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Ganz Berlin unterwegs. Die Herren Wettermocher da oben lieben nun«>mnal Feiertags- Überraschungen. Erst lasten sie unsere Gesichter lang und länger werden und dann plötzlich, knapp vor Toresschluß, gibt's überall ein befreiendes Lachen. Wer also nicht zu den Wetterharten, in diesem Falle auch Optimisten genannt, zählte, der packt« im Verlaus des meloorsprechsnden Pfingssonnabends Koffer, Köfferchen, Rucksack und dergleichen und hatte dann, so will es die Tradüüm, mit der großen Menge Gleichgesinnter erstmals mit unendlicher Geduld etliche Mastozspräbchen zu bestehen. Erste Leidensswtion: Vahnhossschlange, darauf Heisluftmassage in den übervollen Wagen, dann war man endlich erlöst von all der Qual und die Erholung trat in ihre Rechte. Zu Wasser und zu Lande herrscht« überall ein Mordsbetrieb. Auf den helmischen Gewästern wimmelt« es von Paddlern, Ruderern und vor allem Seglern, denn die hotten diesmal ehr idealstes Brisen- weiter, das immerhin manchmal die Grenze des Erlaubten über- stieg. Alles war vertrejen, nur keine Schwimmer, denn dazu waren die Fluten denn doch zu kühl. Di« Perfonendampfer waren voll bspackt und stöhnten schwer unter der Lost ihr» Besatzung. Am Waldesrand standen Zelt« dicht bei dicht. Alle Wege und Steg« waren voll von fröhlichen Lusthungrigen. Am Nachmittag des ersten Feiertages gab es In den westlichen Teilen eine klein« husche"', die aber bald vorüberging. Di« armen Togesausflügi» hatten danach abends wiederum die Tortur des Drängelns, Quekschens und Wütens ein» erregten Menge durchzumachen, was sie aber nicht hinderte, am nächsten Morgen mit frische» Kräften, mit neuem Mut bensesben recht unerquicklichen Anfangs- und Schlußavord ihr» Feiertagssinfonien durchzukosten. Irgendwelche ernstlichen Derkehrs- unsälle sind im Gegensatz zum Ostersest glücklicherweise nicht zu be- klagen. Alles in ollem also ein paar prächtig«, erfrischend« Tage, die den Hunderttousenden recht zu gönnen waren.

Schwerer Ltnfall in Niederschöueweide. Ein junges Mädchen ertrunken. Am Restaurant Kysfhäuser in Niederschöneweide ereignete sich gestern abend gegen 11 Uhr ein Unglücksfall, der«in Menschen- leben kostete. Ein junges Paar stürzte von der Brücke ins Wasser. Auf die Hilferuf« konnte der sung« Wann von Ausflüg- lern gerettet werden, während seine Begleiterin erst nach zwanzig Minuten vom Reichswasterschutz geborgen werden konnte. Sie wurde in da» Krankenhaus von Oberschöneweid« gebracht, doch konnte dort nur der bereits«ingetreten« Tod festgestellt werden._ Noch ein Opfer des Phosgens. Vergiftet aus Wilhelmsburg nach Berlin gekommen. In der Sonnabendnocht wurde der ZZjährige Maurer Fritz Fels aus Harburg-Wilhelmsburg, der mit dem Ham- burger D-Zug auf dem Lehrter Lahnhof eintraf, auf dem Perron plötzlich von heftigem Uebelsein befallen. Der Erkrankte wurde vom Bahnarzt untersucht, der Bergistungserscheinungen zu erkennen glaubte imd die sofortig« Uebtrsührung in das Westend-Kranken- haus anordnet«. Fels verlor bereit» auf dem Wege dorthin da« Bewußtsein. Di« Untersuchung«gab ein« schwere Phosgen« Vergiftung, die sich der Erkrankt« vermutlich durch den Genuß von Lebensmitteln, die mit dem Ga» durchsetzt waren und bestim- mungsgemäß hätten vernichtet werden wüsten, zugezogen hat. Sein Befinden ist ernst._ Klugzeugsturz m Zuschauermenge. 