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Um den Achtstundentag.

Wichtige Entscheidungen im JAA.

Die vom JAA in die Wirtschafskommission des Völkerbundes delegierte Arbeitergruppe gilt nicht als Ver­tretung des Arbeitsamtes. Das Amt ist jedoch der Meinung, daß es durch eine offizielle Vertretung an den Arbeiten der Kom­mission beteiligt werden müsse, da internationale Wirtschaftsfragen stets auch die Sozialpolitik berühren.

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Der Verwaltungsrat bes Internationalen| England nach dem Sturm der Entrüstung, den seine Revisions. Arbeitsamies tritt am tommenden Montag zu feiner forderung im Proletariat aller Länder hervorgerufen hat, wieder 39. Tagung zusammen. Im Mittelpunkt der Tagung werden drei auf den Abbau des Achtstundentages zurückkommen? Mit dieser Fragen stehen: die Beziehungen des JAA. zur Wirtschaftskommission Eventualität wird man rechnen müssen. des Völkerbundes, das Problem der Revision internatio= In bezug auf die Sprachenfrage es handelt sich um die naler Arbeitstonventionen und die Einführung des Einführung des Deutschen als Verhandlungssprache und Deutschen als Berhandlungssprache. nicht um seine Erhebung zur offiziellen dritten Aussprache ist bis jetzt nur die Haltung der Arbeitergruppe flat. Sie will in Uebereinstimmung mit dem JGB. die Einführung des Deutschen als Verhandlungssprache. Das Arbeitsamt selbst verficht in der Sprachenfrage die These: Mehr Geld, mehr Sprachen! Das schon aus taktischen Gründen; denn das Arbeitsamt hält eine erhebliche Verstärkung seines jetzt rund 8 Millionen Mark betragen. den Jahresbudgets für notwendig, da der Aufgabenfreis und die Zahl der Veröffentlichungen von Jahr zu Jahr wächst. Die Arbeiter werden dafür sorgen müssen, daß die These des Arbeitsamts nicht von den Gegnern der deutschen Sprache ausgenutzt wird. Der Ver­waltungsrat muß darüber entscheiden, ob z. B. bereits auf der Arbeitskonferenz im Mai deutsch gesprochen wird und alle Reden ins Deutsche übertragen werden. Ueber die Budgetfrage des Amtes wird die Völkerbundsversammlung im Sep­

In der Revisionsfrage werden die Vorschläge über das Berfahren bei Erneuerung oder Revision von Konventionen von den Arbeitern sehr gründlich geprüft werden müssen; denn bei der Revisionsfrage steht vor allem der Achtstundentag auf dem Spiel. Wer von den Regierungen und wer von den Unternehmer­nertretern wird Lust haben, der englischen Regierung die Kastanien aus dem Feuer zu holen, und die Behandlung der Frage, ob schon die Arbeitskonferenz des nächsten Jahres über die Revision des Acht stundenabkommens verhandeln soll, von neuem beantragen? Bird' tember zu entscheiden haben.

Arbeitslosigkeit in den Gewerkschaften. Deffentl. Wählerkundgebungen

Weiterer Rüdgang im März.

Auf Grund der Erhebung des Allgemeinen Deutschen Gemert­fchaftsbundes tann ein weiterer Rüdgang der Arbeitslosigkeit festgestellt werden. Ende März maren insgesamt 9,3 Broz. der Gemertschaftsmitglieder arbeitslos( Ende Februar 10,5 Proz), mährend 3,6 Proz.( 3,5 Proz.) in Kurzarbeit standen Ende März 1927 waren 11,8 Proz. arbeitslos und 4,3 Proz. Kurzarbeiter.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist ziemlich allgemein. Nur in der Lederindustrie ist eine Bersteifung eingetreten, doch ist auch dort bei den Sattlern, Tapezierern und Portefeuillern ein Rüdgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Am stärksten ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Bauberufen sowie bei den Gärtnern. Jedoch waren auch noch Ende März im Baugewertsbund 29 Broz. ( 32,8 Proz.) arbeitslos, bei den Dachdeckern 38,1 Proz.( 56,9 Proz.), bei den Malern 14,4( 27) Bro3., bei den Zimmerern 29,3( 35,9 Pro3.). Wenn die Arbeitslosigkeit, gemessen an den Berhältnissen der Bortriegszeit, immer noch eine anormal hobe ist, fo fann doch festgestellt werden, daß der verhältnismäßig günstige Be­schäftigungsgrad des Jahres 1927 anhält. Wenn man von den Saifongewerben abfieht, dann schwankt die durchschnittliche Arbeits­Tofigkeit zwischen 1,8 Proz. bei den Gemeinde- und Staatsarbeitern und 14 Broz, bei den Sattlern, Tapezierern und Bortefeuillern. In der Metallindustrie sind 5( 5,4) Pro3. arbeitslos und 1,8 Proz. ( 2 Broz.) Kurzarbeiter. In der Textilindustrie sind 4,8 Proz. ( 4,2 Broz.) arbeitslos und 10,7( 8,5) Pro3. Kurzarbeiter. Auch im graphischen Gewerbe ist die Arbeitslosigkeit verhältnismäßig niedrig.

