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STADT'S BEILAGE

Städtische Steuern.

Die Grenzen sozialdemokratischer Kommunalpolitik.

Bum Beginn des neuen Jahres, wo Steuerfarten und Steuer­erflärungen wieder ins Haus geflattert tommen, wo jeder mieder die Ungerechtigteit in der Verteilung der Abgaben so recht greifbar vor Augen sieht, wendet sich ganz von selbst der Blick auch auf die Stadt und ihre Steuerpolitit, um zu ergründen, was sie für eine gerechtere Steuerverteilung getan hat oder in Zukunft tun Pönnte. und man denkt vielleicht an Wien , das in einem früher für ganz unmöglich gehaltenen Ausmaße Reichtum und Lugus steuerlich erfaßt hat, um daraus den Armen Häuser zu bauen, ihre Kinder zu betreuen, den Notleidenden Speise und Kleidung zu verschaffen. Zeigt doch gerade dieses Beispiel tommunaler Bolitit, mas eine geschlossene fazialdemokratische Mehr heit zugunsten der bisher vèrnachlässigten und benachteiligten Bolts. schichten zu leisten vermag, wenn sie tatsächlich die Berfügungs

freiheit über Einnahmen und Ausgaben hat.

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Leider sind wir in Berlin weit mehr als in Bien gebun den. Leider nom Standpunkt des zunächst Erreichbaren aus. Denn es ist mehr als fraglich, ob die Uebertragung der Finanzhoheit Wiens auf die deutschen Städte wirklich für die Dauer einen Bor­teil bedeuten würde. Bir Sozialdemokraten treten mit aller Ent­fchiedenheit für eine nom Reich aus zentral geleitete Steuergesetz­gebung ein, weil wir nur darin die Gewähr für eine in nächster Zukunft zu verwirklichende einheitliche, von fozialen Notwendigteiten bittierte Lastenverteilung erblicken. Und wir werden dieses große Ziel nicht um eines scheinbaren Augen­blidserfolges willen aufs Spiel setzen. Einstweilen freilich das muß immer wieder mit aller Deut lichkeit ausgesprochen werden hat die Bürgerblodregie. rung alles darangefeßt, um ihre un soziale Steuergesetzgebung aufrechtzuerhalten und die Städte nach Möglichkeit an einem gerechteren Ausgleich zu hindern. Die Entscheidung darüber liegt also nicht bei irgendeiner städtischen Körperschaft, sondern bei denen, die in allernächster Zeit berufen sind, den Deutschen Reichstag neu zu wählen.

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Die Steuer von Einkommen und Vermögen ist Sache des Reiches. Die Stadt erhält davon nur einen schematisch berechneten Anteil zu ihrer eigenen Verwendung. Aljo gerade die Möglichkeiten, den Besiz, den Reichtum zu verſteuern, sind den deutschen Städten genommen. Ihnen, bleiben nur drei große Steuer­quellen, die scheinbar aus dem Besiz fließen, und dies sind die Gewerbesteuer, die Grundsteuer, die Bergnügungs­steuer. Die Bedeutung dieser Steuern für den Haushalt Berlins ist fehr erheblich, sie erbringen insgesamt über 200 Millionen Mart, d. h. mehr als den vierten Teil der Gesamteinnahmen der Stadt. Die Sozialbemotratie hat sich entschieden gegen eine trupellose Erhöhung dieser Steuern gewehrt, weil sie weiß, daß alle diese Steuern über furz oder lang auf die konsumierende Bevölkerung abgewälzt merden: die Gewerbesteuer auf die Raufer, die Grundsteuer auf die Mieter, die Bergnügungs­Steuer auf diejenigen Volksschichten, die nach der förperzermürbenden, geisttötenden Arbeit des Tages das Bedürfnis nach Entspan nung, nach fünstlerischer Erhebung oder Erbauung empfinden. Gewiß wenn teine andere Möglichkeit bleibt, so ist eine Erhöhung Dieser Steuern schließlich noch am erträglichsten für die große Masse Der arbeitenden Bevölkerung, weil die Wirkung nicht sofort, nicht unmittelbar in die Erscheinung trilt. Es hieße aber die Augen verschließen, mollte man eine derartige Steuerpolitif als eine Politit im Interesse der Arbeiterklasse hinnehmen.

