Nr. 87 45. Jahrgang
2. Beilage des Vorwärts
Deffentliche Banken unter Druck
Der Abschluß der Deutschen Girozentrale. - Die Folgen der Schachtschen Kreditpolitik.
Wir haben die sprunghafte Kreditpolitit des Reichsbankpräfibenten Dr. Schacht volkswirtschaftlich nie für sehr fruchtbar und seine scharfe Stellungnahme gegen die öffentlichen Körperschaften immer für einen Ausdruck des Kampfes des Privattapitals gegen die öffentliche Wirtschaft gehalten. Der Jahresabschluß der Breu= Bijchen Staatsban! hat schon gezeigt, daß in der Tat die öffentlichen Banken viel stärker unter diesen beiden charakteristischen Momenten der Schachtschen Politik des letzten Jahres gelitten haben als die Privatbanken. Der Jahresabschluß der Deut. haben als die Privatbanken. Der Jahresabschluß der Deut schen Girozentrale- Deutsche Kommunalbant, der Zentralbank der deutschen Sparkassen und der kommunalen Geldversorgung, beweist dasselbe. Auch das Direktorium der Girozentrale stellte für das vergangene Sparkassen- und Kommunalfinanzenjahr fest, daß der Betriebsüberschuß troß eines von 19,8 auf 24,2 Milliarden gestiegenen Umfages und einer von 473 auf 641 Millionen erhöhten Bilanzfumme von 2,60 auf 2 Millionen zurückgegangen sei, weil das Anleiheges häft ungünstig wurde und weil die herausgebra hten Kommunalanleihen ähnlich wie bei der Preußischen Staatsbant mit nicht unerheblichen Kursverlusten gestützt werden mußten, so daß die( sicher beträchtlichen) Anleihegewinne aus dem ersten halben Jahr und im zweiten Halbjahr sich in einen Verluft von rund 170 000 m. verwandelt hätten.
Das Bemerkenswerte in der Jahresbilanz ist denn auch, daß zwar das Geschäft im ganzen erheblich ausgedehnt wurde, zum anderen aber die von 257,6 auf 357,2 Millionen erhöhten langfristigen tommunalen Darlehen nur durch einen Obligationen umlauf von 312 Millionen gedeckt sind; die Differenz auf dem Kapitalmarkt nicht unterzubringen war( im neuen Jahre jedoch größenteils gelungen). Interessant auch in der Bilanz das Ansteigen der geleisteten Bürgschaften auf den sehr großen Betrag von 54,12 Millionen Mart, wovon allein 53,8 Millionen auf bei der Reichsbant geleistete Bürgschaften für die 2o mbarbierung von Reichsanleihen zu rechnen sind. Die der Girozentrale- Deuts he Kommunalbant am Jahresschluß zur Verfügung stehenden Gelder find von 182,5 auf 253,6 Millioner erhöht, bei im Verhältnis stärkerer Bermehrung der länger als sieben Tage zur Verfügung stehenden Gelder. Auf der anderen Seite sind die Wechselbestände Durch fast vollständige Abwicklung der landwirtschaftlichen und Mittelstandskredite von 30 auf 9 Millionen gesunken. Unter ben von 12,24 auf 39,78 Millionen gestiegenen eigenen Wertpapieren befinden sich allein 17 Millionen Rommunalanleihen, die zur Kurstützung hereingenommen und zum Jahresschluß noch nicht abgeseht waren.
Die Entwicklung zum langfristigen Realkreditgeschäft, die Abfehr von den Krediten an die Privatwirtschaft tommt durch das Absinten der gewährten Privattredite von 39 auf 34 MillioFren ebenso zum Ausdruck, wie durch die Anteilserhöhung des Hypothetarkredits bei der Anlage der Spartassengelder gegenüber dem Jahre 1926 von 24 auf 37 Pro3. Die engere Berbindung, die der preußische Staat zusammen mit der Preußis hen Staatsbank im vergangenen Jahre mit der Deutschen Girozentrale gesucht haben, erscheint finanziell in dem Zehnmillionenanteil des preußischen Staates an dem damit auf 38,9 Millionen erhöhten Betriebskapital ber Girozentrale . Auf diese 38,9 Millionen wird aus dem Gewinn pon 2 Millionen ein fünfprozentiger Gewinnanteil ausgeschüttet.
