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Dienstag bai

31. Januar 1928

Unterhaltung und Wissen

Die dünne Stelle.

Bon Haffe Zetterström.

Bor ein paar Tagen betrat ich einen Fristersalon, um mir das Haar schneiden zu lassen. Ich nahm auf einen freien Stuhl Play, und der Friseur, ein junger Mann mit mittelblödem Aussehen, sagte sein übliches:

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Nach den Angaben der Kommissariate für Justiz und Gesundheit| und der Miliz der Ukraine berichtet die Prawda" vom 12. Januar folgerdes: In den lezten drei Jahren hat die Miliz mehr als 290 000 Strafanzeigen gemacht und 81000 Destillierapparate tonfisziert. Die Menge des zur Beschlagnahme gelangenden Fusels wächst von Jahr zu Jahr. Im Jahre 1924/25 wurden etwa 128 500 Liter, im Jahre 1925/26 147 500 Liter und im vorigen Jahre über 170 000 Liter beschlagnahmt. Die Angaben der Miliz laffen auf eine gewiffe Ronzentration in der Schnapsproduktion schließen. Vor drei Jahren tamen auf einen tonfiszierten Apparat 3,7 Liter, Nein," sagte ich, Ropf abreißen." Denn warum soll man 1925/26 5,9 Liter und im vorigen Jahre 8,5 Liter Schnaps. Aehn. banal sein. liche Feststellungen find für das ganze Gebiet der Sowjetunion ge­macht worden. Mit der Zunahme der privaten Branntweinproduktion stieg auch die Zahl der friminellen Berbrechen. In der ersten Hälfte des Jahres 1926 find in ländlichen Gebieten 28 942 Strafanträge gestellt worden, in der zweiten Hälfte desfelben Jahres 67 202 und im ersten Halbjahr 1927 76 762.

Haarschneiden?"

Der Friseur überhörte meine Antwort, denn er fuhr fort: Wie wünschen Sie es?"

Es ist ein gutmütiger Junge, dachte ich, und ziemlich heiß hier, mir wollen ihn nicht unnötig reizen. Und so antwortete ich: Bitte, hinten halblang, im übrigen nur die Spitzen abschneiden. Den Scheitel rechts."

Der Friseur kämmt mir das Haar herunter, wie sie es immer tun, ehe sie im Ernst anfangen, und dann sagte er:

Es fängt an, da oben ein bißchen schwach zu werden." Damit meinte er das Haar, hoffe ich.

Ich erhob mich sofort aus dem Stuhl, legte den Frisiermantel ab, entfernte die Serviette, die mir in den Kragen geftedt war, legte alles auf den Stuhl und ging auf die Tür zu.

,, Wünschen Sie nicht Haarschneiden?" rief der mittelblöde Friseur hinter mir her.

Nein," erwiderte ich, ich wünsche fein Haarschneiden in diesem Geschäft. Ich werde Ihnen fagen weshalb. Während der letzten zehn Jahre hat mir bis jetzt jeder Friseur gesagt, daß es anfängt, da oben ein bißchen schwach zu werden. Es ist dumm und unpraktisch, wenn ein Friseur so was fagt. Es gibt nichts, worin ein Mann empfindlicher ist als mit seinem Haar. Ein Mann, der anfängt fahl. föpfig zu werden, ist ein empfindlicher Mensch. Wenn man von Haaren sprechen will, dann geht er schnell auf ein anderes Thema über, und dumme Witze über Mondschein machen ihn melancholisch und bringen ihn dazu, abends früh nach Hause zu gehen und an das beginnende Alter zu denken. Ich habe dieses ewige: Es fängt da oben an, ein bißchen schwach zu werden", satt. Ich werde mir von jetzt an felber das Haar schneiden oder es meine Frau tun laffen. Sie ist eine rücksichtsvolle Frau. Guten Tag."

