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glied des Jungdeutschen Ordens" manchmal ange griffen morden sei? 3 eugin: Davon hat er niets gesagt. Erster Staatsanwalt Steinbed : 3d möchte von der Zeugin näheres über ihren Bruder hören. War er sehr forsch und ein energischer Junge, oder mar er schlapp? 3eugin( mit Bestimmt­

Ein neuer großer Lombardskandal.

heit): Beibisch war mein Bruder auf keinen Fall, wohl aber weich. Die Firma Schlewinsky.

Dr. Frey: Was sagen Sie aber dazu, menn ein Zeuge tommen mird und befundet, daß er gefühlsroh gewesen sei? Er soll beispielsweise

fich gelegentlich der Hindenburg- Feier herumgeschlagen und jemand mit dem Messer gestochen

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haben. Zeugin: Mein Bruder? Auf keinen Fall. Er hat sich nie an politischen Schlägereien beteiligt. So etwas würde er nie getan haben. Dr. Frey: Haben Sie einmal mit Baul phantastische Ideen ausgetauscht, aus dem Leben zu scheiden? 3eugin: Bir haben öfter über Selbstmord gesprochen. Meine Großmutter war gestorben, und da sprachen wir davon, daß es eigentlich richtiger wäre, schnell Schluß zu machen. Dr. Fren: Wissen Sie etwas davon, daß Hans einmal mit Ohrfeigen Ihres Vaters aus der Woh­nung herausflog?-3eugin: Das war ein Jahr vor der Tat, da war er zu mir gekommen, sich zu entschuldigen. Mein Vater hatte ihm das Haus verboten, weil er gehört hatte, daß Stephan schon Mädchen verführt habe. Sachverständiger Sanitätsrat Hirschfeld: Ist Ihr Bruder nicht auch einmal in Ihrer Kleidung spazieren gegangen? 3eugin( lächelnd): Jugendgeschichten. R.-A. Dr. Frey: Sagen Sie, Fräulein Scheller, wußten Sie, daß Ihr Bruder sich auch schmintie und puderte, wenn er in die Schule ging? 3eugin ( leise): Ich habe ihn oft gebeten, das zu unterlassen. Dr. Frey: Weiter, Fräulein Scheller, ist der Günther nicht mit Eatonfrisur und nad gezogenen Augenbrauen in Mehlow ins Damenbad gegangen? -3eugin( nach furzem Schweigen und niedergeschlagenen Augen): Ja- das war ekelhaft.( Blöglich sehr heftig): Und doch war er nicht meibisch. Sanitätsrat Hirschfeld: Können Sie uns sagen, Fräulein Scheller, ob Ihr Bruder zur Zeit der Tat noch betrunken mar? Dr. Frey: Beant­3eugin: Ja, ich glaube, sehr. morten Sie mir nun folgende Frage, Fräulein Scheller: Wie hat sich in der Unglücksnacht der Angeklagte verhalten, als er bemerkte, daß fich ich will ganz vorsichtig sein der Stephan in Ihrer aller nächsten Nähe befunden hat, und was haben Sie

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Wieder ein hoher Beamter beteiligt?- Arthur Keil verhaftet, Frau Bergmann entlassen.

Die Unterfuchungen in der Frage der Lombardskandale| Die Privatsekretärin Friedländers, zugleich seine Geschäftsvertraute, nehmen ihren Fortgang. Ju einem neuen Riesenstand at eine 22 Jahre alte Agnes Eichhorn, erklärt, über die Vorgänge scheint sich der Fall Schlewinsky auszuwachsen. 3m Falle bei der Gründung feine Auskunft geben zu können. Frau Friedländer sind die Erhebungen so weit gedichen, daß die Friedländer will von den Geschäften ihres Mannes überhaupt Geschäftsräume polizeilich geschlossen wurden. Der viel. nichts missen. Jestgestellt wurde, daß Friedländer in vielen Fällen erwähnte Artur Keil von der Standard- Gesellschaft ist inzwischen Sachen, die bereits verkauft waren, anderweitig noch weiter ver­äußert hat. Es handelt sich durchweg um Einrichtungsgegenstände verhaftet worden. junger Leute, die noch keine Wohnung hatten. Außerdem ist nach­gewiesen, daß Friedländer Sachen, die ihm zum Verkauf übergeben waren, in einem Auktionslotal in der Behrenstraße ver­steigert, den Erlös aber nicht abgeliefert hat