1 Toter, 8 Schwer« und 4 Leichtverletzte. pari». 28. Mai. Einen tragischen Ausgang nahm der von d« Bereinigung der Zivil flieg« Frankreichs am Pfingstslmniag veranstaltet« Flug- tag in O r l y bei Paris . Bei dem Landungswettbewerb rast««in Marineflugzeug in die Menschenmenge. Insgesamt wurden ISPersanenverletzt, von denen acht schwer«« Ver­letzungen davongetragen haben sollen. Ein Verletzterverstarb bei der Ueberführung in das Krankenhaus. Flugtag tu Staaten. Staaken hatte gestern wich« seinen großen Tag. Zehntausend« waren hinausgekommen. Die Polizei hatte umfangreiche Ab- fperrungen vorgenommen und sorgte für reibungslosen Zu- und Ab- gang. Auch die Organisation auf dem Flugplatz klappt« vorzüglich und die D«k«hrsunternehmen. die Ostern zum Teil versagt hatten. waren weit best« vorb««tet. Den Auftakt d« Veranstaltung bildet« ein Begrüßungsrelaen aller Flugzeug«. Nach dem Dollonrommen, da» wie immer den Beifall des Publikums fand, starteten die bekannten Luftakrobaten Fritz V e i d t und Ernst U d« t, die ihr großes Repertoire in blenden­der Weife absolvierten. Besonders Udet zeigt« sich wieder als wahr« Meist« der Luft. Sodann kamen tn« Fallschirmabsprünge der Piloten Hinderlich und Liedtt«, die auf dem Platz wohl- behalten niedergingen. Es folgte die ,F>berbürgermeist«r-Böß> Stoffel"', an d« Leichtathleten, Motorradfahr« und Flugzeuge teil- nahmen. Die Staffel führte von Staaken nach dem vornstcht« Feld und zurück. Den Ehrenpreis d« Stadt Berlin errang der deutsche Sportklub in 40 Minuten und 20 Sekunden. Ein« besonder« Bereicherun q erfuhr das Programm durch die Beteiligung namhaft« Firmen und Mitglieder des Deutschen Autoclub» an d« Krafttvaaenschau und Schönhestskonkurrenz. Den ersten Preis des D. A. C erhielt ein Mercedeswogen. Den Abschluß bildet««in wohlaelungenes lapanisches Togesfeuerw«?. Zusammenfastend kann gesagt werden, daß dies» Sport- und Flugtag in jeder Beziehung ausgezeichnet geklappt hat. Unter den zahlreichen Gästen iah man u. o. Oberbürgermeister Löß und den Kommandeur der Berlin » Schutzpolizei , Ob-rst Heimannsberg . Schwerer Unfall eines postomniSusses. Leuzen a. d. Elbe. 28. Mai. Am Abend des ersten Pfingstfeiertages fuhr ein Personenkraft. wagen d« Reichspost infolge Versagens der Steuerung gegen einen Baum. VierFahrgäst« wurden schwer und eine Anzahl leicht oerletzt. Der Wagen wurde stark beschädigt. Feuer auf eiuem MotorverkehrSboot. Auf dem Spreekanal, vor dem Haus« Wallstr. 6/7, ge- riet am Montag nachmittag«in sechzig Personen fassendes unbefetz- tss Motoroerkehrsboot in Brand. In wenigen Minuten stand das Deck des Boote» in hellen Flammen. Di« zur Hilfe ge- rufen« Feuerwehr kämpft« das Feuer durch starkes Wastergeben aus zwei Schlauchleitungen nieder. Der 20iädrig« Schiffsjunge Kurt D r ä g e r erlitt erhebliche Brandwunden im Gesicht und an den Händen. Er erhielt auf der nächsten Rettungswache Rot» verbände angelegt.

Das Reichsbanner in Brandeabur Eine Massenkundgebung im Brandenburger Stadion.