Der Kampf der Sowjetbehörden gegen die privaten Schnaps­brennereien soll nun mit den schärfsten Maßnahmen hohe Geld strafen, 3wangsarbeit geführt werden. Den Beamten, die sich in diesem Kampfe bewähren, sollen Prämiensummen ausbezahlt werden. Wir bezweifeln, daß diese behördlichen Zwangsmaßnahmen Erfolg haben werden. Selbst die Sowjetpresse äußert Bedenken. Der Drang der ruffischen Landbevölkerung nach Betäubung ist nicht zuletzt eine Auswirkung der Unzufriedenheit, die aus der unzulänglichen Befriedigung notwendiger Lebensbedürfnisse entspringt Der ruffische Bauer tann vielfach für fein Geld nicht die notwendigen Industrie­produkte faufen. In allen Landbezirken flagt die Bevölkerung leb­haft über den Mangel an Industrieprodukten.

Die Eindämmung des Alkoholismus hängt wesentlich davon ab, wie weit es der Sowjetregierung gelingt, die wirtschaftliche und fulturelle Lage breiter Boltsmaffen zu heben.

Karl Bleibtreu gestorben.

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Beilage des Borwärts

zunge", dann trat er für die moderne Dichtung ein. Im Jahre 1885 erschien seine Revolution der Literatur", und an diesen Band schließt sich die Reihe seiner literarurfritischen, populärphilosophischen und dichterischen Schriften an. Bleibtreu war immer nur Anreger, temperamentvoller Kämpfer, meniger Dichter. Seinen Dramen Lord Byron ", Harold" oder Napoleon Bonaparte " blieb der Erfolg derfagt, auch seine Schlachtendichtungen, die den deutsch­franzöfifchen Krieg behandeln, find bald vergessen worden trotz des Auffehens, das sie bei ihrem Erscheinen erregten. Ueberblickt man heute das Gesamtwert Bleibtreus, so ist man erstaunt über die Mannigfaltigkeit der Interessen und über die Fülle des Stoffes, und man fragt sich bestürzt, warum wurde dieser Mann so früh vergessen? Heute hat man Distanz gewonnen, heute versteht man nicht mehr bie temperamentvolle Stellungnahme von Kritikern und Literaten dem Schriftsteller Bleibtreu gegenüber, die ihm den arroganten Ton in seinen Schriften nicht verzeihen konnten. Karl Bleibtreu ist gestorben, ein Vorfämpfer der naturalistischen Dichtung, ein Anreger aber fein Erfüller, fein Meister der Form, ein zu unruhiger, stürmender Geist, um einem Wert eine endgültige Ge staltung geben zu tönnen und doch einer der wenigen, die damals, Dor vierzig Jahren, die Notwendigkeit und Entwicklung der deutschen Dichtung flar erkannten. Es starb ein fast Bergessener.