Lohnfämpfe in der Lederwarenbranche. Erfolge richtiger Gewerkschaftspolitik.

Erfreuliche Erfolge find bei den Lohnbewegungen in der Leder­warenbranche errungen worden, wie aus einem Bericht hervorgeht, ben der Bevollmächtigte Blum in der Generalversammlung der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Sattler-, Tapezierer- und Bortefeuillerverbandes gab.

In der Karosserie branche wurde nach langen Berhand lungen ein Abfommen erzielt, das vom 1. Februar bis zum 31. August eine Lohnzulage von 8 Pf. pro Stunde, vom 1. September bis zum 31. Dezember eine weitere Zulage von 2 f. brachte.

Heute, Dienstag, 24. April:

Schöneberg . 20 Uhr im Bürgerfaal des Rathauses Friedenau , Am Lauterplag. Rednerin: Regierungsrätin Hedwig Wachenheim . Friedrichsfelde . 20 Uhr im großen Gaal von Tempel, Brinzen allee 45. Redner: Dr. Rudolf Breitscheid , M. d. R. Abteilung Charlottenburg. 20 Uhr im Wohlfahrtssaal, Rönigin Elifabeth- Straße 6. Redner: Stadtverordnete Minna Toden­ hagen und Dr. Siegfried Kamerau.

51.

Morgen, Mittwoch, 25. April: Spandau . 19% Uhr im Lotal Koch, Feldstraße. Redner: Dr. Rudolf Breitscheid , M. d. R.

Männer und Frauen, erscheint in Massen!

handlungen sind hierüber noch nicht abgeschlossen; die Bewilligung nehmern abgelehnt. Die Organisation hat nun das Reichs. arbeitsministerium zur Entscheidung angerufen. Abschlüsse über 2ohnerhöhung sind bereits getroffen. Das laufende Jahr bringt eine Aufbesserung von 10 Pro3 Die gleiche Lohn aufbesserung wurde auch in etwas günstigeren Etappen in der 3elt und Plänebranche erzielt.

Don Urlaub für die Heimarbeiter murde von den Unter­

Die Linoleumleger stehen noch im Lohntampf. Da fie in Verhandlungen teine befriedigenden Abschlüsse erzielen tonnten, find fie in den Streit getreten.

Weniger günstig liegen die Verhältnisse der bisher kommunistisch geleiteten Branche ber Tapezierer, deren Branchenleiter " grundsäglich" nicht den Schlichtungsausschuß anrufen wollte, aber

auch teinen Lohnkampf wagte und schließlich zurüdtrat

Wenher gab den Kassenbericht für das erste Quartal, der eine Erhöhung des Lofalfassenbestandes um 8492 m. gegen ultimo De zember 1927 ausweist. Der Bestand der Kasse hat damit den Betrag von 82 098 m. erreicht. Die Beiträge sind sehr zufriedenstellend ein­gegangen. Auf jedes Mitglied entfallen für das legte Bierteljahr 12% Marten. Der Mitgliederbestand stieg trotz des Aus­Scheibens der Papiersoldaten auf 4595.