Brandenburg , 28. Mai. Acht Tag« nach dem Wahlkampf, in dem die Reichsbanner- kameraden Tag und Nacht ihren Mann gestanden haben, traten sie wieder zusammen, um das Kampfpanier in die tausendjährig« Stadt Brandenburg zu tragen und in einem Aufmarsch der Masten zu zeigen, daß die Macht des Reichsbanners stetig wächst. Brandenburg , eine Stadt, in der die Arbeiterschaft seit Iahren führende Posten der Verwaltung mit Männern ihres Vertrauens besetzt hat, war diesmal ausersehen, das Gaufest in seinen Mauern zu beherbergen. Stadtverwaltung und Veoölke- rung wetteiferten, das Stadtbild in Schwarzrotgold zu tauchen. Ueberall, von allen Zinnen der Stadt, prangt« reicher Flaggen- schmuck. Der größte Teil der Festteilnehmer traf erst am Sonntag früh ein. Auto auf Auto rollte schon in den frühen Morgenstunden in die Stadt. Die Berliner kamen teils mit der Bahn, teils auf Lastautos, die Radfahrerabteilungen zu Rad. Di« Rasensportler begannen am frühen Morgen mit ihren Wettkämpfen. Di« Wassersportabteilung versammelte sich auf der Havel zu einer Bootsauffahrt. Auf vier großen Vlatzen traten um 1 Uhr die Kameraden an. In vier großen Marschsäulen gings zum Stadion. Zu beiden Seiten d« Züge marschierte die Brandenburger Arbeiterschaft. Das Stadion war um 2 Uhr üb«fLllt. Bis in den letzten Winkel des weiten Platzes haben die Kameraden Autstellung genommen Mit dem E i n m a rfch der Fahnen sämtlicher Ortsgruppen des Gaues be- ginnt die Fei«. Der Arbeiterfängelbund Branden- bürg"bringt3a rd Folefon" zum Vortrag. Dann begrüßt der Gauvorsttzende, Genosse Stelling, die Feftteklnehm« und spricht d« Brandenburg « Stadtverwaltung und der Lrbetterschast den Dank für die so überaus herzliche Aufnahme aus Als erst« Red- ner nimmt Reichstagsabgeordneter Franz Künstler das Wort im Auftrage der Sozialdemokratie. Er führt« aus: Ich hoffe, daß all« Parteien, die ehrlich zu Schwarzrotgost» stehen, mit Fleiß und sittlichem Ernst, geleitet von größtem poli. tischen Veranlwortlichkeitsgesühl, an die dem neuen Reichsparlament gestellten großen und schweren Aufgaben herangehen. Geschieht das, dann ist keine Aufgabe so schwer, als daß sie nicht gelöst werden könnte. Die deutsche Republik soll da» freiest« Land der welk««den. in de« sich auch der einfachste Arbellamann wohl und glücklich fühlen soll. Jetzt ist die Stunde gekommen, daß endlich eine volks- und arbeiter­freundlich« Politik im neuen Reichstag getrieben werden muß. Im ebrlichen Wettstreit sollen alle Volksschichten die Kräfte mobilisieren, dl« die deutsche Republik für eine gesunde Entwicklung und glück- verheißende Zukunft gebraucht. Nachdem der reiche Beifall verklungen, tritt Ministerialdirektor Dr. F a l ck für die demokratische Partei auf das Podium. In seiner

Begrüßungsansprache kommt er auf die Pläne eines Zusammen- fchluffes der Demokraten mit d« Volkspartei zu sprechen. Unter großem Beisoll führt er aus. daß ein Zusammenschluß erst dann in Frage käme, wenn sich die Volksparici offen und ehrlich zu den schwarzrotgoldenen Farbe» bekam» hat. Offen müssen sie beweisen, daß sie für die neuen Farben eiixtrdc. Erst dann würden die in: Reichsbanner tätigen Demokraten dep Zusammenschluß dieser beiden Parteien gut heißen können. Als Vertreter des Zentrums