Nr. 69 45. Jahrgang
2. Beilage des Vorwärts
Agrarfrise und Preußenkaffe.
Der neue Leiter der Preußenkaffe entwickelt sein Programm.
gezogen werden.
Freitag, 10. Februar 1928
fämpfte Firma weiterhin zu dem erhöhten Abnahmepreis vers sorgen. Außerdem wurde von den Dietersheimer Bauern eine Liefersperre gegen die Firma Sturm verlangt, wenn die Firma ihren Berkaufspreis nicht wieder auf 30 Pf. für den Liter herauffeßt. Die Folge war bei allen Bauern, die an den organisierten Milchgroßhandel liefern, eine große Erregung, und ein Ausfluß dieser Erregung waren Drohungen gegen jene Bauern, die die dem der Art, daß ihre Anwesen in Brand gestedt werden. Die Münchener Post" druckt einen dieser Briefe ab, der folgenden Wortlaut hat:
,, An den Ortsvorsteher in Lohhof!
Gestern hat sich Rehtsanwalt Dr. Mepper, der neue fommiffa| in den Zusammenbruch nicht mehr zu halte der Wirtschaften hinein Großhandel unerwünschte Konkurrenz beliefern, und zwar gleich rische Leiter der Preußischen Zentralgenossenschaftstaffe, der Deffen. fichkeit in einer Pressebesprechung vorgestellt. Su Unrecht haben interessierte Kreise die Umstellung der Breußentasse als eine par teipolitische Maßnahme dargestellt. Die von Dr. Klepper gegebenen programmatischen Darlegungen erbrachten den Beweis, daß der personelle und fachli he Bardel in der Politik der Preußenfasse lanen historischen Notwendigkeiten entspricht, die fich aus dem Eintritt einer finanziellen Agrarfrise und aus dem Broang, sie zu überwinden, von selbst ergeben.
Rückschauend bemerfte Klepper, daß schon die ebenso reichliche als plötzliche Kreditgewährung an die Landwirts haft im Jahre 1924, nachdem die Substanz der Landwirtschaft zweifellos aus der In flation intatt hervorgegangen war, den ersten Anstoß zur heutigen Agrarfrije geben mußte. Die Intensivierungsparole wurde mit neuen Krediten weitgehend befolgt und die Steigerung des Bruttoertrages unter dem Zeichen einer gegen die Landwirtschaft gerichte tea Breisschere versucht, bis sich in den letzten Monaten des Jahres 1927 nach der Erschöpfung des inländischen Stapitalmarktes die gegenwärtige Zusammenbruchsgefahr, besonders von großen Betrieben, damit auch die Gefährdung des Genossenschaftswesens, als ernstestes Krisenzeichen herausstellte.
Falsch sei die einfache Erweiterung der Kreditgewährung nach Den Rezept, daß diefe Kreditgewährung ja möglich fei, weil die heutige langfristige Bershuldung der Landwirtschaft nur erst etwa die Hälfte der Borkriegsverschuldung erreicht habe. Die Berschul,
Braktisch müffe zu diesem 3med die Kapitalbasis der Preußentasse erheblich erweitert werden und damit auch die Kapitalbasis der landwirtschaftlichen Genossenschaften Darüber werde von den zuständigen preußis hen Ministerien mit Reichsstellen verhandelt, die sich eventuell auch an der Preußenkasse be= teiligen würden. Für alle Zukunft sicherzustellen sei die Berück sihtigung betriebswirtschaftlicher und individualisierender Grundsäke bei der Kreditpolitit, die eine Durchsichtigmachung der Kreditgewährung, ihrer Zweckmäßigkeit und ihrer Erfolge gegenüber den Genossenschaften und den einzelnen Betrieben garantiert. 3u diesem Zweck habe sich die Preußentasse sofort eine
betriebswirtschaftliche Abteilung
angegliedert, die unter Mitwirkung der einzelnen Genossenschaften eine örtliche Betriebskontrolle und Wirtschaftsberatung sicherzustellen hat. Für die gefährdeten Gebiete, als welche Pommern , Branden burg , Schlesien , Mecklenburg , Ostpreußen angesehen werden, gewähren bereits ausgefandte Fragebogen den ersten Einblid. Die fredit gebenden Genossenschaften müssen in allen Fällen die Betriebsverhältnisse des Kreditnehmers tennen , mobei es infolge der bei den wenigen großbetrieblichen Mitgliedern von Genossenschaften gehäuften Kreditgefahren insbesondere auf die laufende Kontrolle und Beratung der Groß beiriebe ankommen wird. Organisatorische Maßnahmen innerhalb des Ge
Wenn Ihr die Milch weiter dem Sturm so billig gebt, der sie dann in der Stadt um 2 Pf. billiger verfauft und mir dadurch in der Landwirtschaft geschädigt werden, dann kann es fein, daß es bei Euch in der Nacht bald an ein paar Eden brennt."
