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Der Streit im Speditionsgewerbe.

Die geftrigen. Verhandlungen ergebnislos.

Der Schlichter von Groß- Berlin hatte zu gestern nachmittag von Amts wegen die Vertreter der Tarifparteien des Berliner Spe­ditionsgewerbes geladen, um zu versuchen, den am Montag früh ausgebrochenen Streif beizulegen. Bon den Unterhändlern der Speditionsarbeiter wurde betont, daß eine Beilegung des Konflifts durchaus möglich sei, wenn sich die Unternehmer zu einer größe: ren Lohnerhöhung und einer Verkürzung der Lauf­zeit des Lohnabkommens bereitfinden würden. Dieser Borschlag

murde von den Unternehmern glatt abgelehnt. Sie

arbeitungswertstätten in den Hüttenwerten, die Wassergas­schmeißerelen u. a. Diese Fragen sollen in einer Schiedsgerichtsver handlung in den nächsten Tagen entschieden werden.

Einspruch des Metallarbeiterverbandes.

Lohntämpfe der Textilarbeiter in Bayern .

In der südbayerischen Textilindustrie, in der am 7. April die allgemeine Niederlegung der Arbeit einsetzen wird, haben in Füssen bereits 1400 Arbeiter der Hanfwerke die Arbeit niedergelegt. In Augsburg sind, da Der Deutsche Metallarbeiterverband hat gegen die Entscheidung die Unternehmer die Kündigungen nicht angenommen haben, von des Landesarbeitsgerichts Dresden betr. die Gültigkeit des Schieds- den Arbeitern noch weitere Kündigungen erfolgt. spruches für die Hüttenwerke in der sächsischen Metallindustrie Ein­spruch erhoben. Bekanntlich fußt dieser Schiedsspruch auf dem Schiedsspruch für die rheinisch- westfälische Hüttenindustrie.

Lohnerhöhungen in der Kölner Metallindustrie erklärten, daß schon die im Schiedsspruch festgesetzte Lohnerhöhung Die Lohnbewegung in der Kölner Metallindustrie ist durch für ihre Betriebe völlig untragbar sei, weshalb sie den Schiedsspruch freie Vereinbarungen zwischen den Gewerkschaften und dem ebenfalls ablehnen. Infolge der Unnachgiebigkeit der Unternehmer Arbeitgeberverband der Metallindustrie beendet worden. Mit Wir mußten die Verhandlungen schließlich ergebnislos abge= fung vom 1. April ab werden die Gruppenlöhne um 8 Pf.

brochen werden.

Eine Versammlung der streifenden organisierten Speditions arbeiter, die zu gestern abend nach der Königsbank einberufen war und einen überaus starten Besuch aufwies, war von einem muster­gültigen Kampfgeist beseelt. Die Vertreter des Verkehrsbundes murden darauf hingewiesen, daß dieser Kampf allem Anschein nach von den Berliner Spediteuren mit einer Zähigkeit geführt werden mird, wie sie bisher noch in feinem Kampfe zu verzeichnen war. Es müsse deshalb von den Streifenden strengste Disziplin geübt und jede Anweisung der Streifleitung und der Organisation befolgt werden. Das muß ganz besonders dann der Fall sein, wenn die Organisation dazu aufgefordert wird, Maßnahmen zu ergreifen, um die Abrollung leicht verderblicher Güter von den Bahnhöfen sicherzustellen.

Die Berliner Möbeltransportarbeiter streifen. Streitbeginn heute morgen.

Für die Berliner Möbeltransportarbeiter hat der Schlichtungs­ausschuß am Freitag einen Schiedsspruch gefällt, der für die stän­tigen Arbeiter eine Erhöhung der Wochenlöhne um 4 mart, das sind 7 Proz., vorsieht. Nichtständige Arbeiter und Backer sollen auf den bisherigen Tagelohn von 11,25 m. ebenfalls eine Zulage von 7 Proz. erhalten, was eine Lohnerhöhung von rund 79 f. pro Tag ausmacht. Gefordert war sowohl für die ständigen Arbeiter als für die nichtständigen Arbeiter eine Lohnerhöhung von 20 Proz. Das Lohnablommen soll vom 1. April 1928 bis zum 31. März 1929 laufen.