Die erheblich größere Arbeit der Girozentrale im vergangenen Jahr, mit der auch die Verwaltung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes verbunden ist, kommt auch in der Vermehrung des Gesamtpersonals von 631 auf 659 Personen zum Ausdruck. Daß-
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Das Präsident Dr. Kleiner in diesem Falle Wortführer Der deutschen Gemeinden zahlreiche Wünsche vorzubringen hatte, in verhaltener Form zwar, aber doch mit scharfem Nachdrud, ist nur zu begreiflich. Er verteidigte den fommunalen Auslandskredit als start überwiegend produktiv und dringHh, perwahrte si scharf gegenüber der fortdauernden Sperre für öffentliche Auslandsanleihen und warnte vor den gefährlichen Fol. gen auch für die Privatwirtschaft, die sich aus einem zu starten öffentlichen Druck auf den inneren Geld- und Kapitalmarkt ergeben müssen. Pflegliche Behandlung des inländischen Kapitalmarktes, die ein zwingendes Gesamtinteresse set, verlange fategorisch bei aller felbstverständlichen Sparsamteit die organische Ausmuzung der ausländischen Kapitalmärkte. Die monatelange un tätigteit der Beratungsstelle habe troß zweifelloser Bereitschaft der ausländischen Geldgeber die über das Ausland nötige organische Stüßung des inländischen Kapitalmarktes verhindert. Wenn den deutschen Gemeinden als Preis für die Wiedereröffnung des 3u ganges auf inländif he Kapitalmärkte das
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Selbstverwaltungsrecht zerstörende kontrollmaßnahmen zugemutet würden, so würden mit großer Wahrscheinlichkeit die deutschen Städte trotz aller Kreditnot lieber auf Anleihen verzichten, als das Selbstverwaltungsrecht opfern. Eine nur zu berechtigte Forderung wäre es, auch eine Kontrolle der Verwendung ausländischer Gelder in der Privat wirtschaft durchzuführen, wenn diese Kontrolle den Gemeinden zugemutet wird.
Notwendig fei eine Aenderung der geseglichen Anlagebestim mungen dahin, daß in Kommunalanleihen 60 statt bisher 40 Broz. für Spargelder angelegt werden dürfen und die Kommunalanleihen bei der Reichsbank für lombardfähig erklärt werden. Man müsse sich auch scharf gegen die fürzlich erlassene neue Reichskaffenordnung wenden, die allen Reichstassen verbietet, für ihren Geldausgleich andere Institute als das Reihsbant- und Postschecktontogiro zu verwenden. Es wurde zwar nicht ausgesprochen, aber es ist sicher, daß auch hier eine von der Reichsban veranlaßte Maßnahme vorliegt, die die Gemeinden in der Befriedigung ihres vorübergehenden Geldbedarf noch fürzer halten wird.
Die Kohlenfonjunktur auch im Januar gut. Im Ruhrbergbau war die Januarförderung mit 10,29 Millionen Tonnen gegen 10,13 Millionen noch höher als im Dezember. Beschäftigt waren Ende Januar 398 140 Mann gegen 398 043 einen Monat vorher. Die Kohlen, Rots- und Prestohlen bestände sind Ende Januar gegen den Vormonat von 1,54 auf 1,32 Millionen Tonnen gejunten. Auch in Aachen , Westoberschlesien, Niederfchlesien und Sachsen blieben die Berhältnisse gegenüber Dezember bei teilweise nur ganz leichtem Förder- und Abjatrüdgang günftig. Der mitteldeutsche Braunfohlenbergbau erreichte mit 9,78 Millionen Tonnen diefelbe Rohtohlenförderung wie im Dezember. Auch im Rheinland ist das Verhältnis mit 3,96 gegen 3,97 Millionen Tonnen faft unverändert.
Dienstag, 21. Februar 1928
Belgische Kohlenfrisis.
Preispolitik ist machtlos.- Internationale Verständigung und Rationalisierung.