Offenbar sind diese an Gemeingefährlichkeit nicht mehr zu überbietenden Drohungen durch die Politik des Milchgroßhandels verursacht. Der Milchgroßhandel hat sich nämlich vor der billigeren Konkurrenz beugen und in die allgemeine Preisherabsehung um 2 Pf. einwilligen müssen. Der Milchgroßhandel trägt aber nicht selbst den Verlust, sondern lastet ihn den ihm liefernden Bauern auf, um so mit den empörten Bauern den Kampf weiter treiben zu können.
Dieses bayerische Beispiel redet Bände: einmal darüber, wie in der Tat durch vernünftigere Organisation im Handel die Erzeugerpreise erhöht werden können und zum anderen darüber, wie bei den Verbrauchermassen durch billigere Belieferung Kauffraft für andere Zwecke freigemacht werden kann. Hoffentlich beschäftigen sich die besonderen für die Förderung der Milchwirtschaft im Reide eingerichteten Behörden mit den Lehren dieses Falles.
dung sei nach Größenflassen und Gebieten absolut verschieden. Biet. nossenschaftswesens müssen hinzutreten. Dabei seien der örtliche Gesunkene Kauffraft in Sowjetrußland.
mehr müsse geprüft werden, ob die Möglichkeiten der Rentabilisie rung so fntd, daß der Durchschnittss huldner Zinsen und Tilgung erwirtschaften fönne und ob bzw. wie die zu rettenden Betriebe das betrifft auch die Genossenschaften ihren Aufgaben gewachsen sein können.
-
-
Ausgleich und die örtliche Vereinheitlichung der Genossenschaftsarbeit nach einheitlichen Zweden wichtiger als der Zusammenschluß von Verbänden an der Spize. Auch durch Zusammenfassung und durch Beseitigung von Doppelarbeit muß das Ziel gefördert werden, daß die Genossenschaften längerfristigen Personalkredit zur Berfügung stellen fönnen, um vorerst Ruhe in der Entwicklung zu schaffen. Die Notwendigkeit, die Personalverschuldung endgültig zu bereinigen, um für neue Kredite fähig zu werden, läßt es nicht vermeiden, daß ein gepiffer Prozentsag von Gütern zum Umfallen tommt. Hier werden die Stübung des Gütermarktes und die Schaffung einer Aufnahmeorganisation zur Notwendigkeit.
Erste Voraussetzung jeder neuen freditpolitischen Maßnahme in der Landwirtschaft sei es, die lebensfähigen Betriebe von dem trifenhaften Druck der lebenufähigen Betriebe zu befreien. Dabei sei praktisch ohne eine Stügung des Gütermarktes, das heißt im praktischen Erfolg ohne eine Aufnahmeorganifa tion von zum Berkauf fommenden Gütern allerdings Sache| des Staates und nicht der Preußentafe nicht auszukommen. Bei Die Aktionsfähigkeit, das Berantwortli hkeitsbewußtsein und die der Umwandlung der Personal- in Realf hulden, die zweifellos weit- Beweglichkeit der Preußenfaffe zu erhöhen, diene die Absicht der gehend erfolgen müsse, habe die Preußische Zentralgenioffenschaftsbeteiligten Regierungsstellen durch ein Gefeß, ähnlich wie bei der fasse auch aktiv das Interesse der kreditgebenden Genossenschaften zu wahren und zu verhindern, daß bei Gewährung zweiter Hypothefen die Personalverschuldung neuerdings an eine schle htere Stelle rüdt. Es darf nicht dazu tommen, daß durch das genoffenschaftliche Brinzip der Haftfummen die gefunden und rettungsfähigen Betriebe
Wie das RWE. sich rechtfertigt.
Unwürdige Berdrehungen.
