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Kreikag 4. Mai 1925

Unterhaltung unö ÄVissen

Beilage des Vorwärts

Aus der Werkstatt. Do» Henna«« Hess«. tSchtuh.) Anderen Tags, obwohl ich um den zerbrochenen Lohrer«och«in schlechtes Gewissen hatte, überwog auch bei mir wieder der ängstlich« Godan?«, wi« es mit dem Bostel gehen würde. Em wemg frischer und besser ausgeruht als gestern kamen wir ins Geschöst. aber die Schwüle war nicht gewichen, und die sonst üblichen Morgengespröche und Scherz« blieben uns in der Kehl « stecken. Hans war zur g«. wohnten Stund « gekommen, nüchtern und im blauen Schlofserkleid, wie es sich gehörte. Seinen Schraubstock hatte er unter der Werk- dank gefunden und ruhig wieder aus dem alten Platz befestigt. Er zog die Muttern an. klopfte und rüttelte, bis alles wieder richtig saß, dann holte er Schmiere und sasbte die Schraube gut ein. ließ sie zur Probe ein paarmal spielen und begann alsdann seine Arbeit. Es dauerte kein« halbe Stunde, so kam der junge Meister. ..Tag,'* sagten wir, und er m'ckte. Nur der Hans hatte nicht gegrüßt. Zu diesem trat er nun, schaute ihm eine Weile zu. während er ruhig wester feilte, und sagte dann:.Seit wann ist denn der Schraubstock wieder da?' Seit einer halben Stunde,' lachte der Geselle. Aber es war künstlich gelacht, voll Trotz und vielleicht auch Besorgnis. So,' sagte der Meister,wer hat denn dich geheißen, ihn wieder hinzumachen?' Niemand! Ich weiß allein, was ich zu tun habe!' In dieser Werkstatt hast du nicht» zu tun!' rief der Meister nun etwas lauter,von heute an nichts mehr! Verstanden?' Hans lachte. Meinst, du kannst mich rausschmeißen?' Da ballte der Meister die Fäuste. Seit wann sagst du denn du zu mir, du Lump?" Selber Lump.' Ein Schlag und ein kurzer Schrei klang auf, dann wurde es totenstill In der ganzen Werkstatt, denn nun ließen wir alle die Arbeit liegen und härten entsetzt zu. Der Meister hatte dem Bastel einen Fanstschlag ins Gesicht ge» aeben. Nun standen sie dicht voreinander, minutenlang regungslos. und dem Gesellen schmoll die Haut ums Auge bläulich an. Beide hatten die Fäuste ein wenig vorgestreckt, und beide zitterten ein wenig, der Meister am sichtborsten. Wir rissen die Augen auf, und keinem fiel e« ein, ein Wort zu wogen. Da geschah es wie ein Blitz, daß.der Gesell« am Meister vorbei fpsx Esse stürzt« und mit beiden Händen den schwersten Dorhammer sich riß. Noch Im selben Augenblick stand er vor dem Meister, den Hammer hochgeschwungen, und blickte ihn auf eine Weis« an, daß uns todesongst wurde. Schlag doch zu. wenn du Eourage hast.' sagte der Meister. Doch klang e» nicht ganz echt, und alz setzt Han« Miene machte, zu- zuhauen, wich der Bedrängte vor ihm zurück. Schritt um Schritt. und Hans immer hinter ihm her, mit dem riesiqon Schmiedehammer .zielend. Der Meister war totenblaß und keuchte laut. Han» trieb ibn so long« weiter bis in die Eck«, da stand er an die Wand ge- eränat. neben seiner Maschin«, von der das Tuch geglitten war. .Hans sah schauersich au», die Spuren de« Fauftfcklage» neben seinem