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Die Sozialdemokratie hat darum im Berliner Rathause immer gegen die ungerechtfertigte Erhöhung dieser Steuern Stellung genommen. Mit ihren Stimmen ist im Laufe des letzten Jahres z. B. eine fehr erhebliche Herabjegung der Bergnü gungssteuer gerade bei den Bergnügungen", die der Erholung und Entspannung der breiten Schichten des arbeitender Boltes in Berlin dienen, durchgesezt worden. Die Sozialdemokratie hat

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VORWARTS

vielen Duzenden von Fällen vorgekommen. Der Chlorgeschmack sei unangenehm, aber gesundheitlich gleichgültig. Für das Müggelsee= mert müsse man im Hinblick auf die Sorgfalt der Ueberwachung des Filterbetriebes, die Chlorung fogar für unnötig halten. Wahrschein­lich habe die plögliche Temperaturabnahme, die in der zweiten Hälfte des November eintrat, das Chlorbindungsvermögen gestört. Beachtung verdiene übrigens, daß zu der Zeit nicht nur in Berlin , sondern auch in Hamburg der unangenehme Geschmack des Trintmassers bemerkt wurde.

Die Kirche, spart".

Auch ein Freund" der Bolksschule.

gegen eine Erhöhung der Gewerbesteuer gestimmt, um eine Er­höhung der Breise im nächsten Jahre zu verhindern Bleibt die Frage: Was fann die Stadt Berlin tun, um den Lurus steuerlich zu erfassen. Und die Antwort muß leider lauten: herzlich wenig. Berlin hat versucht, die Haus angestellten nad ihrer Zahl zu versteuern. Der Erfolg war eine staatliche Berfügung, die auch den bescheidensten Ertrag aus dieser Steuer unmöglich In Nr. 614 des Borwärts" vom 29. Dezember v. J. Hatten machte. Berlin hat versucht, den überschüssigen Wohn. mir unseren Lesern die Beschreibung einer neuen Boltsschule in ra um begüterter Bürger zu besteuern. Der Erfolg war ein errech- Schlachtensee gegeben und zum Schluß erwähnt, daß ein Herr neter Ertag von knapp zwei Millionen Mart( nach Berücksichtigung Dr. Dibelius( es gibt einen Generalsuperintendenten dieses Namens Berlin besteuert Hunde, Der Ertrag beträgt genau 13 plus Pferde, Motorboote 0,06 plus 0,08 Millionen eine lächerlich geringe Summe. Es ist eben sa: Berlin ist durch die Reichs gefeggebung nicht in Sozialdemokratie als die stärkste Partei im Rathauje tut, der Lage, eine wirtlich soziale Steuerpolitit zu betreiben. Die was sie fann, aber sie vermag sich ebensowenig wie irgendeine andere Partei

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und wären es selbst die Kommunisten!- über

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Die reichsgefeglichen Bindungen hinwegzusehen. Der neue Reichstag entscheidet über das Schidial Berlins, über seine Steuerpolitit Bis dahin wird die Sozialdemokratpie im Rathause mie bisher alles daranjezen, um die Interessen der arbeitenden Bevölkerung Berlins gegen die Ause beutungsversuche großtapitalistischer Parteien und gegen die fommunistische Ratastrophenpolitif zu schützen.

Das Waffer des Müggelseewertes. Ein Sachverständigengutachten.

Die in Berlin vor einiger Zeit laut gewordenen Klagen über Chlorgefchmad des vom Wasserwert Müggelfee gelieferten Trintwassers sind für Professor Dr. H. Bruns vom Gelsen­firchener Institut für Hygiene und Batteriologie ein Anlaß gewesen, die Anlagen dieses Werkes eingehend zu besichtigen und das Wasser zu untersuchen. Er hat das aus eigenem Antrieb getan, weil auch in Wasserwerken des Ruhrgebietes in den letzten Jahrzehnten die­selben Beobachtungen seine Aufmerksamkeit erregten. Die Ergebnisse hat Professor Bruns in einem Gutachten zusammengefaßt, das im Drud vorliegt. Er kommt zu einem Urteil, das für das Berliner Wasserwert durchaus günstig ist.

