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Metallarbeiter!

Morgen von 1-7 Uhr ist die Wahl zum Ver­bandstag. Geht diesmal restlos zur Wahl und gebt Eure Stimme den Kandidaten der

Schiedsspruch mit überwältigender Mehrheit abgelehnt.

Der Klavierarbeiterkampf geht weiter. Scheitert. In der Armaturenfabrik von Buske, Ritterstraße, ift| lungen eine Einigung nicht erzielt werden konnte, verſtändigten fic

Der am Donnerstag gefällte Schiedsspruch ist von den streiten den Berliner Klavierarbeitern mit erdrückender Mehrheit abgelehnt worden. Die in der Streitversammlung am Freitagabend vorge­nommene geheime Abstimmung hatte folgendes Ergebnis: Für die Ablehnung des Schiedsspruches stimmten 1610 Klavierarbeiter, für seine Annahme dagegen nur 492. Diefer Schiedsfpruch ist haupt­fächlich aus dem Grunde abgelehnt worden, weil er die Löhne der Klavierarbeiter noch um 3 Pf. niedriger feftfeht, als fie fürzlich bei der Beendigung des Kampfes in der Berliner Holzindustrie für die Möbeltischler vereinbart worden sind. Die Klavierarbeiter haben seit vielen Jahren immer die gleichen und oftmals noch höhere Löhne als die Möbeltischler gehabt.

Die Funktionäre der streifenden Klavierarbeiter haben gestern nachmittag zu dem Abstimmungsergebnis Stellung genommen und im Einvernehmen mit der Berliner Ortsverwaltung des Holz­arbeiterverbandes beschlossen, den Streif, der nun schon elf Wochen anhält, folange fortzuführen, bis die Unternehmer bereit sind, den Klavierarbeitern die gleichen Löhne zu zahlen, wie sie in der Holz­industrie den Möbeltischlern gewährt werden.

Erfolgreicher Streif bei Buzzfe. Die Firma garantiert Mindefflöhne und Affordverdienste.

Für die Arbeiter in der Berliner Armaturenbranche bemüht sich der Metallarbeiterverband schon seit geraumer Zeit, Mindestlöhne und Mindestakkordverdienste zu vereinbaren. An dem Widerstand der Unternehmer ist diese Absicht bisher immer ge­

die seit langem erhobene Forderung nunmehr nach einem ein­wöchigen Streit durchgefeht worden. Die Firma bat sich bereit erklärt, ihren Arbeitern bestimmte Mindestlohne und Afford verdienste au garantieren, so daß der Streit mit einem vollen Erfolg beendet werden konnte,

Die Firma hat sich auch bereit erklären müssen, alle 1100 Streifenden wieder einzustellen. Von einigen Revolutionären" wurde in diesem Streit der Fehler gemacht, die Lehrlinge mit in den Kampf einzubeziehen. Die Firma wollte deshalb von 97 Lehrlingen 6 nicht wieder einstellen. Durch Berhandlungen ge­lang es jedoch, auch die Wiedereinstellung dieser 6 Lehrlinge zu erwirten.

Tarifabschluß in den Metallformereien.

Ab 6. August 5 Pf. Lohnerhöhung.

Für die Berliner Metallformer war vom Schlichtungsausschuß am 11. Juni ein Schiedsspruch gefällt worden, durch den das bisherige Lohnabkommen unverändert bis zum 1. September ver­längert und erst am 2. September eine Erhöhung der Tariflöhne um 5 Pf. je Stunde eintreten sollte. Dieser Schiedsspruch war von den Metallformern einstimmig abgelehnt worden Obwohl die Mehrheit der Versammlung damals einem fommunistischen An­trag zugestimmt hatte, wonach die Berhandlungskommiffion mit den Unternehmern in teine neuen Verhandlungen mehr eintreten sollte, beschloß die Agitationstommiffion der Metallformer doch, noch ein­mal in diretten Verhandlungen mit den Unternehmern zu versuchen, eine Berständigung herbeizuführen. Die Agitations tommission hatte vor allem deshalb diesen Beschluß gefaßt, um der Berbindlichkeitserklärung zuvorzukommen, die die Unternehmer beantragt hatten.

Der Schlichter hatte auf den Antrag der Unternehmer hin die Parteien zum Freitag geladen. Da in den direkten Verhand­

Liste A!

die beiderseitigen Verhandlungskommissionen dahin, einen vom Schlichter gefällten Schiedsspruch als bindend anzuer tennen. Der Schlichter fällte dann einen Spruch, der das bis herige Lohnabkommen anstatt bis zum 1. September nur bis zum 5. August verlängert und ab 6. August bis 31. März 1929 eine Erhöhung aller bestehenden Löhne um 5 Pf. je Stunde vorsieht. Die Attordpreise sowie die Löhne der Arbeiterin nen und Jugendlichen sollen in dem gleichen prozentualen Verhältnis aufgebessert werden. Die Vertrauensmännertonferenz der Metall former und Berufsgenossen, die sich am Freitagabend noch mit dem Schiedsspruch beschäftigte, billigte einstimmig das Ver. halten der Berhandlungstommission. Selbst die fommunistischen Vertrauensleute mußten anerkennen, daß die Bere handlungskommission alles im Interesse der Berufsangehörigen Liegende getan hat.

Konflikt in der sächsischen Textilindustrie.

Schiedsspruch einstimmig abgelehnt.

Der Schiedsspruch zur Neuregelung des Arbeitszeitabkommens für die mittel- und westfächsische Textilindustrie ist von der Funt tionärfonferenz aller beteiligten Gewerkschaften, die dieser Tage in Chemnitz stattfand, einstimig abgelehnt worden. Hoffentlich zeigt der Reichsarbeitsminister bei einem eventuellen Antrag der Unternehmer auf Verbindlichkeitserklärung mehr Einsicht als die Schlichterkammer, die nur die Wünsche der Unternehmer, aber nicht die der Textilarbeiter berüdsichtigt hat.

Berantwortlich für Politit: Bictor Schiff; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steinez; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: Fris Karstadt : Anzeigen: Th. Glode. fämtlich in Berlin . Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlaasanftalt Raul Ginger u Co. Berlin GW 68. Lindenstraße& Hierzu 8 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen.

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