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Schon jetzt hat es den Anschein, daß der Fall Schlewinsky mit dem Fall Bergmann in seinen Ausmaßen auf eine Stufe ge­stellt werden fann. Augenblicklich befassen sich Bolizei und Staats­stellt werden kann. Augenblicklich befassen sich Polizei und Staats­anwaltschaft mit den Verhältnissen des Möbelausstattungs= hauses M. Schlewinsky u. Co. und der im gleichen Hause befindlichen Waren, Lombard und Lagerspeicherei G. m. b. 5.", deren Inhaber gleichfalls Solewinsty ift. Seit etwa zwei Jahren stand Schlewinsky mit der Finanzierungs­gesellschaft olfatia" in enger Fühlung. Daneben hatte sich Schlewinsky, der Teilzahlungsgeschäfte betrieb, aber nicht Kreditversicherungs- Aktiengesellschaft" in Verbin­fiber genügende Barmittel verfügte, mit der Baterländischen dung gesetzt. An diese beiden Gesellschaften verpfändete die Firma Schlewinsky Möbelstücke, die dann mit entsprechenden 3 ettel­en beklebt wurden. Im Laufe der Zeit schwollen die Ber­pflichtungen Schlewinskys freilich bis zu 250 000 mark an, und fast sämtliche Möbel, die vorhanden waren, zeigten die verabredeten Bettelchen. Angestellte der Holsatia" und der Vaterländischen ihnen erstatteten Anzeige bemerkt haben, daß zahlreiche Bettelchen Kreditversicherungs- Aktiengesellschaft" wollen nun nach einer von verschwunden waren. Schlewinsky habe ihnen erklärt, daß dies not wendig gewesen sei, da

er den Warenbestand auch an andere Geldgeber verpfändet hätte.

Die von Schlewinsky in Anspruch genommenen Krebite sollen mehr als eine Million ausmachen. Dem stehen fast gar teine Attivbestände gegenüber.

Aus den Büchern, die nur zum Teil vorhanden waren, geht weiter hervor, daß Pfänder, die in Lombard gegeben waren, von Fried­länder auf den Namen seiner Sekretärin bei anderen Lombardhäusern weiter verpfändet find. Die mangelhafte Buchführung läßt noch nicht ganz klar sehen. Die Geschäftsräume sind von der Kriminalpolizei jetzt geschlossen worden. Während der Anwesenheit der Be­amten erschienen auch viele Gerichtsvollzieher mit sekretärin wurde vorläufig festgenommen und sodann dem Arresten, die Berpfänder schleunigst ausgebracht hatten. Die Privat­Untersuchungsrichter vorgeführt.

Sie

Weiter erfährt man, daß die Frau des Flüchtigen im Laufe des gestrigen Tages eingehend vernommen wurde. Sie sagt nach wie vor, daß sie von den Geschäften ihres Mannes und den ihm zur Laft gelegten Praktiken feine Kenntnis gehabt hat. will auch nicht wissen, wo sich ihr Mann jetzt aufhäft. Eine tage. Die Privatjekretärin Friedländers, Agnes Eichhorn, behauptet, Durchsuchung der Wohnung förderte nichts Belastendes zu daß Friedländer ohne ihr wissen ihm anvertrautes Gut auf ihren Namen anderweitig verpfändet habe. Sie habe um so meniger wissen können, als er die Lombardscheine für sich behalten habe, ohne sie ihr zu zeigen. Nach Lage der Dinge erscheint das nicht glaubhaft. Die Kriminalpolizei hat jetzt das gesamte Material der Staatsanwaltschaft unterbreitet.

empfunden, als Sie einmal im Salon den Angeflogien mit Ihrer bedrängnis geraten sein. Er behauptet jetzt, daß ihm selbst Bucher : büßen hat. Er wa: im Jahre 1924 wegen Erpressung verurteilt

Freundin Ellinor in zärtlicher Umarmung sahen?