spricht Ministerialdirektor Dr. S p i« ck« r frisch und lebentng von den Au!» gaben, die, nackchem das Volk am 20. Mai die Richtung der Politik bestimmt hat, herzhaft angepackt werden müssen. Dos Volk hat durch sein« Entscheidung eindeutig gezeigt, daß es die Regierung der Rechtsparteien satt habe. Sie hat den Linksparteien Macht zur Mit- orbest in der Regierung gegeben. Wir wollen nicht wochenlange Be- Handlungen. Die Parteien müsse» der Volksstimme folgen und so schnell wb woglich sich zufammenfinde« zur Aufbauarbeit in ein« wirklich soziolen Republik . Als letzter Redner nahm im Auftrage des Bundesvorstandes Bund.''-- kassier« Crohn da» Wort zu einer kurzen anfeuernden Ansprache. Koch der Kundgebung im Stadion, an der u. o, als Ehrengäste Genosse van Bliegcn vom holländischen Parteivorstond. Genosse Breitscheid und Senotspräsödent Großmann teilnahmen, fo-rmierten sich die Züge zum Ummarsch durch die Stadt. In der Hcmvtstraße hatten die Vertreter des Bundes und der Gauoorstand Aufstellung genommen. In der Stadt waren die Straßen, durch die der Zug märfchiorte. seit Mittag für jeden V«tehr gesperrt. Zu Tausenden nahm die Bevölkerung nicht nz» aus Brandenburg , soirdern auch au» den umliegende« Städten und Dörfern Auffielluna und bildete ein dichtes Spalier. » Ein Wort noch zur Ausschmückung der Stadt. Lran. denburg hat zwei Hauptverkehrsstraßen, die Stein ftraße und die H a u p t st r a ß«. Di« Steinstraß« wies einen reichen Flaggei:, fchnuick auf, die Hauptstraß« war�ast leer von Fahnen. Das Rätsel löst sich schnell. In der Stainstrafte stegt da» Volkshaus, liegt die Zentrale der Konfumginosfenschaft Vorwärts, liegen außerdem dt« zahlreichen Bureaus der Gewerk- fcho ften, des Zeutralverbondes der Angestellten und d« Volkssürsorge. All« diese Häuser hatten reichen Schmuck in Fahiren, Fähnchen, Emblemen, Transparenten und Girlanden angelegt, sin wahrhaft bezaubernder Anblick. Das wirkte suggestiv auf die privaten Gekchäftsleitte und Hausbesitzer, von denen nicht wenige auch flaggten. 5n der Hauptstraße hingegen hatten nur wenige Gebäude geflaggt. Auch die großen Brennabo r- Fahrradwerke, die jährlich Zehntausende von Fahrrädern an Arbest« und Angestellte verkaufen, hatten keine Flagge gezogen. Geflaggt hatten hingegen alle städtischen Bauten und natürlich wie» der in rührender Treue und Hingabe die vielen tausend Proletoner tn den alten Straßen und den Straßen der Vorstädte.

8port an den Feiertagen.

Bnlton macht das Traberderfey. Pfingsitonnfog in Ruhleben. Da« Deutsch « Traberderbq. da» am ersten Feiertag in Ruhleben zum 84. Mole gelaufen wurde, gewann erwartungsgemäß Britton, den Grohmann hrich zum Siege führte. Der heiß favorisierte A u g i a s, den I. Mills lenkte, kam als Zweiter ein. 1. Zi«» n««. l. HefSeblinn«<Z. Mills). 2. I-lgelint»» tB. Seckttf». 1 fftmlieirtcj(98. Stmjet). Tot.: 22: 10. PI: IS. 16, 24; 10. ffentet I&fni: vaffenviätxben. tttulfttm» Sohn. Danutng Siit, Mallhescr» Diana Mogowan, eslcnfpicgel, sslago-nlied. 2. Pinnen. 1. Dornzi-Her Gauß st.). 2. Wariella tZ. Scuvm). §. LaZnship($. Schl-nsner). Tot.: 129: 10. PI.; 44, 40, 28: 10. Ferner liefen: Mo renn. Tamerlan , Nonn», Wickinger. Naturbursche, Nixchen, Olan, Nnbelkapp«. Prosa, Mephisto. ».Rennen. 1.«arneval II. Mills)). 2. Franlet(P. Finn). 8. Willn P. (SttaH jt.). Tob: 58: 10 PI. : 19, 83, 21; 10. Ferner liefen: Cotta, Alpen ,