Belgien steht schon seit mehreren Jahren unter dem Zeichen| frage das Tarifwesen eine große Rolle. Rund 90 Prozent der geeiner stets weiter um sich greifenden Kohlentrifis. Beitweilig ge- famten belgischen Kohlenförderung müssen auf dem Bahnwege verhemmt, besonders durch den englischen Generalstreit 1926, hat sich frachtet werden, wohingegen die meisten der importierten Kohlen jedoch im letzten Jahre die Lage allgemein wieder verschlimmert. auf dem Wasserwege verschifft werden, speziell auf den Kanalwegen. Lage als die meisten der übrigen Kohle produzierenden Länder. groß. Und dabei befindet sich, theoretisch, Belgien in einer vorteilhafteren Der Frachtunterschied zwischen Eisenbahn und Wasserweg ist sehr Bon Mastricht bis Lüttich beträgt für holländische und Uebersteigt doch der Kohlenverbrauch in Belgien die inländische deutsche Kohlen der Frachtsaz auf dem Wasserwege 8 Franken je Rohlenproduktion um 6-7 Millionen Tonnen jährlich. Praktisch Tonne, von Gend bis Lüttich für inländische Kohle die Bahnfracht ist diese Tatsache jedoch ganz ohne Belang, da die umliegenden Pro- dagegen 21 Franken je Tonne. duktionsländer als Kohlenlieferanten für Belgien auftreten. England, Deutschland , ia sogar Polen führen Kohlen in Belgien ein und in einem solchen Umfange, daß die
Haldenbestände in furzer Zeit auf 1700 000 Tonnen gestiegen sind.
Uebrigens bemerkten wir diese Lage schon in Frankreich . Frankreich muß zu seiner Bedarfsdeckung jährlich über 20 millionen Tonnen Kohlen einführen. Seine Lieferanten meinten es aber zeitweilig so gut, daß die Regierung Einfuhrgenehmigungen vorschreiben mußte, sollte nicht der französische Markt mit Kohlen förm lich überschwemmt werden.
In Belgien hat die Regierung bisher in der Heilung der Kohlentrifts fast gänzlich versagt. Bieles wird unternommen, um die induftrielle Lage des Landes zu heben, Elektrifizierung, Kanalbauten, doch der Lage der Kohlenindustrie wird nur ungenügend Beachtung geschenkt. Dabei sind in der belgischen Kohlenindustrie 170 000 2rbeiter beschäftigt, das heißt, die Familien mitgerechnet, 500 000 Menschen leben von der Kohlenindustrie.
Wie kommt es überhaupt, so muß man sich fragen, daß Belgien , trotzdem es gezwungen ist jährlich 6,7 Millionen Tonnen Kohlen einzuführen, noch Haldenbestände von rund 1700 000 Tonnen im Lande lagern hat? Statt inländische Kohle zu kaufen haben die
belgischen Eisenbahnen
einen großen Teil ihrer Brennmaterialien aus dem Auslande be30gen, in den acht ersten Monaten des Jahres 1927 6 612 175 Tonnen gegenüber 5 217 615 Tonnen im gleichen Zeitraum des Jahres 1926. Das heißt diese Mehreinfuhr der belgischen Bahnen entspricht ungefähr der Menge der belgischen Haldenbestände. Natürlich wurde auch die Handelsbilanz der belgisch - luxemburgischen WirtschaftsUnion, welche schon sowieso passiv ist, ebenfalls erheblich beeinflußt. Daß bei der gesteigerten Einfuhr von Kohlen nicht nur die Qualität eine Rolle spielt, wie vielfach behauptet wird, sondern auch der Preis, ist leicht zu beweisen. Doch spielt in der Preisbildungs
Neue hohe Maschinendividende.
Reingewinn um das Fünffache, Umsatz um das Dreifache gestiegen.
Die bisher veröffentlichten Maschinenabschlüsse für 1927 ließen bereits erkennen, daß der größte Teil der Maschinenindustrie sich in der Konjunktur des letzten Jahres gesund gemacht und die Nachwirkungen der Absazkrije 1925/1926 überwunden hat. Dies gilt auch für die start übersetzte Werkzeugmaschinenindustrie.
So hat die Wertzeugmaschinenfabrit Union 2.-G. in Chemnig im letzten Jahr ihren Umja um das Dreifache erhöhen tönnen und bei offensichtlich guten Preisen auch entfprechend hohe Gewinne erzielt. Während im Vorjahr bei einem sprechend hohe Gewinne erzielt. Während im Vorjahr bei einem Reingewinn von 28 000 m. teine Dividende gezahlt wurde, ist der Reingewinn im letzten Jahr fast um das Fünffache auf 128 000 Mart gestiegen, aus dem eine a chtprozentige Dividende ausgeschüttet wird. Dabei ist der Gewinnanteil für die Aktionäre noch absichtlich niedrig gehalten, um den Dividendensprung von einem Jahr zum anderen nicht zu hoch erscheinen zu lassen, denn fast 50 000 m., also rund 5 Broz. Dividende, sind in Reserve und auf neue Gewinnrechnung zurückgestellt worden. Während die Schulden sich bei der erweiterten Geschäftstätigkeit von 167 000 auf 381 000. nur verdoppelten, haben sich die Forderungen und Bankguthaben mit 610 000 m. verdreifacht. Die Erhöhung des Kapitals um 340 000 M., die von der Verwaltung beantragt ist, dient daher nicht zur Stärkung der Betriebsmittel, sondern nur zur Finanzierung weiterer Betriebsausbauten.
