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Unterhaltung unö �Dissen

Vellage de« Vorwärts

Oer Kampf gegen das Rheuma .

Man war gewohnt, KrantheUen nach ihrer Sterblichkeitsziffer I zu bewerten und die Bestrebungen unb Maßnahmen zu ihrer Be- i tämpfung in erster Linie auf diejenigen zu richten, die rasch zum I Tod« führten und gleichzeitig eine erhebliche Verbreitung hatten.' Allmählich haben sich aber diese Maßstäbe verschoben. Dies ist ein- mal auf das Sinken der Sterblichkeitsziffer und die allgemeinen Fortschritt« der Dolkshygien« zurückzuführen, zum andern aber auch darauf, daß die Fortschritte der fazialen Versicherung eine ander« Bewertung ergaben: man sah die Krankheit auch unter dem Gesichts- Winkel der Arbeitsunfähigkeit und Jnoalidisierung. Durch diese Verschiebung traten die rheumatischen Erkrankungen stärker in den Lordergrund. All die Erkrankungen, die man unter dem Begriff Rheuma zusammenzufassen pflegt, hoben ja die Erscheinung, daß sie zunächst kaum merklich einsetzen und ganz ollmählich schleichend fortschreiten, bis sie«inen typischen Charakter ongenommen hoben und langfristig« Arbeitsunfähigkeit oder frühzeitige Invalidität her- vorrusen. Di« volkswirtschaftlichen Schäden dieser Erkrankungen wirken sich daher heut« in stärkerem Maße aus. als die der Er- krankungen, in deren Bekämpfung man bereit» erhebliche Fori- schritte gemacht hat. in erster Ante der Tuberkulose . Di« Sozial. Versicherungen mußten daher die rheumatischen Erkrankungen als immer drückender empfinden. Ihr« Bekämpfung wird aber erheb- lich dadurch erschwert, daß dies« Krankheiten in ihre» Ansangsstodien nicht leicht zu erkennen sind. Es ist daher durchaus verständlich, daß sich Organisationen zur systematischen Bekämpfung gebildet haben, die zum Teil schon internationalen Eharakter angenommen haben. Die Zahl der Rheumatiker, die der Zlllgemeiitheit zur Last fielen, erschien in England besonders groß. Dies veranlaßt« führend« Kreise Englaick« und besonders das Gefundheitsministsrium, sich mit den Fragen der rheumatischen Erkrankungen und chrer B» kämpfung zu befassen. Den englischen Bestrebungen waren die Arbeiten zur Erforschung und Bekämpfung des Rheumas in Deutsch land nicht entgangen und so ergab sich aus einer zunächst losen Fühlungnahm« eine gewisse Arbeitsgemeinschast. der sich auch bald ander« Länder anschlössen, so vor allem Holland und die stand« na. vischen Länder. Erscheinen auch in de» Küstenländern die rheurna» tischen Erkrankungen besonders zahlreich und hartnäckig, so ist Ihr« Verbreitung und Bedeutung auch in Deutschland durchaus nicht gering anzuschlagen. Für die Bekämpfung der rheumatischen Erkrankungen hatte die Erfahrung gezeigt, daß den ersten Platz die Hellnüttel der Kurorte beanspruchen. Ehe es gelungen war. wissenschaftliche Erklärungen dafür zu finden, war die Tatsache ihrer Wirksamkeit schon allgenxin bekannt unb von dieser Kenntins wurde ausgiebig Gebrauch go macht In erster Linie geschah dies von den Trägern der Sozial- Versicherung in ganz besonderem Maße während des Kriege« und