Die Diskussion wurde fast ausschließlich von den Kommunisten bestritten, die sich über ihre Niederlage nicht trösten tönnen. Beson­ders die Aufdeckung der Tatsache, daß im letzten Bierteljahr 116 Mit­glieder ausgeschlossen wurden, die überhaupt nur einen Beitrag bezahlt hatten, war ihnen peinlich. Aufsehen erregte auch die Mitteilung, daß einer der bisherigen Führer der Kommu­nisten, Eichen, seinen Austritt aus der KPD. erklärt hat.

Der Streif der Linoleumleger.

Die Treibriemensattler hatten einen besonderen Kampf um ihre Urlaubsgewährung auszufechten. In dieser Branche wird der Urlaub nicht nach der Zahl der Arbeitsjahre bei einer Firma, sondern nach der Bahl der gesamten Arbeitsjahre im Beruf bemessen. Die Unternehmer wollten das nun so auslegen, daß Be­rufswechsel infolge von Arbeitslosigkeit oder mehr als halbjährliche Der Streif der Linoleumleger dauert unverändert an. In einer Arbeitslosigkeit überhaupt als Ausscheiden aus dem Beruf von fast allen Streifenden besuchten Bersammlung wurde festgestellt, von fast allen Streifenden besuchten Bersammlung wurde festgestellt, gelten soll, so daß die betreffenden Arbeiter bei Rückkehr" in ihre daß die Arbeit bei allen Firmen ruht. Die Hoffnung der Unter­Branche für die Erteilung des Urlaubs als Neuanfänger annehmer, hier und dort einige Streitbrecher zu finden, ist vollständig gesehen würden. Die Organisation flagte dagegen bei den Arbeits­gerichten und gewann den Prozeß in sämtlichen Instanzen. Lohn aufbesserungen wurden ebenfalls erzielt. Von den Arbeitern in der Lederwaren branche war nicht nur das Lohnabkommen, sondern auch der Mante tarif gefündigt worden. Die Ber­

1928

7 AUSSTELLUNG

safetzold

Die Technische Stadi

Jahresschau Dresden

verflüchtigt. Die Versammlung brachte zum Ausdruc, einmütig zusammenzustehen, bis ein annehmbarer Tarifvertag abgeschlossen werden kann. Die Bauarbeiter und andere in verwandten Berufen beschäftigte Arbeiter werden gebeten, den Streit zu beachten und etwaige Streifarbeitsangebote strifte zurückzuweisen.

Reinliche Scheidung.

Die KPD. demastiert sich.

Zu den Betriebsratswahlen in der AEG. Brunnenstraße forderten die Kommunisten, daß ihnen auf der Kandidatenliste sechs Size an sicherer Stelle" zugebilligt würden. Da den kommunisten jedoch nur fünf Size zugebilligt wurden, was eigentlich auch schon reichlich viel war, stellten diese in einer 3 ellen versammlung eine eigene Liste auf.

Bei der Wahl erhielt die Liste der freien Gewerkschaften, auf der nur Kandidaten der Amsterdamer Richtung vertreten sind, 3634 Stimmen, die Liste der KPD . erhielt 2305 und die des Weyerschen Industrieverbandes 666 Stimmen Im Vorjahre er hielten die Weyer- Leute noch 1301 Stimmen, während auf die freigewerkschaftliche Liste, für die offiziell auch die Kommunisten stimmten, 3935 Stimmen entfielen.

Das Resultat ist also, daß die Weyer- Leute die Hälfte ihrer Stimmen und drei Mandate verloren, während trotz der tom­munistischen Absplitterung die freien Gewerkschaften nur 300 Stim­men einbüßten. Es enthielten Size: die freien Gewertschaften 13. die KPD . 8, der Industrieverband 2. Brattisch hat die KPD. also mit diesem Manöver gar nichts gewonnen. Sie hat bisher ihre Leute abkommandiert, um für den Industrieverband eine möglichst hohe Stimmenzahl und damit eine revolutionäre". Mehrheit im Betriebsrat zu erlangen. Diesmal hat sie alle Kräfte auf ihre eigene Lifte konzentrieren müssen, so daß sie außer den fünf Sigen, die ihr auf der freigewerkschaftlichen Liste angeboten waren, noch drei Size dazu bekam, die aber die Weyer- Leute verloren haben. Damit hat aber die KPD. auch ihren freigemertschaftlichen Boden unter den Füßen verloren.

Der Danziger Buchdruckerstreif.

Danzig , 23. April.