Schlewinsky muß in den letzten Monaten in die schwerste Geld­zinsen von ganz unglaublicher Höhe abgenommen worden seien. gegen die

3eugin( nach furzem Zögern): Ellinor fagte mir hinterher, Deshalb hat Schlewinsky, den Rechtsanwalt Pindar vertritt,

Paul hätte ihr gestanden, er liebe sie mehr als mich.

R.-U. Dr. Frey: Ja, hot Ihnen denn aber am Morgen Baul gar nicht die Tatsache übelgenommen, daß Stephan in Ihrem Schlaf­zimmer war?

Die Zeugin fämpft einen Augenblick mit der Antwort und erklärt dann, während sie sonst leise und müde spricht, plötzlich, während sie den Angeklagten voll anschaut, mit fester Stimme:

..Paul hätte verhindern können, daß Hans dablieb. 3ch habe thm doch gesagt, er solle dafür sorgen, daß Günther schlafen ging, damit Stephan raus fonnte."

R.-A. Dr. Frey: Das ist ja etwas ganz Neues, Fräulein Scheller. Das haben Sie meder vor der Polizei, noch vor dem Untersuchungsrichter bisher gesagt. Sie haben immer nur behauptet, den Angeklagten gebeten zu haben, er folle Ihrem Bruder gegenüber die Anwesenheit des Stephan verheimlichen.- 3eugin: Und doch habe ich es gesagt,

Bors.: Angeklagter, haben Sie hierzu Fragen? Angefl. Krant: Danfe, ich verzichte.

Bor: Fräulein Scheller, glauben Sie, daß der Ange. flagte, als er mit Ihrem Bruder ins Schlafzimmer ging, mußte, daß Stephan noch da war?

3egin( heftig): Warum wäre er sonst hineingegangen. Ich nehme heute an, daß Paul von meinem Bruder mußte, daß Hans Stephan noch da war. Und warum hätte Paul sonst die Tür hinter sich abgeschlossen?

Wer ist Marcuse ?

Zu einem etwas tragikomischen Zwischenfall tam es noch furz nor der Mittagspause, als R- A. Dr. Frey ganz unvermutet an die Beugin folgende Frage richtete: Wissen Sie eigentlich, Fräulein Scheller, wer der Marcuse ist, mit dem Sie ursprünglich ins Theater gehen wollten? 3eugin: Jo, ich hatte ihn im Luftbad fennen­gelernt und mußte, daß er in Steglih das Gymnasium besuchte. R.-A. Dr. Fren( ironisch): So, darf ich Ihnen vielleicht mitteilen, daß

dieser Marcuje hier im Untersuchungsgefängnis fiht und daß er den Spitznamen der Borerfönig von Berlin " führt.

Diese Mitteilung macht auf die Zeugin einen niederschmetternden

Eindruck.

Nach Eröffnung der Nachmittagsfikung teilte Land­gerichtsdirettor Dust mit, daß mehrere Anträge der Ver­teidigung auf 3eugenladungen vom Schwurgericht abgelehnt marden seien, da sie für die Glaubwürdigkeit der Hilde Scheller un­erheblich sind. Dagegen hat das Gericht bef hlossen, den Bolizei­vizepräsidenten Dr. Weiß, als Zeugen zu laden und ihn noch am Nachmittag zu vernehmen.

