Schwent im Arsenal.
Bou Jaroslav Hafel.
Jaroslav Safet hat bereits vor dem Krieg einen Urichment, bestehend aus fünf Stizzen, geschrieben, und Schwent fo in die Literatur eingeführt. Sier eine von ihnen.
C's fam so, wie der würdige Felbturat ihm gesagt hatte:
fe, ,, Schwent, du Idiot, wenn du unbedingt beim Militär dienen willst, so wirst du zwischen Schießbaumwolle dienen. Bielleicht wird dir dieser Dienst gut anschlagen." Der brave Soldat Schment lernte also im Arsenal mit Schießbaumwolle hantieren. Gr füllte mit ihr Torpedos. So ein Dienst ist tein Honigleden, weil man dabei unaufhörlich mit einem Fuß in der Luft und mit dem anderen im Grabe steht.
• Aber der brave Soldat Schwent fürchtete sich nicht. Er lebte zwischen Dynamit, Etrafit und Schießbaumwolle zufrieden als ein ehrsamer Soldat und aus der Barade, wo er bieje Schießbaumwolle in Torpedos füllte, ertönte sein Gesang.
,, Stelle deine Posten auf die starten Bruden, Piemont, Piemont. Wir werden doch hinüberrucken, hop, hop, hop. Hei. Das war ein Schlachten, bei Solferino dorten. Blut floß dort in Fülle, floß an allen Orten, hop, hop, hop. Blut bis zu den Knien, wie im Fleischerladen.
Weil sich die Achtzehner dort geschlagen haben, hop, hop, hop." Nach diesem schönen Lied, das den braven Soldaten Schwen? in einen Löwen verwandelte, famen andere ergreifendere Lieder an die Reihe, von Klößen, wie ein Kopf so groß. Der brave Soldat Schwent aß nämlich Knödel mit unbeschreiblicher Böllust.
Und so lebte er zufrieden mitten in der Seßbaumwolle einfam Da fam eines Tages eine Inspektion, die von einer Barade zur anderen geht und nachsteht, ob alles in Ordmung ist.
und allein in einer der Baraden des Arsenals .
Als die Inspektionsoffiziere die Barade betraten, in der der brane Soldat Schwent mit Schießbaummolle umgehen lernte, da Ponnten sie an dem Tabatsqualm, der aus einer Pfeife aufstieg, merken, daß der brave Soldat Schwenk ein unerschrockener Krieger
mar.
Als Schment die Offiziere erblickte, stand er auf, nahm vor. schriftsmäßig die Pfeife aus dem Mund und legte sie in möglichst geringer Entfernung neben sich hin, um sie recht nahe bei der Hand zu haben, und zwar in ein offenes Stahlfach mit Schießbaumwolle. Dabei fagte er, während er salutierte:
Melde gehorsamst, nichts Neues; alles in Ordnung!" Es gibt Augenblide im Menschenleben, in denen die Geiftes gegenwart eine große Rolle spielt.
Der flügste von der ganzen Gesellschaft war der Herr Oberst Aus der Schießbaumwolle stiegen fleine Rauchtringel empor, und da fagte er:„ Schment, weiterrauchek!"
Das war ein weises Bort, dem es ist fraglos besser, wenn sich eine brennende Pfeife im Mund befindet, als in einem Fasse Schießbaummolle. Schwent salutierte und sagte: Melde gehorsamst, daß ich rauchen wer". Er war ein gehorsamer Soldat.
Und jetzt fommen Sie auf die Bache, Schwent!" Melde gehorsamst, fann ich nicht, weil ich hier laut Borschrift bis 6 Uhr bleiben muß, bis man mich ablösen tommt, nämlich bei der Schießbaumwolle muß fortmährend jemand stehen, damit kein
Unglüd passiert!"
Die Inspektionskommiffion entfernte sich. Sie rannte in höchster Eile auf die Bache und gab Befehl, Schwent durch eine Patrouille holen zu lassen.