nach dem Krieg«, als Scharen von Rheumatikern tu die Heimat zurückströmten. Das Relchsarbektsministerium hotte für diese be- sondere Kuranstalten eingerichtet, auch die Reichsversicherungsanstolt für Angestellte trägt für die Unterbringung der rheumatisch Kranken in Kurorten Sorge, wie auch die Krankenkassen ihren Rheumatikern Badekuren«rmSglichen. Entsprechend diesen Maßnahmen befaßt« man sich schließlich auch damit, dl« durch die Erfahrung gewonnenen Kenntnisse der Bäderkuren wissenschaftlich zu ergründen. Den Haupt. antell hat« dabei die Lalneologische Gesellschaft, die sich auf ihren Kongressen in den letzten Iahren mit den Fragen der rheumatischen Erkrankungen eingehend befaßt«. Hierdei wurde auch die Volks-- wirtschaftlich« Bedeutung der Erkrankungen durch Statistiken der Arbeitsunfähigkeit und der verlorenen Arbeitstage zu erfassen und ins recht« lÄcht zu rücken versucht. Diese Arbeiten führten dazu, baß der Vorstand der Balneo- logischen Gesellschaft in Berkin von England aus aufgefordert wurde, dafür Sorge zu tragen, daß Deutschland sich der inter­nationalen Rhemna-Defärnpfung anschließe. Diesem Ruf« wurde. auch von Deutschland Folge geleistet Im ganze« haben sich 24 Länder zu einer festgefügten Organisation.Internat!«. aale« Komitee zur Erforschung und Bekämpfung de« Rheuma� zllsanlmengeschlossen. Di« deutsch « Sektion dm»- stktuierte sich im Januar 1927 in Schreiberhau . Diese Organisation wurde wesentlich erleichtert durch das Interesse und die praktische Unterstützung, die Reichs, und Landesbehörden sowie die Träger der sozialen Fürsorge und Bcrsichening entgegenbrachten. Aus all- gemeinen volkswirtschaftlichen Interessen wurde die deutsche Sektion schließlich zu einer eigenen.Deutschen Gesellschaft für Rheumabekämpfung" ausgebaut, die gleichzeitig Sektion des internationalen Komitees blieb. Di« wichtigste Aufgabe, mit der sich die deutsche Gesellschaft zunächst zu befassen hat, erstreckt sich daraus, das Wesen und die Verbreitung der rheumatischen Erkran- klingen zu ergründen. Als Grundlage soll dazu zunächst die Schaf- fung einer einheitlichen Bezeichnung der verschiedenen rheumatischen Erkrankungen und ihr« Abgrenzung untereinander sowie gegenüber anderen Krankheiten dienen. Darüber hinaus wird der Ausbau und Aufbau wissenschaftlicher Forfchvngsstellen erstrebt. Bisher ist der Ausbau der Station für rheumatisch« Erkrankungen auf der chirurgischen Universitätsklinik in Berlin «rreicht, für die Preußen bereits Mittel bewilligt hat. Weiterhin werden in einer Reih« von deutschen Bädern mit Unterstützung von medizinischen Fatul- täten und Reichs- und Landesbehörden sowie der Bersicherungs- onstalten besonder« Rheumastationen geschaffen werden, die auf dem Gebiete der Erkennung und Behandlung besonderes Rüstzeug ver» Mitteln sollen.

<Komtobenö 2. Zum 1926

Abblenden! von Lohn p. Serrick, Sa» FranzlSko. Abblenden!" Kalt tönt die Stimme des Rsgisseurs durch das Atelier. Di« Lichtkugeln tasten sich schnell an den Menschen vorbei, zeigen die müden und abgcspannlen Gesichter der Schauspieler, spielen auf den erregten und ergriffenen Zügen der Zuschauer, huschen über die kühlen, prcfitsicheren Mienen der Geldleut«. streichen noch einmal Sam Hullers bleiches Gesicht und verlöschen. Der Lärm verstummt Die Spannung wird unerträglich. Unter den Augen von ganz Amerika wird der große Film gedreht. Achtung, die letzte Szene wird geprobt Bleiern liegt die Müdigkeit des langen Arbeitstages in den Gliedern der Mitwirkenden, aber immer wieder peitscht sie die kalt« Stimme und die Energie Sam Hullers aus ihren Körpern und reißt st- zu höchster vollendetster Leistung. Er selbst scheint unermüdlich. Gleichmäßig, fast unberührt gibt er seine Anweisungen. �Zum Teufel, Bob Madden, was ist denn mit Ihnen los? Was Sie da bringen, ist hohles, veraltetes Theater. Und ich brauche Leben. Wirklichkeit! Verstanden!" Bob Modden, der