Auf Ersuchen Dr. Freys mußte Hilde Scheller noch einmal vor­treten, und der Verteidiger fragte sie: Ist der Plan von Ihnen ausgegangen, gemeinschaftlich in der Wohnung zu übernach ten, und zwar Sie mit Stephan, Ellinor mit Krank? Zeugin: Bon diesem Plan weiß ih gar nichts. Bors.: Die Beugin bat schon einmal mit Bestimmtheit gesagt, daß fie von diesem du nichts gewußt habe. Sie habe nur vorgeschlagen, daß in Rücksicht der Abwesenheit Günthers und der Anwesenheit von Krang noch eine dritte Person in der Wohnung übernachten sollte; da Ellinor, die es zuerst sein sollte, weg mußte, habe man sich ent­hlossen, daß Hans als dritte Berson bleiben sollte. Dr. Frey: Haben Sie ferner bei der Verabredung, nicht zu sagen, daß der Revolver Kranz gehörte, nicht verlangt, daß als Gegenleistung ver schmiegen werden sollte, daß Beziehungen zwischen Ihren und Hans bestanden haben? 3eugin: Bon dieser Bereinbarung ist mir nichts befannt. Hilde Scheller bat den Vorsitzenden dann, eine 11n richtigteit in der Deffentlichkeit flarzustellen. In einer Zeitung ftebe, daß sie gefagt hebe: Wir find ja schon verheiratet Das fei falsch aufgefaßt, sie habe das nicht gesagt. Borf.: Nein, Sie haben ausgesagt, daß Hans den Wunjh ausgedrückt hatte, Sie zu heiraten und dann hinzugefügt bätte: Na, mir tönnen ja schon so tun, als ob mir nerheiratet wären. Sie haben aber nach Ihrer Aussage das zurüdgewiesen.

Der nächste Zeuge war der praft. Arzt. Dr Erwin Freund ans Sübenbe, der äußerte, daß er am Tage der Tat nach ber Mbredytstraße in die Ehellerfche Bohnung gerufen wurde. Es war ungefähr 7 1hr, als bei mir für dagerufen urbe, ith folle

Baterländische Kreditversicherungs- Aktiengesellschaft". besonders aber gegen ihren Prokuristen, einem Griechen Messineses, Anzeige auf Grund des Wucherparagraphen erstattet. Mit diesem Kreditmucher seiner Geldgeber erklärt Schlewinsky auch die nregelmäßigkeiten, die in der letzten Zeit vortamen. Nach den bestehenden Verträgen sei er berechtigt gewesen, die verpfändeten Waren auch zu verkaufen, um sie dann durch andere Waren zu ersetzen. Durch die Kreditwuchergeschäfte der Baterländischen Versicherungsgesellschaft sei er in die Unmög­lich feit geraten, die verbrauchten Waren zu ersetzen. Auch diesmal wieder soll

ein hoher Beamter in die Angelegenheit verwidelt fein. Die fritischen Geschäfte zwischen Schleminffy md den Geld­gebern hat nach den vorliegenden Nachrichten die Ehefrau eines Geheimen Oberregierungsrates im Finanz ministerium vermittelt. Der Beamte joll für jeden Schlewinsky zugeleiteten Darlehnsgeber hohe Provisionen erhalten haben. Die 21ften liegen zurzeit dem Generalstaatsanwalt beim Landgericht I bor. Er hat darüber zu befinden, ob gegen Schlewinsky und Ge­noffen ein aftbefehl erlassen wird.

Melyrere Beamte der Inspektion F. 3 maren feit fünf Tagen mit der Durchsuchung der 13 3immer der Friedländer fchen G. m. b. 5. und der Aufnahme der vorhandenen Sachen beschäftigt. Die Ermittlungen ergaben soviel Belastungsmate: rial, daß eine Festnahme Friedländers gerechtfertigt ge­mesen wäre. Er hat es aber vorgezogen, Berlin den Rücken zu fehren. Nach Ausweis des Handelsregisters ist Friedländer noch nicht 30 Jahre alt und alleiniger Geschäftsführer der G. m. b. S.

ganz geschwind zu der Familie Scheffer fommen, der junge Scheller fiege im Sterben. In fieben bis zehn Minuten war ich am Tatort Hilde Scheller tam mir aufgeregt auf der Treppe entgegen und rief: Kommen Sie schnell, ich glaube, mein Bruder stirbt.

