In der glühenden Hitze des gestrigen Sonntags begann um 9 Uhr 30 der Borbeimarsch am städtischen Grabmal der hundert Jultopfer erft um 11 Uhr 50 paffierten die letzten Reihen Im langjamen Trauerschrift mit gefentten roten Jahnen das Maffengrab, auf dem zehntausende roter Nelten einen duftenden Berg bildeten, zu dem jeder Demonftrant eine Blume beigetragen hatte.
Mit Worten des Gedenkens enthüllte Abg. Dr. Wilhelm Ellenbogen das Denkmal.
Die Parteileitung hatte nur die Genoffen dreier öfflichen Stadtbezirke, die dem Zentralfriedhof näher liegen, zur forporativen Tellnahme aufgefordertes famen 40 000 Männer und Frauen. Bom Republikanischen Schuhbund traten 20 000 Mann in Reih und Glied und mit gedämpften Trommeln an, 20 000 2rbeitersportler famen dazu. Alle anderen 18 Stadtbezirke, d. h. die vielen hundert Parteifettionen, Gewerkschaftsgruppen und die Betriebsräte halten nur Abordnungen von 5-10 Köpfen zu enfsenden.
Auf dem ganzen Marschwege bofen die Arbeiterfamariter und der städtische Gesundheitsdienst frisches Trintwaffer dar, die vielen Bachen hatten wenig zu fun. Ohne Zwischenfall ging die Totenfeier zu Ende,
Das Schwurgericht verurteilt die Hetze gegen die freie Gewerkschaft.
Der Gerettete- der Tote.
MALMGREN
Nobile
Telegramm
Ohne Wahl verteilt die Gaben, Ohne Billigkeit das Glück.
Denn Patroflus liegt begraben, Und Thersites fehrt zurück. fehrt zurück.( Schiffer)
Die Führer der freigemertschaftlichen Boligistengemertſchaft in Wien , Schabes und Dininger, hatten nach dem 15. Juli 1927 nor ihren Genossen in der sozialdemokratischen Bartel die folgenschwere Untüchtigkeit der leitenden Polizeibeamten an den Unglüds. tag tritifiert. Aus eigener Erfahrung wiffen wir, wie sehr beide auch gegen jede Berallgemeinerung der Kritik an den freilich so zahlreichen Brutalitäten auf die ganze Polizei gewirkt haben. Ther mit allen Mitteln follte ja mun die freie Polizeigewertschaft vertilgt merden. Diesem Zweck dienten außer den bier am Sonntag erwähnten Amtsmißbrauchmitteln auch ein persönlicher Feldzug gegen Schabes und Döninger in dem Blatt ,, Bundespolizei", Organ des antisezialistischen, schobertreuen Polizeipereins. Schabes und Döninger erhoben Beleidigungsflage; um dem zuständigen Schwurgericht.auszumeichen, erklärte der Berantwortliche zunächst, die Beleidigungen meder vorher gelesen noch zum Drud befördert au haben. Also Bezirksgericht. Dort erklärte er aber, er habe doch zum Druck befördert. Darauf zurücverweisung an das Schwurgericht. Hier trat der Berteidiger Dr. Gürtler, christlichsozialer Abgeordneter und fanatischer Sozialistenbeschimpfer auch im Gerichtssaal, wo er gemöhnlich in Ronflitt mit dem Borsigenden, stets aber mit dem Gegenanwalt tommt, den Wahrheitsbeweis an. U. a. wollte er auch beweisen, daß Schabes durch üble Schiebungen Mitglied des Bundesrats( etwa unserem Reichsrat gleichzusehen) geworden sei. Der ganze Wahrheitsbeweis mißlang schmählich; es ergab sich aber, daß das Polizeipräsidium durch Kriminalbeamte die Aeußerungen Schabes in sozialdemokratischen Sektionsperjammstötet worden ist. Die Mörder sind verhaftet morden. Die lungen befpigeln. läßt!
Die Geschworenen sprachen ben Schoberianer schuldig, er murde zu nier Bochen strengen Arrests( Gefängnis) mit einem aft tag verurteilt. Der mahre Berurteilte ist wieder das Enftem Schober.