Aug« standen in dem weißen verzerrten Gesicht wie ein wüster Fleck. Feigsing? Feiger HundN schrie er höhnisch, und der Meister antwortete nichts. Da lüpst« Hon» Bastel den Hammer noch ein wenig, biß die Zähne zusammen und hieb. Wir schlössen die Augen. Dann hörten wir den Gesellen lachen, laut und bäse lachen. Sein Schlag hatte gedröhnt, als müsi« das Hau« einfallen, und nun schwang er den Hammer wieder hoch und hieb noch einmal. Aber beide Schläge galten nicht dem Meister, statt dessen war die Moschin« scheußlich zertrümmert und log in geborstenen und verbogenen und plattge- schlagen«» Stücken da. Jetzt warf der Hans den Hammer weg und ging langsam in die Mitte der Werkstatt zurück: dort fetzt« er sich ruhig mi! verschränkten Armen auf den Amboß, doch zittert« er noch in den Knien und Händen. Der Meister kam ebenso longsam khm nach und stellte ssch vor ihm auf. E» schien, als feien beide vollständig erschöpft und ihre Wut gebrochen. Der Hans baumelte sogar mit den Beinen, und so saß der ein« und stand der andere, sse sahen sich nicht einmal mehr einander an. und der Meister fuhr sich mit der Hand über die Stirn«. Dann nahm er sich plötzsich zusammen und sagte leise und ernst: Steh setzt auf, Hans, und geh, nicht wahr?'Ja. ja, freisich,' sagte der Geselle. Und dann noch:Also, adieu, denn!' Adieu Hans.' Nun ging er hinaus mit dem verschwollenen Auge, und die Hände noch schwarz von Schraubstockschmiere: und wir sahen ihn nicht wieder. Ich hielt den Augenblick für günstig, ging zum Meister hin und sagte ihm, ich hätte einen Gewinndebohrer zerbrochen, einen von den feinen. Aenostlich erwartet« ich da« verdiente Strafgericht. Er fragte:Welche Nummer.' .Dreidreiviertel,' flüsterte Ich Destell einen neuen,' sagte er, und roeiter kein Dort.

Bisherige Flüge zum Nordpol . General Nobile hat soeben seinen zweiten Flug zum Nordpol angetreten. Damit nimmt die acht« derartige Expedition, den.Hrt dar Unzugänglichteit' durch die Luft zu erreichen, ihren Ansang. Schon Andre« hatte erkannt, daß es mit Hilf« der Schiffe infolge der schmoren Eisverhältnisse nicht möglich sein werde, den Nordpol zu erobern, und er entwarf darum im Jahre 1895 den Plan, sein Ziel durch die Luft zu erreichen. Da«nnols lenkbare Luftichlsfe oder Flugzeuge den Forschern noch nicht zur Verfügung standen, so mußte ein Freiballon benutzt werden. Auf derselben Insel Spitz- bergen, von der aus jetzt Nobile seine Nordpolfahrten antreten will. ließ der kühne Forsch« bereits im Jahre 1895-ine Ballonhall« bauen, in der die Füllung seines Lustfahrzeugs vorgenommen wer- tot sollt». Di« Benutzung eines derartigen unlenkbaren Ballons hatte nicht nur den Nachteil, daß die Insassen ttine Möglichkeit hatten, im Fall« der Not nach emem Ort zu stiegen, wo sie die Rettung fiyden konnten, sondern sie waren auch völlig von dem richtigen Südwind abhängig, der im Jahre 1898, als Andre« seinen Flug antreten wollte, nicht m günstiger Weise«intreten wollt«. Die -ExpedUivB mußte darum auf da» Jahr 1897. verschoben werden,

SleWewandenmi! von 195 Klomeieru.