berühmt« Schauspieler, biß sich wütend auf seine Lippen. Ihm wogte man dies zu sagen, wo gerade bei allen feinen Filmen Publikum und Kritik stet» das reotistiiche. natürliche Spiel anerkannt und bewundert hatte. Rein, Mr. Huller,«m mir liegt das nicht wenn diese Figur unecht und theatralisch erscheint Der Kitsch, den ich Ihnen da hin- legen soll, ist eben nur so ein« hirnverbrannte Angelegenheit, der man mit Natürlichkeit nicht zu Leibe gehen kann. Aber, Gott ver- drnnm mich, sagen Sie doch selbst, wenn ein Gatte sein« gellebte Frau plötzlich in den Armen eines anderen erblickt und erkennt, daß er schon lange Hörner trögt, und er ist«in Mann, wie Sie oder»ch. dann knallt er das Gesindel über den Haufen. Wenn er dann so zart besaitet ist und nicht mehr weiterleben kann, so wird wohl für scinev armen, geschmückten Schädel auch noch ein Stück Blei im Rohre stecken. Aber so, wie es der Herr Autor da vorschreibt: zusammen- brechen, weinen und winseln wie«in verlorenes Hündchen, sehen Sie, da» kann ich nicht natürlich spielen, well so etwas nur leerer Kitsch ist. Kaikuller«, daß das ein anderer auch nicht besser trifft. Dies ist so mein« unmaßgeblich« Ansicht, Mr. Huller, und ich schätz«, Sie könnten sich die Worte eines alten Fllmhafen durch den Kopf gehen lassen!" ,fim, Bob Madden. Ihre Ansicht in Ehren, aber Sie müssen doch Ihren Part so spielen, wie ich es will und wie es der Autor vorschreibt Der Dichter versteht schon etwas vom Leben, glauben Sie mir! Es handelt sich da nicht um«In Frauenzimmer, das von Hand zu Hand geht, und der kein.Hahn nachkräht, wenn sie das Zeitlich« segnet Das find zwei Menschen, die ein Loben miteinander lebte», die beinah««in Wesen sind, und da leidet man wohl, wenn man verliert, aber mit dem Schießeifen ist da nichts zu machen.... Es ehrt mich wohl, daß Sie mich für keinen Feigling, sondern für einen richtigen Mann, wie Sie selber einer sind, hallen, aber ich mürda niemal,, niemals, hören Sie, die Waffe gegen die Frau, die ich lieb«, richten." Hier streifte ein leiser zärtlicher Blick, seine Gattin, die schöne mondäne Doisy Jones, die die weibliche Hauptrolle sptelt«. Vielleicht würde ich leise weggehen, nicht stören, sondern ugendweu in der Welt suchen, der mir Frieden bringt Wer wahrscheinlich bin ich eben so eine kitschig« Figur, wie der Autor sie sich vorstellt, die zusammenbricht und weint wie ein verlorenes Hündchen. Und nicht so«in rauher Held, wie Sie. Bob Mauden, der das Schieß. zeug gleich zur Hand hat Also, lieber alter Filmhose, wir bleiben schon bei meiner Ausfassung, nicht wahr?" Der Regisseur wandt« sich nun den anderen Künfttcrn z». ver- tiefte sich in alle Rollen, setzt« hier und dort einig« Lichter auf. dämpft« die grellen Effekte, ersann neu«, fein« Rüancen. gab Be» leuchtern, Dekorateuren sein« letzten Befehle. Und die Maschine setzte sich wieder in Gang, die Hilfsregisseur« huschten durch das Atelier, ein feines, unsichtbares Band schlug sich von Mann zu Mann und schmiedet« die einzelnen Räder zu einem Ganzen, einer großen, komplizierten Maschine, die dem leisesten Druck ihres Herrn gehorcht .Llufnahmel" Alle eillen an ihr« Plätze. Ström« von Licht ergossen sich in den Raum. Das Liebespaar. Wie wmchervoll echt spielen die beiden. Die schöne Dassy lag hingebungsvoll in den Armen ihres Partner», des eleganten Dick Rush. Und er küßt« sie, heiß, begehrend und sinnlich, mit solcher rührenden Zartheit und mit solcher elementaren Wildheit daß eine rot« Wolke von ihnen ausging und sich