur eines Schlafanzuges an chänden und Füßen gefesielt wurde uiid einen Knebel aus einem zerrissenen halben Hosenbein des Schlafanzuges vor den Mund gelegt b'ckaiii. Als dem Angeklagten noch eln Knäuel Biirdfaden in die Hände siel, wickelte er fie zehn- bis zwölf mal um den Photographen und verschnürte ihn wie ein Paket, ohne daß dieser Geschrei erhob. Unter den Worten:Damit du nicht frierst!" packte der Angeklagte noch ein paar Teppiche auf ihn und wollte hierauf mit dem Koffer das Haus Verlässen. Da er es ohne den Hausschlüssel nicht tun konnte, begab er sich auf den Boden, wo ihn kurz darauf das Ueberfallkommando festnahm. Der Gefesselte hatte sich nämlich inzwischen von der Chaiselongue heräbgewälzt, hatte, infolge der lockeren Fesselung imstande zu gehen, rasch vorn einen Riegel vorgeschoben und dann vom Balkon aus seinen Nachbar um Hilfe gerufen, der seinersests das Ueberfallkommando alarmierte. Diesem gegenüber fegte sich der Angeklagte einen falschen Namen bei. und erzählte etwas von einer Forderung an den Photo- graphen, die er hätte haben wollen. Bor Gericht wollte der An- geklagte gestern überhaupt nichts von der Geschichte wissen. Dem Staatsanwalt erschien auch, namenllich als auf Antrag des Ver- teidigers ein von Hysterie sprechendes Gutachten über den Geistes- zustaich des Zeugen verlesen worden war, und der Zeuge trotz des Knsbels noch hatte sprechen können, der Raub keineswegs ernsthaft gemeint. Das Gericht entschied sich nach den Worten des Vorsitzenden bei den widersprecbenden Aussagen und den ganzen Umständen für keine der beiden Lesarten. Es verurteilte den Angeklagten wegen schweren Diebstahls und der übrigen Vergehen zu 3 Monaten und 3 Wochen Gefängnis und 3 Togen Haft, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt angesehen wurden. Die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Seitdem das Gesetz in Kraft getreten ist, sind m«hr als.zwei Monate vergangen«ins zu kurze Frist, um über fein« Aus- Wirkungen ein nur einigermaßen abschließendes Urteil zu fällen: troßdem liegen bereits jetzt einige nichr uninteressante Ergebnisse vor. Davon konnte man sich aus den Vorträgen des Medizinalrats Dr. G e t t k a n n t und Frau Dr. M a y c r auf der Bezirksverfammlun der freien und öffentlichen Wohlfahrt im Schöneberger Rathaus über- zeugen. Dr. Gettkomit äußerte sich über die Auswirkungen desGe- setzes pessimistisch. Der Besuch der öffentlichen Berotungs- stellen durch die Prostituierten werde immer seltener. Zuführungen kämen soft überhaupt nicht vor. Da das Gesundheitsamt kein« Hand- habe besitz«, die Prostituierten zum Aufsuchen der Beratungsstelle zu , zwingen, so fei es unmöglich, eine Kontrolle über ihren Gefundheits- zustand auszuüben. Von den 169«ingeschriebenen Prostituierten, die vom Gefuitdheitsamt am t. Oktober übernommen wurden, feien nur 193 der Aufforderung, Gesundheitsatteste beizubringen, nochge- kommen. Im ganzen werde ein« laufend« Beobachtung allein in Proz. der. Fälle ausgeübt. Frau Dr. Mayer erklärte dagegen, der Vorredner habe zu Unrecht behauptet, daß das Gesetz keine Handhab« biete, um die Prostituierten zu zwingen, sich periodisch einer Unterfuchuna zu unter- ziehen. Laut den Aussührungsbestimmungen sei die Polizei als Hilfsorgan des Gesundheitsamtes zu betrachten: mst ihrer Hilfe können nicht uur Beobachtungen auf Plätzen, Straßen und In Lr>- kalen, sondern auch Zwangsvorführungen vorgenommen werden. Das Gesundheitsamt übe aber hier nicht das Recht aus. daß ihr laut Gesetz zustehe. Andererseits fei es klar, daß neben der medizinischen Tätigkeit des Gesundheitsamtes auch die Fürsorg« den Mädchen gegenüber zu ihren Rechten kommen müsse. Daher entsteh« die Forderung eines Hand-in-Hand-Arbeitens von Pflegeamt und Ge- suNdheitsamt. Auch hier scheine das Gesundheitsamt an manchen Stellen noch nicht die erforderliche Einsicht zu besitzen.