.Eine der für die Erforschung schwierigsten Gegenden der Welt' hat Sven Hedin den Kora-Korum genannt: dem nimmer rastenden Pioniergeist europäischer Bergsteiger ober haben diese Ei»- wüsten Ihr Geheimes preisgeben müssen. In aller Still«, fern von jeder. Sensationshascherei, nur von zwei Schweizer Bergführern und einem indischen Topographen begleitet, hat Ph. Ehr. D i s s e r mit seiner mutigen, derggewvhnten Frau und einem Freund die vier- bis fünftausend Meter hohen Pässe des Kara-Korum über- wunden, ist über da» beängstigend«, bis zu 69 Kilometer lange Spaltengewirr riesiger Gletscher vorgedrungen, so daß selbst die bewährten Führer bedenklich den Kopf schüttelten. Solch« Touren in einem Gebiet, das auf den Karten als weißer Fleckunerforscht' erscheint, sind alpine Großtoten, die ssch würdig den derühmten Leistungen der Pioniere m den Alpen anlMIeßen. Es ist«ine andere Art Bergsteigen in den weglosen Hochgebirgen Asiens als in den durch Wege und Hüttenbauten erschlossenen Alpen. Allein die Schwierigkeiten des regelmäßigen Berpflegungsnachichubs, der ganz auf den Schultern bergsteigerisch ungeschulter und dazu noch abergläubischer Kulis ruht, können«ine solche Erpedition zum Scheitern bringen. Eine besonders packende Stelle des soeben bei Brockhaus in Leipzig erschienenen Visserlchen BuchesZwischen Kara-Korum und Hindukusch' ist die Schilderung des letzten ReiseabWrnttts, der der Erfoischung des Bamra-Gletschers galt. Dieses Gletsthergebiet war nie zuvor betreten worden. Es war nur bekannt, daß sich dort ein ganzer Kranz von gewaltigen Schneebergen befand, die zum erstenmal von Major Mason im Jahre 1913 gesichtet worden waren. Er hatte damals auch ihre genau« Lagt festgelegt. Es lag also aus der Hand, zu vermuten, daß der Batura-Gletschcr, dessen Unterend« bis quer über dos Hunzatal geschoben ist, von diesen hohen Bergen umringt und ge- speist wird. In diesem Fall mußte der Eisstrom von gewaltigem Ausmaß lein. Der Bawra war in seinem unteren Ende dermaßen zerrissen, daß es unmöglich war, ihn gleich zu begehen.Wir betraten ihn,' so schreibt Visier,zwei bis drei Kilometer weiter oben, an einem Punkt, dem w!r nur auf einem ziemlich großen Umweg erreichen konnten. Zuerst mußten wir den Pafugletscher queren und dann einen mtbedeutenden Paß überschreiten, der uns über den Berg - rücken zwischen Pasu- und Batiiro�tzletscher führte. Wir lagerten koch über dem Datum auf einer prächtig gelegenen Bergwelde, wo Hirten wohnten: fi« versorgten uns mit Rahm und Milch. Es war ein herrlicher Abend. Die ganze Lust schien erfüllt mit goldenem Staub, der langsam emporschwebt«, bis er im Himmelsraum ver- schwand, wo nacheinander die Stern« aufblitzten. Di? beiden ersten Märsche waren«ine angenehme Ueberraschung. Ein Hirtenpiod lief durch die Bergwand, die hier und da mit Gras. Rosensträuchern und Blumen bewachsen war. Dieses Sttick war nicht allzu ermüdend. Zwischen Bergwand und Ei» lag erne Reih« kleiner Seen, Eis- blocke trieben darauf und spiegelten sich in dem stillen, blaugrünen Wasser. I« weiter wir kamen, um so schöner wurden die Schnee- berge, die langsam auseinander traten, um neue Naturwunder zu enthüllen. Zwischen diesen herrlichen Bergen schlängelte ssch der königliche Gletscher. Am dritten Tag« wurde das Vorwärtskommen am Süduser schwieriger. In einigen drei Stunden guerten wir hin­über auf die Rordseite und wurden durch ein Moränental zwischen Gletscher und Bergwand von etwa einem halben Kilo- meiee Breit« überrascht. Es war ein« Sandssäch«, mit Tannen be- wachsen und von Rosensträuchern, Blumen und schönen Laubbäumen mnsämt. Wir fanden hier einige kleine Hirtenhütten, aus Daum- stimmen gefügt, die pyramidenförmig gegeneinander gestellt waren und dies 20 Meter oberhalb des Gletscherendesl Gegemiber, kaum drei Kilometer entfernt, standen die Randberge des Batura,

