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Verbandstag der Fabrifarbeiter.

Der Abschluß der Tagung.

Hamburg , 14. Juli. ( Eigenbericht.) Der Verbandstag der Fabrikarbeiter ging am Sonnabend mittag zu Ende. Eine jelten harmonievolle und fruchtbare Tagung! Beschlüsse von weittragender Bedeutung, wie z. B. die Einführung Der Invalidenunterstügung mußten gefaßt werden. Sie find gefaßt worden, von kleineren Mishelligkeiten abgesehen, gegen ganz wenige Stimmen. Darin zeigt sich die Entschlossenheit dieser zweitstärksten Gewerkschaftsorganisation, auf die die gesamte Arbeiterschaft Deutsch­ lands mit Stolz blicken kann. Der Vorsitzende, Genosse Brey, fonnte dies unter lebhaftem Beifall in seinem Schlußwort feststellen. Von den Verhandlungen des letzten Tages ist zunächst das Referat von Schmidt Hannover über die

Bildungsbestrebungen

und Beranstaltungen des Verbandes zu erwähnen. Der Redner schilderte, in welch außerordentlicher Weise der Verband bemüht war, feine Mitglieder zu schulen. 55 Kollegen und 10 Kolleginnen wurden nach den staatlichen Bildungsanstalten und Wirtschaftsschulen ge­fchickt. Die Sonderschulung des Verbandes wird durch folgende An­gaben erläutert: Insgesamt wurden abgehalten 33. Wander furfe mit 365 Teilnehmern Auf der Verbands schule in Wennigsen wurden 22 Kurse mit 892 Teil­nehmern abgehalten. Die Erfolge einer systematischen Bildungs­arbeit waren überraschend. Es folgten die

Borstandswahlen.

Barich. Schmidt und Müller; als Revisoren Sad und Herden. Damit ist der alte Borstand wiedergewählt. Die Wahl der Kassierer erfolgte einstimmig, während die übrigen Borstandsmitglieder gegen fünf fommunistische Stimmen gewählt Als Ausschuß vorsitzender wurde Lemenzo wurden. Als Ausschußvorsitzender wurde Lemengo gewählt. Ein erhebender Moment war es, als Genosse Brey dem bisherigen Vorsitzenden des Porzellanarbeiterverbandes und des Keramischen Bundes, Georg Wollmann, den Dank und die Anerkennung des Verbandes, des Vorstandes und des Berbandstages aussprach. Bren wünschte dem scheidenden Kämpfer einen sonnigen Lebensabend nach so langen Jahren harter Mühe und Arbeit. Apel sprach im Namen der Porzellanarbeiter: Wohl felten hat ein scheidender Funktionär von seinen bisherigen Mit­arbeitern und Berufskollegen so warme Worte des Dantes und der Anerkennung gefunden wie fie Apel zum Ausdrud brachte. Nicht nur in seiner Eigenschaft als Borfigender, sondern auch als Freund und Mensch wurde Wollmann dieser Dant ausgesprochen. Sichtlich gerührt nahm Wollmann das Wort, um seinerseits den Dank zurück­zugeben, den ihm die Berufskollegen, der Vorstand und der gesamte Berbandstag dargebracht hatten. Wollmann äußerte noch zum Schluß den Wunsch, daß alle Kollegen des großen Verbandes mit so heißer Liebe ihre Arbeit zu vollbringen vermögen, als er dies immer und überall zu tun sich bemühte. Der Verbandstag ehrte den Scheidenden durch eine stürmische Rundgebung.

In seinem Schlußwort danfte Genosse Bren den Hamburger Kollegen für die großen Bemühungen, denen fie fich unterzogen hatten, um den Delegierten und Gästen die Anwesenheit in Hamburg Das Ergebnis war folgendes: Als Vorsitzende wurden angenehm zu gestalten. Der lebhafte Beifall, der den Worten von und Redakteur des nächsten Verbandstages wurde letarier" Pröll; als Sekretäre Adler, Großmann, München bestimmt.

Mühe gegeben hat, den Kollegen einen Vorschlag zu machen, um das Chaos nicht noch weiter auszudehnen. Er verpflichtete sich, die Verhandlungen auf restlose Einstellung aller Kollegen und Rol leginnen zu führen. In geheimer Abstimmung wurde jedoch auch diefer Vorschlag des Organisationsvertreters abgelehnt.

So der nackte Tatbestand!

führen.

Daraus ist zu ersehen, in welcher leichtfertigen Art Lohn­fämpfe inszeniert werden. Die Organisation ist natürlich ver­pflichtet, ihre Statuten zu beachten und ihre Beschlüsse durchzu­Der ganze 3wed des Artikels ist eine Verleumdung des An­gestellten der Ortsverwaltung, Koch I, zur Einheitsfront der Ar­beiterklasse" nach kommunistischem Muster.

Kabelbruch.

Die Verbindung Mostau-, Rote Fahne" unterbrochen.

Wir veröffentlichten Freitag im Abend" einen Arbeitsvertrag der Schachtbau- Thyssen G. m b. 5., der die Arbeitsbedin Sowjetrußlands Abtäuf­gungen deutscher Bergarbeiter regelt", die in der staatlichen Steinkohlenindustrie arbeiten verrichten. Unter solchen Arbeitsbedingungen würde sich in Deutschland bestimmt kein Bergarbeiter bereit finden, seine Haut zu Markte zu tragen. Die russischen Behörden lassen es aber zu, daß in dem glorreichen Lande der Freiheit und der roten Direktoren deutsche Arbeiter in einer geradezu skandalösen Weise aus. genugt und mundtot gemacht werden.

gewählt Breŋ, Thiemig und Karl; als Raffierer Auguft Bren folgte, zeugte non ber in migen 2h berbabit die biefen ſtützen, zu entfräften. Man erklärt biefe Gel by min bel.