Um de«Alex" und Stettiner Bahnhof. Berlin mit seinen 4% Millionen Einwohnern ist schon ein Staat im Staate, die entgegengesetzten Gesellschastsschichten leben hier zu- sammen und bllden in sich geschlossen« Einheiten. Jede hat ihren Dichter, der ihr Lob singt, der ihren Aufbau ausdecken möchte. Hans Hyan schildert das Leben der Ausgeschlossenen und neben ihm steht Leo Heller der dasselbe Thema behandelt, etwas ruhiger, etwas witziger als-Hyan, aber von demselben sozialen Empfinden beseelt Leo Heller in seinem neuen BuchSo siehst« aus Berlin " die West um denAlex" und den Stettiner Bahnhof. In kurzen Skizzen entsteht das Porrrät dieser Gegend und dieser Menschen, die ein« Welt für sich bilden, deren Sprache und Gewohnheiten vollkommen aus dem Rahmen des Gewohnten herausfallen. Es ist die Kehr- feite von Berlin , und merkwürdigerweise ist hier noch ein Hauch von Romantik zu spüren. Hellers Liebe gehört denDuften". Ja, diese Menschen stehen außerhalb der bekannten Gesellschaftsordnung, sie sind eine Gesellschaft für sich mit eigenen Gesetzen. Aber mögen sie die bürgerlichen Gesetze durchbrechen, daraus ihren Lebensunter- halt gewinnen, sie sind innerlich vielleicht anständiger, gütiger und hilfsbereiter als die Bewohner westlicher Gegenden, sie sind Kavalier« mit ausgeprägtem Ehrgefühl, auch wenn sie in Kellern residieren, und was tut es schließlich, wenn ihre Ehrbegriffe anders sind als die der bürgerlich eingeordneten Menschen? Diese Dinge sind doch nur außerordentlich relativ. Heller unterstreicht nicht, will überhaupt keine Dichtung geben, er läßt die Tatsachen allem für sich sprechen. Zum Kontrast malt er dann die kleinen Bürger, die schon stolz aus ihre gesetzlich anerkannte Ehrenhaftigkeit sind. Auch sie behandelt er nicht mit satirischer Schärfe, doch ihr Benehmen ist derart, daß sie ungewollt wie die Opfer einer Satire wirken. Ergötzlich ist die Schilderung des dramatischen VereinsHenrik Ibsen ", der die Gespenster " in unverfälschtem Berliner Dialekt ausführt oder die Geschichte der reich gewordenen Krämersfrou, die unbedingt ein Kleid von Poiret tragen muß. Objektiv sind dieje Wetten einander gegen- übergestestt, sie ergeben zusammengenommen noch kein Bild von Berlin , sondern nur«inen Teilausschnitt aus dkm Monumental- gemälde dei Stflpt.

Die Augen des Berliners., Leder Vierte trägt eine Brille.