Mit diesem Schiedsspruch beschäftigte sich gestern abend in Boeters Festsälen eine überfüllte Versammlung der im Verkehrs­bund organisierten Möbeltransportarbeiter, die nach eingehender Debatte den Schiedsspruch ablehnten und in geheimer Abstimmung fast einstimmig den Streit beschloffen. Der Streit beginnt heute früh. Beteiligt sind etwa 600 Arbeiter.

Die Arbeitszeit in Hüttenbetrieben.

Bei den Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband der nordöstlichen Gruppe und den vier Metallarbeiterverbänden über die Durchführung des Arbeitszeitschiedsspruches vom 17. Dezember 1927 wurde hinsichtlich der Frage der Zugehörigkeit der Betriebe zu den weiterverarbeitenden oder zu den Hüttenbe­trieben ein Teilergebnis erzielt. Eine Reihe weiterer Fragen bleibt zur Regelung offen, wie z. B. die Gießereibetriebe, die Bes

bis 10 Pf. pro Stunde erhöht. Die Löhne der Hilfs= arbeiter erhöhen sich um 7 Pf. die Stunde. Die Löhne der Arbeiterinnen betragen in Zukunft 75 Proz. der Löhne ihrer Berufsgruppen. Für die Akkordarbeiter wird eine Sonderzulage von 4 Pf. bewilligt, ebenso für die Hilfs­arbeiter.

Ausklang der Buchdruckerbewegung.

Die Erregung über die Berbindlichkeitserklärung des Schieds­spruches, die sich besonders in München , Stuttgart , Karlsruhe , Dres­ den , Lübeck , Stettin und Königsberg in Streitbeschlüffen geltend machte, ist jetzt auf der ganzen Linie der Einsicht gewichen, daß durch die Entscheidung des Reichsarbeitsministers ein Zwangstarif geschaffen wurde, dem die Gehilfenorganisation fich fügen muß. Der Streit in Lübeck endete mit einer Vereinbarung, wonach der Lohn für Sonnabend zu zahlen ist, während die am Montag ausgefallene Arbeit nachgeholt werden muß.

In Berlin haben die Maschinenseger der Buchdruckerei wöchentlich gefordert. Da diese Forderung abgelehnt wurde, stellten R. Boll, Schiffbauerdamm 19. einen Einheitslohn von 105 Mark fie gestern nachmittag 3 Uhr die Arbeit ein. Die besireikte Firma brudt Buchwaldts Börsenberichte und die Fleischer- Verbandszeitung. Der Streif in Dresden .

In Lamprecht( Rheinpfalz) haben bei der Firma Ha a s einige hundert Textilarbeiter die Arbeit niedergelegt. Die Firma glaubte, weil kein Tarif mehr besteht, die Arbeiter mit scharfen Lohnabbauplänen überraschen zu können. Die Arbeitsniederlegung war die Antwort darauf.

Der Allgemeine Verband der Banfangestellten hat zu dem für das Bankgewerbe gefällten Schiedsspruch Stellung genommen. Er beschloß, den übrigen Angestelltenorganisationen des Bank­gewerbes den Vorschlag zu unterbreiten, eine gemeinsame Stellungnahme zu dem Schiedsspruch herbeizuführen. Es ist damit zu rechnen, daß eine solche Stellungnahme noch vor den Bantfeiertagen erfolgt.

rendt, Lichterfelde- Ost, Berliner Straße 70, wegen Lohnausfall Achtung, Töpfer! Hiermit wird über die Firma Mar Beh= der Töpfer. die Sperre verhängt. Deutscher Baugewerksbund. Fachgruppe

Der Streik bei den Vereinigten Isolatorenwerken, Pankow , dauert seit dem 7. März an. Die 230 Mann starke Belegschaft steht geschlossen im Kampf. Die Firma sucht Streitbrecher anzu­werben. In verschlossenen Lastkraftwagen werden diese Streif­brecher zur Arbeitsstelle gefahren. Zuzug ist fernzuhalten.

Die Lohnverhandlungen in der fächsischen Metallindustrie- für den Manteltarif ist bereits ein Schiedsspruch gefällt find ge= scheitert. Die Berhandlungskommission der sächsischen Metall­arbeiter versuchte, die Unternehmer zu einer der Teuerung ent­sprechenden Erhöhung der Löhne zu veranlassen. Die Unternehmer erflärten jedoch, fie fönnten feinerlei Lohnerhöhungen bewilligen und forderten, daß das bisherige Lohnabkommen ein weiteres Jahr in Geltung bleibe.