3m Schlafzimmer fah ich Stephan eingeklemmt hinter dem Spind leblos hängen, während Günther Scheller, der am Boden lag, noch Lebenszeichen von sich gab. Sofort rief ich die Lichterfelder Feuerwehr an, einen Krantenwagen Kapitalverbrechen vorlag. Dann erkannte ich, daß Günther Sheller au schider und flingelte auch die Kriminalpolizei an, weil ein in den letzten Zügen lag, und schickte den Krantenwagen wieder weg. Günther hat auch tatsächlich mir einen furzen Moment gelebt. Bors.: Was haben Sie an Hilde Scheller und Krank wahr genommen?

Die Aussage des Arztes.

3euge: Ich begab mich mit beiden in das Speisezinmner und fragte, mas los fei, da ich mir das Motin nicht erfiären founte Bart Beiden hörte ich übereinstimmend eine Darstellung, die mir pon vornherein zurechtgelegt schien: Günther Sheller habe einen Haß gegen Stephan gehabt, habe Stephan ous der Welt schaffen wollen und dann selbst Hand an sich gelegt. Auf meine Frage nach dem Grund des Hasses fagten die Beiden mir übereinstimmend, Stephan habe Günther wegen einer homo­feguellen Geschichte bei den Eltern oder der Polizei vez raten. Auf meinen Einwand, weshalb man die Beiden angesichts dieses Haffes miteinander habe schlafen lassen, erhielt ich feine flare Antwort. Hilde Scheller machte anfänglich einen sehr erregten und erschütterten Eindruck, während Kranz mir durch seine außerordentliche Ruhe, vielleicht auch nur scheinbare Ruhe, auffiel. Bors.: Aeußerte er sich auch über die Folgen für ihn? Beuge: Er sagte, da wird wohl aus meiner Ferienreise und aus meinem Abiturium nichts merden. Dann bat er mich um eine 3igarette. Das hat mich sehr gestört, ich war so ungehalten, daß ich ihm eine Antwort gab, die einem Tadel gleich fam. Ich fetzte auch hinzu: Für Sie fann das ganz andere Folgen haben, und ich würde mich nicht wundern, wenn Sie verhaftet wer­den. Kranz antwortete mir: Mit dieser Tatsache habe ih schon gerechnet. Bors: Haben Sie auch die Waffe ge­sehen? 3euge: Ich fragte danach und Krank sagte, glaube ich, er habe sie auf die Anrichte gelegt. Ich bedeutete ihm, daß der Tat­Stelle, wo sie gelegen babe, binbringen müßte. bestand richt verändert werden dürfte und daß er sie wieder an bie

Srang legfe die piftole darauf in die Hand des Günther Scheller,

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Die Verhaftung Artur Keils ist darauf zurückzuführen, daß er noch eine Reststrafe pon neun Monaten Gefängnis zu ver­worden. Keil murde nach der Strafanstalt Tegel gebracht. Die hauses" nehmen ihren Fortgang.

Untersuchungen in der Frage des Standard Barentaufe

Frau Bergmann ist auf Antrag ihres Verteidigers a us der Haft entlassen worden. Die Haftentlassung erfolgte, weil nach Ansicht der zuständigen Behörde teine Berbuntea Lungsgefahr mehr besteht und auch eine Flucht Frau Berg­manns faum in Frage kommt. Die Bernehmung des Staatsanwalts Jacoby hat auch den gestrigen Freitag über vor dem Untersuchungs­rihter Dr. Staedel angedauert und gestaltete sich außerordent sich umfassend, da Jacoby das ganze auf Grund der bisherigen Verhöre zusammengetragene Belastungsmaterial vorgehal­ten merden mußte. Die Bernehmung dürfte erst im Laufe des heutigen Sonnabends zum Abschluß kommen.