schwül auf all« Zuschauer legte. Und all« wußten, alle fühlten, das war kein Spiel. da» war Wirklichkeit, war den Beiden Ksseligende Erfüllung.. Auch Sam Huller fühlt« da». Und er dachte an sein Heim, sah fein« Frau und sah ihre Freud« stets, wenn Dick kam, sah ihre Traurigkeit, wenn er ging. Und bitter dacht« er auch an das arme, arme verlassene Kind, seinen blonden Freddy. Doch da tauchte ein Gedanke auf, der die Qual unerträglich machte Nachschürfend in der Ferne, jeden Zug des Gesichtes des kleinen Knaben spürend und tastend, erkannt» er Zug um Zug die Aehnlichkeit mit Dick Rush. Also da waren es schon Jahre, daß... Da wurde er kalt, ganz kalt. Jetzt fühlt« er nicht mehr den Verlust der geliebten Frau, fürchtet« nicht mehr da» Kommende. Rur dieses Spiel mußte er zu Ende führen. Und es ging weiter. Jetzt kam Mudden, der Ehemann. Leer , übertrieben und unbescelt erschienen seine Gebärden. Das war ein Harlekin, den man betrügen mußte. Abblenden!" Nicht» anderes log in Sam, Stimm«, als der Aerger über das schlechte Spiel eines Schauspielers, als er sagte: Sie sind ein schlechter Komödiant, Madden, nehmen Sie sich dock) «ig Beispiel an der Natürlichkeit Rush's. Noch einmal die ganze Szen«, ich werde diesmal ihren Part übernehmen. Aufgepaßt! Aufnahme!" Der erste Hils-rogisseur übernahm stolz die Leitung Wieder Lichtströme und das Surren der Apparate, wieder das Liebespaar in seiner schrankenlosen Qeidenschost und der unbekümmerten Hin- gab« und dann kam... Huller. Er hatte gut Maske gemocht. Sah aus, wie Madden ausze- sehen, nur die Augen glänzten fieberhaft. Wunderbar sein Spiel. Nicht, ahnend kam er. sah... da flog Erkennen blitzschnell über sein Gesicht Dann Zweifel, Unglauben, dann Gewißheit. Haltlos suchten die Hände irgendetwas in der Lust. Suchten, fanden nichts. sanken langsam hinab und mit ihnen die ganz« Gestalt sank zu- sammen. verkrochen vor Schmerz in sich selbst Und leisss ergreifen. des Weinen erschütterte den zusammengebrochenen Mann. Doch setzt, was war das? Plötzlich änderte sich die Haltung, ward ent. schlössen«, fest«. Er hob den Kopf wie ein« zisttg« Schlange vor dem Biß. An seinen funkelnden Augen erkannten die Beiden: Er msiß alles! Wieder suchten sein« Hände, suchten an feinem Körper, an den Kleidern, in den Taschen, suchte» und fanden.

r Da büntte ein Revolver in seiner Hand, peitschten zwei Schüsse die Lust, dann ging es wie Erlösung üb« sein Gesicht, die Szene, die letzte Szen« de« großen Films war zu Ende. Schauspiel«, Zuschau«, Hilfsregisseur« und Statisten eilten auf ihn zu. Jetzt erst wagten fie wieder zu atmen. Kein« hatte den Blick von diesem ungeheuren Künstler abwenden können. Kein Zucken ging über sein bleiches Gesicht. Sie hatten recht, Madden I Ich mußte den Schluß ln Ihrem Sinne ändern. Ich glaube, er ist gut so... Und jetzt holt die Polizei!" Sie sahen!hu an. zuerst nicht verstehend, dann entsetzt die Wahr- heit ahnend. Madden stürzt« zu dem Paare. Regungslos lagen beide. Ein kleines Loch in der Stirne und in den starren Augen da- groß« Entsetzen. Sensation! Die Geldleute rieben sich die Hände, das gibt einen Bombsn«solgl Alle« wandt« sich der Tür« zu. Die Polizei! Noch ein Knall. Für einen, der nicht mehr weiterleben konnte, steckt« noch ein Stückchen Blei im Rohr. Und üb« das Entsetzen, über Trubel und Lärm, Fragen und Antworten dröhnte die Stimm« de» ersten Hilfsregisseure: Meine Herrschasten, die Aufnahme Ist zu Ende. Abblenden!" tllebersetzveg ms 9. O.©lüjtsBwas.SSten.)