In der Bonner Fahnenindustrie wurde dieser Tage ein 12 Broz. erhöht wurde. Die Facharbeiter über 24 Jahre erhalten Schiedsspruch gefällt, durch den der tarifliche Mindestlohn um nach der Neuregelung 84 m. pro Woche, die männlichen ungelernten Arbeiter 69 Mt. und die weiblichen ungelernten 47 M. Die Arbeitgeber haben den Schiedsspruch abgelehnt; die Arbeitnehmer haben Ver­bindlichkeitserklärung beantragt. Die Entscheidung über diesen An­

Obwohl in einer vom Deutschen Buchdruckerverband einbetrag ist zunächst bis auf den 4. April verschoben worden. rufenen Versammlung beschlossen wurde, die beabsichtigten Kampf­maßnahmen gegen die Prinzipale nicht durchzuführen, haben die Sparten der Maschinenseger, Stereotypeure und Rotationsbruder beschlossen, der Forderung von

an

10 Mart Lohnzulage festzuhalten. Am Sonnabend früh find deshalb die ersten Arbeitsniederlegungen in den Dresdener Druckereien erfolgt. Von dem Streit wurden bis Sonnabend nachmittag sämt liche große Druckereien Dresdens erfaßt; ebenso wurde beim Birnaer Anzeiger" die Arbeit niedergelegt. In Dresden erschienen nur die sozialdemokratische Dresdener Volks= zeitung" und die kommunistische Arbeiterstimme", da in diesen Betrieben eine Einigung über die Lohnhöhe erzielt wurde: das gleiche gilt für die ,, Boltsstaat"-Druckerei.

Die

Es ist mit einer Ausdehnung des Streits zu rechnen. Unternehmer haben die Gesamtausfperrung auch für das Personal der Buchbindereien zu morgen, Mittwoch, beschlossen, falls nicht heute, Dienstag, überall die Arbeit wieder aufgenommen wird. Dieser Aussperrungsbeschluß hat die Situation verschärft.

Die streitenden Buchdrucker sind aus dem Deut­schen Buchdruderverband ausgeschieden. Sie haben ein Streiftomitee gebildet, das den Rampf gegen die Prinzipale führt.

Freie Gewerkschaftsjugend Groß- Berlin. Seute, Dienstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Humboldt: Gruppenheim Jugendheim Graun Ede Lorging straße. Heimbesprechung. Ohne Seimausweis und Verbandsbuch kein Zutritt. Neu- Lichtenberg : Jugendheim Hauffstraße( Sportplag), an der Lessingstraße. Heimbesprechung. Wie gestalten wir unsere Osterfahrt aus? Heimausweis und Verbandsbuch mitbringen. Landsberger Plaz: Gruppenheim Jugendheim Dieftelmeyerstr. 5. Heimbesprechung. Bringt Heimausweise und Verbands­bücher mit. Frankfurter Allee : Gruppenheim Städtisches Jugendheim Litauer Straße 18, Zimmer 2. Heimbesprechung. Verbandsbuchkontrolle. Schöne weibe: Gruppenheim Jugendheim Niederschöneweide, Berliner Str. 31. Heim besprechung. Ohne Verbandsbuch und Heimausweis tein Zutritt. Treptow : Gruppenheim Schule Wildenbruchstr. 53/54( Sortzimmer). Heimbesprechung. Berbandsbuchkontrolle. Südoften: Gruppenheim Jugendheim des Berkehrs­bundes, Engelufer 24/25. Wir besuchen die Beranstaltung des Berkehrsbundes. Jugendgruppe bes 8b. Heute, Dienstag, Turnabend( Leitung Werner Hermann) von 20-22 Uhr in der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20. Turnkleidung ist mitzubringen. In Anbetracht des bevorstehenden Reichs jugendtages, bei dem auch sportliche Wettkämpfe ausgetragen werben, bitten wir alle Jugendfreunde, bie turnerisch befähigt find, an den Turnabenden teilzunehmen.

Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eztorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Fris Karstädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin . Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin . Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanftalt Vaul Ginger u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sieran 2 Beilagen und unterbaltuna und Biffen.

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HERMANN TIETZ