Adenauer gegen die Gelbstifolierung. Löbe über die Auf gaben der Dreffeausstellung.
Die zum Besuch der Bressa hier meilenden Mitglieder des Reichstages unter Führung des Präsidenten Lö be und der Bizepräsidenten von Kardorff und Esser waren heute abend im großen Saale des Gürzenich Gäfte der Stadt. Oberbürgermeister Adenauer gab. in seiner Begrüßungsansprache seiner Freude darüber Ausbrud, die Bertreter des deutschen Reichstages willkommen heißen zu können und verband damit den Dank für das große Berständnis, bas der Reichstag von vorherein dem Gedanken der internationalen Bresseausstellung entgegengebracht habe. Der Gedante dieser Ausstellung habe im Auslande einen ausgezeichneten Widerhall gefunden, einen Widerhall im Sinne der Annäherung ber europäischen Böller auf dem Wege zum europäischen Frieden. Dr. Adenauer betonte, daß die Zeit der Isolierung für Deutschland ein Ende haben müsse, in gleicher Weise aber auch die Zeit der Selbstiso lierung. Deutschland tönne unmöglich verlangen, daß seine chè. maligen Kriegsgegner auf seine Stimme hörten, wenn es nicht ebenfo, mié es das von den anderen Völkern verlange, auch selbst unter die Vergangenheit einen entschlossenen Strich ziehe.
Das Hoch des Oberbürgermeisters am Schlusse seiner Rede galt dem deutschen Reichstag und einem glücklichen Erfolge feiner Ar
beiten.
Zweck
Der Militärgouverneur von Chinesisch- Turkestan erfchoffen.
Die Südchinesische Regierung hat die Nachricht erhalten, daß angtsenghsin, Militärgouverneur bon Chi
nesisch Turtestan, bei einer Preisverteilung in der russischen Schule in Urumtschi durch Schüsse, die aus der Estorte des Kommisfars für auswärtige Angelegenheiten abgegeben wurden, gechinesische Bevölkerung ist über die Nachricht sehr erregt. Man fürchtet in Chinesisch- Turfeftan neue Unruhen.
21 Hinrichtungen sofort vorgenommen! Im Zusammenhang mit der Ermordung Jangtfenghlins, des Militärgouverneurs von Chinesisch- Turkestan, sind der kommissar
für auswärtige Angelegenheiten und zwanzig Mann seiner Es forte, aus der, wie gemeldet, die tödlichen Schüsse gefallen waren, auf Befehl des Zivilgouverneurs hingerichtet worden.
Die Nanking - Regierung und die Mandschurei . Nanking, 16. Juli. Amtlich wird gemeldet, daß die südchinesische Fahne noch im Verlaufe dieses Monats in der Mandschurei gehißt werden wird.( Einstweilen steht allerdings der größte Teil der Mandschurei noch unter der Herrschaft des Sohnes von Tschangtfolin. Erft müßten demnach die Nationaltruppen die Mandschurei er obern ehe sie ihre Fahne bort hissen! Red. d.„ B.".)
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Nationalistischer Bandalismus in Löwen nichen Hochschule, diese wieder schreiben einen großen, Teil der Muftiftung vom amerikanischen Architekten Warren.
Der Kampf um die Löwener Universitäts inschrift lebt wieder auf. Am Montag früh um 7 Uhr, als in den Straßen der Kleinen Stadt noch Morgenstille herrschte, begann ein Mann die von Rettor Labeuze angebrachte inschriftlose Brüstung mit einem Hammer abzubrechen, ohne daß ihn zunächst jemand störte. Erft als er seine Arbeit beendet hatte, traf Bolizei ein und nahm den Täter fest. Er erklärte, aus eigenem Antrieb gehandelt zu haben, um sich gegen die während des Krieges von Deutschland erlittene Unbill zu rächen. Der Täter, ein Arbeiter, mird megen Zerstörung von Bauten strafrechtlich verfolgt werden. Der angerichtete Schaben wird auf 100 000 Franken geschätzt.