Sonnenbäder in englischen Kohlengruben. Von allen Arbeitern find bekanntlich die Bergarbeiter jene, die ihre ganze Arbeitszeit unter der Erde verbringen und infolgedelsen tagaus, tagein der wohltätigen Kraft des Sonnenlichtes entbehren müssen. Und wie sie selbst unter dieser Lichtentziehung seelisch und förperlich leiden, so sehen sie auch die Entwicklung ihrer Kinder, die oft schon in frühen Jahren den harten Beruf ihres Vaters ergreifen, durch diese ständige Arbeit im Dunkeln gehemmt und gehindert. Um nun diesen unter Tag arbeitenden Menschen die Segnungen des Lichtes zu­tommen zu lassen, hat sich im vergangenen Jahre in England eine Gesellschaft gebildet, die zunächst alle jugendlichen Arbeiter, deren Körper durch den ständigen Aufenthalt in der Dunkelheit besonders gelitten hatten, zur Erholung in die Bergtäler der Schweiz sandte. Aber damit allein betrachtete sie ihre Aufgabe noh nicht als erfüllt. Es sollten alle Arbeiter, niht nur die jugendlichen, die stärkende und belebende Kraft des Sonnenlichtes an sich erfahren, und so wur­den in jedem Schacht fünftliche Sonnenbäder eingerichtet, um allen die segensreichen Wirkungen der ultravioletten Strahlen zugänglich zu machen. Das erste dieser Sonnenbäder wurde in der Grube Sherwood bei Mansfield in der Grafschaft Nottingham eingerichtet, und die Grubenleitung überwacht persönlich aufs genaueste alle Ein­zelheiten und sorgt dafür, daß dieſe Strahlen gleichmäßig auf alle ent- werden. diesen stets Arzt zugegen, der die Pflicht hat, darüber zu wachen, daß die Bäder ftreng nach ärztlichen Vorschriften genommen werden. Sollte sich diese Einrichtung bewähren, so will die Gesellschaft noch einen Schritt weiter gehen und außer den Arbeitern auch den vom Licht abgefchloffenen Tieren, besonders den Pferden, die Wohltat des Lichtes durch einen fürzeren oder längeren Aufenthalt im Bereich der ultravioletten Strahlen zuführen.

Aus Locarno tommt die Meldung, daß Karl Bleibtreu gestern nachmittag im Alter von 69 Jahren einem Herzschlag erlegen ist. Man fragt sich, wer ist dieser Mann? Und dann erinnert man sich, daß Karl Bleibtreu vor vierzig Jahren mit Gerhart Hauptmann , mit Arno Holz und Johannes Schlaf , mit den Brüdern Hart und mit Michael Georg Conrad in der ersten Reihe der Kämpfer stand, die in Deutschland für den Naturalismus eintraten; die Zola , Maupassant und Flaubert , die Ibsen, Tolstoi und Dostojewsti gegen

Ich hatte gerade meinen Hut genommen, als der Oberfriseur, Ronversationsstid von Blumenthals und Zinbaus Gnaben bat der, den der Frisiersalon gehörte, an mich herantrat, mir den Hutschieden Front machten. Eine Generation, die andere Kunstideale wieder wegnahm und in bestimmtem Ton sagte:

Ich bitte um Entschuldigung wegen des Gehilfen, ich fann und werde Sie so schneiden, wie Sie es wünschen.

Mit sanfter Gewalt führte er mich wieder an den Stuhl zurück, zog mir den Mantel an, steďte mir die Serviette hinter den Kragen und fagte, indem er mir das Haar herunterfämmte:

Ich hätte einen gröberen Kamm nehmen sollen. Dieser ist reichlich fein für dichtes Haar."

Ich sah in den Spiegel und merthe, daß ich lächelte. Sollen die Boden natürlich fallen, so wie jetzt? Sie mellen lich so hübsch auf dem Kopf."

Ich antwortete nichts, aber ich empfand ein gewiffes Wohlbe hagen

verfolgt und die Krieg, Revolution und Inflation erlebt hat, vergißt fo schnell, vor allem, wenn es sich um einen Menschen handelt, der eher Kritiker als schaffender Künstler war.

Karl Bleibtreu wurde am 31. Januar 1859 in Berlin als Sohn des Schlachtenmalers Georg Bleibtreu geboren. Zuerst betätigte er fich als Germanist und dichtete ein Epos Gunnlaug Schlangen

Es ist zu mertwürdig," sagte der Friseur, während er schnitt wie dices und startes Haar immer weich und blant with ohne o Fett Cs ist schon lange her, daß ich solches Haar wie dieses hier getämmt habe."

Mein Haar fängt an, ein kleines bißchen dünner zu werben," fagte ich vorsichtig. 11-2139

Es tommt einem oft so vor," sagte der Mann. Es tommt einem selber so vor. Das ist aber eine Art optischer Täuschung. Tat fächlich ist Ihr Haar dicht und start, aber jedes einzelne Haar ist dünn und fein, und das macht, daß man leicht das ganze Haar für dünn hält. Ein Haar, bei dem die einzelnen Haare did find wie Schnürsenkel, ist immer und muß immer dünn sein. Ein an fich dünnes Haar ist immer dick."