eine Mauer aus Schnee und Eis, in der Sonn« glänzend, unsagbar groß, unnahbar, furchterweckend. Dies waren keine einzelnen Berge mehr, es war ein Bergkamm, der sich nach Westen erstreckte, soweit da» Auge reichte,«in Bergkamm, aus dem sich«ms Reih« von Gipfeln bis beinahe 7800 Meter erhob. Di« beiden folgenden Märsche brachten uns bis ungefähr 39 Kilometer oberhalb des Gletscherendes. Wir waren nun in einem Gebiet, wohin die Hirten nicht mehr kommen. Das Moränental ward enger und war merkwürdigerweise von einem großen Bach durchströmt, denn gewöhnlich sucht sich das Wasser seinen Weg unter den Glerscher durch. Das Harrpttal wurde auch enger, die ganze Umgegend wilder, und sorreit das Aug« reichte, erstreckte sich der Eisstrom westwärts. Von links und rechts erhielt er den Zufluß von Seitengletschern. An diesem Abend fanden wir einige 50 Kilometer oberhalb des Gletschers eine kleine Vlumenoase in einem Seitental neben einem malerischen kleinen See. Uns gerade gegenüber baute stch auf der anderen Seite des Tales noch stets die unsagbar großartige Eis- und Schneewand auf. An einigen Stellen war sie durch mächtige Schluchten gespalten, aus denen fleckenlos weihe Seitengletscher als zerbröckelnde Etsmasss hernieder- hingen. Lawinen donnerten Tag und Nacht, ein ebenso großartiges wie ftirchterweckcndes Schauspiel Am sechsten Tag glaubten wir den Ursprung des Gletschers vor uns zu haben, nämlich dort, wo die letzte Reihe hoher Berggipfel emporsteigt. Das würde dem Gletscher «ine Länge von ungefähr 48 Kilometer geben. Aber der Batura, der uns schon so viele Ueberraschimgen bereitet hatte, hatte noch «ine andere, große aufgesvart. Denn als wir am siebenten Tag zwischen Eistürmen und Spalten vorwärts kletterten, rief Perren plötzlich:Herr, dies ist noch nicht dos Ende des Gletschers, was wir hier sehen. Er krümmt sich nach Norden.' Es war kein Zweifel mehr möglich: mit schorfer Krümmung kam der Gletscher aus Norden, und als wir diese Krümmung erreicht hatten und dachten nun In jedem Fall das Ende zu schcmen, da sahen wir nur ein wildaufgepeitschles Eismeer, das hinter einer neuen Krümmung ver- schwand. Kein Zweifel, der Batura war ein Gletscher, der außer- halb der Polgebiete zti den größten der Erde gehörte. An diesem Tag fanden wir die Lösung des Problems noch nicht. Inmitten ragender Eistürm« und ragender Spalten schlugen wir das Lage? auf. um der Lawinengefahr zu entgehen, die mit jedem Tag größer wurde. So häufig ereigneten sich diese Schnee- und Eisstürze, daß et gar nicht schwierig war, sie zu pholvgrophieren.' Bisser hat den riesigen Batura seiner ganzen Länge nach samt seinen Seitenaletschern erforscht. Unsagbar waren die Schwierig- keiten, die stch ihm aus diesem Weg entgegenstellten. 195 Kilometer hatte er md seiner Begleitung über und längs einem einzigen Gletscher zurückgelegt, 29 Tag« lang war er durch ein und dasselbe Gletschertal gezogen. Der Bottira-Gletscher sst insgesamt 58 Kilo- meter lang, dabei meistens zwei bis drei Kilometer breit und ver- mutlich einige hundert Meter dich Dazu kommen dann noch die Seitengletfcher, von denen einige das Ausmaß der größten alpinen Eisströme haben.Ein sonderbares Gefühl,' so schreibt Bisser in seinem Buch,überkommt mich bei dem Gedanken, daß wir die ersten Sterblichen sind, die diesen Gletscher, wahrscheinlich den viert- längsten Innerastens, nicht nur in seiner Gesamtheit gesehen, son- dern auch setner ganzen Läng« nach beschritten Kaden. Der längste Gletscher auf Erden mit Ausnahme der Polgebiete> der Siacbem im Oberen Nubra-Tas, hat eine Länge von ungefähr 71 Kilometer. Der Hispar, der Lasioea und Diafo, diese Riesen- eisströme, die seinerzeit ihre Entdecker in Erstaunen versetzt haben, stnd ungefähr ebenso lang wie der Bawra oder kürzer. Zum Der- gleich möge dienen, daß der größte bekannte Himalaja -Gletscher nur eine Länge von etwa 1(5 Meilen oder 255 Kilometer hat.'