Auch im laufenden Geschäftsjahr hat die Gesellschaft noch einen Auftragsbestand zu erledigen, der sämtlichen Abteilungen bis in den Sommer hinein volle Beschäftigung sichert. Die Belegschaft betrug zu Beginn des letzten Jahres rund 400 Mann. Natürlich verschweigt der Bericht, in welchem Berhältnis die Belegschaft zu dem dreifach erhöhten Umsatz gestiegen ist, so daß die erhöhte Leistung je Kopf sich nicht feststellen läßt.
Auch bei der Hanomag wieder Vollbetrieb.
Die Hannoversche Maschinenbau A.-G.( Hanomag ), die ihre Automobilbetriebe im Dezember stillgelegt und fast 3000 Mann entlassen hatte, hat seit einem Monat die Auto= produktion wieder in vollem Umfange aufgenommen und stellt bei starker Nachfrage jest 20 bis 25 Wagen täglich her. Das Schleppergeschäft hat sich derartig erweitert, daß die sehr leistungsfähigen Betriebe die Nachfrage faum befriedigen können. Bemerkenswert ist, daß die Direktion die im Automobil und Schleppergeschäft erzielten Preise nach der Durchführung der Fließarbeit als sehr günstig bezeichnet.
Auch der Lokomotivbau ist auf Monate hinaus gut beschäftigt, da aus Siam und Südafrika größere Aufträge erteilt wurden. Der Besserung der Betriebslage entsprechend ist auch die Zahl der Belegschaften, die von 8169 Mann im September auf 4300 im Dezember gesunken waren, wieder gestiegen.
„ Die Entwidlung der Berliner Städtischen Eelktrizitätswerte von 1924 bis 1927" ist das Thema eines Lichtbilder. portrages, den Genosse Dr. Ing. Majerezit am Freitag, rates, Bellevueftraße 15, halten wird. Der Vortrag findet im bem 24. Februar, 19 Uhr, im Großen Saal des Reichswirtschafts. Rahmen einer fommunalen Konferenz unserer Ber. finer Parteiorganisation statt und hat angesichts der ftürmischen Entwicklung der Berliner Kraftwirtschaft auch von den Gesichtspunkten der Elektropolitik besondere Bedeutung.
Schließlich sah die belgische Regierung ein, daß diese Zustände unhaltbar sind und hat eine Kommission eingesetzt, welche die Frage der Kohlentrifis studieren soll. Wie die„ Dernière Heure" berichtete, ist diese Kommission am 2. Február unter dem Vorsitz des Herrn Themis zusammengetreten. Als
Resultat dieser Konferenz
wurde der Regierung unterbreitet, die Frachtfäße zu ermäßigen. Ebenfalls soll die Regierung gebeten werden, die Steuerlaften der Kohlenbergwerte zu fenten.
Damit stellt die Kommission sich auf den Standpunkt, die Gestehungskosten der Kohlen herabzusehen bzw. die Konkurrenzfähigfeit zu heben. Bestenfalls ergäbe sich daraus die Möglichkeit einer Preissentung. Doch ist nicht zu vergessen, daß was den Belgiern möglich ist, anderen Kohlenproduzenten ebenfalls möglich ist. Und würde man die Kohlen gratis verteilen, so würde der Verbrauch dadurch nicht im geringsten gesteigert, denn es handelt fich nicht um eine Preisfrage, sondern um eine Frage der ungenügenden Nachfrage" erklärte feinerzeit der Abgeordnete Hull im englischen Unterhause, der damit wohl auch für Belgien das Rich
tige getroffen hat.
Preispolitik. Die einzige Möglichkeit wäre, wie Genosse Delattre Auch der belgischen Kohlenfrise beizukommen hilft keinerlei schon öfter vorgeschlagen hat, eine internationale Berständigung über die Einschränkung der Kohlenproduktion und Schaffung eines nationalen Verkaufskontors, daneben gründliche Rationalisierung der Werke und Zusammenfassung der Produktion.
