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Die Erdbeben auf dem Balkan .

Durch das Erdbeben in Griechenland ist auch dieses berühmte Denkmal klassischer Baukunst, die Akropolis , gefährdet.

Sofia , 25. April.

Nach einer vorläufigen Feststellung beläuft sich die Zahl der durch das Erdbeben in Philippopel eingestürzten Häuser auf mehr als 3000 und die Zahl der unbewohnbar gewordenen Häuser auf mehr als 6100. Außerdem bedürfen mehr als 2500 Gebäude dringend einer sofortigen Wiederherstellung. Die Sofioter Uni­versitätsprofessoren Bakaloff und Bontscheff, die von einer Be­sichtigungsreise in das heimgesuchte Gebiet zurückgekehrt sind, erklären, daß das Erdbeben in einer Gegend erfolgte, durch die sich eine alte Bodensenkung hindurchzieht, und daß sich ihr parallel ein neuer Spalt gebildet habe, der durch die am meisten heimgesuchten Ortschaften hindurchgeht. Das Erdbeben sei eine Folge der Ber­schiebung von Erdschichten aus der Diluvialzeit. In der Nähe der Ortschaft Tschechnegirowo, die auf dem rechten Ufer der Mariza zwischen Philippopel und Papazly liegt, habe sich infolge der Spaltung der Erde und des hervorsprudeinden Wassers nach dem Erdbeben ein Seee gebildet, der noch jetzt 120 Meter lang, 80 Meter breit und 40 Zentimeter tief ist. Die Thermalquellen von Mertitischlerie sind völlig versiegt. Die Wissenschaftler nehmen aber an, daß sie zum Teil an einer anderen Stelle erscheinen werden.

Die Sachverständigen schäzen die Erdbebenfchäden allein für Philippopel auf rund Millionen Lewa, die Zahl der obdachlosen Familien in Philippopel auf 14 000, obwohl es den Behörden gelungen ist, bereits 9000 Familien in der Umgebung unterzubringen. Die Zahl der obdachlojen Familien aus den Dörfern des Erdbebenbezirks, für die Unterkunft beschafft werden muß, beläuft sich auf 2500.

Athen ; 25. April.

Der Minister des Innern, der Finanz- und der Verkehrs­minister, die sich mit Herren ihres Stabes nach Korinth begeben

Blinden- Selbsthilfe.

Aus dem Daseinstampf der wirtschaftlich Schwächsten. Der Saal des Rosenthaler Hoses, Rosenthaler Straße, fonnte fie gar nicht alle fassen, die zur ersten öffentlichen Mit­gliederversammlung des im Februar d. J. neugegründeten Zentralverbandes blinder Männer und Frauen"

gekommen waren.

Wie der Referent des Abends, Stadtrat Hesse, ausführte, ist die Notlage der Zivilblinden eine geradezu fat astro phate. Die Unterstützung durch die Blindenvereine ist völlig un­zureichend und die armen Menschen sind völlig darauf angewiesen, durch Betteln ihren Lebensunterhalt zu erwerben. Die produk tive Erwerbslosenfürsorge, die imstande sein soll, die Menschen wieder in die Reihen ihrer glücklicheren Brüder und Schwestern einzuordnen", erweist sich als ein Aft rein tapitalistischer Aus­

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hatten, um sich von dem Umfang der Erdbebenkatastrophe zu über­zeugen und die Hilfsmaßnahmen zu leiten, sind wieder nach Athen zurückgekehrt.