und als am 39. Juni die notwendig« Windrichtung festgestellt worden war, wurde der Ballon an diesem Tag« gefüllt und am 11. Juli trat Androe mit seinen Bogleitern Franks und Strindberg die Fahrt an, von der er nicht mehr zurückkehren sollte. Er bliob bis heute oerschollen: man nimmt an, daß er bei ein« Notlandung von Es- kstnos ermordet wurde. Nach Andre« hielt der Ameritcmer W e l l- mann lange Zeit die Well mit Vorbereitungen in Atem, di« einem Vorstoß durch die Luft zum Nordpol dienen sollten. Er hat oder seine Absicht niemals ernsthaft durchgeführt. Erst im Jahr« 1922 begannen die Expedittonen ernsthafter For- scher, di« schon dadurch Aussicht auf Erfolg gewährten, daß in- zwischen die lenkbaren Lustschiffe und Flugzeuge eine große Voll- tommenheit erreicht hatten. Der erste Mann, der sich dies« Fahrt- mittel bedient«, war der schweizerisch« Flieger Mittelholzer. der mit seinem Genossen Neumann im Jahre 1923 im Flugzeug über Spitzbergen einen Flug nach dem Packeisgürtel de« Nordpols an­trat und große Erfolge erzielte, wenn er auch eines Magnetschaden« wegen das endgültige Ziel nicht erreichte. Aehnlich ging es dem berühmten norwegischen Forscher Amundsen. der zwei Jahre spät« am 21. Mai 1925 von Kingsbay aus mit zwei deutschen Flugzeugen startete. Er blieb fast einen Monat lang verschollen, da er in d« Gefahrenzone de» Nordpoleises geriet. Ab« er und sein« Gefährten konnten sich trotzdem aus der eisigen Umklamnierung be- freien und auf einem Flugzeuge wieder in die bewohnte Weit zurückkehren. Auch er Halle den Nordpol nicht völlig erreicht, war ober jedenfalls weit« vorgedrungen als jemals ein Mensch vor ihm. Das Jahr 1926 brachte dagegen zwei erfolgreiche Flüge. Der Ame- rikan« Byrd, der gleichsalls von Kingsbay aus am 8. Mai seinen Flug angeweten hatte, war der erste Mensch, der tatsächlich zum Nordpol gelangt war. Drei Tage später erreichten dasselbe Ziel Amundsen und Nobile, die mit dem LustschiffNorge " am 11. Mai von Spitzb«gen aus üb« den Pol nach Alaska flogen. Ebenso wie Byrd warfen Amundsen und Nobile di« Flaggen ihr« Länder über diesem heiß erahnten Punkt der Erde crb. In aller Erinnerung ist noch der letzte Flug, der am 15. April von dem Am«ikan« 28 i l k i n s ausgeführt wurde und m der entgegen- gifatzien Richtung von Point Barreau nach Spitzbergen führt«. Die wissenschaftlichen Ergebnisse wären negatlver Art, d. h. es wurde fest­gestellt, daß am Pol kein Land vorhanden sei. Die weitere For- schung mit Hilfe von Lustschiffen und Flugzeugen wird also davon absehen können, hier nach Land zu suchen. Gen«al Nobile hat darum auch in'dieser Beziehung kein« großen Hoffnungen, sondern seine Hauptausgabe wird darin bestehen, die meteorologischen Der- hällmsse zu studieren. An dieser Stelle darf auch nicht die große vorbereitende Arbeit des Grafen Zeppelin vergessen werden, d«

stet» es als die Hauptaufgabe des lenkbaren Luftschiffes betrachtet hatte, wissenschaftlich» Forschungsarbeit dort zu leisten, wo andere Verkehrsmittel nicht w Betracht kommen, nämlich am Pol. Be- kanntlich hat b««its«ine Expedition die hervorragendsten deutschen Gelehrten die Vorarbeiten in Spitzbergen geleistet.