Die Batrouille ging ungern, aber fie ging bodh
Ms fie vor die Barade tamen, in der der junge Solbat Schwent mit einer brennenden Pfeife mitten in der Schießbaumwolle saß. rief der Korporal: Schwent, du Sauferl, wirf die Pfeife aus dem Fenster und tomm heraus!"
Fällt mir nicht ein! Der Herr Oberst hat befohlen, ich soll weiterrauchen, ich muß also rauchen, bis man mich in Stüde reißt!"
Romm heraus, Rindvieh!"
,, Nein und nein; melde gehorsamst. Es ist erst 4 Uhr und ihr tönnt mich erst um 6 Uhr ablösen. Bis 6 Uhr muß ich bei der Schieß
Feierabend.
Bon Herm. Claudius.
Schwer liegt noch auf mir Gehämmer der Werkstatt und Schwer liegt noch auf mir Gehämmer der Werkstatt und Qualm der Essen.
Schaufel ich aber erst unseren Kleinsten auf meinen Knien, ist alles vergessen.
Mein Weib dedt den Tisch mit dem fargen Abendbrot. Uber fein Lächeln: welch Leuchten um unfere not. Gläubig gleitet mein Blid von Geficht zu Gesicht..
Die Blutfäer.
Eine afrikanische Gette.
Die Missionstätigkeit im buntlen Erbteil hat beftänbig mit bem Aufleben alter heidnischer Gebräuche zu lämpfen, die auch die Chriften in ihren Bann ziehen oder ihnen das Leben erschweren. Bon solchen Kämpfen gegen das Heidentum im Njaffaland erzählt
Miffionär Gründler in den Berliner Missionsberichten" und vers weilt besonders bei der Unterdrückung einer allgemein gefürchteten Sette, der sog. Babudi" oder Eatschläger, die die Gewohnheit haben, ihren Acer dadurch fruchtbar zu machen, daß sie die Saatförner mit Menschenblut vermischen und dann ausfäen. Diese Blutfäer nehmen aber nur das Blut von einem bestimmten Teil des Lebenden Menschen, und um dies zu erlangen, begehen sie eine ungeheuerliche Grausamkeit. Sie überfallen Hirten, die allein bei ihren Herden sind, oder Wanderer, die sie auf einsamen Wegen antreffen, werfen sie nieder, reißen ihnen mit Gewalt den Mund auf und machen einen Einschnitt in den Kehldeckel; aus dieser Wunde wird dann so viel Blut, wie nur möglich, herausgepreßt. Es ist flar, daß viele, die auf diese Weise überfallen merden, an der Wunde, und den Verlegungen, die sie bei der Abwehr erleiden, zugrunde gehen. Ihre Landsleute haben unter diesen Blutsäern" furchtbar gelitten, aber sie wagter nichts von den Untaten der Babudi ans Licht zu bringen, weil fic fonft von ihnen auf grausame Weise umgebracht wurden. Gründler wurde auf diese Sette aufmerksam, weil sich öfter Leute, die von den Babudi überfallen worden waren, an die Missionsstation um Hilfe
3mmer höher und breitet die este weit.. So steigt ein Baum aus der dunklen Erde hinauf in das Licht wandten. Er ging dann der Sache über Jahr und Tag nach, aber es
Jch und mein Weib und mein Kind: wir Ewigkeit.
war sehr schwierig, Genaueres zu erfahren, weil viele Häuptlinge mit ihnen unter einer Dede steden und die Vabudi, wenn sie von einem Ueberfall hören, scheinbar zur Rechenschaft ziehen, sich aber dann durch Rinder, Bier und andere Sachen bestechen lassen und die Untersuchung unterdrücken. Als der Missionar sich genügendes Be weismaterial beschafft hatte, brachte er die Sache bei der Regierung
baumwolle stehen, damit fein Unglüd passiert. Ich bin sehr zur Anzeige, und darauf ist die Unterdrückung der Sefte erfolgt. vorsich
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Das„ tig" sprach er nicht mehr aus. Vielleicht habt ihr von der großen Explosion in dem Arsenal gelesen. Eine Barade nach der anderen flog in die Luft. In drei Viertel Sefunden war das ganze Arsenal in die Luft geflogen.