Der Arbeiter, der in Löwen die Balustrade zerstört hat, heißt Morin. Er ist 29 Jahre alt und im Befig außerordentlicher Körperträfte. Mit einer Spighacke hat er die Balustrade im Auftrage des Architekten Warren zertrümmert. Er fonnte in das Gebäude eindringen, weil er bei dem inneren Ausbau der Bibliothet beschäftigt war. Als die Polizet den Gebäude frevel bemerkte, war es schon zu spät. Surzeit wird die Bibliothet burch eine starke Polizeiabteilung bewacht.
Schuld an dem Tiefstand der jungen Roten Spezialisten jenen zu. Die Diskussion ist durch einen instruktiven Artikel des Bolts tommiffars für das Bildungswesen Lunatscharsti eröffnet worden. Er stellt fest, daß die Mängel in der Vorbereitung der Roten Spezialisten für die weitere Industrialisierung des Landes einfach fatastrop'hal werden könne; um so mehr, als zwischen der Nachfrage der Industrie und dem Angebot durch die Technischen Hochschulen eine Kluft bestehe. Die Hauptursache abcliege in dem unzureichenden Etat der Technilchen Ho hschulen. Sie befigen ein Inventar, das längst veraltet ist. Charakteristisch ist ein Ausspruch eines Professors, daß die Laboratorien an den Technischen Hochschulen Sowjetrußlands noch heute auf der Stufe der Technik vom Jahre 1848 stehen. Wie sollte es auch anders sein, fragt Lu natscharski , wenn die Mittel, die den Hochschulen zur Verfügung gestellt werden, nur etwa 25 Broz. der Borkriegsetats erreichen. Ganz miserabel ist auch die Entlohnung des Lehrpersonals. Sie erreicht faum 30 Broz. dessen, was sie vor dem Kriege erhielten. Es ist weder die Möglichkeit vorhanden, die Professoren zu Studienzwecken ins Ausland zu schicken, noch ist es mög lich, aus dem Ausland technische Literatur fomnien zu lassen. Die proletarische Studentenschaft nagt einfach am Hungertuche. Die Stipendien reichen nicht aus; anstatt zu studieren, sind die Studen ten gezwungen, durch Schwerarbeit sich das Notwendigste zum Leben zu verdienen.
Nicht minder bedeutsam erscheint auch das andere: die völlige Losgelöstheit der theoretischen Vorbereitung in den Technischen Hochschulen von der praktischen Arbeit in den Fabriten. Die Schuld daran, klagt Lunaticharsti, trägt niemand anders als der oberste wirtschaftsrat, der feinen Finger gerührt hat, um die praftische Arbeit auf den Fabriten zu ermöglichen. Eine vollständige Unflarheit besteht auch im obersten Wirtschaftsrat über die Zahl der in den nächsten Jahren erforderlichen Ingenieure. In bezug auf die Textilindustrie wird B. bald von 6800, bald von 2000 Inge
Gine
In schlichten Worten dankte darauf Bräsident Löbe dem Ober bürgermeister für die Einladung. Er gab seiner Bewunderung für Die im August 1914 zerstörte Bibliothek der katholischen Univerdas init der internationalen Bresseausstellung geschaffene große Wert Ausdruck, das geeignet sei, Bölker und Nationen näher zu ſität Löwen ist mit amerikanischen Geldspenden nach den führen, und sprach die Ueberzeugung aus, baß die Preffa, die Plänen des amerikanischen Architekten Warren wieder aufgebaut einen ethischen und fultureller 3wedt habe, sich einst rentieren werde, worden. Ihr Inhalt wurde laut Friedensvertrag größtenteils aus indem sie dem Bolte einen Einblid gegeben habe in die geistige Ent deutschen Büchereibeständen zusammengestellt. Der amerikanische wicklung eines großen Teiles seiner Volksgenossen und ihm Rè- Architekt, ein rabiater Chauvinist, wollte nun eine Inschrift in spett por geistiger Arbeit ins Herz gepflanzt habe. Sein schlechtem Küchenlatein anbringen lassen, wonach die frühere BiblioHoch galt der Stadt Köln mit ihrem Oberbürgermeister. Beide Redenthet durch die Barbaren zerstört" worden sei. Der Rektor 2a- nieuren gesprochen. Während das Bolkskommiffariat für das Bildungss wurden von den Abgeordneten mit zahlreichen Beifallsrufen auf. beuze widersetzte sich unter Zustimmung des Hochschulkollegiums wefen für die nächsten fünf Jahre die Zahl von 19 000 Ingenieuren dieser hegerischen Inschrift, während nationalistische Studenten ihre festgelegt hat, erklärt der oberste Wirtschaftsrat, daß 35 000 nötig fein würden. Unter folchen Umständen ist ein richtiges Disponieren Anbringung verlangten. unmöglich.