Das erste Rakeienstugzeug.' Aus Luftschifferkreisen wird geschrieben: Das erste Rateten- slugzeug, das noch vor wenigen Wochen ein Gebilde überhitzter Phantast« zu sein schien, wird in kurzer Zeit durch die Opel -Werk« hergestellt werden, und zwar soll das LeichtflugzeugGrasmücke', das von der Flugzeugfirma Raab-Katzenstein gebaut wurde, für di« neuen Zwecke umgebaut werden. Der Flieger Raab hat sich bereit erklärt, den ersten Flug zu wagen, der mit geringer Ladung erfolgen soll. Zuerst will man das Fugzeug schräg in die Lust schießen, da man di« Wirkung auf den Menschen erproben muß. Später wird man nach erfolgreichen Versuchen darangehen, immer steilere Bohnen da» Beförderungsmittel machen zu lassen, bis der senkrechte Schuß in den Weltenroum möglich ist. Beim Nieder- gehen wird das Flugzeug sich de« Gleiffluges bedienen müssen, da es über die Kraftquellen der normalen Flugzeuge nicht mehr ver» fügt. Der Antrieb erfolgt bekanntlich durch den Explosivstoss der Raketen, so daß«» nicht fliegt, sondern geschossen wird. Da nun das Projekt des Weltraumflugzeuges Gestalt anzunehmen beginn� muß man den beabsichtigten Vorstoß in den Weltenraum auch vom Standpunkt d« Wissenschaft aus untersuchen. Es drängt sich nun folgender nicht zu unterschätzender Einwand auf: der deutsche For­sch« Kohlhörst« hat in höheren Luftzonen eine sehr»harte Strah- lung entdeckt, die offenbar von der Milchstraße zu uns dringt und alle auf Erden bekannten durchdringenden Strahlen, wie die Röntgenstrahlen und Rodiumstrohlen an Härte weit übertrifft, c!» wurde berechnet, daß sie imstande stnd, einen Bleipanzer von 80 Zentimeter Dick« zu durchdringen, während z.B. die Röntgen- strahlen, die bekanntlich auch gefährlich werden können, schon durch ein« dünne Bleischujchecke unwirksam gemacht werden. Die harte Höhenstrahlung der Milchstraße , die aus sehr kurzwelligen Strahlen besteht, wird für uns bei dem Durchgang durch unsere Lusthülle ungefährlich, denn sie wird auf diese Weise langwellig. Wenn selbst vorderhand ein Vorstoß in den Weltenraum gelingen sollte. der nicht nach einem anderen Planeten führt, sondern mit der Rück­kehr auf unsere alte Erde endet, dann wird in großen Höhen sich doch für den in dem Weltraumslugzeug eingeschlossenen Menschen ans dies« Strahlung eine große Gefahr ergeben.