Oer Affe Cousul protestiert. Et» London « Blatt hatte kürzlich unter dem TitelMann«. Frauen und Affen" einen Artikel veröffentlicht, in dem Dr. Edward Vach,«in bekannter Arzt auf die Gefahren der von Woronow empfohlenen Verjünguugskur hinwies. Gefahren, die ssch au» der Möglichkeit ergeben, daß die mit Affendrüsen geimpften Menschen bedenkliche Veränderungen an ihrem Charakter und Temperament erleiden könnten, da die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen ist, daß gefährliche Züge d« Affennatur, vor allem Grausamkeit und Lüsternheit, auch bei dem geimpften Menschen austreten könnten. Die Redaktion des Blattes hat jetzt als Entgegnung auf diesen Ar. tikel ein Schreiben mit der UnterschriftEonsul d« Jüngere"«- hasten. Es ist anzunehmen, daß sich hinter dies« Unterschrift w«. mand anders als Bernard Shaw verbirgt, der damit einen sein« gelungensten Scherz« gemacht hat. Der Brief lautet im Wortlaut: Verehrter Herr! Im Namen mein« von der Royal Zoological Society im Gart«n beherbergten Kameraden verwahre ich mich energisch gegen die kühnen Behauptungen, di« Dr. Edward Bach in seinem Artikel aufzustellen für gut befunden hat Er erklärt zu- nächst, daß. wenn die Drüsen eines Affen auf«in menschliches Wesen übertragen würden, damit auch die Charaktereigenschaften eine» Assen d«m Menschen eingeimpft würden, und fügt hinzu, daß dies« Charakterelgenschasten. die bei dem menschenähnlichen Affen in be» sonder» hohem Grad««ntwickest seien, sich als Grausamkeit und Lüsternheit zu«kennen gäben. Mit anderen Worten, die Affen seien grausam« und sinnlich«? als di« Menschen, so daß die Op «a- tion, die da» Ziel verfolg«, den Menschen aus da» Niveau de« Assen zu«rheben, nur dazu dienen könne, ihn grausamer und lüstern« zu machen, al» er ohnehin schon Ist. Wir Assen sind ein geduldiges, harmlose» Völtchen: ober wo» un» HI« nachgesagt wird, geht denn doch zu weit. Hat s« ein Äff« daran gedacht, die Drüsen eines lebendigen Mensch«« zum Zwecke einer unnatürlichen und kurz. befristeten Lebensverlängerung auf einen anderen Affen zu üb«- tragen? War Torquemada ein Affe? Tagte die Inquisition und die Folterkammer in einem Affenhaus? War es je notwendig, ein« Gesellschaft zum Schutz d« Afsenkind« in, Leben zu rufen,«l««» sich für die Menschenkinder als notwendig erwiesen hat? War d« letzte Krieg«in Krieg von Asse» od« von Mensche»? Such die

Giftgas» die Erfindung von Menschen oder van Affen? Wie kommt also Herr Dr. Bach dazu, uns d« Grvnfamkeit zu beschuldigen? Das wird uns armen Opfern, der menschlichen Wissenschaft von einem Gelehrten gesagt, in ein« Zeit. In d« selbst die Menschen gegen den grausamen Handel mit Ovang Möns protestieren, bat dem sich alle Scheußlichkeiten des allen Sklavenhandels wied«hol«>r. Es rst eine Beleidigung, die nicht nur uns Affen angeht, sondern die sich gegen die Geschichte und den gesunden Menschenverstand richtet. Wir selbst haben nichts mit der menschlich«« Wissenschaft zu tun. an d« wir wir al» unschuldige Opfer bateiligt sind. Wir haben dab« die Er- fahrung gemocht daß di« Schutzpockenimpfung und die verschiedenen BchanAungsmeihod«, durch Sern dem Menschen weder die Eigen- schaften der Kuh noch We des Pferdes vermittelt haben. Der Mensch bleibt, was« imm« gewesen ist: das grausamste oll« Tier«, und der raffinierteste Lüstling, mag er sich immerhin sein« grotesken Achn- lichkett mit uns rühme«: er lvird bleiben, was er ist, so sehr sich auch Dr. Woronow bemühen mag, aus ihm«inen anständigen Affen zu machen. Ihr ganz ergeben« Eonsul junior. Geschrieben fin Assen- Haus in London am 26. Mai 1325."