Mit welchen Mitteln bas Rheinisch- Westfälische Elektrizitätsmert feinen Elettrofampf im Saargebiet zu führen beliebt, zeigt deutlich eine Meldung, die es durch die„ DA3." verbreiten läßt. Die Saarland- Lothringen- Elettrizitäts- 2.- G., die Konkurrentin des RBE. im Saargebiet, eine Gesellschaft, die sich heute ausschließlich im Befize Don öffentlichen Körperschaften des Saargebietes befindet, wurde von der Stadt Saarbrücken im Borjahre lothringischen, b. h. französischen Interessenten, die sie nach dem Friedensvertrage er worben hatten, unter großen finanziellen Opfern abgetauft Der frühere Großaktionär hatte jedoch wider den Willen der jetzigen deutschen Besitzer mit seinen lothringischen Bergwertsunternehmungen einen Stromlieferungsvertrag abgeschlossen, der erst 1935 abläuft. Mit diesem Stromvertrag ist also die SLE. gegen den Willen ihrer jezigen Befizer belastet worden.
Daraus leitet nun das RWE. das Recht ab, die Konkurrenz mit der Behauptung öffentlich herabzusehen, daß bei ihr in Wirklichkeit fast die Hälfte Lothringischer, also franzöfifcher Rogle zur Verwendung gelange! Damit, daß es von Kohle, statt von Strom spricht, verdeckt es dem Leser, daß es sich hier um aufgezwungene Berpflichtungen handelt. Außerdem gibt es zwar formell richtig, aber tatsächlich unrichtig, den Anteil des Lothringi fchen Stromes mit faft der Hälfte des gesamten Stromabsages der SLE. an; denn nachdem die Fusion der SLE. mit den übrigen faarländischen Elektrizitätsgesellschaften als feststehende Tatsache betrachtet werden kann, darf man den Anteil des lothringischen Stromes am Gesamtablatz natürlich nicht mehr auf den bisherigen Strom absatz der kleinen SLE , sondern muß ihn auf den voraussichtlichen Gesamtabsatz des erweiterten Unternehmens beziehen, der so groß ist, daß der Lothringische Strom nicht etwa die Hälfte, sondern nur rund ein 3 wölftel des Gesamtabsages ausmacht.
Die Methoden des RME. stimmen, wie man sieht, mit ihrer Sonstigen Stellungnahme zu den Saarfragen überein. Verdrehungstünste und unfaires Borgehen scheinen bei diesem Unternehmen nachgerade typisch zu sein.
Ein zweiter Schwedentrust. Bereits 30 Proz. der Kugellager Weltproduktion vereinigt
Mit dem Namen Schweden trust" wird im allgemeinen Tar der schwedische Zündholztrust gekennzeichnet, der es verstanden hat, durch eine faft einzigartige Organisation sich nach und nach in fämtlichen Ländern festzusetzen. Weniger befannt, aber in feinen Bestrebungen ebenso großzügig ist der schwedische Rugellagertrust.
Reichsbant, die Präsidentschaft und das Direktorium von periodishen Neuwahlen abhängig zu machen. Bedenten hinsichtlich der Kreditfähigkeit und der endgültigen Liquid erhaltung der Breußentaffe feien durch das enge Berhältnis zum preußischen Staat illusorisch
G. K. F. Norma Stuttgart in der deutschen Kugellager Konvention( Kartell) spielte. Von der brutalen Bekämpfung der Kartellaußenseiter, dem Auftauf und der Stillegung ihrer Werke Lönnen die Belegschaften der Wittenauer Riebe Werte ein Lied fingen. Auch durch die Bertspionageaffäre bei der anderen Riebe- Fabrit in Weißenfee ist die G. K. F. Norma der weiteren Deffentlichkeit bekannt geworden.
•
Die schwedische Muttergesellschaft hat zur weiteren Ausdehnung mahrscheinlich die internationalen Kapitalmärkte nötig, denn fie versucht jetzt an den großen Auslandsbörsen, zunächst in London , ihre Aftten einzuführen. Der zu diesem 3wed veröffentlichte Prospett enthält einige sehr interessante Angaben über den Aufbau des Unternehmens. Das Kapital der im Jahre 1907 gegründeten Gesellschaft wurde bis 1919 bis zu der jegigen Stärke von rund 104 Millionen Mart erhöht. Der Betriebsaufbau geht von einem großen Erzminenbesih über Hochöfen und Gießerelen bis zur Kugellagerfabrikation und einer international ausgebauten Bertaufsorganisation. Die Belegschaften betrugen etwa 10 000 Mann. Schon im Jahre 1925 wurde der Umsatz mit faft 190 Millionen Mark beziffert und betrug 20 Broz. der Welt produktion. Jetzt soll der Anteil an der Weltproduktion bereits 30 Broz. betragen. Unter den Hauptauftraggebern wird auch die Deutsche Reichsbahn genannt.