In der Barade, in der der brave Soldat Schwent mit Schieß baumwolle umgehen lernte, fing es an und an dieser Stelle türmten sich wie Grabhügel Bretter, Latten und Eisenkonstruktionen, die von allen Seiten geflogen famen, um dem waderen Schwent, der sich vor der Schießbaumwolle nicht fürchtete, die letzte Ehrenbezeugung zu leisten.
Drei Tage lang arbeiteten die Pioniere auf den Ruinen und fügten Röpfe, Rümpfe, Arme und Beine zusammen, damit der liebe Herrgott beim jüngsten Gericht die verschiedenen Chargen erkennen und fie auch dementsprechend belohnen tönne. Es war ungeheuer schwierig. Drei Tage lang räumte man die Bretter, die Eisenton struktionen auch vom Rumpfe Schwents fort, und in der dritten Nacht vernahm man, als man in das Innere dieses Durcheinanders brang, eine angenehme Stimme:
Hei, das war ein Schlachten, bei Solferina dorten,
Blut floß dort in Fülle, floß an allen Orten, hop, hop, hop!" Beim Schein der Fadeln grub man sich zu der Stimme durch, die fange
Blut bis an die Knie, wie im Fleischerladen,
Weil sich die Achtzehner dort geschlagen haben. Hop, hop, hopt Und im Schein der Fadeln gewahrten die Retter eine aus Eisenkonstruktionen und angehäuften, Brettern entstandene Grotte und in einem Winkel erblickten sie den braven Soldaten Schwent, der die Pfeife beiseite legend, falutierte und sagte:
Melde gehorsamst, nichts Neues; alles in Ordnung!" ( Autorisierte Ucherlegung aus dem Tschechischen von Grate Reimer.)
Bor siebenunddreißig Jahren bestand, so erzählt Essad- Bey in der Literarischen Welt ", in Rajan eine leine Provinzoper; die Ge schäfte der Oper gingen nicht gut, fie fuchte nach neuen, billigeren Sträften. Eines Tages erschienen vor dem Direktor der Oper zwei junge Burschen und baten um Anstellung als Hauptdarsteller. Der eine war ein Baß, der andere ein Tenor. Der Direktor lleß beide' Probe fingen, der Tenor gefiel ihm. Ich werde Sie als Hauptdar steller anstellen," sagte er, in Ihrer Stimme aber," wandte er sich zum Baß, fehe ich teine große Möglichkeit, Sie tönnen aber immerhin im Chor mitsingen." Der Baß hieß Schaljapin , der Tenor Gorti Das Gefühl des Neides lag aber Schaljapin augenscheinlich fern, bis heute Brieben er unb Gorfi eng befreundet.
Nach der Revolution gründete Schaljapin in Gemeinschaft mit Gorfi und Granowsky das sog.„ Theater ber Tragödie, das als ein antites Arena- Theater gedacht war. Später erhielt er für seine Berdienste den Titel„ Der rote Künstler der Union ", außerdem wurden feine nationalisierten Güter zurückerstattet. Beibes wurde ihm aber wieber entzogen, als er 5000 Franten für ruffifche Emigrantenfinder Spendete.
Was bei uns verhaftet wird. Die deutsche Botizel mußte im April dieses Jahres möchentlich 20 000 Menschen festnehmen, und zwar 7600 megen groben Unfugs. 2700 auf Grund eines Haft befehls, 1600 megen Einbruchs, 1500 wegen Mißhandlung, je 700 megen Diebstahls und Widerstanb, 600 megen verbotenen Handels, je 500 megen Betrugs, Sittlichkeitsbelifts, Betteins und Heber tretung des Kraftfahrzeuggefeßzes, 300 wegen Umbertreibens, je 200 megen Hehlerei, Unterschlagung und je 100 megen Notzucht, gemerb licher Unzucht, Totschlags, Mordverfuchs, Urfundenfälschung und Entweichens aus dem Elternhause und aus, der Fürsorge.
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