Das Haarschneiden war beendet, er bürstete mich ab, und ich fagte, während ich bezahlte:

Sie sind ein ausgezeichneter Friseur. Ich werde öfter her tommen. Aber Sie müssen es distreter machen. Das mit der optischen Täuschung war ein bißchen zu deutlich. Man muß ftets den Mittelweg halten."

Aber der mittelblöde Gehilfe stand da und lachte vor sich hin. Ich habe es im Spiegel gefehen, als ich mich an der Tür umbrehte.

( Berechtigte Ueberlegung von A. Avenstrup und E. Treitel.)

Der ruffische Schnapsteufel. Aus zahlreichen Berichten der russischen Preffe geht hervor, daß der Schnapstonsum in Sowjetrußland in stärkstem Maße steigt und Formen angenommen hat, die eine schwere Schädigung der Bolts­gesundheit bedeuten. Es ist vor allen Dingen die private Schnapsbrennerei, die ein gewaltiges Ausmaß erreicht hat. Millionen Bud Getreide werden in Fusel umgewandelt. Nach den Angaben des Staatlichen Instituts für soziale Hygiene verbraucht die Landbevölkerung der Sowjetunion in drei Monaten 89 Millionen Flaschen Schnaps, der in privaten Haushaltungen felbft gebrannt wird. Berfolgt man die Alarmmeldungen, die die Sowjetpresse aus einzelnen Gegenden des großen Rußland veröffentlicht, so hat man das Gefühl, daß das Saufen zu einer epidemischen Krankheit des riffischen Landvolles geworden ist.

Nach der neuen Berordnung, die jede private Schnapsbrenneret verbietet, auch wenn sie nicht dem Berkauf, sondern dem perfön­lichen Verbrauch dient, hat unter anderem zu Haussuchungen geführt, deren Ergebnisse geradezu furchtbar sind. In den Dörfern des Uraler Gebietes ist eine große Verschuldung der Dorf­bevölkerung festzustellen. Die zu leistenben Steuern und Abgaben find nur zur Hälfte gedeckt. Bon einem einzigen Kreis steht z. B. noch eine Million Rubel aus. Aber der Schnapsfonfum hat großen Umfang angenommen. Im Betuchower Rayon werden in einem Jahre für 150 000 Rubel Erzeugnisse des Schnapsmonopols abgesetzt, aber fünfmal größer war der Konsum des selbstgebrannten Fusels. Es wurde errechnet, daß an Feiertagen im Durchschnitt brei Eimer Schnaps auf ein Gehöft tommen. Brawda vom 15. Januar weiter mitteilt, ift in einzelnen Bezirfen Wie die Moskauer die private Schnapsbrennerei zu einer Art Industriezweig ge­worden Hier hat die Technit eine bedeutende Höhe erreicht, 500 Cimer Fufel werden in einem Gang produziert. Erfchreckende Berichte tommnen auch aus Sibirien . Im Kreise Kamenft find in zwei bis drei Tagen etwa 400 Selbst­brenner festgestellt worden. Im Tomster Rayon wurde fchäzungsweise Getreide im Berte von 50 000 Rubeln in Schnaps

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umgewandelt.

Im Gouvernement Tambo w ist in den Weihnachtstagen allein etwa eine halbe Million Bud Getreide zur Schnapserzeugung permanbt morben( Brawda vom 20. Januar 1928)

Wunder der Technit.

Der Staudamm von Mafwar.- Moderner Riefentunnel in New York .