Die schon sehr einflußreiche Stellung des Rugellagertrufts in der Weltproduktion wird die Gesellschaft zweifellos zu einen weiteren Ausbau ihrer Machtposition treiben. In Deutschland sind unter seiner Mitwirtung Kartellmaßnahmen gegen freie Berte er griffen worden, die eine glatte Berlegung des Kartellrechts dar stellten. Die Deffentlichkeit und besonders die Arbeiterschaft in den Stugellagerfabriken hat also allen Grund, den schwedischen Trust gewaltigen in Deutschland scharf auf die Finger zu sehen.
Um die niedrigen Erzeugerpreise der Bauern.
Unter den vielen Klagen der Landwirte ist eine, die trotz ihrer Berechtigung nur wenig Beachtung findet. Das ist die große Spanne zwischen dem Preis, den der Bauer für seine Produkte erhält und dem Preis, den der letzte Konsument für die landwirt schaftlichen Produkte bezahlen muß. Daß hierbei in der Tat der Swischenhandel höhere Preise an die Landwirte bezahlen tönnte bei gleichzeitig niedrigeren Preisen für die Verbraucher, und daß der Zwijgenhandel jeden Versuch in dieser Richtung beftia befämpft, dafür berichtet unser Münchener Blatt, die Münchener Bost", ein lehrreiches Beispiel
Danach hat sich in München unter dem Namen„ Landwirtschaft ficher Milchverkauf Sturm u. Co." eine Milchhandelsfirma auf getan, der es durch eine rationelle Betriebsorganisation nicht nur Die Schwedischen Kugellagerfabriken A.-G. so heißt der möglich war, den liefernden Bauern pro Liter 2 Viennig mehr Truft verfolgen in ihrer internationalen Ausdehnungspolitik die zu bezahlen, sondern auch den letzten Konsumenten um gleiche Methode wie der Zündholztrust. Sie gründen zunächst 2 Pfennig billiger zu beliefern. Um nicht weniger als eigene Fabriten im Auslande oder kaufen ausländische Werte auf| 4 Bf. wurde hier also die Zwischenhandelsspanne pro Liter Milch und versuchen nach und nach in der eng ſpezialisierten Stugellager. verringert. Der organisierte Milchgroßhandel hat daraufhin industrie der verschiedenen Länder maßgebenden Einfluß zu gewinnen. So befizt der Iruft jezt bereits in merita und allen größeren europäischen Ländern eigene Berte. In guter oder richtiger in schlechter Erinnerung ist noch die Stolle, bie bas in Deutschland arbeitende Schwedenwert, die
einmal die neue Firma, bann aber auch die dieser Firma fiefernden Milchbauern unter häriften Drud gefit Dem fiefernden Bauern murde gedroht, bak ganz allgemein ber jogenannte Rampen preis, das ift der Abnahmepreis für die Bouern, um 2 Bf. herabgelegt werden wird, wenn die Bauern aus Dietersheim bie be
Unzufriedene Bauernmaffen.
Im gegenwärtigen Rußland besteht nicht mehr das alte Verhältnis, wie es vor dem Kriege war, zwischen den industriellen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Das Mißverhältnis zwischen den Erzeugnissen der Stadt und des Landes die sogenannte Schere" ist eine der Ursachen der dumpfen Unzufriedenheit der Bauermmaile.
Ein anschauliches Bild über das Mißverhältnis zwischen den Breifen gibt eine vom Volkskommissariat für Handel veröffentlichte Tabelle, die die Preise für die wichtigsten industriellen Erzeugnisse, in Roggenrubel" ausgedrüdt, enthält.( Etonomitscheffoje Obofre nije", Nr. II, 1927.)
Für ein Pub Roggen erhielt der Bauer: 1909-13 1923-24 1924-25 1925-26 1926-27 Kattun( Meter).. Zucker( Pfund) Salz Pflanzenöl Labat Petroleum
Seife Räge!