raanS ir.v Tot. : 58: 10 Pl.: 19, 83, seiet, Stlmia, Noordnmk. 4. Rennen IDerby). 1. Brittor

_______..._____.. Britton ISroßneann). 2. Pugia« sZ. Mklls). 8. Arninl<«. Treuherz). Tot.: 21: 10. PI.: 13, 15, 48: 10. Ferner liefen: auuntSnig, Leonardo, channibal, Leo Watte, Edzard, Prion Bingen , D-rier, Dmnino. ».Renne«, l. AM.: J. Luftfchiffet IM. Bauer). 2. Torrero sRühling). ».«tat Dorn sv. Saller). Tot: 84: 10. PI. : 4Z,»3.«: 10. Ferner lesen: Dante, Linoio, Friedrlchst'or, Mirabeli»!, Frieda Edelstein, ttlnolönigin. Stashsferin, Minni Salle. Adler, Petronella, NohlenlSnigin. 2. Ädt.: 1. Erifa<<Mo»«dz). T Langemann(?. Lorzenick). 3. Ilona W. sitwiet). Tot.: 102: 10. PI.: 2l, 16, 83: 10. Ferner Nesen: Potsdam . Kolofernes, Lestivg, Stern, Baron Dablcr, Dichtun-I, Salma, Blear. 0. Rennen.:. Till« Dillon IF Schmidt). 2. Antimon(Jauh st.). I. Seimchen<M. Huth). Tot.: 47: 10. PI.: 13, 12, 17: 10. Ferner liefen: Atcibiades. Erzgauner. Artifer, Wartdurg, Corstauz», Aldisa, Erich S., ttroschel, Anker l, Sandel, Selm , trimpfo, Eitelfrid. . 7. Rennen. 1. Kurfürst<I. Millo). 2. Kilnigsadler sS. Lautenberg). 8. Mari» Luis«-ILaupper jr.). Tot.: 26: 10. Pl.: 18, 17, 18: 10. Ferner liefen: Null Palo», Isegrim, Lindenmirtin l, Doserit. Barmoid. 8. Rennen. 1. Maro Snn II. Mills) 2. Wainsca fB Keckert). K«ohlenkSnigin fTriphan). Tot.: 10»: 1". PI.: 43. 80, 84: 10. Ferner liefen: ffriedrlch Rex. Wichtelmann,«vrgast. Barometer, Abdullah Siloer, Frankenstein, Topal, Interpellant, popek», Peter Harvcster. 9. Rennen 1. Natal IB. Kecker!). 2. stouistmia(Cb. Mv»), z.«roß- nwgul fIauß Hr.). Tot.: 21: 10. PI.: 12, 14. 13: 10 Ferner liefen: Tvriddu, Eilento, Ellen,«errigan jr., Nowla. Aii>eiierful)ball in Paris . Denisdiland-Frankrefch 6: 2, Halbrcii 1: 0. Der französisch« Verband der sozialistischen Arbeitersportinter­nationole bereitete der deuffchen Länderfußballmannschaft in Pa« ris einen herzlichen Empfang. Da, Spiel fand bei prächtigem Wetter im Stadion Persing vor 4000 Zuschauern statt und löste sehr oft stärkste Begeisterung aus. Der französische Torhüter wehrte in der ersten Halbzeit mit aUßorordentlicher Sicherheit die deutschen Angriffe ab. Fünf Mi- nuten vor der Halbzeit fiel das erste Tor. Die zweite Halbzeit wurde zum Höhepunkt des Spieles. Beide Mannschaften zeigten noch best«« Leistungen und Deutschland lag bi» zum Stand« von 4:0 ständig im Angriff. Dann wurde Frank- reich überlegen und erzielte zwei Tore. Die deutsche Vertretung reffte sich zu einem famosen Endspurt auf, in dem sie noch zwei Tore erzielte. Endergebnis S:2. Die deutsch « Ländermoni» schaft wird in Frankreich noch«in zweites Spiel austragen. Fu$bal]gaste In Berlin . Nordkska-verlin hatte den thüringischen Bezirksmeist» Zella» Mehlis Pfingsten als Gast. Nor ungefähr 1000 Zuschauern zeigten beide Mannschaften, daß auch in der Arb«U».Fußballbewegung sehr guter Sport geboten wird. Hauptsächlich war es der Torwart der Thüringer , der die Zuschauer zu Beifallskundgebungen veranlaßt«. Bis zur Paus« stand das Spiel noch 0:0. Dann griffen beide Stürmerreihen kräftiger an. Doch wurde auf beiden Seilen