Aegyptenreifende sind meist Bergnügungs- und Erholungs.

reifenbe. Sie bringen nur selten im Süden weiter in das Land vor, als höchstens bis Affuan, denn in Schellal hört die ägyptische Eisen­bahn überhaupt auf. Wer dann weiter will, der muß auf dem Mildampfer bis Wadi- Halfa fahren, der ersten Station der sudanefi­fchen Bahn. Und doch sollte man die fleinen Unbequemlichkeiten der Reise bis Khartum auf sich nehmen, denn die Engländer haben hier tatsächlich Vorbildliches geschaffen was Straßenbau und Ber fehrswege anbetrifft, und Khartum ist unter ihrer Herrschaft zu einer ganz modernen unafrikanischen Stadt geworden. Man schreitet über den althistorischen Boden, auf dem der Mahdi feine Kämpfe ausgefochten hat. Wer einmal hier ist und in Khartum selbst die raftlofe Kulturarbeit der Engländer bewundert, die breiten, schön gepflegten Straßen durchschreitet, dem wird es ein Bedürfnis fein, noch einige hundert Kilometer weiter ins Land zu bringen, um das Werk zu sehen, das den Höhepunkt moderner Kulturarbeit im Lande Der Byramiden darstellt, die Riefentalsperre von Mat. war. Und wohl jedem, der vor dem Wunderwerke neuester Technik steht, wird es einleuchten, daß die politische Bedeutung des Stau­dammes noch weit überragender ist, als seine wirtschaftliche. Denn mit der Talsperre von Matwar hat England den Schlüffel zu egypten in der Hand. Wenn sich auf Englands Befehl die riesigen Schleusentore des Stauwerkes schließen, dann ist Aegypten im

Sommer ein dem Verderben preisgegebenes Land.

Bon Khartum gelangt man zunächst nach Sennar , das 225 Kilometer davon entfernt liegt und weitere 10 Kilometer davon liegt Malwar, einst ein unbekanntes Eingeborenendorf, heute eine fleine, nette Stadt, von fast europäisch anmutendem Aussehen. Hier ist die Gezirah Irrigation , die technische Leitung der ge­waltigen Bewässerungsanlage.

Die Höhe des Staudammes, der um etwa 10 bis 12 meter die von etwa 30 Meter Tiefe ausgefchachtet werden, bis man auf den

h.

Lange Jahre mühseliger Berechnungen und Intensivster Arbeit fanden mit der Bollendung des Hollandtunnels in New York ihren erfolgreichen Abschluß. Die Gesamtlänge dieses Riefentunnels, über dem die Wellen des Hudsons rauscher, beträgt 2819 Meter, also nicht viel weniger als 3 Rilometer. Er verbindet New York mit Jersey City . Der eigentliche Unterwafferteil des Tunnels iſt 1669 Meter lang, die Distanz zwischen den beiden Lüftungsschächten, die noch von den Waffern des Flusses umspült werden, beträgt 1028,40. Schon diese Zahlen beweisen den unerhörten Koloffalbau des Tun­nels. Es bestehen wohl auch anderwärts in New York Unterwasser­tunnel. Wir haben auch in Hamburg die gewaltige Untertunnelung des Hafens, doch farm fich teines der erwähnten Bauwerke auch nur im entferntesten mit der Hudsonuntertunneling messen.

Jede Fahrtrichtung des Hollandtunnels hat zwei Fahrbahnen: eine für die schnelleren Fahrzerge, wie Personenkraftwagen, Motor­räder usw., die andere für Pferdefuhrwerke und schwerbeladene Straftwagenfahrzeuge. Die 20 Fuß breite Fahrbahn erlaubt es, daß beide Arten Fahrzeuge ohne Shwierigkeit aneinander vorbeifahren können, und die Höhe des Tunnels, welche 4,74 meter beträgt, er­laubt auch hochbeladenen Möbelfahrzeugen das Passieren. Durch die Trennung der beiden Fahrtrichtungen ist eine Kollisionsgefahr so gut wie ausgeschlossen und die Aus- und Einfahrt der Tunnelbahnen ist absichtlich auseinandergelegt, um Verkehrsstockungen zu ver­

meiden.