Die Lage im Danziger Buchdruderstreit hat noch keine Aenderung erfahren. Auch heute werden mit Ausnahme der sozial­demokratischen Boltsstimme" und der polnischen Zeitung ,, Baltische Breffe teine Blätter erscheinen. Die bisherigen Verhandlungen haben kein Ergebnis gehabt. Das Ende des Streits ist noch nicht abzusehen.

Ausdehnung des Streits in Bombay.

Drei meitere Spinnereien haben heute geschlossen, so daß fich die Zahl der feiernden Spinnereibetriebe auf 23 erhöht. Ein Haufe von Ausständigen veranstaltete eine Rundgebung vor den Spinne­reien, in denen weitergearbeitet wird. Es tam zu mehreren zu­fammenstößen zwischen der Polizei und den Streifenden, von denen acht festgenommen wurden. Der Polizeifommiffar untersagte Um­züge und Bersammlungen der Streifenden.

Der Eisenbahnerstreif in Indien .

Bochen andauernde Streit bei der oft in bischen Eisenbahn Nach Meldungen aus Rattutta hat sich der berits seit einigen auf 20 000 Mann ausgedehnt, während bei privaten Eisenbahn­gesellschaften 10 000 Mann streifen.

Wie weiter gemeldet wird, tam es zwischen Polizei und ftrei­tenden Eisenbahnarbeitern zu einem blutigen Zusammenstoß, als vier nach Kowrah unterwegs befindliche Züge durch Streifende aufge halten und die Zugführer zum Anschluß an den Streit aufgefordert Hagef von Steinwürfen empfangen und vermochten nur mit Mühe wurden. Die herbeigerufenen Polizeiftreitfräfte wurden von einemi die Strede wieder freizumachen. Hierbei wurden 13 Personen, Darunter fünf Polizisten, schwer verlegt.

Freie Gewerffchafts- Jugend Groß- Berlin

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Seute, Dienstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Sumboldt: Gruppen. heim Jugendheim Graun, Ede Lorgingstraße. Großer musikalischer Abend. Ren- Lichtenberg: Jugendheim Sauffstraße( Sportplag), an der Leffingstraße. Bortrag: Die Geschlechterfrage in ber proletarischen Jugend bewegung. Landsberger Play: Gruppenheim Jugendheim Dieſtelmener Gruppenheim Städt. Jugendheim Litauer Str. 18, Bimmer 2. Vortrag: Reli­ftraße 5. Ausfpracheabend: Jugend und Gewerkschaften. Frankfurter Allee : sion und Sozialismus. Schöneweide: Gruppenheim Jugendheim Nieder fchöneweide, Berliner Str. 31. Unsere Mäbels gestalten ben Abend aus. Treptow : Gruppenheim Schule Wildenbruchstr. 53-54( Sortzimmer). Jad London - Abend. Cüdosten: Gruppenheim Jugendheim des Berkehrsbundes, Engelufer 24-25, Aufgang B, parterre. Werbe- und Einführungsabend.

Jugendgruppe bes 3b. Heute, Dienstag, Turnabend in der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20. Turnen und gymnastische Uebungen. Leitung: Werner Herrmann.

Deutscher Werkmeisterverband, Fachgruppe Buchbinderei. Mittwoch, 25. April, 18 Uhr, im Restaurant von Treulieb, Wilhelmstr. 114, Mitglieder perfammlung der Buchbindereiwertmeister. Beschlußfaffung über das Angebot der Arbeitgeber anläßlich der Gehaltsverhandlungen. Bollzähliges Erscheinen erwartet die Geschäftsstelle des Bezirks X, Bräunlich. wischenmeisters Berber, Baustelle Café Vaterland( Rihlräume), sowie Bran Deutscher Baugewerksburd, Fadgruppe der Fliesenleger. Die Arbeiten des benburger Str. 17 find für Fliesenleger und Helfer gesperrt.

Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe Fliesenleger.

Berantwortlich für Politit: Dr. Curt Geyer ; Birtschaft: G. Klingelhöfer; Bewertschaftsbewegung: F. Chlorn: Feuilleton: R. 8. Döscher: Lotales

und Sonstiges: Frig Karstäbt: Anzeigen: Th. Glode: sämtlich in Berlin . Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Vaul Singer u Co.. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen

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