Immer höher« Anforderungen stellt der moderne Straßenverkehr an unser Auge. In diesem Gewirr sich zurecht, zusinden, ist nur mit Hilfe wirklich schtüchtiger Augen möglich. Unbewußt leistet das Auge hierbei eine Unmenge feinster Präzisionsarbeit, es muß Fahrzeuge. Signale, Schilder u. a. schon aus der Ferne untei f Heiden, rasch wechselnde Farben und Formen erkennen, Bewegungsrichtungen und Geschwindigkeiten mit ihren häufigen Aenderungen richtig abtaxieren. Mehr noch als vom Fußgänger wird ein sehtllchtiges Auge von den Führern unserer Verkehrsmittel verlangt. Eine Forderung der Augenärzte und Optiker geht darum dahin, die vielfach unsachgemäßen Schrift-, Zeichen-, Licht- und Farbensignale einer Korrektur zu unter- ziehen, damit Unfälle oermieden werden und der schwere Dienst oer- aMwortlicher Menschen erleichtert wird. Aber auch den Strahenpassanten könnte man den guten Rat geben, sich einmal von Fachleuten>n" die Augen sehen zu lassen. Manches Unglück aus der Sl-ahe hak seine Ursache nur in der Kleinig­keit. daß man die Brille mitzunehmen vergessen hat. Man braucht kein Gespenst an die Wand zu malen, wenn man nicht aus Re­klamegründen diese Notwendigkeit betont. Die Wissenschaft hat 79 Prozent von Fehlsich t'igkeit bei allen Großstadt- bewohnern festgestellt, bei der Landbevölkerung sind es einige Prozent weniger. In den Berliner Schulen trägt man ganz besonders diesem Uebelstand Rechnung, jedes Kind wird auf die Augen unter- sucht und angestellte Augenärzte sorgen beratend für Behebung der Schade.,. Wenn man für Berlin eine Million Brillenlräger rechnet es ist festgestellt, daß jeder vierte Mensch eine Brille trägt so zeigen die übrigen feblenden, daß dos ehrenwerte Gewerbe der Optiker noch keinen Grund hat, wegen schlechten Geschäftsganges sich einzuschränken. Doch sei zur Beruhigung jener, die das angsb- liche Marterwerkzeuge noch nicht auf der Nase tragen, gesagt: Fehl- sichttakeit bedeutet durchaus kein krankes Auge, in der Regel sind die Augen dabei kerrgefund. Es sind nur kseine Schönheitsfehler Im Bau dieser feinsten und präzisest arbeitenden Kamera, des mensch- lichen Auges, die durch die Brille verbessert werden können. Allgemein sieht jeder gewisienhafte Optiker seine Aufgabe darin,

durch genaue Augenuntersuchuna die richtigen Gläser zu wählen unk» diese Gläser auch fachmännisch im Sitz anzupassen. Man kann die Augengläser mit einer Art Prothese vergleichen, was sie ja auch sink», die aber bei falschem Sitz mehr schmerzt und belästigt als Hilst. Dia ganz außerordentlichen Verbesserungen auf dem Gebiete des Brillen» glases haben dos Gewerbe zu einer Kunst erhöben, denn für jeden Mangel wird das richtige geschlissene und gestellte Glas beschafft. Von den früheren Bigläsern, das sind solche, die aus der Vorder» und Rückseite gleich geschliffen waren, ist man zu den punkwell, ab» bildenden Gläsern übergegangen, mst denen ein richtig korrigiertes fehlsichttges Auge in den Zustand eines normalen rechtsichtigen ver» setzt werden kann. Beim Kauf eines Augenglases ist es deshalb nickst mehr wie früher, daß man sich ein Glas aus einer Kollektion heraus» sucht, wie einen Anzug von der Stange, mit dem frommen Wunsch: eines wird schon passenl Heute wird das Glas individuell angepaßt, gleichsam nach Maß. Gleichwohl bestehen noch viele Auswüchse und falsche Praktiken beim Publikum wie bei den Händlern. Die Mode, sich durch die Brille interessant zu machen, hat noch keine gute» Auge» gemocht. Der Sport, wie er zurzeit in Japan grassiert, wo sich schon die Kinder eine große Horndrille ins Gesicht klemmen, scheint auch bei uns Ein- gang zu finden. Es ist ein Verdeckungsmanöver innerlich noch un- fertiger Menschen, wenn sie, ohne es notwendig zu haben, sich hinter ihre fürchterlichen Brillen verstecken. Zu diesem Thema zählt auch der Snobismus, eine eingeklemmte Glasscherbe im Auge zu tragen und es dem verflossenen preußischen Leutnant gleich zu tun. Die optische Industrie zeigt auch sonst, daß sie auf der Höhe ist. Wenn man die Zahlen der Aussuhr vergleicht, steht man, daß die deutsche Optik eine führende Rolle im Weltmarktverkehr beansprucht. Im dritten Vierteljahr 1927 wurden allein'291 Doppelzentner gleich 139 999 M. ungefaßte und ungeschliffene Brillengläser ausgeführt. desgleichen 237 Doppelzentner gleich l 9S2 999 M. geschlissene Gläser und 326 Doppelzentner gleich 9 929 999 M. gefaßte und geschliffene Gläser für Brillen, Lupen und Stereoskope. Diese recht ansehnliche» Zahlen beweisen zu unserem Trost, daß auch die übrig« Weit feist» sichtig ist, nicht nur auf dem Gebiete der Politik.