genommen.
Anschließend folgten die Gäfte einer Einladung der Stadt Köln zu einer Rheindampferfahrt zur Besichtigung der Rheinufer und Dombeleuchtung.
Nach heftigen Zwischenfällen setzte Ladeuze seinen vernünftigen Standpunkt durch und die Einweihungsfeier des neuen Bibliothekgebäudes mit der inschriftlosen Balustrade fand vor wenigen Tagen statt. Nun hat ein einzelner aufgehegter Arbeiter durch seine 3er genbe Einzelheiten vor:
Ungefähr im gleichen Sinne, bald weniger, bald mehr pessimistisch, äußern sich auch verschiedene andere in den Spalten der Branda". Nette Aussichten für die Entwicklung der russischen
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Gendarm erschießt den Generalstabschef ftörungstat ben Konfittt wieder aufgerollt. Darüber liegen noch fol- Wirtschaft in den nächsten Jahrzehntent
Der Chef des Generalstabes in Smyrna, 3eti Bei, und der Leiter des Smyrnaer Luftverbandes, Nihat Bei, wurden ver sehentlich durch einen Gendarmen in Smyrna erschossen. Der Gendarm glaubte den Kraftwagen der beiden als das Automobil eines Verbrechers ertannt zu haben, auf den gefahndet wurde. Er forderte ben Chauffeur auf, zu halten, und als dieser nicht Folge leistete, feuerte er mehrere Schüsse ab, durch die die beiden Injassen des Autos auf der Stelle getötet wurden.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Beru und Chile werden jegt nach zwanzigiabriger Unterbrechung wegen eines Grenslinientoufliftes auf Grund einer amerikanischen Bermittlung mieber aufgenommen.
Krifit an den Technischen Hochschulen.
Die Sowjetpresse veröffentlicht seit Tagen Urteile von Birt schaftlern und Professoren über die Vorbildung der Roten Spezialiften. Das Bild, das man bei der Lektüre dieser Meinungsäußerungen erhält, ist mehr als traurig. Die Lehrpläne taugen nichts, die Studierende Jugend hungert, prattische Arbeit in den Fabriken gibt es taum. Im Augenblic, da gegen die alten Spezialisten eine unmögliche Hege begonnen hat, find diese Selbsterkenntnisse der Wirt fchaftler und der Profefforen besonders bebeutungsvoll. Die Wirt jchaftler fargen nicht mit Borwürfen gegen die Lehrförper der Tech.
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Er bleibt Thronfolget, der Prinz Franz von Liechtenstein , Bruder des ,, regierenden Fürsten " von Vaduz und noch einiger, Dörfer. Das Reich hatte bis 1914 eine Kompagnie Jäger zur österreichischen Armee geftellt, österreichisches Geld und Verwaltung gehabt. Nach ber R. R.- Pleite hatte es sich wieder selbständig gemacht, dat is so un bat blipt fot
In Merifo finden fortgefeßt Bandenfämpfe statt. In der Nähe von Leon entspann sich zwischen Aufständischen und Bundestruppen ein Kampf in deffen Berlauf 34 Aufständische und pier Bundesfoldaten getötet wurden. Bei Bahcuaro überfiefen Aufständische einen Berfonenzug, entführten den Bundesabae ordneten Sandoval sowie feinen Bruder, den Bürgermeister von Zacambaro, und knüpften sie an Telegraphenpfählen auf,