Die Karioffeliomate. Ben»«« auf dem Gebiete der Pflanzenzüchtung heut««och«in Wunder gibt, so wird dieses durch«in« Pflanze dargestellt, di« über dem Erdboden als Frucht Tomaten, und unter dem Erdboden Kar­toffeln als Knollen trägt Ueber dies» erstaunlich«.Aartoffel, tomate" wird in der St Louis erscheinenden Zeitschrift des Botam. schen Gartens von Missouri berichtet:Obwohl die Pflanzen an und für sich nah oerwandt sind, stellen Tomaten und Kartoffeln in ihr« Entfaltung doch s«hr verschiedene Früchte dar." heißt es hi«.Die Tomate entsteht oberhalb der Erde, während die Kar. toffel Im Boden liegt. Di« Tomate ist eine Frucht un streng bo- tonischen Sinne, da sie das samentragende Organ der Pflanze dar- stellt: die Kartoffel dagegen ist mehr eine angeschwollene Knosp« auf einem unterirdischen Stengel. Tomaten pflanzen haben niemal» Knollen an ihren Wurzeln, aber Kartoffeln bringen nicht selten Frücht« hervor, di« kleinen grünen Tomaten ähnlich sehen, ab« nicht eßbar sind. Da die beiden Fvücht« an verschiedenen Teilen der Pflanze entstehen, so konnte man Hofisn. sie zu kreuze« und sine Züchtung hervorzubringen, deren Früchte eßbar« Tomaten und deren Wurzeln kartoffelähnliche Knollen tragen würden. Eine solche Kreuzung gelang nicht, da di« Pflanzen nicht nahe genug verwandt sind, ab« man konnte di« Wleger der einen auf die Wurzeln der anderen pfropfen. Wir enlfsrnten also di« Knospen einer Kartoffel und«rsetzten sie durch Knospen einer Tomatenpslanz«: auf diese Weise erhielten wir ein mrekwördigee Gewächs. Di« Kartoffekschöß- linge wurden weggeschnitten und statt ihr« begannen di« Tomaten- knospen zu wachsen. So entstand also«ine Pflanze, die in ihrer Entwicklung üb« der Erde Tomaten hervorbrachte, während sich unten ruhig die Kartoffelknollen entwickekiew Einige solch« Pslan« zen sind im Botanischen Garten von Missouri zu sehen, und es ist ein überraschender Anblick. Wenn man die Tomaten>n d« Luft reife» sieht, während di« jungen Kartoffeln an d« Oberfläche des Boden» schon sichchar»«den. Es Ist bemerkenswert, daß die bei- den Pflanzen keinen Einfluß aufeinander ausüben. Die Kartofiel- wurzeln bleiben in ihr« natürlichen Form, während der ober« Teil d« Pflanze sich wie«ine Tomate«ntwickell. Derartig« Pfropfungen sind nichts Neues: sie wurden fibon vor 199 Jahren ausgeführt Aber eine solche Verbindung von KartosiÄ und Tomate ist doch ei» Retard auf diesem Gebiet Ein« praktisch« Perrvertung der Kar­toffeltomate ist vorläufig nicht möglich, da d« Pfropfungsprozeß bei jed« pflanze von neuem ausgeführt«erden muß."