Gesährdeie Kinder. Nach den Ermittlungen der amtlichen preußischen Todesursachen- statistik für das Jahr 1925 belies sich die Zahl der durch Ueberfahren in Preußen getöteten Kinder bis zum 13. Lebensjahr auf 635 (473 Knaben und 182 Mädchen). Von diesen wurden mehr als die Hälfte, nämlich 357 oder fait 35 Proz., von Kraftwagen tödlich verletzt. 169 oder fast 26 Proz. wurden von sonstigen, durch Tier- kraft bewegten Fuhrwerken, 44 oder fast 7 Proz. durch Straßenbahnen, 37 oder noch nicht 6 Proz durch Eisen- bahnen und 18 oder nicht ganz 3 Proz. durcki Motor- oder sonstige Fahrräder überfahren und getötet 39 Kinder oder noch nicht 5 Proz. der Gesamtzahl fielen Fahrzeugen anderer Art zum Opfer. Die besondere Gefährdung der Kinder durch Kraftfahr- zeug« im Straßenverkehr geht aus diesen Zahlen einwandfrei hervor. Für eine Großstadt wie Berlin steigert sich das Verhältnis sogar derart, daß hier im Jahre 1925 fast 75 Proz. oller durch Ueberfahren getöteten Kinder unter die Räder eines Kraft- wagens geraten waren, während z. B. durch die Straßenbahn im gleichen Jahre nur vier Kinder, d. h. noch nicht 6 Proz., getötet wurden.__ Königlich" sslange der Borrat reicht. Im Gebiet der ehemaligen.Königlich Sächsischen Staateeisen- bahnen". schein! die königliche Herrlichkeit immer noch nicht über- wunden zu sein. Der AufdruckKönig l, S ä ch s. Staats- eifenbohnen" zierte noch einen Zettel, der End« November dieses Jahres auf eine von der Cisenbahnftatton Nerchau in Sachsen nach Berlin-Charlottenburg beföi>derte Kiste geklebt worden war. Niemand war auf den Gedanken gekommen, wenigstens den ZusatzKönigl." zu durchstreichen. Rätselbast ist, daß noch im zehien Jahre der Republik die Vorräte dieser aus der Königszeit übernommenen Zettel nicht erschöpft sind. Welche Unmengen von Borräten muß dieKömgl. Sächsische Staatseisenbahnverwaltung" vor dem Kriege aufgespeichert haben, wenn man bis jetzt nicht mit den Resten fertig zu werden vermochte. Sollen wirklich solche Reliquien der monarchischen Zeit uns immer wieder nock, vor Augen kommen, solange der Vorrat reicht? Oder wird endlich bei der letzten unserer republikanischen Behörden die Einsicht sich durchsetzen, daß mit ollen Mitteln dafür gesorgt werden muß, dem Skandal ein Ende zu machen? Bom Lastkraftwagen totgefahren. In Spandau an der Ecke Askamerrmg und Moltkestraße ereignete sich gestern gegen 19 Uhr ein tödlicher Verkehrs- uirfall. Ein etwa ölljähriger Radfahrer versucht« noch kurz vor einem herannahenden Lastkraftwagen mit Anhänger die Straßen- kreuzung zu überfahren. Cr kam unglückUcherweise zu Fall und geriet unter die Räder de» schweren Fahrzeuges. Der Verunglückte hatte so schwere Verletzungen erlitten, daß er bereits auf dem Wege ins Spandauer Krankenhaus starb. Die Personalien des Toten konnten noch nicht festgestellt werden, doch handett es sich offenbar um einen Spandauer Einwohner. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Den Führer des Lastkraft- wagens soll nach übereinstimmenden Zeugenaussage» keine Schutt» an dem Unfall trefseu. Kauft rechtzeitig! Nachdem der Polizeipräsident von einer besonderen Regelung des Ladenschlusses an den Werktagen vor Weihnachten abgesehen hat und es daher bei dem gesetzlichen 7-Uhr>Ladenschluß bleibt, möge das kaufende Publikum bemüht sein, seine Einkäufe nicht bis aus die Abend st unden der letzten Tage zu verschieben. sondern seinen Bedarf beizeiten zu decken. Die vielen Ange st eilten werden in den letzten Wochen vor Weihnachten derart in Anspruch genommen, daß für sie das Fest kaum ein Freudenfest ist. Borbereitungen fiir den Weihnachtsverkchr. Zur Bewältigung des vor Weihnachten einsetzenden starken Reiseverkehrs hat die Reichsbahndirektion Berlin die nötigen Por- kehrungen getroffen. Die planmäßigen Züge werden ver- stärkt werden. Zu den D. und Personenzügen sind an den Hauptverkehrstagen Vorzüge vorgesehen, die nach Bedarf ge- fahren werden. Die Mitteleuropäischen Reisebureaus Potsdamer Bahnhof, Bahnhos Friedrichstraße und Unter de» Linden 57/58 sind von Montag, den 19. Dezember, bis einschließlich Freitag, den 23. Dezember, täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Der Himmel im Rrche der Mitternachtssonne. Das von der Stadt Berlin geschaffene Planetarium am Zoo erfreut die Freunde der Sternenkunde mit einem neuen Dortrag, der uns an einer Reise nach dem Nordpol teilnehmen läßt. Nicht Meer und Land der Polargegend bekomme» wir da zu sehen, sondern den Sternhimmel, der am Nordpol einen sehr viel anderen Anblick als in unseren Breiten bietet Die allmähliche Ver- ünderung des Sternhimmels während unlerer Fahrt nach Norden, die am Nordpol eintretende Aufhebung aller Himmelsrichtungen und t Togeszesten, die Mitternachtssonne und die Polar»

nacht werden in dem Vortrag besprochen und in dem fesselnde» Himmelsbild des mächtigen Kuppelraumes gezeigt Der Vortrag wird an allen Tagen(mit Ausnahme des Mittwochs) täglich um 16.30 Uhr. 18 Uhr, 19.39 Uhr, 21 Uhr gehalten werden. An jedem Mittwoch werden bei halben Eintrittspreisen die VorträgeSternenhimmel der Heimat" und.Meise zum Aequator" gehallen.

Erdbeben in Güdwestdeuischland. Oer Herd wahrscheinlich auf der Schwäbischen Alb. Skuklgark. 16. Dezember. 1 Heute mittag 11 Uhr 44 Minuten 45 Sekunden zeigte der Seismograph von Hohenheim den Einsatz eines Nah- beben? an. Etwa sechs Sekunden später folgten nacheinander drei Ausschläge, die aus ziemlich heftig« Erschütterun» gen am Bebenherd schließen lassen. Höchstwahrscheinlich befindet sich der Herd auf der Schwäbischen Alb Die errechnete Hertt- entsernung beträgt etwa 55 Kilometer.