Als unsere belgischen Genossen noch in der Regierung saßen, hatte Wauters den Gedanken propagiert, in Genf zusammen mit dem Internationalen Arbeitsamt eine Konferenz der Kohle produzierenden Länder zusammenzuberufen. Seit Herr Heymann an seiner Statt im Ministerium sigt, hört man nichts mehr davon. Und doch wäre es gerade an der belgischen Regierung, die Initiative zu einer internationalen Konferenz zu ergreifen, da Belgien unter allen Ländern von allen Seiten unter der Konkurrenz zu leiden hat. J. E. Becker Luremburg.
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Id TSMIS
Bauern gegen Landbund. Kundgebung der pommerfchen Bauern in Kolberg . Aus allen Teilen Deutschlands wurde in der letzten Zeit über große Kundgebungen der Landwirtschaft berichtet. Meistens sind diese Kundgebungen vom Großgrundbejiz arrangiert. Viel zu oft gelingt es ihm noch, die mit ihrer augenblicklichen Lage unzufriedenen Bauernmassen vor seinen Karren zu spannen und somit nach außen hin durch groß aufgezogene Rundgebungen den Eindruck zu erwecken, als bestände innerhalb der gesamten Landwirtschaft Einigfeit über die demagogischen Forderungen des Landbundes. Aber nicht alle Bauern Deutschlands machen diese bemagogische Landbundtaktik, deren Rezept darin besteht, die Bauern die Kastanien für die Großen aus dem Feuer holen zu lassen, heute noch mit.
Der Bauer lernt, die echten von den falschen Freunden zu scheiden. In fast allen Landesteilen haben sich selbständige Bauernorganisationen unter der Führung von Bauern gebildet. Es fracht heute überall in den Inflationsgebäuden des Landbundes. Darüber täuschen auch nicht die mit Hilfe der hörigen Landarbeiter veranstalteten Kundgebungen der letzten Zeit hinweg.
Klar zum Ausdruck kam das am Sonnabend in einer machtvollen Kundgebung des pommerschen Bauernvereins. In dem von dem Hauptgeschäftsführer des pommerschen Bauernvereins gehaltenen Vortrag wurde dem Landbund eine scharfe Absage erteilt. An einer Fülle von Beispielen, wurde belegt, wie noch heute ter Großagrarier den Bauer über das Dhr haut. So trägt auf einem 8000 Morgen großen Gut das Gut pro Morgen 25 Pf. der Schullasten, die kleinen mit dem Gut verbundenen Bauerngemeinden dagegen 1,35 m. pro Morgen. Auf einem anderen 5000 Morgen großen Gut zahlt der Besizer 242 M. Grundvermögenssteuer im Jahre, die Bauerngemeinden mit 550 Morgen zahlen 557 M. Bekannt ist, daß der pommersche Großgrundbesitz fast überhaupt feine Einkommensteuer zahlt. So sieht es heute mit den gemeinschaftlichen" Interessen der Landwirtschaft aus, die der Landbund immer so in den Vordergrund stellt.
Scharf verurteilt wurde in der Kundgebung auch die einjeitige 3ollpolitit, wobei die Bollfreiheit für Futtermittel gefordert wurde. Kredite, von denen der Landbund nicht genug fordern fann, wurden zurückgewiesen, weil sie feine wirksame Hilfe darstellen, weil ferner die kleinen Landwirte nicht in den Genuß der vom Staat bereitgestellten Kredite kommen. Vorbildlich haben die im pommerschen Bauernverein organisierten Bauern des Kreises Köslin gehandelt; sie haben die auf den Kreis entfallenden Kredite an die schwer notleidenden jungen Siedler gegeben.
Die 21 000. Cofomotive bei Henschel u. Sohn in Kaffel. Bei der Firma Henschetu. Sohn G. m. b. S. in Staffel, die ebenso wie Borfig eine reine Familiengesellschaft geblieben ist, verließ am 16. Februar die 21 000. Lotomotive das Bert. Die Firma Henschel ist die größte Lokomotivfabrit in Deutschland , deren Leistungsfähigkeit 20 Broz, der normalen deutschen Lokomotivprobuftion überSteigt. In den legten Monaten hat sich der Beschäftigungsgrad der Werke bedeutend erhöht, da außer andereen Auslandsaufträgen allein für Südafrika 50 fchwere Maschinen zu bauen find.
Esst mehe Tuchte
und Jhr bleibtgesund!