Nach Angaben der Zeitungen beläuft sich der Sachschaden in der Stadt Korinth allein auf 600 millionen Drachmen. Von 3000 Häusern sind nur 50 übrig geblieben, die weniger schwer be­schädigt sind. Eine Ausbesserung der zerstörten Häuser und ein wiederaufbau der Stadt an ihrer alten Stelle wird sich voraus­sichtlich als schwierig erweisen. Man trägt sich mit dem Gedanken eines Wiederaufbauplanes, zu dem Hypothefendarlehen der Nationalbank die finanzielle Grundlage liefern sollen. In der Zwischenzeit trifft die Regierung Maßnahmen zur Sicherstellung der Verpflegung für die von dem Unglück betroffene Bevölkerung, die in Korinth und dem übrigen Erdbebengebiet auf 15 000 Per sonen geschätzt wird. Die Militärbehörden haben eiligst 3elte und Sanitätsmaterial gesandt, ebenso das griechische Rote Kreuz. Das amerikanische Rote Kreuz hat sich der Re­gierung zur Verfügung gestellt. Ueberall find Sammellisten auf­gelegt. In Athen sind schon namhafte Beiträge eingegangen. Die Zahl der Toten foll, soweit festgestellt, nicht mehr als 10 betragen. Die verhältnismäßig geringe Zahl der Opfer erklärt sich daraus, daß die Bevölkerung durch die vorausgehenden Erderschütterungen gewarnt war und vor dem Hauptbeben bereits die Häuser verlassen hatte. Die Zeitungen widmen der Pflichttreue des Leiters des Telegraphenamts in Korinth lobende Besprechungen.

Der Beamte hatte während des Erdbebens den Platz an seinen Apparaten nicht verlassen, während seine Frau und feine Kinder getötet wurden und das Telegraphenamt in Trümmer fant. Der Beamte selbst hat eine schwere Verwundung davongetragen.

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Hinter schillernden Spiegelscheiben.

Aus der Pragis des Einzelhandels.

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Hinter den Kulissen des meist elegant hergerichteten Verkaufs­raumes spielen sich oftmals Begebenheiten ab, deren sozialreaktio­närer Charakter die Beachtung der werktätigen Bevölkerung ver­dient. Hier seien in Kürze einge Beispiele dafür gegeben, wie wenig rücksichtsvoll die Angestellten behandelt werden und wie wenig die gefeßlichen Bestimmungen und sogar die freiwillig vereinbarten Verträge beachtet werden. In einem Kaufhaus mittlerer Größe es werden etwa 600 Angestellte beschäftigt ist es dem Angestelltenrat untersagt worden, die im§ 76 BRG. vorgesehenen Sprechstunden während der Arbeitszeit abzuhalten, obwohl sich aus dem Cha­rafter des Einzelhandelsbetriebes die Unmöglichkeit ergibt, die Sprechstunden anders als in den Tagesstunden abzuhalten. Dieses Vorgehen der Geschäftsleitung entspricht der gleichfalls in jenem Betriebe üblichen Pragis ,,, unbeliebte" Mitglieder der Be­triebsvertretung durch Versehung an schlechtere Ar­beitspläge zu maßregeln. Das gelegentliche Vorkommen von Nachtarbeit, die Bezahlung faufmännischer Angestellten im Stundenlohn, obwohl der Tarifvertrag Monatsgehälter vorschreibt, tennzeichnet die soziale" Einstellung dieser Betriebs­leitung, deren leitende Persönlichkeiten Aeußerungen tun, wie diese: ,, Ein Mensch, der nur 8 Stunden arbeitet, zählt nicht als Arbeitsfrqft!" Man sollte meinen, es hier mit einem Betrieb zu haben, dessen fapitalistischer Charakter zu diesen fozialen Auswüchsen geführt hat. Aber weit gefehlt! Der ge­schilderte Betrieb ist die Bekleidungs- Gesellschaft für deutsche Beamte", eine dem Deutschen Beamtenbund sehr nahe­stehende Einrichtung. Vielleicht fümmern sich die Mitglieder der im Deutschen Beamtenbund zusammengeschlossenen Verbände einmal um die sozialen Verhältnisse in ihrem eigenen Unternehmen!