3,8
0,7
1,6
1,7
1,4
5,8
1,4
3,0
3,5
2,7
73,0
12,3
27,8
33,2
26,8
5,0
2,0
4,0
3,6
2,4
2,6
0,5
1,6
1,7
1.2
16,6
7,5
16,6
18,3
13,8
"
6,5
2,0
3,9
4,7
3,2
9,7
2,2
4,4
5,2
4,4
7,3
2,2
4,5
6,0
4,6
Bündhölzer( Balete)
Diese Tabelle zeigt mit aller Deutlichkeit, daß das für die Bauernschaft bis zum Jahre 1925/26 ungünstige Preisverhältnis sich ziemlich rasch gebessert hat; im Jahre 1926/27 begann sich jedoch die „ Schere" wieder start zu erweitern, und das Mißverhältnis wird immer größer.
Dieser Umstand ist eine der Ursachen des Rüdgangs der Getreidebereitstellung, d. h. der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen die Sowjetunion für die Versorgung ber städtischen Bevölkerung mit Brot und für den Getreideerport jetzt zu kämpfen hat. Der Bauer hält das Getreide zurück, weil er sich dafür zu wenig laufen kann.
174 Millionen will die Reichspost, nachdem 1926 und 1927 dieser Großkredit nicht beschafft werden konnte, epentuell durch die Aufnahme einer inländischen Anleihe hereinbringen. Das ist die Absicht des Arbeitsausschusses im Verwaltungsrat der Deutschen Reichspoft, der zur Erreichung des Anleiheziels mit der Reichsbank zusammenarbeiten will.
Eisenbahnsignal- Bauanstalten Mar Jübel, Stahmer und BruchKlagen auf alle Fälle. Große Gewinne im Signalbau. Die fal A.-G. in Braunschweig , die erst kürzlich mit den Signalbauabteilungen von Siemens und der AEG. verschmolzen wurde, flagt in ihrem Geschäftsbericht für 1926/27 sehr über die unregelmäßigen Bestellungen ihres Hauptabnehmers, der Reichsbahn . Da durch sei eine gleichmäßige Beschäftigung der Betriebe nicht möglich gewesen und das finanzielle Ergebnis beeinträchtigt worden. Davon ist in dem Gewinnausweis allerdings nicht viel zu bemerken. So stieg der Reingewinn um 40 Proz. auf 845 000 m., von dem auf das erhöhte Attienkapital die gleich hohe Dividende von 8 Bro 3, wie im legten Jahre gezahlt wird. Auch wurde fast die Hälfte der Bankschulden von 350 000 m. zurückgezahlt, und bie Baren- und Wechselschulden von 4,7 auf 2,8 Mill. Mart ver ringert. Demgegenüber haben die Forderungen einen Zuwachs von fast einer Million auf 5,5 mill. Mark zu verzeichnen. Die Senkung der Unkosten, die im letzten Jahr nach der Verschmel zung mit den Werken der Bruchsal A.-G. eingetreten ist, hofft die Berwaltung, durch die neue Fusion mit Siemens und der AEG. fortfegen zu können.
Steigende Julegewinne bei„ angepaßten Breifen". Die Hane seatische Jutespinnerei und eberei in Delmenhorst hat mit rund 400 000 Mart ihren Reingewinn um 50 Proz gegenüber dem letzten Jahresabschluß erhöht und dementsprechend auch ihre Dividende von 4 auf 6 Broz herausgefeßt. Der Geschäftsbericht sagt hierzu sehr vorsichtig, daß die Preise im Inland den Gestehungsfoften im großen und ganzen angepaßt würden, während die Exportpreise nach wie vor unbefriedigend blieben. Was die Juteindustrie unter Anpassung der Preise" versteht, ist ihr Ge heimnis, denn mit ihren den Gestehungsfosten angepakten Inlands preifen hat sie sich nicht nur für die entgangenen Exportgewinne Schablos gehalten, sondern darüber hinaus auch noch ihren Reingewinn um die Hälfte erhöhen tönnen. Die Dinge fiegen im Grunde sehr einfach. Im vergangenen Sommer und Herbst haben die Juteindustriellen mehrfach die Preise für Fertigfabritate heraufgelegt, haben aber nicht daran gedacht, nach der guten Ernte, die den Robiuteprets brüdte, gleichfalls eine Breis ermäßigung eintreten zu fallen. Gefundene Rohstoffkosten und ers höhte Fabrikatpreise ergaben dann zusammen den angepaßten* Breis für den Konsumenten. Ein Rechenerempel, das für den Unter nehmer immer aufgeht.
Sechs Monate und darüber ausverkauft find die fächsischen Strumpffabriten.