,, Streif in der Metallindustrie."

-

Unter dieser Balkenüberschrift und der Unterzeile: Bei J. u. W. Müller Die Verhandlungsmethoden von Koch I" brachte die Rote Fahne" am Freitag einen Bericht, der, wie üblich, mit den Tatsachen auf gespanntem Fuße steht. Wie wenig es dem Blatt auf die Richtigkeit seiner Angaben ankommt, ergibt sich schon dar­aus, daß von einer Näh- und Schreibmaschinenfirma Müller in der Auguststraße die Rede ist, während es sich in Wirklichkeit um eine Firma handelt, die feine Schreibmaschinen, sondern nur fleine Hand: nähmaschinen herstellt und ihren Betrieb in der Cuvrystraße, nicht in der Auguststraße hat.

Wie steht's nun mit diesem Streif?

Am 4. Juli 1928 nahm eine Versammlung der Arbeiter der Firma zu der Lohnforderung Stellung. Der Vertreter des Metall­arbeiterverbandes, Koch I, war mit der aufgestellten Forderung nicht einverstanden. Er betonte jedoch, daß er zwar nicht die Höhe der Forderung bekämpfe, aber ihre Durchführbarkeit für unmöglich halte. Trotz des Vorschlages von Koch I, nur eine Forderung von 10 Broz. zu stellen, wurde eine Forderung von 15 Prozent erhoben. Diese Forderung wurde dann von der Organisation akzeptiert.

Es ist nicht wahr, wie die Rote Fahne" schreibt, daß der Organisationsvertreter in der Versammlung erflärt habe, daß Frei­tag eine Verhandlung stattfinden soll. In der Versammlung vom 4. Juli erklärte Koch I, daß nichts unternommen werden darf, be­citil C

adi isd 1s

vor die Organisation nicht mit der Firma verhandelt hat. Trotzdem legten etwa 60 Kollegen am anderen Tage die Arbeit nieder und übten passive Resistenz. Der Organisationsvertreter mußte die Belegschaft auffordern, die passive Resistenz zu unterlassen, was dann auch geschah.

Es ist nicht wahr, wenn die Rote Fahne" behauptet, Koch I habe in der Versammlung am Dienstag, dem 10. Juli, die Erklärung abgegeben, daß die Kollegen nicht die Sanktion des Ber­bandes befämen. Wahr ist, daß die Mittlere Verwaltung am 6. Juli die volle Sanktion gegeben hat.

Trotzdem verließ die Belegschaft in Stärte von 16 bis 20 Mann am Sonnabend, dem 7. Juli, den Betrieb. Der Betriebsrat er­flärte der Belegschaft am Sonnabend früh, daß die Firma bereit fei, am Montag, den 9. Juli zu verhandeln. Die Verhandlung im Beisein des Betriebsratsvorsitzenden brachte lein Resultat, das dem Organisationsvertreter zusagen konnte. Um auch den Arbeitern, die bereits cm Sonabend, dem 7. Juli, den Betrieb verlassen hatten, die Möglichkeit zu geben, an der Versammlung am Dienstag teil­zunehmen, waren die Betriebsräte mit der Abhaltung der Ver­fammlung am Dienstag einverstanden. Trotzdem verließen am Montag nach der Berhandlung die Kollegen gefchloffen den Betrieb, ohne daß die Organisation davon Kenntnis hatte.

Es ist nicht wahr, daß der Organisationsvertreter zweimal abstimmen ließ; wahr ist vielmehr, daß Koch I sich die erdenklichste|

In der Redaktion der Roten Fahne" hat sich anscheinend ob unserer Veröffentlichung die Tinte bis auf einen fleinen Rest der= flüchtigt. In der Sonnabendausgabe der Roten Fahne" findet man in einer Ecke versteckt eine kurze Notiz, in der versucht wird, unsere Behauptungen, die sich auf Angaben der Bergarbeiterzeitung" vornherein für eine Sudelei" und einen aufgelegten Schwindel. Am Schlusse dieser Notiz heißt es aber wörtlich: Wir werden nach genauen Informationen noch auf diese Sache zurückkommen." Warten wir also noch einige Tage, bis die Verbindung mit mosta u hergestellt ist und von dort eine geschicktere Richtig­stellung übermittelt wird, als man sie hier im Liebknecht- Haus zu­sammenbrauen kann.

Freigewerkschaftlicher Erfolg.

Die Betriebsrätewahlen bei der Wasserstraßenverwaltung. Die Wahl zum Hauptbetriebsrat im Bereiche der Reichswasser­straßenverwaltung führte zu einem erfreulichen Erfolg der freien Bon Gewerkschaften. 23 504 mahlberechtigten Stimmen entfielen 12 958 Stimmen auf die freigewerkschaftliche Ar­beiterliste, 1280 Stimmen auf die freigewerkschaftliche Angestellten lifte, 4901 Stimmen auf die christliche Arbeiterliste, 583 Stimmen auf die chriftliche Angestelltenliste, 361 Stimmen waren ungültig. Der Hauptbetriebsrat jetzt sich also aus sieben frei gewertschaftlichen Vertretern- 6 Arbeiter und 1 An­gestellter und zwei christlichen Vertretern zusammen. Das Ergebnis zeigt, daß die freien Gewerkschaften in den Reichs und Staatsbetrieben immer mehr Play greifen.

Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eztorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales: and Sonstiges: Frig Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin . Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin . Drud: Vorwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Vaul Singer u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltuna und Wiffen".

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