Wieder ein Konfektionseinhruch. Einen ungewöhnlichen Weg nahmen Einbrecher, die es in vergangenen Nacht auf ein Konsektiönsgeschäft in der Vlumenstraßi! abgesehen hatten. Sie gelangten mit Nachschlüsseln in die Rälln.e des Postamts 99 auf dem Grundstück 89/81, ließen hier alles un- berührt, brachen aber durch eine Wand in die Lagerräume des Konfekttonsgeschäftes vor und stahlen hier für 15 999 M. Ware» aller Art. Ein Kousumenten-Tchntzqesetz. Der Polizeipräsident veröffentlicht«in« Polizei Verordnung über den Berkehr mst Lebensmitteln, die am 1. Januar 1928 in Kraft tritt. Veranlassung zu ihrem Erlaß gab die Verabschiedung des neuen Lebensmittelgesetzes vom S. Juli d. I. Di« Dervrdiiunq befaßt sich mit der Beschaffenhett der Geschäftsraum«. der Behandlung der Lebensmittel in den Geschäftsräumen auf Privat. Märkten und im Straßenhandel. Sie enthält weiter Borfchrifte» über die Beförderung von Waren von der Produktions- zur Berkaufs» stätte bzw. zum Konsumenten. Gegen eine Infizierung der Ware» mit ürankheitskeimen durch die im Lebensmittelverkehr tätigen Per» sonen ist besonders durch das Verbot der Beschäinquno foge- namtter Bazillenträger weitestgehende Vorsorge getroffen. Auch für das Publikum sind zweckdienliche Richtlinien aufgestellt. Zwei neue Vorortzüge ans der Zossener Strecke. Wie dl« Reichsbahndirektton Berlin mitteilt, werden aus der Streck« Der» lin- Potsdamer Ringbahnho f Z ossen vom Montag. dem 19. Dezember, ab. an den Werktagen zwei neu« DoroNzüg« zwischen Mahlow und Potsdamer Ringbahnhof ver» kehren. Die Züge erhallen folgenden Fahrplan: Mahlow ab 5.39 und 5.47: Lichtenrade ab 5.35 und 5 52, Marienfelde 5.41 und 5.58, Mariendori 5.46 und 6.93, Papestrahe 5.52 und 6.99, PorMraß« 5.55 und 6.12 und Potsdamer Ringbahnhof an 5.59 und 6.15. Z'et'eligiSse Gemelove. Sonntag vorm. 1l Nbr. Pappelallee t3. vor» «rag de» Heirn Dr. M. Brie: Seelsorger oder Schauspieler. Harmonium r WcihnachtSlleder. Gäste willkommen. Schwerer Siraßeubahnzvsammevstoß l« Wien . Am Freitag morgen ereignete sich in der Nähe des Justtzpolaste» in Wien ein folgenschwerer Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge Der Führer des einen Zuges konnte, ofsenbar infolge Bersagens der Bremse, den Zug nicht mehr zum Halten bringen und fuhr bei einer Kreuzung mit voller Geschwindigkeit in den Beiwagen eines anderen Straßenbahnzuges hinein, der vollkommen zertrümmert wurde. Der vollbesetzte Motorwagen sprang aus den Schienen. vollführte eine Drehung und rollte über das Pflaster gegen den Iustizpalast. Insgesamt wurden 13 Berletzte festgestellt. Drei Kinder erstickt. In einem Dorf bei Eilenburg sind drei Kinder eines Gutsarbeiters bei einem Brand erstickt. Das vierie Kind, ein einjähriger Knabe, konnte mit Mühe wieder ins Leben zurückgerusen werden. Die Kinder waren ohne Aufsicht im Hause gelassen worden und hatten ossenbar am Ofen gespielt, wobei ein Bett in Brand geraten ist. Die Staatlich« P o rz e l l a n- M a n u f a k t u r Berlin veranstaltet in ihren beiden Perkaufsräumen Leipziger Str . 2 und Wegelyftr. 1 am Stadtbahnhos Tiergarten eine Weihnachtsausstellung. deren Besuch jedem Liebhaber Berliner Porzellans empfohlen sei. Eine große Anzahl überrafchend preiswerter Weihnachtsaaben. wie Tassen, Dosen, Schreibzeug«, Aschenbecher. Figuren, Tier» plastiken und viele begehrenswerte Stücke für den Haushalt stehen in reichhaltiger Auswahl bereit. Die durch Ihre einzigarttge Handmalsrei berühmten Porzellan« der Slaatlichen Porzellan-Manufaktur Berlin sind als vornehm« und dabei erschwintilicke Weihnachtsgaben besonders zu empfehlen. Beide Verkaufsräume sind auch am kommenden Sonntag von 2(5 Uhr geöffnet....

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