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Wie wir in später Abendstunde erfahren, hat Schleminity. der früher in Berlin als Kaufmann einen geachteten Namen hatte, und jogar als Sachverständiger für die Möbelbranche nor Gericht auftrat, inzwischen die Eröffnung des Konkurses be antragt. Dem wird ohne Zweifel stattgegeben werden. Den hohen Passiven steht so gut wie fein Aktivum gegenüber. Syleminsty hat von allen möglichen Persönlichkeiten Gelder be tommen, von einem Leipziger Kaufmany Levinsohn 100 000 m., von einem Hamburger Kaufmam 90 000 M., von einem Bera liner Geschäftsmann 50 000 M., vom früheren Reichstanzler Bauer 10 000 M. Schleminity versprach 36 Proz Jahres­infen, fonnte dies aber natürlich nicht einhalten. Er soll sich auf unreelle Geshäfte erst eingelassen haben, als er durch seine Frau auf die schiefe Ebene geleitet wurde, die seit dem Jahre 1920 dem Spielteufel verfallen ist und große Summen verloren hat. Der Frau eines Geheimen Oberregierungsrats vom Finanzministe rium will Schlewinsky nicht weniger als 10 Pro3. Provision für die ihm zugeführten Kredite gewährt haben.

3h möchte noch bemerken, daß ich, als ich auf meinen Eirmond, meshalb Kranz nicht dazwischengespringen sei, von ihm die Ant­mort erhielt, daß die Tür zugewesen sei, die Frage aufwarf, wie er denn nachher in das Zimmer hineingefaminen fei. Strang fagte danauf: Es war ja nicht zugeschlossen, sondern rarr zugemacht.

Erster Staatsanwalt Steinbrüd: Bnr dem Unter. futungsrichter haben Sie gesagt, daß Kranz einen falten Einbrud auf Sie gemacht habe.

3euge: Ja, talt und berechnend. Nummehr richtete der Borsitzende an Hilde noch die Frage, ab u.

das Gedicht in dem Tagebuch von Strang, bas y a bie Berfe enthält: Ein Mädchen wird sich schön bebanten, wenn deine Liebesght mir aus Gedichten spricht von ihr verfaßt worden ist. 3eugin: Ich habe es mit meiner fünfzehnjährigen Cousine zu­fammengemacht.

Im Anschluß daran erfolgte die Bernehmung des Stubien. rats Dr. Gladow, des früheren lassenlehrers von Scheller und Krank. Nach seinem Urteil mar Baul Krank, den er seit 4 Jahren fennt, ein sehr begabter Schüler. Er habe bei Bummelich feit und Unordentlichkeit immer Nachficht geübt. Günther Scheller mar ein sehr verschlossener Charafter.

Es erschien dann am Zeugentisch der inzwischen geladene

Polizeivizepräsident Dr. Weiß.

der über seine Wahrnehmungen bei der Vernehmung Hilde Schellers fich äußern foll Der Zeuge fagte aus: Der Fall der Steglitzer Schülertragödie hatte für mich ein außerordentlichesfrimi nalpolizeiliches Intereffe. Es war am Tage, glaube ich, nach der Mordtat, da wurde mir mitgeteilt, daß Kranz dem Krimi­nalkommissar Angaben gemacht hatte über seine Erlebnisse im Hause Scheller in der Nacht, die der verhängnisvollen Nacht vorausging und die Hilde Scheller mit feinem Bort erwähnt hatte. Ich ließ mir Kranz vorführen, und er wiederholte alles, was er hier angegeben hat. Wir hatten uns auf der Kriminalpolizei schon vorher veranlaßt gesehen, der Glaubwürdigkeit der Hilde Scheller nachzugehen. Deshalb habe ich sie selbst noch einmal vernommen. Ich fragte sie nun zunächst, was sie an dem Tage vor dem Vorfall von morgens ab gemacht hatte. Ich muß vorausschicken, daß Hilde Scheller zu uns hineinfam in einer so unbefangenen Haltung, liebenswürdig, harmlos und lächelnd, daß es mir am Tage nach dem Tode ihres Bruders und ihres Geliebten

Forman

gegen Schnupfen Wirkung frappant!