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Die älteren Angestellten sind es vor allem, die unter der Geißel der Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Die bekannte Tabak­marenfirma Paul Juhl scheut sich nicht, Angestellte zu entlassen, die über 20 und 30 Jahre im Betriebe tätig waren, und die man nun durch billigere Kräfte zu ersetzen sucht. Gerade in Be­trieben, deren Artikel genaue Branchenkenntnis des Verkäufers vorausseßen, wird eine solche Personalpolitik dem Niveau des Ge­schäftes nicht gerade förderlich sein. Ueberaus fennzeichnend ist die Methode der Firma Paul Juhl, sich der sozialen Verpflichtungen dadurch zu entziehen, daß Filialen in sogenannte Nieder­lagen umgewandelt werden. Durch die Drohung der Kündigung werden die Angestellten zu dem Einverständnis gezwungen, den bisherigen Anstellungs- in einen Pachtvertrag zu wandeln. Das bedeutet praktisch, daß der Arbeitgeber nicht mehr an das Tarifgehalt gebunden ist, weder die Bestimmungen des Kündigungsschutzgesetzes noch des BRG. mehr zu beachten braucht und von der Verpflichtung der Versicherungsbeiträge be freit ist. Der mit den bisherigen Angestellten abgeschlossene Pacht­vertrag" verdiente es, einmal besonders unter die kritische Lupe ge­nommen zu werden. Die bei der Firma Paul Juhl tätigen ,, selb­ständigen Kaufleute wider Willen" sollten sich um ihre gewerkschaft­liche Interessenvertretung stärker bemühen. Nur dann wird einem so frassen Unrecht wirksam gesteuert werden können.

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Wer ist's?

Ein männliches Individuum in der Untergrundbahn. Schnür­stiefel, Bidelgamaschen, feldgraue Hose, feldgrauer Rock, Leder­toppel mit Revolver, ovales Abzeichen am Aermel, auf dem Kragen zwei Spiegel mit je zwei Tressen und zwei Sternen und Abzeichen und dann Achselstücke. Dazu feldgraue Mütze mit preußischer Kotarde. Reichswehrunteroffizier? Falsch geraten! Stahlhelmer? Auch falsch! So weit ist's ja noch nicht, daß sie mit offenem Revolver herumlaufen dürfen. Also was? Ein Angestellter der Hirsch- Nachtwächterei, die in der Uniformierung ihrer Leute, wie auch den Stahlhelm, die Reichswehr fopiert.

Wie der Vorwärts" vor einiger Zeit mitteilen konnte, ist es durch Erlaß des preußischen Ministers des Innern in Gemeinschaft mit dem preußischen Minister für Handel und Gewerbe vom 18. Januar 1928 den Wach- und Schließgesellschaften untersagt, Uniformen aus feldgrauen Tuchen und Achselstücke tragen zu lassen. Den Gesellschaften ist aber eine Auftragezeit von zwei Jahren zu­gestanden worden. Wenn man aus Billigkeitsgründen das Auf­tragen der Uniformen und Mäntel dulden will, dann sollte man das Tragen von Achselstücken und feldgrauen Mützen sofort ver­bieten und auch das Tragen von Schußwaffen am hellen Tag.

mugungspolitik. Die Berufsausbildung der Blinden besteht einzig in der Schaffung aller billigsten Arbeitermaterials und man verlangt bei ganz geringer Entlohnung die Sozialrente wird hier genauestens einfaltuliert dieselben Leistungen wie von den Sehenden. Auch der vor einem Dreivierteljahr in Königsberg stattgehabte Reichsfongreß der Blindenorganisationen habe wieder nichts als leere Versprechungen gebracht. Wegen der bevorstehenden Wahlen sei auch die Einbringung des Antrages auf Rentenerhöhung im Reichstag unterblieben. In warmen Worten appellierte der Redner nun an die Herzen der Arbeiterschaft, die sich ihrer aufs äußerste bedrängten und grausam unterdrückten Brüder und Schwestern annehmen möge. Auch sie sind Proletarier. Ab­gedrängt vom öffentlichen Leben durch ihr Leiden, bilden sie das traurige Heer der wirtschaftlich Allerschwächsten. Nun rufen sie den proletarischen Bruder um Hilfe an zur Wahrung ihrer Menschheits- Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Prager , Berlin : Anzeigen: Th. Glode, rechte. Menschen wollen sie sein unter Menschen, nicht ewig Ver­bannte in ihr schmerzvolles Dunkel.

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