Das schwierigste Problem sahen die Erbauer in der Ventilation des Tunnels. Für unterirdische Wege in diesem Ausmaße standen feine Beispiele zur Verfügung. Man hatte weder die Erfahrung noch die wissenschaftliche Forschung zur Seite. Es handelte sich außerdem nicht nur um die Zuführung frischer Luft, sondern auý um die Ableitung der verbrauchten Luftmassen und der Motorgaje. Ein überaus fompliziertes System der Ventilation wurde geschaffen Wafferfläche überragt, beträgt 39 Meter. Es mußte eine Baugrube und die Ergebnisse unter Verwendung von Rauchbomben geprüft. Der röhrenförmige Bau der Tuben ist in drei Teile getrennt. Den mit der Erde verwachsenen Fels stieß, der geeignet war, ein Begrößten Teil, das ziegelförmige Mittelstück, nehmen die Fahr wicht von 1 Million Tonnen zu tragen. Tag und Nacht wurde hier bahnen ein, durch den oberen Kreisschnitt wird die verbrauchte Luft gearbeitet und 90 000 Menschen widmeten ihre volle Arbeitskraft abgejagen, durch den unteren die frische Luft zugeführt. Riesen­dem Bau der Talsperre. Die mächtigen Steinquader sind unendlich fein ineinander gefügt. So erstand auf dem ausgetrockneten Boden turbinen und Bumpen sind in den Ein- und Ausganggebäuden Aegyptens , hinter den Mauern des Staudammes plöglich ein See, ber dreimal so groß ist wie der Genser See, und das ihn umgebende Band in blühende, fruchtbare Erde umwandelte.

Die Dammfrone, die eine Breite von 7 Meter hat, kann man

in ihrer vollen Länge von 90 Kilometer im bequemen Kraftwagen wie eine schön gepflegte Straße befahren. Das Auge sieht dabei Nebenkanäle und wieder abzweigenden Feldkanäle mit Schleusen über das verzweigte Meß der das Land durchziehenden Kanäle und und Regulatoren.

Schon wenn dieser gewaltige Staudamm bei uns stände, würde er das gewaltigste Aufsehen erregen. Aber dort im wasserarmen Boden des Subans, unter den fengenden Strahlen einer glühenden Tropensonne, inmitten der Wüste, dort wirkt er als modernes Welt wunder neben den Pyramiden, gewaltig und zauberhaft zugleich.

Nur wer das Land durchreift, vermag die Magie der modernen Technit begreifen, die dem Wüstenboden Blumen gab und dem Ein geborenen den Anbau von Kulturpflanzen ermöglichte.

untergebracht.

Der Bater des New- York- Nem- Derfen- Tunnels ist der In­wertes nicht mehr beobachten fönnen, da er am 27. Oftober 1926 starb. Man hat behauptet, der Kampf mit den Elementen habe ihn dahingerafft. Tatsache ist, daß der Bau des Tunnels viele Todes­Erzeugnis menschli her Baukunst den Namen dessen gegeben hat, opfer, darunter mehrere Ingenieure, gefordert hat. Aber es ist nur recht und billig, daß man diesem gewaltigsten der den tühnen Plan faßte und umbeirrt bis zu seinem Tode durh geführt hat. Die Bautoften machen den Riesenbetrag vor 46 000 000 Dollar aus. Man rechnet mit einem stündlichen Verkehr von 3800 Fahrzeugen. Die Beleuchtung ist jo angebracht, daß sie die Fahr­bahn indirekt beleuchtet und nicht blendet.

genieur Clifford M. Holland. Er hat die Bollendung seines Lebens

Der Bau einer ähnlichen Unterführung wird in diesen Tagen projektiert. Man hofft mit den Erfahrungen beim Bau des Holland . Tunnels mandhe Schwierigkeiten zu nermeiden.