nur je «in Tor«zielt. Vor diesem Spiel zeigten die Attersmannschosten von Rordiskq und Lichtenberg I ihr Können. Mit 6:4 blieben die

Leute vom»Ex»"' siegreich. Stralaus Altersmannschaft wartete vergeblich auf die Amateure. Der zweit« Feiertag sah dann auf dem Ex-rzierplatz die Thüringer gegen Tegel 24. Auch diese» Spiel litt sehr unter dem starken Wind. So konnten sich beide Mannschaften nicht voll entfalten. Der Torwart der Gäste zeigte sick, auch hi« von der besten Seit«. Das Spiel endete schließlich un­entschieden 0:0. Stralau hatte sich Vorwärts 20 mit zwei Mannschaften verpflichtet. Während sich die kl. Mannschaften mit 6: 1 für Stralau trennten, blieb Vorwärts im Spiel der ersten mit 1: 0 siegreich. ... und Handball} Die Berliner Art>eiter-Handballer hotten sich zu den Psingst» feiertagen «in« Mannschaft«w» Chemnitz- Gablenz geladen. Sie spielten in Hennigsdorf und Velten und verloren durch ihre kürzere Spieltätigkeir gegen Hennigsdorf 4:1(0:1) und gegen Vellen 4: 0(4: 0). Potsdam und Kaulsdorf trennten sich 8:4(1:8).__ Scfawcrathlctik'Meisterschaft. Vorrunde im Arbeiter- Athlctenbund. Kürzlich fand in Tempels Festsälen in Friedrichsfelde die letzte Vorrunde um die deutsch « Meisterschaft für 1928 im Ge- wichtheben statt. Di« Mannschaft derSportlichen Vereinigung Lichtenberg-Friodrichsstld«' trat in der bekannten Aufftellnng: Splieftöß», Poeckern, Krüger. Gotffchakk, Roßbach, Schulz und Kehr. an. Di« tombimerte gegnerisch« Mannschaft, die leider durch einige Ersatzleute geschwächt war, setzt« sich aus A. und E. Ehrhardt(Nord- west), Mallancheck(Att-W.), Kollweit(Berolino), sowie Schmidt und Rennert(Lurich) zusammen. Sowohl im einarmig wie auch im beidarmig Reißen und Stoßen wurden sehr gute Leistungen geboten. Die höchste Ein. zelpvnttzahl erreicht- Roßbach mit 84,6 Punkten. Bei einem Eigengewicht von nur 183 Pfund stieß er einarmig 160 und beidarmig sogar Z2S Pfund. An zweiter Stell« landete Kehr (171 Pfund), der«» aus 80,8 Punkte brachte: einarmig stieß er 170 Pfund, beidarmig riß» 200 und stieß 240 Pfund. An dritter Stell« rangierte P o eck« r, der bei einem Eigengewicht von 127 Pfund die Punktzahl von 29,9 erreichte und damit Kehr!n gefährliche Näh« rückt«. Di« Mannschaft derSportlichen Vereinigung Lichtenberg- Friedrichsselde*«rreichte 307 Punkte und erbracht« damit den Bc- weis, daß sie sich in sehr guter Form befindet. Sie geht mit den besten Aussichten in die deutsche Meisterschaft von 1928, die wahr- scheinlich in Süddoutschlond ausgetragen wird. OerGro&e Pfingstprcis". Radrennen am KSnigsdamm. Am Sonntag kam auf der Olqmpia-Radreimbahn derGroße Pfiugstpreis' zum Austrag, der mit Scuvall, Möller. Lswanvw. Thollanbeek und Rof eilen besetzt war. Die Fohrer bestritten zwei Läufe zu je 50 Kilometern, die beide Mole eine Angelegenheit des Bahnmatadors Walt» Sa« all bildeten. Im ersten Lauf hatte der Belgier bis 10 Kilometer vor Schluß di« Führung inn«. Dann stieß jedoch Sawall vor. Auch im zweiten Lauf errang Sawall den Sieg, nachdem er wieder Thollembeek die Führung streitig gemacht hotte. Im Gesomtklassement wurde somit Sawall Sieg«. Den Berufsfliegern blieb ein Hauptfahren und ein Prämienfahren vorbehalten. Epears sichert« sich dos erste, Krüger das zweite Rennen.