Das Wasserwerf Müggelfee entnimmt das. Trinkwasser hauptsächlich durch Tiefbrunnen aus dem Grundwasser, mischt aber im Bedarfsfall noch Oberflächenmasser bazu, das aus dem Müggelsee entnommen und gefiltert wird. Erst seit dem Herbste 1926 ist versuchtsweise die Chlorung des Oberflächenwassers durch geführt worden, die als weitere Borsichtsmaßregel zur Entfeimung des Waffers dienen fall. Professor Bruns ist der Ansicht, daß ohne dies der Müggelsee mit acht Millionen Quadratmeter Oberfläche und etwa vierzig Millionen Kubikmeter Wasserinhalt ein außer gewöhnlich reines Wasser liefert, meil an dem Spreelauf oberhalb des Müggelfees teine großen Städte liegen und der Groß­schiffahrtsverkehr von der Oder nach Berlin nicht mehr durch den Müggelfee geht. Der Reimgehalt des Müggelseewassers sei so gering, wie man ihn nur in Irintwaffertaliperren beobachtet, deren Niederschlagsgebiet hygienisch nahezu gänzlich ein­wandfrei ist. Er betont, daß im übrigen die dem Müggelseemert zur Verfügung stehenden ausgedehnten Filteranlagen eine weitestgehende Entteimung des Baffers gewährleisten. Bei der Anlage und dem Betrieb des Wertes Müggelfee feien alle An­forderungen erfüllt, die man vom hygienischen Standpunkt aus an ein derartiges Werk zu stellen habe.

Zu dem Chlorgeschmad, den er in Berlin Ende Novem ber 1927 prüfte, bemert Bruns, im Ruhrgebiet fei so etwas in

in Berlin ) sich in evangelisch- tir hlichen Gemeindeblättern über den Millionenbau dieser Bolksschule entrüstet hatte. Es lohnt sich, diefen Herrn und sein Geschreibe sich einmal genauer anzusehen: In seinem zweigen bes Staates und der Städte tu man fo, als gäbe es in Beitrag heißt es unter anderem: Bei der evangelischen Kirche wird überall gespart. In vielen Verwaltungs Deutschland keine Not. Ein einziges Beispiel: Es wird in Schlachtenfee ein neues Bolksschulgebäude eingeweiht. Es ist ein reizender Bau. Nur eben die Kosten betragen nahezu eine Million. Nun entsteht die Frage: Kann ein Bolt, das eben einen Krieg ver­loren hat, sich solche Gebäude leisten? Wenn die Stadt eine Mil­lion für eine Volksschule auf den Tish legt, dann macht niemand Schwierigkeiten.

Wie liegen oder lagen nun die Berhältnisse in Wi: flichkeit? In dem zum 10. Berliner Verwaltungsbezir? Behlen dorf gehörenden Ortsteil Schlachtensee nebst Zehlendorf - West be stand seit vielen Jahren eine große Schulfalamität. Bor etwa zwei Jahren erstanden sowohl an der Potsdamer Chauffee als auch an der Wannseestraße zwei riesige Siedlungen, die hauptsächlich von mittleren und unteren Beamten bezogen wurden, meist Fo milien, die weder dem Katholizismus noch dem Atheismus, wohl aber der evangelischen Kirche nahestehen. Und nun mußte mit größter Beschleunigung endlich der längst fällige Schulhausbau be­gonnen werden. Während die in größten Ausmaßen gebaute jogenannte Südschule von Zehlendorf , eine Volksschule, aber ohne Aula, vor dem Krieg bereits 650 000 m. gekostet hat, foftete die Shlachtenseer Volksschule, troßdem sich die Bautosten gegen früher um 70 Broz. verteuert haben, ausschließlich der Inneneinrichtung mur 760 000 m. Die angeblich sparlame evangelische Kirche hingegen hat in der Hauptstraße in Zehlendorf , in teuerster Gegend, ein Grundstück zum Bau eines Gemeindehauses gekauft. Man schätzt den Breis pro Quadratmeter auf 50 bis 70 M. Das fürzlich eingeweihte evangelische Gemeindehaus in Dahlem ist mit besonders großem In Schlachtensee am Dubrom Komfort ausgestattet. Privathaus plazhat die evangelische Kirche ein getauft, das bestimmt auch seine 70 000 m. tosten wird. In anniee hat sie ein neu erbautes Gemeindehaus. Auch in Mitolassee ist ein Grundstück zum Bau eines Gemeinde. Und in Zehlendorf hat der evan­haufes erworben worden. gelische Vertreter dessen, der vor bald zweitausend Jahren nicht wußte, wo er fein Haupt betten sollte, an einer Sechszimmermiet wohnung so wenig genug, daß die Kirchengemeinde eine eigene Billa für rund 75 000 m. erwerben mußte. Wenn die evangelische Kirche sich allein in diesem Bezirk Gemeindehäuser, Grundstücke, Häuser und Billen erwerben kann, dann verfügt sie über weit mehr Mittel, als die Deffentlichkeit ahnt.

Unentgeltliche Sportberatung im Bezirk Wedding. Im neuen Jahr hat das Bezirksamt Wedding ( Gesundheitsamt) eine sport­ärztliche Beratungsstelle eingerichtet, die sowohl den Sportorganisationen wie jedem in der Bevölkerung unentgelt. lich zur Verfügung steht. Die Sprechstunden finden in der Volts. schule, Anton str. 36/41. ftatt. und zwar für Männer Dienstag abends von 8-9 Uhr und für Frauen Mittwoch abends von 7-8 Uhr. Als Sportärzte find Dr. Dienemann und Frau Dr. Reinhold in der Beratungsstelle tätig.

In dieser Woche Schluß unseres beispiellos billigen

INVENTUR - AUSVERKAUFS

Einige Beispiele:

Herren- Ulster

Gestreifte Herrenhosen roze von Breeches

3.60 an

von

5.20 an

Herren- Oberhemden aus Panamastoff, mit Klapp­manschetten und Kragen

2.90

. von

15.- an

Winter- Ulster, In besseren Qualitäten

Herren- Sportanzüge

von

19.50 an

· von

45- an

Herren- Ledersportjacken

von

59 an

Herren- Oberhemden aus Zephirstoffen, mit Klapp­manschetten und Kragen

3.70

Winter- Paletots, mit Samtkragen

.> von

38.- an

Damen- Ledersportjacken

von 74.- an

Herren- Frühjahrsmäntel

von

21.- an

Chauffeur- Anzüge

von

Damen- Wintermäntel

von

6.50 an

Chauffeur- Pelze

von

25 an 96.- an

Frühjahrs- u. Uebergangsmäntel f. Damen. von

6.50 an

Damen- Pelzjacken

VON

48

an

Damen- Pelzmäntel T

Torej Von

89.

an

Manchester - Anzüge für Herren Manchester - Anzüge für Knaben 1/2

24­

Herren- Oberhemden mit eleganten Einsätzen, weiß und farbig, mit Klappmansch. und Kragen. Herren- Hemden, mit Doppelbrust. Gr. 4.. Herren- Unterhosen m. Ueberschl., normalart., Gr. 4 Herren- Unterhosen, Futtertrikot

3.90

1.80

1.20

1.40

1.20

5.90

Damen- Ueberziehwesten, reine Wolle

1.90

Herren- Sportpelze.

von

98.

an

Herren- Gehpelze

von

152- an

Herren- Windjacken

1010

von

6.50 an

Strickwesten, reine Wolle. für Damen und Herren, viele Farben

4.­

Einsegnungs- Anzüge 38/42

von

22 an

Männer- Unterwesten, gestrickt, braun

2.95

Herren- Winterjoppen

von

12.50 an

Prüfungs- Anzüge

von

17.­

an

Herren- Pelzjoppen

von

79.- an

Knaben- Anzüge

von

5.50 an

Damen- Schlüpfer, in hellen, zarten Farben.1.7.1 Kinder- Hemdhosen, grau, Futtertrikot

0.75

1.10

Knaben- Mäntel für Dreijährige

von

10.- an

Trenchs- Coats für Herren

von

39.- an

Gummimäntel von 10.- an, f. Damen von Trenchs- Coats für Damen

9.50 an

von

30. an

Jackett- Anzüge

Stoffe meterweise

von 17. an

Smoking- Anzüge Frack- Anzüge

Gesellschaftskleidung

Tanz- Anzüge

von 65.- an von 59.- an von 43 an

Knaben- Pyjacks, f. Zwei- b. Dreijährige von Knaben- Schulhosen, Gr. 0/6

Reste zu Knockoutpreisen

Anzugstolfe. Aachener Kammgarn, moderne Dessins, ca. 150 cm breit

In allen Abtellun en. auch nach Maß, sind alle Qualitäten bedeutend im Preise herabgesetzt

nur

11.75

BAER SOHN Chausseestraße 29-30

Untergrundbahn: Stettiner Bahnhof

von

4.75 an 1.50 an

Bettlaken, weiß Molton mit bunten Kanten Bettbezüge aus gutem weißen Linon, Garnitur 1 Deckbett und 2 Kopfkissen

2.40

8.75

Bettbezüge aus gutem Wäschestoff, 1 Kopfkissen reich bestickt, Garn. 1 Deckbett u. 2 Kopfkissen Bettbezüge aus gutem Dimity, Garnitur 1 Ober­bett und 2 Kopfkissen

7.95

10.50

12.­

Lakenstoffe, Haustuch, erprobte Qualität. 140 cm breit. Meter

1.40

Kaffeedecke, kariert. künstlerischer Geschmack. Handtücher, weiß, unges.. 100 cm lang, gute Qual. Bademäntel in eleganter Ausführung:

0.95

0.50